CH-relevante Börsenthemen Jahr 2021

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Lohnunterschiede zwischen

Lohnunterschiede zwischen Geschlechtern nehmen zwischen 2016 und 2018 leicht zu

Frauen haben auf dem Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2018 auch zwei Jahre nach der letzten Erhebung noch immer deutlich weniger verdient als Männer. Der Lohnunterschied betrug durchschnittlich 19 Prozent, wovon sich fast die Hälfte nicht mit Faktoren wie Bildungsgrad oder Dienstalter erklären lässt.

22.02.2021 13:00

Ein Teil der Lohnunterschiede lässt sich durch Faktoren wie Alter, Ausbildung, Dienstjahre oder durch den Tätigkeitsbereich oder die Stelle erklären. Der andere Teil, der laut einer am Montag veröffentlichten Erhebung vom Bundesamt für Statistik (BFS) 45,5 Prozent des Lohnunterschiedes ausmacht, bleibt hingegen unerklärt. Das ist gegenüber 2016 eine Steigerung um 4,4 Prozentpunkte und kann so interpretiert werden, dass Männer im Schnitt 8,6 Prozent mehr verdienen als Frauen, einfach weil sie Männer sind.

Im öffentlichen Sektor, also bei Angestellten von Bund, Kantonen oder Gemeinden, nahm die Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern zu. Sie belief sich 2018 auf 18,1 Prozent. Bei der Erhebung zwei Jahre vorher hatte sie noch 16,7 Prozent betragen. In der Privatwirtschaft blieb die Lohndifferenz gegenüber 2016 zwar unverändert, lag mit 19,6 Prozent aber nochmals ein Stück höher als im öffentlichen Sektor.

Es gab aber den Angaben zufolge grosse Unterschiede zwischen den Branchen: In der Banken- und Versicherungsbranche beispielsweise verdienten Frauen im Schnitt gut ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. Davon sind laut der Erhebung allerdings nur 30,8 Prozent unerklärt.

Grössere Lohnunterschiede sind eher erklärbar

Im Gastgewerbe auf der anderen Seite war der Lohnunterschied mit 8,1 Prozent weitaus geringer. Davon ist aber mit 48,7 Prozent fast die Hälfte unerklärt. Noch höher fällt der unerklärte Unterschied im Detailhandel aus: Dort beträgt er 57,4 Prozent des Lohnunterschieds oder 624 Franken. Und auch in der Maschinenindustrie ist mit 53,5 Prozent oder 931 Franken mehr als die Hälfte des Lohnunterschieds nicht durch strukturelle Faktoren zu erklären.

Laut dem BFS fällt zudem auf, dass der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede in kleineren Unternehmen ausgeprägter ist. Bei Unternehmen mit weniger als 20 Angestellten betrug er 2018 57,5 Prozent. Bei grösseren Firmen mit mindestens 1000 Angestellten lag er bei 31,5 Prozent. Zudem war er in tiefen Hierarchiestufen mit 75,9 Prozent deutlich grösser als in oberen Kaderpositionen, wo er noch 45,1 Prozent betrug.

Pyramide wird etwas steiler

Der prozentuale Anteil der Frauen in den untersten Lohnstufen nahm zwischen 2016 und 2018 etwas ab. 2018 waren in der Gesamtwirtschaft 60,9 Prozent der Arbeitnehmenden mit einem monatlichen Bruttolohn von unter 4000 Franken für eine Vollzeitstelle Frauen. Zwei Jahre zuvor waren es noch 63,2 Prozent gewesen.

An der Spitze der Lohnpyramide waren 81,2 der Arbeitnehmenden mit einem Monatslohn von über 16'000 Franken männlich.

"Entwicklung muss umgekehrt werden"

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund zeigt sich in einer Mitteilung enttäuscht von den veröffentlichten Zahlen. "Diese Entwicklung muss dringend gestoppt und umgekehrt werden", so der Verband. Auffällig sei, dass der Lohnunterschied, der sich mit Faktoren wie Ausbildung, Berufserfahrung und Hierarchiestufen erklären lässt, zwischen 2014 und 2018 etwa gleich gross geblieben, aber die Lohndiskriminierung gestiegen sei.

Doch auch der auf erklärbare Faktoren zurückführbare Lohnunterschied ist dem Verband zufolge mit 10 Prozent zu gross. Denn auch er beruhe auf diskriminierenden Strukturen im Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft: Frauen würden oft in Berufen arbeiten, die nicht ihrem Wert entsprechend entlöhnt seien und hätten oft weniger Chancen auf einen Karriereaufstieg. Ausserdem leisteten sie den grösseren Teil der unbezahlten Arbeit.

Der SGB pocht deshalb auf die Pflicht der Unternehmen, im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes ihre Lohnsysteme mit den Sozialpartnern auf Diskriminierung zu analysieren und diskriminierende Löhne umgehend anzupassen. Ab dem kommenden Sommer müssen grosse Firmen mit über 100 Mitarbeitenden nämlich eine Lohngleichheitsanalyse durchführen. Das Gesetz sieht allerdings vorerst keine Sanktionen vor für Unternehmen, bei denen Ungleichheit festgestellt wird.

tv/tt

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Schweizer zahlen während

Schweizer zahlen während Corona-Krise verstärkt mit Twint statt bar

Die Liebe zum Bargeld von Herr und Frau Schweizer hat in der Corona-Krise einen Dämpfer erhalten. Es wurde laut einer Umfrage erstmals vom Thron als beliebtetes Zahlungsmittel gestürzt. Auf der anderen Seite griffen die Menschen vermehrt zur Handy-Bezahlapp Twint.

23.02.2021 08:00

Die Corona-Krise beschleunigte den Trend zum bargeldlosen Bezahlen und verlieh insbesondere auch neueren Methoden wie Twint Rückenwind. Zum ersten Mal in einer vom Vergleichsdienst Moneyland durchgeführten und am Dienstag veröffentlichten Umfrage wird Bargeld von der Schweizer Bevölkerung nicht mehr als wichtigstes Zahlungsmittel angesehen.

An der Spitze stehen nun Debitkarten, die 73 Prozent der Befragten als unverzichtbar betrachten, gefolgt von Kreditkarten mit 71 Prozent. Cash steht erst an dritter Stelle: Darauf möchten im Jahr 2021 zwar immer noch 67 Prozent nicht verzichten - vor einem Jahr waren es aber noch 78 Prozent gewesen.

Vor allem Junge nutzen Twint

Auf die Maestro-Debitkarte möchten derweil 53 Prozent nicht verzichten, danach folgt bereits Twint mit hohen 43 Prozent, wie Moneyland weiter schreibt. Vor der Corona-Krise im Januar 2020 waren es hier erst 26 Prozent, die Twint nicht missen wollten. Kein anderes Bezahlmittel hat so stark zugelegt. Populär ist Twint besonders bei den Jüngeren: Zwei von drei 18- bis 25-Jährigen wollen weiter damit zahlen.

Bei der jungen Bevölkerung an Beliebtheit gewonnen hat auch die Revolut-Karte. Bereits über ein Fünftel der 18- bis 25-Jährigen nutzen diese im Laden als Zahlungsmittel. Deren Popularität führt Moneyland in erster Linie auf die einfachen Prozesse und die gute Nutzbarkeit der Revolut-App sowie die tiefen Gebühren zurück.

Cash bleibt Trumpf im Laden

Bei Zahlungen im Laden ist Bargeld in der Schweiz aber immer noch sehr populär, nämlich bei 98 Prozent der Befragten. Aber auch hier hat Twint während der Corona-Krise klar an Boden gewonnen. Nutzten im Januar 2020 erst 36 Prozent der Befragten Twint im Laden, so sind es nun bereits 48 Prozent.

Am der Online-Umfrage, die vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag von Moneyland im Januar 2021 durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 1503 Personen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz teil.

sig/uh/tt

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Cybersicherheit kommt im

Cybersicherheit kommt im Finanzsektor nur langsam voran

Bei den Finanzdienstleistern bestehen seit Jahren Lücken in der Abwehr von Cyberrisiken. Obwohl die Vorgaben der Finanzmarktaufsicht angemessen sind, kommen konkrete Massnahmen nur langsam voran.

23.02.2021 05:11

Das konstatiert die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Die Krisenorganisation bei den Banken und Effektenhändlern ist erst im Aufbau. Und regelmässige sektorübergreifende Übungen gegen Cyberangriffe wurden erst einmal durchgeführt.

Die Kontrolle über die Bewältigung von Cyberrisiken im Finanzsektor führt die Finanzmarktaufsicht (Finma). Die Cyberrisiken sind eines der sechs Hauptrisiken, welche die Finma beobachtet. Die EFK attestiert ihr dabei, sie habe ihre verfügbaren Ressourcen weiter entwickelt.

Alles konnte die Aufsicht nicht umsetzten. Sie erkannte das gemäss EFK und nahm Anfang 2020 organisatorische sowie formelle Anpassungen vor. Die EFK ortet indessen die Gefahr, dass sich die Aufsicht in ihrer Tätigkeit nicht nach den geplanten Tätigkeiten ausrichtet sondern nach den vorhandenen Ressourcen. Bei der Erhebung und Auswertung der Überprüfungen könnte die Finma zudem effizienter werden.

Vernachlässigte Meldepflicht

Die Banken nahmen ihre Meldepflicht bei Cybervorfällen nur ungenügend wahr, bemängelt die Finanzkontrolle weiter. Diese Missachtung blieb für sie ohne Konsequenzen, obwohl es Sanktionsmöglichkeiten gibt. Die Finma verfügt damit nicht über eine wesentliche Quelle für die Cybersicherheit bei den Instituten.

Diese Situation verschärft sich zusätzlich, weil die Banken den direkten Zugriff der Finma auf die Daten der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) ablehnen. Zur Beseitigung dieser Lücken schlägt die EFK intensivere Vor-Ort-Kontrollen vor.

Verweis auf Ressourcen

Die Finma wies darauf hin, dass sie bei ihrer Aufsichtstätigkeit generell einen risikobasierten und proportionalen Ansatz verfolgt. Darum sei der Fokus eher auf grössere Institute und bekannte Schwachpunkte gerichtet. Trotz der grösseren Gefahr für kleinere Institute könne die Finma ihre Ressourcen nur aufgrund dieses Fokus effizient einsetzen.

Bis jetzt führte die Finma ihren Angaben zufolge bis auf die systemweiten Übungen alles termingerecht durch. Seit langem weise sie auf Schwächen in der systemweiten Analyse, Kooperation und Koordination zwischen öffentlichem und privatem Sektor hin.

Unter der Leitung des Delegierten des Bundes für Cybersicherheit verbesserte sich die Lage durch eine Koordinationsstelle und ein Analysezentrum seit Mitte 2019, wie die Finma schreibt. Das sogenannte Financial Services Information Sharing and Analysis Center wird dabei die Koordination zwischen Behörden und Behörden sicherstellen.

Für Verbesserungen bei der Meldepflicht von Cybervorfällen erliess die Finma im Mai 2020 eine Aufsichtsmitteilung, wie sie in ihrer Stellungnahme zum EFK-Bericht sie mitteilt. Seither stieg die Zahl der Meldungen merklich.

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SIX übernimmt Mehrheit an

SIX übernimmt Mehrheit an kanadischer Orenda Software Solutions

Die Börsenbetreiberin SIX übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an der kanadischen Informationsplattform Orenda. Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal 2021 geplant. Zu finanziellen Einzelheiten der Investition machte SIX in einer Mitteilung von Dienstag keine Angaben.

23.02.2021 08:45

Das 2015 gegründete kanadische Unternehmen ist den Angaben zufolge auf alternative Daten und Daten zu den Aspekten Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environment, Social/Society and Governance) spezialisiert. Die Plattform von Orenda basiere auf künstlicher Intelligenz.

Der Erwerb der Mehrheitsbeteiligung sei Teil der Strategie von SIX, ihre Kunden dabei zu unterstützen, mehr Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen und verwendungsfertige Daten und Analysen bereitzustellen, so die SIX weiter.

sig/rw

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AHV-Reform: Kommission will

AHV-Reform: Kommission will Mehrwertsteuer gestaffelt erhöhen

Die Mehrwertsteuer soll gestaffelt um bis zu 0,7 Prozentpunkte erhöht werden, um die AHV zu stabilisieren.

23.02.2021 14:12

Die ständerätliche Sozialkommission (SGK-S) hat letzte Entscheide gefällt zur AHV-Reform, die die kleine Kammer im März beraten wird. Die Gesamtvorlage heisst die Kommission mit 7 zu 6 Stimmen gut. 

Die gestaffelte Erhöhung der Mehrwertsteuer wurde von der SGK-S mit 9 zu 4 Stimmen gutgeheissen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Der Mehrwertsteuer-Normalsatz von heute 7,7 Prozent soll demnach in einem ersten Schritt um 0,3 Prozentpunkte erhöht werden.

Sollte der AHV-Ausgleichsfonds unter 90 Prozent einer Jahresausgabe sinken, soll die Mehrwertsteuer um bis zu weitere 0,4 Prozentpunkte erhöht werden können. So will es die SGK-S in der Verfassung verankern. Insgesamt könnte die Mehrwertsteuer damit um höchstens 0,7 Prozentpunkte angehoben werden. In den Augen der Mehrheit kann so eine Steuererhöhung auf Vorrat vermieden werden.

Der Bundesrat schlägt vor, die Mehrwertsteuer in einem Schritt um 0,7 Prozentpunkte zu erhöhen. Eine Kommissionsminderheit beantragt eine Erhöhung um lediglich 0,3 Prozentpunkte, und eine zweite Minderheit will die Erhöhung auf 0,8 Prozentpunkte ausweiten.

Die Mehrheit will die Erhöhung der Mehrwertsteuer zudem an das AHV-Referenzalter 65 für Frauen knüpfen. Die Steuer soll erhöht werden können, wenn in der zu erwartenden Abstimmung das höhere Frauen-Rentenalter eine Mehrheit findet. Umgekehrt soll es ohne höheres Frauen-Rentenalter auch keine höhere Mehrwertsteuer geben.

Die Minderheit ist wie der Bundesrat der Meinung, dass eine solche Verknüpfung eine differenzierte Meinungsbildung verhindere, wie es in der Mitteilung heisst. Im Ergebnis würden damit die ablehnenden Stimmen kumuliert.

Knappe Mehrheit

In der Gesamtabstimmung hiess die SGK-S die AHV-Reformvorlage knapp gut, nämlich mit 7 zu 6 Stimmen. Die Vorlage enthält die Erhöhung des Frauen-Rentenalters von 64 auf 65 Jahre. Angehoben werden soll es in Schritten über vier Jahre hinweg. Die spätere Pensionierung von Frauen soll die AHV 2030 um 1,4 Milliarden Franken entlasten.

Beim Ausgleich für jene Frauen, die am stärksten betroffen sind, will die SGK-S die Jahrgänge 1959 bis 1964 berücksichtigen; der Bundesrat beantragt dies für die Jahrgänge 1959 bis 1967. Den flexibilisierten Rentenvorbezug will die SGK-S auch für Frauen ab 63 Jahren zulassen; der Bundesrat schlägt 62 Jahre vor.

Den Plafond für Ehepaar-Renten will die SGK-S von 150 auf 155 Prozent der Maximalrente erhöhen. Eine Motion von 2016 der damaligen CVP-Fraktion, die verlangt, die so genannte Heiratsstrafe bei der AHV zu beseitigen, empfiehlt die Kommission zur Ablehnung.

Ein Nein beantragt die SKG-S auch zur Motion von Ruedi Noser (FDP/ZH). Er schlägt darin vor, den gesetzlichen Ferienanspruch um zwei Wochen zu erhöhen und ebenso das Rentenalter für Frauen und Männer auf 67 Jahre. Damit würde die Lebensarbeitszeit nicht steigen. Die Mehrheit will die AHV-Reform laut der Mitteilung nicht mit "parallelen Vorstössen überladen".

(AWP)

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«Aktienrenditen werden in der

«Aktienrenditen werden in der Zukunft eher aus der Einzeltitelauswahl resultieren»

Gerald Moser, Stratege bei der Grossbank Barclays, glaubt trotz der jüngsten Börsenrekorde nicht an den grossen Crash und hält ein Investment in Bitcoin für riskant.

https://www.cash.ch/news/top-news/barclays-stratege-aktienrenditen-werde...

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Vorsicht Risiko: Fünf

Vorsicht Risiko: Fünf wichtige Antworten zum SPAC-Hype für Privatanleger

Der Hype um sogenannte Blankocheck-Firmen kennt derzeit keine Grenzen. Während SPACs einige reich machen, können sich insbesondere Privatanleger arg die Finger verbrennen. Was es zu beachten gilt.

23.02.2021 21:50

Von Henning Hölder

Billiges Geld fliesst in die Kapitalmärkte und sucht sich immer neue Wege. Das neuste Ziel: SPACs. Die Abkürzung steht für "Special Purpose Acquisition Company", auf deutsch in etwa "Zweckgesellschaft für eine Akquisition". Dabei handelt es sich um eine Art leeren Börsenmantel, der Geld und einsammelt, um damit eine Firma aufzukaufen. Der Hype um diese SPACs – auch Blankocheckfirmen genannt, weil man als Investor quasi die Katze im Sack kauft – läuft derzeit heiss wie noch nie.

Das Volumen in diesem Geschäft ist im noch jungen laufenden Jahr bereits halb so hoch wie im gesamten vergangenen Jahr (siehe Grafik unten). Während das Emissionsvolumen 2020 bereits bei rekordhohen 83 Milliarden Dollar ankam, sind bis Mitte Februar bereits über 40 Milliarden Dollar in SPACs gesteckt worden.

Bahnt sich hier ein neuer Hype an, der überzukochen droht? Wie sinnvoll ist eine Investition für Privatanleger? cash.ch geht auf die wichtigsten Fragen ein.

SPAC-Volumen in den Jahren 2011 - heute (11.02.21)

Quelle: Bloomberg

1. SPAC: Was ist das?

Ein SPAC ist zunächst nichts anderes als eine leere Unternehmenshülle, die an die Börse strebt, aber keinerlei operatives Geschäft hat. Über den Börsengang (IPO) sammelt das SPAC Geld von Investoren ein und füllt somit die Unternehmenshülle mit Eigenkapital. Warum das Ganze? Ziel ist es, mit dem Geld eine aufstrebende Firma aufzukaufen, welche somit quasi durch die Hintertür an die Börse gelangt. In den meiste Fällen haben die SPAC-Verantwortlichen nun 12 bis 24 Monate Zeit, ein lukratives Übernahmeziel auszumachen.

Bis dahin wird das Investorengeld auf ein Treuhandkonto eingezahlt und in sichere Wertpapiere wie Staatsanleihen gesteckt. Will heissen: Investoren haben vorher in der Regel keine Ahnung, in welche Firma das Geld einmal angelegt wird, sprich, in was sie eigentlich genau investieren. Man setzt sein Geld also nicht auf eine Firma oder ein Geschäftsmodell, sondern auf das glückliche Händchen des sogenannten Sponsoren, also des SPAC-Verantwortlichen.

Immerhin: Wurde bis zum Ablauf der Frist keine Firma übernommen, erhalten die Investoren ihr Geld zurück.

2. Wer sind die SPAC-Sponsoren?

SPACs werden üblicherweise von einem sogenannten Sponsor aufgelegt, der die unternehmerische Führung des "Zweckvehikels" übernimmt. Für die Gründer können SPACs überaus lukrativ sein. Meist erhalten sie für einen vergleichsweise geringen Betrag Anteile von 20 Prozent des Vehikels. Je mehr Geld eingesammelt wird, desto höhere Gewinne winken dem Sponsoren - wenn die Akquisition eines Übernahmeziels abgeschlossen wird.  

Zudem profitieren sie von der Option, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Aktien zu einem vorher festgelegten, meist günstigeren Preis nachzukaufen (sogenannte Warrants). Solch ein Vorgang wird auch Arbitragegeschäft genannt. Von solchen Vorteilen profitieren übrigens auch grosse institutionelle Investoren – ganz im Gegensatz zu Privatanlegern.

Die Liste der SPAC-Gründer liest sich teilweise wie das Who is Who der Finanz-Szene: Richard Branson, Bill Ackman, Michael Klein oder LinkedIn-Gründer Reid Hoffman gehören dazu. Doch auch Namen wie der des ehemaligen Basketball-Profis und NBA-Stars Shaquille O'Neal finden sich auf der Liste der SPAC-Gründer.

Auch in Schweiz bekannte Persönlichkeiten mischen kräftig mit. So ist Ex-UBS-Chef Sergio Ermotti Chairman der britischen Blankocheck-Firma Investindustrial Acquisition. Der ehemalige Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam will über einen SPAC 250 Millionen Dollar aufbringen, wie zuletzt berichtet wurde. 

3. Warum gehen Firmen mittels SPAC an die Börse?

Für Unternehmen, die sich von SPACs aufkaufen lassen, ist es ein schneller und unbürokratischer Weg, an die Börse zu gelangen. Die Firmen müssen sich nicht selbst monatelang um Investoren bemühen. In der Regel dauert eine SPAC-Verhandlung etwa drei Monate. Ein normaler Börsengang hingegen braucht normalerweise mindestens neun Monate Vorlaufzeit. Zudem können Unternehmen bei einer SPAC-Übernahme mehr Anteile auf einen Schlag zu Geld machen.

Ein weiterer Vorteil ist die Preissicherheit. Während sich bei normalen Börsengängen der Preis noch in den letzten Tagen vor dem IPO stark verändern kann, wird der Preis bei einem SPAC vorher bilateral festgesetzt. Daher ist man als Unternehmen, das an die Börse strebt, auch weniger der aktuellen Marktstimmung ausgesetzt. 

An Dienstag hat er US-Elektroautoentwickler und Tesla-Herausforderer Lucid Motors angekündigt, mit dem SPAC Churchill Capital IV den Sprung aufs Parkett zu wagen. 

4. Sollte ich als Privatanleger auf den SPAC-Boom aufspringen?

Ähnlich wie bei gewöhnlichen Börsengängen können sich Privatanleger in der Regel erst dann am Unternehmen beteiligen, nachdem es seinen Börsengang vollzogen hat. Somit verpassen sie oft die ersten, meist hohen Kursanstiege am Tag des IPOs. Trotzdem zeigen die letzten Wochen und Monate, dass SPACs auch nach dem IPO munter weiter steigen können - auch wenn ein mögliches Übernahmeziel noch längst nicht in Sicht ist.

Anleger, die einsteigen wollen, müssen sich jedoch stets dessen bewusst sein, dass sie ein weitaus höheres Risiko eingehen als grosse institutionelle Investoren. So haben Privatanleger in der Regel kein Recht darauf, von Optionsscheinen zu profitieren, die sie zum Kauf weiterer Aktien berechtigen, wenn ein Übernahmekandidat gefunden wurde. Zudem können Grossinvestoren ihr gesamtes Kapital zurückverlangen, wenn ihnen die akquirierte Firma nicht passt, Privatanleger können das nicht. Sie sind voll und ganz dem Geschick des SPAC-Sponsoren ausgeliefert.

5. Haben SPAC-Gründer und Privatanleger ähnliche Interessen?

Je länger ein SPAC am Markt ist, ohne ein passendes Übernahmeziel gefunden zu haben, desto höher ist der Anreiz für den Sponsoren, einen schlechten Deal einzugehen. Grund: Das Ganze wird für Sponsoren erst lukrativ, wenn am Ende tatsächlich ein Deal zustande kommt. Die mögliche Folge eines schlechten Last-Minute-Deals: Der Kurs des SPACs rauscht in die Tiefe. Eine Studie von Goldman Sachs zeigt, dass die Kurse von 56 untersuchten SPACs, die Anfang 2018 an den Start gingen, zwar zunächst den Markt outperformten. Doch nach dem Firmenkauf hat sich der Kurs schlechter als der Markt entwickelt.

Kritische Marktbeobachter raten Privatanlegern dazu, sich der Interessen der SPAC-Gründer bewusst zu sein. Nicht alle wollen langfristig im Investmentvehikel drinbleiben, sondern planen, nach Gewinnrealisierungen auszusteigen, wie die Warnungen lauten. Manche sprechen gar davon, dass einige SPAC-Sponsoren auf den Rücken von Privatanlegern, die (zu) spät auf den Zug aufgesprungen sind, Kasse machen. Das gilt mit Sicherheit nicht für jeden SPAC-Sponsor, trotzdem sollten sich Anleger der unterschiedlichen Interessen bewusst sein. 

Fazit: Vorsicht

Vor dem Hintergrund, dass man als Privatanleger mit einem SPAC meist die Katze im Sack kauft, ohne zu wissen, auf welches Geschäftsmodell man setzt, ergeben sich zwangsläufig Zweifel an der Notwendigkeit eines solchen Investments. Der Markt bietet eine Fülle an Investmentgelegenheiten für Privatanleger, seien es Aktien, ETF oder Fonds. Hier weiss man als Anleger, worin man sein Geld steckt - und welche Risiken man eingeht. Dementsprechend sind auch allfällige Verluste besser zu akzeptieren.

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Daytrader: «Ich habe mit

Daytrader: «Ich habe mit Aktien schon 100'000 in drei Monaten verdient»

Michael Flender verdient seinen Lebensunterhalt mit Aktienhandel. Ein blindwütiger Zocker ist er aber nicht, wie im Interview schnell klar wird: Strategien, Aktientipps und Bekenntnisse eines Daytraders.

https://www.cash.ch/news/top-news/michael-flender-daytrader-ich-habe-mit...

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Schweizer Bauwirtschaft

Schweizer Bauwirtschaft erwartet nach Pandemiejahr leichte Erholung

Die Schweizer Bauwirtschaft hat 2020 unter den Covid-Einschränkungen gelitten und den schwächsten Umsatz seit fünf Jahren ausgewiesen.

25.02.2021 12:22

Der Umsatz lagt 2020 im Vergleich zum Vorjahr 5,8 Prozent tiefer auf 19,5 Milliarden Franken. Damit habe sich das Bauhauptgewerbe besser geschlagen als viele andere Branchen, wird betont.

Die entscheidende Phase sei das Frühjahr beim ersten Lockdown gewesen. Innerhalb sehr kurzer Frist seien funktionierende Schutzkonzepte entwickelt und eingeführt worden. Die Schutzkonzepte mit den Abstands- und Hygieneregeln hätten sehr rasch funktioniert und würden es heute weiterhin tun.

"Mit ihrer Forderung nach einem Baustellenstopp haben die Gewerkschaften in der Romandie mehrere tausend Beschäftigte unnötigerweise in Kurzarbeit geschickt", sagte Verbandspräsident Gian-Luca Lardi an einer Telefonkonferenz am Donnerstag. So sei der Umsatz in der Romandie um 12 Prozent gesunken, in der Deutschschweiz hingegen nur um 3 Prozent. Bis heute liege jedoch kein Hinweis vor, dass die Baustellenschliessungen einen positiven Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet hätten.

Korrektur im Wohnungsbau

Im Wohnungsbau habe sich schon länger eine Korrektur abgezeichnet, schreibt der Verband, und entsprechend sei der Umsatz in dieser Sparte deutlich zurückgegangen. Nun dürfte sich ein Boden gebildet haben und in diesem Jahr wird mit einer Erholung gerechnet.

Das tiefe Zinsniveau und die Normalisierung der Baugesuche komme der Angebotsseite zu Gute. Bei der Nachfrage sorge die stabile Nettozuwanderung für Rückenwind und der Fakt, dass die Menschen wegen des Home Office zunehmend grössere Wohnungen suchen. Mit Blick auf die Klimaziele des Bundes seien grosse Investitionen in den Gebäudepark nötig.

Die allgemeine Konjunkturlage dürfte sich 2021 aufhellen und damit auch der Ausblick für kommerzielle und gewerbliche Bauten. Im zweiten Halbjahr seien hier Bautätigkeit und Auftragseingang gestiegen. Da die pandemische Entwicklung sehr unsicher sei und die Impfungen stocken, wird unterm Strich eine Stagnation erwartet.

Als entscheidend wird vom Verband der öffentliche Sektor und die Infrastruktur-Projekte angesehen. Der Arbeitsvorrat an öffentlichen Aufträgen sei seit Beginn der Corona-Pandemie durchgehend abgebaut worden. Gemeinden, Kantone und der Bund seien jetzt gefordert, Projekte forciert zu planen, auszuschreiben und zu vergeben.

Langsame Erholung erwartet

Im laufenden Jahr rechnet der Schweizerische Baumeisterverband insgesamt mit einer verhaltenen Erholung. Der Umsatz dürfte jedoch tiefer ausfallen als vor der Corona-Pandemie. Der Bauindex lasse 2021 einen Umsatz von 19,8 Milliarden Franken erwarten.

Der Baumeisterverband stützt sich bei seinen Annahmen auf die eigene Quartalserhebung sowie auf den gemeinsam mit der Credit Suisse ermittelten Bauindex.

(AWP)

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Marc Faber: «Der Markt für

Marc Faber: «Der Markt für Wachstumsaktien könnte fallen»

Der Schweizer Investor Marc Faber wird 75 Jahre alt. Im Interview spricht er über den Corona-Alltag in seiner Wahlheimat Thailand, spekulative Märkte, Bitcoin und warum die Zukunft für Wachstumsaktien nicht gut ist.

https://www.cash.ch/news/politik/autor-des-doom-boom-gloom-reports-marc-...

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Doppelt so viele Zahlungen

Doppelt so viele Zahlungen mit elektronischer Rechnung wegen Corona

Herr und Frau Schweizer werden in der Coronakrise immer digitaler. Aktuell nützen laut Angaben der Schweizer Börsenbetreiberin SIX mehr als zwei Millionen eBill und bezahlen ihre Rechnungen somit digital.

26.02.2021 08:04

Diese Woche hat SIX erstmals mehr als zwei Millionen registrierte Nutzer und Nutzerinnen verzeichnet, wie es in einer am Freitag vom Finanzdienstleister veröffentlichten Mitteilung heisst. Dabei seien im Pandemiejahr 2020 doppelt so viele Transkationen abgewickelt worden wie im Vorjahr. Rund 100 Banken in der Schweiz bieten ihren Kunden eBill an.

eBill ist die digitale Rechnung, die direkt ins eigene e-Banking gelangt, von überall her bezahlt werden kann und für die der herkömmliche Einzahlungsschein überflüssig ist, wie SIX weiter schreibt. SIX entwickelt und betreibt die eBill-Infrastruktur.

pre/ra

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BSV-Direktor Rossini fordert

BSV-Direktor Rossini fordert Reformschritte bei den Sozialwerken

Der Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), Stéphane Rossini, hat die dringende Reform der Sozialwerke angemahnt. Die Coronavirus-Krise erhöhe bei der AHV und der beruflichen Vorsorge sogar noch den Druck.

26.02.2021 06:33

Dies sagte er der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Freitag. Die konkreten Auswirkungen der aktuellen Krise etwa auf die Sozialversicherungen seien einerseits die finanziellen Folgen, erklärte Rossini. "Die drohenden Defizite der AHV fallen noch grösser aus als vor der Krise erwartet, und bei der IV wird es länger dauern, bis die Schulden zurückbezahlt sind", hiess es weiter.

Schwierige Integration ins Berufsleben

Die Probleme lägen vor allem bei den Einnahmen, sagte der 58-Jährige. So würden die Lohnbeiträge und die Mehrwertsteuer unweigerlich sinken, falls die Arbeitslosigkeit zunehme und der Konsum zurückgehe, erklärte der Walliser. Die Krise bestätige, dass die AHV ohne Wirtschaftswachstum auf Dauer kaum zu finanzieren sei.

Das andere Thema, das fast noch mehr Sorgen mache, seien die Folgen für die Integration, erklärte er. "In den letzten Jahren haben wir die IV konsequent auf die Integration ausgerichtet: Nur wenn eine Rückkehr ins Berufsleben wirklich unmöglich ist, soll eine Rente fliessen", sagte Rossini. Nun sei zu befürchten, dass wegen der Coronavirus-Krise gerade in Branchen mit weniger hohen Anforderungen viele Arbeitsplätze wegfielen, die für diese Integration besonders wichtig seien. "Das ist menschlich für die Betroffenen schwierig, und für die Sozialversicherungen kann es sehr teuer werden", sagte er gegenüber der "NZZ".

Hinzu kämen noch die Unsicherheiten bei Langzeit-Covid-19-Erkrankten. Diese hätten grundsätzlich Zugang zur IV, falls sie als Folge einer Covid-19-Erkrankung nicht mehr erwerbsfähig seien, hiess es.

Übersterblichkeit hilft auch nicht

Die Schweiz komme auch mit den zahlreichen älteren Toten während der Coronavirus-Krise nicht um Reformen bei den Sozialwerken herum, sagte der BSV-Direkter. "Wir wissen, dass es letztes Jahr eine Übersterblichkeit gegeben hat. Aber wie lange diese Personen noch gelebt hätten, ist unklar." Deshalb lasse sich auch nicht berechnen, wie gross die Einsparungen der AHV seien.

"Die Zahlen, die zurzeit herumgeistern, sind reine Spekulation", hob er hervor. Insgesamt habe der Bund bisher in der Pandemie 9100 Todesfälle gezählt - dies falle bei 2,4 Millionen Rentenbezügern in der AHV nicht stark ins Gewicht, betonte Rossini. "Die Corona-Todesfälle werden die Probleme der AHV nicht annähernd lösen", erklärte der Direktor des BSV diesbezüglich.

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Schweizer Wirtschaft wächst

Schweizer Wirtschaft wächst im vierten Quartal nur noch ganz leicht

Die Schweizer Wirtschaft ist im vierten Quartal wegen der zweiten Corona-Welle nur noch ganz leicht gewachsen. Die starke Erholung vom Corona-Absturz im Sommer ist damit zum Stehen gekommen.

26.02.2021 12:55

Die Schweizer Wirtschaft ist im Corona-Jahr 2020 so stark eingebrochen wie nie mehr seit den Siebziger Jahren. Dank den Lockerungen im Sommer blieb der Rückgang aber weniger stark als anfänglich befürchtet. Und auch die Schäden durch die dritte Welle dürften sich in Grenzen halten.

Insgesamt ging das Bruttoinlandprodukt (BIP) im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent zurück, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag aufgrund einer ersten Schätzung mitteilte. Letztmals grösser war der Einbruch 1975. Damals fiel das BIP als Folge der internationalen Ölkrise um hohe 6,7 Prozent.

Im Frühling bzw. auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle befürchteten Ökonomen für das Gesamtjahr ähnliche Minus-Zahlen. Phasenweise senkten die professionellen Beobachter ihre Prognosen fast im Wochenrhythmus, wobei die pessimistischsten der Zunft von Rückgängen um bis zu 10 Prozent ausgingen.

Historische Dimension

Zwar kam es dann zum Glück nicht ganz so schlimm, doch der Einbruch damals war trotzdem historisch. Vor allem das zweite Quartal dürfte in die Annalen eingehen. Der umfassende Lockdown in der Schweiz, aber auch der Unterbruch der internationalen Lieferketten und der weltweiten Tourismusströme führten bekanntlich zu einem beinahe Totalabsturz der Wirtschaft.

So sank das BIP im zweiten Quartal um 7,2 Prozent, was gemäss Seco der grösste Einbruch seit Beginn der vierteljährlichen Aufzeichnungen im Jahre 1980 war. Für einzelne Branchen waren die Einbussen allerdings noch viel grösser als für die Gesamtwirtschaft. So sank etwa die Wertschöpfung im Gastgewerbe in der Periode von April bis Juni um 57 Prozent, im Bereich Kunst, Unterhaltung etc. betrug das Minus 38 Prozent. Daneben brachen aber auch der Aussenhandel und die Ausrüstungsinvestitionen ein.

So rasant wie der Einbruch im zweiten Quartal war dann allerdings auch die Erholung im dritten Quartal. Die Wiedereröffnung der Wirtschaft ab Mai führte zu einem Nachholkonsum in vielen Bereichen und entsprechend hohen Wachstumsraten. Das Gastgewerbe etwa profitierte besonders stark vom schönen Sommer und konnte die Umsätze wieder verdoppeln. Der private Konsum insgesamt machte mit einem Plus von 12,2 Prozent im dritten Quartal den Einbruch sogar mehr als wett. Aber auch Investitionen und der Aussenhandel zeigten eine markante Erholung.

Die zweite Welle...

Einen Strich durch die Rechnung bzw. die weitere Erholung machte dann aber die zweite Corona-Welle. Wegen der erneuten Einschränkungen wurde die hiesige Wirtschaftsdynamik ziemlich abrupt wieder gestoppt. Wie die ebenfalls am Freitag veröffentlichten Daten zeigen, legte das BIP nämlich im vierten Quartal lediglich noch um 0,3 Prozent zu.

Das Gastgewerbe etwa erlitt wieder eine Einbusse von gut einem Fünftel. In anderen Bereichen setzte sich die Erholung dagegen fort. Insgesamt wirkte sich die zweite Corona-Welle bis Ende 2020 jedenfalls deutlich weniger auf die Wirtschaft aus als die erste im vergangenen Frühjahr.

"Der vielfach befürchtete, freiwillige Rückzug der Konsumentinnen und Konsumenten wegen der zweiten Welle ist kaum eingetroffen", sagte der Seco-Verantwortliche Ronald Indergand gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Grundsätzlich seien die Leute in der zweiten Welle zuversichtlicher geblieben, was den Konsum im Vergleich zur ersten Welle einigermassen stabil gehalten habe.

... und die dritte Welle

Insgesamt war das vierte Quartal damit laut Indergand besser als Anfang Dezember erwartet. Dafür dürfte aber das erste Quartal wegen der Restriktionen schwächer ausfallen. "Wir rechnen im Moment - ausgehend von unserem wöchentlichen Aktivitätsindex - wegen der Restriktionen mit einem Minus von 1,5 bis 2 Prozent, sagte er. Je nach Geschwindigkeit der Öffnungen und Kompensationseffekte im März könnte das Quartal aber auch "etwas besser oder schlechter" ausfallen.

Eine dritte Welle würde sich aber wohl weniger stark negativ auswirken auf die Nachfrage, da immer mehr Leute geimpft seien und die Immunität deutlich grösser sei als bei der ersten oder zweiten Welle. Damit sollte das Gesundheitssystem auch bei einer dritten Welle viel langsamer an die Grenzen stossen. "Unter dieser Voraussetzung würden wir auch keine neue, gravierenden wirtschaftlichen Einschränkungen mehr erwarten", so der Seco-Mann.

(AWP)

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Bürden wir unseren Kindern zu

Bürden wir unseren Kindern zu viele Schulden auf?

Ökonomen steiten sich zur Frage, ob man mit steigenden Staatsfinanzen gelassen umgehen kann oder nicht. Halbwegs beruhigend ist, dass die Schweizer Haushaltführung verantwortungsvoller ist als in den USA oder der EU.

28.02.2021 13:30

Von Claude Chatelain

Weltweit häuft man schwindelerregende Schuldenberge an, um die Corona-Krise zu finanzieren. Doch im Vergleich zur EU oder zu den USA steht die Schweiz dank einer verantwortungsvollen Haushaltsführung der vergangenen Jahre gut da. Dennoch wehrt sich Finanzminister Ueli Maurer gegen neue Schulden. Er will sie nicht der jüngeren Generation aufbürden. Denn irgendjemand müsse sie mal zurückzahlen."Beklagte man ehemals die Schuld der Welt, so sieht man jetzt mit Grausen auf die Schulden der Welt." Der berühmte Satz von Arthur Schopenhauer, gestorben vor 160 Jahren, gefällt mir, obschon der grosse Philosoph mit Schulden nicht das meinte, was uns derzeit graust.

Doch stimmt das überhaupt? Müssen unsere Nachkommen die Schulden irgendwann zurückzahlen?

Wie wir selber erfahren müssen, sind Zinsen derzeit extrem tief, zum Teil sogar negativ. Das heisst, zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit bekommt die "Tresorerie" des Bundes sogar einen Zins, statt dass sie uns Anlegerinnen und Anlegern einen Zins bezahlen muss, wie das üblich wäre. Verkehrte Welt. Doch wer um Gottes willen kauft eine Anleihe mit einem negativen Zins? Häufig sind das ausländische Investoren, welche die Anleihe nicht des Zinses, sondern des Frankens wegen kaufen. Sie gehen davon aus, dass bei Ablauf der Anleihe der Franken noch stärker beziehungsweise ihre Währung noch schwächer sein wird als heute. Investoren, die in Euro rechnen, sind bisher mit dieser Strategie nicht schlecht gefahren.

Wenn das Wirtschaftswachstum höher ist als die Zinsenlast, so tilge sich ein Teil der Schulden über ihre Laufzeit von selbst, war kürzlich auf der Onlineplattform "The Market" zu lesen. Das heisst, die Schulden müssten gar nie zurückbezahlt werden. Und der Berner Uniprofessor Dirk Niepelt schrieb in einem "NZZ"-Gastkommentar, ein Staat mit einem sehr langen Horizont müsse seine Schulden nie tilgen, solange die Schulden nicht schneller wachsen als das Volkseinkommen.

In der "NZZ" war aber auch zu lesen: "Wer behauptet, Schulden müssten nie zurückbezahlt werden, verlässt sich blind darauf, dass die Zinsen ewig so tief bleiben, wie sie jetzt sind." Derzeit rechne zwar niemand mit einem raschen Zinsanstieg. "Doch davon auszugehen, dass das immer so bleibt, ist eine gefährliche Wette."

Was jetzt? Drei Wissenschaftler sind auf einer einsamen Insel gestrandet. Nur gerade eine Konservendose mit Bohnen vermochten sie vom Schiff mitzunehmen. Nun sinnieren sie darüber, wie sie die Dose öffnen könnten. Der Physiker will mit einem Stein den Deckel der Dose einschlagen. Der Chemiker schlägt vor, die Dose in die Sonne zu legen, bis der Inhalt fermentiert, sich ausdehnt und die Dose sprengt. Und der Ökonom meinte: "Nehmen wir mal an, wir hätten einen Büchsenöffner ..."

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Die 12 beliebtesten Aktien

Die 12 beliebtesten Aktien der Schweiz

Investoren aus der ganzen Welt kaufen Aktien von Schweizer Unternehmen. Sie finden in der Alpenrepublik solide Pharmafirmen und erfolgreiche Industrie- und Technologiefirmen, mit denen sie ihre Depots bestücken.

19.02.2021 08:04

cash - bank zweiplus

Manche Schweizer Aktien hält man ein Leben lang, andere werden gehandelt, weil sie kurzfristige Gewinne versprechen. Klar ist aber: Investoren aus der ganzen Welt kaufen Aktien von Schweizer Unternehmen. Sie finden in der Schweiz solide Pharmafirmen und erfolgreiche Industrie- und Technologiefirmen, mit denen sie ihre Depots bestücken.

Mit Nestlé hat einer der wichtigsten Nahrungsmittelhersteller seine Wurzeln in der Schweiz. Das Weltunternehmen will nicht nur Nahrungsmittelhersteller sein, sondern mehr und mehr auch ein Gesundheitskonzern. Die Anleger honorieren diese Weiterentwicklung. Die Aktie befindet sich seit je in vielen Depots.

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Von der Plastikuhr bis zum Luxus-chronometer von Omega oder Blancpain: Swatch ist der grösste Uhrenkonzern der Welt und stark in Asien verankert. Der Handelskonflikt USA–China hat den Aktienkurs etwas belastet.

Mehrheitlich ein Staatskonzern, dominiert die Swisscom nach wie vor den Schweizer Mobilfunkmarkt. Der Kurs macht zwar keine Höhensprünge. Beliebt ist aber die hohe Dividende, welche die Aktie für viele zum «Obligationenersatz» macht.

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Dann Lafarge Holcim: Der schweizerisch-französische Zementhersteller ist der grösste der Welt und profitiert vom weltweiten Bauboom. Die Aktie reagiert deswegen auch auf Konjunkturveränderungen und gilt darum als «zyklischer» Titel.


((Klicken um Grafik zu vergrössern))
 

Zurich Insurance: Der Versicherer erlebte seine schwerste Krise im Jahr 2002. Nach dem Turnaround ist dieses Unternehmen heute ein Hort der Stabilität. Anleger schätzen auch hier, dass der Weltkonzern besonders viel Dividende ausschüttet.

Energie und Automation sind das Kerngeschäft von ABB, und das Unternehmen ist führend bei Industrierobotern. Der Aktienkurs machte Anleger lange nicht glücklich, doch ein neues Management soll nun frischen Schub bringen.

Und auch die Banken UBS und Credit Suisse (CS) haben – allen vergangenen Krisen zum Trotz – eine starke Stellung im Weltmarkt. Die Platzhirsche des Schweizer Finanzplatzes sind nicht nur Vermögensverwalter, sondern auch Investmentbanken. Wie bei der UBS ist auch der Aktienkurs der CS immer noch tief – auch wenn die CS ihr Geschäft neu ausgerichtet hat.

Die grösste Bank der Schweiz, die UBS, verwaltet vor allem Privatvermögen. Der Aktienkurs ist seit der Finanzkrise 2008, welche die UBS fast kollabieren liess, nicht mehr so richtig auf Touren gekommen. Das soll sich unter einem neuen CEO ändern.

 

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Seit der Abspaltung der Augensparte Alcon im April 2019 ist Novartis unter anderem dank Herz- und Krebsmedikamenten erfolgreich. Die konjunkturresistente Aktie ist bei Anlegern beliebt.

Krebs- und andere Medikamente sowie die Diagnostik machen Roche zum führenden Pharma- und Biotech-Unternehmen, das mehrheitlich in Familienbesitz ist. Anleger handeln vor allem mit dem robusten Genussschein. Roche hat in den letzten drei Jahrzehnten die Dividende jedes Jahr erhöht.

Mit Wurzeln in der Spazialchemie stellt Lonza heute im Auftrag von Gesundheits-, Konsum- und Kosmetikindustrie Wirkstoffe her. Mit Bravour: Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen sieben Jahren versechsfacht. 

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Blaise Roduit: «Die Erholung

Blaise Roduit: «Die Erholung an den Märkten wird noch länger dauern.»

Blaise Roduit, Head Fixed Income, gibt im Interview eine Einschätzung zur aktuellen Marktlage und erklärt die Vorteile eines aktiv gemanagten, regelbasierten Anlageansatzes im Obligationenbereich.

https://www.cash.ch/news/die-erholung-an-den-maerkten-wird-noch-laenger-...

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Schreckgespenst

Schreckgespenst Anleiherenditen: Dies gilt jetzt für Schweizer Aktien

Seit Wochen halten steigende Renditen auf Staatsanleihen die Aktienmärkte in Atem. Weshalb eine andere Entwicklung an den Märkten jedoch wichtiger ist – und wieso Schweizer Anleger durchaus umschichten sollten.

01.03.2021 07:45

Von Henning Hölder

Als Jerome Powell vergangene Woche vor dem US-Kongress Rede und Antwort stand, dämpfte der US-Notenbank-Chef die Sorgen vor einer hohen Inflation – und beruhigte damit zunächst die Märkte. Doch viele Marktbeobachter vermissten eine Stellungnahme zu einem anderen, nicht minder wichtigen Thema: Die seit Monaten steigenden Renditen auf US-Staatsanleihen.

Manche Marktteilnehmer beschreiben die Situation während der Anhörung wie folgt: "Da befindet sich ein riesiger Elefant im Raum (in Form steigender US-Treasuries), jeder sieht diesen Elefanten, doch der Notenbank-Chef stellt sich davor und sagt: 'Welcher Elefant? Ich sehe keinen Elefanten'."

Renditen auf US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit (letzte 12 Monate), Quelle: CNBC

Seit Wochen belasten die stark anziehenden Renditen auf Staatsanleihen die globalen Aktienmärkte. Die Renditen für zehnjährige Treasury Bills der USA notierten am Freitag mit 1,6 Prozent so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr. Marktbeobachter sorgen sich dabei weniger die Höhe der Renditen – diese befinden sich historisch gesehen noch immer auf tiefem Niveau – als vielmehr die Geschwindigkeit des Anstiegs. Anfang Januar lagen die Renditen noch bei 0,9 Prozent, im Sommer 2020 sogar bei knapp über 0,5 Prozent. Der Anstieg allein gegenüber Anfang Jahr beträgt über 0,7 Prozentpunkte respektive 70 Prozent.

Steigende Anleiherenditen tatsächlich ein Problem? 

Am Markt gibt es Stimmen, die ein wiederkehrendes Muster sehen und vor zu viel Aufregung wegen steigener Anleihenrenditen warnen: "Jedes Mal, wenn die Renditen auf Staatsanleihen steigen, schreckt der Aktienmarkt auf wie ein Hühnerhaufen. Es ist immer dasselbe", so ein Marktbeobachter gegenüber cash.ch. Doch die Aktienmärkte werden durch die steigenden Renditen in Atem gehalten. "Die Wachstums-Titel, die während der Pandemie florierten, haben den Rückwärtsgang eingelegt – und Unternehmen, die auf die wirtschaftliche Erholung ausgerichtet sind, ziehen an", schreibt Geir Lode, Chef globale Aktien bei Hermes Investment.

Vor allem Wachstumsaktien sind laut Experten derzeit so himmelhoch bewertet, weil die Renditen auf Anleihen so niedrig sind. Niedrigere Anleiherenditen wären für Aktien gegenüber Bonds von Vorteil, ist derzeit vielerorts zu hören. Doch gleichzeitig sind die jetzt wieder steigenden Anleiherenditen auch Anzeichen einer kommenden wirtschaftliche Erholung, was grundsätzlich gut für Aktien ist.

Sind die steigenden Renditen also tatsächlich so schlimm für Aktien, wie es der Markt in diesen Tagen suggeriert? Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, relativiert im Gespräch mit cash.ch diese Korrelation. "Wenn die langfristigen Renditen steigen, ist das in erster Linie ein Zeichen, dass die Märkte auf den Aufschwung setzen." In der Tat deuten die jüngsten Einkaufsmanagerindizes (PMI) in Europa auf eine konjunkturelle Verbesserung der Lage hin. Im Februar legte der PMI für die Eurozone um 2,9 auf 57,7 Punkte zu. Paradoxerweise drücken die guten Aussichten laut Marktbeobachtern zumindest kurzfristig auf die Stimmung der Anleger, weil so wahrscheinlicher wird, dass die Notenbanken irgendwann mit ihrer Munition sparsamer werden umgehen müssen. Ein Grund für die Rücksetzer der letzten Tage an den Börsen.

«Wir haben ein hervorragendes Umfeld für Aktien»

VP-Chefökonom Gitzel ist für die nächsten Jahre aber zuversichtlich, was den Aktienmarkt betrifft. "Wir haben niedrige oder sogar negative Zinsen und stehen gleichzeitig am Beginn einer Aufschwungphase. Das ist ein hervorragendes Umfeld für die Aktienmärkte." Auch die ING Bank gibt in einer Analyse von vergangener Woche Entwarnung, was einen befürchteten Abverkauf an den Aktienmärkten betrifft.

Die Bank sieht Parallelen zum Jahr 2013, als die Anleiherenditen ebenfalls kurzfristig stark angestiegen sind. Damals hatte der S&P 500 innert Kürze um 7,5 Prozent korrigiert, bevor er sich ebenso schnell wieder erholte. "Genau wie im Sommer 2013, als der Bullenmarkt nur kurz unterbrochen wurde, gibt es auch heute keinen Grund anzunehmen, dass wir mehr sehen werden als eine blosse Korrektur", so die ING-Analysten.

Nichtsdestotrotz ist eine gewisse Rotation an den Aktienmärkten zu beobachten, die Wachstums-Aktien wie etwa Technologie-Titel belastet und Zykliker sowie Substanz-Werte stützt. So feierte die Reisebranche in den letzten Tagen ein regelrechtes Comeback an der Börse. Allerdings liegt der Grund nicht zwangsläufig bei den steigenden Anleiherenditen. Vielmehr setzt der Markt derzeit voll auf den sogenannten "Reflation trade", heisst auf kräftiges Wirtschaftswachstum mit gleichzeitig anziehender Inflation. Davon profitieren klassisch zyklische Sektoren wie Industrie, Banken, Autohersteller oder eben die Reise-Branche. Aber auch Rohstoffe, Energie und Value-Aktien sind in diesem Szenario gefragt.

Für Gitzel bedeutet das aber nicht, dass Wachstumswerte von nun an nicht mehr attraktiv wären. "Es geht in der jetzigen Phase nicht darum, wer verliert, sondern vielmehr darum wer gewinnt in diesem Umfeld." Und das seien nun mal eher zyklische Werte. Tech-Aktien wiederum verlören zwar an relativer Attraktivität, "doch die Betonung liegt hier auf relativ", so Gitzel.

Jetzt Portfolio umschichten?

Trotzdem dürfte es für Anleger durchaus ratsam sein, das Portfolio für die jetzt kommende Phase fit zu machen und zumindest teilweise umzuschichten. Gerade der Schweizer Aktienmarkt dürfte es – gesamthaft betrachtet – in nächster Zeit schwierig haben, grosse Kurssprünge hinzulegen.

Die im SMI dominierenden Indexschwergewichte RocheNovartis und Nestlé bleiben zwar grundsolide Unternehmen. Trotzdem werden sie sich mit ihren eher wenig konjunktursensitivem Geschäft schwertun, in einem dynamisch wachsenden Marktumfeld überdurchschnittlich zu profitieren. Zu einem ähnlichen Schluss kommt eine Studie der UBS (mehr dazu hier).

cash Insider: UBS-Studie: Ausgerechnet Schweizer Aktien die grossen Verlierer steigender Zinsen

Anders sieht es bei Schweizer Industrie-Titeln aus. Hier konnten in den letzten Wochen und Monaten bereits ordentliche Zugewinne verzeichnet werden, die durchaus noch weiterlaufen können. Zu nennen wären hier Titel wie etwa der Textilmaschinenbauer Rieter, die Automobilzulieferer Autoneum und Feintool, der Kolbenkompressorspezialisten Burckhardt Compression oder auch der Industriekonzern Sulzer.

Etwas riskanter, weil zuletzt bereits ziemlich heissgelaufen, verhält es sich mit Reise-Titeln. Aktien wie die des Reisedetailhändlers Dufry oder des Reise-Vermittlers LM Group sind in den letzten vier Wochen im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Wer etwas defensiver auf die Erholung der Reisebranche setzen will, ist mit dem Flughafen Zürich besser bedient. Der Flughafen verfügt mit seinen Immobilien über einen hohen Substanzwert und ist doch Profiteuer einer konjunkturellen Erholung. Wichtig ist aber auch: Anleger sollten die Gewinner der letzten Monate nicht blind aus dem Depot werfen. 

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Schweizer Unternehmen lassen

Schweizer Unternehmen lassen sich Lobbying in Brüssel etwas kosten

Schweizer Unternehmen, Verbände und Organisationen lassen sich das Lobbying bei der EU jährlich zwischen 46 und 60 Millionen Euro kosten. An der Spitze steht die Chemie mit über 7 Millionen Euro. Auf den folgenden Plätzen liegen die Pharmaindustrie und die Banken.

28.02.2021 14:59

Das zeigt eine am Sonntag veröffentlichte erstmalige Untersuchung von Lobbywatch. Grund für den emsigen Einsatz der Lobbyisten bei der EU-Kommission in Brüssel seien die Folgen der EU-Gesetzgebung etwa bei Pestiziden, Nahrungsmittelsicherheit oder Bankenregulierung für Akteure im Nicht-EU-Land Schweiz.

Hinter den Banken liegen die Organisationen aus dem Umweltbereich bei den Lobby-Ausgaben auf Platz vier. Rang fünf belegt die Industrie, und auf dem sechsten Platz findet sich die Medizinbranche. Das Schweizer Einzelunternehmen, das am meisten für die Interessenvertretung in Brüssel ausgibt, ist der Pharmakonzern Novartis.

Lobbywatch nahm die Auswertung aufgrund eines Registers der EU vor. Für die Organisation zeigt das Register, dass mehr Transparenz bei den Interessenbindungen auch in der Schweiz nötig wäre. Das eidgenössische Parlament lehnte ein Lobbyregister aber ab.

(AWP)

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KMU-Einkaufsmanagerindex im

KMU-Einkaufsmanagerindex im Februar etwas erholt

Die Stimmung bei KMU aus der Industrie ist im Gegensatz zu den Grossunternehmen weiterhin pessimistisch. Ganz so negativ wie im Vormonat schätzen die von Raiffeisen befragten kleinen und mittleren Unternehmen ihre Geschäftslage aber nicht mehr ein.

01.03.2021 10:20

Konkret stieg der Raiffeisen KMU PMI im Februar um 7,1 auf 44,3 Punkte. Damit bleibe der Indikator aber weiter deutlich unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten, teilte Raiffeisen am Montag mit.

Eine Reihe der befragten KMU weise explizit auf die seit dem 18. Januar geltende Homeoffice-Pflicht als Negativfaktor hin. Solche Meldungen deuteten darauf hin, dass sich viele KMU im produzierenden Gewerbe erst seit neuestem intensiv mit der Arbeit im Homeoffice auseinandersetzen würden und noch nicht daran gewöhnt seien.

Alle Subkomponenten stiegen laut Raiffeisen im Februar an, besonders stark der Auftragsbestand und die Produktion. Als einzige Subkomponente notieren die Lieferfristen über der Marke von 50 Punkten. Das sei aber nicht unbedingt nur Ausdruck einer gestiegenen Kapazitätsauslastung. Denn zuletzt sei es bei den Wertschöpfungsketten wieder vermehrt zu Störungen und damit zu längeren Lieferzeiten gekommen.

ra/

(AWP)

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Zweite Corona-Welle lastet im

Zweite Corona-Welle lastet im Januar auf Detailhandel

(Zusammenfassung) - Die Schweizer Detailhändler haben im Januar wegen der zweiten Corona-Welle weniger verkauft. Entsprechend den behördlichen Verordnungen entwickelten sich die einzelnen Branchen aber sehr unterschiedlich: Nahrungsmittelverkäufe und der Internethandel boomten, der Nichtnahrungsmittel-Sektor brach ein.

01.03.2021 10:18

Insgesamt sind die Detailhandelsumsätze in der Schweiz im Januar 2021 - bereinigt um Verkaufs- und Feiertagseffekte - zum entsprechenden Vorjahresmonat um 0,9 Prozent gesunken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag aufgrund provisorischer Zahlen mitteilte. Preisbereinigt, also real, war das Minus mit 0,5 Prozent etwas geringer.

Zum Vormonat sehen die Zahlen allerdings deutlich schlechter aus. So sanken die Umsätze saisonbereinigt zum Dezember 2020 um nominal 4,9 Prozent, und real fielen sie gar um 5,3 Prozent zurück.

Sehr unterschiedliche Branchenentwicklung

Nicht alle Branchen waren vom Rückgang allerdings gleich stark betroffen. So verbuchte der Detailhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren im Vorjahresvergleich eine nominale Zunahme des Umsatzes von 13,7 Prozent, während der Nicht-Nahrungsmittelsektor ein Minus von 10,4 Prozent registrierte. Dabei waren insbesondere die Branchen "sonstige Güter (Bekleidung, Apotheken, Uhren und Schmuck)" (-19,2%), "Verlagsprodukte, Sportausrüstungen und Spielwaren" (-14,6%) sowie die Branche "sonstige Haushaltsgeräte, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf" (-7,2%) von den behördlich verordneten Massnahmen tangiert.

Positive Umsatzzahlen konnten hingegen die Branchen "Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik" (+32,3%) sowie "Marktstände, Versand und Internethandel" (+21,8%) ausweisen. Einen deutlichen Unterschied machten auch die Tankstellen aus. Auf bereinigter Basis verzeichnete der Detailhandel ohne Tankstellen im Januar 2021 gegenüber Januar 2020 gemäss den BFS-Zahlen nämlich ein leichtes Wachstum (+1,0%). Daraus ergäben sich für die Tankstellen Umsatzeinbussen von 22,2 Prozent, so das BFS.

Auf Vormonatsbasis sieht es nochmals etwas anders aus, mussten doch beide Hauptgruppen rückläufige Umsätze hinnehmen. Im Nahrungsmittel-Handel war dieses mit -1,2 Prozent allerdings relativ gering, während der Nichtnahrungsmittel-Sektor 11,9 Prozent einbüsste. Das grösste Minus bei den Sub-Branchen erlitt die Gruppe der "sonstigen Güter" (-15,3%), während Güter aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik als einzige stärker gefragt waren (+1,8%).

Grosse kommen besser durch die Krise

Da die im Januar behördlich verordneten Ladenschliessungen den ganzen Februar über anhielten, dürften auch die Zahlen für den vergangenen Monat schwach ausgefallen sein. Der März wird dann aber wohl wieder deutlich besser aussehen, können alle Detailhändler ihre Geschäfte doch ab dieser Woche - nach einer insgesamt sechswöchigen Schliessung - wieder öffnen. Für einen sehr hohen Umsatz im März dürften dann Nachholeffekte sowie hohe Rabatte in vielen Geschäften sorgen.

Die Detailhandelsumsatzstatistik des BFS basiert auf einer Zufallsstichprobe von rund 4000 Unternehmen. Sie ist eine Monatserhebung, wobei die kleinen Unternehmen vierteljährlich zu den monatlichen Umsatzahlen befragt werden.

Dies ist insofern von Interesse, als die Entwicklung zwischen den grossen und den kleinen Detailhändlern im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich ausfiel. Gemäss den BFS-Zahlen verzeichnete der gesamte Schweizer Detailhandel im Corona-Jahr 2020 einen nominalen Umsatzanstieg von 0,1 Prozent, real, d.h. ohne die Teuerung, waren es gar 0,8 Prozent mehr.

Die Zahlen der Marktforschungsfirma GfK hatten dagegen ein Plus von fast 8 Prozent für das Gesamtjahr im Detailhandel gezeigt. Allerdings werden in der GfK-Umfrage nur die 40 grössten Detailhändler mit einem Umsatzvolumen von insgesamt etwa 50 Prozent berücksichtigt. Und auch die BFS-Zahlen zeigten bei den 50 grössten Unterehmen ein Plus von 7,7 Prozent, und bei den übrigen Firmen ein Minus von 8,3 Prozent. Mit anderen Worten: Die kleineren Detailhändler sind viel weniger gut durch die Corona-Krise gekommen als die grossen.

uh/rw

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Schweizer Schokoladekonsum

Schweizer Schokoladekonsum fällt 2020 auf 40-Jahres-Tief

Die Schweizer und Schweizerinnen haben 2020 so wenig Schokolade genascht wie seit vierzig Jahren nicht mehr. Dieser Rückgang ging allein zulasten der einheimischen Schokoladeindustrie. Und auch im Exportgeschäft stockte der Absatz. Der Branchenumsatz brach um gut 15 Prozent ein.

01.03.2021 09:44

Der Pro-Kopf-Schokoladenkonsum in der Schweiz fiel mit 9,9 Kilogramm das erste Mal seit 1982 unter 10 Kilogramm, wie der Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten Chocosuisse am Montag mitteilte. Erst 2019 hatte sich der Konsum nach Jahren des Rückgangs noch stabilisiert.

Im Zuge der Coronakrise waren Restaurants, Hotels und Cafés mehrere Monate geschlossen und das Geschäft mit internationalen Touristen lag fast brach. Die einheimischen Schokoladehersteller setzten in der Folge rund 15 Prozent weniger im Inland um. Besonders bitter für sie: Zugleich verzehrten die Konsumenten mehr ausländische Schokolade. Davon wurde 2020 sogar 1,8 Prozent mehr importiert. Der Importanteil stieg damit auf ein neues Allzeithoch von 43 Prozent nach 41 Prozent im Vorjahr.

Auch im eigentlichen Hauptertragsgeschäft - dem Export - lief es kaum besser: Dort sank der Umsatz um knapp 14 Prozent. 70 Prozent der von der hiesigen Industrie produzierten Schokolade gehen in den Export. Insgesamt setzte die Branche mit 1,53 Milliarden Franken 14,5 Prozent weniger um als noch im Vorjahr. Die in der Schweiz hergestellte Menge an Schokolade sank um über 10 Prozent auf noch 180'000 Tonnen.

Weitere Fabrik geschlossen

Auch verlor der Produktionsstandort Schweiz 2020 weiter an Gewicht: Nachdem 2017 eine Schokoladefabrik infolge Verlegung der Produktion nach Frankreich geschlossen worden sei, habe 2020 eine weitere Schokoladefabrik ihre Tore für immer schliessen müssen, schreibt Chocosuisse. Bekanntlich musste die Berner Schokoladefabrik Gysi Ende Juni den Betrieb einstellen.

Damit verbleiben den Angaben zufolge heute noch 16 Schokoladefabriken in der Schweiz. Über die ganze Branche ging die Zahl der Angestellten um 4,8 Prozent auf knapp 4'400 zurück.

Teure Rohstoffe

Chocosuisse sieht die Schokoladenindustrie weiter unter Druck. Der Start ins Jahr 2021 sei von anhaltenden Herausforderungen geprägt gewesen. Im Januar 2021 sei die Exportmenge um 15,3 Prozent zurückgegangen, aber die Importe ausländischer Schokolade hätten um 5,4 Prozent zugenommen.

Diese Entwicklung werde durch den asymmetrischen Grenzschutz von Rohstoffen und Verarbeitungsprodukten gefördert: Als Folge dessen seien gewisse Rohstoffe in der Schweiz doppelt so teuer wie im Ausland, warnte der Verband. Mit der von den Zuckerherstellern geforderten Festschreibung eines Mindestgrenzschutzes für Zucker drohe eine zusätzliche Rohstoff-Verteuerung. Chocosuisse rufe die Politik dazu auf, auf diese protektionistische Massnahme zu verzichten.

tt/rw

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Transparency: Schweizer

Transparency: Schweizer Unternehmensstrafrecht weist Defizite auf

Unternehmen werden in der Schweiz für Straftaten kaum strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Die Gründe dafür liegen gemäss einer Studie von Transparency International massgeblich in den Schwächen der Strafnorm selbst.

01.03.2021 09:40

Weitere Ursachen sind ungenügende strafprozessuale Instrumente und die mangelhafte Praxis der Strafverfolgungsbehörden von Bund und Kantonen, wie Transparency International (TI) Schweiz in einer am Montag veröffentlichen Studie schreibt. Die Organisation präsentiert deshalb zehn Forderungen mit konkreten Verbesserungsmassnahmen.

Die Regelung, der Vollzug und die Transparenz des Unternehmensstrafrechts müssten dringend verbessert werden, heisst es. Obwohl die Schweizer Strafbestimmung bereits seit 2003 in Kraft sei, seien in der Schweiz bisher nur einige wenige Unternehmen verurteilt worden.

Mit Blick auf die Korruptionsprävention und -bekämpfung, aber auch aus gesellschaftlicher und rechtsstaatlicher Sicht sei dies stossend. Unternehmen mit Sitz in der Schweiz seien "vielfach in grosse internationale Korruptions- und Geldwäschereifälle involviert", zudem müsse von einer hohen Dunkelziffer von Korruptions- und Geldwäschereidelikten ausgegangen werden.

Deutliche Regelungsdefizite

Für TI Schweiz weist das Unternehmensstrafrecht Lücken auf, namentlich sei die Unternehmensstrafbarkeit auf einen zu engen Deliktskatalog beschränkt. Deutliche Regelungsdefizite bestünden auch beim Strafprozessrecht - es enthalte nicht genügend Anreize, um Unternehmen zu Selbstanzeigen und Kooperation zu bewegen.

Im Weiteren seien die auf Unternehmen regelmässig angewendeten vereinfachten Verfahren zu intransparent sowie mit weiteren rechtsstaatlichen Defiziten behaftet. Der Vollzug des Unternehmensstrafrechts durch die zuständigen Behörden von Bund und Kantonen sei mangelhaft.

Die Studie zeige auf, dass in allen Bereichen Verbesserungsbedarf bestehe. Zu den Forderungen von TI Schweiz gehört unter anderem, dass die Transparenz der Strafjustiz bei der Unternehmensstrafbarkeit verbessert werden soll. Zudem sollen Massnahmen getroffen werden, um Unternehmen zu Selbstanzeigen und Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden zu animieren.

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Schweiz hinkt beim

Schweiz hinkt beim Frauenanteil in Chefetagen hinterher

Frauen sind in der Geschäftsleitung von Schweizer Top-Unternehmen im internationalen Vergleich untervertreten. Laut einer Studie ist bei diesem Thema zudem nur wenig Bewegung auszumachen.

02.03.2021 07:55

Der Frauenanteil in den Führungsetagen der 20 Unternehmen im Börsenbarometer SMI beträgt aktuell 13 Prozent. In den skandinavischen Ländern, aber auch in den Nachbarländern Frankreich, Deutschland und Italien ist der vergleichbare Wert höher.

Am höchsten ist er in den untersuchten Ländern konkret mit 29,6 Prozent in den Unternehmen im norwegischen OBX-Index, wie aus einer Erhebung der Personalberatungsfirma Russell Reynolds hervorgeht. Die britischen Unternehmen im FTSE-100-Index erreichen den zweiten Platz, dort besetzen Frauen rund ein Viertel der Geschäftsleitungspositionen.

In Frankreich sind gut ein Fünftel der Jobs in der Teppichetage des im CAC-40-Index gelisteten Unternehmen weiblich besetzt. Im deutschen DAX 30 sind es 15,3 Prozent und im italienischen FTSE MIB mit 13,1 Prozent ganz knapp mehr als in der Schweiz.

Richtwert erst in Jahren erreichbar

Seit dem 1. Januar gilt für börsenkotierte Unternehmen in der Schweiz ein Geschlechterrichtwert. Demnach sollen in den Verwaltungsräten mindestens 30 und in den Geschäftsleitungen mindestens 20 Prozent Frauen vertreten sein. Werden diese Richtwerte nicht eingehalten, ist das Unternehmen verpflichtet, im Geschäftsbericht die Gründe anzugeben und Massnahmen zur Verbesserung darzulegen.

Diese Berichterstattungspflicht beginnt allerdings für die Geschäftsleitungen erst 2031. Geht es im aktuellen Tempo weiter, dürfte dieser Zeithorizont dennoch eng werden: Bis jedes einzelne SMI-Unternehmen die Quote von 20 Prozent erreicht, würde es laut dem Bericht von Russell Reynolds bei der aktuellen Veränderungsgeschwindigkeit nämlich 20 Jahre dauern.

Denn dazu müssten im Vergleich zu heute 21 zusätzliche Frauen in die Geschäftsleitungen einziehen. Im letzten Jahr ist unter dem Strich aber nur eine Frau dazugekommen. Fünf Chefinnen sind zwar neu in der Geschäftsleitung von SMI-Unternehmen: bei ABB Personalchefin Carolina Granat, bei Lonza Personalchefin Caroline Barth, bei Sika Personal- und Compliancechefin Raffaela Marzi, bei der Zurich Lateinamerikachefin Laurence Maurice sowie Asien/Pazifik-Regionalleiterin Tulsi Naidu.

Gleichzeitig sind aber mit ABB-Personalchefin Sylvia Hill, Richemont-Personalchefin Sophie Guieysse, Zurich-Lateinamerikachefin Claudia Dill und Zurich-Nordamerikachefin Kathleen Savio auch vier Frauen aus der Geschäftsleitung von SMI-Unternehmen ausgetreten.

17 der weiblichen Top-Managerinnen von SMI-Unternehmen haben eine zentrale Funktion inne wie das Personalwesen oder die Rechtsabteilung, sechs sind Leiterinnen von Divisionen oder geografischen Regionen und eine, nämlich Géraldine Picaud von LafargeHolcim, ist Finanzchefin. Auf Stufe CEO gibt es im SMI keine einzige Frau.

SMIM mit noch tieferem Anteil, aber mehr Dynamik

Noch etwas tiefer als bei den SMI-Unternehmen ist der Frauenanteil bei den 30 Unternehmen, die im kleineren SMIM-Index gelistet sind. Bei diesen Firmen ist sogar nur jedes zehnte Geschäftsleitungsmitglied eine Frau.

Hier war allerdings laut der Studie eine viel schnellere Veränderung im letzten Jahr zu beobachten. Es wurden nämlich fast ein Viertel der freigewordenen Stellen mit Frauen besetzt. Drei weitere Neubesetzungen mit Frauen sind zudem angekündigt. Diese eingerechnet machte der Frauenanteil in der Chefetage von SMIM-Unternehmen vergangenes Jahr einen Sprung von 7,8 auf 12,6 Prozent.

Zudem gibt es hier mit Magdalena Martullo-Blocher von Ems-Chemie immerhin eine weibliche CEO. Fünf SMIM-Unternehmen haben zudem den Frauenanteil von 20 Prozent in der Geschäftsleitung bereits erreicht. Mit vier weiblichen von sieben Geschäftsleitungsmitgliedern hat der Bankensoftwareentwickler Temenos mit 36 Prozent den höchsten Wert.

tv/rw

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Auch Ständerat dagegen:

Auch Ständerat dagegen: Parlament lehnt 99-Prozent-Initiative ab

Parlament und Bundesrat lehnen die 99-Prozent-Initiative der Juso ab. Diese verlangt eine Anpassung der Besteuerung zugunsten Personen mit tieferem Einkommen.

02.03.2021 10:45

Der Ständerat fasste seinen Entscheid am Dienstag. Eine Anpassung sei unnötig, meinte die Ratsmehrheit. Wenn es in einem Land keinen Handlungsbedarf gebe für dieses Anliegen, dann sei das in der Schweiz, sagte der Zürcher FDP-Ständerat Ruedi Noser. Das würden die Zahlen zeigen. Fast 90 Prozent der Bevölkerung profitierten mehr vom Staat als sie für diesen bezahlten.

Die Initiative verlangt, dass Kapitaleinkommen, das einen bestimmten Betrag übersteigt, im Umfang von 150 Prozent besteuert wird. Die Höhe des Freibetrags würde vom Gesetzgeber bestimmt. Die Initianten denken an rund 100'000 Franken. Mit den Mehreinnahmen aus diesen Steuern sollen entweder die Steuern von Personen mit tiefen und mittleren Löhnen gesenkt werden oder das Geld soll für die soziale Wohlfahrt verwendet werden.

Es gebe bereits heute eine beträchtliche Umverteilung der Steuern, sagte Kommissionssprecher Hannes Germann (SVP/SH). Und die Besteuerung in der Schweiz sei bereits relativ hoch. Würden die Steuern weiter erhöht, würde die Standortattraktivität der Schweiz leiden. Die Initiative lasse zudem sehr viel Spielraum offen. Es sei etwa unklar, was ein "Kapitaleinkommen" genau sei.

Minderheit will Privilegien ausmerzen

Aus Sicht der Minderheit ist die Besteuerung jedoch so ungerecht, dass es eine Anpassung braucht. Die Realität sei, dass bei der Besteuerung der Kapitaleinkommen zahlreiche Privilegien bestünden, etwa bei der Teilbesteuerung der Dividenden, sagte Minderheitssprecher Paul Rechsteiner (SP/SG). Er fragte sich, wie erklärt werden solle, dass jeder Lohnfranken versteuert werden müsse, Kapitaleinkommen aber Privilegien geniessen würden.

Es sei jetzt Zeit für mehr Steuergerechtigkeit, sagte Rechsteiner. Dafür spreche die Initiative. Das erklärte übergeordnete Ziel der Initiative mit den offiziellen Titel "Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern" besteht darin, mittels einer höheren Besteuerung von Kapitaleinkommen bei einem Prozent der Bevölkerung und einer konsequenten Umverteilung soziale Gerechtigkeit herzustellen. Daher der Übername "99-Prozent-Initiative".

Unklar, wer betroffen ist

Es sei völlig unklar, wer durch die Vorlage wie stark betroffen sei, sagte Brigitte Häberli-Koller (CVP/TG). Immobilienbesitzerinnen und -besitzer dürften aber besonders getroffen werden, sagte die Vize-Präsidentin des Vereins Hauseigentümer Schweiz. Sie würden aber bereits heute zahlreiche verschiedene Steuern bezahlen. Die Initiative sei abzulehnen.

Auch der Bundesrat lehnt die Vorlage ab. Es werde schon heute viel Geld zu Gunsten von schlechter Gestellten umverteilt, sagte Finanzminister Ueli Maurer. 50 Prozent der Bevölkerung würden für zwei Prozent der Bundessteuer aufkommen. Umgekehrt bezahle ein Prozent der Steuerzahlenden mehr als 40 Prozent der direkten Bundessteuer. Hier noch einmal eine Umverteilung vorzunehmen, sehe er nicht. "Soll dann ein Prozent alles bezahlen?", fragte Maurer.

SP und Grüne dafür

Schliesslich entschied auch der Ständerat, die Vorlage dem Volk zur Ablehnung zu empfehlen, mit 32 zu 13 Nein Stimmen. Die Ja-Stimmen kamen von Vertretern der SP und der Grünen. Der Nationalrat hatte seine Empfehlung zur Ablehnung bereits im September gefasst. Damit ist das Geschäft bereit für die Schlussabstimmung.

In den vergangenen 20 Jahren sind mehrere Volksbegehren mit dem Ziel, Ressourcen zugunsten von Einkommensschwachen umzuverteilen, an der Urne abgelehnt worden. So zum Beispiel die Volksinitiative "Für eine Kapitalgewinnsteuer", die 2001 scheiterte. Mit der Initiative wollte der Gewerkschaftsbund erreichen, dass Gewinne auf private Finanzanlagen zu mindestens 20 Prozent besteuert werden.

Ein zweites Beispiel ist die Volksinitiative "1:12 - Für gerechte Löhne": Sie verlangte, dass in einem Unternehmen der höchste bezahlte Lohn das Zwölffache des tiefsten Lohns nicht übersteigen darf. Sie wurde 2013 abgelehnt.

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«Wir sehen ein erhöhtes

«Wir sehen ein erhöhtes Risiko für einen überraschend starken Inflationsanstieg»

Stratege Patrik Lang rät zu Vorsicht bei Bitcoin und der Apple-Aktie. Der Chef Aktien und globale Aktienstrategie bei der Bank Julius Bär nennt aber fünf Schweizer Aktien, die 2021 noch Potential freisetzen dürften.

https://www.cash.ch/news/top-news/anlagespezialist-patrik-lang-wir-sehen...

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Autobranche hofft nach

Autobranche hofft nach schwachem Jahresstart auf Öffnung

Für die Schweizer Neuwagenhändler war 2020 ein schwieriges Jahr und auch 2021 läuft nur schleppend an. Nun hofft die Branche auf neue Impulse durch die Wiedereröffnung der Verkaufsräume.

02.03.2021 10:00

Das schlecht gelaufene Corona-Jahr 2020 findet für die Schweizer Autobranche auch in diesem Jahr bisher eine Fortsetzung. Im Februar hat die Anzahl neu zugelassener Autos gegenüber dem Vorjahresmonat erneut abgenommen. Mit nur 16'131 neuen Personenwagen wurden laut einer Mitteilung des Importverbands Auto-Schweiz im Vergleich zum noch kaum durch Corona belasteten Februar 2020 insgesamt knapp 3'000 Fahrzeuge weniger immatrikuliert.

Im Januar hatte das Minus mit gut 15'000 neuen Autos bereits knapp 20 Prozent betragen. Über das ganze Corona-Jahr 2020 hinweg lag das Minus bei knapp einem Viertel. Solch tiefe Zahlen hatte die Branche seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Nun liegt der Schweizer Auto-Markt auch nach zwei Monaten im Jahr 2021 gemäss Auto-Schweiz erneut hinter den bereits schwachen Vorjahreszahlen zurück.

Hoffnung durch Öffnung

Mit der Öffnung der Schau- und Verkaufsräume per 1. März 2021 hofft Auto-Schweiz nun auf den Beginn einer einsetzenden Aufholjagd, "um den Rückstand möglichst bald in ein Plus umwandeln und das prognostizierte Ganzjahres-Niveau von 270'000 Neuimmatrikulationen doch noch erreichen zu können", heisst es in der Mitteilung vom Dienstag. Seit Montag dürfen Garagisten in der gesamten Schweiz nämlich ihre Verkaufsflächen wieder öffnen.

Noch im vergangenen Jahr seien die Einschläge während der ersten Corona-Welle zu gross gewesen, um sie im weiteren Jahresverlauf wieder kompensieren zu können, so Auto-Schweiz-Sprecher Christoph Wolnik. Dazu beigetragen hätten auch geschlossene Produktionswerke und ausgefallene Messen wie der Genfer Autosalon.

sta/tt

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Parlament verabschiedet

Parlament verabschiedet strukturelle Reformen beim Bundeshaushalt

Das Parlament hat strukturelle Reformen verabschiedet, um den Bundeshaushalt zu entlasten. Mit den Gesetzesänderungen sollen Arbeitsabläufe beim Bund verbessert und die Effizienz gesteigert werden. Nach dem Nationalrat hat am Dienstag auch der Ständerat den Änderungen zugestimmt.

02.03.2021 10:00

Die Vorlage des Bundesrats war sowohl in der Finanzkommission des Ständerats (FK-S) als auch im Rat unbestritten. Der Ständerat folgte einstimmig allen Änderungsanträgen des Nationalrats.

Bei der Vorlage des Bundesrats geht es um rund drei Dutzend Massnahmen zur Effizienzsteigerung und strukturellen Umformung des Bundeshaushalts, wobei die meisten Änderungen auf Verordnungsebene umgesetzt werden können. Sechs Massnahmen mussten vom Parlament beschlossen werden.

Man habe mit der Vorlage versucht, Prozesse und Abläufe zu überprüfen und zu verbessern, sagte Finanzminister Ueli Maurer. Die Einsparungen beliefen sich bei diesen Anpassungen auf einen tiefen Betrag. Die Überprüfung der Prozesse führe jedoch zu einer Entlastung der Verwaltung. Dadurch könne das Wachstum der Verwaltung gebremst werden, was wiederum zu Einsparungen führe.

Reform beim Bahninfrastrukturfonds

Die grösste Änderung betrifft den Bahninfrastrukturfonds (BIF) . Die Einlagen in den Fonds sollen neu so ausgestaltet werden, dass sie nicht schneller wachsen als die Einnahmen des Bundes. Für deren Indexierung soll neu die Teuerung nach dem Landesindex für Konsumentenpreise (LIK) und nicht mehr der rascher wachsende Bahnbau-Teuerungsindex (BTI) verwendet werden.

Eine weitere Massnahme betrifft die Kostenbeteiligung für die Post- und Fernmeldeüberwachung in Strafverfahren. Diese wird von den Strafverfolgungsbehörden angeordnet und über den Dienst ÜPF durchgeführt. Heute entrichten die Strafverfolgungsbehörden Gebühren differenziert nach Auftragstyp und Überwachungsdauer. Künftig sollen Pauschalen erhoben werden. Diese will der Bundesrat schrittweise erhöhen.

Disziplin bei der Tabaksteuer

Bei der Tabaksteuer soll die Disziplin der Steuerpflichtigen verbessert werden, indem die Zollverwaltung die Säumigen nach Ermessen veranlagen kann. Die Massnahme hat mit dem Aufkommen von legalem Cannabis und der markanten Zunahme der steuerpflichtigen Hersteller zu tun.

Die Vorlage ist bereit für die Schlussabstimmung.

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Ständerat stimmt Abkommen mit

Ständerat stimmt Abkommen mit Bahrain und Kuweit zu

Der Ständerat hat am Dienstag den Doppelbesteuerungsabkommen mit den Staaten Bahrain und Kuweit zugestimmt. Mit Bahrain gab es bisher noch kein solches Abkommen, bei Kuwait handelt es sich um eine Aktualisierung.

02.03.2021 10:00

Zwischen der Schweiz und Bahrain bestehen verschiedene Staatsverträge über die Zusammenarbeit im Wirtschaftsbereich. Ein allgemeines Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung fehlte jedoch bisher. Der Ständerat stimmte dem Abkommen mit Bahrain am Dienstag einstimmig zu.

Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Kuwait wurde 1999 unterzeichnet und nie revidiert. Seither hat sich die Abkommenspolitik der beiden Vertragsstaaten entwickelt und es wurden Standards im Bereich der Doppelbesteuerungsabkommen festgelegt, wie der Bundesrat in seiner Botschaft schreibt. Der Ständerat stimmte auch diesem Geschäft einstimmig zu. Die beiden Geschäfte sind bereit für die Schlussabstimmung.

Des Weiteren hat der Ständerat den Änderungen der Doppelbesteuerungsabkommen mit Liechtenstein, Malta und Zypern einstimmig zugestimmt. Sie enthalten neu etwa eine Missbrauchsklausel, die sicherstellen soll, dass die Abkommen nicht missbräuchlich in Anspruch genommen werden. Über diese Abkommen muss noch der Nationalrat befinden.

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Star-Investor Christian

Star-Investor Christian Angermeyer: «Dann werden wir eine Orgie an den Aktienmärkten haben»

Der einflussreiche deutsche Investor Christian Angermayer, ein Freund von Silicon-Valley-Ikone Peter Thiel, prognostiziert im cash-Interview ein neues Boom-Jahrzehnt für Aktien und sieht den Aufstieg der «New Economy».

https://www.cash.ch/news/top-news/cash-interview-star-investor-christian...

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Schweiz und China wollen

Schweiz und China wollen Kooperation im Finanzmarktbereich ausbauen

Bundesrat Ueli Maurer hat sich am Mittwoch dazu an einem virtuellen Treffen mit dem chinesischen Vize-Premierminister Liu He ausgetauscht.

03.03.2021 12:48

Die beiden Minister sprachen über Perspektiven zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen in den Bereichen Börsenhandel, nachhaltige Finanzdienstleistungen, Vermögensverwaltung und über digitales Zentralbankgeld, wie das Eidg. Finanzdepartement (EFD) am Mittwoch mitteilte. Begleitet wurden die beiden Minister von Vertretern der jeweiligen Zentralbank und Finanzmarktaufsicht, sowie auf Schweizer Seite der Finanzbranche.

Mit diesem virtuellen Ministertreffen wurden die bereits im April 2017 in Peking geknüpften und im April 2019 fortgesetzten Kontakte der Finanzbehörden und der Finanzbranche fortgeführt. Parallel zum bestehenden Freihandelsabkommen sollen auch die Finanzmarktbeziehungen der beiden Länder weiter intensiviert werden.

Die Möglichkeiten, die durch die Öffnungsschritte auf dem chinesischen Finanzmarkt entstehen, sollen für Zusammenarbeitsprojekte genutzt werden.

(AWP)

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