Asset Manager in Gefahr

Gemäss einer Studie der Managementberatungsfirma Bain werden viele Asset Manager die nächsten Jahre mit sinkenden Margen nicht überleben.
03.08.2018 22:34

Gemäss einer Studie der Firma Bain hat die Asset-Management-Branche ein Rentabilitätsproblem. Matthias Meminger, Partner bei Bain, sagt gegenüber der NZZ: "Die Vermögensverwalter haben lange Zeit vom Boom des billigen Geldes und von der Zunahme des Wohlstands in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitiert." Diese Zeiten sind nun vorbei und die Branche steht vor grossen Herausforderungen.

Gefahren unterschätzt
Gemäss der Studie wird bis 2022 der Ertrag pro verwaltetem Euro oder Franken im Schnitt jedes Jahr um 7% fallen. Somit werden auch die verwalteten Vermögen langsamer wachsen. Dies führt zu steigenden Kosten und sinkenden Gewinnen. Das stellt vor allem kleine und mittelgrosse Vermögensverwalter, die sich nur minimal von der Konkurrenz unterscheiden, vor Probleme. Ausserdem zeigt die Studie, dass sich viele Vermögensverwalter nicht richtig positioniert haben und in Gefahr laufen im "Tal des Todes" zu landen. Um dies zu vermeiden empfiehlt Bain entweder auf eine Volumen- oder Nischenstrategie zu setzen.

Die Volumenstrategie unterscheidet zwischen passiven und aktiven Mitspielern. Wie Memminger gegenüber der NZZ erklärt, hat in der Schweiz kein Anbieter die Grösse, um sich als passiver Skalen-Player zu positionieren. In Europa habe man den Siegeszug der ETF verpasst oder gänzlich falsch eingeschätzt. Deshalb wurde die Marktführerschaft von Anbietern wie Blackrock oder Vanguard, welche den Trend frühzeitig erkannt haben, übernommen. Ihnen gelingt es, ihre Kosten auf eine breite Basis an passiven Vermögen zu verteilen und dadurch eine hohe Profitabilität zu erzielen.

Aktive Volumenstrategie: Die Billion als Ziel
Die aktive Volumenstrategie erfordert das Know-how der Anlagespezialisten der Asset Manager. Dabei sind Fusionen und Übernahmen ein effektives Mittel, um die Expertise zu erweitern und gleichzeitig die Kosten zu reduzieren. Der Zusammenschluss der Fondsgesellschaften Amundi und Pioneer, von Henderson und Janus sowie Aberdeen und Standard Life hat zu Gesellschaften geführt die über 1000 Mrd. Euro verwalten und deshalb Skaleneffekte ausspielen können. 

Gemäss Bain sind für deutsche, französische und Schweizer Banken Zusammenschlüsse eine mögliche Lösung. Wie Memminger gegenüber der NZZ sagt, würde es dabei eher zu Joint-Ventures kommen. Es seien zu wenig flüssige Mittel vorhanden um als Käufer auftreten zu können.

Erfolgversprechend für Unternehmen, die eine Nischenstrategie wählen, seien gemäss Memminger Themenfonds. In diesem Bereich gelten RobecoSam sowie Nordea Asset Management als gute Beispiele.

Mehr Infos zur Studie von Bain finden Sie hier.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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