Barach bricht Lanze für US-Hypothekenmärkte

Phil Barach, Manager des Nordea 1 US Total Return Bond Fund, erwartet im ersten Halbjahr 2017 keine Zinserhöhung durch das FED.
26.01.2017 08:35

Bondanleger auf der Suche nach Rendite haben heute nur wenige Möglichkeiten: Entweder sie weichen in risikoreiche Segmente aus - oder sie investieren in den USA. Während in Europa die EZB die Zinsen im Keller hält, sind die US-Zinsen am langen Ende gestiegen und die 30-jährigen US-Treasuries überschritten Mitte Januar die 3%-Marke.

Für Phil Barach, Mitgründer der US Boutique DoubleLine und Manager des Nordea 1 US Total Return Bond Fund, sind die Vorteile gegenüber den europäischen Märkten so eklatant wie seit Jahrzehnten nicht mehr, wie er an einer Präsentation in Zürich ausführte: "Die Spreads von 10-jährigen US-Treasuries stehen im Vergleich zu Bunds bei knapp 2,5% und damit auf dem höchsten Stand seit 1989". Barach empfiehlt allerdings, statt in Treasuries in US-Hypothekenanleihen (MBS) zu investieren: "Die Renditen sind für vergleichbare Bonitäten rund ein Prozentpunkt höher." Den Corporate Sektor würde er meiden: "Unternehmen haben sich angesichts der tiefen Zinsen bis unters Dach verschuldet. Es würde mich nicht wundern, wenn der nächste Crash bei Corporate Bonds passieren würde."

Zudem offeriere der MBS Markt zwei unterschiedliche Segmente: Der Agency Markt ist staatlich garantiert, während im Non Agency Markt Banken MBS ausgeben, bei denen die Ausfallrisiken aber im Gegensatz zu anderen Anleihemärkten eingepreist sind. Die Segmente reagieren deshalb unterschiedlich: Agency MBS haben Rückzahlungs- und Zins-, aber keine Zahlungsunfähigkeitsrisiken; hingegen sind Non Agency MBS mit Kreditrisiken, aber kaum mit Zins- und Rückzahlungsrisiken konfrontiert. In Kombination können sie sowohl bei steigenden wie auch fallenden Zinsen einen positiven Ertrag generieren. Zudem habe die Vergangenheit gezeigt, dass die US Hypothekenmärkte in Niedrigzinsphasen jeweils gut abgeschnitten hätten.

Barach erwartet für 2017 steigende Inflationsraten in den USA: "Wir gehen davon aus, dass die Inflation im Frühjahr 2,5% erreichen wird. Haupttreiber sind die Rohstoffpreise und die Kosten fürs Wohnen, die angestiegen sind." Weiterer Druck komme von den Löhnen, die ebenfalls zugenommen haben. Barach erwartet aber keine Zinserhöhung durch das FED vor Juli: "Für das ganze Jahr rechnen wir mit höchstens zwei kleinen Schritten nach oben."

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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