Asien steigt zur reichsten Region auf: Vermögensverwalter gefordert

Das globale Wachstum der privaten Vermögen kam im Jahr 2015 ins Stocken. Der Global Wealth Report 2016 der Boston Consulting Group (BCG) zeigt auf, dass Vermögensverwalter ihre Strategien ändern müssen, um in Zukunft zu wachsen. Die Schweiz hebt sich als Offshore-Zentrum sowie als Land mit der höchsten Millionärsdichte hervor.
08.06.2016 17:21

Global stiegen die privaten Vermögen im Jahr 2015 um 5.2% auf 168 Billionen US-Dollar. Im Vorjahr lag die Wachstumsrate noch bei 7%. Das Vermögenswachstum generierte sich im Jahr 2015, nicht wie in anderen Jahren aus der guten Performance des bestehenden Vermögens, sondern aus einem erhöhten Einkommen der Haushalte. Um künftig Wachstum verzeichnen zu können, müssen sich die Strategien der Vermögensverwalter ändern.

Asien-Pazifik wird 2020 vermögendste Region
Dem globalen Trend widerspricht der Raum Asien-Pazifik. Wie auch in vorherigen Jahren verzeichnete die Region Asien-Pazifik das deutlich grösste Wachstum (13%). Auch für die Zukunft sieht BCG das grösste Wachstumspotenzial in dieser Region. Gemäss ihren Prognosen wird Asien-Pazifik, zusammen mit Japan, Nordamerika bis 2020 und Westeuropa bereits 2017 überholt haben.

Obschon Indien und China eine Zunahme an Millionären verzeichnen, bleiben die Schweiz und Liechtenstein die Länder mit der höchsten Dichte an Millionären. Global stieg die Anzahl an Millionärshaushalten um 6%. Bis 2020 werden Millionärshaushalte mehr als die Hälfte (52%) des globalen Vermögens halten.

Schweiz bleibt das grösste Offshore-Zentrum
Private Offshore Vermögen wuchsen 2015 um 3% auf fast 10 Billionen US-Dollar. Hong Kong und Singapur hatten den grössten Zuwachs mit 10%. Dennoch bleibt die Schweiz mit rund einem Viertel der globalen Offshore-Vermögen weiterhin die wichtigste Destination im Offshore Bereich. BCG glaubt, dass sich daran bis 2020 nichts ändern wird. Dies verdanke die Schweiz seiner hochwertigen Qualität, dem diversifizierten Produktangebot, der politischen Stabilität und dem Schweizer Franken als Safe Haven Währung.

Drei entscheidende Faktoren in der Vermögensverwaltung
In Zukunft werden gemäss BCG drei Trends künftig die Vermögensverwaltung bestimmen: strengere Regulierung, digitale Innovation und ein Wandel im traditionellen Kundensegment. Vermögensverwalter müssen die Transparenz ihrer Produkte, Preise und Prozesse verbessern. Durch eine erhöhte Regulierung steigen jedoch auch die Gebühren und Kosten für die Vermögensverwaltung. Auch der technologische Fortschritt ändert die Regeln der Vermögensverwaltung. 97% aller von BCG befragten Unternehmen planen in digitale Kapazitäten zu investieren und 64% von davon glauben, dass diese Kapazitäten der Schlüsselfaktor für die nächste Generation von Vermögenskunden ist. Diese nichttraditionellen Kunden versuchen Vermögensverwalter heute nach traditionellen Rahmenbedingungen zu betreuen. Speziell im Kundensegment mit einem Vermögen zwischen 20 und 100 Millionen US-Dollar brauche es eine Neuorientierung. Denn das Kundenbedürfnis nach Diversifikation bei gleichzeitig hoher Anlagesicherheit ist in diesem Segment besonders hoch. 79% aller befragten Institutionen betreuen diese Kunden daher schon heute mit spezialisierten Teams.


Lesen Sie hier den vollständigen BCG Global Wealth Report 2016 (PDF, Englisch).

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
Verpassen Sie keine News aus der Fondsbranche. Fondstrends.ch liefert Ihnen wöchentlich die Zusammenfassung der Nachrichten und informieren Sie über Sesselwechsel und wichtige Veranstaltungen. Hier abonnieren