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Rieter trotz jüngster

Rieter trotz jüngster Erholung mit viel tieferem Auftragseingang

Der Spinnereimaschinenhersteller Rieter hat trotz der Erholung im Sommer einen Taucher beim Auftragseingang hinnehmen müssen.

23.10.2020 08:05

In den ersten neun Monaten erreichte der Konzern einen Bestellungseingang von 425,1 Millionen Franken. Das sind 19 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie das Winterthurer Traditionsunternehmen am Freitag in einem Communiqué mitteilte. Immerhin ging es nach dem Einbruch im Frühling wegen der Coronapandemie durch die Lockerung der Seuchenbekämpfungsmassnahmen wieder aufwärts. Im dritten Quartal konnte Rieter den Bestellungseingang auf 174,4 Millionen Franken steigern. Im Vorquartal waren lediglich Aufträge von 45,7 Millionen Franken hereingekommen.

Die bereits im Juni festgestellte Markterholung habe sich weiter fortgesetzt, schrieb Rieter. Dies zeige sich an der Kapazitätsauslastung der Spinnereien weltweit: Im April seien lediglich rund 40 Prozent der Spinnereien weltweit in Betrieb gewesen, Ende September dann wieder rund 90 Prozent.

Neumaschinengeschäft kommt am besten weg

Am besten hielt sich der Geschäftsbereich Maschinen & Systeme, der in den ersten neun Monaten aufgrund der positiven Entwicklung im dritten Quartal einen Bestellungseingang von insgesamt 234,5 Millionen Franken erreichte. Der relativ geringe Rückgang von 8 Prozent gegenüber Vorjahr sei darin begründet, dass das Neumaschinengeschäft bereits im Vorjahreszeitraum mit Investitionszurückhaltung zu kämpfen gehabt habe.

Der Geschäftsbereich Komponenten verzeichnete einen Rückgang von einem Drittel auf 116,6 Millionen Franken. Der Geschäftsbereich After Sales verbuchte mit 74,0 Millionen Franken einen um 23 Prozent tieferen Bestellungseingang. Hier zeigten sich die Auswirkungen der niedrigen Auslastung der Spinnereien vor allem im zweiten Quartal als Folge der Pandemie.

Insgesamt hatte Rieter Ende September Aufträge von 515 Millionen Franken in den Büchern (30. September 2019: 285 Millionen Franken). "Die Stornierungen lagen im normalen Rahmen bei rund 5 Prozent", teilte der Konzern weiter mit.

Erwartungen übertroffen

Mit den Zahlen hat Rieter die Erwartungen der Finanzgemeinde dank des Neumaschinengeschäfts übertroffen. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) einen Auftragseingang von 411,3 Millionen Franken erwartet. Dabei lag das Neumaschinengeschäfts mit 234,5 Millionen deutlich über den Prognosen von 213,3 Millionen Franken.

Das Komponentengeschäft verfehlte dagegen mit 116,6 Millionen Franken die Erwartungen von 128,9 Millionen klar, während das After Sales-Geschäft mit 74 Millionen Franken in etwa so ausfiel wie vorhergesagt (75 Millionen).

Kurzarbeit in der Schweiz

Rieter hat ein Coronakrisenmanagement eingeführt. "Die Prioritäten liegen auf dem Schutz der Mitarbeitenden, der Einhaltung der Zusagen gegenüber den Kunden sowie der Sicherstellung der Liquidität." Für das zweite Halbjahr habe Rieter in der Schweiz und in Deutschland 40 Prozent Kurzarbeit eingeführt. "Ähnliche Massnahmen wurden im Rahmen der verfügbaren gesetzlichen Möglichkeiten weltweit implementiert."

Zur Sicherstellung der Liquidität verfügt Rieter per 30. September 2020 über liquide Mittel von 216,7 Millionen Franken und über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Per Ende September betrug die Nettoverschuldung 1,2 Millionen Franken.

Wie bereits bekannt gegeben, erwartet Rieter bei Umsatz und Profitabilität ein stärkeres zweites Halbjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020. Dennoch werde der Konzern aufgrund kundenseitig verschobener Auslieferungen auch das zweite Halbjahr und somit das Gesamtjahr 2020 mit einem Nettoverlust abschliessen.

Die Visibilität bezüglich Umsatz und Profitabilität für das zweite Halbjahr 2020 sei wegen der bestehenden Unsicherheiten nach wie vor gering. "Rieter verzichtet daher auf konkretere Angaben zum Gesamtjahr 2020", schrieb der Konzern.

(AWP)

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Rieter benennt neuen

Rieter benennt neuen Verkaufschef für Maschinengeschäft

Der Spinnereimaschinenhersteller Rieter erhält einen neuen Verkaufschef für das Maschinengeschäft. Christian Straubhaar wird auf diesem Posten per Anfang 2021 Reto Thom ablösen, der in den Ruhestand tritt.

14.12.2020 11:40

Straubhaar werde die Position des Senior Vice President Sales bei Rieter Machines & Systems am 1. Januar 2021 übernehmen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Er blickt auf 20 Erfahrung als Vertriebsleiter in der Textilindustrie zurück, zuletzt als Group Sales & Marketing Director für Itema.

cf/tt

(AWP)

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Rieter bleibt bei Umsatz und

Rieter bleibt bei Umsatz und Aufträgen unter den Marktprognosen

Der Textilmaschinen-Hersteller Rieter hat im Geschäftsjahr 2020 wegen der Corona-Pandemie einen deutlichen Einbruch von  Umsatz und Auftragseingang erlitten.

Aktualisiert um 07:36

Die Verkäufe und auch die Profitabilität haben sich im zweiten Semester zwar verbessert, dennoch resultiert im Gesamtjahr ein klarer Verlust.

Der Umsatz nahm um 25 Prozent auf 573,0 Millionen Franken ab, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Am stärksten rückläufig war der Umsatz im Bereich After Sales, aber auch das Neumaschinengeschäft und der Bereich "Components" hielten sich nicht viel besser.

Der Bestellungseingang brach gar um 31 Prozent auf 640,2 Millionen ein, wobei das Geschäft mit Neumaschinen am meisten gelitten hat. Die Erwartungen der Analysten wurden weder mit dem Umsatz noch mit dem Bestellungseingang erreicht.

Immerhin hat sich damit die Lage im zweiten Semester leicht verbessert, denn im ersten Halbjahr lagen die Einbussen bei Umsatz und Auftragseingang noch bei 39 bzw. 34 Prozent.

Die im dritten Quartal eingeleitete Erholung habe sich im vierten fortgesetzt, teilte Rieter am Mittwoch mit. Das schwache zweite Quartal habe aber nur zum Teil kompensiert werden können. Wegen der Covid-Pandemie habe weltweit eine Vielzahl von Spinnereien die Produktion ausgesetzt, was vor allem im zweiten, aber auch noch im dritten Quartal zu einer niedrigeren Nachfrage nach Ersatz und Verschleissteilen geführt habe. Und der Geschäftsbereich Maschinen & Systeme habe unter der generellen Investitionszurückhaltung gelitten sowie unter kundenseitig verschobenen Auslieferungen.

Hoher Verlust erwartet

Die genauen Gewinnzahlen wird Rieter zwar erst am 9. März veröffentlichen, es werden aber schon relativ genaue Angaben zur Höhe des angekündigten Verlustes gemacht. So werden eine EBIT-Marge von rund -15 Prozent sowie eine Reingewinnmarge von etwa -16 Prozent erwartet. Der Verlust auf Stufe EBIT dürfte damit auf über 80 Millionen Franken zu liegen kommen und der Reinverlust gar auf über 90 Millionen.

Eine rasche Besserung der Geschäftslage ist nicht. Auch das erste Halbjahr 2021 dürfte noch stark von der Pandemie beeinflusst sein, heisst es zum Ausblick. Dank einer verbesserten Auslastung sei aber nur noch in wenigen Bereichen mit Kurzarbeit zu rechnen. Trotzdem sei auch im ersten Semester 2021 mit einem Umsatz unterhalb der Gewinnschwelle zu rechnen.

Weiter gibt Rieter einen Wechsel im Management bekannt. Roger Albrecht wird neu ab 1. März 2021 die Leitung des Geschäftsbereichs Maschinen & Systeme übernehmen. Er folgt auf Carsten Linke, der das Unternehmen verlassen wird.

(AWP)

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Rieter-Aktien nach

Rieter-Aktien nach Kaufempfehlung markant im Plus

Die Rieter-Aktien sind am Mittwochmorgen gesucht. Grund ist eine Kaufempfehlung mit einer satten Kurszielerhöhung der Stifel-Analysten.

03.02.2021 09:58

Die Rieter-Papiere notieren um 9.40 Uhr bei sehr hohen Volumina 8,6 Prozent im Plus bei 108,40 Franken. Sie machen damit einen grossen Schritt in Richtung des Nivaus, dass sie vor dem Corona-Einbruch hatten. Die Pandemie und der damit verbundene Einbruch des Geschäfts hatte den Kurs bis auf 73,90 Franken einbrechen lassen. Vor Corona hatten die Valoren noch um die 130 Franken gekostet.

Der Broker Stifel empfiehlt die Papiere neu zum Kauf und hat das Kursziel gleich auf 145 von 80 Franken erhöht. Es sei an der Zeit, eine optimistische Sicht einzunehmen, meint der zuständige Analyst. Er begründet dies mit der breiten Erholung beim Bestellungseingang und höheren Baumwollpreisen, welche üblicherweise die Investitionsbereitschaft der Spinnereien ankurble. Dies werde im zweiten Halbjahr 2021 zu besseren Resultaten als im ersten Halbjahr und im vergangenen Geschäftsjahr führen.

Der Analyst untermauert seine Einschätzung damit, dass der Bestellungseingang im vierten Quartal bereits auf einem "Break-even"-Niveau gelegen habe. Entscheidend werde nun aber der Januar und Februar, fügte er an. Gleichwohl habe er nun seine Schätzungen angepasst und entsprechend das Kursziel erhöht.

rw/uh

(AWP)

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