Daten sind Macht

Google, Amazon und Facebook nutzen die im letzten Jahrzehnt enorm gestiegene Computing Power, während die Banken im intelligenten Nutzen der ihnen zur Verfügung stehenden Daten hinterher hinken. Das Fintech-Forum der Finanz und Wirtschaft machte dies zum Thema.
10.10.2016 11:25

Beim vierten Fintech-Forum der Finanz und Wirtschaft wurde lebhaft über das Thema, "Wie und wie schnell wird künstliche Intelligenz die Finanzbranche verändern?" vorgetragen und diskutiert. Artificial Intelligence, Cognitive Computing oder Machine Learning sind die Buzz Words der Beteiligten.

Neue Services und Geschäftsmodelle werden entstehen und andere werden verloren gehen. In der Zwischenzeit sind bereits circa vier Milliarden US-Dollar weltweit an Krediten von Nichtbanken vergeben worden (Goldman Sachs Studie). Die Banken verlieren ihre Vermittler-Rolle und werden immer mehr verdrängt. 425 Basispunkte ist die typische Differenz an Betriebskosten zwischen einer traditionellen Bank und ihren Plattformen und den Peer-to-Peer-Lendern.

Kognitives Banking wird evolutionär der nächste Schritt sein. Davor gilt es jedoch einige Hürden zu nehmen. Das IBM Watson Center München hat kürzlich eine Umfrage mit über 2‘000 (800 in Europa) Banken und Finanzdienstleister durchgeführt. Nur gerade 11% der Befragten sind im Thema engagiert. Gründe dafür sind die Kosten, die fehlende IT und die Kompetenz im Bereich Cognitive Computing. Letzteres wird das Banking über drei Dimensionen transformieren: Erstens bei der Kunden Interaktion, bei der es darum geht, den gesamten Lebenszyklus des Kunden besser zu begleiten. Zweitens, bei der Aufbereitung der analytischen Erkenntnisse aus den vorhandenen Daten – nach dem Motto, "wenn das Unternehmen nur wüsste, was es alles weiss" und drittens bei der eigenen Unternehmenstransformation. Da sind Innovationen, veränderte Geschäftsmodelle und neu einzugehende Partnerschaften gefragt.

Bei der Paneldiskussion "Rahmenbedingungen für ein prosperierendes Fintech Ökosystem" wurden gerade bezüglich Fintech Start-ups deutliche Worte gesprochen. SP-Nationalrätin Jacqueline Badran erklärte unverblümt, dass hier die Legislative gefordert sei. Der Begriff Wirtschaft sei in der Schweiz, insbesondere in Hinblick auf die Besteuerung, auf die Grossunternehmen ausgerichtet. Dabei gehe es nicht um die Vermögenssteuer, als vielmehr darum, dass die Unternehmensanteile, die Mitarbeiter in Start-ups erhalten der Einkommenssteuer unterliegen und die Wertsteigerung dieser Anteile beim Exit erneut als Einkommen verrechnet werden. Dies stellt den Mitarbeiter schlechter als jeglichen reinen Investor oder Venture Capitalist. Es wird erwartet (entsprechende Vorlagen sind bereits im System), dass innerhalb der nächsten zwei Jahren entsprechende Änderungen ihren Weg ins Steuergesetz finden.

Abschliessend wurde der Swiss Fintech Award 2017 lanciert für den sich Start-ups ab sofort bis am 11. November bewerben können (www.f6s.com/swissfintechaward2017). Die Preisverleihung in den drei Kategorien "Early Stage Startup of the Year", "Growth Stage Startup of the Year" und  "FinTech Influencer of the Year" wird am 9. März in Zürich stattfinden. 

 

 

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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