pensionskassen im zugszwang - unsere vorsorge in gefahr?

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Die 2. Säule kann auch

Die 2. Säule kann auch ablöschen

Was kriegt man als Antwort, wenn man seiner Pensionkasse eine Frage zu freiwilligen Einkäufen stellt? Eine deftige Portion Juristen-Kauderwelsch.

09.12.2018 21:39

Von Claude Chatelain

Eine Physiotherapeutin will freiwillige Einkäufe in ihre Pensionskasse tätigen. Das ist eine sehr gute Idee: Sie wird im Alter eine höhere Rente bekommen, erhöht den finanziellen Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit und kann den Einkauf erst noch vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen.

Die Frau, Ende 50, die ich persönlich kenne, ist noch nicht lange bei der Pensionskasse versichert. Sie hat deshalb gemäss der BVG-Vorsorgestiftung Physioswiss eine grosse Einkaufslücke von gut 220'000 Franken. So viel könnte sie theoretisch einzahlen, um voll eingekauft zu sein. Nun schreibt ihr die Vorsorgestiftung: Von der maximal möglichen Einkaufssumme sei abzuziehen: "Guthaben in der Säule 3a aus der Zeit als Selbstständigerwerbender ohne 2. Säule für den Teil, der das grösstmögliche Guthaben übersteigt, das in der Säule 3a bei gleichzeitiger Versicherung in der 2. Säule möglich ist."

Liebe Leser, gibt es jemand unter Euch, der nicht Eidgenössisch diplomierter Pensionskassenleiter, Mitglied der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten, Professor Dr. Dr. honorum causa der Jurisprudenz oder sonst ein verdammt gescheites Haus ist, der oder die diesen Satz versteht?

Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren intensiv mit der beruflichen Vorsorge, sass während gefühlten zehn Jahren als Arbeitnehmervertreter in zwei Stiftungsräten, aber diesen Satz, liebe Physiotherapeutin, verstehe ich auch nicht.

Glücklicherweise habe ich so etwas wie einen direkten Draht zum Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Dort sitzen Juristinnen und Juristen, die mir das Fachchinesisch übersetzen können.

Etwa so habe ich die Erklärung der Juristin verstanden: Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf derzeit maximal 6768 Franken in die Säule 3a einzahlen und bei den Steuern geltend machen. Bei Selbständigerwerbenden ohne Pensionskasse beträgt der maximale Steuerabzug 33'840 Franken. Man spricht auch vom kleinen und vom grossen Abzug.

Angenommen, eine Person ohne Pensionskasse profitiert viele Jahre vom grossen Abzug und tritt erst später in eine Pensionskasse ein. Will sie sich nun voll einkaufen, so wäre sie gegenüber jenen Mitversicherten bevorteilt, die schon länger in der Pensionskasse versichert sind und in all den Jahren nur den kleinen 3a-Abzug vornehmen konnten.

Deshalb muss von der gesamten möglichen Einkaufssumme der Betrag in Abzug gebracht werden, den jemand durch den grossen Abzug mehr in die Säule 3a einzahlen konnte als jemand mit dem kleinen Abzug.

Was ist das Hauptproblem unserer 2. Säule? Es ist nicht der zu hohe Umwandlungssatz, nicht der Koordinationsabzug, nicht die Quersubventionierung von aktiv zu passiv Versicherten. Das Hauptproblem der beruflichen Vorsorge liegt darin, dass sie unsäglich kompliziert ist. 

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Crocc
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Umverteilung bei Pensionskassen, Sonntagszeitung

Das Schweizer 3-Säulen-System ist gut und sicher. Da bei den Pensionskassen riesige Vermögen angespart werden, müssen diese verantwortungsvoll verwaltet und verzinst werden. Einige PK's erwirtschaften ungenügende Renditen, deshalb sollten die Versicherten ihre Pensionskasse frei auswählen und wechseln können, damit die schlechten verschwinden. Die Gesamtkosten für Verwaltung, Beratungen, Anlagen und Löhne sollten gesetzlich limitiert werden, damit die Vermögen maximal den Renten zukommen. Der Koordinationsabzug sollte entfallen, damit alle Erwerbstätigen einzahlen und auch Teilzeitangestellte eine entsprechende Rente ansparen. Der Vorwurf des Rentenklaus ist unverschämt, denn von den Ueberdeckungen der guten PK's profitieren die Alten selten, obwohl sie den Grossteil erspart haben. Wenn diese Vermögen in Zukunft nicht genügen für ausreichende Altersrenten, dann soll ein Teil der Nationalbanküberschüsse (Negativzinsen und Währungsgewinne) überwiesen werden, denn dieses Geld wird dem Schweizermarkt laufend entzogen.

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Deckungsgrad der

Deckungsgrad der Pensionskassen im zweiten Quartal gesunken

Der wieder niedrigere Diskontierungssatz und steigende Verpflichtungen hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres die Vermögen in der zweiten Säule geschmälert. Gemäss den Berechnungen von Willis Towers Watson (WTW) konnte nur ein Teil durch die positiven Anlagerenditen ausgeglichen werden.

11.07.2019 12:40

Der Deckungsgrad, also das Verhältnis von Pensionsvermögen zu den entsprechenden Verpflichtungen, sank laut dem vom Beratungsunternehmen berechneten Pensionskassenindex per Ende Juni um rund 0,6 Prozentpunkte auf 103,5 Prozent. Ein Wert von über 100 Prozent zeigt an, dass die Unternehmen ihren Pensionsverpflichtungen nachkommen und die künftig fälligen Renten bezahlen können.

Dank des ausgleichenden Effekts der positiven Anlagerenditen, insbesondere von Aktien, habe sich der Index trotz des weiteren Rückgangs des Diskontierungssatzes im Laufe des zweiten Quartals nicht markant verändert. Obwohl der Gesamteffekt im vergangenen Quartal durch den Anstieg der Anlagemärkte geprägt war, sei die Entwicklung uneinheitlich und im Mai besonders volatil gewesen, wie es weiter hiess.

Willis Towers Watson veröffentlicht seine Studie "Swiss Pension Finance Watch" jeweils vierteljährlich. Darin untersucht das Unternehmen die Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz nach dem Rechnungslegungsstandard IAS 19, insbesondere auf das Anlagevermögen und die Verpflichtungen.

yr/ra

(AWP)

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Deckungsgrad der

Deckungsgrad der Pensionskassen auf Zehnjahreshoch

(awp) Den Schweizer Pensionskassen geht es so gut wie lange nicht mehr. Im zweiten Quartal 2019 konnten die Vorsorgeeinrichtungen vor allem dank Kursgewinnen bei Aktien und Immobilien die Wertschwankungsreserven weiter ausbauen. Nach Schätzungen der ZKB-Tochter Swisscanto sind die Deckungsgrade nach dem ersten Halbjahr auf dem höchsten Stand der letzten zehn Jahresendwerte.

25.07.2019 11:00

Die Reserven der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen haben sich gemäss dem am Donnerstag veröffentlichten Pensionskassen-Monitor im zweiten Quartal 2019 durch Kursgewinne um durchschnittlich 1,5 Prozentpunkte erhöht. Mit einem geschätzten Deckungsgrad von 116,1 Prozent erreichen die privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen nun den höchsten Stand seit Ende 2008. Auch bei den öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Vollkapitalisierung sei der geschätzte Deckungsgrad leicht gestiegen und liege nun bei 109,7 Prozent.

Privaten Kassen geht es besser

96 Prozent der der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen und 90,8 Prozent der öffentlich-rechtlichen Kassen wiesen zum Stichtag eine Deckung von 100 Prozent und mehr aus. Dabei übertrafen 58,7 Prozent der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen das Deckungsgrad-Niveau von 115 Prozent. 9,3 Prozent der öffentlich-rechtlichen und 3,9 Prozent der privatrechtlichen Kassen befanden sich in Unterdeckung.

Die erfassten Vorsorgeeinrichtungen erwirtschafteten im zweiten Quartal eine geschätzte vermögensgewichtete Rendite von 1,86 Prozent. Mit Ausnahme der Rohstoffe trugen sämtliche Anlageklassen positiv zur Rendite bei. An der Spitze stand erneut die Kategorie Aktien Schweiz mit einem Plus von 6,55 Prozent, gefolgt von Immobilien Schweiz mit plus 2,82 Prozent und Obligationen Welt mit 1,97 Prozent. Am schwächsten entwickelte sich die Kategorie Hedge Funds mit 0,06 Prozent. Rohstoffe verloren gar 3,27 Prozent. Insgesamt ergab sich im ersten Halbjahr eine Rendite von plus 8,00 Prozent.

Die beiden Schweizer Grossbanken berechnen ebenfalls einen Pensionskassen-Index. Dabei kommt die Credit Suisse gemäss jüngsten Angaben mit einem Anstieg von 1,9 Prozent im zweiten Quartal auf einen vergleichbaren Wert. UBS hat den aktuellen Wert noch nicht publiziert.

pre/kw

(AWP)

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So soll die zweite Säule

So soll die zweite Säule reformiert werden

Vorsorgereformen haben einen schweren Stand, verschiedene Vorlagen sind bereits gescheitert. Nun liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Die wichtigsten Punkte der BVG-Reform 2022.

28.07.2019 20:30

Von Pascal Züger

Verschiedene Versuche der Politik, das Vorsorgesystem der Schweiz zu revidieren, sind in den letzten Jahren gescheitert. Etwa die "Altersvorsorge 2020", die im September 2017 vom Volk abgelehnt wurde.

Nun hat aber ein Umdenken stattgefunden: Statt wie bisher ein umfassenden Gesamtpaket vorzuschlagen, sollen nun die 1. und 2. Säule einzeln reformiert werden.

Mit ersten Erfolgen, zumindest bei der 1. Säule: Im Mai wurde die AHV-Steuervorlage angenommen, zudem ist die Reformvorlage AHV 21 auf einem gutem Weg. Diese sieht etwa Rentenalter 65 für Frauen sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ab 2022 vor.

Weniger schnell ging es bisher mit der Reformation der 2. Säule voran. Doch auch hier kommt langsam Bewegung in die Sache: Im Juli haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Eckwerte der Pensionskassen-Reform ("BVG-Reform 2022") geeinigt. Der Bundesrat entscheidet nun, ob er diese Kompromisslösung dem Parlament vorlegen will. Letztendlich dürfte dann die finale Vorlage zur Abstimmung vor das Volk kommen.

Hier die wichtigsten Punkte der BVG-Reform 2022:

  • Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent

Dies betrifft Altersbeiträge aus dem obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge (BVG), also Löhne bis maximal 85’320 Franken. Eine solche Senkung ist an der Urne bereits zweimal gescheitert. Mit dem Vorschlag gingen rund 12 Prozent der Rente verloren.

Ein Beispiel: Bei einem angesparten Altersguthaben von 300'000 Franken beim Pensionsierungszeitpunkt würde sich durch den tieferen Umwandlungssatz die jährliche Rente von 20'400 auf 18’000 Franken reduzieren.

  • Halbierung des Koordinationsabzugs

Der Koordinationsabzug bestimmt den versicherten Lohn und beträgt aktuell 24'885. Dieser soll nun auf 12'443 Franken halbiert werden. Das würde für höhere Beiträge in die Pensionskasse sorgen. Schlussendlich kommt diese Massnahme vor allem Teilzeitbeschäftigten – was häufig Frauen sind - und Arbeitnehmern mit tiefem Einkommen zugute, die so später einmal mehr Rente erhalten werden.

Ein Beispiel: Wer 80'000 Franken verdient, hat abzüglich dem Koordinationsabzug einen versicherten Lohn von 55'115 Franken, worauf er Beiträge für die Vorsorge leistet. Neu würde der versicherte Lohn höhere 67'557 Franken betragen. Dadurch zahlt die Person mehr in die zweite Säule ein, was das Altersguthaben und schlussendlich die Rente erhöht.

  • Ältere Arbeitnehmer zahlen weniger, jüngere mehr Beiträge

Die Altersgutschriften sollen angepasst werden. Neu bezahlen ältere Arbeitnehmende ab Alter 45 weniger Lohnbeiträge (14 Prozent des Lohnes) als bisher. Umgekehrt muss die jüngere Generation von Alter 25 bis 34 etwas mehr einzahlen (9 Prozent des Lohnes). Das könnte die Chancen älterer Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt etwas verbessern, da deren Arbeitgeber für sie bisher höhere Lohnbeiträge leisten mussten.

Konkret ändern sich die zu leistenden Beiträge wie folgt:

Übersicht Sparbeiträge vom BVG-pflichtigen Lohn

Alter bisher neu
25 bis 34 Jahre 7% 9%
35 bis 44 Jahre 10% 9%
45 bis 54 Jahre 15% 14%
55 bis 64/65 Jahre 18% 14%
  • Solidarischer Rentenzuschlag

Rentnern soll künftig eine fixe Zusatzrente ausbezahlt werden. Dieser Zuschlag soll über zusätzliche 0,5 Lohnprozent auf AHV-pflichtige Jahreseinkommen bis 853'200 Franken finanziert werden. Ziel ist es, das Rentenniveau der Übergangsgeneration zu halten und die Renten für tiefere Einkommen und Teilzeitbeschäftigte sofort zu verbessern.  Vorgesehen ist eine Übergangsgeneration (nächste 15 Jahre), die einen garantierten Zuschlag erhält. Danach soll der Bundesrat jährlich die Höhe des Rentenzuschlages abhängig von den vorhandenen Mitteln festlegen.

Gerade der letzte Punkt ist äusserst umstritten, da damit Beiträge im Umlageverfahren verteilt würden. In der beruflichen Vorsorge wäre das ein Novum, denn diese Form der Finanzierung wurde bisher nur in der ersten Säule angewendet.

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Warum sich die Jungen nicht

Warum sich die Jungen nicht beklagen müssen

Die jungen Verdienenden werden in der zweiten Säule unvorteilhaft behandelt. Doch sie sind auch selber schuld.

28.07.2019 20:29

Von Claude Chatelain

In einem Pariser Café beim Centre Pompidou kam ich vergangene Woche mit einem Kellner ins Gespräch. Mein Akzent verriet meine Herkunft. So erzählte er mir, dass er einst in Zinal gearbeitet habe. Vergnügt sprach ich ihn auf das höhere Rentenalter an, über das in Frankreich derzeit heftig debattiert wird.

Unglaublich, wie sich der Mann über die Babyboomer echauffierte. Sie konnten früh in Rente und es gut haben. Aber sie, die Jüngeren, müssen für die Alten schuften und könnten erst später in Rente gehen.

In der Schweiz bin ich nie einem jungen Menschen begegnet, der sich derart über die Privilegien der Nachkriegsgeneration ereiferte. Dabei gäbe es Grund genug, wenn man bedenkt, dass der arbeitenden Bevölkerung in der beruflichen Vorsorge jährlich geschätzte 7 Milliarden Franken entgehen, um nicht gedeckte Renten der Babyboomer zu finanzieren.

Damit wären wir beim ominösen Umwandlungssatz, der im Interesse der Jungen schon längst hätte gesenkt werden müssen. Kürzlich hat sich der Arbeitgeberverband mit den Gewerkschaften darauf geeinigt, den gesetzlichen Umwandlungssatz auf 6 Prozent zu senken, wie das schon in der gescheiterten Altersvorsorge 2020 vorgesehen war. Mit diesem Prozentsatz wird das Pensionskassenkapital in eine Rente umgerechnet. Auf 100'000 Franken gibts bei einem Satz von 6,8 Prozent 6800 Franken im Jahr. Eine Senkung ist eigentlich unbestritten - glaubte ich.

Nun sagt doch die Wirtschaftsprofessorin Monika Bütler im Interview mit der NZZ, nichts tun wäre für viele Pensionskassen die bessere Option.

Ihre Kritik richtet sich vorab an den pauschalen Zuschlag von 0,5 Prozent des AHV-pflichtigen Einkommens für die ersten 15 Neurentner-Jahrgänge. Damit werden die Älteren zulasten der Jüngeren subventioniert. Zudem macht die Ökonomin darauf aufmerksam, dass viele Pensionskassen den Umwandlungssatz schon gesenkt haben. Dies ist möglich, weil die meisten Vorsorgeeinrichtungen überobligatorische Leistungen anbieten, die nicht dem gesetzlichen Mindestumwandlungssatz unterliegen.

Laut Bütler ist die ausgehandelte Reform ein "Unding für Personen, die in Kassen versichert sind, die den Umwandlungssatz schon gesenkt haben". Denn die Senkung wurde in vielen Fällen mit einmaligen Zuschüssen kompensiert. Bezahlt haben diese Zuschüsse wenig überraschend die Arbeitgeber und jüngeren Arbeitnehmer.

"Für eine Mehrheit der Jungen in den meisten Pensionskassen ist diese Lösung sehr ungerecht", sagt Bütler. Recht hat sie. Die Jungen sind es, die in der zweiten Säule unvorteilhaft behandelt werden. Doch im Unterschied zum Kellner in Paris haben sie sich nicht zu beklagen. Die Jungen haben an der Urne wiederholt mitgeholfen, eine Senkung des Umwandlungssatzes zu vereiteln. So am 7. März 2010, so ebenfalls am 24. September 2017. Selber schuld.

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Complementa: Pensionskassen

Complementa: Pensionskassen leiden unter Einbruch an den Börsen

Die Auswirkungen der Corona-Krise und der damit verbundene Einbruch an den Finanzmärkten setzt auch den Pensionskassen zu. Die Kapitalgewinne aus dem sehr guten Anlagejahr 2019 seien mittlerweile mehr als aufgebraucht, schreibt der Pensionskassenberater Complementa am Freitag.

03.04.2020 16:10

Complementa schätzt, dass in den Büchern der Pensionskassen in den vergangenen vier Wochen insgesamt knapp 90 Milliarden Franken an Kapital weggeschmolzen sind.

Der Grund dafür sind die seit Mitte Februar im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus stark gesunkenen Aktienkurse. Schliesslich sei hierzulande in der zweiten Säule rund 30 Prozent des Kapitals in Aktien angelegt. Aber auch die Immobilienanlagen hätten in der Krise gelitten. Sie machen im Anlagemix der Pensionskassen rund einen Fünftel aus.

Die Kurseinbussen belasten die Deckungsgrade der Kassen. Hier geht Complementa davon aus, dass der durchschnittliche Deckungsgrad der von ihr beobachteten Vorsorgeeinrichtungen seit Ende 2019 bis im März um 7,8 Prozentpunkte auf 101,7 Prozent gesunken ist. Der Deckungsgrad zeigt an, wie gut künftige Leistungsversprechen mit Kapital unterlegt sind.

Wie es an den Finanzmärkten weitergeht und wie sich die Pandemie auf die Wirtschaft auswirken wird, sei derzeit noch nicht zu beziffern. Für Pensionskassen gelte aber weiterhin der Grundsatz, dass ihre Anlagen breit diversifiziert und langfristig aufgestellt seien, blickt Complementa zuversichtlich nach vorn. Diese Aufstellung habe sich in vergangenen Krisen bewährt.

mk/jb

(AWP)

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Experte kritisiert Regeln bei

Experte kritisiert Regeln bei Kapitalanlagen von Pensionskassen

Der Finanzprofessor an der Universität Zürich, Thorsten Hens, hat in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Mittwoch die Anlagevorschriften bei Pensionskassen bemängelt.

08.04.2020 06:24

Solche institutionellen Anleger würden prozyklisch reguliert. So müssten Pensionskassen ihre Aktienquoten anhand ihrer Risikofähigkeit gemessen am Deckungsgrad ausrichten, erklärte der Wissenschaftler vom Institut für Banking und Finance der Universität Zürich. Falls dann aber eine grössere Krise komme, verlören die Pensionskassen diese Risikofähigkeit und müssten ihre Aktien bei Tiefstständen an den Börsen verkaufen.

Normalerweise würden institutionelle Anleger so nicht agieren. Vielmehr könne man eine solche Vorgehensweise eher bei Privatanlegern beobachten, sagte er gegenüber der "NZZ".

Eine Inflation sieht der Experte derzeit auch nicht auf die Welt zukommen. "Die einfache Logik 'Viel Geld = viel Inflation' war immer nur auf der Oberfläche richtig. Die tiefergehende Logik ist 'Wenig Vertrauen = viel Inflation'", erklärte Hens. Das Handeln der Zentralbanken habe zwar viel Geld geschöpft, aber letztlich sei das Vertrauen in die Zentralbanken gestiegen, weil diese Institutionen auch den Weg aus der jüngsten Finanzkrise gewiesen hätten.

Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten seien derzeit zudem alles andere als überraschend. Die Reaktionen der Börsen verlaufe praktisch wie nach dem Lehrbuch der Verhaltensökonomie, betonte er. "Zuerst wurde die Krise ignoriert, dann wurden die Kursrückgänge zum Nachkaufen genutzt. Es folgte Panik und Hilfe von aussen. Und nun, wo die Nachrichten am schlechtesten sind, steigt die Börse wieder. Das ist nicht logisch, sondern psycho-logisch.", hiess es.

(SDA)

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«Viele Pensionskassen könnten

«Viele Pensionskassen könnten eine Nullverzinsung beschliessen»

Die Coronakrise trifft die Schweizer Pensionskassen bei den Anlagen, aber auch strukturell. Vorsorgeexperte Hansruedi Scherer von PPCmetrics sagt im cash-Interview, warum dies Auswirkungen auf die Versicherten hat.

https://www.cash.ch/news/politik/vorsorgeexperte-hansruedi-scherer-viele-pensionskassen-koennten-eine-nullverzinsung-beschliessen-1523582

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Pensionskassen mit deutlich

Pensionskassen mit deutlich negativer Rendite im ersten Quartal

Die Schweizer Pensionskassen haben unter dem Einbruch an den Finanzmärkten gelitten und büssen die im Vorjahr erzielten Fortschritte wieder ein. Das erste Quartal 2020 sei für die erfassten Vorsorgeeinrichtungen mit einer geschätzten vermögensgewichteten Rendite von -7,77 Prozent eines der schlechtesten seit der Finanzkrise gewesen, schreibt Swisscanto in seinem Pensionskassen-Monitor vom Freitag.

24.04.2020 09:53

Das habe sich auch negativ auf die Deckungsgrade und die Reserven ausgewirkt. Die im Vorjahr gebildeten Reserven seien in den ersten drei Monaten 2020 aufgrund des simultanen Einbruchs der meisten Anlagekategorien während der Coronakrise aufgebraucht worden.

Die Reserven bei den privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen sanken im ersten Quartal im Durchschnitt um rund zehn Prozentpunkte auf 8,9 Prozent, heisst es weiter. Der Deckungsgrad wird der Erhebung zufolge per Ende März auf 108,9 Prozent geschätzt, nach noch 118,7 Prozent per Ende 2019. Das entspreche annähernd wieder dem Stand von Ende 2018.

Dennoch wiesen demnach 91,3 Prozent der privatrechtlichen Einrichtungen eine Deckung von über 100 Prozent aus, ebenso wie rund 74,5 Prozent der öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung. Einen Deckungsgrad von über 115 Prozent wiesen rund 28 Prozent der privatrechtlichen aus. Vor drei Monaten lag dieser Wert noch bei knapp 70 Prozent. In Unterdeckung hätten sich bei den öffentlich-rechtlichen mit Vollkapitalisierung 25,6 Prozent befunden, also nahezu doppelt so viele wie Ende 2019.

Schwächstes Quartal seit der Finanzkrise

Seit der Finanzkrise 2009 sei dies das schwächste Quartal gewesen, heisst es weiter. Fast alle Anlageklassen entwickelten sich negativ. Die stärksten Einbussen verbuchten demnach die Klassen Rohstoffe (-23%), Aktien Welt (-22%) und Aktien Schweiz (-12%). Selbst Immobilien Schweiz (-0,3%) und Obligationen Welt (-0,4%) lagen tiefer. Einzig Obligationen Welt hedged in Franken konnte mit 0,8 Prozent ein kleines Plus erreichen. Als gewichtete Gesamtrendite errechnet Swisscanto die genannten -7,77 Prozent.

Swisscanto stützt sich bei den Angaben im Pensionskassen-Monitor auf Hochrechnungen, die auf den von den Umfrageteilnehmern zu Beginn des Jahres 2019 gewählten Anlagestrategie basieren. An der Umfrage nahmen 531 Vorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von insgesamt 660 Milliarden Franken teil. Entscheidend für die Berechnungen sind die Marktentwicklungen.

yr/kw

(AWP)

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Tieferer Umwandlungssatz:

Tieferer Umwandlungssatz: Selbst dann würden die Jungen noch zahlen

Nach der Coronakrise werde sich der Generationenkonflikt eher verschärfen, schreibt Kolumnist Claude Chatelain. Das bereitet auch ihm selbst ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

10.05.2020 15:05

Von Claude Chatelain

Als Risikopatient danke ich allen, die sich um mich Sorgen machten, da ich kaum mehr hinaus, nicht mehr ins Fitness, auch den wöchentlichen Saunagang nicht mehr praktizieren und selbst die Golfschläger nicht mehr schwingen durfte.

Diese Nachsicht bereitet mir ein schlechtes Gewissen. Denn mir geht es blendend. Wie andere Rentnerinnen und Rentner gehöre ich zur privilegierten Gruppe, die dank AHV und Pensionskasse in den Genuss eines bedingungslosen Grundeinkommens kommen. Zudem habe ich keine gelangweilten Schulkinder, die mir das Home Office schwer machten.

Sorgen machen muss man sich um andere: Wie müssen sich Familienväter mit schulpflichtigen Kindern fühlen, deren Arbeitgebern der Konkurs droht? Oder jene Frauen mit tiefen Einkommen, die wegen Kurzarbeit Einbussen auf dem bereits tiefen Lohn in Kauf nehmen müssen? Oder Jungunternehmer, die ein Start-up gründeten, den Break-even in Sichtweite hatten und deren Projekte auf Eis gelegt wurden? Oder Lehrabgänger, die zuerst mit dem RAV Bekanntschaft machen müssen, bevor sie sich auf dem Arbeitsmarkt bewähren können?

Wenn ich etwas gestresst bin, dann höchstens beim Velofahren oder Spazieren. Mich dünkt, gewisse Mitbürger, häufig Familienväter mit Kinderwagen, achten kaum mehr auf die Abstandsregel, wenn ich am äussersten Rand des Weges daherkomme. Vielleicht sagen sie sich: Wegen alten Säcken wie diesem muss ich schon genug entbehren. Womöglich bilde ich mir das nur ein. Dennoch glaube ich, den Generationenkonflikt zu fühlen, den ich bisher nur vom Hörensagen kannte.

Die Generationenfrage wird sich auch in Bundesbern akzentuieren, sobald die Politiker nicht mehr nur über Corona und deren wirtschaftliche Folgen reden. Zum Beispiel bei der Revision des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge, des BVG, dessen Vernehmlassung bis Ende Mai verlängert worden ist.

Auch hier ist die zentrale Frage, wie weit die Jungen für die Alten aufkommen müssen. Denn anders als die AHV beruht das BVG auf dem Kapitaldeckungsverfahren: Jeder spart für sich. Doch weil man den gesetzlich garantierten Mindestumwandlungssatz nicht der steigenden Lebenserwartung angepasst hat, funktioniert dieses Prinzip schon längst nicht mehr. So müssen die Jungen schon heute für ungenügend finanzierte Renten der Alten geradestehen. Schätzungen sprechen von sieben Milliarden Franken pro Jahr.

Also muss dieser Umwandlungssatz, der die Höhe der Rente bestimmt, nach unten korrigiert werden: von 6,8 auf 6 Prozent. Damit würde die Umverteilung von Jung zu Alt wenigstens teilweise abgefedert. Wer soll nun die Renteneinbusse der Übergangsgeneration ausgleichen? Die Jungen natürlich. Einmal mehr.

Finanziert werden soll der umstrittene Rentenzuschlag durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge von 0,5 Prozent auf dem AHV-pflichtigen Einkommen. Ein schwer verdaulicher Gedanke.

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Corona-Krise belastet auch

Corona-Krise belastet auch berufliche Vorsorge

Die Rentenversprechen der zweiten Säule lassen sich je länger je weniger mit dem Kapital der Rentnerinnen und Rentner erfüllen.

12.05.2020 11:14

Vergangenes Jahr mussten dafür 7,2 Milliarden Franken umverteilt werden. Die Corona-Krise dürfte das Problem noch verschärfen. Dieses Fazit zieht die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) an ihrer Jahresmedienkonferenz vom Dienstag in Bern. Der Rückblick auf das Jahr 2019 fällt noch durchaus positiv aus: Die Netto-Vermögensrendite betrug hohe 10,4 Prozent. Entsprechend erhöhten sich bis Ende Jahr die Deckungsgrade.

Bei Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie und ohne Vollversicherungslösung stieg der durchschnittliche Deckungsgrad von 106,4 Prozent Anfang 2019 auf 111,6 Prozent Ende Jahr. Bei öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Staatsgarantie stieg der Wert von 77,7 Prozent auf 79,8 Prozent.

Covid-19-Krise belastet Deckungsgrade

Die Corona-Krise machte die Gewinne aber gleich wieder zunichte: Per Ende April betrugen die Deckungsgrade noch geschätzte 105,6 Prozent respektive 75,5 Prozent. Die OAK BV geht davon aus, dass es bis Ende Jahr weitere Einbussen gibt.

Sofern es aber gelinge, die negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu begrenzen, seien die meisten Vorsorgeeinrichtungen in der Lage, diese zu tragen, heisst es in einer Mitteilung weiter.

Pensionskassen, welche mit einer Unterdeckung ins nächste Jahr starten, könnten aber damit beginnen, zusätzliche Sanierungsbeiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu verlangen, ergänzt das Beratungsunternehmen WillisTowersWatson, das ebenfalls am Dienstag eine Pensionskassenstudie veröffentlichte.

Diese Massnahme könnte gemäss der Studie dieses Mal mehr zum Zuge kommen als noch bei der letzten Finanzkrise.

Umstrittener Umwandlungssatz

Das grössere Risiko sind nach Einschätzung der Oberaufsicht aber die hohen Umwandlungssätze. In der obligatorischen beruflichen Vorsorge liegt der Mindestumwandlungssatz bei 6,8 Prozent - auf 100'000 Alterskapital gibt es eine Jahresrente von 6800 Franken. In den letzten Jahren sind mehrere Anläufe zur Senkung des Mindestumwandlungssatzes gescheitert. Eine weitere Reform ist derzeit in Arbeit.

Auch im Überobligatorium sind die Umwandlungssätze trotz Senkungen laut OAK BV immer noch zu hoch. Dies führe zu Finanzierungsrisiken und zu Umverteilung. Hinzu kommt, dass die Wertschwankungsreserven nur zu etwa zwei Dritteln geäufnet werden konnten.

(AWP)

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Pensionskassen profitieren

Pensionskassen profitieren von Erholung der Finanzmärkte

Die Schweizer Pensionskassen haben im April vom zurückgefundenen Optimismus der Finanzmärkte profitiert.

14.05.2020 12:24

Nachdem sie im Februar und März Einbussen erlitten hatten, konnten die Pensionskassen im April eine positives Ergebnis ausweisen.

Gemäss den Berechnungen der UBS lag die Performance auf den von Pensionskassen gehaltenen Finanzanlagen nach Abzug von Gebühren im April bei durchschnittlich 3,26 Prozent, wie die Grossbank am Donnerstag mitteilte. Im März war die Performance mit -5,61 Prozent vermögensverzehrend, so auch im Februar mit -2,31 Prozent. Trotz der Erholung im April ist die Gesamtbilanz seit Jahresbeginn allerdings immer noch negativ mit einer Rendite von -4,57 Prozent.

Am besten hielten sich im April die mittleren Pensionskassen mit verwalteten Vermögen von über 1 Milliarde Franken. Ihre Performance lag mit 3,38 Prozent im Plus. Dicht dahinter folgten die kleinen Kassen (unter 300 Millionen Franken) mit 3,33 Prozent. Am schlechtesten schnitten die grossen Pensionskassen mit verwalteten Vermögen von über 1 Milliarde Franken ab. Hier lag die Performance bei 3,08 Prozent.

Alle Vorsorgeeinrichtungen in ihrer Aufstellung erzielten eine positive Performance, so die UBS. Das beste Monatsergebnis mit 4,99 Prozent errichte eine grosse Pensionskasse. Das schlechteste geht mit 0,53 Prozent auf das Konto einer kleinen Pensionskasse.

Von den Anlageklassen schnitten im April die globalen Aktien mit Abstand am besten ab, während die Schweizer Aktien etwa halb so stark waren. Auch die Anleihen trugen laut UBS positiv zum Gesamtergebnis bei. Und Immobilien und Hedge Funds waren leicht positiv, während Private Equity als einzige Anlagekasse negativ ausfiel.

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Ist der Zeitpunkt der

Ist der Zeitpunkt der Pensionskassen-Auszahlung immer frei wählbar?

Eine Bernerin lässt sich das Kapital der 2. Säule und gleichzeitig auch die Säule 3a auszahlen. Steuerlich ist dies sehr ungünstig.

17.05.2020 13:00

Von Claude Chatelain

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 

Eine frühere Arbeitskollegin wird heuer 64 Jahre alt. Mit den 1950 Franken der AHV und den 1650 Franken der Pensionskassen käme die ledige Frau nicht auf das Einkommen, das sie für ihren bescheidenen Lebensunterhalt bräuchte. Deshalb lässt sie sich die 357'638 Franken ihrer Pensionskasse auszahlen. Gleichzeitig wird in diesem Jahr die Auszahlung einer Versicherungspolice 3a im Betrag von gut 103'455 Franken fällig.

Die Auszahlung der beiden Summen ist zu versteuern – und zwar zu einem speziellen Vorsorgetarif, unabhängig des übrigen Einkommens. Das Problem liegt nun darin, dass die beiden Auszahlungen addiert und im Kanton Bern wegen der Progression zu einem höheren Satz versteuert werden müssen.

Ihr Banker hatte nun eine gute Idee: Er riet meiner Kollegin, das Geld der Pensionskasse auf ein Freizügigkeitskonto seiner Bank zu überweisen und erst im nächsten Jahr zu beziehen. Das Kapital der 2. Säule, eben der Pensionskasse, und das Geld der Säule 3a würden damit nicht im gleichen Jahr ausbezahlt und die Steuerprogression erhöhen.

Das wäre steuerlich interessant: Statt 37'826 würde die Kollegin mit Wohnort Köniz insgesamt "nur" 32'082 Franken Steuern zahlen und damit 5744 Franken sparen.

Der Haken: Die Pensionskasse macht das Spiel nicht mit und schreibt der Kollegin: "Sie werden ordentlich pensioniert. Das heisst, die Leistung ist bei ordentlicher Pensionierung fällig, und wir bitten Sie, uns Ihr Privatkonto bekannt zu geben, damit wir die Auszahlung rechtzeitig veranlassen können."

Die ablehnende Haltung der Pensionskasse ist nicht mangelnder Flexibilität zuzuschreiben. Artikel 13 des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG) besagt, dass der Anspruch auf Altersleistungen immer auch mit der Aufgabe der Erwerbstätigkeit verbunden ist.

Die Pensionskasse kann in ihrem Reglement den Aufschub des Bezugs der Leistungen über das ordentliche Rentenalter hinaus vorsehen. Ein solcher Aufschub ist aber nur zulässig, wenn die versicherte Person erwerbstätig bleibt.

Noch ein Wort zur genannten Steuerprogression: Wiederholt wird gesagt, man solle wegen der Steuerprogression mehrere Konti 3a eröffnen und sie in verschiedenen Jahren auszahlen lassen. Auch soll man nie den Kapitalbezug der 2. Säule und die Auszahlung des Kontos 3a im gleichen Jahr veranlassen. Was häufig untergeht: Dieser Tipp bringt nur in Kantonen mit progressiven Steuersätzen etwas, zum Beispiel eben im Kanton Bern.

Doch etliche Kantone haben keinen progressiven Steuersatz, nämlich Glarus, Obwalden, St. Gallen, Thurgau und Uri. Bei anderen Kantonen steigt der Steuersatz erst ab Beträgen von über 350'000 Franken, wie in Appenzell-Innerhoden, Basel-Land und Graubünden. Im Kanton Zürich schliesslich liegt die erste Progressionsstufe für Alleinstehende bei 205'000 Franken.

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Pensionskassen auch im August

Pensionskassen auch im August mit positiver Rendite

Die Schweizer Pensionskassen haben im August erneut eine positive Rendite erzielt. Sie profitierten vor allem von den steigenden Kursen an den Aktienmärkten. Im Jahresverlauf ist die Performance aber nach wie vor negativ.

10.09.2020 12:25

Wie die Berechnungen der UBS zeigen, haben die Pensionskassen im August auf ihren Finanzanlagen nach Abzug von Gebühren im Durchschnitt eine Performance von +1,12 Prozent erzielt. Das war der fünfte Monat infolge mit positiven Vorzeichen. Die Rendite seit Jahresbeginn stehe nun bei -0,31 Prozent, schreibt die UBS am Donnerstag weiter.

Am besten haben im August die mittelgrossen Institute mit verwalteten Vermögen ab 300 Millionen bis 1 Milliarde Franken abgeschnitten. Sie erreichten eine Performance von +1,18 Prozent. Knapp dahinter folgen die kleinen Pensionskassen mit Vermögen von unter 300 Millionen und einem Plus von 1,15 Prozent vor den grossen Instituten mit +1,04 Prozent.

In der Einzelbetrachtung lieferte eine kleine Kasse mit +2,16 Prozent das beste Monatsergebnis. Am schlechtesten schnitt eine grosse Pensionskasse mit +0,04 Prozent ab.

Von den Anlageklassen trugen Aktien am meisten zur positiven Performance der Pensionskassen bei. So wurde in der Kategorie "Aktien global" ein Plus von 4,47 Prozent und mit "Schweizer Aktien" +2,38 Prozent erreicht. Negativ war etwa die Performance bei den "anderen Anleihen" (-0,81%) sowie den "Frankenanleihen" (-0,72%).

mk/rw

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Pensionskassen mit leicht

Pensionskassen mit leicht positiver Rendite im September

Die Schweizer Pensionskassen haben im September eine kleine, immerhin aber positive Rendite erzielt. Im Jahresverlauf ist die Performance jedoch nach wie vor negativ.

12.10.2020 11:42

Wie die Berechnungen der UBS zeigen, haben die Pensionskassen im September 2020 auf ihren Finanzanlagen nach Abzug von Gebühren im Durchschnitt eine Performance von gerade mal +0,01 Prozent erzielt. Das war der sechste Monat in Folge mit positiven Vorzeichen. Die Rendite seit Jahresbeginn stehe nun bei -0,26 Prozent, schreibt die UBS am Montag.

Am besten haben im August die kleinen Pensionskassen mit verwalteten Vermögen unter 300 Millionen Franken abgeschnitten. Sie erreichten eine Performance von +0,06 Prozent.

Die grossen (mehr als 1 Mrd verwaltete Vermögen) und mittleren Vorsorgewerke (300 Mio bis 1 Mrd) waren dagegen mit -0,02 Prozent und -0,03 Prozent leicht negativ.

Das beste wie auch das schlechteste Ergebnis erzielte je eine kleine Pensionskasse mit +0,53 Prozent und -0,69 Prozent.

Im volatilen September schnitten alternative Anlagen am besten ab. Private Equity und Infrastructure lieferten mit 2,32 Prozent den höchsten Beitrag an die Performance, gefolgt von Hedge Funds mit 1,86 Prozent und Immobilien mit +0,91 Prozent.

Anleihen lieferten 0,75 Prozent in Schweizer Franken. Die defensiven Schweizer Aktien konnten 0,6 Prozent zum Ergebnis beitragen. Lediglich globale Aktien trugen negativ zur Performance bei mit -1,32 Prozent.

sig/tt

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So reagieren die Schweizer

So reagieren die Schweizer Pensionskassen auf die Coronakrise

Die Erholung der Finanzmärkte hat die Lage der Pensionskassen für den Moment stabilisiert. Dennoch wird die Lage der zweiten Säule immer noch schwieriger - und Versicherte bekommen dies zu spüren.

25.10.2020 19:56

Von Marc Forster

"Mit einem blauen Auge davongekommen" - so könnte man derzeit die Lage der Pensionskassen (PK) angesichts der Coronakrise umschreiben. Die weitgehende Erholung der Finanzmärkte seit Mitte März hat grössere Minusrenditen verhindert.

PKs halten zwischen 25 und 45 Prozent ihrer Anlagen in Aktien. Im März und April sah es wegen der stark gesunkenen Aktienkurse noch danach aus, dass deutliche Minusrenditen drohten. Die Aktienmärkte haben sich aber erholt: Dem Schweizer Aktienleitindex SMI fehlen etwa 10 Prozent zum Vorkrisenstand, beim amerikanischen Dow Jones sind es rund 3 Prozent.

Trotz leicht tieferer Marktzinsen hat sich auch die Lage an den Obligationenmärkten alles in allem entspannt. Da viele PKs in der Krise bei ihren Anlagen keine Panikverkäufe tätigten, nahmen sie die Erholung der Märkte weitgehend mit. Grosse Umschichtungen innerhalb der Anlageklassen beobachten PK-Experten im Moment nicht.

Durchschnittsrendite ist bereits problematisch

Trotz steigender Infektionszahlen hat es an den Finanzmärkten jetzt im Herbst keinen erneuten Einbruch der Kurse gegeben. Die Renditen der PKs dürfte dieses Jahr wohl bei etwa Null liegen. Während in den vergangenen Jahren gute Aktienrenditen erzielt wurden, sprechen Experten bei 2020 von einem nur "leicht unterdurchschnittlichen" Jahr. Doch schon dies führt zu Schwierigkeiten. 

Auch wenn die PKs dieses Jahr puncto Anlageperformance wohl einigermassen davonkommen: In den vergangenen Jahren, in denen hohe Aktienrenditen möglich gewesen waren, musste viel von diesen Renditen gleich an Rentner weitergegeben werden.

Nicht erst seit der Coronakrise sind die PKs deswegen in Schieflage. 2019 wurden schätzungsweise sieben Milliarden Franken von den Versicherten zu den Rentenbezügern umverteilt – dies, obwohl in der PK grundsätzlich jede und jeder zusammen mit dem Arbeitgeber zunächst im "eigenen" Topf spart.

Sollten die Aktienmärkte aber auch in den nächsten Jahren schwach performen, dürfte dies deutliche Spuren bei den PKs hinterlassen. "Bei einer schlechten Konjunkturlage können wir bei der Aktienperformance schwache Resultate sehen. Auch Immobilien könnten schlechter rentieren: Dies würde die PKs klar belasten", sagt André Tapernoux, PK-Spezialist bei der Beratungsfirma Keller Experten in Frauenfeld, auf Anfrage von cash.

Deckungsgrade dürften etwas sinken

Der Kurswert der Anlagen beeinflusst das Verhältnis, in denen die Vermögen zu den Verpflichtungen der PKs stehen. Vereinfacht gesagt müssen die Vermögen idealerweise über 100 Prozent der Verpflichtungen liegen, damit gewisse Schwankungen aufgefangen werden können.

Experten nehmen als Massstab gern den ökonomischen Deckungsgrad  zur Hand. Dort spielt die sinkende Verzinsung bei den Obligationen durchaus eine Rolle, wie Hansruedi Scherer, Verwaltungsratspräsident und Partner beim Beratungsunternehmen PPCmetrics sagt: "Viele PKs haben im Bilanzstrukturmanagement auf der Verpflichtungsseite längere Laufzeiten und damit mehr Zinsrisiko als auf der Anlageseite, deswegen sind Zinssenkungen für die Summe der PKs negativ."

Die Vorsorge reagiert auf die eine oder andere Weise auf die Krise des Jahres 2020. Die wichtigsten Punkte:

  • Mit der besseren Marktperformance ist die Gefahr von Nullverzinsungen der angesparten Guthaben in den PKs zunächst geringer geworden: Wäre die Rendite für 2020 bei -7 Prozent, würde die Lage anders aussehen als bei einer Nullrendite. Allerdings: "Dieses Jahr wird ein grosser Teil der PKs nur den BVG-Mindestzins von 1 Prozent anwenden. Eine Bonusverzinsung wird es nur bei Kassen geben, die einen einigermassen stabilen Deckungsgrad erwarten", sagt PK-Experte Tapernoux. Eine hohe Unsicherheit, wie sie wegen der Coronaviruskrise herrsche, habe bei den PKs generell eine grosse Vorsicht ausgelöst.

Der Mindestzins gemäss dem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG), der politischen Grundlage für die PKs, ist in den vergangenen Jahren trotz guter Finanzmarktperformance stetig gesunken. 2009 hatte er bei 2 Prozent gelegen und wurde später weiter gesenkt. Seit 2017 liegt er bei 1 Prozent. Im vergangenen August schlug die BVG-Kommission dem Bundesrat für 2021 einen Mindestzins von 0,75 Prozent vor.

Umwandlungssatz: Es geht nur nach unten

Die Umverteilung von den Versicherten zu den Neurentnern wird seit Jahren mit einer Senkung der Umwandlungssätze entgegengewirkt. Treiber dieser Entwicklung sind die tiefen Zinsen, die älter werdende Bevölkerung, aber auch der Reformstau im ganzen PK-Wesen.

Beim Umwandlungssatz wird der obligatorisch versicherte Teil des Lohns von 21'330 bis 85'320 Franken mit 6,8 Prozent in eine Rente umgerechnet. Pro 100'000 Franken Alterskapital werden pro Jahr 6800 Franken ausbezahlt. Im Überobligatorium, also bei Lohnanteilen über 85'320 Franken, können die PKs einen anderen Satz anwenden. So bekommen die meisten beim Rentenantritt einen deutlich tieferen Umwandlungssatz als 6,8 Prozent.

  • PKs teilen ihren Versicherten mit, dass für Renten im Jahr 2020 beispielsweise noch ein Umwandlungssatz von 4,9 Prozent gilt, dieser aber jährlich um 0,1 oder 0,125 Punkte sinkt. Wer 2026 die Pension antritt, kommt dann noch auf 4,3 Prozent. Dies heisst: Künftige Rentnerinnen und Rentner werden beim Umwandlungssatz stark getroffen. 
  • Dieser Trend läuft auf breiter Front, und eine Umkehr ist absolut nicht absehbar. Dazu Vorsorgeexperte Scherer: "Von Umwandlungssätzen zwischen 6,8 und 4,0 Prozent sieht man alles. Der Trend zur Senkung besteht schon lange und verläuft kontinuierlich." Die Geschwindigkeit der Senkung der Umwandlungssätze sei aber limitiert. Bei zu starken jährlichen Senkungen würde ein Frühpensionierungs-Effekt entstehen. "Mehr als 0,125 Prozent pro Jahr geht bei den meisten PKs nicht."

Sanierungsbeiträge bei schwachen PKs möglich

Wenn der technische Deckungsgrad unter 90 Prozent fällt, müssen die Kassen in der Regel Sanierungsmassnahmen ergreifen. Eine PK, die saniert werden muss, wird wohl eine Senkung der Verzinsung und des Umwaldungssatzes ins Auge fassen. Allerdings müssen auch die Versicherten je nach Situation mit Sanierungsbeiträgen gerade stehen. Finanziell saniert werden kann auch durch Mittel der Arbeitgeber, zu einem bestimmten Grad ist gar die Einforderung von Beiträge von den Rentnern möglich.

  • Im Moment sind Sanierungsbeiträge auf breiter Front nicht absehbar. Es verhält sich ein bisschen wie in der Wirtschaft generell: Unternehmen, die schon vor der Krise wacklig waren, sind von der Krise noch mehr in Schwierigkeiten geraten. Bei PKs, die schon vor der Krise stark unterdeckt waren, dürfte sich die Lage mit der Zeit noch verschärfen. 

Ausschlaggebend ist die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist vor allem auch die konjunkturelle Lage. Die Zahlen des Staatsekretariats für Wirtschaft Seco sind zuletzt weniger schlimm ausgefallen als befürchtet. Angespannt bleibt die Lage dennoch.

  • Höhere Arbeitslosigkeit kann dazu führen, dass weniger Versicherte mehr Rentenbezüger finanzieren müssen. Dies verstärkt allenfalls die Schieflage der PKs. Noch aber ist keine Massenarbeitlosigkeit in der Schweiz absehbar.

Die Erholung der Wirtschaft ist aufgrund der Entwicklung der vergangenen Wochen wieder in Gefahr. Der Grund sind massiv ansteigende Fallzahlen bei den Coronavirus-Infektionen, eine anziehende Positivitätsrate bei den Tests und eine wachsende Anzahl von Spitaleinweisungen. Je nachdem, ob ein neuer Lockdown kommt – dieser kann kurz, lang, mild oder streng sein – wird sich die Konjunktur anders entwickeln. Und die Lage ist dieser Tage schwer vorhersagbar.

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GKB und ÖKK lancieren

GKB und ÖKK lancieren gemeinsam Pensionskassen-Dienstleister Diventa

Die Graubündner Kantonalbank (GKB) und der Krankenversicherer ÖKK lancieren Anfang 2020 mit der Diventa AG eine Verwaltungsgesellschaft für Pensionskassen. Im neuen "Bündner Vorsorge Hub" sollen Sammelstiftungen und Pensionskassen beraten werden und auf digitale Angebote zugreifen können, heisst es in der Mitteilung vom Dienstag.

27.10.2020 11:20

Diventa werde als digitale Full-Service-Plattform am Markt auftreten. Sie übernimmt für Pensionskassen Aufgaben wie die Geschäftsführung, die Buchhaltung und die Verwaltung. Dabei sollen das Know-how der GKB in der Vorsorge-, Pensions- und Finanzplanung und die Versicherungsexpertise der ÖKK-Gesellschaften unter einem Dach vereint werden.

Die Kunden seien aber weiterhin bei der Wahl ihrer Partner in Anlage- und Versicherungsfragen frei, verspricht die GKB.

Die GKB und die ÖKK bereiten nun in Zusammenarbeit mit der auf Themen der zweiten Säule spezialisierten Beratungsgesellschaft Berag den Start von Diventa vor. Die Mitarbeiter-Rekrutierung sei im Gange und mit verschiedenen potenziellen Kunden stehe man vor Vertragsabschluss. Im Verwaltungsrat nimmt Bruno Christen Einsitz. Er ist Verwaltungsrat der BVG- und Stiftungsaufsicht des Kantons Zürich.

mk/uh

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Bundesrat: Arbeitgeber dürfen

Bundesrat: Arbeitgeber dürfen BVG-Reserven für Arbeitnehmerbeiträge benutzen

Wie bereits im Frühling während der ersten Corona-Welle, dürfen Arbeitgeber ihre Beitragsreserven, die sie in der beruflichen Vorsorge angespart haben, für die Bezahlung der Arbeitnehmerbeiträge verwenden. Dies hat der Bundesrat beschlossen.

11.11.2020 12:44

Er wolle damit die wirtschaftlichen Folgen der Massnahmen gegen das Coronavirus für die Arbeitgeber abfedern, teilte der Bundesrat am Mittwoch mit. Die Massnahme soll es Arbeitgebern erleichtern, Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Für die Arbeitnehmer ändere sich nichts. Der Arbeitgeber ziehe ihnen wie bisher ihre Beitragsteil vom Lohn ab und die gesamten Beiträge würden dann der Vorsorgeeinrichtung gutgeschrieben.

Die neue Regelung tritt bereits am Donnerstag in Kraft und ist auf den 31. Dezember 2021 befristet. Der Bundesrat hatte bereits am 26. März im Notrecht eine entsprechende Verordnung erlassen. Diese lief am 26. September aus und wurde nun auf Basis des vom Parlament beschlossenen Covid-19-Gesetzes wieder aufgenommen.

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Tiefere Renten:

Tiefere Renten: Umwandlungssatz soll von 6,8 auf 6 Prozent sinken

Laut dem Bundesrat sollen Pensionskassen-Renten um 12 Prozent sinken: Die Reform der zweiten Säule sieht neben anderen Änderungen eine Senkung des so genannten Umwandlungssatzes vor. Nun ist das Parlament am Zug.

25.11.2020 18:49

Die Sozialpartner haben sich im Sommer 2019 auf eine Reform der beruflichen Vorsorge (BVG) geeinigt. Diesen Kompromiss hat der Bundesrat am Mittwoch unverändert als Botschaft verabschiedet.

Die Renten der beruflichen Vorsorge sind seit längerem unter Druck. Grund dafür sind die steigende Lebenserwartung und die tiefen Zinssätze. Nach der Ablehnung der Reform der Altersvorsorge im September 2017 durch das Schweizer Stimmvolk hatte der Bundesrat einen neuen Anlauf gestartet. Im Fokus steht die 2. Säule.

Mit der Reform der beruflichen Vorsorge (BVG 21) sollen das Rentenniveau gesichert, die Finanzierung gestärkt und die Absicherung von Teilzeitbeschäftigten - und damit insbesondere von Frauen - verbessert werden, wie der Bundesrat schreibt.

Kern des Sozialpartner-Kompromisses ist eine Kürzung der Renten, die durch verschiedene Ausgleichsmassnahmen abgefedert wird. Der Mindestumwandlungssatz, mit dem das angesparte Kapital in eine Rente umgerechnet wird, soll von 6,8 auf 6,0 Prozent sinken. Dadurch würden auf einen Schlag 12 Prozent der Rente verloren gehen.

Lohnnebenkosten für Ältere senken

Eine Senkung des Umwandlungssatzes sei unabdingbar, schreibt der Bundesrat. Trotz dieser weit herum anerkannten Notwendigkeit ist die Senkung des Umwandlungssatzes mehrmals an der Urne gescheitert.

Für ihr Einlenken rangen die am Kompromiss beteiligten Gewerkschafts- und Arbeitnehmenden-Dachverbände SGB und Travail Suisse dem Arbeitgeberverband ein Bündel von Begleitmassnahmen ab. Dazu gehört die Anpassung der Altersgutschriften. Heute gibt es vier Sätze. Jener für 45- bis 54-Jährige beträgt 15 Prozent, für ältere Arbeitnehmende sind es 18 Prozent.

Künftig sollen sie sich für beide Altersgruppen auf 14 Prozent des versicherten Lohns belaufen. Für Arbeitnehmende zwischen 25 und 44 Jahren werden die Beiträge einheitlich auf 9 Prozent festgelegt, was tendenziell eine Erhöhung bedeutet. Damit steigen die Lohnnebenkosten für ältere Arbeitnehmende weniger stark an als heute, diese werden für Arbeitgeber attraktiver.

Weiter sieht der Kompromiss Verbesserungen für Teilzeitangestellte, Arbeitnehmende mit tiefen Einkommen und damit insbesondere für Frauen vor: Der Bundesrat schlägt vor, den Koordinationsabzug, der den versicherten Lohn bestimmt, auf 12'443 Franken zu halbieren.

Tieferer Koordinationsabzug: Höhere Beiträge und Rente

Das bedeutet einen höheren versicherten Lohn und höhere Beiträge, aber auch mehr Rente. Vom tieferen Koordinationsabzug profitieren insbesondere Teilzeitbeschäftigte. Für Arbeitnehmende mit mehreren Einkommen hingegen ändert sich nichts, weil die Eintrittschwelle bei 21'330 Franken bleibt.

Diese Massnahmen reichen aber nicht aus, um die Rentenausfälle für jene Arbeitnehmende zu kompensieren, die schon länger im Arbeitsleben stehen. Getreu dem Sozialpartner-Kompromiss schlägt der Bundesrat daher einen lebenslangen monatlichen Rentenzuschlag für Bezügerinnen und Bezüger von BVG-Renten vor.

Für die ersten fünf Neurentner-Jahrgänge nach Inkrafttreten soll dieser Zuschlag 200 Franken, betragen, für die folgenden fünf Jahrgänge 150 Franken und dann 100 Franken. Davon profitieren tiefere Einkommen und Teilzeitbeschäftigte sofort. Zudem wird damit das Rentenniveau einer Übergangsgeneration von 15 Jahrgängen erhalten. Danach soll der Bundesrat den Betrag jährlich neu festlegen.

Zuschlag über einen Lohnbeitrag

Finanziert wird der Zuschlag über einen Lohnbeitrag von 0,5 Prozent auf einem AHV-pflichtigen Jahreseinkommen bis 853'200 Franken. Eine Umlagefinanzierung ist in de 2. Säule nicht vorgesehen. Die Kosten für die Versicherten belaufen sich nach Angaben des Bundesrats auf über 3 Milliarden Franken.

In der Vernehmlassung hagelte es Kritik am Sozialpartner-Kompromiss, den der Bundesrat übernommen hatte. Der Schweizerische Gewerbeverband zum Beispiel trägt das Modell nicht mit. Er schlug dem Bundesrat vor, den Umwandlungssatz ohne Rentenzuschlag und zusätzliche Lohnprozente zu senken. Andernfalls werde das 3-Säulen-Prinzip zerstört.

Künftig soll schon mit 20 mit dem Alterssparen begonnen werden

Auch der Pensionskassenverband Asip schlug eine Alternative vor: Künftig soll schon mit 20 mit dem Alterssparen begonnen werden. Der Koordinationsabzug soll leicht gesenkt, der Anstieg der Altersgutschriften abgeflacht werden. Für eine Übergangsgeneration von zehn Jahrgängen sieht der Asip eine Übergangslösung vor.

Nach Ansicht des Bundesrats erfüllen die Alternativvorschläge eines der Hauptziele der Reform nicht, nämlich die Sicherung des Rentenniveaus. Ob das die Mehrheit des Parlaments auch so sieht, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. SP und Grüne tragen den Sozialpartner-Kompromiss mit. Bei den bürgerlichen Parteien und der GLP hingegen stösst der Vorschlag auf breite Ablehnung. Weil sie über eine Mehrheit in beiden Kammern verfügen, dürfte es die aktuelle Vorlage im Parlament sehr schwer haben.

(SDA/cash)

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Soll ich freiwillig mehr in

Soll ich freiwillig mehr in die Pensionskasse einbezahlen?

Mit höheren Sparbeiträgen oder durch einen Einkauf können Versicherte ihr Pensionskassenvermögen aufbessern. cash.ch sagt, wann dies sinnvoll ist.

02.12.2020 08:15

Von Marc Forster

Viele kennen das: Von der Pensionskasse flattert eines Tages ein Brief ins Haus, in dem man als Versicherte oder Versicherter aufgefordert wird, einen Sparbeitrag zu wählen. Es geht dabei um den monatlichen Beitrag in die Pensionskasse, den sich Arbeitgeber und Versicherte teilen.

Die Versicherten können freiwillig Beiträge einbezahlen, die über dem vorgeschriebenen Minimum liegen. In der Regel gibt es drei Stufen, die zum Beispiel als Basis-, Plus-, und Top-Sparplan bezeichnet werden. Mehr und mehr Pensionskassen führen dies ein. Nur: Ist es sinnvoll, mehr in die Pensionskasse einzubezahlen als das Minimum?

Pensionskassen unter Druck

In allen drei Säulen des Schweizer Vorsorgesystems – AHV, Pensionskasse beziehungsweise berufliche Vorsorge sowie persönliches, eigenverantwortliches Sparen in der dritten Säule – ist es grundsätzlich gut, wenn möglichst viel und schon möglichst früh im Erwerbsleben gespart wird. Bei den Pensionskassen sind in den letzten Jahren allerdings einige Probleme aufgetaucht.

Der demografische Wandel mit einer älter werdenden Bevölkerung wie auch die sehr tiefen Zinsen am Anlagemarkt führen dazu, dass die Leistungen der Pensionskassen sinken. So wird auf der einen Seite die Verzinsung der Altersguthaben Schritt für Schritt geringer. Auf der anderen Seite werden auch die jährlichen Beträge, die ab der Pensionierung aus dem Altersguthaben ausbezahlt werden, laufend gekürzt. Versuche, das System einer Reform zu unterziehen, gestalten sich als äusserst harzig. 

 

Schweizer Politik - Der Bundesrat und die Revision der beruflichen Vorsorge https://t.co/UCLepBd6Pt pic.twitter.com/fFXgkdi9QT

— cash (@cashch) November 29, 2020

 

Pensionskassen begründen die Möglichkeit eines freiwilligen höheren Beitrags durchaus auch damit, dass Versicherte so ihre finanzielle Ausgangslage verbessern können. Sprich: Wer mehr einbezahlt, leidet am Ende weniger unter den aus heutiger Sicht unausweichlichen Kürzungen.

«Den Mittelweg wählen»

Den Verlusten, die durch sinkende Leistungen entstünden, könne durch höhere Sparbeiträge zumindest etwas entgegengewirkt werden, sagt Vorsorgeexperte und Finanzplaner Gabor Gaspar vom Beratungsunternehmen ATG Allfinanz & Treuhand: "Es macht daher schon Sinn, jeweils mindestens einen Prozentpunkt mehr als das Minimum einzubezahlen", sagt Gaspar. Die minimal vorgeschriebenen Sparbeiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammen sind laut dem Gesetz für die die berufliche Vorsorge je nach Alter 8 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent oder 18 Prozent.

Gaspar empfiehlt bei den Sparbeiträgen den Mittelweg. Wenn eine Wahlmöglichkeit bestehe, dann sollte die mittlere Stufe gewählt werden: "Man bekommt beim Lohn netto zwar etwas weniger ausbezahlt, optimiert aber auch die Steuern." Wenn durch höhere Sparbeiträge der Nettolohn sinkt, wird in aller Regel auch die fällige Steuer etwas tiefer berechnet. Ein weiterer Vorteil liege zudem auf der Hand, sagt der Vorsorgespezialist: "Man zwingt sich selbst dazu, etwas mehr zu sparen."

Gaspar rät vor allem jüngeren Versicherten aber auch davon ab, allzu hohe Sparbeiträge in ein System wie jenes der Pensionskassen einzubezahlen. Denn dieses werde sich über die Jahre noch stark verändern. Bei einer Wahlmöglichkeit den Top-Sparbeitrag zu nehmen, sei nur für eine Minderheit sinnvoll: "Schlussendlich kommt es aber immer auf die jeweilige Ausganglage an."

Steuern können Ausschlag geben für PK-Einzahlung 

Eine Überlegung ist es wert, statt mehr in die Pensionskasse einzuzahlen, alternative oder ergänzende Sparformen in der dritten Säule zu nutzen: Sparpläne, Aktienengagements oder ein gut diversifiziertes Anlageprodukt. Als Basis der private Vorsorge dient natürlich auch die weit verbreitete, steueroptimierende Säule 3a. 

Beim Stichwort Steueroptimierung denken auch viele an freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse. Dies ist nicht dasselbe, wie wenn der Sparbeitrag erhöht wird. Bei Einkäufen geht es um teils erhebliche Summen, die extra in die Pensionskasse entrichtet werden. Diese können in der Steuererklärung aufgeführt und von den Steuern abgezogen werden.

Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Zeitpunkt der Pensionierung näher rückt oder wenn das Ziel besteht, das Altersguthaben aus der Pensionskasse ganz oder teilweise als Kapital zu beziehen. Einkäufe sind ein Thema für Versicherte, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Für Ehepaare lohnt sich ein Einkauf unter Umständen noch mehr, weil sie gemeinsam besteuert werden und sie ihre Steuerlast so noch mehr reduzieren können. 

Genaue Abwägungen sind nötig

Ein Pensionskasseneinkauf kann die Steuerlast in einem Jahr auf Null bringen, theoretisch sogar auf unter Null. Davon raten Vorsorgexperten aber ab. Sinnvoller ist es, Einkäufe gestaffelt zu tätigen, weil auf diese Weise die Steuerprogression über längere Zeit effizent gebrochen werden kann. 

Der finanzielle Vorteil kann erheblich sein. Ein Beispiel: Es werden 50'000 Franken zusätzlich in eine Pensionskasse einbezahlt. Berücksichtigt man dann die Steuerersparnis, die Verzinsung zusätzlichen Guthabens und die Kapitalauszahlungsteuer beim Bezug, kann es je nach Ausgangslage vorkommen, dass diese 50'000 Franken nach fünf Jahren mit 8 bis 10 Prozent "rentieren". Das ist unter Umständen mehr, als Finanzmarktanlagen hergeben.

Die Möglichkeit, sich zusätzlich in die Pensionskasse einzukaufen, ist begrenzt und unterliegt einigen Regularien. Informationen über die mögliche Höhe des Einkaufs enthält in aller Regel der individuelle Vorsorgeausweis. Beim Entscheid für oder gegen einen Einkauf ist auch wichtig, die Leistungen und Regeln der jeweiligen Pensionskasse genau zu studieren. 

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Rente oder Kapital aus der

Rente oder Kapital aus der Pensionskasse - Tipps für Ihren Entscheid

Je näher das Rentenalter kommt, desto dringlicher müssen sich Arbeitnehmer mit der Frage «Rente oder Kapital» auseinandersetzen. Kapitalbezug liegt im Trend. Soll aber das ganze Kapital aus der 2. Säule bezogen werden?

28.12.2020 19:55

Seine Pensionskasse habe bloss noch einen Umwandlungssatz von 4,8 Prozent, "ich werde daher praktisch alles Geld als Kapital beziehen". Das sagte Vorsorgeexperte Daniel Greber von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften vor einiger Zeit gegenüber cash, angesprochen auf seine persönliche Situation. Er ist bei der Pensionskasse des Kantons Zürich versichert.

Greber ist kein Ausnahmefall. Die Rentenbezüger sind bei bei den angesparten Gelder aus der 2. Säule in der Schweiz zwar noch immer in der Überzahl. Gemäss einer Studie der Credit Suisse vom August 2018 beziehen bei der Pensionierung 51 Prozent die Rente, immerhin aber schon 31 Prozent das Kapital. Die restlichen 18 Prozent wählen eine Mischung aus Rente und Kapital. Eine eindeutige Tendenz Richtung Kapitalbezug könne heute zwar noch nicht festgestellt werden, meint die Credit Suisse. Dies könnte sich aber in Zukunft vor dem Hintergrund weiter sinkender Umwandlungssätze ändern.

Die Auszahlung der Altersvorsorge gewinnt in der Tat zunehmend an Attraktivität, weil der Druck auf dem Umwandlungssatz - er bestimmt über die Höhe der lebenslangen Rente - bestehen bleibt. Derzeit können angehende Rentner im Schnitt noch mit einem Umwandlungssatz von 5 Prozent rechnen. Das ist ein Durchschnittswert, der sich aus der Verzinsung des obligatorischen Bereiches (gesetzlich vorgeschriebene 6,8 Prozent für Einkommen bis 84'000 Franken) und dem überobligatorischen Bereich ergibt. Für diese Jahreseinkommen (über 84'000 Franken) kann die Pensionskasse den Umwandlungssatz deutlich tiefer ansetzen. Viele Kassen haben hier schon einen Satz von unter 5 Prozent.

Bei einem durchschnittlichen Umwandlungssatz von 5 Prozent müsste eine Person ab Pensionierungszeitpunkt länger als 20 Jahre leben, damit sich der Rentenbezug noch lohnt. Und bleiben die allgemeinen Zinsen so tief wie jetzt, dürfte der Umwandlungssatz die nächsten Jahre weiter sinken.

Banken buhlen um Pensionäre

Der Kapitalbezug gewinnt vor dieser Ausgangslage also an Bedeutung. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um angesparte Beträge von mehreren hunderttausend Franken, die von einem Tag auf den anderen auf dem Konto des Neupensionärs landen. Das macht Finanzinstitute natürlich hellhörig: Viele bemühen sich jüngst auffallend aktiv um Kunden, die kurz vor der Pensionierung und somit genau vor dem Entscheid "Rente oder Kapital" stehen.

"Pensionäre sind eine attraktive Zielgruppe für Banken", sagt Benjamin Manz vom Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch zu cash. Banken empfehlten ihre Fonds teilweise schon Kunden mit einem Vermögen von ein paar zehntausend Franken. Beim Pensionskassenguthaben gehe es aber um noch viel mehr Geld, so Manz.

Mit entsprechenden Folgen: Die Banken hätten ein Interesse daran, den Kunden vom Kapitalbezug zu überzeugen, um dann entsprechende Fondsprodukte verkaufen zu können. "Dass die Banken zu einer vollständigen Renten-Lösung raten, scheint mir unwahrscheinlich", schlussfolgert Manz.

Das gestiegene Interesse der Banken an Pensionären mit plötzlich viel Kapital äussert sich in der intensivierten Aufklärungsarbeit der Institute - mit leichter Schlagseite für den Kapitalbezug. Beispiel UBS: Auf der Vorsorge-Webseite für Privatkunden werden die Vorteile eines Renten- oder Kapitalbezuges erläutert. Bei ersterem wird das sichere, monatliche und lebenslange Einkommen herausgestrichen. Allerdings betrage eine Hinterlassenerente bloss noch 60 Prozent der urprünglichen Rente und es bestehe auch kein Inflationsschutz.

Bei einem Kapitalbezug geniesse man für die individuelle Finanzplanung einen grösseren Handlungsspielraum. "Sie können Ihr Geld frei anlegen, tragen so aber auch ein gewisses Risiko bei Ertragsschwankungen". Und im Todesfall gehe das nicht verbrauchte Guthaben vollständig an die Erben - "was bei einer Rente nicht der Fall ist." Beim Kapitalbezug komme man überdies in den Genuss eines reduzierten Steuersatzes.

Argumente für die Rente

Das Wichtigste für Pensionäre bei einem Kapitalbezug ist aber - nebst einer Ausgabe- und Budgetdisziplin - ein Mindestmass an Finanzwissen und Finanzplanung. Umfragen zeigen jedoch immer wieder, dass es damit bei einem grossen Teil der Bevölkerung hapert. Dabei hätte man mit einem solchen Wissen die Voraussetzungen, mit Anlageberatern einer Bank auf Augenhöhe zu diskutieren oder das Geld selber anzulegen zu können.

Schliesslich muss ein ansehnlicher Geldbetrag irgendwo deponiert werden. Das ist im weiter zu erwartenden Tiefzinsumfeld nicht ohne Tücken. Bleibt das Geld auf dem Privatkonto, wird es kaum noch verzinst oder unterliegt je nach Bank sogar einem Negativzins. Und kommt es in den nächsten Jahren zu einer erneuten Krise mit stärkeren und längeren Einbrüchen an den Aktienmärkten, bliebe dies nicht ohne erhebliche Konsequenzen für Teile des Kapitalbezuges, die in Aktien oder entsprechende Anlagevehikel investiert wurden.

Trotz sinkendem Umwandlungssatz der Pensionskassen wird die Rente ihren Reiz erhalten. Das hat durchaus einfache Gründe: cash- und Sonntagsblick-Kolumnist Claude Chatelain - ein Finanzfachmann, der sich die Verwaltung des eigenen Vermögens durchaus zutrauen würde - ist ein Verfechter des Rentenbezuges. Mit dieser Wahl könne er einfach ruhiger schlafen. Oder anders ausgedrückt: Die Rente bietet eine bessere Planbarkeit und mehr Sicherheit.

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Pensionskassen erzielen im Jahr 2020 positive Rendite

Die Schweizer Pensionskassen haben im Schlussquartal des Jahres 2020 an den Finanzmärkten unerwartet Rückenwind erhalten.

13.01.2021 13:00

Im Gesamtjahr erzielten sie auf ihren Vermögen trotz coronabedingter Turbulenzen eine positive Rendite von durchschnittlich über 3 Prozent, wie die Experten der Beraterfirma Willis Towers Watson schätzen.

Im vierten Quartal kletterte der Pensionskassenindex von Willis Towers Watson gemäss einer Mitteilung des Beraters vom Mittwoch um 4,6 Prozentpunkte auf 104,7 Prozent. Der Index misst quartalsweise auf Basis des International Accounting Standards (IAS 19) die Veränderung des Verhältnisses von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen.

Derweil hätten die Diskontierungssätze ihren Abwärtstrend fortgesetzt, heisst es weiter. Doch immerhin habe sich das Szenario von einem Abrutschen der Sätze ins Minus nicht bewahrheitet. Der leichte Rückgang der Diskontierungssätze im vierten Quartal habe zu keinem signifikanten Anstieg der Pensionsverbindlichkeiten der Unternehmen geführt.

Unsicherheiten bleiben

An den Finanzmärkten standen im vierten Quartal die gute Performance von Aktien den leicht rückläufigen Renditen von Unternehmensanleihen gegenüber. Dabei sei vor allem durch die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten, dem Durchbruch in den Brexit-Verhandlungen und den Fortschritten an der Impffront im Kampf gegen Corona an den Finanzmärkten Optimismus aufgekommen.

Der Schlussspurt habe bei einer typischen Pensionskasse fürs Gesamtjahr zu einem Anstieg der Vermögen von drei bis vier Prozent geführt. Zugleich warnt Michael Valentine, Investment Consultant bei Willis Towers Watson, vor möglichen durch die Pandemie verursachte Schocks im ersten Quartal des neuen Jahres.

Für Stiftungsräte der Pensionskassen sei es in solch unsicheren Zeiten wichtig, sich in Anlagefragen auf den langfristigen Zeithorizont zu konzentrieren, empfiehlt der Berater. Denn eine diversifizierte Vermögensallokation, die Schockszenarien überstehen kann, sei für die finanzielle Gesundheit von Pensionskassen entscheidend.

(AWP)

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Pensionskassen erzielen im Dezember und im Gesamtjahr positive Renditen

Schweizer Pensionskassen haben im Dezember am Kapitalmarkt Geld verdient und erreichten auch im Gesamtjahr eine positive Rendite. Der Treiber dazu waren die steigenden Kurse von Aktien.

14.01.2021 11:48

Im Dezember erzielten die von der UBS betrachteten rund 70 Pensionskassen auf ihren Finanzanlagen nach Abzug von Gebühren durchschnittlich eine Performance von 1,39 Prozent, wie die Grossbank am Donnerstag mitteilte. Im November lag das Plus bei 3,71 Prozent, im Oktober wurde hingegen ein Minus von 1,11 Prozent gemessen.

Trotz dem coronabedingten Performance-Einbruch im Februar (-2,30 Prozent) und März (-5,75 Prozent) beendeten die Pensionskassen das Jahr 2020 im Plus. Am Ende resultierte im Durchschnitt eine positive Performance von 3,84 Prozent, wie es weiter heisst.

Bereits am Mittwoch hat das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson in seinen Berechnungen für die Schweizer Pensionskassen im 2020 eine positive Rendite von durchschnittlich drei und vier Prozent geschätzt.

Blickt man zurück, dann zeigt sich in der UBS-Statistik, dass vor allem 2019 (+11,3 Prozent), 2017 (+7,96 Prozent) und 2009 (+10,6 Prozent) sehr gute Anlagejahre waren. Im Minus wurden 2018 (-3,28 Prozent) und vor allem im Zuge der Finanzkrise 2008 (-12,8 Prozent) abgeschlossen. Seit Messbeginn 2006 liege die Performance im Durchschnitt bei knapp 64 Prozent, schreibt die UBS.

Grosse Kassen als Jahressieger

Im Dezember haben die kleinen Institute mit verwalteten Vermögen von weniger als 300 Millionen Franken am besten abgeschnitten. Sie erreichten eine Performance von 1,48 Prozent. Bei mittleren Vorsorgewerken (300 Mio bis 1 Mrd) und den grossen Pensionskassen lagen die Renditen im Durchschnitt bei 1,31 und 1,35 Prozent.

Im Gesamtjahr hatten aber die grossen Institute mit einem Plus von 4,36 Prozent die Nase vorn. Mittlere Pensionskassen erreichten mit ihren Anlagen eine Performance von 4,08 Prozent und die kleinen Kassen von 3,32 Prozent.

Aktien als Performancegarant

Die Finanzmärkte wurden im Dezember vor allem von der Hoffnung auf die angelaufenen und geplanten Impfprogramme zur Bekämpfung des Coronavirus getrieben. Aber auch die Aussicht auf Konjunkturpakete und eine weiterhin lockere Geldpolitik der globalen Notenbanken gaben insbesondere den Aktien Auftrieb.

Im Anlageuniversum der Pensionskassen erzielten Schweizer Aktien im Dezember ein Plus von 2,53 Prozent, im Gesamtjahr lag es bei 4,59 Prozent. Noch besser schnitten die internationalen Aktien mit Zunahmen von 2,57 beziehungsweise 6,06 Prozent im Gesamtjahr ab.

Nach wie vor eine wichtige Stütze bleiben die Immobilien, die im Dezember eine durchschnittliche Performance von 1,30 Prozent und 2020 von 4,17 Prozent erreichten. Nur leicht zogen Anleihen in Schweizer Franken (Dez: +0,26 Prozent; 2020: +0,75 Prozent) an.

(AWP)

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Axa Stiftung verzinst BVG

Axa Stiftung verzinst BVG-Guthaben im Obligatorium mit 2,25%

Die Axa Stiftung schreibt den Kunden in der Beruflichen Vorsorge (BVG) fürs letzte Jahr auf den Altersguthaben im Obligatorium einen Zins von 2,25 Prozent und von 3,00 Prozent im Überobligatorium gut. Damit liege die Verzinsung über dem vom Bundesrat bei 1 Prozent festgelegten BVG-Mindestzins, teilte Axa am Dienstag mit.

19.01.2021 12:33

Die höhere Verzinsung möglich gemacht habe unter anderem eine ausbalancierte Anlagestrategie. Trotz starker Börsenschwankungen nach Ausbruch der Corona-Pandemie seien die Anlagegefässe zu keinem Zeitpunkt in Gefahr einer Unterdeckung geraten. Momentan liege der Deckungsgrad bei rund 110 Prozent und auf den Anlagen habe man 2020 eine Rendite von 4,9 Prozent erzielt, heisst es.

Vor zwei Jahren hatte sich Axa im Vorsorgegeschäft vom Vollversicherungsangebot, das den versicherten Firmen einen Rundumschutz bietet, getrennt und nur noch auf teilautonome Lösungen gesetzt. Da werden Anlagerisiken an die Kunden übertragen. Im neuen Modell konnte Axa den Angaben zufolge den Versicherten auch im letzten Jahr mit 406 Millionen Franken mehr Ertrag ausbezahlen, als dies mit der Vollversicherung möglich gewesen wäre.

mk/tt

(AWP)

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