"Brexit": Mehrheit befürchtet negativen Einfluss auf britische Assets

Ein "Brexit" hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit einen negativen Einfluss auf britische Aktien, Bonds und andere Assets sowie auf das Pfund Sterling. Dies ergab eine weltweite Umfrage mit 1’750 Mitgliedern von CFA Institute, wovon 75% ausserhalb Grossbritanniens domiziliert sind.
17.06.2016 11:51

71% der Umfrageteilnehmer meinen, dass britische Portfolios generell im Falle eines Brexits über ein Jahr gesehen negativ beinflusst würden, 16% befürchten sogar sehr negative Auswirkungen. 8% sind jedoch optimistisch und erwarten positive Effekte.

Spezifisch nach dem britischen Aktienmarkt befragt, befürchten 81% über drei bis sechs Monate negative Auswirkungen. 39% sehen sogar einen markanten Einbruch. 12% prognostizieren steigende britische Aktienkurse. 78% glauben, dass sich das Pfund Sterling gegenüber einem handelsgewichteten Währungskorb um mehr als 5% abschwächen könnte, 19% warnen vor einer Abschwächung um mehr als 10%. 8% erwarten eine stärkere britische Währung im Falle eines Brexits. 69% meinen, dass der Spread der 30-jährigen britischen Staatsanleihen gegenüber den Deutschen Bunds anziehen wird. 26% denken, dass sich der Spread um 10 bis 20 Basispunkte erhöht, 21% gehen von einer Erhöhung um mehr als 20 Basispunkte aus. 10% glauben, dass sich der Spread verengt.

Zu den Auswirkungen eines Brexits auf die Schweiz meint Christian Dreyer, CFA, Chief Executive von CFA Switzerland: „Die Finanzmärkte scheinen in den letzten Tagen einen allfälligen Brexit teilweise eingepreist zu haben. Die realen Auswirkungen eines Brexit sind jedoch offen und stark abhängig von den Verhandlungsergebnissen nach einem allfälligen Austrittsentscheid. Naheliegend scheint, dass der Finanzplatz London als Produktionsstandort für Asset Management-Dienstleistungen innerhalb der EU mindestens kurzfristig geschwächt würde, was die Verfügbarkeit von FInanzdienstleistungen reduzieren und Kosten erhöhen dürfte. Den traditionell stabilen Finanzplatz Schweiz dürfte dies nur über kurzfristig höhere Währungsvolatilität beeinträchtigen. Mittelfristig könnten wir in Grossbritannien einen einflussreichen Alliierten mit diversen gleich laufenden Interessen in den anstehenden EU-Verhandlungen finden.“

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
Verpassen Sie keine News aus der Fondsbranche. Fondstrends.ch liefert Ihnen wöchentlich die Zusammenfassung der Nachrichten und informieren Sie über Sesselwechsel und wichtige Veranstaltungen. Hier abonnieren