US-Wahlen

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Schnitthelm Wac...
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US-Wahlen

Die Citigroup glaubt an einen Rückgang der US-Aktienmärkte zwischen 3 und 5% am Tag nach der US-Wahlen für den Fall eines Sieges von Donald Trump. Barclays nimmt einen Rückgang von 11 bis 13% an. Sollte Clinton gewinnen, sollten die Märkte laut Barclays um 2 bis 3% steigen. Ich rechne jedoch auch bei einem Sieg Clintons, dass die Märkte stark fallen werden.

Domtom01
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Das FBI hat entschieden: HC wird Präsidentin. Die Börse hat es bestätigt.

Das Establishment kann mit der HC (Hilary oder Hure?) Clinton leben, die Börse auch, die Wirtschaft auch. Sie ist schliesslich wie (fast) alle Präsidenten vor ihr und nach ihr nur eine Marionette.

Die Wirtschaft, der Kapitalismus, der Lobbyismus lenken die USA, der Präsident dient lediglich als Mäntelchen, um den Schein der Demokratie zu wahren. Also fast so wie bei uns!

Was heisst das für uns Aktionäre: bessere Zeiten werden kommen, denn der Einfluss, das Störfeuer aus der (Drecks-)Politik wird schwinden, und damit die Kurse steigen.

Domtom01
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So kann sich die Börse irren! Hätte ich nicht gedacht. Die spinnen, die Amerikaner!

Zyndicate
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Trump ist US-Präsident

Die Amerikaner haben gewählt. Trump ist der neue US-Präsident. Alle News im Ticker.

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Zyndicate
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Trump holt Insider und Provokateur ins Weisse Haus

Trotz seiner massiven Wahlkampf-Kritik am «Washingtoner Sumpf» setzt der künftige US-Präsident Donald Trump bei seiner ersten wichtigen Personalentscheidung auf einen Insider.

Den enorm einflussreichen Posten des Stabschefs im Weissen Haus vergibt der Republikaner an den Parteivorsitzenden Reince Priebus. Zugleich berief Trump am Sonntag den radikalen Provokateur Steve Bannon, der ebenfalls als Anwärter auf das Amt des Stabschefs gegolten hatte, zu seinem Chefstrategen. Damit versucht er offensichtlich, eine Brücke zum Partei-Establishment sowie dem Kongress zu schlagen - und es zugleich seiner erzkonservativen Basis recht zu machen.

Gemischte Signale sendete Trump auch in anderen Punkten: So kündigte er in einem am Sonntag (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders CBS an, rasch zwei bis drei Millionen illegal eingereiste Ausländer - "Kriminelle, Drogendealer und Bandenmitglieder" - ausweisen oder einsperren zu lassen.

Offen liess Trump, wie er mit den übrigen Einwanderern ohne gültige Papiere - "wunderbare Leute", wie er sie in dem Interview nannte - verfahren werde. Er wolle darüber entscheiden, wenn die Grenzen gesichert seien, sagte Trump. Im Wahlkampf hatte der Populist Massendeportationen angekündigt. In den USA leben schätzungsweise elf Millionen illegal eingewanderte Menschen.

Weiter bekräftigte Trump zwar, er werde an seinem umstrittenen Plan eines Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko festhalten - aber mit Abstrichen. In einigen Gebieten könnte es auch "etwas Einzäunung" geben, sagte der 70-jährige Milliardär, der am 20. Januar vereidigt wird.

Bereits zuvor hatte Trump in einem Interview des "Wall Street Journal" erklärt, dass er die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama nicht komplett abschaffen, sondern einige Teile davon in ein neues Konzept überführen werde.

Abmilderungen der extrem aggressiven Positionen

Das alles sind Abmilderungen der extrem aggressiven Positionen und Töne, mit denen Trump im Wahlkampf für Schlagzeilen gesorgt hatte. So äusserte er sich in dem CBS-Interview auch überaus freundlich über seine unterlegene Kandidatin Hillary Clinton. Er nannte sie "sehr stark und klug" - und ihren Anruf, in dem sie ihm in der Wahlnacht zum Sieg gratuliert hatte, "reizend". Auch ihr Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, sei in einem Telefonat am Donnerstag nach der Wahl wirklich "sehr, sehr nett" gewesen.

Die Tausenden Menschen, die seit seinem Sieg in vielen US-Städten gegen ihn demonstriert haben und ihre Proteste auch am Sonntag fortsetzten, rief er auf, "keine Angst zu haben". Er werde das Land zusammenführen.

Insbesondere Trumps erste Personalentscheidungen werfen indes die Frage auf, ob und wie lange sein offensichtlicher Versuch eines Spagats zwischen dem republikanischen Establishment und der Basis gutgehen kann. Analysten im US-Fernsehen sprachen am Sonntag von einer Fülle an potenziellem Konfliktpotenzial, das sich früher oder später entladen könnte, wenn Trump Wahlkampfversprechen nicht einhält.

Bannon, ehemals Chef der radikalkonservativen Website "Breitbart News", hetzt seit Jahren gegen das Establishment der Republikaner. Priebus kennt den Politikbetrieb dagegen aus dem Effeff. Er war einer der ersten führenden Republikaner, die ihren Frieden mit dem in der Partei umstrittenen Präsidentschaftskandidaten Trump schlossen.

EU muss sich mehr um Sicherheit kümmern

Der 44-jährige Priebus wird als Stabschef zum zweitwichtigsten Mann im Weissen Haus, wenn Trump am 20. Januar das Präsidentenamt übernimmt. In seiner Position leitet er den Mitarbeiterstab des Präsidenten und entscheidet, wer Zugang zu diesem bekommt.

Trump selbst nannte Priebus und Bannon in einer Erklärung "höchst qualifizierte Führungspersonen (...). Jetzt werde ich beide bei mir im Weissen Haus haben, wenn wir daran arbeiten, Amerika wieder grossartig zu machen."

Angesichts des Machtwechsels in den USA wächst bei den Europäern die Überzeugung, sich stärker als bisher um die eigene Verteidigung und Sicherheit kümmern zu müssen. Das verlautete nach einem Treffen der EU-Aussenminister in Brüssel aus Delegationskreisen. Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini rief die Europäer zu demonstrativer Einheit bei wichtigen Themen auf, etwa beim Klimaschutz und der Umsetzung des Atomabkommens mit dem Iran. Beide Vorhaben hatte Trump vor der Wahl vergangene Woche in Frage gestellt.

(AWP)

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Emil
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Wartet mal ab, ob der Don überhaupt antritt oder ob er einfach mal schauen wollte, wie weit man gehen kann. Vielleicht geht er ja wirklich auch noch etwas weiter und lässt sich vereidigen. Aber ich meine, es wird ihm bald zuviel. Weil, das Amt gibt etwas Arbeit und manchmal nervt es auch. Eigentlich sahen alle US Präsidenten nach acht Jahren 8 Jahre älter aus.

Who knows.... Blum 3Smile  Dirol

Emil

Selector
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Ist der Wurm drin? Fragen, Fragen, wie war das wirklich? Wer sitzt dort auf dem Stuhl?  Diablo Dirol

https://news.guidants.com/#!Artikel?id=5151921

Zyndicate
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«Halten Sie doch die Klappe,

«Halten Sie doch die Klappe, Mann»: Trump und Biden liefern sich ersten (chaotischen) TV-Schlagabtausch

US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden haben sich in ihrer ersten TV-Debatte mit persönlichen Angriffen überzogen und chaotische Wortgefechte geliefert.

Aktualisiert um 07:00

"Beschimpfungen, unwidersprochene Lügen, ein überforderter Moderator", fasste "Der Spiegel" das erste TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden zusammen. Es sei weit hinter den ohnehin nicht hohen Erwartungen zurückgeblieben.

Vor allem Trump fiel Biden am Dienstag (Ortszeit) in Cleveland (Ohio) immer wieder ins Wort und liess ihn seine Sätze nicht beenden. Wiederholt sprachen beide Männer gleichzeitig.

Biden bezeichnete Trump zwischenzeitlich als "Rassisten", "Putins Welpen" und "den schlechtesten Präsidenten, den Amerika je hatte". Trump weigerte sich auch vor einem riesigen TV-Publikum zu versprechen, sich nicht vor dem offiziellen Wahlergebnis zum Sieger zu erklären. Biden tat das.

Das Konzept der TV-Debatte war eigentlich, jeweils 15 Minuten lang sechs Themenblöcke zu diskutieren. Der Moderator stellt eine Frage, die Kandidaten haben jeweils zwei Minuten für ihr Statement, danach folgt eine offene Diskussion. Diese Struktur fiel schnell auseinander.

Trump liess Biden oft nicht ausreden, der ehemalige Vizepräsident reagierte häufig mit einem ironischen Lächeln und wehrte sich gelegentlich mit leicht resigniertem Ton. "Würden Sie mal die Klappe halten, Mann", fragte er an einer Stelle. Und: "Es ist schwer, mit diesem Clown auf den Punkt zu kommen." Auch der erfahrene TV-Journalist Chris Wallace als Moderator der Debatte hatte zum Teil grosse Probleme, Trump zur Ordnung zu rufen.

Verärgerte Zuschauer

Bei den Zuschauern kam das Spektakel nicht gut an. Befragt nach ihrem überwiegenden Gefühl beim Anschauen der Debatte antworteten in einer CBS-Blitzumfrage mehr als zwei Drittel (69 Prozent), die Diskussion habe sie vor allem verärgert.

Als erste Frage wählte Wallace die aktuell laufende Neubesetzung des Posten der verstobenen Richterin Ruth Bader Ginsburg am Obersten Gericht der USA aus. Daraus wurde schnell eine Debatte über das Gesundheitswesen in der USA, weil Biden argumentierte, dass mit der von Trump vorgeschlagenen Richterin Amy Coney Barrett die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama zu Grabe getragen würde. Biden will, dass erst der Sieger der Wahl die Ginsburg-Nachfolge regelt. Trump konterte, er sei immer noch Präsident: "Wir haben die Wahl gewonnen, und wir haben das Recht, das zu machen."

Auch eine zentrale Frage für die USA - der Umgang mit der Corona-Krise - sorgte für Streit. "Er will einen Shutdown dieses Landes, und ich will es offen halten", sagte Trump. Biden konterte, Trump habe sich "völlig unverantwortlich" verhalten und so Tausende von Menschenleben gefährdet. Grenzschliessungen, Ventilatoren, Impfbereitschaft, Abstand halten, Masken - die Fernsehdebatte sprang von einem zum anderen Streitthema der Corona-Krise.

Biden betonte, dass er als Präsident zum Tragen von Masken ermutigen würde, weil das viele Menschenleben retten könne. Trump warf ein, dass einige den Nutzen von Masken bestreiten. "Keine ernsthafte Person hat das Gegenteil gesagt", konterte Biden. Die Corona-Pandemie hat in den USA bislang mehr als 200 000 Menschen das Leben gekostet.

"Er ist Putins Welpe"

Mit dem Vorwurf, dass Trump Kremlchef Wladimir Putin nicht die Stirn biete, preschte Biden im Zusammenhang mit Berichten über angebliche Kopfgelder Russlands auf US-Soldaten in Afghanistan. "Er ist Putins Welpe", sagte Biden. Bestätigt wurden die Berichte bisher nicht.

Trump weigerte sich, sich ausdrücklich von weissen rassistischen Gruppen wie die "Proud Boys" zu verurteilen. "Wen soll ich verurteilen?", fragte er Moderator Wallace. "Proud Boys - haltet euch zurück und haltet Euch bereit", sagte Trump danach ("stand down and stand by"). Der Satz sorgte unter US-Kommentatoren für Stirnrunzeln. Trumps Sohn Donald Trump Jr. sagte nach der Debatte im TV-Sender CBS, dass sein Vater sich wohl versprochen habe.

Biden nutzte den Wirtschaftsteil der Debatte, um sich direkt an die Wähler zu wenden. In der Corona-Krise sei es Millionären und Milliardären wie Trump gut ergangen, "aber Ihr Leute zuhause, wie geht es Euch?", sagte Biden in die Kamera. Es ist ein klassischer Zug in TV-Debatten in Amerika, seit der damalige Kandidat 1979 die Zuschauer aufrief, darüber nachzudenken, ob es ihnen besser gehe als vor vier Jahren. Trump wiederholte unterdessen, dass er die beste Wirtschaft in der Geschichte des Landes aufgebaut habe.

Ein eher überraschender Moment kam als Trump in der Debatte den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel einräumte - zumindest teilweise. Auf die Frage, ob er glaube, dass Umweltverschmutzung und Treibhausgase zur Erderwärmung beitrügen, sagte der Präsident: "Viele Dinge tun das, aber in einem gewissen Ausmass: ja." Trump sagte, die Waldbrände an der US-Westküste hätten ihre Ursache auch darin, dass dort anders als in Europa keine ausreichende Forstwirtschaft betrieben werde.

(Reuters/cash)

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Lorenz
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Trump

Da muss ich doch mal wieder was sagen. Es ist einfach unglaublich, was dieser Kerl fertigbringt:

 

Trump positiv auf Coronavirus getestet

US-Präsident Donald Trump ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte er selbst am Donnerstagabend (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Auch bei seiner Ehefrau Melania wurde das neuartige Virus festgestellt. "Wir werden unseren Quarantäne- und Genesungsprozess unverzüglich beginnen. Wir kommen zusammen da durch!" twitterte Trump. Dass er und seine Frau sich in Isolation begeben würden, hatte der US-Präsident bereits kurz zuvor bekanntgegeben, ohne dass die Resultate ihrer Tests zu diesem Zeitpunkt schon vorgelegen hatten. Er begründete dies damit, dass seine enge Mitarbeiterin Hope Hicks positiv auf das Virus getestet worden war. / Quelle: Guidants News https://news.guidants.com

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Stabschef: Trump könnte noch

Stabschef: Trump könnte noch am Montag ins Weisse Haus zurückkehren

Der Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump hat sich nach Angaben von dessen Stabschef Mark Meadows weiter verbessert. "Wir sind weiterhin optimistisch, dass er im Laufe des Tages ins Weisse Haus zurückkehren kann", erklärte Meadows am Montag gegenüber dem Sender Fox News. "Er hat sich über Nacht weiter gebessert und ist bereit, zu einem normalen Arbeitsplan zurückzukehren." Am Morgen (Ortszeit) stünden Besprechungen mit den Ärzten an, um weitere Beurteilungen vorzunehmen.

05.10.2020 14:29

Trump war am Freitagabend in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus nördlich von Washington gebracht worden, nachdem die Sauerstoffsättigung seines Blutes abgefallen war. Ein Arzt hatte am Sonntag die Möglichkeit aufgeworfen, dass Trump am Montag ins Weisse Haus zurückkehren und dort weiter behandelt werden könnte, wenn sich sein Zustand weiter verbessert./lkl/DP/mis

(AWP)

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Joe Biden will keine Debatte,

Joe Biden will keine Debatte, wenn Trump immer noch Covid hat

Die für kommende Woche geplante TV-Debatte mit US-Präsident Donald Trump sollte aus Sicht seines Herausforderers Joe Biden abgesagt werden, wenn Trump seine Covid-19-Erkrankung bis dahin nicht überwunden hat. Die zweite Debatte der Kontrahenten ist für den 15. Oktober angesetzt. "Ich denke, wenn er immer noch Covid hat, sollten wir keine Debatte haben", sagte Biden am Dienstag nach einem Wahlkampfauftritt.

07.10.2020 06:34

Man werde auf jeden Fall "sehr strikten Richtlinien" folgen müssen, betonte der demokratische Präsidentschaftskandidat in Hagerstown im Bundesstaat Maryland. "Zu viele Leute wurden infiziert." Man müsse darauf hören, was Ärzte sagen. Er stelle sich weiterhin auf eine Debatte ein, "aber ich hoffe einfach, dass alle Vorschriften eingehalten werden".

Trump hatte am vergangenen Freitag seine Covid-19-Diagnose bekanntgegeben. Er und Biden hatten zuvor am Dienstag auf einer Bühne gestanden bei der ersten von drei geplanten TV-Debatten. Es ist unklar, ob Trump zu diesem Zeitpunkte bereits ansteckend gewesen sein könnte: Das Weisse Haus und sein Leibarzt Sean Conley verweigern seit Tagen Angaben dazu, wann der Präsident zuletzt einen negativen Coronavirus-Test hatte./so/DP/zb

(AWP)

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US-Wahl: Harris greift in

US-Wahl: Harris greift in Debatte der Vize-Kandidaten beim Coronavirus an

In der einzigen TV-Debatte der Vize-Kandidaten vor der US-Präsidentenwahl hat Kandidatin Kamala Harris das Coronavirus zu einem zentralen Thema gemacht.

08.10.2020 06:33

"Das amerikanische Volk ist Zeuge des grössten Versagens einer Regierung in der Geschichte unseres Landes geworden", sagte Harris am Mittwoch in Salt Lake City auf einer Bühne mit Vizepräsident Mike Pence. "Das amerikanische Volk hat Opfer bringen müssen wegen der Inkompetenz dieser Regierung." Pence konterte mit dem oft auch von Donald Trump vorgebrachten Argument, dass Massnahmen seiner Regierung hunderttausende Menschenleben gerettet hätten.

Die Debatte verlief viel geordneter als das Duell von Trump und Herausforderer Joe Biden, das eine Woche zuvor im Chaos versunken war. Der Auslöser dafür war vor allem, dass Trump immer wieder Biden ins Wort fiel. Die Vize-Kandidaten unterbrachen einander kaum - auch weil Harris zwei Anläufe von Pence mit einem resoluten "Mr. Vizepräsident, jetzt rede ich" unterband. Dafür überzog Pence immer wieder die ihm zugeteilte Zeit. Er liess sich auch von der Moderatorin - der Journalistin Susan Page von der Zeitung "USA Today" - nicht stoppen und redete einfach weiter.

Pence fiel auch damit auf, dass er mehrfach einfach die Fragen ignorierte und stattdessen die Botschaften platzierte, die er unterbringen wollte. So redete er bei einer Frage nach der Position zu Abtreibungen zunächst einmal darüber weiter, wie die Trump-Regierung Irans Top-General Ghassem Soleimani mit einem Raketenangriff getötet hatte.

Biden liegt vor Trump

Beide Kandidaten wichen der Frage aus, wie ihre Absprachen mit den jeweiligen Präsidentschaftsanwärtern für eine Machtübergabe sind. Es ist ein wichtiger Punkt: Trump ist 74 Jahre alt und an Covid-19 erkrankt, Biden ist 77. Jeder der beiden wäre bei Amtsantritt im Januar 2021 der älteste Präsident in der US-Geschichte. Moderatorin Page hakte nicht nach.

Genauso wenig beantwortete Harris die von Pence gestellte Frage, ob Biden und die Demokraten im Falle ihres Wahlsiegs und der Rückeroberung der Mehrheit im Senat das Oberste Gericht vergrössern würden. Die Republikaner versuchen gerade, die Juristin Amy Coney Barrett in das höchste US-Gericht zu bringen. Sie würde eine konservative Mehrheit im Gericht zementieren. Pence ging nicht darauf ein, ob Trump und er eine Wahlniederlage akzeptieren würden. "Ich denke, wir werden diese Wahl gewinnen", sagte der Vizepräsident. Trump liegt in landesweiten Umfragen deutlich hinter Biden zurück.

Harris betonte, dass Biden als Präsident die Steuerreform von Trump rückgängig machen würde. Pence erklärte daraufhin, dass dies Steuererhöhungen für die Wähler bedeuten würde. Harris versicherte: "Joe Biden wird für niemanden die Steuern erhöhen, der weniger als 400 000 Dollar im Jahr verdient." Harris sagte auch, dass eine Biden-Regierung "mit Stolz" wieder dem Pariser Klimaschutz-Abkommen beitreten würde.

Pence wich unterdessen der direkten Frage aus, ob er den Klimawandel für eine existenzielle Bedrohung halte. "Das Klima ändert sich, wir werden der Wissenschaft folgen", sagte er. Harris bezeichnete den Klimawandel als "eine existenzielle Bedrohung für uns als Menschen".

Pence griff mehrfach die politische Vergangenheit von Joe Biden als Vizepräsident von Barack Obama und US-Senator an. Unter anderem hielt er ihm vor, dass Jobs an China verlorengegangen seien und dass die Gesundheitsreform von Obama versagt habe.

Harris (55) und Pence (61) bestritten ihr rund 90-minütiges Duell auf etwa 3,7 Metern Distanz zueinander und zusätzlich getrennt von Plexiglasscheiben. Für die wenigen Zuschauer der Debatte vor Ort galt eine Maskenpflicht.

(AWP)

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Europäer wünschen sich laut

Europäer wünschen sich laut Umfrage Niederlage von Trump

Bei der Präsidentschaftswahl am 3. November in den USA wünscht sich eine grosse Mehrheit in Deutschland und sechs anderen europäischen Ländern eine Niederlage von Amtsinhaber Donald Trump.

08.10.2020 06:31

Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach hoffen in Deutschland 71 Prozent auf einen Sieg des demokratischen Herausforderers Joe Biden. Nur elf Prozent der Bundesbürger wünschen sich, dass der Republikaner Trump vier weitere Jahre im Amt bleibt.

In Dänemark sind der Umfrage zufolge sogar 80 Prozent für Biden und nur sechs Prozent für Trump. Am besten schneidet der amtierende US-Präsident in Italien ab, wo ihn 20 Prozent wiedergewählt sehen wollen. Gefragt wurde auch in Grossbritannien, Frankreich, Spanien und Schweden.

Die meisten von insgesamt mehr als 9000 Befragten sind der Ansicht, dass Trumps bisherige Amtszeit negative Auswirkungen auf ihr Land hatte. Deutsche und Spanier sagen dies mit jeweils 69 Prozent am häufigsten, Italiener am seltensten (50 Prozent). Nur wenige sind der Meinung, dass Trump ein guter Präsident ist: 5 bis 15 Prozent, je nach Land. Eine grosse Mehrheit hält ihn für einen schlechten Präsidenten - in Deutschland 76 Prozent.

(AWP)

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Trump lehnt virtuelles TV

Trump lehnt virtuelles TV-Duell gegen Biden ab

(Ausführliche Fassung) - US-Präsident Donald Trump will wegen einer Änderung des Formats am zweiten TV-Duell gegen seinen Herausforderer Joe Biden nicht teilnehmen. Der Wechsel zu einem virtuellen Format sei "inakzeptabel", sagte Trump am Donnerstag im Fernsehsender Fox Business. "Ich werde meine Zeit nicht mit einer virtuellen Debatte verschwenden." Eigentlich soll das Duell am Donnerstagabend kommende Woche (Freitag MESZ) über die Bühne gehen.

08.10.2020 14:32

Unmittelbar zuvor hatte die zuständige unabhängige Kommission CPD angekündigt, die Debatte werde aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht als persönliches Gegenüber stattfinden. Die beiden Kandidaten sollten demnach an unterschiedlichen Orten auftreten und online zusammengeschaltet werden. Moderator und Gäste hingegen sollten wie geplant in Miami im Bundesstaat Florida zusammenkommen.

Das Duell war zuletzt zunehmend umstritten, weil Trump sich noch von einer Covid-19-Erkrankung erholt und bei dem Termin noch ansteckend sein könnte. Der Republikaner hatte das zurückgewiesen und erklärt, er freue sich auf das Duell. Der Demokrat Biden hingegen hatte angekündigt, dass Duell solle nicht stattfinden, falls Trump noch erkrankt beziehungsweise infektiös sei. Das dritte und letzte TV-Duell vor der Wahl am 3. November ist für den 22. Oktober geplant.

Trump war infolge einer Coronavirus-Infektion an Covid-19 erkrankt und wurde drei Tage in einem Militärkrankenhaus behandelt. Er kehrte am Montag ins Weisse Haus zurück. In dem Interview am Donnerstag sagte er, er fühle sich wieder "perfekt" und könne es kaum erwarten, wieder voll in den Wahlkampf einzusteigen. Er gehe davon aus, nicht mehr ansteckend zu sein./jbz/DP/stw

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Ein «Blue-nami» in den USA

Ein «Blue-nami» in den USA verliert für Anleger seinen Schrecken

Wegen ihrer wirtschaftsfreundlicheren Haltung sind üblicherweise die US-Republikaner Anlegers Liebling. Viele Investoren setzen ihre Hoffnungen inzwischen aber auf einen Erdrutschsieg der Demokraten.

14.10.2020 19:32

Die Anleger setzen auf einen Erdrutschsieg, bei dem Joe Biden US-Präsident Donald Trump aus dem Weissen Haus verdrängt und seine Partei zusätzlich beide Kammern des Kongresses erobert. In Anspielung auf die Parteifarbe der Demokraten sprechen Börsianer hier von einem "Blue-nami", einem "Blauen Tsunami".

Fiskalpaket in Höhe von fünf Billionen US-Dollar

"Höhere Steuern unter Biden verlieren ihren Schrecken durch das Versprechen steigender Staatsausgaben im kommenden Jahr", sagt etwa Mark Dowding, Chef-Anleger des Vermögensverwalters BlueBay. "Sollten die Demokraten einen durchschlagenden Sieg erringen, könnten wir uns eine Biden-Regierung vorstellen, die ein Fiskalpaket in Höhe von fünf Billionen US-Dollar verabschiedet und damit die derzeitige Forderung von 2,2 Billionen US-Dollar, der die Republikaner ihre Zustimmung verweigern, in den Schatten stellt."

Dowding taxiert die Wahrscheinlichkeit eines Erdrutsch-Sieges der Demokraten auf 60 Prozent. Sein Kollege Mark Haefele von der Vermögensverwaltung der Bank UBS sieht sie bei 50 Prozent, deutlich vor allen anderen Varianten. Einer jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge hat Joe Biden seinen Vorsprung in wichtigen, hart umkämpften US-Bundesstaaten ausgebaut. Selbst die bisherige Konservativen-Hochburg Texas könnte an die Demokraten gehen. Gleichzeitig deutet sich bei einigen der zur Wahl stehenden Senatsposten wie in Georgia ein Kopf-an-Kopf-Rennen an. Derzeit haben die Republikaner dort eine Mehrheit von 53 Sitzen, wobei zwei Senatoren keiner der beiden Parteien angehören.

Auch Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, rechnet nach einem klaren Wahlsieg der Demokraten mit einem "sehr grossen Fiskalpaket". "Das Wachstum könnte dort dann ebenso steigen wie die Anleihe-Renditen."

Marko Behring, Chef der Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank, verweist in diesem Zusammenhang auf die Bilanzen der demokratischen Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama. "Unter Clinton ist der S&P 500-Index um 210 Prozent gestiegen und unter Obama um 182 Prozent. Wirtschaftsfeindlichkeit sieht anders aus." Das Plus des S&P 500 während Trumps Amtszeit beläuft sich derzeit auf etwa 68 Prozent.

Steuererhöhungen vs. Investitionen

Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets lobt Bidens Steuerpläne als progressiv. "Höhere Steuern für Unternehmen und Besserverdiener kompensiert durch massive Konjunkturausgaben und Investitionen, die ihrerseits durch eine höhere Kaufkraft der meisten Amerikaner die Umsätze ankurbeln – so schlecht klingt die Aussicht auf einen demokratischen Präsident Joe Biden nicht." Investoren wetten dabei vor allem auf einen ökologischen Umbau der Wirtschaft. So legte der börsennotierte Solarwerte-Fonds (ETF) des Anbieters Invesco in den vergangenen vier Wochen gut 30 Prozent zu - knapp zehn Mal so stark wie der S&P 500. Die Experten der Bank of America sehen darin einen Hinweis auf die Erwartung eines "Blue-nami".

"Wenn Biden dann noch ein Regierungsteam aufstellt, dessen Mitglieder zur politischen Mitte zählen, wird das ebenfalls als positiv gewertet werden", sagt Portfoliomanager Dickie Hodges vom Vermögensverwalter Nomura. Ausserdem setzten Investoren auf eine zumindest teilweise Entspannung bei den Handelsstreitigkeiten, schrieben seine Kollegen vom Vermögensverwalters Amundi. "Ein Präsident Biden würde wahrscheinlich wieder ein etwas freundschaftlicheres Verhältnis zur EU suchen."

"Ein solches Szenario könnte die Bären – wie pessimistische Anleger genannt werden – ab November in den Winterschlaf schicken", prognostiziert Olivier de Berranger, Chef-Anleger des Vermögensverwalters La Financiere de l’Echiquier. "Allerdings sollte uns der überraschende Wahlausgang von 2016 stets eine Mahnung sein, dass das Fell des Bären nicht verteilt werden sollte, bevor er erlegt wurde."

(Reuters)

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CNN-Umfrage sieht Biden als

CNN-Umfrage sieht Biden als Sieger der Fernsehdebatte

In der TV-Debatte vor der US-Präsidentschaftswahl hat Herausforderer Joe Biden nach dem Ergebnis einer Umfrage des Senders CNN einen besseren Eindruck gemacht als Amtsinhaber Donald Trump. Die Umfrage unter Zuschauern des direkten Aufeinandertreffens vom Donnerstag ergab, dass 53 Prozent Biden als Sieger sahen. 39 Prozent sahen Trump vorn.

23.10.2020 06:36

Befragt nach ihrem Eindruck, wer die Fragen von Moderatorin Kristen Welker direkt beantwortet habe, nannten 62 Prozent Biden und 31 Prozent Trump. Einen Gleichstand von 49 zu 49 Prozent ergab die Frage, wer in der Debatte die stärkere politische Führungskraft gezeigt habe.

Basis der Erhebung war eine telefonische Befragung von 585 registrierten Wählern durch das Institut SSRS. Der Sender gab die statistische Fehlerquote der Umfrage mit 5,7 Prozent an.

Nach der ersten Fernsehdebatte Ende September sahen in einer Umfrage des Senders CBS 48 Prozent der Zuschauer Biden vorn, 41 Prozent Trump./pz/DP/stk

(AWP)

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Trump: Werde Wahl nur bei

Trump: Werde Wahl nur bei 'massivem Wahlbetrug' verlieren

US-Präsident Donald Trump hat erneut ein Ergebnis der US-Wahl am 3. November noch in der Nacht gefordert und damit Sorgen angeheizt, er könnte sich voreilig selbst zum Sieger erklären. Der Republikaner schrieb am Montagabend (Ortszeit) in einem Tweet, es gebe in den ganzen USA "grosse Probleme und Diskrepanzen" bei der Briefwahl. "Müssen ein Endergebnis am 3. November haben." Ein Ergebnis in der Wahlnacht ist vor allem bei einem knappen Verlauf unwahrscheinlich, weil in mehreren Bundesstaaten Briefwahl-Stimmen noch Tage später ausgezählt werden. Twitter versah den Tweet wegen möglicherweise irreführender Aussagen mit einem Warnhinweis.

27.10.2020 06:36

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wird erwartet, dass zahlreiche US-Amerikaner per Briefwahl abstimmen. Umfragen zufolge wollen mehr Unterstützer des Demokraten Joe Biden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen als Anhänger Trumps. Der Präsident behauptet seit Monaten ohne jeden Beleg, dass Briefwahl Wahlbetrug Vorschub leistet. Seine Kritiker befürchten, er könnte sich auf Basis vorläufiger Ergebnisse noch in der Wahlnacht zum Sieger erklären. Trump hat bislang offengelassen, ob er das Wahlergebnis anerkennen wird.

Trump wiederholte am Montag seine Überzeugung, dass er die Wahl am Dienstag kommender Woche nur verlieren könne, wenn die Demokraten sie manipulierten. "Das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, wie wir verlieren können: massiver Wahlbetrug", sagte der Präsident in Pennsylvania. Gut eine Woche vor der Wahl warb Trump am Montag mit gleich drei Auftritten um Stimmen in dem heiss umkämpften Bundesstaat.

In Allentown, Lititz und Martinsburg sprach der 74-Jährige am Montag insgesamt fast vier Stunden lang zu seinen Anhängern. Auch Trumps Herausforderer Biden (77) war am Montag auf Wahlkampftour in Pennsylvania, er besuchte die Stadt Chester.

Pennsylvania ist einer der sogenannten Swing States, die weder den Republikanern noch den Demokraten klar zuzuordnen sind und die bei der Wahl am 3. November entscheidend sein dürften. In landesweiten Umfragen liegt Biden vor Trump. Das gilt auch für Pennsylvania, da fällt der Vorsprung des Demokraten aber geringer aus. Trump hatte Pennsylvania 2016 mit einem extrem knappen Vorsprung gewonnen.

Trump spielte am Montag erneut die Gefahr durch das Coronavirus herunter. Den Medien warf er vor, die Pandemie aus politischen Gründen aufzubauschen. "Alles, worüber die Fake News sprechen, ist Covid, Covid, Covid", kritisierte der Präsident. Trump sagte auch: "Wir haben keine wirkliche Pressefreiheit." Er begründete das damit, dass die meisten US-Medien seiner Ansicht nach nicht breit genug über unbelegte Korruptionsvorwürfe gegen Bidens Familie berichten.

Mit Blick auf das Coronavirus schrieb Trump auf Twitter, die Anzahl der Neuinfektionen steige nur so stark, weil in den USA so viel getestet werde. Er sprach von einer "Verschwörung" der "korrupten" Medien. Diese schlachteten die Pandemie gezielt bis zur Wahl aus, um ihm zu schaden. "Am 4. November wird sich das Thema völlig verändern." Trump unterstellte Biden ohne Beleg, dieser werde im Fall eines Wahlsiegs einen Impfstoff gegen das Coronavirus verzögern.

Die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen in den USA war Ende vergangener Woche auf einen Rekordwert von mehr als 83 000 gestiegen. Der Anstieg der Infektionen verläuft deutlich schneller als jener der Tests. Die Pandemie hat fast 225 000 Menschen in den USA das Leben gekostet.

Biden wies in Chester zurück, dass er einen Wahlkampf auf Sparflamme betreibe. Dass er seltener und vor weniger Publikum auftrete, begründete der Demokrat damit, dass er anders als Trump keine "Super-Spreader"-Veranstaltungen abhalten wolle. Es habe bislang aber keinen Wahlkampftag gegeben, an dem er nicht zwölf Stunden gearbeitet habe.

Biden kündigte Veranstaltungen in Iowa, Wisconsin, Georgia und Florida in den kommenden Tagen an. Trump verspottet Biden regelmässig für dessen wenigen Auftritte und stellt die körperliche und geistige Befähigung seines Kontrahenten für das Präsidentenamt in Frage.

Trump wiederholte seine Anschuldigungen, dass die Demokraten den Amerikanern ihre Waffen nehmen, die Nutzung fossiler Energien stoppen und die Religionsfreiheit einschränken wollten - nichts davon fordern die Demokraten in dieser Form. Als der Präsident über den Kampf um den Bundesstaat Texas sprach, sagte er: "Waffen, Öl und Gott. Ich bin auf dieser Seite. Er (Biden) ist auf der anderen Seite."

Mit Blick auf den Wahlabend forderte Trump, den Demokraten eine "donnernde Niederlage" zu bescheren. "Nicht nur eine Niederlage. Es muss eine Zurückweisung sein. Eine Zurechtweisung des Sozialismus."/cy/jbz/DP/zb

(AWP)

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Trump greift Biden in

Trump greift Biden in nächtlicher Tweet-Serie an

Inmitten mässiger Umfragewerte wenige Tage vor der Präsidentenwahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump in einer Reihe von nächtlichen Tweets seinen Herausforderer Joe Biden attackiert. "Biden wird den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten zerstören. Lassen Sie das nicht zu!", schrieb Trump in der Nacht zum Freitag gegen 2.30 Uhr (Ortszeit). Mit der Berufung der Richterin Amy Coney Barrett Anfang der Woche konnte der Republikaner die konservative Mehrheit am Supreme Court auf sechs der neun Sitze ausbauen.

30.10.2020 11:06

Im Falle eines Sieges bei der Wahl am Dienstag werde Biden das einflussreiche Gericht verändern, twitterte Trump weiter. Der Supreme Court stellt mit seinen Entscheidungen zu besonders strittigen Themen wie Einwanderung, das Recht auf Abtreibung oder gleichgeschlechtliche Ehe immer wieder wichtige Weichen für die US-Gesellschaft. Diskutiert wird unter Demokraten derzeit unter anderem eine mögliche Erweiterung des Gerichts. "Die vielen neuen Richter werden radikale Linke sein!", behauptete Trump.

Biden hatte sich in den vergangenen Wochen ausweichend zu einer möglichen, auch als "court packing" bekannten Vergrösserung des Gerichts geäussert. Zugleich will er im Falle eines Sieges aber eine Justizreform. Eine Kommission aus Demokraten, Republikanern und Experten für Verfassungsrecht soll ein halbes Jahr lang Empfehlungen ausarbeiten.

In einem weiteren Tweet schrieb Trump, er liege "ganz weit vorn in Texas". In dem südlichen Bundesstaat, der traditionell als Hochburg der Republikaner gilt, gewann Trump 2016 mit einem Vorsprung von rund neun Prozentpunkten. In jüngsten Umfragen liefert er sich dort jedoch mit Biden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Seinen Anhängern schrieb Trump unter Verweis auf die traditionelle Farbe seiner Partei, sie sollten auf die "Grosse Rote Welle" schauen./vtc/DP/jha

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Die wichtigsten Fragen und

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur US-Präsidentschaftswahl

Was ist bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 besonders entscheidend? Wann steht das Resultat fest? Wie wird die Börse reagieren? Eine Übersicht einen Tag vor dem grossen Wahl-Showdown in den USA.

01.11.2020 20:00

Von Daniel Hügli

Am Dienstag, den 3. November, bestimmen die Wahlberechtigten in den USA nicht nur den Präsidenten des Landes, sondern auch alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat. Der Demokrat Joe Biden tritt in der Präsidentschaftswahl gegen den amtierenden Präsidenten und Republikaner Donald Trump an. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten für den Wahltag am Dienstag:

Wer liegt in den Umfragen vorne?

Derzeit zeigen Umfragen einen deutlichen landesweiten Vorsprung für Joe Biden und seine Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft, Kamala Harris. Die Polit-Website FiveThirtyEight sieht Biden bei 52 Prozent der Stimmen, Trump bei 43 Prozent. Den Umfragen sollte man indes mit Skepsis begegnen. Vor vier Jahren prognostizierte kein Meinungsforschungsinstitut einen Sieg von Donald Trump. Nicht eine Umfrage, aber eine Prognose: Der US-Politikwissenschaftler Allan Lichtman prognostizierte seit 1984 mit Ausnahme von 2000 alle Gewinner der US-Wahlen richtig. Für 2020 sagt Lichtman einen Sieg Bidens voraus. 

US election polls tracker: who is leading in swing states, Trump or Biden? https://t.co/4Dcz5BzpoX

— Guardian news (@guardiannews) November 1, 2020

Was ist entscheidend für die Wahl?

Texas wählt seit jeher republikanisch, Kalifornien ebenso traditionsgemäss demokratisch. In anderen Worten: Wie so oft bei US-Präsidentschaftswahlen sind die so genannten "Swing States" oder "Battelgound States" ausschlaggebend für die Wahl. Also Bundesstaaten, bei denen nicht im Vorherein feststeht, ob der Kandidat der Republikaner oder der Demokraten siegen wird. Solche "Wackelstaaten" sind zum Beispiel Florida, Wisconsin oder Michigan. Die "Swing Staes" waren 2016 ausschlaggebend für Trumps Sieg.

Kommt hinzu: Wegen der speziellen Umstände mit der Corona-Pandemie kommen alternativen Wahlarten 2020 vielleicht entscheidender Bedeutung zu. Viele US-Bürger nutzen diesmal die Briefwahl oder das "Early Voting" (vorzeitige Stimmabgabe in einem Wahllokal). Demokratische Wähler nutzen die Briefwahl traditionsgemäss häufiger als Anhänger der Republikaner. Daher äussert Donald Trump vorsorglich schon seit Monaten Zweifel an der Gültigkeit einer Briefwahl. Das Wahlergebnis könne damit niemals genau ermittelt werden und sei anfällig für Manipulation. 

Wann steht das Wahlresultat normalerweise fest?

Wer als Europäer die Wahl live mitverfolgen will, sollte am 3. November früh ins Bett. Erste Bundesstaaten wie Kentucky melden ihre Resultate am 4. November bereits gegen 1 Uhr mitteleuropäische Zeit. Die ausschlaggebenden "Swing States" wie Florida berichten ab 2 oder 3 Uhr. Zwischen 3 und 4 Uhr morgens sind die ersten Hochrechnungen erwarten. Vor vier Jahren stand der Sieg von Donald Trump erst um 8:30 Uhr fest. Die Wiederwahl von Barack Obama im Jahr 2012 dagegen war kurz nach 5 Uhr besiegelt. Das amtliche Endergebnis wird erst nach ein paar Tagen bekanntgegeben.

Wann steht das Resultat 2020 tatsächlich fest?

Das ist die grosse Frage. Wegen der Corona-Pandemie werden viele US-Bürgerinnen und Bürger brieflich abstimmen. Daher ist wahrscheinlich, dass das Auszählen länger dauern wird. Beobachter schliessen nicht aus, dass es Tage dauern kann, bis auf dieser Ebene das Endresultat feststeht. Dazu kommen andere Unabwägbarkeiten: Donald Trump hat mehrfach damit gedroht, dass er eine Niederlage nicht akzeptieren werde (dies sagte er bereits bei seiner Wahl vor vier Jahren). Er könnte eine Abwahl also anfechten. Dasselbe könnte auch Biden bei einem knappen Wahlausgang tun. Es kann 2020 also Wochen dauern, bis der neue oder alte Präsident feststeht

Wie reagierte die Börse vor vier Jahren auf die Wahl Donald Trumps?

Der überraschende Sieg von Donald Trump 2016 führte nur kurzzeitig zu einer negativen Reaktion an den US-Börsen. Noch während des frühen Handels schlug das Pendel um und die Aktienmärkte schossen in die Höhe. Die darauffolgende jahrelange Rally wurde nur durch zwei Einbrüche im Jahr 2018 und den Corona-Absturz im Frühjahr 2020 deutlich unterbrochen. Die Börsen applaudierten damit der Steuer- und Deregulierungspolitik Trumps, sie profitierten aber nach wie vor von der ultralockeren Geldpolitik.

Kusrentwicklung des Dow Jones während der US-Präsidentschaft von Donald Trump von November 2016 bis heute (Quelle: Bloomberg)

Wie wird die Börse 2020 kurzfristig reagieren? 

Die Unabwägbarkeiten sind zu gross, um hier verlässliche Prognosen zu erstellen. Die Märkte dürften aber weitaus volatiler reagieren als vor vier Jahren. Die Corona-bedingte Verunsicherung ist 2020 viel grösser. Das zeigt sich bereits im Vorfeld zur Wahl. 2016 verlor der Dow Jones in den vier Wochen vor der US-Wahl rund 2 Prozent. Das ist nun anders: Allein in der letzten Woche betrug das Kursminus beim US-Leitindex 6 Prozent. 

Viel stärker als nur die Wahl des US-Präsidenten beachten Investoren das "Gesamtpaket" der Wahl, das heisst mit den Resultaten für den Kongress (Repräsentantenhaus und Senat). Sollten die Demokraten die Oberhand über beide Kammern gewinnen und auch Biden als Präsidenten stellen (die so genannte "Blaue Welle"), würden die Aktienmärkte wohl negativ reagieren. Hauptargument ist hier, dass Biden die von Trump gesenkten Unternehmenssteuern wieder erhöhen will. 

Positive Kursreaktionen gäbe es bei einer Konstellation wie bisher, bei welcher der Präsident nur eine der beiden Kammern hinter sich weiss. Heute haben die Republikaner im Senat die Mehrheit, aber nicht im Repräsentantenhaus. Sollte Trump Präsident bleiben, würden die Märkte bei geteiltem Kongress wohl stärker steigen als ein Präsident Biden mit gleicher Parlamentskonstellation

Wie wird die Börse mittel- und langfristig reagieren? 

Dass ein demokratischer Präsident schlecht ist für die Börsen, ist eine weit verbreitete Meinung. Zwar ist belegt, dass die Börsen nach einem demokratischen Sieg in den Monaten nach der Wahl schlechter abschneiden als nach einem republikanischen. Allerdings drehten die Märkte anschliessend fast immer. Es gibt sogar langfristige Berechnungen (unter anderen von der Credit Suisse), die sagen, dass Börsen unter demokratischen Präsidenten mehr zulegen als unter republikanischen.

Wichtiger für den langfristigen Trend der US-Börsen sind derzeit andere Faktoren als die Parteizugehörigkeit des US-Präsidenten. Die US-Wirtschaft muss sich von der grössten Wirtschaftskrise seit 1933 erholen, es braucht weitere billionenschwere Corona-Konjunkturpakete. Voraussichtliche werden dies beide Parteien in den Kongresskammern billigen müssen.

Die wahren Lenker der Börsen sitzen so oder so nicht im Weissen Haus in der US-Hauptstadt, sondern ein paar Häuserblocks weiter südwestlich: Nämlich am Sitz der Federal Reserve. Die ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank befeuert die Börsen seit Jahren - und sie wird es auch weiter tun. Ein geldpolitischer Kurswechsel der Fed ist auch trotz der Annahme, dass Fed-Chef Jerome Powell 2022 abtreten muss, kaum wahrscheinlich. 

Welche Aktien könnten profitieren oder verlieren?

Joe Biden will im Rahmen eines Konjunkturprogramms 2 Billionen Dollar für saubere Energie ausgeben. Solar- und Windenergiefirmen könnten dadurch Schub erhalten. Traditionelle Ölkonzerne würden demgegenüber zu den grössten Verlierern eines Wahlsiegs von Biden gehören. 

Europäischen Autoproduzenten winken bei einem Biden-Sieg Kursgewinne, weil dadurch das Risiko eines Handelskrieges zwischen den USA und Europa sänke. Da Biden wie Trump Milliardensummen in die Infrastruktur stopfen wollen, werden Bau- und Infrastrukturtitel profititieren – sofern die Vorhaben umgesetzt werden.

Voraussagen für Pharmaaktien sind unsicher. Trump will die Preise für rezeptpflichtige Medikamente deutlich senken. Das hatte er allerdings schon vor vier Jahren gesagt, ohne viel zu unternehmen. Biden plant die staatliche Krankenversicherung auszuweiten und will ebenfalls tiefere Medikamentenpreise, allerdings nicht so deutlich wie Trump.

Aktien aus der Finanzbranche würden bei einem Sieg Bidens wegen der angestrebten Unternehmenssteuererhöhung zunächst wahrscheinlich leiden. Dasselbe gilt für Technologieaktien. Unter speziellen Druck kämen Bankaktien, sollte der Ausgang der Wahl eine Hängepartie von Wochen werden.

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USA im Wahlkampfendspurt -

USA im Wahlkampfendspurt - Trump droht mit Anwälten

Mit einem Kraftakt zum Wahlkampfende will US-Präsident Donald Trump seinen Rückstand in Umfragen wettmachen und sich die notwendigen Stimmen für eine zweite Amtszeit sichern.

02.11.2020 06:45

Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden plant am letzten Wahlkampftag Auftritte im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania, einen davon mit Popstar Lady Gaga. Biden kann vor der historischen Wahl an diesem Dienstag zudem auf weitere Schützenhilfe von Ex-Präsident Barack Obama zählen. Für Unruhe sorgte ein Medienbericht, wonach sich Trump voreilig zum Wahlsieger erklären könnte.

Trump fordert Ergebnis in Wahlnacht

Die Nachrichtenseite "Axios" berichtete am Sonntag unter Berufung auf drei ungenannte Quellen, Trump habe mit Vertrauten Pläne besprochen, wonach er sich im Fall eines Vorsprungs in der Wahlnacht noch vor Ende der Stimmenauszählung zum Sieger erklären könnte. Trump nannte den Bericht "falsch". Er forderte aber erneut, ein Wahlergebnis müsse noch in der Nacht zu Mittwoch vorliegen. "Ich denke, dass es nicht fair ist, dass wir nach der Wahl eine lange Zeit warten müssen", sagte der 74-Jährige vor Journalisten im Bundesstaat North Carolina. "Sobald die Wahl vorbei ist, gehen wir mit unseren Anwälten rein."

Bei einem Wahlkampfauftritt in Rome im Bundesstaat Georgia sagte Trump, vielleicht werde sein Vorsprung so gross sein, dass er noch in der Wahlnacht zum Sieger ausgerufen werden könnte. "Ich denke, dass wir besser abschneiden werden als vor vier Jahren."

Biden sagte: "Der Präsident wird diese Wahl nicht stehlen." Trump untergräbt seit langem das Vertrauen in den Wahlprozess. Er bereitet damit nach Ansicht von Kritikern das Feld dafür, im Fall seiner Niederlage das Ergebnis anzufechten. Beide Seiten haben die diesjährige Abstimmung zur Schicksalswahl erklärt.

Ergebnis kann sich drehen

Wegen der Pandemie ist mit einer Rekordzahl an Briefwählern zu rechnen. Umfragen zufolge wollen mehrheitlich Bidens Anhänger von der Möglichkeit Gebrauch machen, per Briefwahl abzustimmen. In umkämpften Bundesstaaten wie Pennsylvania können Briefwahlstimmen noch Tage nach der Wahl ausgezählt werden. Das könnte dazu führen, dass Trump in der Nacht zu Mittwoch vorne liegt, sein Vorsprung sich aber in den Tagen danach in eine Rückstand verwandelt. Dann würden die Wahlleute in den Bundesstaaten, in denen sich das Ergebnis dreht, doch nicht Trump, sondern Biden zugesprochen. Trump behauptet seit Monaten ohne jeden Beleg, die Stimmabgabe per Briefwahl begünstige Wahlbetrug.

Der Wahlkampf konzentriert sich im Endspurt auf "Swing States" wie Pennsylvania, bei denen erfahrungsgemäss nicht schon im Vorfeld feststeht, ob der Kandidat der Republikaner oder der Demokraten siegen wird. Trump lag in Umfragen vom Wochenende sowohl landesweit als auch in mehreren "Swing States" hinter Biden - letzteres aber oft nur knapp. In Pennsylvania ist Bidens Vorsprung geschrumpft. Trumps Wiederwahl wäre wegen des US-Wahlsystems auch dann nicht ausgeschlossen, wenn Biden landesweit die meisten Stimmen bekommen sollte.

Bei ihren Auftritten am Sonntag griffen sich die beiden Kontrahenten scharf an. In Dubuque im Bundesstaat Iowa bezichtigte Trump Biden der Korruption. Ohne Belege behauptete er erneut, die Biden-Familie habe Millionen Dollar von China bekommen. "Wenn Biden gewinnt, gewinnt China. Wenn wir gewinnen, gewinnt Amerika." Trump spielte Videos mit Versprechern und verbalen Ausrutschern seines 77-jährigen Herausforderers vor und stellte erneut Bidens Befähigung für das Präsidentenamt in Frage. "Joe Biden ist diesem Job nicht gewachsen. Sie müssen ihm nur fünf Minuten zuschauen."

Trump warnte auch vor einer wirtschaftlichen Depression im Fall seiner Niederlage. Biden warf er vor, "einen Krieg gegen Arbeiter, einen Krieg gegen den Glauben und einen Krieg gegen unsere grossartige Polizei" führen zu wollen. Trump gab sich siegessicher und spottete über Obamas Wahlkampf-Unterstützung für Biden. Obama - der bis 2017 Präsident war und Biden zu seinem Stellvertreter gemacht hatte - sei "eine hochgradig überschätzte Person", sagte Trump.

Biden sagte am Sonntag in Philadelphia: "Es ist an der Zeit für Donald Trump, seine Taschen zu packen und nach Hause zu gehen. Es ist an der Zeit, wieder etwas Leben in diese Nation zurückzubringen. Wir sind fertig, wir sind müde von den Tweets, der Wut, dem Hass, dem Versagen und der Verantwortungslosigkeit." Biden kritisierte Trumps Krisenmanagement in der Pandemie als "fast kriminell".

Trump schliesst Lockdown aus

Trotz deutlich steigender Infektionszahlen versicherte Trump am Sonntag mehrfach, die USA seien in der Corona-Krise bald über den Berg. Einen Lockdown wie in mehreren europäischen Staaten schloss der Präsident aus. "Ich liefere das grosse amerikanische Comeback und wir haben keine Lockdowns", sagte er bei einem Wahlkampfauftritt in Washington im strategisch wichtigen Bundesstaat Michigan am Sonntag. Sollte Biden die Wahl gewinnen, drohe ein jahrelanger Lockdown.

"Unter einem Biden-Lockdown würdet Ihr in einem Gefängnisstaat leben", sagte Trump seinen Anhängern. "Der Biden-Lockdown würde bedeuten: keine Schule, keine Abschlüsse, keine Hochzeiten, kein Thanksgiving, keine Ostern, kein Weihnachten, kein 4. Juli (Unabhängigkeitstag) und keine Zukunft." Trump stellte in Aussicht, dass es nur noch "eine Frage von Wochen" sei, bis es eine Impfung gegen das Coronavirus gebe.

Zuvor hatte der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci die Amerikaner auf eine deutliche Verschlechterung der Pandemie-Lage eingestimmt. "Uns steht eine ganze Menge Leid bevor. Es ist keine gute Situation", sagte Fauci der "Washington Post". Die USA könnten vor dem Herbst und Winter "unmöglich schlechter positioniert sein".

Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) überschritten die USA am Freitag erstmals die Marke von 99'000 registrierten Neuinfektionen. Mit ihren 330 Millionen Einwohnern sind die Vereinigten Staaten etwa vier Mal so gross wie Deutschland, hatten am vergangenen Freitag aber rund fünf Mal so viele Neuansteckungen. Nach den JHU-Statistiken hat die Pandemie in den USA bisher mehr als 230'000 Menschen das Leben gekostet - mehr als 20 mal so viele wie in der Bundesrepublik.

Millionen haben schon gewählt

Mehr als 93 Millionen Amerikaner haben bereits die Möglichkeit genutzt, vor dem offiziellen Wahltermin am Dienstag per Brief oder in vorab geöffneten Wahllokalen abzustimmen. Das entspricht laut dem "U.S. Elections Project" mehr als zwei Dritteln aller Wähler 2016.

Der US-Präsident wird nicht direkt von den Bürgern gewählt, sondern von Wahlleuten. Deren Stimmen fallen fast überall komplett dem Sieger in dem Bundesstaat zu, der diese Wahlleute entsendet - egal, wie knapp das Ergebnis dort ausgefallen ist. Für den Einzug ins Weisse Haus sind 270 Stimmen von Wahlleuten nötig. 2016 hatte Trump zwar landesweit weniger Wählerstimmen als Hillary Clinton geholt, aber mehr Wahlleute für sich gewonnen.

Die Wähler in den USA entscheiden am Dienstag nicht nur das Rennen ums Weisse Haus, sondern auch über die Zusammensetzung des Kongresses. Zur Wahl stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat. Umfragen geben den Demokraten gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu behalten und nach sechs Jahren die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen. Der Senat bestätigt unter anderem die Kandidaten für Regierungsposten oder das Oberste Gericht, was ihn besonders wichtig für einen Präsidenten macht.

Während Biden sich in der Wahlnacht von seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware aus an die Nation wenden will, kündigte Trump an, die Wahlnacht in Washington zu verbringen. Die "New York Times" berichtete, im Gespräch sei eine Wahlparty im Ostsaal des Weissen Hauses mit bis zu 400 Gästen. Nach einer Veranstaltung Trumps im Rosengarten Ende September waren zahlreiche Besucher mit dem Coronavirus infiziert, darunter der Präsident selbst und First Lady Melania Trump. Fauci sprach später von einem "Superspreader-Event".

(AWP)

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Umfragen geben Demokraten

Umfragen geben Demokraten Chancen auf Mehrheit im US-Senat

Die Wähler in den USA entscheiden am Dienstag nicht nur das Rennen ums Weisse Haus, sondern auch über die Durchsetzungskraft des künftigen Präsidenten. Denn er braucht den Kongress auf seiner Seite, um wirklich etwas zu bewegen. Abgestimmt wird am 3. November über das Repräsentantenhaus sowie gut ein Drittel der Sitze im Senat.

02.11.2020 11:29

Umfragen geben den Demokraten gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu behalten und nach sechs Jahren die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen. Die Republikaner zeigen sich dennoch zuversichtlich, sich das Repräsentantenhaus zurückholen zu können, während sie ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Senat sehen.

Der Senat bestätigt unter anderem die Kandidaten für Regierungsposten oder das Oberste Gericht, was ihn besonders wichtig für einen Präsidenten macht. Jeder Bundesstaat entsendet zwei Senatoren, aktuell halten die Republikaner eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze.

Wie viele Sitze eine Partei für die Kontrolle über den Senat braucht, hängt davon ab, wer im Weissen Haus sitzt: Bei einem Patt von 50 zu 50 Stimmen kann der Vizepräsident eingreifen.

Von den 35 Sitzen, über die am Dienstag abgestimmt wird, werden aktuell 12 von Demokraten und 23 von Republikanern gehalten. Für die Demokraten ist absehbar, dass sie einen Sitz in Alabama verlieren. Der Demokrat Doug Jones hatte sich in dem traditionell Republikanern zugewandten Bundesstaat 2017 bei einer Nachwahl gegen den ehemaligen Richter Roy Moore durchgesetzt, dem sexuelle Vergehen vorgeworfen wurden. Jetzt liegt Jones in Umfragen hinter dem ehemaligen Football-Trainer Tommy Tuberville zurück, der für die Republikaner antritt.

Zugleich sind aber republikanische Senatoren an vielen Orten unter Druck. So liegt in Arizona Martha McSally hinter dem Astronauten Mark Kelly zurück, der für die Demokraten kandidiert. In Colorado sehen Umfragen Cory Gardner hinter dem demokratischen Herausforderer John Hickenlooper, einem ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates. In Maine zeichnet sich eine Niederlage von Susan Collins, die für die Republikaner seit 1997 im Senat sitzt, gegen Herausforderin Sara Gideon ab.

Aber auch für andere republikanische Senatoren, deren Sitze zuvor eher sicher schienen, wurde es zuletzt deutlich enger. So könnten in Georgia sowohl Kelly Loeffler als auch David Perdue ausscheiden. Perdue sagte die zweite TV-Debatte gegen seinen demokratischen Herausforderer Jon Ossoff kurzerhand ab, nachdem er in der ersten keine gute Figur machte. In Iowa wackelt der Stuhl der Senatorin Joni Ernst, in North Carolina der von Thom Tillis - und das, obwohl sein Herausforderer Cal Cunningham noch kurz vor der Wahl in die Schlagzeilen wegen Ehebruchs geriet.

Eines der spannendsten Senatsrennen ist in South Carolina: Hier greift der Schwarze Demokrat Jaime Harrison mit einem beispiellosen Zufluss an Spendengeldern den alteingesessenen Lindsey Graham an, der aktuell dem Justizausschuss des Senats vorsitzt. Graham flehte zuletzt mehrmals pro Woche die Zuschauer beim Sender Fox News an, ihm mehr Geld zu überweisen: "Ich gehe hier unter."

Im Repräsentantenhaus halten die Demokraten aktuell 232 der 435 Sitze. Umfragen geben ihnen gute Chancen, über der entscheidenden Marke von 218 Stimmen zu bleiben und ihre Mehrheit zu sichern. Manche Rennen sind emotionaler als andere: Zum Beispiel in einem der Bezirke in New Jersey, wo der 67-jährige Jeff Van Drew 2018 als Demokrat gewählt wurde - dann aber auf die Seite der Republikaner wechselte. Aktuell liegt er in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Demokratin Amy Kennedy.

Ausserdem werden am 3. November auch Gouverneure in elf Bundesstaaten gewählt, sowie mehrere örtliche Parlamente. Einzelnen Bundesstaaten nutzen die Präsidentschaftswahlen auch gleich für Volksabstimmungen. In Kalifornien etwa können die Wähler ein Gesetz kippen, das Vermittlungs-Plattformen wie die Fahrdienst-Anbieter Uber und Lyft verpflichtet, die Fahrer als Mitarbeiter zu behandeln und nicht mehr als freie Unternehmer. Uber und Lyft machen Front gegen das Gesetz und drohen, den Betrieb in dem Bundesstaat einzustellen, wenn es bestehen bleiben sollte./so/DP/men

(AWP)

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US-Präsidentenwahl nach

US-Präsidentenwahl nach beispiellosem Wahlkampf - Trump oder Biden?

Nach einem beispiellosen Wahlkampf wird in den USA an diesem Dienstag der Präsident gewählt. Sowohl Donald Trump als auch Herausforderer Joe Biden erklären die Abstimmung zur Schicksalswahl.

03.11.2020 07:00

Der Republikaner Donald Trump (74) bewirbt sich um eine zweite und letzte Amtszeit. Der Demokrat Joe Biden (77) will ihn im Weissen Haus ablösen. In dem von der Pandemie dominierten Wahlkampf warnten Trump und Biden vor verheerenden Folgen, sollte der jeweilige Gegenkandidat gewinnen. Beide Seiten erklärten die Abstimmung zu einer Schicksalswahl. Schon vor dem Wahltag hatten mehr als 95 Millionen US-Bürger per Brief oder in vorab geöffneten Wahllokalen frühzeitig abgestimmt. Das entsprach nach Angaben des "U.S. Elections Project" rund 70 Prozent aller Wähler im Jahr 2016.

Der Wahlkampf konzentrierte sich auf "Swing States" wie Pennsylvania, bei denen nicht feststeht, ob aus Tradition der Kandidat der Republikaner oder der Demokraten siegen wird. Trump liegt in Umfragen sowohl landesweit als auch in mehreren "Swing States" hinter Biden. Seine Wiederwahl ist dennoch nicht ausgeschlossen, zumal aufgrund des Wahlsystems auch der Kandidat mit den meisten Stimmen unterliegen kann. Trump hat vor der Wahl nicht zugesagt, ob er das Resultat akzeptieren wird. Wegen der vielen erwarteten Briefwahlstimmen ist unklar, ob es noch in der Wahlnacht ein Ergebnis geben wird.

Neben dem Präsidenten stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat zur Wahl. Umfragen geben den Demokraten gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu behalten und nach sechs Jahren die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen.

Den Auftakt des Wahltags macht traditionell das Dorf Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire nahe der kanadischen Grenze, das bereits kurz nach Mitternacht (Ortszeit/6.00 Uhr MEZ) das Ergebnis seiner Handvoll Wähler bekannt gibt. Die USA erstrecken sich über mehrere Zeitzonen. Die ersten Wahllokale im nordöstlichen Bundesstaat Vermont öffnen ab 5.00 Uhr (11.00 Uhr MEZ). Ab 6.00 Uhr folgen viele Staaten an der Ostküste, danach das Zentrum des Landes. Im Westküstenstaat Kalifornien öffnen die Wahllokale um 7.00 Uhr (16.00 Uhr MEZ).

Hawaii und Alaska sind die Schlusslichter in der langen Reihe der Staaten. Die Inselbewohner können ihre Stimme bis 6.00 Uhr MEZ am Mittwochmorgen abgeben. Auch in weiten Teilen Alaskas sind die Wahllokale bis 6.00 Uhr MEZ geöffnet, auf den Aleuten noch eine Stunde länger, bis 7.00 Uhr MEZ. Mit Schliessung der Wahllokale im nördlichsten Bundesstaat ist die US-Wahl beendet.

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Trump erklärt sich noch

Trump erklärt sich noch während Auszählung zum Sieger

(Ausführliche Fassung) - US-Präsident Donald Trump hat sich bei der Wahl in den USA noch vor einem Ergebnis zum Sieger erklärt. Zugleich kündigte er am Mittwochmorgen (Ortszeit) im Weissen Haus an, eine weitere Auszählung von Stimmen vom Obersten Gericht der Vereinigten Staaten stoppen lassen zu wollen. Trump sprach angesichts von Verzögerungen bei einem Wahlergebnis von "massivem Betrug". "Wir waren dabei, diese Wahl zu gewinnen. Offen gesagt haben wir diese Wahl gewonnen."

04.11.2020 09:17

US-Medien legten sich allerdings auch Stunden nach Schliessung der letzten Wahllokale noch nicht auf einen Gewinner fest. Rechtlich hat Trumps Siegeserklärung keine Bedeutung. Selbst nach dem bisherigen Auszählungsergebnissen haben weder der Republikaner Trump (74) noch sein demokratischer Herausforderer Joe Biden derzeit die Mehrheit von 270 Wahlleuten aus den Bundesstaaten, die für einen Sieg nötig wären. Beide haben rechnerisch noch Chancen, die Wahl zu gewinnen.

Biden gab sich am Mittwochmorgen in seinem Heimatort Wilmington im US-Bundesstaat Delaware siegessicher. "Wir glauben, dass wir auf dem Weg sind, diese Wahl zu gewinnen", sagte der 77-Jährige, noch bevor sich Trump zu Wort meldete. "Ich oder Donald Trump können nicht verkünden, wer die Wahl gewonnen hat. Das ist die Entscheidung der Bürger Amerikas. Aber ich bin optimistisch, was das Ergebnis angeht"

Wie und wann Trump den Supreme Court angesichts der weiterhin laufenden Auszählung anrufen möchte, blieb offen. Alleine mit seiner Siegeserklärung kann er eine Auszählung weiterer Stimmen nicht stoppen. Trump kann nach der Wahl versuchen, vor Gericht zu erwirken, Stimmen oder Ergebnisse aus bestimmten Bundesstaaten anzufechten. Trump hatte wiederholt gefordert, dass ein Wahlergebnis noch in der Nacht feststehen müsse.

Die Auszählung von Stimmen auch nach dem Wahltag ist in vielen Bundesstaaten gängige Praxis. In den USA ist es üblich, dass die Präsidentenwahl noch in der Wahlnacht auf der Basis von Prognosen grosser Medienhäuser entschieden wird. Die amtlichen Ergebnisse kommen teils erst viel später.

Zum Zeitpunkt seiner Äusserung lag Trump in wichtigen Bundesstaaten vorn. Da sich die Auszählung der Briefwahlstimmen in umkämpften Bundesstaaten wie Pennsylvania aber noch über Tage hinziehen kann, kann sich dieser Trend zugunsten Bidens drehen. Das scheint Trump mit dem hochgradig umstrittenen Schritt verhindern zu wollen. Der Präsident schürt seit Monaten Zweifel an der Rechtmässigkeit der Wahl.

Die Nachrichtenseite "Axios" hatte am Sonntag unter Berufung auf drei ungenannte Quellen berichtet, Trump habe mit Vertrauten Pläne besprochen, wonach er sich im Fall eines Vorsprungs in der Wahlnacht noch vor Ende der Stimmenauszählung zum Sieger erklären könnte. Trump hatte den Bericht als "falsch" zurückgewiesen.

Umfragen zufolge wollten landesweit vor allem Demokraten von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch machen, während deutlich mehr Republikaner am Wahltag persönlich abstimmen wollten. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder ohne Beleg und entgegen wissenschaftlicher Untersuchungen behauptet, Briefwahl würde Betrug Vorschub leisten. Wegen der Pandemie wurde mit einer Rekordzahl an Briefwählern gerechnet.

cy/jbz/lkl/DP/stk

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Wie schätzt ihr die weiteren

Wie schätzt ihr die weiteren Tage ein bzw. welches Endresultat erwartet ihr? Sollte man Novartis und Roche in Erwartung eines Biden-Siegs und sinkender Medikamentenpreise jetzt abstossen? Und sollte man, ebenfalls mit Blick auf eine Biden-Präsidentschaft, in grüne Aktien und Infrastruktur-Titel investieren (und wenn ja, in welche)? 

Danke für eure Einschätzungen. 

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Biden sieht sich vor US

Biden sieht sich vor US-Wahlsieg - Auszählung geht weiter

Demokrat Joe Biden geht als Favorit auf die Zielgerade, während in den USA die letzten Stimmen bei der Präsidentenwahl ausgezählt werden.

05.11.2020 07:02

Nach dem Gewinn wichtiger Bundesstaaten scheint der Herausforderer Biden nur noch wenige Schritte vom Weissen Haus entfernt. Amtsinhaber Donald Trump reklamierte allerdings den Sieg für sich und schickte in mehreren Bundesstaaten seine Anwälte mit Klagen los.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News kommt Biden inzwischen auf 264 der für einen Sieg bei der Präsidentenwahl nötigen 270 Stimmen von Wahlleuten. Demnach bräuchte der ehemalige Vize von Präsident Barack Obama nur noch einen Bundesstaat für sich zu entscheiden, um zu gewinnen.

Als offen gilt das Rennen noch unter anderem in Pennsylvania, North Carolina, Georgia und Nevada. In Pennsylvania und Georgia führte zunächst Trump, Biden holte aber auf, je mehr Briefwahl-Stimmen ausgezählt wurden. In Nevada, das sechs Stimmen von Wahlleuten bringt und Biden damit eine Punktlandung bescheren könnte, hielt Biden in der Nacht zum Donnerstag eine knappe Führung.

Anhänger der Demokraten neigten inmitten der Corona-Pandemie eher dazu, ihre Stimmzettel per Post zu verschicken als die Republikaner. Da es bei der US-Post Verzögerungen gab, sollen in Pennsylvania noch Briefwahlunterlagen gültig sein, die bis zum Nachmittag am Freitag ankommen. Trump und die Republikaner ziehen erneut dagegen vor Gericht. Vor der Wahl hatte das Oberste Gericht der USA die Regelung zwar zugelassen. Drei Konservative unter den insgesamt neun Richtern zeigten sich aber offen dafür, das Thema nach der Wahl noch einmal aufzugreifen.

Trump klagt in mehreren Bundesstaaten

Trump klagte auch in anderen Bundesstaaten. In Michigan, wo Biden führt, will er die Auszählung aussetzen lassen, bis seine Beobachter näher an die auswertenden Mitarbeiter heran dürfen. In Wisconsin verlangt Trump eine Neuauszählung angesichts eines knappen Rennens.

Absehbar ist, dass es noch etwas dauern könnte, bis es Klarheit gibt. So will Nevada frische Informationen zum Stand der Auszählung erst wieder gegen 9.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) mitteilen. In Arizona mussten noch über 500'000 Stimmen ausgezählt werden. Hier ist die Lage eng: AP und Fox News schlugen den Bundesstaat mit elf Wahlleuten Biden zu, die anderen Sender noch nicht.

Biden selbst sah sich vor Trump. "Jetzt, nach einer langen Nacht des Zählens ist es klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um 270 Wahlstimmen zu erreichen, die erforderlich sind, um die Präsidentschaft zu gewinnen", sagte er am Mittwoch in Wilmington (Delaware).

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge gewann Biden die umkämpften Bundesstaaten Michigan und Wisconsin gegen Trump. Der Republikaner hatte sich in der Wahlnacht zum Mittwoch selbst vorzeitig zum Sieger erklärt und angekündigt, seinen Anspruch vor das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten zu bringen.

Biden ist optimistisch

Biden betonte, dass er den Sieg noch nicht offiziell für sich reklamieren wolle. Doch wenn die Auszählung beendet sei, "glauben wir, dass wir die Gewinner sein werden". Er sagte, dass Amerika die tiefe Spaltung überwinden müsse. "Um Fortschritte zu machen, müssen wir aufhören, unsere Gegner wie Feinde zu behandeln", sagte Biden. "Wir sind keine Feinde."

Im Laufe des Tages setzte Trump mehrere Tweets ab, in denen er über die Stimmauszählung schimpfte. Sein am Dienstagabend noch bestehender Vorsprung sei in einem Bundesstaat nach dem anderen "auf magische Weise verschwunden", schrieb er etwa. Im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania werde "hart daran gearbeitet", schnell eine halbe Million Stimmen "verschwinden zu lassen", schrieb er an anderer Stelle. Twitter versah mehrere Nachrichten mit Warnhinweisen wegen "möglicherweise irreführender" Aussagen. Biden bekräftigte: "Wir ruhen nicht, ehe nicht jede Stimme gezählt ist."

Trump hatte schon im Wahlkampf Stimmung gegen die Briefwahl gemacht und Zweifel an der Rechtmässigkeit geschürt - obwohl die Abstimmung per Post eine etablierte Form der Stimmabgabe ist. Er warnte ohne Beleg vor massiven Fälschungen. Hinweise auf nennenswerten Wahlbetrug gab es nicht. In Georgia zog Trump am Mittwoch vor Gericht, weil laut einem seiner Beobachter unrechtmässig 53 zu spät per Post eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt worden seien.

Trump schnitt bei der Wahl insgesamt deutlich besser ab als nach Umfragen erwartet. Der drei Jahre ältere Biden verfehlte den von den Demokraten erhofften klaren Sieg und musste sich unter anderem in Florida und Texas dem republikanischen Präsidenten geschlagen geben. Vor der Wahl hatte das Statistikportal "FiveThirtyEight" nur eine Wahrscheinlichkeit von rund zehn Prozent für einen Sieg Trumps errechnet.

Der US-Präsident wird nicht direkt von den Bürgern gewählt, sondern von Wahlleuten. Deren Stimmen gehen mit Ausnahme der beiden Staaten Nebraska und Maine vollständig an den Sieger in dem jeweiligen Bundesstaat. Für den Einzug ins Weisse Haus sind 270 Stimmen nötig. 2016 hatte Trump zwar landesweit weniger Wählerstimmen als Hillary Clinton geholt, aber mehr Wahlleute für sich gewonnen.

(AWP)

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Trump fordert sofortigen

Trump fordert sofortigen Stopp der Auszählung

US-Präsident Donald Trump hat zwei Tage nach der Wahl erneut ein sofortiges Ende der Auszählung gefordert. "Stoppt die Auszählung!", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter in Grossbuchstaben. In mehreren Bundesstaaten, in denen sich knappe Ergebnisse abzeichnen, wurden noch Stimmen gezählt. Darunter waren Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Arizona und Nevada. Verbleibende und rechtmässig abgegebene Stimmen nicht mehr auszuzählen, würde gegen geltendes Recht verstossen.

05.11.2020 15:53

Trump hatte bereits in der Wahlnacht von massivem Betrug gesprochen, ohne Beweise anzuführen. Zudem erklärte er sich vorzeitig zum Sieger. Im Zwischenstand lag sein demokratischer Herausforderer Joe Biden am Donnerstag vorn. Nach den Berechnungen von US-Medien hat der ehemalige Vizepräsident aus den Bundesstaaten mindestens 253 Wahlleute-Stimme sicher. Zum Sieg erforderlich sind 270 Stimmen./jbz/DP/fba

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US-Wahlen und Zuflucht in sichere Häfen

Dieser Analyst hat bezüglich den US-Wahlen den Nagel auf den Kopf getroffen:

https://markteinblicke.de/160196/2020/10/newmont-barrick-co-die-wahren-gewinner-der-us-praesidentschaftswahlen/

Die Unwägbarkeiten der US-Präsidentenwahl lassen den Goldpreis und v.a. die Goldminenaktien einen kräftigen Aufwärtstrend einleiten:

https://finance.yahoo.com/quote/NEM?p=NEM

Sichere Häfen mit regelmässigen Kurszuwächsen, vierteljährlichen (soeben erhöhten) Dividenden und riesigen Aktien-Rückkaufprogrammen dürften im aktuellen Umfeld nachhaltig zulegen......................... Auf die Stimulus-Programme dürfen wir gespannt sein........................... Wie sagte doch der frühere EZB-Chef schon wieder: WHATEVER IT TAKES............................................

https://de.wikipedia.org/wiki/Whatever_it_takes

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US-Wahl: Trump droht mit

US-Wahl: Trump droht mit Klagewelle - Biden kommt Sieg näher

US-Präsident Donald Trump will sich mit einer Klagewelle gegen die drohende Wahlniederlage stemmen. Der Amtsinhaber stellte sich bei einem Auftritt im Weissen Haus als ein Opfer von Wahlbetrug bei der Präsidentenwahl dar. Mehrere führende Politiker seiner Republikanischen Partei kritisierten den Vorstoss des Präsidenten. Unterdessen lag Herausforderer Joe Biden mit der Auszählung in den letzten verbliebenen Bundesstaaten auf Kurs zum Sieg bei der Präsidentenwahl.

06.11.2020 06:33

In Pennsylvania und Georgia holte Biden immer weiter den anfänglichen Vorsprung von Trump auf, während dort die per Post eingegangenen Stimmzettel ausgezählt wurden. In Georgia lag Biden zum Stand 5.00 Uhr MEZ noch knapp 1800 Stimmen hinter Trump zurück, in Pennsylvania waren es noch gut 26 000. Pennsylvania allein könnte Biden ins Weisse Haus bringen. Der Bundesstaat stellt 20 Wahlleute, während man für einen Sieg bei der Wahl 270 Wahlleute hinter sich vereinen muss. Georgia bringt 16 Wahlleute. Ob ein Erfolg dort für Bidens Sieg reicht, hing noch von der weiteren Entwicklung in Arizona ab.

Der Bundesstaat mit elf Wahlleuten wurde von der Nachrichtenagentur AP und dem Sender Fox News nach deren Berechnungen bereits Biden zugeschlagen. Biden käme damit auf 264 Stimmen von Wahlleuten - und jeder weitere Bundesstaat würde ihn über die Schwelle heben. Zugleich holte Trump in Arizona zuletzt auf. Zum Stand 5.00 Uhr MEZ lag Biden noch gut 46 700 Stimmen vor Trump. AP und Fox News behielten ihre Prognose aufrecht.

Trump prangerte bei seinem Auftritt am Donnerstagabend (Ortszeit) ohne jegliche Belege eine Reihe angeblicher Manipulationen der Abstimmung vom Dienstag an. Dabei sieht er sich weiterhin und trotz noch laufender Auszählung in einer Reihe von Staaten als legitimer Sieger. "Wenn man die legalen Stimmen zählt, gewinne ich mit Leichtigkeit", sagte Trump. "Wenn man die illegalen Stimmen zählt, dann können sie versuchen, uns die Wahl zu stehlen."

Trump hat bislang keine Beweise für seine Behauptungen vorgelegt, dass es massiven Wahlbetrug gegeben habe. Ausserdem gab es keine Anhaltspunkte dafür: Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa haben eigenen Aussagen zufolge "keinerlei Hinweise auf systemische Probleme finden können". Trump kritisierte weiter, dass vor der Wahl zu seinem Schaden wissentlich falsche Umfrageergebnisse veröffentlicht worden seien. Tatsächlich sahen viele Umfragen Herausforderer Joe Biden deutlich besser als es die bisherigen Ergebnisse tun.

Trump kündigte auch erneut an, sich massiv vor Gericht gegen eine Niederlage zu wehren. "Es wird eine Menge Klagen geben. Wir können nicht zulassen, dass eine Wahl auf diese Weise gestohlen wird". Trumps Team hatte bereits in einigen Bundesstaaten Klagen gegen die Stimmauszählung eingereicht. In Michigan und Georgia wurden diese Beschwerden abgewiesen.

In einem in der Nacht zum Donnerstag bekanntgewordenen Brief forderten Anwälte von Trumps Wahlkampfteam Justizminister Bill Barr zu Ermittlungen auf. Sie behaupteten, sie hätten in Nevada 3062 Personen festgestellt, die unrechtmässig ihre Stimme in dem Bundesstaat abgegeben hätten.

Trump musste sich scharfe Kritik von Mitgliedern seiner Partei für sein Vorgehen gefallen lassen. "Es gibt keine Rechtfertigung für die Äusserungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben", schrieb der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, auf Twitter. In einem Interview mit dem Sender PBS warf er Trump und dessen Lager vor, mit Warnungen vor der Briefwahl den Boden für das jetzige Vorgehen - das Anzweifeln der Ergebnisse - bereitet zu haben. Hogan ist der Vorsitzende der Nationalen Vereinigung der Gouverneure.

Der Kongressabgeordnete Adam Kinzinger forderte, für Betrugsvorwürfe Beweise vorzulegen und sie vor Gericht zu präsentieren. "Hören Sie auf, entlarvte Falschinformationen zu verbreiten... Das wird langsam verrückt", schrieb er auf Twitter.

Der einflussreiche Vorsitzende des Justizausschusses im US-Senat, Lindsey Graham, stellte sich dagegen auf die Seite von Trump und spendete 500 000 Dollar für dessen Anwaltsfonds./so/lkl/scb/cy/DP/zb

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Biden übernimmt Führung im

Biden übernimmt Führung im Rennen um Georgia

Im Rennen ums Weisse Haus hat Trump-Herausforderer Joe Biden im hart umkämpften Bundesstaat Georgia nach einer Aufholjagd die Führung übernommen. Am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) lag der ehemalige Vizepräsident Wahldaten zufolge zeitweise 917 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump, wie unter anderem der Sender CNN berichtete.

06.11.2020 10:38

Seit dem Wahltag holte Biden damit mehr als 300 000 Stimmen auf. Die Auszählung war fast vollständig - es könnten aber noch einige Tausend Stimmen unter anderem von Militärangehörigen hinzukommen.

Biden würde sich die für einen Wahlsieg nötigen 270 Stimmen der Wahlleute sichern, sollte er Georgia gewinnen und sich seinen Erfolg in Arizona bestätigen. Die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News hatten Arizona bereits dem Demokraten zugeschlagen. Andere Medien hielten sich noch zurück.

Trump konnte sich 2016 in Georgia mit gut fünf Prozentpunkten vor Hillary Clinton die Stimmen der 16 Wahlleute sichern. Der südöstliche Bundesstaat gilt als "Swing State". Seit Bill Clinton im Jahr 1992 hatte kein Demokrat Georgia gewinnen können./scb/so/DP/zb

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Biden verspricht neue Ära

Biden verspricht neue Ära nach historischem Sieg über Trump

Nach seinem historischen Triumph über Donald Trump will der neu gewählte Präsident Joe Biden vier Jahre politischen Ausnahmezustand beenden und die tief gespaltenen USA einen. "Lasst uns diese düstere Ära der Dämonisierung hier und jetzt zu Ende gehen lassen", sagte der 77-jährige Demokrat am Samstag in seiner Siegesrede in seinem Wohnort Wilmington (Delaware). "Ich verspreche, ein Präsident zu sein, der danach strebt, nicht zu spalten, sondern zu einen." Trumps Anhänger bat Biden, ihm eine Chance zu geben. Während Menschen in US-Metropolen auf den Strassen feierten, erkannte der amtierende Präsident das Ergebnis nicht an - er will klagen.

08.11.2020 16:10

Biden war am Samstag von US-Medien im Rennen um das Weisse Haus zum Gewinner ausgerufen worden. Der Republikaner Trump stemmte sich allerdings gegen seine Abwahl nach nur einer Amtszeit: "Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist", teilte er mit. Der 74-Jährige hatte sich zuletzt als Opfer systematischen Wahlbetrugs dargestellt, ohne dafür stichhaltige Beweise vorzulegen. Mit Hilfe seiner Anwälte will Trump seine Niederlage noch abwenden. Die Erfolgsaussichten gelten aber als extrem gering. Anders als üblich verzichtete Trump auch darauf, den Gewinner anzurufen und seine Niederlage einzugestehen. Auch führende Republikaner blieben auffallend still.

Dennoch gratulierten bereits viele Staats- und Regierungschef dem gewählten Präsidenten Biden und der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris zum Wahlerfolg - unter anderem einer der engsten Verbündeten Trumps, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

"Unsere transatlantische Freundschaft ist unersetzlich, wenn wir die grossen Herausforderungen dieser Zeit bewältigen wollen", hiess es in einem Glückwunschschreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie wünschte Biden von Herzen Glück und Erfolg. "Und ich gratuliere ebenso Kamala Harris, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes", teilte Merkel mit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Nutzen wir die Chance, gemeinsam mit einem von Joe Biden regierten Amerika die Demokratie und die Kraft der Vernunft in unseren Gesellschaften zu erneuern."

Nach der geplanten Amtseinführung am 20. Januar wäre die 56 Jahre alte Harris nicht nur die erste Vizepräsidentin, sondern auch die erste Schwarze in dem Amt. In ihrer Siegesrede sprach sie von einer Zeitenwende. "Als unsere Demokratie selbst auf dem Wahlzettel stand, die Seele Amerikas auf dem Spiel stand und die Welt zuschaute, habt Ihr einen neuen Tag für Amerika eingeläutet", sagte Harris.

Die Amerikaner hätten sich mit der Wahl Bidens für Hoffnung, Einheit, Wissenschaft und Wahrheit entschieden, sagte sie. "Auch wenn ich die erste Frau in diesem Amt sein mag, werde ich nicht die letzte sein. Denn jedes kleine Mädchen, das heute Nacht zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist."

Nach einer tagelangen Zitterpartie besiegelte Bidens Erfolg im Schlüsselstaat Pennsylvania am Samstag Trumps Abwahl. Eine Abwahl nach nur einer Amtszeit war zuletzt 1992 bei George Bush senior der Fall. Biden kam am Ende einer tagelangen Zitterpartie über die Marke von 270 Wahlleuten, die für einen Erfolg erforderlich sind.

In den USA wurden nicht nur ein Präsident, sondern auch die 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der 100 Senatoren gewählt. Biden wird aller Voraussicht nach auf eine Mehrheit seiner Demokraten im Repräsentantenhaus setzen können. Bei den Wahlen zum US-Senat geht das Hoffen und Bangen für das Team Biden & Harris weiter. Zwei Senatssitze im Bundesstaat Georgia werden erst am 5. Januar in einer Stichwahl entschieden. Die Demokraten müssen beide nach bisherigem Stand für sich entscheiden, um auch in dieser zweiten Parlamentskammer auf eine Mehrheit bauen zu können.

Der Senat hat entscheidenden Einfluss, wie ein Präsident seine Agenda umsetzen kann. Er bestätigt auch hochrangige Regierungsmitarbeiter wie Minister sowie Richter am Obersten Gericht. Bei einem Amtsenthebungsverfahren spielt der Senat die Rolle eines Gerichts.

Der gewählte Präsident kündigte bei seiner Rede in Wilmington an, sofort den Kampf gegen die Pandemie aufzunehmen. Schon am Montag will er dafür einen Expertenrat vorstellen. Er werde im Kampf gegen das Virus keine Mühe scheuen, betonte Biden. Die "führenden Wissenschaftler und Experten" würden ihm helfen, einen "Aktionsplan" zu entwickeln, der schon ab dem Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar umgesetzt werden könne. Mit der Ankündigung in seiner Siegesrede, die sonst eher allgemein blieb, unterstrich Biden die Bedeutung des Kampfes gegen die Pandemie für seine Amtszeit.

Die USA verzeichneten am Tag von Bidens Sieg einen neuen Höchstwert an täglichen Neuinfektionen: Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wurden am Samstag 126 742 Neuansteckungen registriert. Der Wert lag am dritten Tag in Folge bei mehr als 120 000. In den USA mit ihren 330 Millionen Einwohnern sind seit Beginn der Pandemie mehr als 9,8 Million Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Mehr als 237 000 Menschen kamen ums Leben.

Einfach dürfte es für Biden als Präsident nicht werden. "Die Wahlergebnisse zeigen auf jeder Ebene, dass das Land nach wie vor tief und bitter gespalten ist", erklärte Ex-Präsident Barack Obama, der bei allen Amerikanern für die Unterstützung Bidens warb. Nach bisherigem Stand der Stimmenauszählung hatten mehr als 70 Millionen Wähler Trump ihre Stimme gegeben - fast 48 Prozent.

Biden will nicht nur das Land heilen, sondern auch die Beziehungen zu Verbündeten in aller Welt kitten und die USA in internationale Abkommen zurückführen. Zum Beispiel hat er eine Rückkehr der USA ins Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. Auch mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) will er - anders als Trump - weiter zusammenarbeiten.

Die Nachricht von Trumps Abwahl löste vor allem in den liberalen Grossstädten Jubel aus. Zehntausende gingen dort auf die Strasse, tanzten, sangen und tranken Sekt. Menschenmengen feierten den neu gewählten Präsidenten auch ausgelassen an der Nordseite des Weissen Hauses, während der Amtsinhaber im Inneren seine Wahlbetrugs-Vorwürfe bei Twitter erneuerte. In einigen Städten demonstrierten auch Trump-Unterstützer gegen den angeblichen Wahlbetrug. Zu befürchteten Ausschreitungen kam es zunächst nicht.

In den USA ist es üblich, dass die Präsidentenwahl auf der Basis von Prognosen grosser Medienhäuser entschieden wird - normalerweise noch in der Wahlnacht. Die amtlichen Ergebnisse kommen teils erst viel später. Wegen der Corona-Pandemie hatten Millionen Amerikaner dieses Jahr aber per Brief abgestimmt, weshalb sich die Auszählung der Stimmen hinzog. Der US-Präsident wird nur indirekt vom Volk gewählt. Die Stimmen der Wähler entscheiden über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums, das den Präsidenten dann im Dezember wählt. Für einen Sieg braucht ein Kandidat die Mehrheit der 538 Wahlleute.

Die Auszählung der Stimmen dauerte unterdessen in mehreren Bundesstaaten noch an. In Georgia, Nevada, Arizona, North Carolina und Alaska gab es noch keinen Gewinner. Die ersten drei Staaten dürften relativ sicher an Biden gehen, die letzteren an Trump.

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Trump bekräftigt

Trump bekräftigt Betrugsvorwürfe zur US-Wahl - Neue Klagen

Donald Trump bestreitet seine Niederlage bei der US-Präsidentenwahl weiter und greift zu neuen Klagen, um das Ergebnis der Abstimmung noch zu kippen.

10.11.2020 06:41

Im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania greifen seine Anwälte die Stimmauszählung und das System der Briefwahl an. Trump bekräftigte in einer Serie von Tweets am Montag auch seine Betrugsvorwürfe zu der Wahl in Georgia, Nevada und Wisconsin. Es wurden dort aber nach wie vor keine Fälle von Wahlbetrug zu Gunsten des gewählten Präsidenten Joe Biden bestätigt.

"Nevada stellt sich als Jauchegrube falscher Stimmen heraus", schrieb Trump bei Twitter und versprach "absolut schockierende" Enthüllungen dazu. Twitter versah die Nachricht des Präsidenten umgehend mit einem Warnhinweis, weil es sich um eine umstrittene Behauptung handelte.

Trump schrieb ausserdem, dass er den Bundesstaat Georgia, in dem Biden vorne liegt, gewinnen werde - "so wie in der Wahlnacht". Biden hatte die Führung übernommen, nachdem die Briefwahlstimmen ausgezählt wurden. Angesichts der Corona-Pandemie hatten vor allem Wähler der Demokraten per Briefwahl abgestimmt. Der stellvertretende Gouverneur des Bundesstaates, der Republikaner Geoff Duncan, sagte am Montag im Fernsehsender CNN, ihm seien bisher keine nennenswerten Fälle von Wahlfälschung bekanntgeworden. Angesichts des knappen Ergebnisses ist ein Neuauszählung in Georgia sehr wahrscheinlich.

Trumps Justizminister William Barr erlaubte unterdessen Staatsanwälten, Vorwürfe über Wahlbetrug noch vor der Bekanntgabe der Endergebnisse zu untersuchen, wie US-Medien am Montagabend (Ortszeit) berichteten. Solche Verfahren dürften aufgenommen werden, wenn es "klare und offenbar glaubwürdige Vorwürfe über Unregelmässigkeiten" gebe, die den Wahlausgang in einem Bundesstaat beeinflusst haben könnten, hiess es demnach in Barrs Schreiben an Staatsanwälte. Trump verbreitete Artikel zu Barrs Schritt umgehend auf Twitter.

Normalerweise dürften Staatsanwälte erst tätig werden, sobald Endergebnisse vorliegen. Das könnte nach der Wahl vom 3. November, je nach örtlicher Rechtslage, noch Tage oder Wochen dauern. Die Bundesstaaten müssen ihre beglaubigten Endergebnisse bis 8. Dezember nach Washington gemeldet haben.

Bei den Klagen in Pennsylvania geht es zum einen um Trumps Behauptung, dass den Republikanern die Möglichkeit verweigert worden sei, einen grossen Teil der Stimmauszählung zu beobachten. Ausserdem argumentieren die Republikaner, dass bei der Briefwahl einige Bezirke mit einem hohen Anteil von Demokraten die Regeln gebrochen hätten und das System insgesamt anfällig für Betrug sei. Pennsylvania mit 20 Stimmen von Wahlleuten für die Präsidentenwahl war ein entscheidender Bundesstaat, der Biden zum Sieg verhalf.

Die Chefin der Republikanischen Partei, Ronna McDaniel, räumte ein, dass sie nicht wisse, ob die rechtlichen Schritte ausreichen würden, um das Ergebnis zu Gunsten Trumps zu drehen. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany unterstellte den Demokraten in einer Pressekonferenz, dass diese Betrug gutheissen würden. Der TV-Sender Fox News, der in den vergangenen Jahren auf der Seite des Präsidenten stand, schaltete daraufhin ab, weil die Vorwürfe nicht belegt seien.

Der einflussreiche Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, sprach am Montag nur von "vorläufigen Ergebnissen" der Wahl. "Präsident Trump hat hundertprozentig das Recht, Vorwürfe über Unregelmässigkeiten zu untersuchen und seine rechtlichen Optionen zu prüfen", sagte er im Senat. Damit war klar, dass Trump von seinen Verbündeten im Kongress zunächst wohl keinen Druck zu befürchten hat.

Bisher gratulierten aufseiten der Republikaner nur vier Senatoren Biden zum Wahlsieg: Mitt Romney, Lisa Murkowski, Susan Collins und Ben Sasse. Sie waren schon vorher als Abweichler bekannt - und könnten für Biden als Präsident eine wichtige Rolle spielen, falls die Republikaner die Kontrolle über den Senat behalten sollten.

Entscheidend dafür dürften Stichwahlen für die beiden Senatssitze in Georgia Anfang Januar werden. Die republikanischen Amtsinhaber David Perdue und Kelly Loeffler forderten den Staatssekretär des Bundesstaates nach dem Wahlergebnis zum Rücktritt auf, weil die Abstimmung schlecht organisiert gewesen sei. Dieser wies die Vorwürfe zurück. Es habe in Georgia sicherlich Fälle illegaler Stimmabgabe gegeben, schrieb Staatssekretär Brad Raffensperger bei Twitter. Aber es sei unwahrscheinlich, dass sie ein Ausmass gehabt hätten, das ausgereicht hätte, damit Trump den Bundesstaat gewinnen könnte.

Der amtierende Präsident spricht nach der Wahl vom Dienstag von Wahlbetrug und hofft, Bidens Sieg noch auf dem Rechtsweg zu kippen. Biden war am Samstag aufgrund der Prognosen der US-Medien zum Sieger erklärt worden. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), gratulierten Biden inzwischen zum Sieg. Biden bereitet sich unterdessen bereits auf die Übernahme der Regierungsgeschäfte vor. Am Montag hatte er einen Expertenrat zur Eindämmung der Pandemie vorgestellt.

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