CH-relevante Börsenthemen Jahr 2021

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Kunden nutzen wegen Corona

Kunden nutzen wegen Corona viel mehr Online-Banking

Die Corona-Krise verändert den Umgang mit Geld.

10.01.2021 18:08

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zahlen inzwischen viel mehr Konsumenten ihre gekauften Waren mit Karten. Jeder Fünfte wolle dies beibehalten und sein Zahlungsverhalten dauerhaft ändern. "Die Corona-Pandemie beschleunigt die Transformation und Digitalisierung des Finanz- und Bankensektors", erläuterte EY-Partner Robert Melnyk. Für die Studie wurden 1600 Konsumenten in Deutschland befragt.

Melnyk rechnet mit einer noch stärkeren Verlagerung des Zahlungsverkehrs ins Internet. Rund die Hälfte der Befragten habe angegeben, Bankgeschäfte künftig häufiger online abzuwickeln. Dies werde den FinTechs, die den traditionellen Banken bereits seit einiger Zeit Marktanteile abluchsen, einen Schub geben. "Voraussetzung ist aber, dass die Anbieter die Sicherheit im Griff haben. Ihre Finanzen wollen die Verbraucher – zu Recht – in Sicherheit wissen", sagte Melnyk.

Allerdings zeigte die Studie auch, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten den Geschäftsbanken zunächst treu bleiben wollen. Nur sieben Prozent seien in den kommenden zwölf Monaten für einen Bankwechsel bereit. "Die klassischen Bankinstitute genießen nach wie vor einen großen Vertrauensvorsprung gegenüber den Herausforderern aus dem FichTech-Segment", sagte Melnyk. Um diesen Vorteil nicht zu verlieren, seien mehr Investitionen in Digitalisierung notwendig. 

(Reuters)

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Aussichten für Schweizer

Aussichten für Schweizer Wirtschaft stehen gut

Die Schweizer Wirtschaft ist bisher recht glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. Das wird wohl so bleiben.

10.01.2021 16:12

Die Aussichten sind laut Eric Scheidegger, Chefökonom des Bundes, gut. Für das laufende und das kommende Jahr sei mit einem Wirtschaftswachstum von 3 Prozent zu rechnen, sagte Scheidegger in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag".

In einem positiven Szenario seien sogar 4 Prozent Wachstum möglich. Bereits im letzten Jahr habe die Schweizer Wirtschaft die Pandemie deutlich besser gemeistert als in den Nachbarländern. Während der Einbruch in der Schweiz rund 3 Prozent betragen habe, hätten Deutschland und Österreich einen Rückgang von 6 Prozent hinnehmen müssen.

In Frankreich und Italien habe das Minus sogar 9 Prozent betragen. Nach Schätzungen des Bundes summiert sich der ökonomische Verlust für die Schweiz seit dem Ausbruch der Pandemie auf 72 Milliarden Franken.

In der Regel verzeichnet die Schweizer Wirtschaft jährliche Wachstumsraten von rund 1,7 Prozent. Im Dezember hatten die Ökonomen des Bundes einen Zuwachs von drei Prozent 2021 und 3,1 Prozent 2022 prognostiziert. Voraussetzung für den optimistischeren Ausblick sei, dass sich die Weltwirtschaft ab Sommer kräftig erhole, sagte Scheidegger.

(AWP/Reuters)

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CS-Umfrage: Hohe Bedeutung

CS-Umfrage: Hohe Bedeutung des Euro für Schweizer Unternehmen

Die Schweizer Unternehmen sind sowohl bei der Beschaffung von Vorleistungen wie auch beim Verkauf ihrer Produkte stark mit dem Ausland vernetzt. Über 80 Prozent der Unternehmen tätigen zumindest einen Teil ihrer Einkäufe in Euro, wie einer Umfrage der Credit Suisse zu entnehmen ist.

11.01.2021 09:40

Damit ist der Euro im Beschaffungsprozess der Unternehmen gemäss CS sogar etwas wichtiger als der Franken: Einen Teil ihrer Vorleistungen gegen Franken zu beziehen, gaben nämlich etwas über 70 Prozent der Befragten an - und damit weniger als beim Euro, wie der am Montag veröffentlichten CS-Devisenumfrage 2021 bei über 1000 Schweizer Unternehmen zu entnehmen ist.

Die Oberhand behält die inländische Währung allerdings noch im Verkauf: 70 Prozent der Unternehmen verkaufen nach eigenen Angaben mindestens einen Teil ihrer Waren oder Dienstleistungen gegen Franken. Lediglich 62 Prozent gaben an, auch in Euro zu fakturieren.

Neben Euro und Franken spielt noch der US-Dollar eine bedeutendere Rolle: Im Einkauf wird er von 45 Prozent und im Verkauf von 36 Prozent der Umfrageteilnehmer genutzt.

Auseinandergehende Erwartungen

Die Erwartungen der Umfrageteilnehmer über die Entwicklung der Wechselkurse ging in der Umfrage recht weit auseinander: Der Euro-Franken-Kurs per Ende 2021 wurde zwischen 0,85 und 1,20 Franken gesehen. Allerdings erwarteten etwa 80 Prozent der Unternehmen einen Kurs der Gemeinschaftswährung zwischen 1,05 und 1,10 Franken und damit in der Nachbarschaft des derzeitigen Niveaus.

Beim Dollar ging der allergrösste Teil der Befragten von einer leichten Erstarkung über die Marke von 90 Rappen aus. 45 Prozent der Unternehmen erwarteten per Ende des laufenden Jahres einen Dollar-Franken-Kurs von 0,90 bis 0,94 Franken, rund 40 Prozent sahen den US-Dollar bei 0,95 bis 1,00 Franken.

Minderheit sichert Währungsrisiken ab

Trotz der Bedeutung von Euro und US-Dollar gaben nur 40 Prozent der Unternehmen an, ihre Fremdwährungsrisiken abzusichern. Bei denjenigen, die Absicherungen vorgenommen hatten, betrug die Absicherungsquote im Durchschnitt etwa 60 Prozent. Auch die Corona-Krise habe die Befragten nicht dazu gebracht, Währungsrisiken häufiger abzusichern, schreibt die Credit Suisse.

Befragt wurden von der Grossbank zwischen Ende September und Anfang November 2020 insgesamt 1'088 Unternehmen, von denen die grosse Mehrheit international tätig war.

tp/cf

(AWP)

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CS-Manager: Hohe Aktivität

CS-Manager: Hohe Aktivität bei Börsengängen in allen Regionen

Nach dem Rekordjahr 2020 rechnet Credit Suisse auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres mit einem boomenden Geschäft mit Börsengängen. "In allen Regionen ist die Aktivität enorm", sagte Credit-Suisse-Manager David Hermer in einem am Montag veröffentlichten Interview mit Blick auf die IPO-Pipeline der Schweizer Grossbank.

11.01.2021 15:18

2020 seien die ersten drei Monate des Jahres ruhig verlaufen. "2021 ist das ganz anders." Trotz konjunkturellen Gegenwindes und der weltweiten Coronavirus-Pandemie notierten viele Börsen auf Rekordständen und die Anleger seien bereit, Risiken einzugehen. "Wir wissen nicht, wie lange das anhält, aber solange es so ist, werden immer wieder Unternehmen auf den Markt kommen."

Rund um den Globus sammelten Firmen im vergangenen Jahr nach Angaben des Datenanbieters Dealogic mit Börsengängen 318 Milliarden Dollar ein. Dabei entfiel knapp die Hälfte auf Amerika. Auch in Asien florierte das Geschäft mit Neuemissionen, während Europa den niedrigsten Wert seit einem Jahrzehnt markierte. Zu den bekanntesten US-Neuzugängen auf den Kurstafeln der Börsen zählte der Zimmervermittler Airbnb, dessen Titel sich am ersten Handelstag mehr als verdoppelten.

Auch 2021 beginnt vielversprechend. In der laufenden Woche stehen an der Wall Street mindestens acht traditionelle Börsengäng an. Es sei zwar schwer vorstellbar, dass der Gesamtmarkt und auch Credit Suisse die Vorjahresvolumen 2021 übertreffen werde, sagte Hermer, der das weltweite Kapitalmarktgeschäft des Instituts leitet. Angesichts der Pipeline seien aber in allen Regionen mehr Emissionen als im Vorjahr möglich. In Asien dürften vor allem die Platzierungen ausserhalb Chinas anziehen. "In der Region Europa, Naher Osten und Afrika sieht die Pipeline zumindest in der ersten Hälfte 2021 besonders stark aus."

Der Dealogic-Rangliste zufolge verbesserte sich Credit Suisse beim weltweiten IPO-Transaktionsvolumen 2020 auf den ersten vom sechsten Platz und verwies damit die US-Häuser Goldman Sachs und Citi auf die Plätze. Befeuerte von den Börsengängen kletterten die Erträge der Bank mit Aktien-Platzierungen (Equity Capital Markets) allein in den ersten neun Monaten 2020 um 84 Prozent auf 771 Millionen Dollar.

CEO Gottstein hilft

Hauptreiber des Erfolgs der CS bei IPOs war das Amerika-Geschäft. Davon wiederum entfiel rund die Hälfte des Volumens auf sogenannte SPACs (Special Purpose Acquisition Vehicles), die 2020 einen beispiellosen Höhenflug erlebten. SPACs sammeln mit einem Börsengang Geld ein und gehen erst danach auf die Suche nach einem Unternehmen, das sie mit dem Erlös kaufen können. Bei SPAC-Transaktionen sei die Credit Suisse mit einem Marktanteil von 20 Prozent führend, sagte Hermer. "Es ist ein Produkt, in das wir investiert haben, als es nur wenige andere anfassen wollten." Nehme man den Januar als Gradmesser, könnte das Emissionstempo im SPAC-Markt im Vergleich zu 2020 noch weiter zulegen, so der Manager.

Hermer nennt noch einen weiteren Grund, wieso Credit Suisse bei IPOs 2020 gut abschnitt: Konzernchef Thomas Gottstein. Gottstein, der früher selbst im Kapitalmarktgeschäft tätig war und im Februar den Spitzenposten als Bank-Chef übernahm, helfe, Kunden anzugehen und Mandate zu holen. "Es ist also wahrscheinlich kein Zufall, dass wir in dem Jahr erstmals seit 2007 weltweit führend bei IPOs sind, in dem einer unserer Ex-Kollegen CEO wurde."

(AWP)

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Schweizer Gesundheitssektor

Schweizer Gesundheitssektor laut Studie im Visier von aktivistischen Aktionären

Auch in der Schweiz probieren Grossaktionäre immer aktiveren Einfluss auf die Unternehmen auszuüben. Nach einem laut einer Analyse des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal (A&M) eher ruhigen Jahr 2020, dürfte im laufenden Jahr hierzulande vor allem der Gesundheitssektor vermehrt ins Visier rücken.

12.01.2021 10:31

Als Grund für die verstärkten Aktivitäten von Aktionären verweist A&M im am Dienstag veröffentlichten "A&M Activist Alert"-Bericht (AAA Report) darauf, dass aufgrund der Corona-Pandemie das Jahr 2020 eher ruhig verlaufen sei und die aktivistischen Investoren nun nach der Krise wieder angreifen dürften. Das Nachlassen sei "nur eine vorübergehende Atempause". Die besonders kritische Zeit für Unternehmen mit teilweise wirtschaftlichen Schwierigkeiten nähere sich erst.

sta/kw

(AWP)

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Corona-Pandemie sorgt für

Corona-Pandemie sorgt für neuerlichen Camper-Rekord

Das Reisen im Wohnmobil scheint für die Schweizer gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ein attraktives Vergnügen zu sein. Denn noch nie wurden von diesen Nutzfahrzeugen so viele immatrikuliert wie im vergangenen Jahr.

13.01.2021 12:15

Insgesamt wurden im 2020 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 6'005 Camper neu eingelöst. Das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Vereinigung der Schweizer Auto-Importeure Auto-Schweiz am Mittwoch mitteilte. Der bisherige Allzeithöchstwert aus dem Jahr 2019 wurde damit nochmals deutlich übertroffen.

Die Kehrseite der Pandemie zeigt sich bei der Anzahl neuer Reisecars. Angesichts des Einbruchs bei Busreisen wurden 2020 lediglich 141 Neufahrzeuge registriert - ein Rückgang um 41 Prozent. Insgesamt nahmen dank des Camper-Booms die Registrierungen neuer Personentransportfahrzeuge um rund 21 Prozent auf 6'924 Einheiten zu.

Zuversichtlich für 2021

Über alles betrachtet nahm die Anzahl an Neuimmatrikulationen von Nutzfahrzeugen um 13,5 Prozent auf 38'538 ab. Damit war der Nutzfahrzeugmarkt aber im Vergleich zu den Neuimmatrikulationen von Personenwagen weniger rückläufig.

Den grössten Rückgang verzeichneten leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen, aber auch die Immatrikulationen bei den schweren Sachentransportfahrzeuge (Lastwagen und Sattelschleppern) fiel deutlich zurück.

Für die Entwicklung des Nutzfahrzeugmarkts im Jahr 2021 sind die Auto-Schweiz-Mitglieder positiv gestimmt - vorausgesetzt, die Einschränkungen durch die Pandemie halte sich in beherrschbaren Grenzen, heisst es weiter.

sig/cf

(AWP)

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Anlegerlegende Grantham warnt

Anlegerlegende Grantham warnt vor «vollwertiger epischer Blase» an den Börsen

Für Vermögensverwalter und Börsen-Guru Jeremy Grantham ähnelt die derzeitige Aktienhausse unweigerlich der Dotcom-Blase vor rund 20 Jahren.

13.01.2021 11:30

Es sind markige Worte, welche Jeremy Grantham auf der Website des britischen Vermögensverwalters GMO veröffentlicht hat. "Der lange, lange Bullenmarkt seit 2009 hat sich nun zu einer vollwertigen, epischen Blase entwickelt. Sie ist gekennzeichnet durch extreme Überbewertung, explosiven Preissteigerungen, wahnsinnig vielen Börsengängen und hysterisch spekulativem Anlegerverhalten", schreibt Grantham  in seinem Aktionärsbrief .

Damit nicht genug: Laut Grantham wird diese Börsenhausse als eine der grössten Blasen in die  Finanzgeschichte eingehen, zusammen mit der sogenannten Südseeblase von 1720, dem spektakulären Börsencrash von 1929 und der Dotcom-Bubble um die Jahrtausendwende.

Der 82-jährige Jeremy Grantham, Gründer von GMO, ist nicht irgendwer. Wenn er seine Meinung äussert, hört die Investorengemeinde hin. Er einer jener Investoren, die sich einen "Guru-Status" geschaffen haben, indem sie diverse Blasen und Krisen prognostizierten. Er warnte schon  vor der Dotcom-Blase und 2007 vor der anrollenden Finanz- und Kreditkrise.

Die Bubbles zu früh prognostiziert

Allerdings, und das mussste der Börsen-Pessimist Grantham selber zugeben, war er oft zu früh mit seinen Warnungen. Vor dem Platzen der Dotcom-Bubble etwa warnte er bereits Anfang 1998. Er verpasste damit eine massive Aktienrallye während über zwei Jahren, bis es dann an der Börse tatsächlich zum Absturz kam. Diese Erfahrungs sei schmerzhaft gewesen, sagte Grantham einmal. 

Ähnliches scheint sich jetzt zu wiederholen. Schon Anfang Juni 2020 warnte Grantham, dass die Kursentwicklung an den Börsen im Missverhältnis stünden zur realwirtschaftlichen Entwicklung.  Er reduzierte damals den Aktienanteil von 55 auf nur noch 25 Prozent. Seither ist der Dow-Jones-Index in den USA um 21 Prozent gestiegen, der Nasdaq 100 gar um 32 Prozent. Erneut ist Grantham also einiges an Kursgewinnen entgangen.

Dass es an der Börse zu einem Rückschlag kommen wird, steht ausser Frage. Fragt sich bloss wann und in welchem Ausmass. Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller, Professor an der Yale Universität, warnte 1999 und 2007 ebenfalls vom Platzen der Börsenblasen. Er glaubt nun nicht, dass es gezwungenermassen zu einem Crash kommen werde, aber das Risiko dafür sei relativ hoch. "Es ist Zeit, vorsichtig zu sein", schrieb er Mitte Dezember.

Albert Edwards, globaler Investmentstratege bei Société Générale und ebenfalls nicht für seine übermässig positive Börsensicht bekannt, mokiert sich jedenfalls über Prognosen der Börsengurus. Er zitiert dabei eine der grössten Falschprognosen der Finanzgeschichte. Sie stammt vom US-Ökonomen Irving Fisher, der ebenfalls an der Yale Universität lehrte und 1929 sagte: "Die Aktienkurse haben das erreicht, was wie ein dauerhaft hohes Niveau aussieht". Wochen später kam es zum spektakulärsten Börsencrash des 20. Jahrhunderts, der die gesamte Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise riss.

(cash)

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Bundesrat passt Verordnungen

Bundesrat passt Verordnungen zum Schengen-Informationssystem an

Der Bundesrat hat Verordnungen zur Teilnahme der Schweiz am ausgebauten Schengener Informationssystem (SIS) verabschiedet und am Mittwoch in die Vernehmlassung geschickt. Die Eidgenössischen Räte hatten die Vorlage mit Einschränkungen gutgeheissen. Die Änderungen betreffen fünf Punkte.

13.01.2021 11:26

Die Anpassungen sind zur Übernahme der EU-Verordnungen SIS Polizei, SIS Grenze und SIS Rückkehr nötig, wie der Bundesrat mitteilte. Namentlich betreffen sie den nationalen Teil des Informationssystems und das Sirene-Büro, das automatisierte Polizeifahndungssystem (Ripol), das zentrale Migrationsinformationssystem (Zemis), Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit von Ausländern (VZAE) sowie biometrische erkennungsdienstliche Daten.

Die schweizerische SIS-Verordnung braucht etwa Anpassungen bei den Zugriffsrechten zum Beispiel für die kantonalen Waffenbüros auf Fahndungsinformationen. Auch Ausschreibungskriterien wie jene für schutzbedürftige Personen oder Ausschreibungen zur Ausschaffung.

Die VZAE muss geändert werden, damit die Fingerabdrücke und das Bild von Drittstaatenangehörigen mit einem Ausschaffungsbescheid in der Datenbank für biometrische erkennungsdienstliche Daten gespeichert werden können.

Die Regeln beim automatisierten Polizeifahndungssystem und beim Zentralen Migrationsinformationssystem ändern insbesondere, weil dieses und das Migrationsinformationssystem die Ausschreibungen im nationalen Schengener System vornehmen. Die Vernehmlassung dauert bis am 20. April.

(AWP)

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Auch Coiffeure und Reisebüros

Auch Coiffeure und Reisebüros sollen Sonntags öffnen dürfen

Nicht nur Verkaufsgeschäfte, sondern auch Dienstleitungsbetriebe wie Coiffeure oder Reisebüros sollen maximal vier Mal im Jahr am Sonntag öffnen dürfen. Die zuständige Kommission des Nationalrats hat einer entsprechende parlamentarische Initiative zugestimmt.

13.01.2021 10:58

Die kantonal festgelegten Sonntagsverkäufe soll nach dem Willen der Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) auf Dienstleistungsbetriebe ausgeweitet werden.

Die Kommission hat einem entsprechenden Vorstoss von Nationalrätin Daniela Schneeberger (FDP/BL) mit 14 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung zugestimmt, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten.

Eine Mehrheit der Kommission vertrat die Auffassung, dass eine strikte Unterscheidung zwischen Verkaufsgeschäften und Dienstleistungsbetrieben nicht mehr zeitgemäss ist. Das Sonntagsverkaufsverbot werde damit auch nicht in Frage gestellt: Es gehe einzig darum, Dienstleistungsbetrieben dieselben Möglichkeiten einzuräumen wie klassischen Verkaufsstellen.

Die Initiative geht nun an die Schwesterkommission des Ständerates. Stimmt auch diese der Initiative zu, ist sie angenommen.

(AWP)

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Schweizer Gründer sind

Schweizer Gründer sind zufriedener, erfolgreicher und weiblicher

Mehr Arbeit, aber auch mehr Zufriedenheit. Wer ein Unternehmen gründet, hat viel zu tun. Aber für die meisten lohnt es sich. Einer aktuellen Studie der FH Nordwestschweiz zufolge sind die Gründer in der Schweiz zufriedener als Angestellte und dabei auch noch erfolgreich. Und mittlerweile wagen auch immer mehr Frauen den Schritt in die Selbständigkeit.

13.01.2021 10:49

Deutlich einfacher und vor allem günstiger als vor 20 Jahren ist auch die Finanzierung geworden. Tiefe Zinsen und Crowdfunding bieten Kapitalmöglichkeiten. Zudem kommen immer mehr Gründer mit weniger Kapital aus. 1999 lag der Anteil bei lediglich 54 Prozent, die weniger als 50'000 Franken Startkapital einsetzten, 2019 kamen bereits 74 Prozent der Gründer mit dieser Summe aus.

Frauenanteil verdoppelt

Zwar ist an sich die durchschnittliche Gründungsperson nach wie vor männlich, etwas über 40 Jahre, kinderlos und verfügt über rund 22 Jahre Berufserfahrung und einen Hochschulabschluss. Allerdings hat sich in den letzten 20 Jahren der Frauenanteil verdoppelt und mittlerweile ist quasi jeder Dritte Gründer weiblich (31,6%). Zudem verfügt mittlerweile jeder zweite Gründer über einen akademischen Hintergrund, 1999 war es nur jeder Dritte.

Verringert haben sich indes die Wachstumsraten sowie die Grösse der neuen Unternehmen. Durchschnittlich habe ein Start-up bei der Gründung keine und nach 3,5 Jahren auch erst ein bis zwei Angestellte. Die durchschnittliche Arbeitszeit ist zwar vergleichbar mit einem normalen Angestellten, allerdings steigt der Anteil der Gründer, die auch noch in einer Nebenbeschäftigung angestellt sind.

Mit Erfolg zufrieden

Die Zufriedenheit der Gründer ist durchwegs auf einem recht hohen Niveau, wenn auch etwas tiefer als vor 20 Jahren. 83 Prozent geben gemäss der Studie an, erfolgreich zu sein. Zufrieden mit der allgemeinen finanziellen Situation sind indes nur noch 47 Prozent nach 57 Prozent im Jahr 1999. Die persönliche Zufriedenheit ist mit 87 Prozent aber weiterhin sehr hoch. Zudem würden fast zwei Drittel ihre Selbständigkeit auch bei einem guten Jobangebot aus der Wirtschaft nicht aufgeben. Und das, obwohl der Verdienst leicht tiefer liegt.

Die Zukunftsaussichten für die nächsten zwei Jahre wird als sehr positiv eingeschätzt, fast 80 Prozent der Befragten erwartet - trotz Umfrage während der Corona-Krise - eine Umsatzzunahme. Die Motivation, heutzutage ein Unternehmen zu gründen, ist quasi die gleiche wie vor 20 Jahren: An erster Stelle stehen dabei Faktoren wie Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit und die Umsetzung eigener Ideen.

dm/ra

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Corona-Pandemie weckt

Corona-Pandemie weckt Begehren nach Schweizer Logistikimmobilien

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch das Verhalten der Investoren am Schweizer Immobilienmarkt. Nach den Wohnimmobilien dürften im laufenden Jahr nun verstärkt Logistikimmobilien in den Fokus geraten, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens EY zeigt.

13.01.2021 10:00

Für Investoren bleibe die Schweiz auch 2021 "ein attraktiver bis sehr attraktiver" Immobilienmarkt, schreibt EY in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Zumindest sehen das 99 Prozent der für die Studie befragten Investoren so.

Allerdings bevorzugen diese ganz bestimmte Nutzungsklassen. So präferieren 73 Prozent der Befragten Investments in Wohnimmobilien. Dahinter folgen Logistikimmobilien (32%), die sich gemäss EY als "Rising Stars" der Pandemie entpuppet haben. Wie schon im Vorjahr weit abgeschlagen ist dagegen der Detailhandel - hier sieht fast keiner der Befragten einen starken Fokus seiner Anlagestrategie (1%).

Preise für Wohnimmobilien steigen weiter

75 Prozent der Befragten erwarten ausserdem ein vermehrtes Aufkommen von sogenannten "Sale-and-Lease-back-Transaktionen". Bei diesem Finanzierungsmodell werden Immobilien an einen Investor verkauft und zur sofortigen Nutzung zurückgemietet.

Was die antizipierte Kaufpreisentwicklung angeht, erweist sich das Wohnsegment erneut als Fels in der Brandung. Diesbezüglich erwarten die Umfrageteilnehmer abhängig von der Lage überwiegend steigende und gleichbleibende Preise. Ähnliches gilt für Logistikimmobilien.

Von diesen beiden Segmenten abgesehen, prägen 2021 jedoch sinkende Preiserwartungen das Bild. Im Gegensatz zum Vorjahr sind von diesen Erwartungen allerdings nicht nur Immobilien in der Peripherie betroffen.

Business-Hotellerie unter Preisdruck

Vor allem die Business-Hotellerie sieht sich gemäss EY mit negativen Entwicklungsaussichten, Insolvenzrisiken und damit fallenden Preisen konfrontiert. Allerdings ist nach Ansicht der Befragten auch bei Detailhandelsflächen und sogar bei Büroimmobilien ausserhalb der 1-A-Lagen" mit einer negativen Preiskorrektur zu rechnen.

In Bezug auf das Transaktionsvolumen erwarten 79 Prozent der Befragten für das Jahr 2021 eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Lediglich 15 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sich das Investitionsvolumen im Jahr 2021 rückläufig entwickeln werde (Vorjahr: 17%).

sig/pre

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Verlierer-Aktien: Wie Anleger

Verlierer-Aktien: Wie Anleger mit den «Leichen im Keller» umgehen sollten

Fast jeder Anleger besitzt Aktien, die einfach nicht vom Fleck kommen oder gar beständig an Wert verlieren. Aussitzen und hoffen ist ein schlechter Ratgeber. Vielmehr lohnt sich entschiedenes und objektives Handeln.

14.01.2021 07:23

Von Manuel Boeck

Karl Meier hat vor einem Jahr für 10'000 Franken Aktien von einem Unternehmen gekauft. Damals dachte er noch, dass dieses Investment ein guter Entscheid gewesen sei. Er erwartete eine gute Rendite. Nach einem Jahr befindet sich das Investment deutlich im Minus. Karl erscheint dieser Umstand aber nicht problematisch, solche Schwächephasen müsse man halt aussitzen, denkt er sich.

Der Entscheid von Karl, so das fiktive Beispiel, ist per se nicht falsch. Er befolgt mit dem Festhalten seine "Buy and Hold"-Strategie, die sich als passive Analagestrategie bewährt hat. Denn stetige Käufe und Verkäufe von Wertschriften und die damit verbundenen Trading-Gebühren entfallen auf diese Weise. Ganz gemäss der Börsenwahrheit: "Hin und her macht Taschen leer".

Mehr zu bewährten Anlagestrategien:

Diese Methoden überlassen nichts dem Zufall

Alles gut? Nein, diese Strategie funktioniert nur, wenn auch die Aktien die entsprechende Qualität aufweisen. Verliert der Titel über Jahre an Wert, spricht dies in der Rückschau gegen die Investition. Denn eine andere Börsenwahrheit besagt: "Der Markt hat immer recht". 

Nun, die allermeisten Anleger machen eines richtig: Sie überprüfen ihr Portfolio regelmässig - ob jährlich, vierteljährlich oder monatlich. Sie beurteilen dabei, ob eine Aktie die gewünschte Rendite erreicht hat und nehmen unter Umständen Änderungen im Portfolio vor. Aber woher kommen dann die ungewollten Depotleichen?

Verlustaversion führt zu riskanteren Entscheiden

Zahlreiche Studien belegen an den Finanzmärkten den sogenannten Dispositionseffekt: Wenn der Aktienkurs nach dem Kauf gesunken und ein Verlust eingetreten ist, neigen Anleger dazu, zu lange mit dem Verkauf zu warten. Umgekehrt tendieren Anleger dazu, nach einem Kursanstieg über den Einstandskurs die gewinnbringende Aktie zu früh zu verkaufen.

Dieses Phänomen lässt sich durch Verlustaversion erklären: Vor jeder Entscheidung, etwa zu einem Aktienkauf oder -verkauf, setzen Anleger einen Referenzpunkt, auf den sie mögliche Gewinne oder Verluste beziehen. Bei Verkaufsentscheidungen nach einem Aktieninvestment ist dies meist der Einstandskurs.

Menschen messen dabei Verlusten eine höhere Bedeutung zu als Gewinnen - im Schnitt wird ein Verlust mehr als zweimal so stark empfunden wie ein Gewinn. Die Problematik des menschlichen Verhaltens reicht sogar noch weiter. So steigt die negative Nutzenkurve bei zunehmendem Verlust weniger stark an. Deutsch und deutlich: Ob man 1400 oder 1500 Franken in den Sand setzt, macht gefühlt einen weitaus geringeren Unterschied als ob man nichts oder 100 Franken verliert. 

Dies hat zwei Konsequenzen: Hat ein Anleger schon einen Verlust auf einer Aktienposition, dann werden zusätzliche Verluste gefühlt immer weniger stark empfunden. Zweitens kommt einer einprozentigen Verringerung eines Verlustes eine grössere Bedeutung zu als einem einprozentigen Gewinn. Dieses Verhaltensmuster führt dazu, dass Anleger bestehende Verliereraktien nicht rechtzeitig verkaufen, sondern mit der Hoffnung auf eine Erholung weiter behalten - alternative Investments mit einer erwarteten positiven Rendite werden übergangen. Im schlechtesten Fall wird noch hinzugekauft und in ein fallendes Messer gegriffen.

Lösung: Eigenes Verhalten austricksen

Es ist paradox: Die Verlustaversion führt daher dazu, dass Anleger bei Verliereraktien risikofreudiger sind als bei ihren Gewinnern. Dies ist auch wissenschaftlich belegt. Anleger verkaufen eher Gewinner- als Verliereraktien - der Fehler kostet 4,4 Prozent Rendite. Der einzige Ausweg aus diesem Verhaltensmuster besteht darin, die Kauf- und Verkaufsentscheide möglichst objektiv und ohne Emotionen anzugehen.

Die beste Möglichkeit, dem eigenen Verhalten ein Schnippchen zu schlagen, besteht darin, den Einstandspreis, die bisherige Rendite und den historischen Kursverlauf des Titels auszublenden. Eine ausgedruckte Portfolioliste mit dem aktuellen Positionswert genügt dazu. 

Folgende Frage müssen sich Anleger im nächsten Schritt stellen: Welche Erwartungshaltung besteht gegenüber den Titeln? Dabei können Kennzahlen, Unternehmensnachrichten und Analystenberichte hinzugezogen werden. Im Endeffekt sollte der Anleger eine Vorstellung über die Rendite haben, die seine Portfoliopositionen zukünftig bieten sollen.

Wie Anleger eine Aktie beurteilen können:

Ist eine Aktie teuer oder billig? Das zeigen diese Zahlen
Warum Sie «teure» Aktien trotz allem beachten sollten

Alleiniger Blick auf die Zukunft

Diese Betrachtung bietet gleich zwei grosse Vorteile: Eine Aktie wird unabhängig der bisherigen Rendite komplett neutral beurteilt. Einzig die zukünftige Erwartung zählt. Es ist aufgrund dieser Betrachtungsweise sogar gut möglich, dass sogenannte "Leichen" aus guten Gründen im Portfolio behalten werden. Ebenso werden die sogenannten Gewinner-Aktien nicht zu früh verkauft.

Zweitens können so auch die Opportunitätskosten jeder anderen Option berücksichtigt werden. Unter Opportunitätskosten versteht man hier den entgangenen Ertrag, der bei einem alternativen Aktienkauf möglich gewesen wäre.  Denn neben den bestehenden Positionen, verfügen Anleger meist über Aktien, die sie seit geraumer Zeit beobachten und interessant finden. Ist die erwartete Rendite einer Aktie im Portfolio kleiner als beim schon lange beobachteten Titel, liegt nur eine rationale Entscheidung auf der Hand. Position verkaufen und den neuen Titel aufnehmen.

Für Karl bedeutet dies, dass er Verluste nicht aussitzen, sondern sein Portfolio in regelmässigen Abständen überprüfen sollte. Das wichtigste dabei: Die Vergangenheit ausblenden, Fehler eingestehen, neu beurteilen und schlussendlich ohne Emotionen handeln. Dem endlosen Halten von Verlierer-Aktien und Depotleichen wird damit ein Riegel geschoben.

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Arbeitgeberverband rechnet

Arbeitgeberverband rechnet mit Stellenabbau in mehreren Branchen

Angesichts der neuen Einschränkungen zur Bekämpfung der Coronapandemie rechnet der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) mit einem weiteren Stellenabbau in mehreren Branchen.

14.01.2021 13:45

"Prekär geht es im Maschinenbau und im Tourismus zu", sagte SAV-Chefökonom Simon Wey am Donnerstag in einer Online-Medienkonferenz zur Vorstellung des neuen Beschäftigungsbarometers des Arbeitgeberverbands. Der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) sei von der Coronakrise zu einem Zeitpunkt getroffen worden, als sie bereits mit einem starken Franken und einem empfindlichen Nachfragerückgang aus der EU, den USA und China zu kämpfen gehabt habe.

Trotz der Erholung im Sommer blieben die Beschäftigungsaussichten verhalten bis schlecht. "Die neuen Unsicherheiten als Folge der wieder restriktiveren Schutzmassnahmen sowie erneuter Lockdowns in wichtigen Absatzmärkten dürfte die Situation weiter eintrüben", heisst es im Beschäftigungsbarometer des SAV, der künftig halbjährlich veröffentlicht werden soll.

Im bereits von der ersten Welle hart getroffenen Gastgewerbe drohten erneut Firmenkonkurse und Stellenverluste. "Die Gefahr besteht, dass wichtige Teile der Infrastruktur verloren gehen", heisst es im Bericht. Auch im Bau sind die Aussichten nicht rosig: Während die Geschäftslage in den meisten Unterbranchen des Baugewerbes wieder leicht positiv seien, bleibe die Beschäftigung im negativen Bereich, stellt der SAV fest.

Vogt rechnet mit über 200'000 Arbeitslosen

Beim Grosshandel ist die Lage gemischt. Während einzelne Bereiche wie etwa der Grosshandel mit Spielwaren profitiert hätten, sieht es in anderen Bereichen düster aus: "Geht die Nachfrage nach Produkten in Branchen wie der Gastronomie und Beherbergung oder auch der MEM-Industrie aufgrund von verschärften Corona-Massnahmen zurück, bleibt auch der Grosshandel davon nicht verschont." Und beim Detailhandel schlagen die neuen Schliessungen von Läden des nicht täglichen Bedarfs durch, auch wenn die Einschränkungen nicht so umfassend sind wie in der ersten Welle im Frühling.

Das Ausmass der Stellenabbauwelle sei aber wegen der grossen Unsicherheiten nicht zu beziffern, sagte SAV-Chefökonom Wey. SAV-Präsident Valentin Vogt rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf über 200'000 Betroffene.

Ende Dezember waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 163'545 Personen eingeschrieben, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vergangene Woche bekannt gegeben hatte. Das sind satte 40 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Arbeitslosenquote stieg Ende Jahr auf 3,5 Prozent. Im Dezember 2019 - also in der Vor-Corona-Zeit - hatte sie noch bei sehr tiefen 2,5 Prozent gelegen.

"Gewisse Unternehmen werden Leute entlassen müssen, weil die Substanz fehlt", sagte Vogt. Zudem werden die Unternehmen viel weniger Leute einstellen. Die Einstellungsstopps dürften sich stärker auswirken als die Entlassungen. Der Arbeitgeberpräsident hofft auf die Impfungen. Nur diese würden Normalität und Stabilität zurückbringen.

(AWP)

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CS-Ökonomen erwarten trotz

CS-Ökonomen erwarten trotz zweiter Welle Wirtschaftswachstum

Die Ökonomen der Credit Suisse erwarten trotz der zweiten Pandemiewelle weiterhin ein klares Wirtschaftswachstum.

14.01.2021 16:00

Die Ökonomen der Credit Suisse erwarten trotz der zweiten Pandemiewelle und den verschärften Massnahmen des Bundes 2021 weiterhin ein klares Wirtschaftwachstum. Der wirtschaftliche Schaden der zweiten Welle werde deutlich geringer sein als derjenige der ersten Welle und die Wirtschaft werde sich im Verlauf dieses Jahres erholen.

Die CS-Experten bleiben insgesamt bei ihrer Einschätzung, wonach das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) im laufenden Jahr um rund 3,5 Prozent wachsen wird, wie einer am Donnerstag veröffentlichten Studie zu entnehmen ist. Im "Pandemie-Jahr" 2020 hatte sich das Schweizer BIP gemäss den CS-Schätzungen noch um 3,2 Prozent zurückgebildet.

Dank der nun verfügbaren Corona-Impfung sei ein Ende der Pandemie in Sicht. Zudem habe die Wirtschaft gelernt, mit den Einschränkungen umzugehen, begründen die CS Ökonomen ihre Zuversicht. Die vergleichsweise optimistische Prognose werde aber nur eintreffen, wenn es gelinge, die Fallzahlen mit den ergriffenen Massnahmen zu stabilisieren oder zu senken. Entscheidend sei zudem eine hohe Impfbereitschaft in der Bevölkerung.

Weniger einschneidend

Die neuen Lockdown-Massnahmen seien trotz der erneuten Verschärfung deutlich weniger einschneidend als in der ersten Welle, so die CS. So seien während des Lockdowns im Frühling 2020 ein Drittel aller Güter und Dienstleistungen für die Konsumenten nicht oder nur stark erschwert erhältlich oder zugänglich gewesen - derzeit seien es nur rund 15 Prozent.

Zudem seien die Schulen offen und die Kinderbetreuung gewährleistet. Nachholkäufe würden zudem die Auswirkungen auf den von den neusten Einschränkungen stark betroffenen Non-Food-Detailhandel abfedern.

Keine Entlassungswelle

Dank der Impfung sei auch ein Ende des Ausnahmezustands abzusehen. Diese Wissen um die "Endlichkeit der Krise" lasse erwarten, dass es in den kommenden Monaten nicht zu einer starken Entlassungswelle kommen werde, glauben die Ökonomen.

Selbst diejenigen Unternehmen, die vorübergehend schliessen müssen, hielten ihre Angestellten möglichst in Kurzarbeit. Entscheidend sei, dass die Unternehmen bis dahin ihre Fixkosten tragen könnten, was angesichts der vorgesehenen staatlichen Unterstützungsprogramme aber realistisch sei.

Auch wenn sich der der Aufschwung mit dem neuen Lockdown nochmals verzögere, erwarten die CS-Experten eine BIP-Entwicklung, die einem "schiefen V" gleicht. Derzeit und wohl bis Ende des ersten Quartals 2021 befinde man sich im "schiefen beziehungsweise sogar leicht sinkenden Teil der Erholung", heisst es.

(AWP)

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«An der Börse sollte man auch

«An der Börse sollte man auch mal auf die Schnauze fallen, erst dann lernt man»

Sarah Gilgen ist Hobby-Traderin auf der Plattform Wikifolio. Im cash-Interview verrät sie ihre Anlagestrategie, auf welche Aktien und Trends sie setzt und warum sie Anlegern derzeit eine hohe Cash-Quote empfiehlt.

https://www.cash.ch/news/top-news/cash-interview-der-boerse-sollte-man-a...

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Schweizer Hotels mit

Schweizer Hotels mit Übernachtungseinbruch im November

Im Monat November haben in den Schweizer Hotels erneut deutlich weniger Gäste eingecheckt als im Vorjahr. Gegenüber dem Vorjahr brachen die Übernachtungen in dem Monat um rund 57 Prozent auf 890'000 ein, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte. Das waren etwa 1,2 Millionen weniger als in der Vorjahresperiode.

15.01.2021 09:05

Damit war auch der Start in die Wintersaison ein Reinfall für die Tourismusindustrie. Bereits in den Sommermonaten Mai bis Oktober gingen mehr als 9 Millionen Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr verloren. Im Zeitraum von Januar bis November 2020 brachen 14,6 Millionen Übernachtungen oder fast 40 Prozent weg.

Besonders stark fiel der Rückgang bei den ausländischen Gästen ins Gewicht. Hier kamen im November fast 83 Prozent weniger, es wurden nur noch 187'000 Logiernächte verbucht. Aber auch die inländischen Gäste generierten mit lediglich 704'000 Übernachtungen knapp 30 Prozent weniger.

dm/tt

(AWP)

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Nationalbank sichert sich die

Nationalbank sichert sich die Marke «E-Franken»

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will sich auch die digitale Version des Frankens sichern.

15.01.2021 13:10

Die SNB hat beim Schweizer Patentamt die Marken "E-Franken", "Digitaler Franken" und "Digitaler Schweizer Franken" in insgesamt 13 Versionen in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch eintragen lassen.

Die Gesuche der SNB um den Markenschutz wurden laut den Daten des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (Swissreg) Ende Dezember 2020 hinterlegt und sind derzeit noch hängig. Am Donnerstag hatte die "Handelszeitung" über die Einträge berichtet.

Die SNB hatte im vergangenen Jahr Versuche mit einem eigenen Digitalgeld durchgeführt. Dabei ging es allerdings um einen "E-Franken", der lediglich für Finanzinstitute zugänglich wäre. Getestet wurde der Einsatz des Digitalgeldes auf der Handelsplattform der geplanten Digitalbörse SDX.

Die Versuche sollten die Machbarkeit einer solchen Zentralbank-Digitalwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) beweisen. Die Tests bedeuteten aber noch nicht, dass die SNB nun eine eigene Digitalwährung ausgeben werde, betonte SNB-Direktorin Andréa Maechler damals. Nicht geplant sei insbesondere die Einführung eines "E-Franken", der auch von Konsumenten eingesetzt werden könnte.

(AWP)

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Schweizer Tops und Flops der

Schweizer Tops und Flops der Woche: Zocker-Aktien und Schwergewichte gefragt

Am Schweizer Aktienmarkt ging es diese Woche am breiten Markt hoch her. Insbesondere Aktien von kleinkapitalisierten Firmen erlebten ein kleines Comeback. Unter den Blue Chips konnte Roche überzeugen.

15.01.2021 14:31

Von Henning Hölder

Die zweite Handelswoche des neuen Jahres hätte, gemessen am Gesamtmarkt, kaum ruhiger verlaufen können. Der Swiss Performance Index (SPI) weist für diese Woche (Stand Freitagnachmittag) ein Kursplus von 0,3 Prozent auf. Doch unter den Einzelwerten hat sich so einiges getan. Insbesondere am breiten Markt konnte man ein kleines Comeback kleinkapitalisierter Aktien, denen mitunter auch der Ruf als Zocker-Aktien ereilt, beobachten.  

So geht die Auszeichnung als Wochenbester diese Woche an Obseva (+77%). Das auf Frauenmedizin fokussiertes Biotech-Unternehmen konnte am Montag die Annahme des Zulassungsantrags für einen Produktkandidaten zur Behandlung von Gebärmutterfibroiden von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) vermelden. Für richtig Schwung sorgten aber erst die Neuigkeiten vom Freitag. Händler verwiesen auf eine JPMorgan Healthcare-Konferenz, bei der sich auch Obseva vorgestellt habe. Zudem gebe es derzeit Experten, die dem Unternehmen deutliches Aufholpotenzial zusprechen.

Eine regelrechte Kursexplosion erfuhr diese Woche auch Blackstone Resources (52%). Die Aktie befindet sich bereits seit letzter Woche im Aufwind. Das im Bereich Batterietechnologie tätige Unternehmen konnte letzte Woche vermelden, dass die Europäische Kommission im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 ein Innovationsprojekt unterstützt, an dem Blackstone Resources beteiligt ist. Ausserdem erhält Blackstone eine Finanzierungshilfe in Form einer Wandeldarlehen in Höhe von bis zu 20 Millionen Franken. Bei kleinkapitalisierten Firmen können solche Nachrichten für hohe Kursauschläge sorgen.

Kräftige Verluste am breiten Markt mussten hingegen die Aktien von Temenos (-13%) hinnehmen. Der Spezialist für standardisierte Bankensoftware hat auch im vierten Quartal 2020 die Folgen der Coronakrise gespürt und einen klaren Umsatzrückgang hinnehmen müssen, wie die Genfer diese Woche mitteilten.

Bei den Blue Chips waren diese Woche die Aktien von Credit Suisse gefragt (+3,3%). Die Grossbanken profitieren derzeit von einem günstigen Geschäftsumfeld, etwa durch den anhaltenden Zinsanstieg in den USA. Dort erreichte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe diese Woche einen Wert von bis zu 1,3 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Ausbruch der Corona-Pandemie in der westlichen Welt im vergangenen Frühjahr.

Ausserdem zogen diese Woche die Genusscheine des Pharmariesen Roche (+4,3%) an. Laut Händlern handle es sich in erster Linie wohl um eine Gegenreaktion auf die Abschläge der Vorwoche. Auch Schwergewicht Novartis schafft es mit einem Wochenplus von 2 Prozent auf die vorderen Plätze. Die Deutsche Bank meldete diese Woche, die Abdeckung des Pharmatitels mit dem Rating "Buy" und dem Kursziel 100 Franken wieder aufzunehmen.

Grösster SMI-Verlierer ist diese Woche Geberit (-4,2%), auch Sika (-3,5%) verliert überdurchschnittlich. Bei beiden Titeln dürften Gewinnmitnahmen für die Kursverluste verantwortlich sein, die diese Woche jeweils mit der Vorlage der ersten Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr eingesetzt hatten. Sowohl die Sanitärtechnikfirma als auch der Bauchemiekonzern wussten an sich mit ordentlichen Zahlen aufzuwarten.

Mit Material von AWP.

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Fünf Schweizer «Nachhinker

Fünf Schweizer «Nachhinker-Aktien», die für 2021 einen Blick wert sind

Längst nicht alle Aktien im Schweizer Markt haben die Erholung im letzten Jahr mitgemacht. cash.ch sagt, bei welchen im Kurs zurückgebliebenen Aktien die Hoffnung auf neue Kursanstiege berechtigt ist.

Aktualisiert um 08:05

Von Marc Forster

Viele Schweizer Aktien sind nach dem Corona-Crash seit Mitte des vergangenen Jahres im Kurs sehr gut gelaufen. Der Gesamtmarkt in Gestalt des Swiss Performance Index (SPI) ist weniger als 100 Punkte von seinem Rekordstand von 13'570 Punkten im Februar 2020 entfernt.

Das macht die Wahl von Aktien schwieriger, in die noch mit guten Renditechancen investiert werden kann. Als Ausweg bieten sich Aktien an, die im Kurs sichtbar zurückgeblieben sind: Davon gibt es noch viele. Interessant aber sind Titel, bei denen die Investoren noch nicht bereit sind, positive Gesichtspunkte einzupreisen: Das sind schon weniger. 

Es besteht daher immer eine grössere Unsicherheit. Sind die Kurse zurecht so tief, oder schlummert einfach noch zu wenig anerkanntes Potential? cash.ch setzt auf letzteres und sieht folgende fünf Titel als solide Investments für eine längere Haltedauer:

Valora – Lockdowns dauern (hoffentlich!) nicht ewig

Direkt oder über Franchisen bieten unter dem Valora-Dach Kioske, Kaffeemarken, Sandwich-Stände und Bäckereien ihre Waren an. In Zeiten von Lockdowns, Homeoffice und in der Folge weniger Publikumsverkehrs ist dies ein schlechtes Konzept. Das Kursminus gegenüber Anfang 2020 liegt bei 38 Prozent. Der Beginn der zweiten Corona-Welle im Oktober drückte den Kurs von fast 180 auf knapp 130 Franken.

Die Valora-Aktie seit Anfang 2020 (Grafik: cash.ch).

Doch die Impfstoff-News im November haben diese Delle wieder ausgeglichen. Alles in allem dürfte Valora am Aktienmarkt zu stark abgestraft worden sein. Das Unternehmen ist solide finanziert. Der Dividendenverzicht wegen Corona schmerzt, dient aber der Sicherung des Handelskonzerns. Vor der Pandemiekrise lag die Rendite etwa bei 4,5 bis 5 Prozent. Dies kann wiederkehren.

Valora hat (mit der möglichen Ausnahme des Tabak- sowie Buch- und Zeitungshandels) die passenden Marken und Produkte. Die Investoren sind noch vorsichtig, weil das Ende der Lockdowns nicht richtig abgeschätzt werden kann. Doch ewig dauern – so muss man doch hoffen – werden diese nicht. Valora dürfte von einem Nachholkonsum profitieren, wenn sich die Menschen wieder bewegen dürfen. 

MCH Group – Das Gröbste ist durchgestanden

Das Bad-News-Unternehmen MCH Group oder schlicht Messe Schweiz wirkt wie ein grosses Anlegerrisiko. 2019 geriet die Uhrenausstellung Baselworld unter Druck, ein Jahr später kam Corona mit der Absage grosser Messen und Publikumsveranstaltungen. Aber auch üble Führungsfehler und Aktionärsstreite spielten eine schlechte Rolle.

Von 71 Franken Mitte 2017 fiel der Kurs bis April 2020 auf 10 Franken. Nach einem Zwischenhoch im Sommer liegt der Kurs bei 12,50 Franken.

Nach zwei Kapitalerhöhungen sieht die Lage aber langsam wieder besser aus. Der Umbau der Gruppe kann weitergehen, soeben wurde ein Umbau des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung bekanntgeben. Nimmt die Neuausrichtung Gestalt an, profitiert auch der Kurs. Ausserdem: Neu-Grossaktionär James Murdoch wird es kaum gern sehen, wenn sein Investment weiterhin kursmässig am Boden entlangkriecht.

 

Personalien - MCH baut Geschäftsleitung und Verwaltungsrat weiter um https://t.co/vrUuOpr6lG pic.twitter.com/8qOA3kX673

— cash (@cashch) January 17, 2021

 

Vaudoise-Versicherungen – Solide, auch online

Klein, aber fein: Die Vaudoise Assurances beschränken ihr Angebot auf die Schweiz und schwergewichtig die Romandie. Klein ist auch der Handel. Der Free Float ist recht gering, die Liquidität im Handel eher tief. Die Vaudoise ist eine kotierte Gesellschaft, die bei Kapital und Stimmen stark von einer Genossenschaft dominiert ist.

Seit der ersten Erholung vom Corona-Schock im April schwankt der Kurs gering zwischen etwa 450 und 470 Franken. Im Januar hatte der Aktienpreis über 600 Franken betragen.

Aufregend sind die Aktie und das Unternehmen nicht. Die Vaudoise baut das Onlinegeschäft aber mit Erfolg aus und engagiert sich in Kooperationen. Die Dividende dürfte trotz schwächeren Resultaten im Coronajahr beibehalten werden. Wenn Investoren die Schweizer Versicherer wieder mehr berücksichtigen – verdient hätten sie es – wird auch die kleine, feine Vaudoise-Aktie profitieren.

Novartis – Zu Roche übergewichten

Der SMI umfasst einige Titel, die noch lange nicht zu den hohen Kursen von Anfang 2020 aufgeschlossen haben: Die Dividendenkönige Swiss Re und Zurich, die Grossbanken und auch die Pharma-Titel. Die interessanteste Aktie dabei dürfte derzeit Novartis sein.

Sicherlich, der Pharmakonzern steht vor Herausforderungen: Patentabläufe, starke Konkurrenten vor allem in der Krebsforschung, der Druck auf die Medikamentenpreise. Wegen des Fehlens eines Corona-Impfstoffprogramms hat Novartis in den vergangenen Monaten an Beachtung verloren.

Für die Nach-Corona-Zeit ist der innovative Konzern weiter interessant. Als defensives Langfrist-Investment und passable Dividendenzahler bleiben Pharma-Aktien wichtig. CEO Vas Narasimhan hat die Energie beweisen, den Konzern auch technologisch und digital voranzubringen. Gegenüber Roche, wo sich einige Probleme aufgetan haben - Nachahmerprodukte, befürchtete Umsatzrückgänge und Wechselkurse - sollte Novartis in Moment übergewichtet werden. Und: Eine rasche Erhöhung der Medikamentenpreise in den USA durch die Regierung Biden erwarten die Experten mittlerweile nicht mehr. 

Vifor – Der Wachstumskurs ist intakt

Das Pharmaunternehmen Vifor ist ein paar Nummern kleiner als Novartis und Roche. Mit Medikamenten gegen Eisenmangel wie Ferinject oder Kaliumüberschuss wie Veltassa ist es in Nischen zuhause, ist aber auch mit Mitteln gegen Nierenleiden am Markt vertreten. Vifor hat zu spüren bekommen, dass wegen Corona andere Behandlungen verschoben werden und weniger Nachfrage nach den Medikamenten vorhanden ist.

2019 hatten die Valoren um 73 Prozent zugelegt. Im vergangenen Jahr ging der Kurs um 20 Prozent zurück. Die einsetzende Skepsis des Marktes gründete in mittelmässig guten Resultaten und einer Ferinject-Studie vom vergangenen September, bei der Schwächen offenbar wurden.

Doch so gravierend sind diese nicht: Die Wachstumsaussichten für Ferinject sind intakt. Der Umsatz mit dem Medikament soll bis 2025 auf zwei Milliarden Franken verdoppelt werden. Vifor wird in Finanzkreisen auch als Übernahmekandidat gehandelt, wobei diese wohl die Zustimmung von Grossaktionär Martin Ebner benötigen würde. Vifor selbst betonte im Dezember den Alleingang und will auch mit Zukäufen wachsen – eine gute Idee, solange diese nicht zu teuer werden.

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Wandelanleihemarkt vor gutem,

Wandelanleihemarkt vor gutem, aber nicht grossartigem Jahr

2020 war für Wandelanleihen ein Super-Jahr, 2021 dürfte für die Mischpapiere aus Aktien und Bonds jedoch wieder ein etwas normaleres Jahr werden.

17.01.2021 14:18

Im vergangenen Jahr übertraf das Emissionsvolumen von Wandelanleihen zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt die Marke von 100 Milliarden Dollar. Denn dieses Marktsegment bot einen Rettungsanker für finanziell gestresste Unternehmen. Die Emittenten konnten Preise erzielen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, und in einem Rezessionsumfeld schnitten Wandelanleihen besser ab als der S&P 500 und der technologielastige Nasdaq-100-Index.

"2020 war ein aussergewöhnliches Jahr", sagte Michael Voris, globaler Leiter Wandelanleihefinanzierung bei Goldman Sachs. Die US-Bank begleitete in dem Jahr die meisten aktiengebundenen US-Emissionen, geht aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervor.

Nun stellt sich die Frage, ob auch 2021 für Wandelanleihen ein Super-Jahr sein wird. Zunächst einmal müssten die Zinsen niedrig und die Aktienkurse hoch bleiben. Grössere Unternehmen, die grössere Volumina mit sich bringen würden, müssten die Mischpapiere begeben, anstatt andere Kapitalmärkte anzuzapfen. Die Fusions- und Übernahmeaktivitäten müssten zunehmen, und auch die traditionellen Emittenten müssten weiterhin die Zwitter-Papiere begeben.

Santosh Sreenivasan, Leiter aktiengebundene Kapitalmärkte Americas bei JPMorgan Chase, rechnet mit einem geschäftigen ersten Quartal für Wandelanleihe-Platzierungen, aber einer bescheideneren Emissionstätigkeit im Vergleich zu 2020.

"Dieses Jahr könnte das Volumen im Bereich von 60 bis 80 Milliarden Dollar liegen, wenn die Neuemissionsquote vom vierten Quartal hochgerechnet wird", sagte er. Zum Vergleich: 2019 belief sich das Gesamtvolumen laut von Bloomberg zusammengestellten Daten auf knapp 54 Milliarden Dollar.

Jahr der Null-Coupons

Technologie- und Gesundheitsunternehmen dürften in naher Zukunft mehr Hybridbonds an den Markt bringen, angelockt von der Aussicht auf kostenlose Finanzierung.

Rund 20 Unternehmen begaben 2020 Wandelanleihen mit einem seltenen Kupon von null. Das ist laut Voris von Goldman die höchste Zahl, die er je erlebt hat. Dies könnte kurzfristig die Aktivitäten anschieben, da Unternehmen versuchen, die Gunst der Stunde für Kapitalbeschaffung zu nutzten, während ihre Aktienkurse sowohl hoch als auch volatil bleiben.

Die Wandelanleihe-Offerten von Square für 2020 sind ein Beispiel für den Trend. Anfang März begab das Unternehmen Anleihen im Wert von 1 Milliarde Dollar mit einem Kupon von 0,125 Prozent und einer Wandlungsprämie - oder dem Punkt, an dem die Schuldverschreibungen in Stammaktien umgewandelt werden können - von 50 Prozent. Als die Gesellschaft nach einer Rally ihres Aktienkurses von fast 150 Prozent Anfang November wieder am Markt war, erzielte sie einen Nullkupon und eine Wandlungsprämie von 62,5 Prozent.

Neue Emittenten

Die Outperformance von Wandelanleihen trug Bankern zufolge auch dazu bei, die Emissionen neuer Schuldverschreibungen auf ein Rekordniveau zu treiben. Der Bloomberg Barclays US Convertibles Index kam 2020 auf einen Ertrag von 50 Prozent und übertraf damit die 18 Prozent beim S&P 500 und die 47 Prozent des Nasdaq-100-Index.

"Wandelanleihen entwickelten sich erwartungsgemäss, als die Märkte in Turbulenzen gerieten", sagte Joe Wysocki, Co-Portfoliomanager des 1,3 Milliarden Dollar schweren Calamos Convertible Fund. Auch tauchten untypische Wandelanleihe-Emittenten auf wie beispielsweise die Reiseunternehmen CarnivalNorwegian Cruise Line, Royal Caribbean Cruises, American Airlines oder Dick’s Sporting Goods - alle aus Branchen, die seit der Finanzkrise selten den Wandelanleihemarkt angezapft haben.

"Als die Märkte die Aktien dieser Unternehmen so bewerteten, als ob der Bankrott vom Tisch wäre, erhielten die Mischpapiere dieses Aufwärtspotenzial", sagte Wysocki. Und wenn Aktien mit Erholungspotenzial wieder auf die Niveaus vor der Covid-Pandemie steigen, ist dies ein gutes Zeichen für die Besitzer ihrer Wandelanleihen.

Inzwischen hat Voris einen Trend aus 2020 im Visier, der sich in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres als günstig für die Emissionen von Wandelanleihen erweisen könnte: SPACs Eine ganze Reihe dieser so genannten Akquisitions-Zweckgesellschaften, die in Unternehmen investiert haben, die keinen Zugang zu anderen Kapitalmärkten haben, könnte anklopfen.

(Bloomberg)

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Weiterhin deutlich weniger

Weiterhin deutlich weniger Stelleninserate im Jahresvergleich

Die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt bleibt angespannt - das zeigt auch die Entwicklung der Stelleninserate. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Minus weiterhin zweistellig, gegenüber der Jahresmitte 2020 hat sich die Situation allerdings klar verbessert.

18.01.2021 08:10

Insgesamt nahmen die Stelleninserate im vierten Quartal 2020 in der Schweiz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 15 Prozent ab, wie der am Montag veröffentlichte Swiss Job Market Index zeigt. Dieser wird vom Arbeitsvermittler Adecco in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich quartalsweise erhoben.

Die Minusrate ist zwar gleich hoch wie im dritten Quartal, aber deutlich geringer als im zweiten (-27%). Im Vergleich zu Mitte 2020 sieht die Situation denn auch viel besser aus mit einem Anstieg der Stelleninserate von 8 Prozent.

In vielen Bereichen und gerade in der Binnenwirtschaft sei die Erholung zu sehen, heisst es, so beispielsweise über den Sommer hinweg im Gastgewerbe und Baugewerbe und zeitweise im verarbeitenden Gewerbe. Aber auch das Gesundheitswesen habe sich erholen können, als die nichtüberlebensnotwendigen Behandlungen wieder aufgenommen werden konnten.

Region Zürich am stärksten betroffen

Die Grossregionen sind unterschiedlich stark vom Rückgang der Stelleninserate betroffen: Die Zentralschweiz verzeichnet die geringste, der Grossraum Zürich die stärkste Abnahme an publizierten Stelleninseraten.

Konkret lag das Minus in der Zentralschweiz bei -7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, gefolgt von der Nordwestschweiz mit einem Minus von 9 Prozent. Die Ostschweiz (-11%), Genferseeregion (- 13%) und der Espace Mittelland (-14%) lagen im Mittelfeld. Am stärksten zusammengebrochen ist das Stellenangebot im Grossraum Zürich mit einem Minus von 23 Prozent.

Der Grossraum Zürich sei als Ballungszentrum von der massiven Reduktion der Mobilität und dem Rückzug vieler Arbeitnehmenden ins Homeoffice besonders stark betroffen, heisst es dazu.

Wie die Entwicklung der Stellenausschreibungen weitergeht, muss sich noch zeigen. Die Erholung sei durch die Einschränkungen und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der zweiten Infektionswelle jedenfalls gebremst worden, heisst es dazu in der Mitteilung.

uh/rw

(AWP)

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Aktien: Unersättliche Anleger

Aktien: Unersättliche Anleger stürzen sich fast blindlings auf Micro Caps, Penny Stocks und Börsengänge

Am US-Aktienmarkt kaufen derzeit Anleger alles, was irgendwie Rendite bringen könnte. In den Fokus treten mehr und mehr Kleinstaktien.

18.01.2021 11:34

Das zeigte sich insbesondere letzte Woche an der US-Börse: Während die grossen Benchmarks für US-Aktien fielen, verzeichneten kleinere und spekulativere Aktien solide Gewinne. Oder anders ausgedrückt: Je kleiner eine Aktie ist, desto besser lief es. Während der S&P 500, der Dow Jones und Nasdaq Composite im Laufe der letzten Woche jeweils etwa 1 Prozent zurückgingen, legte ein Index, der Microcaps abbildet, um 3,3 Prozent zu.

Angeheizt und angetrieben von Daytradern, explodierte das Volumen vor allem auch bei Penny Stocks. Diese sollen mittlerweile bis einen Fünftel des Handelsvolumens aller US-Aktien ausmachen. Als Penny Stocks gelten Aktien, die weniger Wert sind als ein Dollar. Dahinter stecken oft Firmen, die Kapitalerhöhungen hinter sich haben, obskure Geschäftsmodelle verfolgen oder in Schwierigkeiten stecken.

Ebenso stürzten sich Investoren wie wild auf Börsengänge. Die Aktien von Affirm und Poshmark zum Beispiel verdoppelten sich bei ihren Börsendebüts. Die Titel von Poshmark, einer Art Online-Brockenhaus, hatten am Donnerstag einen Ausgabepreis von 92 Dollar. In den Handel starteten sie dann bei 97,60 Dollar.

Signal als Beispiel für die Unersättlichkeit der Anleger

"Leute mit einer Risiko-Mentalität fangen an Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht machen würden", sagt Rob Conzo, CEO bei The Wealth Alliance. "Die Leute glauben an Aktien. Und sie haben gesehen, wie ihre Aktienportfolios durch die Decke gegangen sind."

Auch an nur leicht regulierten ausserbörslichen Handelsplätzen, die von professionellen Anlegern in der Regel gemieden werden, treiben Daytrader das Volumen in die Höhe. Mehr als 1 Billion Aktien wechselten im Dezember den Besitzer über Systeme, die von Firmen wie OTC Markets betrieben werden.

Nur wenige Aktien veranschaulichen die Unersättlichkeit der Anleger besser als Signal Advance, dessen Aktie am letzten Montag um 885 Prozent in die Höhe schoss, nachdem Tesls-CEO Elon Musk seine Anhänger dazu aufforderte, die mit Signal Advance nicht verwandete Messaging-App Signal zu nutzen. Das übersahen die Anleger und kauften wie wild Aktien der Firma, die Signaldetektoren für bioelektrische Aktivität herstellt. Zomedica, eine Penny-Stock-Aktie, ist ein anderes Beispiel. Die Aktie verdoppelte sich an einem Tag beinahe, nachdem ein Netflix-Star die Firma in einem Video bewarb.

Sogar skeptische und zurückhaltende Investoren werden verrückt

"Was man mehr und mehr sieht, sind die handelsorientierten Privatanleger, die kurzfristigen Trends folgen", sagt Dan Miller, Direktor für Aktien bei GW&K Investment Management. "Die wahllose Weise der Aktienkäufe treiben die weniger liquiden, spekulativeren Namen."

Das wachsende Interesse an den exotischen Bereichen des Marktes spiegelt den Trend der Risikobereitschaft im Allgemeinen wider. Generell gewinnen kleine Aktien gegenüber grosse Aktien, volatile Aktien übertreffen schläfrige Titel und Unternehmen mit wackligen Finanzen liegen vor denen mit starken Bilanzen.

Sogar normalerweise skeptische und zurückhaltende  Investoren zeigen Anzeichen, dass sie der Verrücktheit zuliebe nachgeben. Hedge-Fonds zum Beispiel haben am Mittwoch ihre Short-Eindeckungen in Technologie- und Konsumgüteraktien dermassen erhöht, dass sie ein Fünfjahreshoch erreichten, wie Daten des Prime Brokerage von Goldman Sachs zeigen. Ihre gesamte Netto Leverage - ein Mass für die Risikobereitschaft der Branche, das Long- und Short-Positionen berücksichtigt - ist auf einen Rekordwert gestiegen.

"Die Kombination aus fiskalischem Stimulus und der anhaltenden monetären Unterstützung durch die Notenbanken sei ein sehr starker Motor für die Kapitalmärkte", sagt John Porter, Leiter der Aktienabteilung bei Mellon Investments. "Es ist schwer, gegen diese Art von Geldfluss zu wetten."

(Bloomberg/cash)

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«Emotionslose Investoren sind

«Emotionslose Investoren sind erfolgreicher»

Investoren redeten sich ihre Performance gerne schön, sagt Stefan Zeisberger, Professor für Fintec an der Universität Zürich. Ein Interview über Emotionen beim Anlegen und ihre Risiken.

https://www.cash.ch/news/top-news/anlegerpsychologie-emotionslose-invest...

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Sorge vor Pandemie-Risiken

Sorge vor Pandemie-Risiken nimmt unter Managern sprunghaft zu

Corona hat nicht nur die Gesellschaft und die Politik auf dem falschen Fuss erwischt, auch die Geschäftswelt hatte das Pandemie-Risiko zu wenig auf dem Radar. Das ist nun nicht mehr so, wie eine Studie des Versicherers Allianz zeigt.

19.01.2021 07:00

In der jüngsten, weltweit bei Managern durchgeführten und am Dienstag veröffentlichten Umfrage dominieren mit Betriebsunterbrüchen, Pandemie-Ausbruch und Cyber-Vorfällen drei Risikogruppen das Allianz-Rating, die mit Covid-19 eng verbunden sind. Dem Pandemie-Risiko gelang gar der Sprung von der Bedeutungslosigkeit in die Top-3.

"Noch vor einem Jahr wurde eine Pandemie von den befragten Managern nicht zu den wichtigsten Geschäftsrisiken gezählt", erklärte Christoph Müller, Schweiz-Chef von Allianz Global Corporate & Specialty. Im weltweiten Ranking ist das Pandemie-Risiko nun von Platz 17 auf Rang 2 und in der Schweiz von 14 auf 3 geklettert.

Verwundbare globalisierte Welt

Beinahe die Hälfte der in der Schweiz befragten 85 CEOs, Risikomanager, Makler und Versicherungsexperten hat die Pandemie als wichtiges Geschäftsrisiko eingestuft. Noch weiter vorne auf Platz 2 liegen Cyber-Vorfälle und den Spitzenrang belegen Betriebsunterbrechungen. Diese Risiken haben im Vergleich zum Vorjahr die Plätze getauscht.

Corona habe die Verwundbarkeit der globalisierten und stark vernetzten Welt schonungslos aufgedeckt, sagte Müller weiter. Das erinnere daran, dass sich die Geschäftswelt auf häufiger auftretende Extremszenarien vorbereiten müsse - sei es auf einen globalen Cloud-Ausfall, Cyberangriffe, Naturkatastrophen oder auf Seuchen.

Einen Platz tiefer als im Vorjahr und damit auf Platz 4 stehen rechtliche Veränderungen wie beispielsweise Handelskriege und Zölle, Protektionismus und Wirtschaftssanktionen. Neu in den Top Ten ist in der Schweiz das Risiko Klimawandel bzw. die steigende Volatilität des Wetters, das auf Platz 7 rangiert.

Robustere Lieferketten

Betriebsunterbrüche als Folge einer internationalen Krise sind eine reale Gefahr. "Das hat Corona mit aller Härte aufgezeigt", sagte Müller. Eine solche Krise könne bei Firmen zu grossen Umsatzverlusten, Störungen in der Produktion, im Betrieb und den Lieferketten führen.

Um den Betrieb auch in Krisensituationen am Laufen zu halten, würden von den Firmen grosse Anstrengungen unternommen. In der Umfrage hätten fast zwei Drittel der Befragten angegeben, dass Verbesserungen im sogenannten Business Continuity Management im Fokus stünden.

Um das zu erreichen, sollen die Lieferketten robuster gestaltet werden. Als Massnahme dazu sehen die Befragten den Einsatz digitaler Prozesse. Zudem müssten alternative oder zusätzliche Lieferanten ins Boot geholt oder vermehrt wieder dort produziert werden, wo man die Produkte auch verkauft.

Cyber-Gefahr im Home Office

Ein steigendes Risiko geht laut Allianz-Experten von Cyber-Attacken aus. In der Coronakrise dient das Home Office als eine Massnahme zur Eindämmung der Pandemie. Von daheim aus zu arbeiten habe innert Kürze an Gewicht gewonnen, gleichzeitig steige damit aber die Gefahr vor Cyber-Attacken, warnte Müller.

Bereits heute komme in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf jede vierte Cyber-Police der Allianz ein Schadenfall. Firmen würden teils auch mehrmals angegriffen und dann von den Hackern erpresst. Ein Kunde der Allianz habe sieben Cyber-Angriffe in einem Jahr abwehren müssen, sagte Müller.

In der Schweiz werden nur wenige Fälle von Cyber-Attacken publik. Im Herbst wurde beispielsweise der zur Swatch-Gruppe gehörende Uhrenhersteller Omega angegriffen. Omega musste während mehrerer Tage die Produktion stilllegen. Ein weiteres prominentes Opfer war die Appenzeller Industriegruppe Huber+Suhner.

mk/ra

(AWP)

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Ifo-Umfrage: Ökonomen

Ifo-Umfrage: Ökonomen erwarten positiven Konjunktureffekt von US-Präsident Biden

Die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten dürfte internationalen Experten zufolge das Wirtschaftswachstum in ihren Heimatländern anschieben.

19.01.2021 10:31

Dieser Effekt sei auf ein 1,16 Prozentpunkte höheres Wachstum für 2021 zu beziffern, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Institutes unter 843 Experten aus 107 Ländern hervorgeht. "Nach der andauernden Corona-Krise und ihren drastischen Auswirkungen könnte die Präsidentschaft Bidens nach Ansicht der Befragten ein Hoffnungsschimmer für die Entwicklung der Weltwirtschaft sein", erklärte Ifo-Fachmann Niklas Potrafke. Die Befragten in den USA erwarteten allerdings keine Veränderung für ihr eigenes Land. "Damit beträgt der Gesamteffekt plus 0,98 Prozentpunkte."

Potrafke verwies gleichzeitig darauf, dass von 1949 bis 2012 das Wirtschaftswachstum unter demokratischen Präsidenten in den USA um 1,79 Prozentpunkte höher war als unter republikanischen Präsidenten. "Wenn sich das Muster fortsetzen würde, so kann man auch mit Blick auf die Vergangenheit von höheren Wachstumsraten unter dem Demokraten Joe Biden als unter einer zweiten Amtszeit des Republikaners Donald Trump ausgehen", heisst es in der Studie. Die erste Hälfte der Antworten wurde in den fünf Tagen vor dem Wahltermin am 3. November 2020 eingeholt, die andere Hälfte danach vom 8. bis 13. November. Bidens Amtzeit beginnt am Mittwoch. 

(Reuters)

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Produzentenpreis-Index steigt

Produzentenpreis-Index steigt im Dezember leicht an

Die Schweizer Produzentenpreise sind im Dezember gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Konkret lag der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise (PPI) bei 98,4 Punkten und damit um 0,5 Prozent über dem November-Wert, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

19.01.2021 09:02

Höhere Preise für Mineralölprodukte und Schrott sind laut dem BFS für den leichten Anstieg des Produzentenpreisindexes (+0,2%) gegenüber dem Vormonat verantwortlich. Aber auch Produkte aus Nichteisen-Metallen haben zuletzt Preisanstiege verzeichnet. Tiefere Preise wurden dagegen im Dezember für Schlachtschweine und auch Schweinefleisch verzeichnet.

Beim Importpreisindex (+1,1%) waren gegenüber November vor allem bei Mineralölprodukten, Erdöl und Erdgas sowie Metallen und Metallhalbzeug Preissteigerungen zu beobachten. Aber auch für Automobile und Automobilteile haben die Preise im Dezember zugelegt. Dagegen sind haben sich pharmazeutische Spezialitäten zum Jahresschluss verbilligt, wie das BFS weiter mitteilte.

Deutliche Rückgänge gegenüber Vorjahr

Auf Jahressicht gesehen fiel das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten im Dezember gegenüber 2019 um 2,3 Prozent zurück. Hauptverantwortlich dafür war der um 4,5 Prozent nachgebende Importpreisindex, der sich hauptsächlich wegen der markant tieferen Preise für die Mineralölprodukte zurückbildete. Der Produzentenpreisindex sank um 1,2 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2020 ergab sich laut Mitteilung eine durchschnittliche Jahresteuerung von -3,0 Prozent. Die durchschnittliche Jahresteuerung 2020 entspricht der Veränderungsrate zwischen dem Jahresmittel 2020 und dem Jahresmittel 2019. Der Rückgang ist vor allem auf die tieferen Preise für Mineralölprodukte und pharmazeutische Produkte zurückzuführen.

Ab Beginn der Corona-Pandemie war beim Gesamtindex ein deutlicher Rückgang der Jahreswerte zu beobachten. Im Januar hatte er bei -1,0 Prozent gelegen, ehe er bis im Mai bis auf -4,5 Prozent gesunken war. Seither hat sich die Jahresrate wieder etwas erholt. Zuletzt hatte der PPI im Dezember 2019 mit +0,6 Prozent eine positive Jahresveränderung gezeigt.

Der PPI gilt als Vorlaufindikator für die Entwicklung der Konsumentenpreise, da die Kosten der Produktion normalerweise auf die Konsumentenpreise abgewälzt werden. Er hat allerdings deutlich höhere Ausschläge bzw. ist aufgrund der hohen Abhängigkeit von Rohstoffen viel volatiler.

hr/rw

(AWP)

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Von «Displacement» bis zur

Von «Displacement» bis zur Panik: Das sind die fünf Phasen einer Börsenblase

Die rasanten Kursanstiege an den Börsen verfolgen viele Investoren mit Unbehagen. Bildet sich da gerade eine gigantische Blase? Das Modell eines US-Ökonomen kann etwas Orientierungshilfe bieten.

19.01.2021 21:30

Von Ralph Pöhner

Kann es sein, dass eine kleinere Automobil-Firma mehr wert ist als alle anderen Automobil-Konzerne zusammen? Was bedeutet es, dass die Zahl der Kleinanleger an der Börse steil nach oben steigt? Und was passiert da im Markt der Kryptowährungen?

Bei der aktuellen Entwicklung von Börsenkursen und Finanzmärkten ist es vielleicht an der Zeit, sich an Hyman P. Minsky zu erinnern. Der Ökonom, geboren 1919 in Chicago und verstorben 1996 in der Nähe von New York, wurde erst nach seinem Tod einem etwas breiteren Publikum bekannt: Denn in der Finanzkrise von 2007 und 2008 erkannte man, dass seine Modelle die dramatische Realität recht gut beschrieben hatten.

Und so fanden nun, mehr als zehn Jahre nach seinem Tod, Begriffe wie Minsky-Kollaps, Minsky-Meltdown und Minsky-Moment ihren Eingang in die allgemeinere Fachsprache. Ein «Minsky-Moment» beispielsweise tritt ein, wenn die Kurse an einem Finanzmarkt auf breiter Front und schlagartig zusammenbrechen. 

Minsky: Stabilität führt zu Instabilität

Hyman Minsky hatte jahrelang erforscht, wie sich die Wirtschaft von einem stabilen Zustand immer wieder in chaotische Situationen begibt und wie dabei vernünftiges Verhalten nach und nach in spekulative Übertreibungen führt – und dann oft sogar in Abläufe, die einem Ponzi-Schema ähneln. «

"Stabilität führt zu Instabilität", so ein berühmtes Zitat von Minsky. "Je stabiler die Zustände werden und je länger die Lage stabil ist, desto unstabiler werden sie, wenn die Krise zuschlägt. Erfolg führt dazu, dass die Gefahr des Scheiterns unterschätzt wird."

In seinem Hauptwerk zum Thema, «Stabilizing an Unstable Economy», definierte Minsky 1986 fünf Phasen einer Spekulationsblase. Vielleicht hilft es jetzt zur Orientierung, sich diesen Zyklus mit seinen fünf Stufen wieder einmal zu Gemüte zu führen:

1. Verschiebung («Displacement»)

Die Anlegergemeinde entdeckt eine neue These (oder wie man heute gern sagt: ein neues "Narrativ"). Sie sichtet eine frische, andere Grundlage für einen Aufschwung – zum Beispiel die "Tigerstaaten, die Basis für die Asien-Bubble der 1990er. Oder die Digitalisierung, die Basis für die Dotcom-Blase. Oder Nullzinsen und Gratisgeld - was heute zur Idee führt, dass es kaum Alternativen zu Aktien gibt.

2. Boom

Nach der Verschiebung steigen die Preise beziehungsweise Kurse der passenden Anlagen zuerst langsam an. Doch je mehr Investoren das neue Paradigma erkennen und ihm folgen, desto eher entwickelt sich ein Boom. Dabei wird die neue Idee wiederum vermehrt auch in den Allgemeinmedien aufgegriffen. Es gibt erste spekulative Käufe, und in der Folge motiviert die bekannte "Fear of Missing Out" (FOMO) weitere Anleger zu einem entschiedeneren Einstieg.

3. Euphorie

Die Vorsicht lässt nach, die Kurse steigen steiler. Als weiterer Faktor spielt nun die "Greater Fool"-Idee hinein: Man kauft eine Aktie (oder ein Wertpapier oder einen Bitcoin oder eine Immobilie) nicht, weil man wirklich an ihren Wert glaubt – sondern nur noch, weil man darauf setzt, dass eine andere Person tatsächlich mehr zu zahlen bereit ist. Dies wiederum führt zu extremen Werten.

In der Dotcom-Blase sprangen Software- und "Cyber"-Firmen ohne den geringsten Umsatz auf Werte über einer Milliarde Dollar, vereinzelt auch in der Schweiz.

Zur Euphorie-Phase gehört auch, dass die Anhänger des Booms neue Regeln und Masstäbe verkünden oder setzen. Man bekommt zu hören, dass die alten Beurteilungskriterien jetzt nicht mehr gültig seien. So wurde in der Dotcom-Blase eine «New Economy» propagiert, in der so altmodische Faktoren wie Erträge und Rendite nicht zur Beurteilung eines Unternehmenswertes herangezogen werden dürften.

Anstieg – Boom – Euphorie – Gewinnmitnahmen und erster Abbruch – Panik: Verlauf des Technologie-Index Nasdaq100 in der Dotcom-Blase, Januar 1995 bis Januar 2005 (Quelle: Yahoo Finance).

4. Gewinnmitnahmen ("Profit Taking")

In einer späten Phase steigen zahlreiche neue Kleinanleger in den Markt ein; in der deutschen Börsensprache war früher auch die Rede von einer "Dienstmädchenhausse" oder "Hausfrauenhausse". Andererseits steigen erste informierte Anleger aus und streichen ihre Gewinne ein. Die alten Höhepunkte werden nicht mehr erreicht – oder wenn, dann nur kurz. Andererseits finden die Verkäufer bei ihren Gewinnmitnahmen doch noch jeweils Abnehmer, so dass kein sofortiger Einbruch erfolgt.

Einige Experten reden von "Konsolidierung" - was aber immer noch die Idee enthält, dass es danach wieder aufwärts gehen könnte.

5. Panik

Die Stimmung dreht – und kann schlagartig geschehen, ausgelöst durch eine einzelne Information. So wie die Kurse in der Euphorie-Phase exponentiell nach oben drehten, fallen sie nun nach unten – oft stürzen sie sogar noch steiler ab.

Denn der Prozess heizt sich selber an: Aktienspekulanten mit Libor-Krediten sehen sich mit "Margin Calls" konfrontiert. Oder der Wert von immer mehr Immobilien kippt unter die Belehnungsgrenze, so dass Hypothekarbanken nun Nachschüsse verlangen, was mehr und mehr Hausbesitzer zu Verkäufen zwingt, was wiederum die Preise nach unten treibt. Auf der Gegenseite ist jetzt auch die Nachfrage eingebrochen, so dass es plötzlich an Käufern fehlt.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei handelszeitung.ch unter dem Titel: «Die fünf Phasen einer Börsenblase»

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Swissmem-Präsident spricht

Swissmem-Präsident spricht sich gegen Home-Office-Pflicht aus

Der neue Swissmem-Präsident Martin Hirzel ist nicht besonders glücklich mit der bundesrätlichen Corona-Politik.

20.01.2021 07:30

"Wir sind optimistisch ins 2021 gestartet. Mit der Impfung gibt es jetzt ein Licht am Ende des Tunnels. Und nun verfügt der Bundesrat einen harten Lockdown, der zu einer grossen Verunsicherung in der Bevölkerung und in den Firmen führt sowie natürlich auch das Investitionsklima verschlechtert", sagte er im Interview mit der "NZZ" (Ausgabe 20.1.).

Als ingenieurlastige Branche sei man es gewohnt, zahlen-, fakten- und evidenzbasiert zu handeln. "Da sind wir schon etwas überrascht über die letzten Entscheide des Bundesrats", so Hirzel weiter. Er spricht sich auch gegen die Home-Office-Pflicht aus. "Da waren wir immer dagegen." Erstens, weil in den Betrieben der Branche vieles nicht von daheim aus erledigt werden könne. Und zweitens, weil man denke, dass mit den Schutzkonzepten die Mitarbeitenden am Arbeitsplatz oft besser geschützt seien als zu Hause.

Gemäss Hirzel müsste vor allem die Impfstrategie vorangetrieben werden. "Ich wünschte mir auch, dass die Behörden die Energie, die sie nun in flächendeckende Einschränkungen investieren, vor allem in die Impfkampagne setzen würden", sagte er im Interview. Auf die Frage, ob Firmen von ihren Mitarbeitenden fordern können, dass sie sich impfen lassen, meinte er: "Kein Zwang, aber Solidarität." Es werde sicher auch Länder geben, die eine Impfung zur Bedingung für eine Einreise machten.

Erholung ab Mitte Jahr

Für die weitere Konjunktur-Entwicklung gibt er sich verhalten optimistisch. "Ich rechne fest mit einer Erholung ab Mitte Jahr." Voraussetzung dafür sei allerdings, dass man die Impfkampagnen in den Griff bekomme. Dies gelte natürlich nicht nur für die Schweiz, sondern für alle relevanten Absatzländer der MEM-Branche. "Wir müssen wieder normal arbeiten und reisen können. Dann hat das zweite Semester ein riesiges Potenzial, zumal ja auch noch gigantische Konjunkturprogramme in Europa und den USA vor der Ausführung stehen."

In Bezug auf die erwartete Stellenentwicklung sei es für eine abschliessende Bilanz derweil noch zu früh, meinte Hirzel. In vielen Betrieben sei ja Kurzarbeit eingeführt worden. Nun müsse sich erst zeigen, ob die betroffenen Firmen ihre Mitarbeitenden wieder vollständig beschäftigen könnten oder ob nicht doch noch Arbeitsplätze abgebaut werden müssten. "Insgesamt bin ich aber optimistisch. Ich erwarte keine drastischen Einschnitte bei der Gesamtbeschäftigung im MEM-Sektor."

(AWP)

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Währungspolitik: Yellen winkt

Währungspolitik: Yellen winkt mit dem Zaunpfahl in Richtung Schweiz

Die neue US-Finanzministerin Janet Yellen will gegen Währungs-Manipulatoren vorgehen. Es sei «inakzeptabel», wenn Staaten künstlich auf ihre Währung Einfluss nehmen.

20.01.2021 09:50

Von Ralph Pöhner

Die designierte Finanzministerin der USA, Janet Yellen, hat sich in ihrer Senatsanhörung deutlich gegen Währungsmanipulation durch andere Staaten ausgesprochen. Der Wert des Dollar soll durch die Märkte bestimmt, so die ehemalige Fed-Chefin, und es sei "inakzeptabel", wenn andere Staaten die Devisenkurse ins Visier nehmen. 

Die USA sollten alle Versuche anderer Länder bekämpfen, Währungen "künstlich zu manipulieren", um Handelsvorteile zu gewinnen. Die Aussagen von Yellen zielten primär gegen China – aber sie müssen auch in Bern zur Kenntnis genommen werden.

 

"The world has changed.” Janet Yellen delivered the Biden administration’s opening argument to lawmakers for its $1.9 trillion Covid-19 relief proposal. https://t.co/w0Up2ziJzK

— Bloomberg Markets (@markets) January 20, 2021

 

Erst Mitte Dezember wurde die Schweiz vom Finanzministerium in Washington auf eine Schwarze Liste gesetzt: Laut einem damals publizierten Bericht erfüllt die Schweiz alle Kriterien, die vom Treasury als Indiz für Währungsmanipulation herangezogen werden.

Die Schweiz habe in der jüngsten Untersuchung alle drei Kriterien zur Beurteilung externer Ungleichgewichte im Handel mit den USA und unfairer Währungspraktiken erfüllt, hiess es. Man werde nun Gespräche aufnehmen, so das Amt unter dem damaligen Finanzminister Steve Mnuchin. Die Schweiz stand ursprünglich mit Ländern wie China, Südkorea, Deutschland und Vietnam auf einer Beobachtungsliste – und geriet dann Mitte Dezember sogar in einen engeren, heikleren Kreis.

«…irgendwelche und alle Versuche»

Ein Dorn im Auge der US-Behörden ist der Warenhandelsüberschuss der Schweiz mit den USA, ferner die Leistungsbilanz – ebenfalls mit deutlichem Überschuss –, und all dies verbunden mit den Devisenmarkt-Interventionen der Schweizerischen Nationalbank. Das Treasury stellte die SNB-Devisenkäufe ins Verhältnis zum Schweizer BIP und befand, dass hier ein Schwellenwert von 2 Prozent übertroffen sei.

Die Haltung dürfte sich unter der neuen Regierung Biden kaum ändern. Sie werde darauf hinarbeiten, "irgendwelche und alle Versuche fremder Länder" zu bekämpfen, "die Devisenkurse künstlich manipulieren, um einen unfairen Handelsvorteil zu erlangen."

Und weiter: "Der Wert des Dollar und anderer Währungen sollte durch die Märkte bestimmt werden." Dies bedeutet auch umgekehrt, dass die USA unter ihrer Finanzmarkt-Führung keinen schwächeren Dollar anstreben, um Wettbewerbsvorteile zu gewinnen. Es sei unakzeptabel, die Wechselkurse ins Visier zu nehmen, um einen Handelsvorteil zu erlangen.

Mit Material von Reuters und der Financial Times.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Handelszeitung unter dem Titel "Janet Yellen: Ein Wink mit dem Zaunpfahl nach Bern"

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Bei Aktien oder ETF: In China

Bei Aktien oder ETF: In China winken 2021 Renditen

Die Lust von Schweizer Anlegern an chinesischen Wertpapieren wird immer grösser. Dank eines starken Wirtschaftswachstums warten grosse Renditen: cash.ch sagt, wo sich für 2021 China-Investitionen lohnen.

20.01.2021 21:45

Von Manuel Boeck

Analysten sind aktuell sehr "bullish" auf chinesische Aktien. Der Anteil an Kaufempfehlungen bei den Festlandtiteln hat dank den Impfstoffhoffnungen das höchste Niveau seit 2011 erreicht. "Buy"-Ratings machen aktuell über 86 Prozent aller Analysten-Empfehlungen der im CSI-300-Index gehandelten Aktien aus. 

Der CSI 300 setzt sich aus den 300 grössten und meistgehandelten A-Aktien Chinas zusammen. Dies sind in der Mehrheit Finanztitel und Industriewerte. A-Aktien können nur an den chinesischen Festland-Börsen und ausschliesslich in der chinesischen Währung Renminbi gekauft und verkauft werden.

Doch allein dem grossen Anteil der Kaufempfehlungen sollten Anleger kein allzu grosses Gewicht beimessen. Denn die Indizes der chinesischen Festlandaktien haben insbesondere zwischen 2011 und 2015 wegen eines rückläufigen Wirtschaftswachstums eine negative Entwicklung erlebt. 

Starkes Wirtschaftswachstum erwartet

Fakt ist jedoch, dass China als einzige grosse Wirtschaftsnation im Pandemie-Jahr 2020 ein Wachstum verzeichnet hat, 2,3 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds mit einer Zunahme von 7,9 Prozent - trotz weltweit weiter grassierender Corona-Pandemie. Die optimistische Analystensicht für chinesische Aktien ist daher dieses Mal gerechtfertigt.

Die Krisenresistenz 2020 und das antizipierte starke Wirtschaftswachstum widerspiegeln sich auch in der Kursentwicklung des CSI 300. Der Index hat im neuen Jahr bereits 5 Prozent an Wert gewonnen, nachdem 2020 ein Kursplus von 27 Prozent resultiert hatte.

Für das neue Jahr stimmt zudem positiv, dass die Wirtschaftserholung weiterhin von der chinesischen Zentralbank gestützt wird. Anleger auf der Suche nach Rendite drängt sich daher 2021 ein China-Investment förmlich auf. cash.ch präsentiert drei vielversprechende Aktien und mehrere ETFs (Exchange Traded Funds) als Alternative.

Lenovo - Eine zyklische Hightech-Aktie

Die Aktien des chinesischen Computer- und Smartphone Herstellers Lenovo haben Anfang November in den Turbomodus gewechselt - Das Kursplus seitdem liegt bei 88 Prozent. Dies, nachdem der Titel in den Monaten zuvor nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgelangt war und eine schlechtere Entwicklung als der Gesamtmarkt aufgewiesen hatte.

Performance der Lenovo-Aktien sei Januar 2020 an der Frankfurter Börse (Quelle: cash.ch).

Der starke Kursanstieg ist nicht ohne Fundament: So befindet sich das Unternehmen mit seiner starken Marktpräsenz - als weltgrösster Computerhersteller - in einer konjunktursensiblen und zugleich konsumentenorientierten Branche. Das Unternehmen pendelte in den letzten Jahren im Einklang mit der Wirtschaftsentwicklung zwischen Gewinn- und Verlustzone hin und her.

Die Zahlen zum dritten Quartal waren auf jeden Fall vielversprechend und entsprechen dem konjunkturellen Trend: Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar, der Gewinn um 53 Prozent auf 310 Millionen Dollar. Von Analystenseite herrscht Zuversicht, dass die positive Entwicklung im Geschäftsverlauf dank des Wirtschaftsaufschwungs weitergehen wird. Die Aktien sind auch wegen des eher tiefen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16,9 ein Kauf.

China Southern Airlines - Die Turnaround-Chance

Nein, China Southern Airlines sind trotz des Namens keine regionale Airline. Das Unternehmen hat bereits 2003 die China Northern Airlines und China Xinjiang Airlines geschluckt und ist aktuell über China hinaus ein Riese. Das Unternehmen ist mit seinen gut 100'000 Mitarbeitern die drittgrösste Airline der Welt und die grösste in Asien.

Klar, das Unternehmen wurde auch vom weltweiten Lockdown hart getroffen. China Southern Airlines leidet derzeit an den durch die Virus-Pandemie bedingten Einschränkungen und dem damit einhergehenden Rückgang im Tourismus.

Die Analysten sind für 2021 trotzdem optimistisch, dass die Airline zurück in die Gewinnzone finden wird, was dank der Pandemiebekämpfung mit den Impfstoffen nicht unrealistisch ist. Dieses positive Sentiment widerspiegelt sich in den von Bloomberg aufgeführten Analystenratings: 17 "Buys" stehen drei "Holds" und einem "Sell" gegenüber. Das durchschnittliche Ertragspotenzial liegt bei plus 10 Prozent.

Xinyi Solar - Ein Solarzuliefergigant ohne Margendruck

Die Aktien des asienweit grössten Herstellers von Solarglas und -panels haben in den letzten drei Monaten 2020 einen regelrechten Boost bekommen - plus 52 Prozent. Die Anleger setzen auf die Hoffnung, dass das Unternehmen im neuen staatlichen Fünfjahresplan, der im März vom chinesischen Volkskongress verabschiedet werden soll, bevorzugt behandelt wird.

Präsident Xi Jinping hat bereits Ende September vor der UN-Generalversammlung angekündigt, dass sein Land seine Klimaziele verschärfen will. "Unser Ziel ist es, den Höhepunkt der CO2-Emissionen vor 2030 zu erreichen und CO2-Neutralität vor 2060", sagte Xi.

Performance der Xinyi-Solar-Aktien sei Juni 2020 an der Frankfurter Börse (Quelle: cash.ch).

Xinyi Solar hat mit der ebenfalls chinesischen Flat Glass zudem ein Weltduopol im Bereich Solarglas inne. Zusammen sind sie damit für nahezu alle namhaften Solarausrüster der Welt unverzichtbar. Diese dominante Marktstellung ermöglicht es Xinyi Solar die Margen auf hohem Niveau zu halten.

Die von Bloomberg befragten Analysten sind aus diesen Gründen sehr "bullish" für die Xinyi-Solar-Aktien. Und obwohl die Aktien in den letzten drei Monaten stark zugelegt haben, befindet sich das durchschnittliche Kursziel nur 2 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Anleger, die von der gross angekündigten chinesischen Energiewende profitieren wollen, sind bei Xinyi Solar an der richtigen Adresse.

Ausgewählte China-ETFs

Für Anleger mit Interesse an einer breiten Abdeckung chinesischer A-Aktien ist der "KraneShares Bosera MSCI China A Share ETF (Exchange Traded Funds)" eine gute Wahl. Im Januar hat der Fonds bereits 4,4 Prozent an Wert gewonnen. Für die sogenannten H-Aktien empfiehlt sich der "iShares MSCI China ETF". Dieser bietet Zugang zu den grössten und umsatzstärksten, an der Börse Hongkong notierten, chinesischen Unternehmen. Seit Jahresbeginn steht der Fonds 9,9 Prozent im Plus.

Der "iShares MSCI China Small-Cap ETF" ist eher für mutigere Investoren geeignet. Für das grössere Risiko winken aber grössere Renditen. Der Fonds mit Fokus auf kleinkapitalisierte chinesische Unternehmen hat 2021 bereits 11,1 Prozent an Wert gewonnen. Alternativ bieten sich auch thematische ETFs an: Das "Invesco China Technology ETF" für Anleger mit einem Interesse am chinesischen Technologiesektor, das "Global X China Clean Energy ETF" für Investitionen in alternative Energien oder das "Global X China Biotech ETF" für chinesische Biotechunternehmen.

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