Den Europäern fehlt es an Finanzwissen

Das Finanzwissen hat sich in Europa in den letzten zehn Jahren nicht verbessert, wie ein aktuelle Allianz-Studie zeigt. Die Schweiz rangiert an drittbester Stelle.
23.02.2017 22:37

Das Finanzwissen und die Fähigkeit, kluge finanzielle Entscheidungen zu treffen, haben sich bei den Europäern in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verbessert - trotz Finanzkrise und rekordtiefen Zinsen. Das zeigt eine von der Allianz in zehn Ländern Europas bei je rund 1000 Personen durchgeführte Studie. Die Schweiz rangiert zwar auf Platz 3, offenbart aber auch grosse Lücken vor allem im Wissen um Risiken. Am anderen Ende der Skala finden sich vor allem die südeuropäischen Länder.

Fast täglich treffen wir finanzielle Entscheidungen - sei es nun beim Einkauf im Supermarkt, bei der Wahl der richtigen Hypothek oder beim Sparverhalten. Viele Finanzgeschäfte erledigen wir mittlerweile sogar mit wenigen Klicks rund um die Uhr auf dem Tablet oder dem Smartphone. Die Auswahl an Finanzprodukten ist mittlerweile riesengross, gleichzeitig aber auch das Risiko. Auf der Basis einer guten finanziellen Grundbildung lassen sich viele Entscheidungen leichter und erfolgreicher treffen. Wieviel Geld erhalte ich nach 5 Jahren, wenn ich 100 Franken mit einer jährlichen Verzinsung von 2 Prozent anlege? Und wenn die Verzinsung 1 Prozent beträgt und die Inflationsrate 2 Prozent? Ist der Kauf von Aktien eines einzelnen Unternehmens eine bessere Anlage als die in einen breiter gestreuten Aktienfonds? Dies einige der Fragen aus de Studie. In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist das Wissen um Finanzen und Risiken noch am grössten. Frankreich, Portugal und Italien schneiden in Sachen finanzielle Grundbildung hingegen am schlechtesten ab, fand die Allianz Studie heraus.

Wenig Wissen über Finanzen und Risiken

Die Umfrage zeigt zudem, dass die Europäer trotz der stärkeren Verankerung von Finanzthemen in den Medien und im Alltag nach der Finanzkrise bedenklich wenig über Finanzen und Risiken wissen. Der Anteil richtiger Antworten zu finanziellen Grundfragen entsprach in etwa den Ergebnissen ähnlicher, zehn Jahre älterer Studien. In allen Ländern wurde deutlich, dass risikobezogene Konzepte am schwierigsten greifbar sind. Durchschnittlich beantwortete nur die Hälfte der Teilnehmer diese Fragen richtig. Zwischen den Ländern gab es jedoch viele Unterschiede. Am wenigsten verstanden die Befragten, was Risikostreuung bedeutet, obwohl dieses Konzept den meisten aus der Redewendung "Setze nicht alles auf eine Karte" bekannt sein dürfte.

Mangelndes Finanzwissen auch in der Schweiz

Der Studie zufolge reiht sich die Schweiz hinter Österreich und Deutschland auf dem dritten Platz ein, was finanzielles und risikobezogenes Wissen angeht. Etwa 60 Prozent der Schweizer Umfrageteilnehmer beantworteten alle grundlegenden Finanzfragen zu Themenbereichen wie Inflation, Zinsen oder Vorsorgelücken richtig.

Dennoch ist es Besorgnis erregend, dass nicht einmal jeder fünfte Schweizer umfassend über die Risiken informiert ist und die diesbezüglichen Fragen richtig beantworten konnte. So verstanden nur etwa 17 Prozent der Befragten das Prinzip von Risiko richtig - beispielsweise bei der Diversifikation von Finanzanlagen.

 

 

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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