Edelmetalle und Hochzinsanleihen attraktiver

Sowohl Gold als auch Silber bieten Einstiegschancen, findet Marino Valensise von Barings.
04.03.2016 09:35

Anfang Januar fügte das Multi-Asset-Team von Baring Asset Management das erste Mal seit mehreren Jahren der Vermögensallokation eine Goldposition hinzu und kürzlich folgte darauf zusätzlich eine Position in Silber.

Des Weiteren hob das Team Hochzinsunternehmensanleihen auf einen „bevorzugten“ Status an. Dieser Schritt reflektiert die Sichtweise, dass in bestimmten Bereichen des Marktes erneut Wertpotenzial zu finden ist und die Anlageklasse demnach überzeugende Chancen bieten kann. Im Gegensatz dazu wurden Staatsanleihen auf einen „nicht bevorzugten“ Status herabgestuft.

Bereits seit Mitte 2014 ist das Hochzinssegment unter Druck und die Anlageklasse ging während der vergangenen 18 Monate zurück. Im Zuge des fallenden Ölpreises litten Hochzinsanleihen unter der sich verschlechternden Bonität von Emittenten aus der Energiebranche, wodurch in der Folge dann auch Anleihen unter Druck gerieten, die von Unternehmen aus anderen Wirtschaftssektoren ausgegeben wurden.

Marino Valensise sagt: „Unserer Einschätzung nach bereiten die Entwicklungen am Kreditmarkt der US-Notenbank Federal Reserve starkes Unbehagen. Sollte sich die Situation nicht verbessern, gehen wir demnach davon aus, dass das Fed seine restriktive Haltung lockern und möglicherweise weitere Anreizmöglichkeiten in Betracht ziehen wird. Geht man von der negativsten Prognose aus, gestaltet sich eine Rückzahlungsrendite von 10% für Hochzinsanleihen als attraktiv. Dies lässt Raum für eine gewisse Fehlerquote im Falle einer weiteren Verschlechterung der Kreditbedingungen. Investoren mit einem Anlagehorizont von 18-24 Monaten dürften reich belohnt werden.“

Auch europäische Aktien bieten Potenzial, glaubt man bei Barings. Anleger sind mit Blick auf europäische Banken beunruhigt. Nach Ansicht von Barings liegen die Probleme hier jedoch im Bereich der Rentabilität und des Geschäftsmodells und nicht bei der Zahlungsfähigkeit. Europa sieht sich einer Reihe von Faktoren gegenüber - darunter ein prognostiziertes reales Wachstum von 1,5%, ein starker Verbraucher, ein ordentliches Kreditwachstum sowie eine unterstützende Geldpolitik - die die Unternehmensrentabilität stützen sollte, insofern keine exogenen Schocks auftreten. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis ist zwar bisher nicht ungeheuer günstig, aber dennoch niedrig.

Immobilien stufte Barings von „stark bevorzugt“ auf „bevorzugt“ herab. Dies ist teilweise Staatsfonds geschuldet, die geneigt sein könnten, ihre Immobilieninvestitionen im Falle eines anhaltend niedrigen Ölpreises zu liquidieren. Auch wenn das aktuelle Umfeld von Negativzinsen und -renditen geprägt ist, erachtet die Fondsgesellschaft Immobilien dennoch weiterhin als eine attraktive Anlageklasse. Besonders überzeugt ist das Multi-Asset-Team dabei von europäischen Immobilien, deren Allokation unlängst durch den Zukauf von europäischen REITs ausgeweitet wurde.

Marino Valensise sagt abschliessend: „Je weiter wir im Jahr 2016 voranschreiten, desto konstruktiver wird unsere Einschätzung zu den Märkten. Obwohl wir uns in einer Welt der zunehmenden Volatilität bewegen, sehen wir in wichtigen Anlageklassen wie Hochzinsanleihen Raum für Ertragssteigerungen. Darüber hinaus blicken wir weiterhin optimistisch auf die Aktienmärkte in Europa und Japan, die attraktive Renditen für Anleger offerieren.“

„Die Federal Reserve dürfte 2016 unserer Einschätzung nach mit der Straffung der Geldpolitik fortfahren, wenn auch nur sehr langsam. Die Herausforderungen für Markt und Wirtschaft sind vielfältig, was zu einem hohen Volatilitätsniveau in diesem Jahr beitragen wird, während die in den Anlageklassen generierten Erträge moderat ausfallen werden. Nichtsdestotrotz eröffnet die Volatilität Chancen für jene Vermögensverwalter, die bereit dazu sind, Wertpotenzial aufzuspüren und dieses dynamisch auszuschöpfen.“

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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