Drei ungewöhnliche Marktindikatoren

GAM-Anlageexperten beschreiben ausgewählte Marktindikatoren, die nicht offensichtlich, aber dafür umso hilfreicher sind.
01.02.2016 09:05

Anleger richten sich in der Regel an Entscheidungen von Zentralbanken oder an der Publikation von Zahlen zum Wirtschaftswachstum aus. Aber erfolgreiches Investieren heisst, bereits vor solchen Ereignissen zu antizipieren, wohin die Welt sich dreht. Wie kann man das tun? Die Anlageexperten von GAM stellen drei Marktindikatoren vor, die als Hilfe dienen können.



‘Owners’ Equivalent Rent’-Index (USA)

Quelle: Bureau of Labor Statistics, Bloomberg, Daten per 14. Dezember 2015

Larry Hatheway, Leiter Multi-Asset Portfolio Solutions und Chefökonom:

"Die Kennzahl zur kalkulatorischen Miete für selbstgenutztes Wohneigentum (Owners’ Equivalent Rent) ist in den USA eine Komponente des Verbraucherpreisindex (CPI). Sie misst, was Hauseigentümer für ihr Haus zahlen müssten, falls sie es mieten würden. Allein diese Kennzahl macht 24 Prozent des gesamten Verbraucherpreisindex und über 30 Prozent des Kernindex aus. Dieser berücksichtigt weder Lebensmittel- noch Energiepreise und ist eine der bevorzugten Kennzahlen der US-Notenbank. Der ‚Owners’ Equivalent Rent‘-Index bietet damit eine entscheidende Voraussetzung für das Verständnis der geldpolitischen Dynamik in den USA und ist – zusammen mit Löhnen und Gesundheitsausgaben – einer der wichtigsten Indikatoren für einen Anstieg der Inflation."


‘CRB Rind’-Index

 

Quelle: CRB, Bloomberg, Daten per 14. Dezember 2015

Gianmarco Mondani, Fondsmanager, europäische Long/Short-Aktienstrategien:

"Der Commodity Research Bureau Raw Materials Index (CRB Rind) ist ein Massstab für die Preisbewegung von 22 Rohstoffen, deren Märkte in der Regel als Erste von konjunkturellen Veränderungen beeinflusst werden. Damit dient der Index als Frühindikator für bevorstehende Veränderungen der Geschäftsaktivität. Wenn Unternehmen keine Rohstoffe wie Kautschuk, Talg oder Kakao kaufen, deutet dies eindeutig auf eine Konjunkturabkühlung hin. In letzter Zeit ist der Index stark eingebrochen – das bedeutet nichts Gutes für das zukünftige Wachstum der Weltwirtschaft."


Kredite für Wertpapierkäufe in China

Quelle: Shanghai Stock Exchange, Shenzhen Stock Exchange, GAM, Daten per 8. Dezember 2015

Michael Lai, Fondsmanager, chinesische Aktien:

 

"An der Gesamtsumme der Aktienkredite – Margin Financing – lässt sich gut ablesen, wie spekulativ der chinesische Aktienmarkt ist. Das Kreditniveau erreichte im Juni einen Höchststand von 2,2 Bio. Yuan oder 10 Prozent des Streubesitzes des chinesischen Aktienmarkts. Im Vergleich zu Industriestaaten ist dies ein hoher Wert – in den USA betragen die gesamten Aktienkredite weniger als 2 Prozent des Streubesitzes. Ein erneut problematisches Niveau würde in China unseres Erachtens bei über 1,5 Bio. Yuan oder 7 Prozent erreicht. Die jüngste Verkaufswelle am Aktienmarkt hat allerdings zu einem erneuten Rückgang des Kreditniveaus auf 0,95 Bio. Yuan geführt, was sich positiv auf die Marktstimmung auswirken dürfte."

 

 

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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