CS

CS Group N 

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Zyndicate
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Schockwellen in der

Schockwellen in der Finanzwelt: Banken drohen hohe Verluste durch Hedgefonds-Schieflage

Probleme des US-Hedgefonds Archegos Capital schicken Schockwellen durch die Bankenwelt.

29.03.2021 11:32

Die Credit Suisse und die japanische Investmentbank Nomura warnten am Montag vor erheblichen Verlusten durch den Ausstieg aus Positionen bei einem US-Hedgefonds. Sie nannten den Namen des Hedgefonds zwar nicht, doch Finanzkreisen zufolge handelt es sich um Archegos. Auch die Deutsche Bank ist einem Insider zufolge betroffen, allerdings weniger stark als die Wettbewerber.

Die japanische Investmentbank Nomura bezifferte den Verlust auf zwei Milliarden Dollar, die Credit Suisse zufolge könnte der Verlust "sehr bedeutend und wesentlich" für der Ergebnis des ersten Quartals sein. Die CS erklärte, ein bedeutender Hedgefonds sei Nachschusspflichten - sogenannten Margin-Calls - nicht nachgekommen. Da der Investor kein Geld nachschoss, seien die Credit Suisse und andere Geldhäuser dabei, diesen Positionen aufzulösen.

Am Freitag hatte ein Ausverkauf von Aktien in den USA zu markanten Kursverlusten bei einer Reihe von Unternehmen geführt, die einer mit der Sache vertrauten Person zufolge mit Archegos Capital in Verbindung stehen. Die Papiere der Medienkonzerne ViacomCBS und Discovery hatten jeweils 27 Prozent an Wert verloren. Die in den USA notierten Anteile der chinesischen Unternehmen Baidu und Tencent Music waren im Laufe der Woche um ein Drittel beziehungsweise knapp 50 Prozent abgesackt.

Investoren halten systemische Risiken zu jetzigen Zeitpunkt zwar für unwahrscheinlich, zeigten sich allerdings nervös über das Ausmass der Verkäufe von Archegos und möglich weitere Veräusserungen. Die Aktien der Credit Suisse stürzten am Montag an der Börse in Zürich um 14 Prozent ab - das ist der grösste Tagesverlust seit dem Börsencrash vom Frühjahr 2020 ein. In Tokio waren die Nomura-Anteile 16 Prozent eingebrochen. Die Titel der Deutschen Bank fielen in Frankfurt um gut fünf Prozent.

Die Credit Suisse lehnte eine weitergehende Stellungnahme ab und stellte mehr Informationen zu gegebener Zeit in Aussicht. Die Warnung ist erneut ein Rückschlag für die Bank, die erwägt, Investoren zu entschädigen, die vom Zusammenbruch von Fonds betroffen sind, die mit der insolventen Finanzfirma Greensill verbunden sind.

Bereits im vierten Quartal 2020 war eine Investition in einen Hedgefonds-Anbieter die Credit Suisse teuer zu stehen gekommen: Das Institut musste den Wert der Beteiligung an York Capital um 450 Millionen Dollar berichtigen. 

(Reuters)

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Zyndicate
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Block Trades: Diese

Block Trades: Diese Handelsgeschäfte könnten die Credit Suisse geschädigt haben

Die neuesten Probleme der Credit Suisse scheinen einen Namen zu haben: Block Trades. cash.ch erklärt, was für eine Rolle diese Geschäfte spielen und wie sie nun zu Milliardenverlusten bei Investmentbanken führen.

Aktualisiert um 11:20

Von Marc Forster

Am vergangenen Freitag fielen die Kurse der US-Unterhaltungskonzerne ViacomCBS und Discovery um je 27 Prozent. Bei grosskapitalisierten Unternehmen wurden 35 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet. Auch die China-Tech-Giganten Baidu und Tencent, die über Kotierungen am US-Markt verfügen, waren betroffen. Der E-Commerce- und Internetkonzern Alibaba stand zwischenzeitlich ebenfalls unter Druck. Einen offensichtlichen Grund für die Kursstürze gab es zunächst nicht.

This whole viacom situation is truly insane. That run from the teens to the 90s and now this...

— Jim Cramer (@jimcramer) March 29, 2021

Doch dann: Spekulationen zufolge haben grosse Investmentbanken – genannt werden Goldman Sachs und Morgan Stanley – grosse Aktienpakete verkauft. Solche Geschäfte werden Block Trades genannt und sind an sich nichts ungewöhnliches. Typischerweise wird über diese "Aktienblöcke" privat verhandelt und sie werden ausserhalb der Börsenzeiten verschoben.

Ungewöhlich ist der vermutete Umfang dieser Block Trades vom Freitag. Der Finanzdatendienst Bloomberg schätzt, dass einzelne Pakete über eine Milliarde Dollar wert waren. Und offenbar wurden einige davon auch während der Börsenöffnungszeiten gehandelt.

Archegos: Hedgefonds mit schillerndem Gründer

Dies hat den Markt äusserst nervös gemacht. Unruhe entsteht vor allem dann, wenn bei Blocktrades Preise bezahlt werden, die unter dem tatsächlichen Aktienkurs liegen. Noch mehr Verunsicherung kommt auf, wenn nicht klar ist, wer die Verkäufer sind.

Am Freitag ging das Gerücht um, ein grosser Fonds werde liquidiert und Vermögenswerte müssten zwangsweise verkauft werden. Kurz: Händler vermuten, dass einige mehr wissen als andere und über eine aufziehende Krise bereits informiert sind. Und schon brechen Verkaufswellen los.

Bloomberg berichtete dann, dass Archegos Capital Management in Bedrängnis sei. Dabei handelt es sich um das Family Office des umtrittenen Traders Bill Hwang. Hwang, der mit einem auf Asien ausgerichteten Milliarden-Hedgefonds Starrenditen erwirtschaftet hatte, wurde 2012 wegen Insiderhandels bei chinesischen Bankaktien verurteilt. Sein Fonds wurde danach geschlossen.

Dann zog Hwang das Family Office Archegos auf, das unter anderem dafür bekannt ist, substantiell mit Derivaten gehebelt zu investieren. Sprich, beträchtliche Risiken eingeht.

Investmentbanken fordern Aktienverkäufe

Wenn Wetten schief gehen, verlangen Broker wie beispielsweise Investmentbanken mehr Sicherheiten von Hedgefonds und beginnen damit, Positionen ihrer Kunden zu liquidieren, um Verluste auszugleichen. Nun berichtet Bloomberg unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass Hwang von seinen Banken gezwungen worden sei, Aktien im Wert von 20 Milliarden Dollar zu veräussern. Zu den grossen Positionen von Hwangs Finanzgesellschaft gehörten ViacomCBS, Discovery und Baidu - also die Aktien, deren Kurse am Freitag so stark abstürzten. 

Wie kommt bei alledem globale Banken wie die Credit Suisse ins Spiel? Sie treten bei Hedgefonds als Broker auf. Manche Banken müssen bei solchen Marktkrisen dafür dann mit Verlusten klarkommen. Goldman Sachs und Morgan Stanley sind dem Vernehmen nach einigermassen glimpflich davongekommen, nachdem sie als erste verkauft haben. Andere Banken werden aber im Strudel mitgerissen. 

Das japanische Bankenimperium Nomura hat Gerüchten zufolge einen hohen potentiellen Verlust durch einen US-Kunden erlitten. Das handelt es sich möglicherweise um Archegos. Von einem drohenden "bedeutenden Verlust" hat am Montagmorgen auch die CS geschrieben. Sie wies zwar darauf hin, dass ein Hedgefonds eine Rolle spiele, nannte aber wie Nomura keine Namen. Viele am Markt vermuten aber, dass auch die CS bei Archegos involviert ist.

Während die Märkte nervös auf mögliche weitere grosse Block Trades warten, fragen sich Beobachter, weshalb grosse Banken so viel Geld einem Hedgefondsmanager wie Hwang mit seiner schillernden Vergangenheit ausgeliehen haben.

Mit Material der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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Ungutes Bauchgefühl

Irgendwie werde ich hier das Gefühl nicht los, dass man bei dieser Bank in Zukunft noch wesentlich günstiger einsteigen kann. *shok**shok**shok*

CARPE NOCTEM

 

Hans
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https://www.marketwatch.com

https://www.marketwatch.com/story/here-are-the-complex-bets-at-the-heart...
 

Schöne Bescherung, Scherbenhaufen zusammen wischen wird für CS teuer

Colundro
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Bauchgefühl

nachtfalter hat am 30.03.2021 03:32 geschrieben:

Irgendwie werde ich hier das Gefühl nicht los, dass man bei dieser Bank in Zukunft noch wesentlich günstiger einsteigen kann. *shok**shok**shok*

CARPE NOCTEM

 

Dein Bauch lässt dich anscheinend nicht im Stich... Wo sagt dein Bauch, dass jetzt gut ist?

Denke, dass man hier den Punkt vor einer vernünftigen Gegenbewegung unmöglich treffen oder abschätzen kann. CS ist nun definitiv Casino Royal.

Ich persönlich warte lieber mal ab was Greensill und der Hedgefonds wirklich kosten bevor ich in das Haifischbecken springen

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tiefer

ja - vor 8.60 finger weg

spylong

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...?

spylong hat am 30.03.2021 13:25 geschrieben:

ja - vor 8.60 finger weg

 

Wie kommst du denn auf 8.60? Glaube nicht, dass sie soweit fällt. Wäre das absolute worse case scenario mit 5 Mia. Greensill und 7 Mia. Hedgefonds. Nö glaube ich nicht. Mal schauen was bei der 10 passiert, wenn es überhaupt zu diesem Test kommt

spylong
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Charttechnik

wie (fast) immer bei mir: Charttechnik. Alle Unterstützungen sind futsch. Selbst die 200er hat nicht gehalten. Klar ist die 10 eine Psychogrenze. Aber erst bei 8.60 gibts wirkliche Unterstützung. Und die Aktie ist jetzt ein wenig überverkauft: Doch mehr als ein kleiner Rebound ist nicht drin. Und dann rauscht es in die wirkliche Überverkauft hinein - vielleicht noch mit etwas Übertreibung nach unten. Um das aufzuhalten müsste wirklich Rohner/Gottstein und ein paar andere gehen und der Verlust nur halb so gross wie jetzt gedacht: Also das wäre dann die Ausnhame vom Chart.

spylong

Andrea2020
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Andrea2020 hat am 19.03.2021

Andrea2020 hat am 19.03.2021 20:23 geschrieben:

"Das ist der Grund, warum langfristig orientierte Anleger getrost einen weiten Bogen um Bankaktien machen können. Auch in Zukunft", schreibt etwa Matthias Geissbühler, Anlagechef von Raiffeisen.

 

https://www.cash.ch/news/politik/grossbanken-credit-suisse-lohnsumme-sei...

 

Mitte März: Vielleicht wusste auch Manuel Geissbühler auch mehr als andere?

Auf jeden Fall war der Ratschlag Gold wert.

 

CS: To big to snail.

Ich bin gespannt auf die Markt-Phase bis ca. Ende Juli 2021. Wird auf jeden Fall nicht langweilig.

Vielleicht wäre es an der Zeit das eigene Risikoprofil zu überprüfen?

Gute Trades

Andrea

 

 

"Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung führt"

nachtfalter
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Colundro hat am 30.03.2021 13

Colundro hat am 30.03.2021 13:17 geschrieben:

nachtfalter hat am 30.03.2021 03:32 geschrieben:

Irgendwie werde ich hier das Gefühl nicht los, dass man bei dieser Bank in Zukunft noch wesentlich günstiger einsteigen kann. *shok**shok**shok*

CARPE NOCTEM

 

Dein Bauch lässt dich anscheinend nicht im Stich... Wo sagt dein Bauch, dass jetzt gut ist?

Denke, dass man hier den Punkt vor einer vernünftigen Gegenbewegung unmöglich treffen oder abschätzen kann. CS ist nun definitiv Casino Royal.

Ich persönlich warte lieber mal ab was Greensill und der Hedgefonds wirklich kosten bevor ich in das Haifischbecken springen

Colundro, es ist so, bevor die Verluste von Greensill und Archegos nicht genau bilanziert  sind, hier eine Schätzung von finews.ch dabei dürften sich bei der CS nach Schätzungen gegen 4 Milliarden Dollar an Krediten in Luft aufgelöst haben, bei Greensill beläuft sich der Verlust nach eigenen Angaben auf 3 Milliarden, ergibt zusammen einen Totalverlust nur schon aus diesen zwei Engagements, von sage und schreibe 7 Milliarden, gleicht CS wirklich einem Haifischbecken oder einer Gebirgswanderung im dichten Nebel. Nun gut, um es mal lakonisch zu formulieren, der langfristige Abwärtstrend ist intakt, war hier zum Glück nie investiert, auch die Geschäftsbeziehung habe ich aufgelöst. Klar, kurzfristige Zocks waren zum Teil möglich, sind aber nicht mein Anlagestil. 

LG nf

Zyndicate
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Drohender Milliardenverlust:

Drohender Milliardenverlust: So denkt die Credit-Suisse-Rivalin UBS

Die UBS hat sich ganz schön viel Zeit gelassen. Doch nun äussert auch sie sich zu den Problemen der Erzrivalin Credit Suisse und ihrer Aktie. Zu was sie Anlegern momentan rät.

31.03.2021 08:15

Von Lorenz Burkhalter

Es sollte dauern, doch nun hat sich auch die UBS zu den drohenden Milliardenverlusten der Erzrivalin Credit Suisse (CS) gemeldet. Dies zu einem Zeitpunkt, an dem US-Medien von Verlusten von bis zu 7 Milliarden Dollar aus dem Kollaps des Hedgefonds Archegos ausgehen und auf eine Kapitalerhöhung spekuliert wird.

Die UBS stuft die CS-Aktie wie bis anhin mit "Neutral" ein und hält fürs Erste am 12,10 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel fest. Allerdings will die Grossbank verstanden wissen, dass sich darin weder Verluste aus der Greensill-Affäre, noch aus der Abwicklung von Archegos widerspiegeln.

Verfügt die Finma eine zusätzliche Eigenmittelunterlegung?

Mit einem auf 5 Milliarden Franken geschätzten Vorsteuergewinn für das laufende Jahr sei es der CS möglich, grössere Verluste aufzufangen und trotzdem eine progressive Dividende auszuschütten, schreibt die UBS. Zur Erinnerung: Die Kernkapitalquote (CET1) lag Ende 2020 bei 12,9 Prozent und damit um rund 40 Basispunkte über dem von der CS angestrebten Mindestwert von 12,5 Prozent.

Die UBS geht zwar weiterhin von einer Jahresdividende von 0,30 Franken je Aktie und darüber hinaus von Aktienrückkäufen in Höhe von einer Milliarde Franken in diesem Jahr aus. Dennoch räumt die Erzrivalin ein, dass viele Fragen vorerst unbeantwortet bleiben. Beispielsweise die nach der Höhe der Verluste, einer möglichen Versicherungsdeckung, potenziellen Entschädigungsforderungen seitens von Kunden oder den Folgen fürs Tagesgeschäft.Doch nicht nur mögliche Verluste könnten auf die Kernkapitalquote drücken. Der UBS zufolge ist nämlich nicht auszuschliessen, dass die Finma eine zusätzliche Eigenmittelunterlegung für Risikopositionen gegen die CS verfügen könnte.

CS das Schlusslicht unter den Schweizer Bankaktien

Die UBS empfiehlt Anlegern deshalb, bei der CS-Aktie an der Seitenlinie zu verharren – zumindest bis sich der Staub etwas gelegt hat.

Die Aktie hat alleine in den letzten zwei Handelstagen fast 17 Prozent auf 10,415 Franken verloren. Letztmals notierte sie Mitte November auf diesem Kursniveau. Die Aktien von Julius Bär (+20 Prozent) und UBS (+18 Prozent) schneiden seit Jahresbeginn deutlich besser als jene der CS (-9 Prozent) ab.

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Zyndicate
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Credit Suisse-Aktien setzen

Credit Suisse-Aktien setzen Talfahrt fort - Kapitaldecke im Fokus

Die Aktien der Credit Suisse setzen am Mittwoch ihre Talfahrt an der Börse fort. Weiterhin lastet die Ungewissheit wegen der Debakel um den Hedge-Fund Archegos und die Greensill-Fonds schwer auf den Titeln.

31.03.2021 13:18

Gegen 13:15 Uhr notieren Credit Suisse um 2,9 Prozent tiefer bei 10,11 Franken, nachdem sie zwischenzeitlich bis auf 10,06 Franken abgesackt waren. Auf Wochensicht haben die Titel damit schon fast 19 Prozent verloren, seit Anfang März gar etwa 23 Prozent. Der Verlust seit Ende 2020 beläuft sich auf 11 Prozent.

Je nach Ausmass der Milliardenverluste aus den beiden Fonds-Debakeln könnte die Kapitalisierung der CS nicht nur unter die bankeigenen Vorgaben rutschen, sondern sich den behördlichen Mindestwerten annähern, stellt etwa Bank Vontobel-Analyst Andreas Venditti in einer Sensitivitätsanalyse fest. Er senkt das CS-Kursziel klar auf 10,50 von bisher 12 Franken, bleibt aber bei der "Hold"-Empfehlung.

Wird Kapitalerhöhung nötig?

Die UBS will zwar ihr Kursziel (12,10 Franken) und ihre Gewinnschätzungen derzeit nicht anpassen. Analyst Daniele Brupbacher empfiehlt aber, vorderhand an der "Seitenlinie" zu bleiben - noch sei völlig unklar, ob mit dem stark getauchten Aktienkurs bereits alles eingepreist sei. Offen seien dabei etwa auch Fragen um Reputationsschäden, den Einfluss auf die anderen Geschäfte der Grossbank oder die Firmenstrategie.

In Frage gestellt sind sicherlich die Aktienrückkäufe von 1,0 bis 1,5 Milliarden Franken, welche die CS für 2021 angekündigt hatte. Mittlerweile wird aber auch ein Ausfall der Dividende für 2020 nicht mehr ausgeschlossen, wie die Online-Publikation "The Market" schreibt. Kapital beschaffen könnte sich die CS zwar etwa durch den Verkauf ihres Asset Managements - zu befürchten sei aber, dass die CS nicht um ein Kapitalerhöhung herumkomme, meint "The Market".

Leverage Ratio in Gefahr

Gemäss einer Analyse von Vontobel-Analyst Venditti könnte die risikogewichtete Kapitalquote im Fall eines Verlustes von bis zu 7 Milliarden Franken im ungünstigen Fall auf bis auf 10,1 Prozent absacken. Die Marke von 10 Prozent entspricht dem von der Finanzmarktaufsicht Finma vorgeschriebenen Minimum.

"The Market" sieht derweil den drohenden Engpass bei der ungewichteten "Leverage Ratio", welche das Eigenkapital in Relation zur Bilanzsumme stellt. Diese sei 2020 mit 4,4 Prozent zwar klar über dem Minimum von 3,5 Prozent gelegen. Dabei habe die CS aber von einer Sonderregelung wegen der Corona-Pandemie profitiert, die 2021 bereits nicht mehr gelte.

Gemäss den Berechnungen von "The Market" könnte sich die CS maximal Verluste von rund 3,6 Milliarden Franken leisten, um behördlichen Kapitalvorgaben noch zu erfüllen. Alleine im Fall Archegos wird über einen Verlust von 3 bis 4 Milliarden Dollar gesprochen, teilweise werden sogar höhere Zahlen genannt. Auch im Greensill-Fall könnten Verluste von bis zu 3 Milliarden Dollar anfallen. Hier ist aber unklar, welcher Anteil auf Fondsanleger entfällt und wieviel die CS tragen wird.

Kreditausblick gesenkt

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Dienstagabend den Kreditausblick für die Credit Suisse wegen des Zahlungsausfalls der bei der CS hoch verschuldeten Archegos auf "negativ" gesenkt. Immerhin bekräftigte S&P aber die Ratings "A+/A-1" für die Credit Suisse AG und andere operative Kerntöchter sowie von "BBB" für die Credit Suisse Group.

Derweil berichtet die Agentur Bloomberg von starken Kursverlusten der CS-Anleihen an den Bond-Märkten, entsprechend habe sich der Risikoaufschlägen für die Anleihen deutlich vergrössert.

(AWP)

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colundro:

hast Du gesehen? Die 10 waren schwupps weh. 9.92

spylong

Armen87
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Eine Frage an die, die sich

Eine Frage an die, die sich besser mit diesen Sachen auskennen.

Wieso kommt von der CS keine Stellungnahme? Momentan gibt es Gerüchte, dass die 3-4Milliarden wahrhscheinlich zu tief angesetzt sind und der Verluste deutlich höher sein sollen... Wenn keine Berichtigung von der CS kommt werden die Gerüchte wohl doch nicht so falsch sein und ein weitere Fall ist vorpragramiert.

Deute ich das falsch oder ist das üblich, dass sich eine Firma bei solchen Gerüchten nicht äussert? 

 

Sorry für die Anfängerfrage Sad

Andrea2020
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gertrud hat am 31.03.2021 16

gertrud hat am 31.03.2021 16:19 geschrieben:

 

Immerhin scheint die UBS für einmal nicht betroffen.

Die UBS hat in Paris noch ein anderes PotauFeu auf dem Herd stehen.  Niemand weiss, ob die optimistischen Einschätzungen im Rekursverfahren gerechtfertigt sind.

Sorry  - mit den Aktionären der beiden Grossbanken habe ich kein Mitleid. (KE) Mehr Sorgen muss man sich um die Verwalter unserer Pensionskassen machen. Ich weiss nicht wo sie an Ostern die Eier suchen?

Ich würde liebend gerne meiner Pensionskasse vorschreiben, dass sie keine UBS & CS Aktien bunkern dürfen. Das soll man den Saudis überlassen.

 

"Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung führt"

Herogun
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RATLOS

Wenn man sich ein wenig in die Situation einliest, ist das ganze schon echt bedenklich. 

Die Geldgier ist sowas von Krank unglaublich, wenn man ein Kredit aufnehmen möchte wird man durchleuchtet und hier werden Milliarden an einen Verbrecher übergeben und erwartet, dass dann nichts schief geht. 

Man versandet Milliarden und ein Statement lässt auch sich warten. Tausende Aktionäre verlieren derzeit einen haufen an Geld, wegen den machenschaften dieser Noobs, die immer und immer wieder den selben Fehler machen.

Aber ich würde mich nicht erstaunen, wenn die Bank selbst Ihr Aktenrückkaufsprogramm nun startet und sich bereits mit günstigen Aktien eingedeckt haben.  

Elias
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Aktienrückkauf

Herogun hat am 31.03.2021 16:58 geschrieben:

Aber ich würde mich nicht erstaunen, wenn die Bank selbst Ihr Aktenrückkaufsprogramm nun startet und sich bereits mit günstigen Aktien eingedeckt haben.  

Der Aktienrückkauf findet immer über  eine separate Linie statt.

Der  Rückkauf eigener Aktien über die offizielie Linie ist meines Wissens nur in engen Grenzen möglich,. Wegen Kursmanipulation.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Herogun
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Elias hat am 31.03.2021 17:12

Elias hat am 31.03.2021 17:12 geschrieben:

Herogun hat am 31.03.2021 16:58 geschrieben:

Aber ich würde mich nicht erstaunen, wenn die Bank selbst Ihr Aktenrückkaufsprogramm nun startet und sich bereits mit günstigen Aktien eingedeckt haben.  

Der Aktienrückkauf findet immer über  eine separate Linie statt.

Der  Rückkauf eigener Aktien über die offizielie Linie ist meines Wissens nur in engen Grenzen möglich,. Wegen Kursmanipulation

 

Die Geschäfte, welche nun zu diesem Disaster geführt haben, sind in der USA auch verboten. Trotzdem haben die Banken nun den Salat. Hoffe die geben bald ein Statement ab. Wie man so schön sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zudem glaube ich nicht dass sich die Aktie so schnell erholen wird. Also doch ein schnäppchen für die Bank.

 

marabu
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Hände weg von Bankaktien!

Für mich sind diese seid einigen Jahren ein No Go. Ich habe als letztes UBS rund um die 20 Franken verkauft - mit gutem Gewinn. Auf Grund der überrissenen Boni habe ich dann die Hände davon gelassen. Es ist eine Schande, dass sich die Kräfte gegen diese falsche Politik des Risikogamblings mit Blick auf die Boni nicht durchsetzen konnten. Aber so lange nur die Aktionäre die leidtragenden dieser Spekulationsmaschinen sind - who cares?

Unser System ist nur noch krank. Stellt Euch vor was geschieht, wenn die Staatsanleihen, welche bekanntlich von Banken bis zu einem gewissen Prozentsatz gehalten werden (müssen?), plötzlich ins Trudeln geraten! Schaut Euch nur die Schuldenquote von Griechenland, Italien, Frankreich und Spanien an! Aber solange so viele im Glauben des dauernden Anstiegs der Aktienmärkte durch die Gegend taumeln, geht das Spiel wohl noch weiter...

mueret00
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Seltsamer Fokus auf das

Seltsamer Fokus auf das Aktienrückkaufsprogramm, wenn die Bank demnächst eine KE benötigt, um überhaupt noch als Bank wirtschaften zu können. Sorry: aber ich kann doch nicht jahrelang meinen eigene Dividende überhaupt erst über KEs einzahlen? Oder zuschauen, wie mehrheitlich durch Verkauf Bankeigener Gebäude überhaupt erst Gewinn erzielt wird.

Wer immer CS jahrlang die Treue hielt und sozusagen von 100 CHF auf 10 CHF runterrutschte: Irgendwo kann man Aktionären auch eine gewisse Blödheit attestieren. Kann ich mir selbst übrigens auch: Als Thiam reinkam, dachte ich, ja, da ändert sich jetzt etwas. Bei 20 rein, bei 18 raus, bei so um 12 wieder rein. Und während der Pandemie habe ich bei 8.80 zugekauft, weil ja Gottstein einer von uns ist - falsch - er ist einer von den ewiggleichen Schnöseln. Nach - und ich bin da froh - Greensill habe ich den ganzen Plunder bei 11.90 geschmissen. WEIL SIE ES NICHT MEHR LERNEN!

Trotzdem: der Kollege, der "Hände von Bankaktien" schreit: falsch liegst Du nicht, aber es gibt ein Dutzend Regionalbank-Aktien, die man problemloser kaufen kann. Hoffentlich. Der Punkt ist der: mit steigenden Zinsen sollte das Bankpack mehr Gewinn erwirtschaften. Aber eben: nicht einen Banktitel kaufen. Man sollte schon diversifizieren. (Ich hatte übrigens auch GAM... bin dort bei 8 raus und fasse diese A*geigenaktie auch nie mehr an). Ich habe insofern 2 Schweizer Regionalbanken und bin über ETFs noch in ein paar Europäische Banken investiert.

Bei CS und UBS hätte ich keine Hoffnung. Mehr Gewinn verleitet zu Dummheiten.

Bei UBS und CS kommt halt noch hinzu, ob man überhaupt ethisch vertreten kann, diese Banken zu unterstützen. Steuerhinterziehung sollte eigentlich vorbei sein? Ist es nicht. Sieht man ja an der UBS. Und währenddessen ich versuche, ein grünes Depot aufzubauen, erwirtschaften unsere dämlichen Grossbanken eine grossen Renditeanteil mit Umweltzerstörung und Wetten auf Nahrungsmitteln.

Das einzige, was für die Grossbanken spricht ist die Big-To-Fail-Direktive. Mein Gott, man kann Aktien halten und ist vor dem Totalverlust abgesichert. Bloss: bei jeder Aktie kann es maximal 100% runtergehen, aber nach oben gibt es keine Limiten. Bei Banken aber EBEN SCHON.

Meine CS-Aktien habe ich zu 25% mehr Nestlé, neu Coltene und neu Valiant umgewandelt. Nestlé ist weit besser geführt und tausendfach innovativer. Deren Dividende kommt bestimmt rein und wird von Jahr zu Jahr erhöht.

Bei Banken geht's ein paar Jahre gut, dann kommt irgendein Problem. Und dann fehlen wieder Mia. Mir ist das mittlerweile zu unseriös. Ich bin bei CS und UBS bis zum Lebensende vollständig raus. 

 

nachtfalter
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Rechnung

Verweigern die Eigentümer die Décharge, dann bleiben die CS-Verwaltungsräte, allen voran der scheidende Präsident Urs Rohner, am „Haken“. Sie könnten von den Aktionären mit Verantwortlichkeits-Klagen belangt werden und müssten für den Schaden geradestehen.

Dagegen sind sie versichert. Und doch könnte am Ende noch eine Rechnung ins Haus flattern. Dann nämlich, wenn die letzten Vergütungen gestoppt würden.

Quelle: IP

CARPE NOCTEM

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Credit-Suisse-Grossaktionär

Credit-Suisse-Grossaktionär David Herro nennt Krise «Weckruf»

Für David Herro müssen die zu erwartenden Verluste der Credit Suisse zu tiefgreifenden Änderungen in der Unternehmenskultur und der Aufsichtspraxis führen.

01.04.2021 06:30

"Die Kontrolle des Risikos ist immer noch nicht dort, wo sie sein sollte", sagte  David Herro, CIO des Grossaktionärs Harris Associates, in einem Interview mit Bloomberg TV am Mittwoch. "Hoffentlich ist dies ein Weckruf, den Kulturwandel zu beschleunigen, der in diesem Unternehmen erforderlich ist."

Der angerichtete Schaden könne zwar repariert werden, sagte Herro im Gespräch. Doch wenn die notwendigen Änderungen nicht kommen, werde Harris Associates - zusammen mit BlackRock, dem Emirat Katar und dem norwegischen Staatsfonds einer der grössten Aktionäre - seine Investition erneut prüfen.

"Wenn wir glauben, dass das Managementteam in Zukunft keinen Wert mehr produzieren kann, dann werden wir die Aktie verkaufen", sagte Herro. "An diesem Punkt sind wir bei der Credit Suisse derzeit nicht."

Kritik an Rohner

Die Credit Suisse muss mit Milliardenverlusten im Zusammenhang mit dem Hedgefonds Archegos rechnen, sagen Personen mit Kenntnis der Angelegenheit. Gleichzeitig ist die Bank immer noch mit den Auswirkungen des Zusammenbruchs von Greensill Capital beschäftigt.

Für Herro ist Bankchef Thomas Gottstein, der letztes Jahr das Ruder übernommen hat, immer noch die richtige Person für den Job. Seine Hauptkritik richtet sich gegen den ausscheidenden Verwaltungsratsvorsitzenden Urs Rohner, und er rief die Bank auf, sich zu trennen von "den Menschen, die verantwortlich sind für eine Kultur, in der Risiko und Rendite nicht im Einklang stehen". Rohner "ist seit 10 Jahren an der Spitze dieser Organisation, unter ihm ist all das passiert", sagte Herro. "Ich wünschte, der Verwaltungsrat hätte ihn früher entfernt."

Grossbank - CS-Grossaktionär fordert laut Medienberichten Lohnverzicht für Urs Rohner https://t.co/lsai7N8XQM pic.twitter.com/6zY5T9Mif4

— cash (@cashch) March 30, 2021

Herro nannte es "umsichtig", dass die Bank ihr Aktienrückkaufprogramm unterbricht. In einem anschliessenden Interview mit Bloomberg Radio ging er auch auf die Möglichkeit ein, dass sich Credit Suisse und der heimische Rivale UBS zusammenschliessen. "Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen muss man sich fragen, ob man diesen Investmentbanken kritische Masse geben kann, indem man sie zusammenführt", sagte er.

(Bloomberg)

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Andrea2020
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Wenn's denn stimmt:

Überraschendes weiss Analyst Amit Goel von der britischen Barclays zu berichten. Wie er schreibt, hat die Credit Suisse auch nach dem letzten Montag noch während drei Tagen eigene Aktien zurückgekauft. Und zwar so umfangreich wie noch nie in diesem Jahr. Goel ist überzeugt, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) oder die Finma bestimmt eingeschritten wären, hätte das die Nachrichtenlage erforderlich gemacht. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Barclays-Analyst die Papiere der Grossbank erst im Februar mit einem Kursziel von 14 (zuvor 12,50) Franken von "Equal-weight" auf "Overweight" heraufgestuft hat.

Q:Cashinsider

 

Wäre interessant, wie genau denn die beiden Institutionen "eingeschritten" wären? Nun der Salat ist angerichtet: Es sieht so aus, dass versucht wird die 10 zu halten vor Ostern. Gute Rückkaufgelegenheiten*kiss2*im Eigenhandel

"Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung führt"

Elias
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CS schüttet Geld aus Greensill-Fonds aus

CS schüttet mehr Geld aus Greensill-Fonds aus

Die Grossbank will von Anfang bis Mitte April weitere Barmittel an die Anleger in den vier zusammen mit Greensill betriebenen und sich in Abwicklung befindlichen Fonds auszahlen.

(AWP) Die Grossbank Credit Suisse (CSGN 10.11 +2.05%) will den Investoren in die Greensill-Fonds zwischen Anfang und Mitte April eine weitere Auszahlung ausrichten. Die Grossbank erwartet laut einem Schreiben, im Liquidationsprozess über die Zeit eine «Mehrheit» der Fondsinvestitionen zurückzuerhalten.

Die vorhandenen Barmittel in den vier «Lieferketten-Finanzierungsfonds» belaufen sich derzeit auf 1,5 Mrd. $, wie einem Schreiben an die Investoren zu entnehmen ist, dass der Nachrichtenagentur AWP vorliegt. Mitte März hatte CS-CEO Thomas Gottstein die Barmittel noch auf 1,25 Mrd. $ beziffert. Die CS hat bisher 3,1 Mrd. $ der Fondsvermögen von ursprünglich rund 10 Mrd. $ an die Investoren zurückgezahlt.

Die Bank will nun ausser der ordentlichen Liquidation auch auf weitere Mittel zur Rückerlangung der Mittel zurückgreifen. Das schliesse auch mögliche rechtliche Schritte ein, schreibt sie in der Investorenmitteilung ausdrücklich. «Wir werden weiterhin andere Optionen verfolgen, um die Rückführung von Barmitteln an die Investoren zu beschleunigen», heisst es.

Handelsaufnahme für vier Fonds

Derweil soll für vier Fonds, die ihrerseits in die Greensill-Lieferketten-Fonds investiert hatten, am kommenden Mittwoch wieder der Handel aufgenommen werden. Die CS hatte Anfang März für diese Fonds die Zeichnung respektive die Rücknahme von Anteilen suspendiert. Es handelt sich um den «CS (Lux) Multi Strategy Bond Fund», den «CS (Lux) Multi Strategy Alternative Fund», den «CS (Lux) Qatar Enhanced Short Duration Fund» und den «CS (Lux) Institutional Target Volatility Fund EUR».

Damit eine Bewertung der Fondsanteile wieder möglich wird, soll nun der illiquide Teil separiert und in sogenannte «Seitentaschen» eingebracht werden. Dafür erhalten die Kunden separate Anteile. Die «Seitentaschen» sollen über die Zeit liquidiert werden und die Einnahmen an die Investoren ausgerichtet werden.

 

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CS schreibt Quartalsverlust

CS schreibt Quartalsverlust und kürzt Dividende - Top-Manager treten ab

Der Credit Suisse kommen die Affären der letzten Wochen teuer zu stehen. Die Grossbank stellt für das erste Quartal einen Vorsteuerverlust in der Höhe von 900 Millionen Franken in Aussicht.

06.04.2021 07:30

Risikochefin Lara Warner und Investment Bank-Chef Brian Chin verlassen die CS. Die Boni der Konzernleitung werden gekürzt. Der erwartete Vorsteuerverlust von 900 Millionen schliesse eine Belastung von 4,4 Milliarden aus der Pleite eines US-Hedgefunds ein, wie die Bank am Dienstag mitteilt. Im ersten Semester 2020 hatte die CS noch einen Reingewinn von 1,3 Milliarden erzielt, für das ganze Jahr 2020 lag das Plus bei 2,7 Milliarden Franken.

Credit-Suisse-Debakel um Archegos kostet mehrere Top-Manager Posten

Investment Bank-Chef Brian Chin stolpert nun über das Debakel. Neben dem sehr hohen Engagement der Bank bei einem einzelnen Investor war auch kritisiert worden, dass die CS nach dem Zusammenbruch von Archegos später als die meisten anderen involvierten Banken die Wertpapiere verkauft hatte, die als Sicherheit für die Kredite hinterlegt waren. Wegen der langsameren Reaktion dürfte die CS deutlich höhere Verluste als andere Banken erlitten haben. Vergangene Woche hatte die zweitgrösste Schweizer Bank mitgeteilt, ein bedeutender US-Hedgefonds sei den Margenforderungen der CS und einiger anderer Banken nicht nachgekommen. Der Verlust wegen des Rückzugs aus den Positionen könne "sehr bedeutend" sein, hiess es damals Laut übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich um den Archegos-Fonds des Investors Bill Hwang.

Risikochefin Lara Warner ist zudem nicht erst seit dem milliardenschweren Darlehen an den Hedgefund Archegos in die Kritik geraten. Ihre Rolle war bereits wegen des Engagements der CS mit der inzwischen insolventen Greensill Capital hinterfragt worden. So hatte sie offenbar noch im letzten Herbst persönlich einen Kredit über 140 Millionen Dollar an Greensill Capital genehmigt.

Sowohl Lara Warner wie auch Brian Chin waren noch Gewinner einer Reorganisation des Unternehmens im vergangenen Sommer durch CEO Thomas Gottstein gewesen. So hatte Chin durch die Zusammenführung der Investment-Banking-Einheiten eine stärkere Stellung erhalten. Warner sollte als "Group Chief Risk and Compliance Officer" alle Kontrollaufgaben aus einer Hand abstimmen.

Auch die Kompensation für die Geschäftsleitung soll tiefer ausfallen als ursprunglich beantragt. Der Verwaltungsrat zieht seinen Vorschlag an die Generalversammlung für die Boni zurück. Auch VR-Präsident Urs Rohner muss eine tiefere Entlöhnung hinnehmen. Er soll seinen "Chair fee" in Höhe von 1,5 Millionen Franken nicht erhalten.

Geändert wird auch der Dividendenvorschlag. Die Aktionäre sollen nun noch eine Dividende von 10 Rappen erhalten statt der ursprünglich vorgeschlagenen 29,17 Rappen. Die Entlastung der Verwaltungsrats wird nicht an der GV traktandiert.

(AWP)

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Geschasste CS-Risiko-Chefin

Geschasste CS-Risiko-Chefin Warner schaltet bekannte Anwaltskanzlei ein

Die von CEO Thomas Gottstein gefeuerte oberste Risikochefin Lara Warner hat laut Medienberichten eine bekannte Anwaltskanzlei engagiert. Es geht offenbar auch um Boni-Auszahlungen.

11.04.2021 18:26

Die "SonntagsZeitung" schreibt, dass die wegen der beiden Krisen gefeuerte Risikochefin Lara Warner eine bekannte Anwaltskanzlei engagiert habe. Gemäss dem Blatt verlief ihr Ausscheiden nicht geräuschlos. Das Ex-Geschäftsleitungsmitglied habe sich zur Wahrung ihrer Rechte eine Anwaltskanzlei genommen. Dabei handle es sich um die Kanzlei Quinn Emanuel, die bereits mehrere Verfahren gegen die Credit Suisse angestrengt habe.

Warner sitze auf rund 8 Millionen Franken an gesperrten Boni - die Chancen dürften nicht allzu schlecht stehen, dass ihr dieses Geld ausbezahlt werden müsse, spekuliert das Blatt. Warner reagierte laut dem Bericht nicht auf eine Anfrage der SonntagsZeitung. Die Credit Suisse lehnte ebenfalls eine Stellungnahme ab.

Rechtliche Auseinandersetzungen mit gefeuerten Topkadern dürften ohnehin das kleinere Übel sein für die Grossbank, glaubt die Zeitung. Grössere Gefahr gehe von Prozessen aus, die Kunden wegen Verlusten mit Greensill anstrengen könnten. Bisher hat die Grossbank noch keine Rückstellungen wegen des Fondsflops vorgenommen. Das dürfte sich in den nächsten Monaten ändern.

(AWP/cash)

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Credit Suisse kürzt Boni für

Credit Suisse kürzt Boni für Belegschaft um mehrere Hundert Millionen

Nach dem Milliardenverlust durch die Archegos-Pleite streicht die Credit Suisse die Boni für ihre Mitarbeitenden um mehrere Hundert Millionen Dollar.

12.04.2021 22:22

Das berichtet die "Financial Times" (Online) am Montagabend unter Berufung auf Kreise. Die Einschnitte sollen demnach in der kommenden Woche mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen kommuniziert werden. Die Kürzungen würden langjährige Mitarbeitende härter treffen als Junioren, da hier der Bonus-Anteil am Gehalt grösser sei, wird ein Investmentbanker in dem Artikel zitiert.

Der Hedgefonds Archegos des US-Investors Bill Hwang war Ende März zusammengebrochen, nachdem dieser Margenanforderungen für seine Swap-Geschäfte nicht mehr erfüllen konnte. Die CS musste in der Folge eine Belastung von 4,4 Milliarden Franken verbuchen und ist im ersten Quartal in die roten Zahlen gefallen. Auch weitere Banken erlitten wegen der Archegos-Pleite grosse Verluste.

(AWP)

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Credit Suisse Schweiz

Credit Suisse Schweiz nominiert Christian Gellerstad für den Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat der Credit Suisse Schweiz schlägt Christian Gellerstad zur Wahl in den Verwaltungsrat vor. Er soll Urs Rohner ersetzen, der durch seinen Rücktritt als Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse Group auch aus dem Gremium der CS Schweiz ausscheiden wird.

13.04.2021 07:17

Gellerstad ist laut einer Mitteilung der CS vom Dienstag Vermögensverwaltungsexperte mit über zwanzigjähriger Erfahrung im Schweizer Private-Banking-Geschäft. Er sei lange in verschiedenen Rollen bei der Pictet Group tätig gewesen, zuletzt als CEO Pictet Wealth Management. Seit 2019 gehört er bereits dem Verwaltungsrat der Credit Suisse Group an, wo er sich ebenfalls zur Wiederwahl stellt. Die Wahl findet anlässlich der Generalversammlung am 30. April 2021 statt.

tv/uh

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CS zahlt weitere 1,7

CS zahlt weitere 1,7 Milliarden an Greensill-Fondsinvestoren aus

(Zusammenfassung) - Die Credit Suisse vermeldet Fortschritte bei der Liquidierung der "Greensill"-Fonds und schüttet den Fondsanlegern weitere 1,7 Milliarden Dollar aus. Weiterhin bleibt ungewiss, wie viel Geld die Investoren schlussendlich zurückerhalten.

13.04.2021 14:50

Einschliesslich einer früheren Auszahlung hat die Credit Suisse damit bisher 4,8 Milliarden Dollar an die Investoren der mit der britischen Greensill Capital erstellten "Lieferketten-Finanzierungsfonds" ausgeschüttet, wie die CS am Dienstag mitteilte. Vor dem Entscheid zur Aussetzung und Liquidierung der Fonds von Anfang März lag der Wert der Fonds noch bei rund 10 Milliarden Dollar.

Weitere Rückzahlungen

Seit Anfang März habe die CS aus den Forderungen der "Lieferketten-Finanzierungsfonds" 2,0 Milliarden Dollar eingenommen, heisst es in der CS-Mitteilung. Einschliesslich der schon ausgeschütteten Mittel betrage die Gesamtliquidität damit 5,4 Milliarden Dollar.

Das CS Asset Management arbeite nun weiterhin an der "Festlegung und Umsetzung von Massnahmen", um Rückzahlungen sicherzustellen. Liquidationserlöse würden so bald wie möglich an die Anleger ausgezahlt.

Nächste Informationen Ende Monat

Die Grossbank ist bei ihren Bemühungen laut eigenen Angaben im "aktiven Austausch" mit den Insolvenzverwaltern der insolventen Greensill Capital. Zudem gehe sie offenbar auch direkt potenziell säumige Schuldner und Gläubiger der Fonds an. Geltend gemacht würden auch Ansprüche aus Versicherungspolicen. Es bestehe jedoch "eindeutig ein hohes Mass an Unsicherheit" über die Beträge, die letztendlich an die Fondsanleger ausgeschüttet werden könnten.

Weitere Informationen über die Fortschritte werde die Bank "zu gegebener Zeit" zur Verfügung stellen, so die CS. "Wir beabsichtigen, bis Ende April 2021 über die weiteren Fortschritte in dieser Angelegenheit zu informieren." Darüber hinaus werde man bei Bedarf "geeignete rechtliche Schritte" in Betracht ziehen, um die Interessen der Fondsanleger zu wahren.

Milliardenausstände von Gupta

In einer neuen Information an die Investoren, welche AWP vorliegt, wird die Zusammensetzung der Ausstände dabei etwas näher beziffert. Gemäss den Angaben wird sich die CS bei ihren Bemühungen zur weiteren Rückerlangung der Fondsmittel vor allem auf Forderungen in Höhe von rund 2,3 Milliarden Dollar fokussieren.

Diese "Fokus-Gebiete" in den Portfolios der Fonds umfassen zum einen Forderungen an Schuldner, deren finanzielle Situation fraglich ist. Des weiteren gehe es um "komplexe rechtliche Situationen" mit einem Prozesspotenzial oder auch um Situationen rund um einen Bankrott.

Hohe Ausstände gegenüber den vier CS-Fonds hat insbesondere das das Stahlkonglomerat GSG Alliance des Industriellen Sanjeev Gupta mit rund 1,2 Milliarden Dollar. Hohe Forderungen gibt es auch gegenüber dem US-Kohleunternehmen Bluestone Resources (690 Millionen Dollar) und gegenüber dem US-Bauunternehmen Katerra (440 Millionen Dollar).

Forderungen gebündelt

Die CS-"Lieferketten-Finanzierungs-Fonds" investierten in Forderungen von Zulieferern an Unternehmen: Statt auf die Bezahlung einer Lieferung zu warten, verkauften die Lieferanten die Forderung mit einem Abschlag an Greensill Capital. Die inzwischen insolvente Greensill bündelte solche Forderungen und brachte sie in die "Supply-Chain-Finance"-Fonds ein.

Neben der Affäre um die Greensill-Fonds steht die zweitgrösste Schweizer Bank auch wegen dem Zusammenbruch des Hedgefunds Archegos unter Druck. Die CS bezifferte den Verlust wegen Archegos auf 4,4 Milliarden Franken und hat für das erste Quartal einen Vorsteuerverlust angekündigt.

tp/yr

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Glass Lewis will Credit

Glass Lewis will Credit-Suisse-Verwaltungsrat Gottschling abwählen

Der Stimmrechtsberater Glass Lewis hat sich gegen die Wiederwahl von Andreas Gottschling in den Credit-Suisse-Verwaltungsrat ausgesprochen. Den Aktionären wäre mit neuen Vorsitzenden des Risiko-Ausschusses im Verwaltungsrat besser gedient, hiess es in einer am Dienstag vorliegenden Mitteilung von Glass Lewis. Damit könne ein Beitrag geleistet werden, um das Vertrauen der Aktionäre in die Schweizer Grossbank nach den jüngsten Fehlschlägen wiederherzustellen.

13.04.2021 12:51

(AWP)

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