Der Handelskonflikt zwischen USA und China eskaliert

Für Paul Flood sind die Reaktionen des Kapitalmarkts auf die angekündigten Strafzölle der US-Regierung übertrieben, die Turbulenzen dürften aber noch eine Weile anhalten.
11.07.2018 22:33

Schon wieder wurden die asiatischen Börsen und der US-Futures-Markt erschüttert, weil die US-Regierung angekündigt hat, auf Konsumgüter aus China im Wert von weiteren 200 Milliarden US-Dollar Strafzölle zu erheben. "Interessant ist, dass eine Reihe hochwertiger Produkte auf der Liste fehlen, so zum Beispiel Mobiltelefone – vermutlich um Apples iPhone-Absatz in China vor Vergeltungsmassnahmen zu schützen", vermutet Paul Flood, Portfoliomanager bei Newton, einer Boutique von BNY Mellon IM.

Als Folge fiel der S&P 500 Index am Dienstag nach Börsenschluss in einem Umfang, der einer Marktkapitalisierung von 24 Billionen US-Dollar entspricht, und die Börsen in Asien brachen über Nacht ebenfalls ein. Der Shanghai Composite Index fiel am Mittwoch, 11. Juli um zwei Prozent und die europäischen Aktienindizes lagen ebenfalls mehr als ein Prozent im Minus. "Diese Reaktion scheint aus meiner Sicht etwas übertrieben, betragen die Zölle doch nur einen Prozentsatz des angekündigten Warenwertes von 200 Milliarden US-Dollar", meint Flood.

Andererseits: Auch wenn es nur um 0,3 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes geht, so schlagen die Ankündigungen trotzdem überproportional auf die Kapitalmärkte durch, weil Investoren sich um eine Eintrübung des Geschäftsklimas und eine weitere Eskalation im Handelskrieg sorgen.

Flood prognostiziert: "Da keine Seite kompromissbereit scheint, dürften die Turbulenzen noch eine Weile andauern."

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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