Das Jahr danach

Thomas Heller, CIO der Schwyzer Kantonalbank, denkt, dass die Rohstoffpreise die Talsohle erreicht haben. Steigen werden sie aber noch nicht.
08.01.2016 12:35

2015 ist vieles erstmals seit langer Zeit oder überhaupt zum ersten Mal passiert. Eine nicht abschliessende Aufzählung: Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses, das Anleihenkaufprogramm der EZB, die Zinswende in den USA, generell das Auseinanderdriften der Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks, Chinas Währungsabwertung. Es gab aber auch einige «Déjà-vus»: das dritte Rettungspaket für Griechenland, der neuerliche Zerfall der Rohstoffpreise, die anhaltende Dollarstärke oder der zaghafte Aufschwung in Europa, um nur einige zu nennen.

Was heisst das für «Das Jahr danach»? Die Ausgangslage und Fragestellungen für 2016 sind denjenigen von 2015 nicht unähnlich. Schaffen die USA die konjunkturelle sanfte Landung und gelingt der Eurozone der endgültige Sprung auf den Wachstumszug? Wie geht es in China weiter? Prägen die Notenbanken weiter die Konjunktur- und Marktentwicklung? Erhöht die US-Notenbank die Zinsen? Hält die Dollar-Stärke an? Unser Hauptszenario für 2016 basiert u.a. auf folgenden Annahmen:

  • Das globale Wachstum bleibt 2016 verhalten. Eine Stagnation oder gar Rezession droht jedoch nicht.
  • Auch 2016 wird man auf die Notenbanken zählen können.
  • Die US-Notenbank erhöht 2016 die Leitzinsen zwei Mal. Die Zinsen bleiben aber global trotz US-Zinswende tief.
  • Aktien machen keine grossen Sprünge.
  • Die Rohstoffpreise bleiben tief, haben aber die Talsohle erreicht.
  • Der US-Dollar wertet sich zum Euro und Schweizer Franken auf, der Franken schwächt sich zum Euro leicht ab.

Das ist im Grunde unspektakulär – verhalten positiv, nicht euphorisch, aber auch nicht pessimistisch. Die von China ausgehenden Turbulenzen zum Jahresauftakt verdeutlichen jedoch, dass auch Risiken lauern:

  • Eine stärkere Abschwächung Chinas, verbunden mit einer beschleunigten Abwertung der chinesischen Währung.
  • Europa stolpert in die nächste Konjunkturflaute, die USA stagnieren.
  • Ein weiterer Zerfall der Rohstoffpreise.
  • Schwellenländer brechen unter einer Kombination obiger Ursachen und Devisenabflüssen ein.

Für Thomas Heller, CIO der SZKB ist dies nicht das Hauptszenario, aber auch nicht auszuschliessen. Deshalb ist in diesem Jahr der Schlüssel zum Anlageerfolg rasch und flexibel auf plötzliche Veränderungen zu reagieren.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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