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Zyndicate
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Geld verdienen bei sinkenden Kursen?
 

In Aktien zu investieren und dabei auf Kursgewinne zu setzen, gehört zum Einmaleins des Anlegens. cash zeigt auf, wie man auch bei fallenden Kursen verdienen kann.

Von Marc Forster

Auf fallende Kurse zu setzen, erfordert eine gewisse Kenntnis von Anlageformen und ist auch nicht ganz ungefährlich. Es braucht eine erhöhte Bereitschaft, eine Wette einzugehen. Aber auch Privatanleger können "short" gehen, wie es in der Fachsprache heisst und dabei Geld verdienen. Kürzlich kommentierte ein cash-Leser: "Endlich legen meine Short ETF auf SMI und S&P 500 zu. Ich habe lange gewartet."

Damit ist mit dem Short ETF schon eine Anlagemöglichkeiten genannt. Drei weitere wichtige Instrumente für das Spekulieren bei Phasen sinkender Kurse – wie zum Beispiel jetzt, wo die Börsenmärkte der Welt in der Korrektur sind – in der Übersicht:

Put Warrants: Mit einem Put-Warrant hat man das Recht, innerhalb einer bestimmten Frist eine vereinbarte Menge Titel zu verkaufen, und zwar zu einem bereits festgelegten Preis, dem sogenannten "Strike" oder Ausübungspreis. Dafür bezahlt mein eine Prämie. Der Kurs des Put Warrants steigt, wenn der Kurs der involvierten Titel sinkt. Bei steigenden Kursen hingegen verliert der Halter eines Put-Warrants.

Zu beachten ist: Der Wert der Warrants wird nicht nur vom Kursverlauf des zugrundeliegenden Titels gesteuert. Auch andere Faktoren wie die Restlaufzeit oder die Volatilität beeinflussen den Preis. Es gilt: Je geringer die Restlaufzeit, desto günstiger der Warrant. Und je höher die Volatilität, desto teurer der Warrant.

Ein Beispiel für einen Put-Warrant auf den Swiss Market Index (SMI) finden sie hier.

Mini-Future: Der Käufer eines Mini-Future muss den Basiswert, sprich den SMI, nur zu einem geringen Teil selbst finanzieren. Den Restbetrag, den sogenannten Finanzierungsanteil, übernimmt der Emittent. Gibt nun der SMI kräftig nach, profitieren Anleger überproportional. Je höher der Finanzierungsanteil, desto grösser der Hebeleffekt.

Allerdings will Fremdkapital bekanntlich verzinst sein. Der Emittent belastet dem Anleger daher Finanzierungskosten, indem er den Finanzierungslevel täglich anpasst. Anders als bei klassischen Futures ist bei Mini-Futures die Laufzeit nicht begrenzt. Weiter müssen Anleger bei Mini-Futures nie Geld nachschiessen, denn die Instrumente verfügen über eine automatische Verlustbarriere: den Stop Loss Level. Bewegt sich der Basiswert in die unerwünschte Richtung und erreicht den Stop Loss Level, verfällt der Mini Future sofort. Der Emittent berechnet dann den Restwert und zahlt diesen – sofern noch etwas übrig bleibt - dem Anleger aus.

Eine Übersicht über Mini-Futures auf den SMI, weiteren Indizes sowie auf Einzeltitel finden Sie hier.

Short-ETF: Exchanged Traded Funds (ETF) bilden einen Börsenindex wie zum Beispiel den SMI ab. Ein Short SMI-ETF setzt darauf, dass der Schweizer Leitindex sinkt. Konstruiert sind Short ETFs mit Derivaten wie Warrants, Futures und Swaps und sind unter anderem deswegen beliebt, weil sie weniger risikoreich erscheinen als Leerverkäufe (siehe unten) und im Vergleich zu klassischen Fonds billiger sind.

Ob sich Short-ETF als langfristiges Investment eignet, ist hingegen fraglich. Denn obwohl derzeit der SMI schwächelt, ist dieser in den letzten fünf Jahren gestiegen. So gesehen sind Short-ETF nur etwas für Anleger, die Schwächephasen für kurzfristige Gewinne nutzen wollen. Wenn die Short-ETF gehebelt sind, können die Einnahmen gesteigert werden – und etwaige Verluste verschlimmert. Oder wie ein amerikanischer Börsenjournalist es formulierte: "Short-ETFs sind wie Honig für Bären, aber sie sollen sich nicht von den Bienen stechen lassen."

Ein Beispiel für einen doppelt gehebelten Short ETF finden Sie hier.

Leerverkäufe: Sind heikel, weil sie im Ruf stehen, Abwärtsspiralen an den Börsen zu beschleunigen, und aus regulatorischer Sicht nicht ganz unbedenklich – In der Finanzkrise waren bestimmte Formen des "short selling" zeitweise verboten und einige Länder sowie die EU schränken Leerverkäufe ein.

Beim Leerverkauf veräussert ein Anleger Wertpapiere, Devisen oder Waren, die er zum Zeitpunkt des Verkaufs gar nicht hat – er leiht sie sich zunächst nur, oder wie beim "Naked Short Selling", tut nicht einmal das. Letzteres verbietet die Schweizer Börse SIX. Der Leerverkäufer hofft, die Basiswerte später für einen günstigeren Preis zu erstehen. Haben diese in der Zwischenzeit tatsächlich an Wert verloren, kann er die Differenz zwischen Kaufpreis und Kurswert als Gewinn einstreichen.

Das Risiko von Verlusten bei Leerverkäufen ist relativ hoch. Daher ist diese Praxis eher etwas für gewiefte Finanztaktiker. Für Leerverkäufe braucht man zudem einen Kapitalpuffer, eine sogenannte Sicherheitsmarge.

CASH

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L-Die.
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Optionspreis

Kann mir einer sagen, warum beim "LONKW" der Preis heute nicht angepasst wird!

Seit 10:08 Uhr wurde der Kurs nicht mehr angepasst laut Swissquote !

Ist das Normal, dass eine Bank finden kann, ich passe den Preis nicht an, somit habe ich meine Verdienst !

 

Rien ne va plus.. Eure Einsätze bitte..

maka
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Geld- und Briefkurs wurden den ganzen Tag angepasst. Somit war der Titel den ganzen Tag handelbar.


http://www.six-structured-products.com/de/zertifikat/call-warrant-CH0238748195

Geiz ist des Anlegers Feind.

Zyndicate
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Technische Störung an der Eurex legt Derivate-Handel lahm

20.07.2015 08:26

FRANKFURT (awp international) - Der Handel am gesamten Derivatemarkt der Eurex ist aufgrund technischer Probleme am Montag noch nicht gestartet. Es gebe eine Systemstörung an ihrer Terminbörse, teilte die Deutschen Börse am Morgen mit. Das Problem sei noch nicht behoben. Wann der Handel wieder ordnungsgemäss laufen wird, konnte noch nicht gesagt werden./ck/ag

(AWP)

 

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mats
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Kann mir jemand helfen?

Wo finde ich bei der SIX exchange die Managementtransaktionen Optionshandel

Bei Santhera wurde in der letzten Woche massenhaft Optionen eingelöst....?

Moneymaker78
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Commerzbank09.09.2015 - 12:18

Beim Faktor Zertifikat Cblcb5 war gestern und heute morgen Geld 0.17 und Brief 0.30 ???

 

Der Spread ist unglaublich. Ist nun etwas zusammengerückt aber immernoch 0.16-0.22

damit wird verhindert dass nochmehr Faktoren gekauft werden denn es könnte teuer werden für die Coba,das ist doch Selbstschutz.

 

oder kann mir das einer erklären weshalb das solange so stehen bleibt. Es gibt keine Verkäufer mehr bis 0.22 aber das müsste ja die Commerzbank stellen. Mir ist klar die Bank muss sich ja absichern,wenn der Faktor steigt muss die Bank eigene Aktien kaufen um den Kursanstieg mitzumachen. So wie es jetzt ist deutet da vieles auf Kursexplosion hin oder nicht?

Bulldog
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Hallo

Ich habe eine Frage. Bei einigen Optionen steht jeweils Letzter Handelstag 16-10-2015 / Verfall 23-10-2015

Was bedeutet das genau? Kann diese Option nun bis Verfall 23.10 gehandelt werden?

Danke für eure Antworten. Habe im Netz leider nichts gescheites gefunden.

 

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chnobli
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Bulldog hat am 16.10.2015 - 10:25 folgendes geschrieben:

Hallo

Ich habe eine Frage. Bei einigen Optionen steht jeweils Letzter Handelstag 16-10-2015 / Verfall 23-10-2015

Was bedeutet das genau? Kann diese Option nun bis Verfall 23.10 gehandelt werden?

Danke für eure Antworten. Habe im Netz leider nichts gescheites gefunden.

 

Um was für Optionen geht es? Normalerweise ist der letzte Handelstag auch der Verfall.

Bulldog
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Leider weiss ich es nicht mehr. Ausser des es ein Call war, den ich auch hatte und dieser kam noch am letzten Handelstag ins Geld, wurde aber nicht mehr gehandelt, weil dieser verfallen war. So wurde dies auf jeden Fall begründet. Ich finde es äusserst seltsam und auch noch verarsche, wenn die Calls am letzten Handelstag nicht mehr gehandelt werden können. Dies ist aber meines Wissens nur bei Index Produkten der Fall.

Aber hier noch ein aktuelles Beispiel unter Swissquote:

VTSMFK

Letzter Handelstag / Verfall

20-11-2015 / 27-11-2015

 

Nobody is perfekt

Elias
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Bulldog hat am 29.10.2015 - 11:48 folgendes geschrieben:

Leider weiss ich es nicht mehr. Ausser des es ein Call war, den ich auch hatte und dieser kam noch am letzten Handelstag ins Geld, wurde aber nicht mehr gehandelt, weil dieser verfallen war. So wurde dies auf jeden Fall begründet. Ich finde es äusserst seltsam und auch noch verarsche, wenn die Calls am letzten Handelstag nicht mehr gehandelt werden können. Dies ist aber meines Wissens nur bei Index Produkten der Fall.

Aber hier noch ein aktuelles Beispiel unter Swissquote:

VTSMFK

Letzter Handelstag / Verfall

20-11-2015 / 27-11-2015

 

Index-Produkte sind per se european stile und können nur am letzten Tag gehandelt werden.

 

Letzter Handelstag + Verfallsdatum ist 20.11.2015
Quelle http://www.cash.ch/boerse/derivate/kursinfo/fullquote/suchresultat/VTSMF...

 

Das gleiche steht auch auf UBS
Expiry 20.11.2015
Last trading date 20.11.2015
Strike 9'000 CHF
Strike date 20.11.2015

 

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Benjamin Franklin

chnobli
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Elias hat am 30.10.2015 - 10:26 folgendes geschrieben:

Bulldog hat am 29.10.2015 - 11:48 folgendes geschrieben:

Leider weiss ich es nicht mehr. Ausser des es ein Call war, den ich auch hatte und dieser kam noch am letzten Handelstag ins Geld, wurde aber nicht mehr gehandelt, weil dieser verfallen war. So wurde dies auf jeden Fall begründet. Ich finde es äusserst seltsam und auch noch verarsche, wenn die Calls am letzten Handelstag nicht mehr gehandelt werden können. Dies ist aber meines Wissens nur bei Index Produkten der Fall.

Aber hier noch ein aktuelles Beispiel unter Swissquote:

VTSMFK

Letzter Handelstag / Verfall

20-11-2015 / 27-11-2015

 

Index-Produkte sind per se european stile und können nur am letzten Tag gehandelt werden.

 

Letzter Handelstag + Verfallsdatum ist 20.11.2015
Quelle http://www.cash.ch/boerse/derivate/kursinfo/fullquote/suchresultat/VTSMF...

 

Das gleiche steht auch auf UBS
Expiry 20.11.2015
Last trading date 20.11.2015
Strike 9'000 CHF
Strike date 20.11.2015

 

Ihr verwechselt hier Optionen mit Warrants (gewichtiger Unterschied).

 

Elias meinst du nicht nur am letzten Tag ausgeübt werden anstatt gehandelt werden?

Elias
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chnobli hat am 30.10.2015 - 11:35 folgendes geschrieben:

Ihr verwechselt hier Optionen mit Warrants (gewichtiger Unterschied).

 

Elias meinst du nicht nur am letzten Tag ausgeübt werden anstatt gehandelt werden?

Ich kenne den Unterscheid bestens, weil ich seit Begin der Eurex über diese Optionen schreibe

Warrants sind Optionsscheine und dort kann ich das nicht machen.

 

Egal ob man mit einem Warrant oder Eurex-Option auf einen Index handelt: es ist meines Wissens immer european style. Man kann nicht während der Laufzeit ausüben.

 

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Fine-Tuner
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Ich habe eine Frage zu den Eurex-SMI-Optionen.

In den Eurex Kontraktspezifikationen steht geschrieben, dass ein Indexpunkt 10CHF entspricht. Hier habe ich ein Problem bzw. kann das nicht ganz nachvollziehen.

Die Eurex zahlt zum Beispiel für einen SMI-Put mit Strike 8'000, Verfall DEZ2017, rund CHF1'200.-.

Heisst das nun, dass ich die Prämie von CHF1'200 kassiere (ohne Berücksichtigung Transaktionskosten), wenn ich einen Put verkaufe?......und ist mein maximales Risiko (SMI geht auf 0) in diesem Fall CHF8'000-CHF1200=CHF6'800.-?......oder alles mal zehn?

....thanks anyway.

Fine-Tuner

Elias
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Fine-Tuner hat am 29.01.2016 - 02:06 folgendes geschrieben:

Ich habe eine Frage zu den Eurex-SMI-Optionen.

In den Eurex Kontraktspezifikationen steht geschrieben, dass ein Indexpunkt 10CHF entspricht. Hier habe ich ein Problem bzw. kann das nicht ganz nachvollziehen.

Die Eurex zahlt zum Beispiel für einen SMI-Put mit Strike 8'000, Verfall DEZ2017, rund CHF1'200.-.

Heisst das nun, dass ich die Prämie von CHF1'200 kassiere (ohne Berücksichtigung Transaktionskosten), wenn ich einen Put verkaufe?......und ist mein maximales Risiko (SMI geht auf 0) in diesem Fall CHF8'000-CHF1200=CHF6'800.-?......oder alles mal zehn?

....thanks anyway.

Fine-Tuner

Der Käufer zahlt die Prämie, nicht die Eurex

Gestellt ist der Dezember 2017 Strike 8000
Bid 965
Ask 986
für einen Kontrakt

Contract size ist 10

Was mich erstaunt ist, dass der Call (in-the-money) weniger Wert hat als der Put.

Vielleicht mach ich jetzt eine Fehlüberlegung ....habe grad den Kopf nicht frei

 

 

 

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Zyndicate
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Umsätze an Terminbörse Eurex gestiegen
09.02.2016 20:45

FRANKFURT (awp international) - Die Umsätze mit Aktienoptionen an der Terminbörse Eurex sind am Dienstag gestiegen. Insgesamt wurden bis 20.00 Uhr 1 143 881 (Montag: 1 032 477) Kontrakte gehandelt. Die Zahl der Kaufoptionen (Calls) betrug 496 081 (520 460), die der Verkaufsoptionen (Puts) lag bei 647 800 (512 017). Das Verhältnis von Calls zu Puts betrug 0,76 zu eins. Die meist gehandelten Werte waren Nokia (9 773/71 442), Deutsche Bank (46 206/33 254) und UBS (20 722/32 559)./yyzz/DP/he

(AWP)

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Zyndicate
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Das müssen Sie zu

Das müssen Sie zu Hebelprodukten wissen

Calls, Puts, Strangles: Hebelprodukte dienen nicht nur der Spekulation, sondern auch zur Depotabsicherung.

24.06.2019 12:57

Von Frédéric Papp

Wertpapiere mit Hebel haben etwas Faszinierendes, weil sich der Gewinn auf das eingesetzte Kapital schnell vervielfachen. Das eingesetzte Geld kann aber auch wie Schnee an der Sonne schnell wegschmelzen.

Mit einem Hebel können Anleger mit relativ wenig Geld grös­sere Summen bewegen. Zu den bekanntesten Hebelpapieren zählen die Optionen. Diese Produkte beziehen sich auf die unterschiedlichen Anlagekategorien wie Indices, Aktien, Devisen, Zinsen oder Rohstoffe. Hier die beliebtesten Einsatzgebiete für Derivate:

Für steigende Aktienkurse: Long Call

Wer steigende Aktienkurse erwartet, setzt auf die Strategie «Kauf von Kaufoptionen» - im Fachjargon Long Call genannt. Der Käufer eines Calls erwirbt durch die Zahlung einer Optionsprämie das Recht, einen bestimmten Basiswert zu einem vereinbarten Preis innerhalb einer bestimmten Zeitspanne vom Verkäufer dieser Option zu beziehen. Das maximale Verlustrisiko ist auf die Höhe der Optionsprämie beschränkt.

Für fallende Aktienkurse: Long Put

Wer hingegen ein Depot absichern will oder auf fallende Kurse setzt, kann einen Put kaufen. Denn der Käufer eines Puts hat das Recht, der Gegenpartei den jeweiligen Basiswert zum zuvor fixierten Preis zu verkaufen. Auch hier ist der maximale Verlust auf die bezahlte Optionsprämie limitiert.

Für Verkäufer: Short Call

Ein Short Call, also der Verkauf von Kaufoptionen, bietet sich an, wenn der Verkäufer mit fallenden oder stagnierenden Kursen an den Finanzmärkten rechnet. Denn der Verkäufer einer Kaufoption erhält vom Käufer eine Prämie dafür, dass er die Verpflichtung eingeht, am Verfallstag oder während der Laufzeit den Basiswert an den Käufer zu liefern.

Beim Short Call ist der Gewinn auf die Optionsprämie begrenzt. Allerdings trägt man als Verkäufer einer Kaufoption ein sehr hohes Verlustrisiko, wenn der Verkäufer «uncovered» ist, das heisst, er hat den Basistitel gar nicht in seinem Depot. Wird der Verkäufer ausgeübt, muss dieser den Basiswert auf dem Markt zum dort angebotenen Preis kaufen und ihn dem Berechtigten liefern. Gerade bei Aktien kann dies teuer werden. Viele Spekulanten haben sich mit solchen Geschäften schon die Finger verbrannt. Daher gilt: Wenn Short Call, dann nur wenn die Titel auch im Depot sind.

Für stagnierende oder steigende Kurse: Short Put

Beim Short Put spekuliert der Verkäufer einer Put-Option im Gegensatz zu einem Short Call auf steigende oder stagnierende Kurse. Läuft der Kurs des Basiswerts gegen den Put-Verkäufer, muss er den Basiswert zum vereinbarten Preis abkaufen. Der maximale Verlust ist abhängig vom vereinbarten Preis, von der vereinnahmten Optionsprämie und der Wertentwicklung des Basiswerts. Die Höhe möglicher Gewinne ist auf die vereinnahmte Prämie limitiert.

Bei Seitwärtsbörsen: Short Strangle

Erwartet der Investor eine Seitwärtsbewegung des Basiswerts innerhalb eines bestimmten Zeitraums, kann ein Short Call mit einem Short Put kombiniert werden. In der Fachsprache heisst diese Strategie «Short Strangle». Ein fiktives Beispiel dazu: Der SMI steht zum Beispiel bei 8300 Punkten. Erwartet wird, dass der Leitindex nicht unter 8000 fällt, aber auch nicht über 8700 steigt. Notiert der SMI beim Verfall der Optionen innerhalb dieses Kursbands, dann kassiert der Verkäufer sowohl die Prämie für den Short Call als auch jene für den Short Put. Ist die Preisfixierung aber deutlich ausserhalb dieses Kursbands, drohen auch mit Short Strangles grössere Verluste.

Allgemein gilt für den Handel mit Optionen: Bevor diese eingesetzt werden, müssen sich Anleger unbedingt mit der Funktion, den Usanzen sowie den Chancen und Risiken dieser Instrumente vertieft befassen; damit nicht nur die richtige Option, sondern auch die richtige Dosis gewählt wird. Denn schon der Schweizer Arzt Paracelsus sagte: «... allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift ist.»
 

Wichtige Begriffe für Anleger, die mit Optionen hantieren
Hebel
Jede Option hat einen Hebel. Dieser gibt an, wie stark sich der Optionspreis ändert, wenn sich der Basiswert um 1 Prozent verändert. Je höher der Hebel, desto grösser der potenzielle Gewinn und Verlust.
Basispreis
Auch Ausübungspreis oder Strike genannt. Das ist der Preis, zu dem man den Basiswert am Verfallstag - oder bei einer amerikanischen Option während der gesamten Laufzeit - 
erwerben oder veräussern kann.
Laufzeit
Je länger die Laufzeit einer Option, desto höher der Zeitwert und somit der Optionspreis. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Call oder der Put einen positiven Wert entwickelt, ist in einem längeren Zeitraum grösser als in einem kürzeren Zeitabschnitt.
Volatilität
Neben dem Basispreis hat auch die Volatilität einen grossen Einfluss auf den Preis einer Option. Die Volatilität ist ein Mass für die Schwankungsintensität eines Basiswerts. Je höher die Volatilität ist, desto höher wird gleichzeitig der Optionspreis. Denn je stärker eine Aktie schwankt, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Optionsschein am Ende der Laufzeit einen positiven Wert erreicht, falls man die richtige Option gekauft hat.

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refoh
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US-Wahlen: was passiert wenn...

Trump oder Biden?

Wie reagiert die Börse?

Ist ein Wahlsieg Bidens bereits eingepreist?

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Die wahren Gewinner der US-Wahlen
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Aktien-Warrants kaufen: Wenn,

Aktien-Warrants kaufen: Wenn, dann muss man «richtig» zocken

«Schnell reich werden»: Optionen wie Call Warrants sind nach dem Reddit-Hype wieder gross im Gespräch. cash.ch erklärt, wie Privatanlegerinnen und Privatanleger solche Kurswetten ausrichten sollten.

03.02.2021 21:50

Von Manuel Boeck und Marc Forster

Milliardenanleger tun es, reiche Leute, grosse Fonds genauso, aber auch die vielen "kleinen" Anleger, die mit ihren David-gegen-Goliath-Trades auf Plattformen wie Robinhood in den letzten Wochen die Börse – Stichwort GameStop - durcheinandergewirbelt haben: Sie kaufen Optionen oder Warrants, mit denen sie auf steigende oder fallende Kurse setzen.

Die Überlegung ist folgende: Kauft man jetzt beispielsweise eine Tesla-Aktie für 872 Dollar und diese ist in drei Wochen zehn Prozent mehr wert, dann hat man rund 87 Dollar Buchgewinn gemacht. Kauft man einen so genannten "Call" auf Tesla, kann man unter Umständen viel mehr verdienen. Aber wie geht das?

Man kauft Optionen oder Warrants, am einfachsten beim Online-Broker. Auch Hebelprodukte genannt, verfügen Optionen wie Aktien über eine Valorennummer und ein Tickersymbol und wandern per Maus- oder App-Klick ins Depot. Aber ganz so einfach es mit einem solchen Produkt aber nicht. Auf folgende wichtige Punkte muss man achten, bevor man eine Wette eingeht:

Klare Prognose ist wichtig

Bevor Anleger eine Option oder einen Warrant auswählt, sollte eine klare Vorstellung darüber darüber vorhanden sein, wie sich eine Aktie, der Basiswert, entwickeln wird.

Denn bei Optionen oder Warrants (verbriefte Optionen) erwerben die Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert – also beispielsweise eine Aktie – in der Zukunft zu handeln. Der Gegenpart, etwa eine Bank, muss die Aktie dann anbieten (Call) oder dem Käufer abnehmen (Put). In der Praxis findet so ein Kauf oder Verkauf des Basis aber meist nicht statt. Käufer verkaufen ihre Optionen vorher, oder sie lassen sie verfallen. 

Ausübungspreis und Break-Even

Der Ausübungspreis oder auf englisch Strike ist der Preis, zu dem der Käufer einer Option den Basiswert kaufen (Call) oder verkaufen (Put) kann. Der Ausübungspreis der Option sollte bei Calls leicht unter und bei Puts leicht über dem aktuellen Kurs der Aktie liegen. Denn dann profitiert der Anleger am stärksten von einem Anstieg der Volatilität, sprich von den erwarteten Kursschwankungen des Basiswertes. 

Hier geht es zur Derivate-Übersicht von cash Banking by Bank Zweiplus

Der Break-Even gibt an, welches Kursniveau der Basiswert überschreiten (Call) oder unterschreiten (Put) muss, damit ein Anleger beim Halten des Warrants bis zur Fälligkeit keinen Verlust erleidet. Der Break-even ist allerdings nur für Anleger relevant, die ihren Warrant tatsächlich bis zum Laufzeitende halten möchten - dies ist bei den meisten Anlegern nicht der Fall.

Die Laufzeit berücksichtigen

Bei vielen Produkten ist eine Frist mit einer Laufzeit eingegrenzt. Ist die Laufzeit als "europäisch" angegeben, kann der Warrant nur am Laufzeitende ge- oder verkauft werden. "Amerikanisch" heisst, es kann jederzeit ge- und verkauft werden. Aktien-Optionen sind häufig "American-Style".

Ideal sind Warrants mit einer Fälligkeit in zwölf oder 18 Monaten. Denn wenn die Aktie sich nicht sofort wie erwartet entwickelt, hat man noch einen Puffer. Der Sport bietet die entsprechende Analogie: Auch beim Fussball ist es einfacher einen Rückstand auszubügeln, wenn das Spiel nicht bereits in drei Minuten abgepfiffen wird.

Warrants mit kürzeren Laufzeiten sind nur dann sinnvoll, wenn kurzfristig mit einer starken Kursentwicklung in die eine oder die andere Richtung gerechnet wird. Denn kürzere Laufzeiten bedeuten in der Regel auch einen grösseren Hebeleffekt.

Zeitwert

Zwei Komponenten bewegen den Optionspreis: der Innere Wert und der Zeitwert. Beide Faktoren werden vom Markt laufend neu bestimmt. Während der Innere Wert sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Börsenkurs des Basistitels und dem Ausübungspreis errechnet, ist der Zeitwert der Anteil des Optionspreises, der nicht durch den Inneren Wert abgedeckt wird.

Der Faktor Zeitwert wird bestimmt von der Restlaufzeit, dem Zinssatz, dem aktuellem Kurs des Basiswerts, der Volatilität des Basiswerts sowie der Höhe der Dividende. Der Zeitwert unterliegt einem fortlaufenden Wertverfall. Je mehr sich die Option dem Laufzeitende nähert, um so stärker schrumpft der Zeitwert. Mit der Annäherung an das Laufzeitende nimmt auch die Wahrscheinlichkeit ab, dass es zu einer günstigen Entwicklung des Basistitels kommt.

Wenn der Preis einer Aktie unter dem Ausübungspreis zu liegen kommt, ist der innere Wert bei null. Der Preis der Option ist daher dem Zeitwert gleichgesetzt. Befindet sich der Aktienpreis zu Laufzeitende nicht über dem Ausübungspreis, verfällt der Warrant wertlos.

Implizite Volatilität als bestimmende Grösse

Der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für den Zeitwert und damit auf den Preis von Warrants ist neben der Kursentwicklung des Basiswerts die sogenannte implizite Volatilität. Diese gibt die am Markt erwartete Schwankungsbreite des Basispreises an. Klettert sie, verteuern sich Calls und Puts. Sinkt die Schwankungsbreite, verbilligen sich die Papiere. 

Für Peter Steffen, Senior Portfoliomanager bei Vontobel Asset Management ist die implizite Volatilität auch einer der Faktoren, die Privatanleger gerne übersehen: "Die Investmentbanken verkaufen im Prinzip eine Versicherung. Diese wird zu einem grossen Teil durch die Implizite Volatilität bestimmt. Das ist der Gewinn der Market Maker."

"Die Aktien von GameStop haben sich kürzlich mit extremer Volatilität bewegt. Wenn sich die Aktie beruhigt und sich in den nächsten Wochen kaum mehr bewegt, dann kann es sein, dass Anleger aus dem Call-Warrant nichts gewinnen, da der Wertzerfall durch die zurückgehende implizite Volatilität grösser als der Kursgewinn der Aktie ist," sagt Steffen gegenüber cash.ch.

Dies heisst: Wer mit Warrants spekuliert, muss nicht nur eine klare Meinung über den künftigen Kursverlauf einer Aktie haben, sondern auch über die zu erwartende Volatilität. Somit ist der Verkauf von Warrants bei hoher und der Kauf bei niedriger impliziter Volatilität sinnvoll.

Bezugsverhältnis und Hebel auswählen

Das Bezugsverhältnis, auch Ratio genannt, drückt aus, wie viele Calls oder Puts benötigt werden, um einen Basistitel zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Für den Anleger ist diese Kennzahl nicht relevant. Es handelt es sich lediglich um eine technische Angabe.

Der eigentliche Reiz von Warrants ist: Ein Hebel, meist mit Leverage angegeben, lässt im Verhältnis zum eingesetzten Geld eine höhere Rendite zu, als wenn schlicht eine Einzelaktie gekauft wird. Bei einem Leverage von beispielsweise 5 verändert sich der Warrant fünfmal mehr als die zugrunde liegende Aktie. Der Leverage gibt also den Wert an, um den sich die prozentuale Kursänderung des Basiswerts in der Option vervielfacht und zwar sowohl positiv wie auch negativ.

Der Leverage ist nicht fix, sondern verändert sich bei jeder Bewegung des zugrunde liegenden Basiswerts und mit dem Ablauf der Laufzeit. Je weiter der Kurs des Basiswerts bei einem Call vom Ausübungspreis nach unten abweicht, desto grösser ist der Hebel. Liegt der Kurs deutlich darüber, desto kleiner wird der Hebel. Und je näher das Fälligkeitsdatum rückt, desto grösser wird der Hebel.

Für Anleger empfiehlt es sich daher, einen Warrant zu kaufen, dessen Ausübungspreis nahe am aktuellen Kurs liegt. Generell gilt: Je weiter der aktuelle Kurs des Basiswerts vom Ausübungs bei einem Call darunterliegt und je kürzer die Laufzeit, desto spekulativer ist die Anlage.

Spezialfall Knock-Out-Warrants

Bei so genannten Knock-Out-Warrants gibt es hingegen meist keine Laufzeit. Dann, wenn sie mit "open end" bezeichnet sind. Sie können immer ge- oder verkauft werden. Diese Produkte sind bei Privatanlegern beliebt: Sind sind "übersichtlicher", da die Kursentwicklung des Basiswerts massgebend ist. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts wegen des Knockouts höher, wenn sich der Kurs anders entwickelt als erwartet.

Knock-Out Warrants weisen zudem einen geringeren oder gar keinen Zeitwert auf und besitzen eine höhere Hebelwirkung als vergleichbar ausgestattete Warrants. Wegen ihres Knock-Outs und aufgrund der höheren Hebelwirkung sind sie riskanter als vergleichbare Warrants. 

Bei den Knock-out-Produkten entspricht der Ausübungspreis häufig auch der Knock-out-Schwelle, bei deren Verletzung das Knock-out-Produkt wertlos wird.

Fazit

Anlegerinnen und Anleger sind gut beraten, wenn sie sich bei der Auswahl eines Warrants zuerst einmal Gedanken über den Basiswert machen und dessen Kursverlauf über einen gewissen Zeithorizont einschätzen. Mithilfe von Volatilität und Leverage kann man auch die Risiken für sich selbst etwas klarer abschätzen.

Wer mit Warrants an der Börse handelt, sollte zudem eine Grundregel eisern beachten: Geld, mit dem man spekuliert, sollte man - im schlimmsten Fall - auch verlieren können. Das Risiko eines Totalverlusts kann man im Warrant-Geschäft nicht ausschliessen. Deshalb: Niemals mit geliehenem Geld Warrants kaufen.

Denn über alledem steht eine ganz grosse Warnung: Mit Optionen und Warrants zu handeln, beinhalten ein ziemliches Risiko. Zwar können Hebelprodukte auch für Absicherungsgeschäfte benutzt werden und eine wichtige Rolle in Portfoliokonstruktionen spielen - doch wer mit ihnen spekuliert und auf schnelle und bequeme Gewinne hofft, lebt gewissermassen gefährlich. Auf diese Weise gehören Optionen zu dem, was der Börse manchmal den Ruf einträgt, ein Casino zu sein.

Gut möglich, dass viele GameStop-Trader gar nicht wussten, was sie genau für Instrumente einsetzten - sie hatten einfach Glück, weil die Kurse und die implizite Volatilität so stark stiegen. Wer Warrants mit Bedacht wählt und umsichtig anhand von Risikoüberlegungen investiert, kann durchaus mit sehr guten Renditen rechnen. 

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

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