ETF - Akutelle Favoriten? Region, Länder, Rohstoffe, Themen?

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Wie passive Investoren vom

Wie passive Investoren vom steigenden Goldpreis profitieren können

Der hohe Goldpreis lässt die Volumen von Gold-ETF ansteigen. Je nach Entwicklung der weltpolitischen Krisen und der geldpolitischen Fahrpläne könnte sich dieses Anlageinstrument noch weiter lohnen.

07.08.2019 23:02

Von Marc Forster

Anlagestrategen raten ihren Privatkunden oft, nur wenig Gold zu halten. Nicht mehr als 5 bis 10 Prozent eines Portfolios, so die Faustregel, soll in Gold angelegt sein. Privatanleger aber scheinen immer noch angezogen zu sein vom Edelmetall, das seit Jahrtausenden sehr anschaulich, wie auch sprichwörtlich, die Begriffe "Wert" oder "Solidität" verdeutlicht.

Deswegen hört man immer wieder, dass Vermögensverwaltungskunden bei ihren Banken auf einem Goldanteil von über 10 Prozent des Portfolios bestehen - auch wenn Gold weder Zins noch Dividenden abwirft. 

Lang- und mehrjährige Goldanleger sind im Moment auf jeden Fall im Hoch. Am Mittwoch hat der Goldpreis zum ersten Mal seit sechs Jahren die 1500-Dollar-Marke geknackt. So wie der Schweizer Franken oder Staatsanleihen ist Gold seit jeher ein sicherer Hafen. Im Zuge von aktuellen Handelskonflikten und Rezessionsängsten fliessen Vermögenswerte dort hin.

Die Entwicklung des Goldpreises in den vergangenen 12 Monaten (Grafik: cash.ch). 

Allein der wieder massiv verschärfte Zoll- und Währungskonflikt zwischen den USA und China hat den Goldpreis von Anfang August bis heute von 1413 auf nun 1500 Dollar anschnellen lassen. Derzeit liegt der Goldpreis fast 5 Prozent höher als vor einem Monat, 16 Prozent höher als Anfang 2019 und 23 Prozent höher als vor einem Jahr. 

Vom steigenden Goldpreis profitieren auch passive Anlageprodukte. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB), grösster Anbieter von Exchange Traded Funds (ETF) auf Gold, berichtet von grösseren Zuflüssen über den Sommer. Der Asset Manager und ETF-Anbieter Invesco nennt Zahlen, wonach der ETF "Invesco Physical Gold", der unter den günstigsten der Schweiz rangiert, das Volumen seit Anfang Jahr von 5 auf 6,5 Milliarden Franken erhöht habe.

Physisches Gold in Form von Goldbarren und ETF sind beliebte Formen, am steigenden Goldpreis teilzuhaben. Eine generelle Empfehlung, ob man Barren oder ein Fondsprodukt kaufen soll, existiert nicht. Physisches Gold selber zu besitzen, so die Erfahrung von Vermögensberatern, ist bei Bankkunden nach wie vor beliebt, doch für den Kauf von Goldbarren fällt eine Gebühr an. Ausserdem müssen Barren sicher aufbewahrt werden, was Kosten mit sich zieht.

Bei ETF fällt eine Managementgebühr an, wobei die Total Expense Ratios – welche als Grössenordnung für ETF-Kosten gelten – auf bis zu 0,23 Prozent des angelegten Vermögens jährlich gesunken sind, wie folgende Übersicht zeigt:

In der Schweiz vertriebene Gold-ETF/ETC (Auswahl)

Fonds Valoren-
nummer
Währung Fondsgrösse
(in Mio. Fr.)
Total Expense Ratio
(TER)
Performance
12 Monate
UBS ETF (CH) - Gold (CHF) hedged (CHF) A-dis 10602719 Franken 894,3 0,23 Prozent +16,46 Prozent
Invesco Physical Gold A (ETC) 10326235 Dollar 6487 0,24 Prozent +18,32 Prozent
iShares ETF (CH) - iShares Gold ETF (CH) 10413623  Dollar 425 0,3 Prozent +23,59 Prozent
ZKB Gold ETF A (CHF) 13910159 Franken 6688,4 0,4 Prozent +17,83 Prozent
Raiffeisen ETF - Solid Gold Ounces A CHF 13403484 Franken 260,6 0,46 Prozent +18,30 Prozent
Raiffeisen ETF - Solid Gold A USD 13403493 Dollar 64,4 0,51 Prozent +20,62 Prozent

Daten: cash-Fondsguide/justetf.com / Performanceunterschiede ergeben sich unter anderem durch die Form der Replikation oder die Fondswährung.

Auch als ETF-Anleger besitzt man das Edelmetall, sofern der Anbieter den Fonds mit physischem Gold hinterlegt. Eine Zeit lang war es üblich, dass Banken und Fondsgesellschaften ETF auf den Goldpreis liefen liessen und diesen über Tauschgeschäfte (Swaps) replizierten. Heute werden Gold-ETF aber gerne physisch hinterlegt, weil dies auch einem Kundenwunsch entspricht. Man spricht auch von Exchange Traded Commodities (ETC), wenn der Fonds einen Rohstoff effektiv besitzt. 

Die Bank muss dabei analog zu den Zu- und Abflüssen in Gold-ETF physisches Gold erwerben, einlagern und wieder verkaufen. Dies heisst auch: Wer in einen Gold-ETF investiert ist, kann sich die dem Investment entsprechende Menge Gold, wenn erwünscht, physisch aushändigen lassen.

«Ich liebe Gold»

Was die Performancekurven von Gold-Investments aufzeigen, wird auch mehr und mehr von prominenten Investoren aufgenommen. Der berühmte Hedge-Fonds-Manager Ray Dalio sagte kürzlich, der Markt sei am Beginn einer Phase, die "sehr gut für Gold" sei. Investorenlegende Mark Mobius sagte im Juli: "Ich liebe Gold".

Die UBS wiederum kann sich vorstellen, dass bei einer weiteren Verschärfung des US-chinesischen Konflikts der Goldpreis auf 1600 Dollar klettern wird. Auch die anhaltende Tiefzinsphase spricht für einen höheren Goldpreis, wie Nima Pouyan, Vertriebschef des ETF-Anbieters Invesco sagt: "Weil Gold keinen Zins und keine Dividende gibt, sind Anleger bei einem höheren Zins weniger bereit, Opportunitätskosten zu tragen." Höhere Zinsen sind derzeit in weiter Ferne. Nicht nur die USA, sondern auch Indien und Neuseeland haben kürzlich die Zinsen gesenkt. Von der Europäischen Zentralbank wird ein solcher Schritt in absehbarer Zeit erwartet.

Etwas vorsichtiger zu Goldpreissteigerungen äussert sich Matthias Geissbühler, Anlagechef der Raiffeisenbanken, die selbst zu den Anbietern von Gold-ETF in der Schweiz gehören. "Mittelfristig sind wir positiv zu Gold. Allerdings sind wir im Gegensatz zu Anfang Jahr und auch gegen den Trend im Moment neutral gewichtet", sagte Geissbühler zu cash.ch. Gold sei seiner Einschätzung nach aktuell etwas überkauft und tendiere wohl eher zu einer Konsolidierung. Dies bedeute aber auch, dass gute Kaufgelegenheiten entstünden, wenn der Goldpreis wieder gegen 1400 Dollar gefallen sei. 

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Das müssen ETF-Anleger

Das müssen ETF-Anleger beachten

Börsengehandelte Indexfonds sind eine relativ einfache Geldanlage. Bei der Auswahl müssen einige Details beachtet werden.

24.12.2019 11:22

Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden, sind zweifellos ein unumkehrbarer Trend. Die in der Schweiz zugelassenen Exchange Traded Funds (ETF) werden immer mehr.

"Passiv" und "günstig" sind die beiden meist genannten Schlagworte im Zusammenhang mit ETF. Passiv, weil ETF einem Index folgen und keine aktiven Anlageentscheidungen gefällt werden. Ein ETF auf den Swiss Market Index (SMI) gewinnt oder verliert also im gleichen Rahmen wie der SMI. Dadurch sind die Kosten in der Regel deutlich tiefer als bei einem herkömmlichen Anlagefonds.

Das Problem dabei: Trotz der einfachen Grundkonstruktion sind Investitionen in ETF alles andere als simpel – obwohl das immer wieder suggeriert wird. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb sogar: "Mit ETF kann fast jeder Erfolg haben." Doch wie bei allen anderen Investitionen auch müssen ETF-Anleger einiges beachten.

Den Aufbau verstehen

Am Anfang jeder Anlageentscheidung steht die eigene Meinung. Dabei zentral ist ein Überblick über das Anlagethema und eigene Erwartungen an steigende oder fallende Kurse. Das kann mitunter knifflig sein, weil der Boom den ETF-Markt immer unübersichtlicher macht. Faustregel: Wer den zugrunde liegenden Index nicht versteht, sollte den ETF nicht kaufen.

Zusätzliche Komplexität kann entstehen, wenn ein lokaler Aktienmarkt über verschiedene Indizes abgebildet wird. Das Geschehen an der Schweizer Börse ist über sechs unterschiedliche Indizes investierbar. Neben dem SMI sind das beispielsweise MSCI Switzerland, Dow Jones Switzerland Titans 30 oder Solactive Swiss Large Cap.

Kommt hinzu: Nicht alle ETF bilden den Basis-Index mit der gleichen Methode ab. Bei der physischen Variante werden alle Werte des Index gekauft und so gewichtet, wie sie dort vorhanden sind. Die zweite, synthetische Replikationsmethode umgeht diesen Aufwand, indem mit einer Drittpartei gegen Gebühr Tauschgeschäfte abgeschlossen werden (so genannte Swaps). Der ETF-Anbieter kann beliebige Titel halten, aber der Dritte sorgt dafür, dass dennoch die Performance des Basis-Index herausschaut.

Synthetische ETF gelten als komplizierter und weniger transparent. Auch wird häufig bemängelt, dass die involvierte Gegenpartei pleitegehen kann – mit Konsequenzen für die Anleger. Andererseits kann die synthetische Methode Vorteile in Bezug auf die Gesamtrendite haben.

Kosten sind zentral

Die Gebühren sollten bei der Auswahl ebenfalls im Zentrum stehen. Denn je höher die Kosten, umso tiefer die Rendite. Wie gross die Unterschiede sind, zeigt sich bei den ETF, die den Schweizer Aktienmarkt abbilden: Die Gesamtkostenquote TER (enthält verschiedene Management- und Verwaltungskosten abhängig vom Anlagevolumen) reicht von 0,1 bis über 0,5 Prozent.

Die Kosten werden unter anderem von der Replikationsmethode beeinflusst, können aber schlicht auch ein Marketinginstrument sein. Weniger liquide Märkte können ebenfalls ein höheres TER zur Folge haben. Auch wichtig: ETF sind für ihre tiefen Gebühren bekannt. Wer aber sein Geld wie wild umschichtet, macht diesen Vorteil wieder zunichte.

Steuern können ins Geld gehen

Mit steuerlichen Faktoren erwähnen ETF-Experten einen weiteren Punkt. Liegt das Fondsdomizil nicht in der Schweiz, können Anleger die Verrechnungssteuer nicht zurückfordern. Die ISIN-Nummer gibt Auskunft über die Herkunft. In der Tabelle sind beispielsweise sämtliche Produkte, die mit LU beginnen in Luxemburg beheimatet. Berechnungen zeigen, dass ein ungünstiges Fondsdomizil bis zu 1 Prozent Performance pro Jahr kosten kann.

Unterschiedliche Liquidität

Da ETF an der Börse gehandelt werden, können Anleger (fast) jederzeit ein- und aussteigen. Doch nicht alle Produkte sind im selben Masse liquid. Wem ein häufiger Handel wichtig ist, der sollte einen ETF mit hohem Volumen kaufen. Wie die Tabelle zeigt, sind auch hier die Unterschiede gross. Beobachter meinen, dass ETF mit einem Volumen unter 100 Millionen langfristig wenig Überlebenschancen haben. Die Geld-Brief-Spanne ist ein zweites Kriterium, das Liquidität anzeigt. Je häufiger der ETF gehandelt wird, desto kleiner die Spanne und desto einfacher ist ein Kauf oder Verkauf.

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Zu teuer? Der grösste ETF der

Zu teuer? Der grösste ETF der Welt verliert massiv Geld

Der weltweit grösste börsengehandelte Fonds verliert schneller Bargeld als jeder seiner Mitbewerber: Wegen Kostenüberlegungen ziehen Anleger Milliarden aus dem SPDR S&P500 ETF des Vermögensverwalters State Street.

28.10.2020 10:36

Investoren haben dieses Jahr schon 33 Milliarden US-Dollar vom "SPDR S&P 500 ETF Trust" gezogen. Beim ETF mit dem Kürzel SPY ist dies nach Angaben von Bloomberg der branchenweit grösste Geldabfluss.

Der 294-Dollar-ETF, der auf dem Wall-Street-Börsenindex S&P 500 basiert, steht damit im Widerspruch zur übrigen Branche. Aktien-ETF haben 2020 bisher 119 Milliarden US-Dollar angezogen.

Das Problem dürfte die Kostenquote des SPY-ETF sein, der zur Fondsgesellschaft SPDR gehört, die wiederum eine Tochter des weltweit drittgrössten Asset Managers State Street ist. Der ETF erhebt eine Gebühr von 0,095 Prozent, was ungefähr dem Dreifachen der Kosten bei den grössten Wettbewerbern entspricht.

Anleger, die nach dem März-Knick an den Märkten wieder vermehrt in den Markt eintreten, dürften laut Analysten zu den günstigeren Optionen tendieren.

Konkurrenten sind drei Mal billiger

"Ich gehe davon aus, dass der SPDR-ETF unabhängig vom Marktumfeld weiterhin Vermögenswerte verlieren wird, da die Anleger weiterhin zu Wettbewerbern mit niedrigeren Gebühren strömen", sagt Nate Geraci, Präsident der Anlageberatungsfirma ETF Store in Overland Park in Kansas.

Beim weltgrössten ETF-Haus Vanguard hat der "S&P-500-ETF" dieses Jahr Gelder in Höhe 23,2 Milliarden Dollar angezogen - mit einer Kostenquote von 0,03 Prozent. SPDR konkurrenziert sich aber auch selbst: Der kostengünstigere SPDR Portfolio "S&P 500 ETF (SPLG)", das die gleichen Beteiligungen sein grösserer Bruder hält, jedoch 0,03 Prozent berechnet, hat 2,9 Milliarden Dollar angelockt.

Geld, dass den "teuren" SPDR-Fonds während des Höhepunkts der Virus-Turbulenzen verlassen hat, ist Analysten zufolge in sektorspezifische Fonds übergegangen, wie den Energy Select Sector SPDR Fund von State Street (XLE). Aber mit nur einer Woche bis zu den US-Präsidentschaftswahlen könnte das Bild bald wieder auf den Kopf gestellt werden.

"Viele dieser Investoren sind in andere Sektoren gewandert", sagt Matt Bartolini, Leiter des SPDR-Research für Nord- und Südamerika. "Wer weiss, was bei dieser Wahl passieren wird - aber es wird definitiv Geld in Bewegung sein."

(Bloomberg/cash)

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ETFs erzielen im Corona-Jahr

ETFs erzielen im Corona-Jahr 2020 Rekordzuflüsse

Für die Branche börsennotierter Fonds (ETFs) geht das Jahr 2020 ins Rekordbuch ein.

18.01.2021 14:27

Mit Zuflüssen von 756 Milliarden US-Dollar hat die Branche das stärkste Jahr ihrer Geschichte erlebt - und das trotz Corona und der damit verbundenen Achterbahnfahrt an den Börsen. Für die ETF-Branche sei das vergangene Jahr eine Art Lackmus-Test gewesen, war bereits im Jahresverlauf immer wieder von Experten zu hören. "Ein Highlight war, wie gut sich ETFs in der volatilsten Phase zu Beginn der Pandemie entwickelt haben", erklärt Nima Pouyan von Invesco. "Zuvor hatten einige Kritiker behauptet, dass ETFs unter solch extremen Bedingungen versagen würden. Die Tatsache, dass ETFs nicht nur standhielten, sondern sogar besser abschnitten als viele andere Anlageformen, stärkte das Vertrauen der Anleger."

Beim Blick auf die Zuflüsse stachen zwei Anlagekategorien besonders hervor: Aktien und Rohstoffe, fasst Ed Gordon die Entwicklungen 2020 im Gespräch mit AWP zusammen. "Das Lieblingsthema der Investoren war allerdings über das ganze Jahr hinweg Nachhaltigkeit (ESG)", fügt der Experte vom ETF-Anbieter iShares hinzu.

Diesen Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit haben auch viele andere Branchenbeobachter gemacht. Laut Pascal Mischler von GSAM floss knapp die Hälfte der ETF-Mittelzuflüsse in ESG-Produkte und circa 70 Prozent aller in 2020 neu aufgelegten ETFs beinhalten ESG-Prinzipien.

2020 Jahr der Trendwechsel

Derweil zeichnet sich für Gilles Boitel von der DWS das Anlagejahr 2020 durch seine Trendwechsel aus. "Im ersten Halbjahr kamen die Top-Kategorien der ETF-Investoren aus dem Anleihebereich, während das Bild im zweiten Halbjahr ein ganz anderes war." So seien speziell im vierten Quartal Aktien-ETFs sehr gefragt gewesen.

Neben Nachhaltigkeit gehörte aber auch Gold zu den heissen Anlage-Themen 2020. Gold habe eine Rendite von 23 Prozent abgeworfen, womit es zu den Top-Anlagen gehöre, rechnet Nima Pouyan von Invesco vor.

Die Branchen-Beobachter haben aber noch einen weiteren Schwerpunkt bei den Anlegern im vergangenen Jahr ausgemacht: China. Hier waren laut Gordon von iShares sowohl Obligationen- als auch Aktien-ETFs gefragt. "Die Wachstumsprognosen für China gehören zu den besten", erklärt der Experte. Auf Obligationen-Seite dürfte die Zinsdifferenz Investoren angelockt haben.

Auch für 2021 sagen Ökonomen China ein starkes Wachstum voraus, so dass ETFs mit China-Bezug auch 2021 eine wichtige Rolle spielen dürften.

2021 weiter volatil

Ansonsten gehen die meisten Beobachter unterschiedlich in das neue Jahr. So erwartet beispielsweise Marco Strohmeier von Amundi, dass "2021 ein volatiles Jahr sein wird - mit Phasen des Wachstums, die im Zusammenhang mit einem Wiederaufflammen von Corona unterbrochen werden." Daher gehe er nicht von einer sofortigen und homogenen, sondern von einer mehrphasigen und mehrjährigen Erholung aus.

Boitel von der DWS betont, dass für 2021 überwiegend eine Wirtschaftserholung erwartet werde, was für Aktien-ETFs spreche. "Jedoch gibt es weiterhin Unsicherheiten, wie die immer noch hohen Corona-Infektionszahlen in Europa und den USA oder auch die fiskalpolitische Ausrichtung der neuen US-Regierung. Hier werden sich ETF-Investoren alle Optionen offen lassen, auch kurzfristig umzuschichten."

An ESG führt kein Weg vorbei

Einig sind sich die ETF-Experten allerdings in der Einschätzung zum Thema Nachhaltigkeit. Hier rechnen sie durch die Bank damit, dass ESG auch 2021 eines der beherrschenden Themen bleiben werde. Allerdings dürften die Investoren laut Andreas Zingg von Vanguard etwas selektiver in ihrer Auswahl werden. Immerhin hätten sich Investoren in den vergangenen Jahren verstärkt mit dieser Thematik beschäftigt, ergänzt der DWS-Experte Boitel.

Derweil hat Thiemo Storz von WisdomTree beobachtet, dass Investoren immer anspruchsvoller werden, wenn es darum geht, Wachstumschancen in den Märkten zu identifizieren. Vor diesem Hintergrund sei es verständlich, dass thematische ETFs verstärkt in den Fokus rücken. "Wir glauben, dass die jüngste Stärke technologiebezogener Themen kein vorübergehendes Phänomen ist, sondern vielmehr ein langfristiger Trend, der gerade an Fahrt aufnimmt."

(AWP)

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Tesla, Square: Hype-ETF von

Tesla, Square: Hype-ETF von Star-Investorin Cathie Wood gerät in einen Bärenmarkt

Für Cathie Wood und ihren berüchtigten Ark Innovation ETF dürfte 2020 wie ein einziger Rausch gewesen sein. Doch jetzt gerät der Fonds mit seinen Highflyer-Aktien arg unter die Räder.

04.03.2021 14:20

Cathie Wood ist derzeit eine der meistgefeierten Star-Investorinnen an der Wall Street. Der von ihr aktiv gemanagte Ark Innovation ETF mit dem Tickersymbol ARKK war 2020 eines der heisstesten Investments an der Börse. Vergangenes Jahr hatte sich der Wert des Exchange Traded Fund verzehnfacht. Und auch das neue Jahr begann vielversprechend: Bis Mitte Februar hat der Wert des ETF um weitere 25 Prozent zulegen können. Doch seitdem geht es abwärts. Bis zum gestrigen Mittwoch steht ein Verlust von 20 Prozent zu Buche.

Grund ist das aktuell negative Sentiment bei vielen Highflyer-Aktien im Technologie-Bereich, von denen es in Woods ETF nur so wimmelt. Der Nasdaq erlebte am gestrigen Mittwoch einen regelrechten Abverkauf. Der Markt kehrt den Tech-Aktien seit einigen Wochen zunehmend den Rücken und schichtet vermehrt auf sogenannte Value-Aktien um, die während der Corona-Krise stark zurückgefallen waren.  

Kursentwicklung des Ark Innovations ETF in den letzten 12 Monaten. Quelle: Ark Invest

Die drei grössten ARKK-Positionen TeslaSquare und Roku haben sich im letzten Jahr insgesamt nahezu verdreifacht. Tesla ging um 350 Prozent hoch, Roku um 240 Prozent und Square immerhin noch um 200 Prozent. Doch insbesondere am gestrigen Mittwoch sind die die Aktien arg unter die Räder gekommen: 45 der insgesamt 48 Positionen im ETF haben Verluste hinnehmen müssen. Drei Positionen fielen sogar um mehr als zehn Prozent, unter anderem Stratasys, ein Hersteller von 3D-Druckern sowie Veracyte, ein Entwickler von molekularen Tests für die Onkologie.

Seit Mitte Februar hat der Ark Innovaton ETF nun ein Fünftel seines Werts verloren. Damit befindet sich der Investmentfonds laut allgemeiner Definition in einem Bärenmarkt. "Die Leute haben Angst, dass sich jetzt das Momentum dreht, wie es bereits im September zwischenzeitlich mal der Fall war", sagt Matt Maley, Chefstratege bei Miller Tabak.

Steigende Anleiherenditen Gift für Woods ETF

Das Problem von Cathie Wood und ihrem ETF: Die Renditen auf US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sind in 2020 um mehr als 50 Basis-Punkte hochgesprungen. Damit stehen die Renditen vor dem höchsten Anstieg innerhalb eines Quartals seit 2016. Steigende Anleiherenditen gelten gemeinhin als Gift für hochbewertete und insbesondere spekulative Aktien. Zwei Drittel der Unternehmen, auf die der ETF setzt, erwirtschaften noch keine Gewinne.  

Doch das muss für Wood nicht zwangsläufig Grund zur Sorge sein. Ihr ETF ist ein Langfrist-Projekt und quasi eine Wette auf die Gewinner von (über-)morgen. Dass nach dem Hype-Jahr 2020 nun auch mal etwas Luft aus dem Kessel genommen wird, könnte ihr am Ende des Tages sogar durchaus gelegen kommen.

(cash/Bloomberg) 

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Wie Sie sich mit Dividenden

Wie Sie sich mit Dividenden-ETF ein stabiles Einkommen sichern

Über die nächsten zwei bis drei Monate schütten die meisten Schweizer Unternehmen Dividenden aus. Davon profitieren können Anlegerinnen und Anleger nicht nur mit Einzelaktien, sondern auch mit ETF. Cash erklärt, wie.

16.03.2021 21:45

Von Manuel Boeck

Im gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwung setzen viele Anleger am Aktienmarkt auf Kursgewinne, um mit ihrem Portfolio Rendite zu erzielen. Abgeschlagene Industrie- oder Reisetitel sind wieder en vogue. Diese Anlagestrategie bringt jedoch mit sich, dass die Schwankungen an den Märkten stärker ins Gewicht fallen.

Eine andere Rendite-Möglichkeit bleibt, trotz der Konjunktur-Euphorie, einen Teil des Portfolios in dividendenstarken Aktien zu halten. Meist bewegen sich diese im Kurs zwar weniger als der Gesamtmarkt, doch es fallen regelmässige Renditeausschüttungen an, die wiederum investiert werden können. 

Für Langzeitinvestoren können die reinvestierten Ausschüttungen über die Zeit grosse Renditen bringen. In Krisenzeiten bieten die oft defensiven Dividendentitel Schutz vor dem grossen Einbruch. Im Rentenalter wiederum entpuppen sich Dividenden als lukrativer Nebenverdienst.

Nur eines muss man wissen: Dividenden sind nicht garantiert. Bekannte Schweizer Dividendenzahler mit hohen Renditen wie ZurichSwiss Re oder Swisscom schütten seit langem zuverlässig Dividenden aus. Wie vergangenes Jahr gezeigt hat, hat wegen der Coronakrise eine Reihe von Unternehmen die Dividendenzahlungen gestoppt, um die eigenen Finanzen zu schützen. Grossbanken wiederum mussten auf politischen Druck hin ihre Dividendenzahlungen aufteilen.  

Doch die Bedeutung von Dividenden auf die Gesamtrendite darf nicht unterschätzt werden und lässt sich anhand eines Vergleichs zwischen dem Swiss Market Index (SMI) und dem SMI Cum Dividend (SMIC) aufzeigen. Der SMI berücksichtigt als Preisindex die Dividenden nicht. Der SMIC stellt als Performanceindex die Entwicklung derselben Aktien inklusive Dividendenausschüttungen dar. Während der SMI seit Januar 2019 30 Prozent angestiegen ist, hat der SMIC 44 Prozent hinzugewonnen.

Dividenden-ETF gehören ins Portfolio

Anstatt jedoch einzelne Dividendenaktien ins Portfolio aufzunehmen, können Anleger das Risiko mit Dividenden-ETF (Exchange Traded Funds) breiter streuen. Man profitiert ebenfalls von den Dividendenausschüttungen, vermeidet aber das Kursrisiko einer Einzelaktie. Die anfallenden Dividenden werden an die Anleger entweder in Form von Ausschüttungen auf das hinterlegte Konto oder mittels Reinvestition in den Fonds weitergegeben. Letzteres ist bei sogenannten thesaurierenden ETF der Fall. Die erste Variante ist unter den ETF jedoch der Normalfall.

Ein mögliches Hindernis beim ETF-Kauf verliert zudem seit Jahren an Bedeutung: Die Gesamtkostenquote, welche die jährlichen laufenden Kosten eines ETF angibt. Diese Gebühren sinken laufend. Somit belastet diese die Rendite immer weniger. Wie die Tabelle deutlich macht, ist eine jährlich Gebühr von 0,15 Prozent des investierten Vermögens möglich. Allerdings sind einige der Dividenden-ETF immer noch eher teuer.

Zum Vorteil der Anleger gibt es eine immer grösser werdende Auswahl an Produkten. Wie die Auswahl zeigt, sind die Unterschiede bei der Kursentwicklung und der erwarteten Dividendenrendite markant:

ETF Region  Kursentwicklung 2021 Dividende 2021 Gesamtkostenquote
(TER*)
SPDR S&P US Dividend Aristocrats USA +16,0 Prozent 2,1 Prozent 0,35 Prozent
iShares Asia Pacific Dividend Asien +11,6 Prozent 2,7 Prozent 0,59 Prozent
SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats Europa +5,5 Prozent 2,9 Prozent 0,3 Prozent
iShares Swiss Dividend Schweiz +5,9 Prozent 3,1 Prozent 0,15 Prozent
iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS Weltweit +13,2 Prozent 3,5 Prozent 0,46 Prozent
iShares Dow Jones Emerging Markets Select Dividend Schwellenländer +7,4 Prozent 4,2 Prozent 0,65 Prozent
iShares Global Energy Weltweit +30,0 Prozent 5,0 Prozent 0,46 Prozent
Global X SuperDividend REIT Weltweit +10,7 Prozent 6,7 Prozent 0,58 Prozent
Invesco KBW High Dividend Yield Financial USA +12,9 Prozent 7,3 Prozent 1,24 Prozent
Alerian MLP USA +29,2 Prozent 10,1 Prozent 0,87 Prozent

*Total Expense Ratio/Daten: cash.ch

Der "iShares Swiss Dividend ETF" bildet den SPI Select Dividend 20 Index ab. Er ist damit in 20 Aktien investiert, die im SPI die höchsten Renditen erzielen. Die Ausschüttungen werden "ad hoc" vorgenommen, also dann, wenn die Dividendenzahlungen der Unternehmen anfallen.

Mit den «Aristokraten» Geld verdienen

Bei Einzeltiteln wie bei ETF schauen viele Anleger auf die so genannten "Dividendenaristokraten". Darunter werden landläufig Unternehmen verstanden, welche die Dividende über 20 Jahre hinweg kontinuierlich erhöht haben. Der "SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF" basiert auf US-Unternehmen, die dieses Kriterium erfüllen. Der "SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats ETF" investiert hingegen in Aktien von Unternehmen der Eurozone, deren Dividenden in den letzten zehn aufeinander folgenden Jahren gestiegen sind.

Der "iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF" ist kein "Aristokraten"-Index, aber sehr global ausgerichtet. Der ETF enthält 100 Unternehmen mit einer hohen Dividendenausschüttung.

Was bei der Auswahl vielfach übersehen wird, ist die Ausschüttungshäufigkeit: Bei US-Unternehmen ist eine vierteljährliche Zahlung an den Aktionär der Normalfall, während dies in Europa halbjährlich vollzogen wird. Wenn ein Anleger also einen Geldfluss in kürzeren Abständen erreichen will, ist ein US-Dividenden-ETF unabdingbar.

Dividenden-ETF mit zyklischem Anstrich

Dividendenaktien haben zwar häufig einen defensiven Anstrich, doch mit Dividenden-ETF kann auch stärker auf Konjunkturschwankungen gesetzt werden. Ein Anleger, der beispielsweise den ETF "Alerian MLP" kauft, investiert in die Transportinfrastruktur für Öl und Gas in den USA. Steigen die Preise für die Rohstoffe, geht dies mit einem Kursgewinn einher. Das gleiche gilt für den "iShares Global Energy ETF". Bei diesem Fonds ist aber das Risiko höher, und wer dort investiert, sollte wissen, wie man ein Auge auf dem Rohstoffmarkt hält.

Der "Invesco KBW High Dividend Yield Financial ETF" setzt auf dividendenstarke US-Finanztitel. Im Umfeld steigender Nominalzinsen, die derzeit Bank-Aktien antreiben, können Anleger neben monatlich ausbezahlter Dividendenerträge derzeit auch mit einer guten Kursrendite rechnen. Mit dem "Global X SuperDividend REIT ETF" engagiert sich ein Anleger mittels 30 US-Unternehmen am Immobilienmarkt. 

Konjunktursensitive Dividenden-ETF eignen sich aber nicht als langfristiges Investment und müssen aktiver bewirtschaftet werden. Denn schwächelt die Konjunktur, stehen unter Umständen schnell hohe Kursverluste ins Haus.

Zinseszins nutzen

Versierte Anleger schliesslich reinvestieren die monatlichen, vierteljährlichen oder halbjährlichen Einkommen, die Dividenden-ETF generieren, gleich wieder. Denn nur so kommt das sogenannte "achte Weltwunder", der Zinseszinseffekt, zum Tragen. Das erneute Investieren der erhaltenen Dividende kann im Laufe der Zeit die Rendite massiv erhöhen.

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In Aktien-ETF investieren:

In Aktien-ETF investieren: Der Teufel liegt im Detail

Börsengehandelte Fonds sind einfach einzusetzen. Dennoch gibt es viele Punkte, die ETF-Anlegerinnen und -Anleger oft nicht wissen: Bei der Art der ETF, Kosten oder Steuern gibt es einige Details zu beachten.

13.04.2021 21:55

Von Marc Forster

Für Exchange Traded Funds oder kurz ETF sprechen zwei Punkte: Diversifikation und tiefe Kosten. Diese auch als "passive Fonds" bezeichneten Anlageprodukte bilden oft ein breites Band an Aktien ab, wie etwa einen Börsenindex à la SMIDax oder S&P 500. Die Gebühren sind deutlich tiefer als bei aktiv gemanagten Fonds. Und wie der Name sagt, lassen sie sich sehr einfach an den Börse handeln.

Alles gut? Nun, die ETF-Industrie ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen und daher auch nicht mehr sehr einheitlich. ETF ist also nicht gleich ETF. Und der Teufel liegt bei der riesigen Palette an Angeboten oft im Detail. Bevor Anlegerinnen und Anleger also nach diesen beliebten Fondsprodukten greifen, gibt es ein paar Details zu beachten. Folgende Fragestellungen sind zentral:

ETF werden als «passive» Fonds bezeichnet – warum dann gibt es auch «aktive ETF» wie die Ark-Fonds von Cathie Wood?

In der Regel haben ETF keine eigenen Fondsmanager, die "stock picking" betreiben. Als Basis dient ja oft ein Index. Aber auch bei einem ETF kann eine Fondsleitung existieren, welche die Zusammensetzung der Anlagen immer wieder ändert. So macht dies auch Ark Investment Management von Cathie Wood, wo auf Trends bei Technologie- und Zukunftsindustrien sowie potentielle Disruptoren gesetzt wird. Damit sind solche ETF eigentlich näher an den aktiv gemanagten Fonds. Als ETF sind aber auch aktive ETF an Handelstagen durchgehend an der Börse handelbar und verfügen über eine transparente Preisbildung.

Aktive ETF sind jedoch in der Regel teurer als passive ETF: Während man einen simplen S&P-500-ETF für 0,05 Prozent Gebühr bekommen kann, kostet der inzwischen berühmte "Ark Innovation ETF" jährlich 0,75 Prozent des angelegten Vermögens. Aktiv gemanagte Fonds kosten schnell einmal über 1 Prozent (mehr zu ETF-Kosten hier).

Zum Fonds- und ETF-Guide von cash.ch geht es hier.

Zumindest beim Ark Innovation ETF haben sich die Mehrkosten bis jetzt gelohnt: Er kommt auf 220 Prozent Rendite seit Beginn der Börsenerholung im März 2020. Der US-Index S&P 500 mit 500 der wichtigsten amerikanischen Firmen hat in dieser Zeit "nur" 85 Prozent geschafft. Aber allgemein zeigen Studien immer wieder, dass aktives Management in der Mehrzahl der Fälle den Markt nicht schlagen kann.

Aktive ETF berichten oft täglich über die ETF-Zusammensetzung. Dann kann Arbitrage betrieben werden: Ist der ETF im Kurs tiefer als die enthaltenen Aktien, haben Investoren einen Vorteil mit dem ETF. Ist der ETF aber im Kurs höher als die zugrundeliegenden Werte, sind die zugrundeliegenden Aktien günstiger. Es öffnen sich aber auch Chancen für versiertere Anleger, die dann den ETF shorten und mit den unterliegenden Aktien ihre Positionen decken. 

Ein oft gehörter Begriff: Lohnen sich Faktor-ETF?

Um ein starres Exposure gegenüber bestimmten Aktien in einem Index zu vermeiden, bauen ETF-Häuser gewissermassen ihre "eigenen Indices". Sprich: Die in einem Aktien-ETF enthaltenen Papiere spiegeln ein bestimmtes Thema, das ein herkömmlicher Börsenindex oder ein Index des Fondsspezialisten MSCI nicht abdeckt. Fondshäuser wollen einer bestimmte Strategie folgen, die als besonders vielversprechend gilt. 

Solche "Faktoren" können eine Momentum-Strategie sein, also Aktien mit starken Aufwärtstrend, oder Qualitätsaktien, also Anteile von Firmen mit sehr stabilem Geschäftsmodell. Möglich sind auch: Grösse oder Bonität von kotierten Firmen, Zins- oder Inflationssensitivität, oder gar politisches Risiko von Märkten, um nur einige zu nennen. Aktuell ist der Faktor "Value" besonders interessant für viele am Markt. Dabei geht es um Aktien, die als unterbewertet betrachtet werden. Diese Aktien haben gerade Auftrieb an der Börse. 

Faktor-ETF sind beliebt, weil sie die "Faktor-Prämie" aufweisen können, also eine bessere Rendite gegenüber einem normalen ETF. Kehrseite der Medaille: Da ein Faktor-ETF losgelöst ist von klassischen Indices, kann er leicht auch schlechter performen. Und obwohl die Preise in der ganzen Fonds- und ETF-Welt in den vergangenen Jahren stark unter Druck gekommen und gesunken sind, sind Faktor-ETF immer noch etwas teurer als ganz normale Index-ETF. 

Es gibt nur einen SMI, warum gibt es dann mehrere SMI-ETF? Und welchen soll man wählen?

Zunächst mus man ETF und Indexfonds unterscheiden. Dies sind zwei paar Schuhe. Der wichtigste Unterschied liegt darin, dass ETF während der ganzen Börsenhandelszeit getradet werden können, Indexfonds nur einmal am Tag. Für ETF besteht die ganze Zeit ein Preis, Indexfonds werden einmal täglich preislich bewertet. Auch steuerlich sind die beiden Arten von Fonds nicht genau gleich eingestuft.

Börsenindices als Basis für ETF sind auf jeden Fall beliebt. Aber oft gibt es eine ganze Liste von möglichen Investments. Der "UBS ETF (CH) SMI" hat eine 12-Monats-Performance von 22,36 Prozent. Der "iShares SMI (CH)" hat 21,94 Prozent. Der Unterschied liegt im wesentlichen darin, dass ETF einen Index wie hier den SMI zwar nachzeichnen – "tracken" – aber dies nie 100 Prozent genau.

Tracken kann ein Fondshaus unterschiedlich. Physisch reziplierende Aktien-ETF kaufen und verkaufen die tatsächlichen Aktien in einem Index. Synthetische ETF bilden den Index über Derivate wie Swaps, also Tauschgeschäfte, nach. Dabei braucht es aber Gegenparteien am Finanzmarkt – somit haben synthetische ETF das Risiko, dass eine Gegenpartei in finanzielle Schieflage geraten kann.

Unterschiede bei ETF und deren Performance gibt es aber auch, weil manche ETF Dividendenerträge reinvestieren (thesaurierende Fonds), andere ausschütten. Auch die Grösse und das Alter eines ETF können wichtig sein, denn: Ein grosses Fondsvolumen heisst in der Regel, dass der ETF genügend Liquidität hat. Will also heissen, dass für den sofortigen Kauf oder Verkauf von Anteilen genügend Akteure am Markt sind, die Wertpapiere auch in grosser Menge anbieten oder abnehmen können. Für die Wahl eines ETF spielen diese Punkte eine Rolle.

Wichtig sind aber vor allem die Kosten: Der genannte UBS-ETF auf den SMI hat eine Total Expense Ratio (TER) von 0,21 Prozent, der iShares-Index 0,35 Prozent. Wie bei fast allen finanziellen Fragen im Leben lohnt sich also der Vergleich nach Kosten.

Wie kann ich die Kosten eines ETF erkennen?

Interessant ist eigentlich die Total Cost of Ownership (TCO): Weil die Kosten bei ETF aber unterschiedlich aufgebaut sein können und es keine einheitliche Kennzahl gibt, ist es nicht einfach, die TCO genau zu ermitteln.

Die immer aufgeführte Total Expense Ratio (TER) ist dann die nächste Anlaufstelle für Kosten-Interessierte. Sie gibt immerhin einen guten Hinweis darauf, was ein ETF kostet: Eine TER von 0,2 Prozent heisst, dass der Fondsanbieter 0,2 Prozent des angelegten Betrags pro Jahr als Gebühr einzieht. Ein grosser Teil der Kosten sind in der TER enthalten. Die TER allein sagt aber nicht aus, was ein ETF kostet, sie hilft lediglich beim Vergleich von Angeboten.

Mehr zu Thema: Wie Sie sich mit Dividenden-ETF ein stabiles Einkommen sichern

Anfallen können weitere interne Kosten wie die Kosten fürs Rebalancing, bei synthetischen ETF Swapgebühren oder je nachdem auch Gebühren für Wertpapierleihen. Zusätzliche externe Kosten fallen an, weil beim Handel ein Market Maker am Spread mitverdient: Das ist die Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs im Handel. Und schliesslich fallen auf ETF auch noch Steuern an.

Auch die sogenannte Tracking-Differenz sagt etwas aus. Man legt dazu Rendite und Kosten nebeneinander. Theoretisch kann die Tracking-Differenz sogar positiv sein. Aber: Sie lässt sich nur im Nachhinein feststellen. 

Und was ist dann mit «Nullkosten-ETF»?

Vor etwa zwei Jahren sorgten "Null-Kosten-ETF" für Furore. Dies klang vor allem in den Marketing-Strategien der involvierten Fondshäuser gut. Die Kosten oder Risiken bei solchen Investments fallen einfach anderswo an: "Zero-Cost"-ETF verleihen beispielsweise Aktien, oder sie sind nur für eine bestimmte Zeitdauer gratis.

Auch bei börsengehandelten Fonds gilt: "There Ain't No Such Thing as a Free Lunch." 

Ist es wichtig, ob ein ETF sein Domizil in der Schweiz oder anderswo hat? 

Informieren sollte man sich auf jeden Fall über das Fondsdomizil: Ist dieses in der Schweiz (etwa durch ein "CH" in der Fondbezeichnung erkennbar, oder sonst im Factsheet zum ETF ersichtlich), sind Fondsprodukte steuerlich günstiger. Bei ETF mit Sitz in der Schweiz fällt beim Kauf und beim Verkauf eine Stempelsteuer von 0,075 Prozent an (bei inländischen Indexfonds gibt es diese nicht), bei ausländischen ETF und Indexfonds sind es 0,15 Prozent.

Dazu kommt, dass die Verrechnungsteuer von 35 Prozent nur bei in der Schweiz domizilierten Fonds rückforderbar ist. 

Werden ETF gleich wie Aktien versteuert? 

Grundsätzlich gilt bei ETF das gleiche wie bei Aktien: Kursgewinne sind steuerfrei, Dividenden nicht. Wie bei Aktien erhebt der Staat eine Verrechnungssteuer von 35 Prozent, die in der Schweiz wohnhafte Personen aber zurückverlangen können. 

Alle in- und ausländischen ETF müssen wie Aktien und andere Wertschriften genau im Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärung aufgeführt werden. Bei der elektronischen oder Online-Steuererklärung ist dies relativ einfach, denn die Software greift von sich aus auf die Kursliste der eidgenössischen Steuerverwaltung zurück. 

Wichtig für die Steuererklärung sind der Steuerwert und der Ertrag. Je nach Bank, Vermögensverwalter oder Broker bekommen die Steuerpflichtigen ein Dokument, das genau besagt, welche Angaben auf welche Weise in die Steuererklärung kommen. 

Zum Schluss: Kann ein ETF liquidiert werden? Gibt es dieses Risiko?

Mit einem ETF investiert man nicht in eine einzelne Aktie, sondern mithilfe eines Finanzprodukts einer Bank oder eines Vermögensverwalters. Der Anbieter kann so ein Produkt jederzeit wieder vom Markt nehmen. Dies passiert typischerweise, wenn ein ETF nicht genug Gelder anzieht oder die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt. Oder, wenn Fondgesellschaften ihre Angebote neu ausrichten oder beispielsweise auch bei Fusionen von Anbietern.  

Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, informiert eine Bank die ETF-Kunden über eine bevorstehende Liquidation. So können diese noch selber verkaufen. Bei der Liquidation selbst werden dann alle Anteile verkauft und der Erlös an die Anteilseigner überwiesen. Für all jene, die langfristig anlegen - bei ETF ja schnell einmal ein Grundgedanke - ist eine Fonds-Liquidation zwar ärgerlich. Vermeidbar ist sie nicht. 

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

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