Fidelity führt Performance Fees ein

Die Debatte um den Nutzen aktiven Fondsmanagements, die Ausrichtung auf das Kundeninteresse und die Transparenz von Gebühren wird immer intensiver geführt. Vor diesem Hintergrund hat sich Fidelity International dazu entschieden, die Gebührenstruktur für ihre Aktienfonds grundlegend zu ändern.
09.10.2017 22:36

Fidelity International führt ab Januar 2018 bei seinen aktiv gemanagten Aktienfonds für Kunden weltweit ein neues Gebührenmodell ein, das eine variable Managementgebühr umfasst. Dabei wird die bisherige jährliche Managementgebühr reduziert und um eine variable Managementgebühr ergänzt. Diese knüpft symmetrisch an die Wertentwicklung der Fonds an.

Die variable Managementgebühr stellt faktisch einen gleitenden Tarif dar. Risiko und Rendite werden in beide Richtungen geteilt – ein Mechanismus, der auch als "Fulcrum Fee" bezeichnet wird. Das heisst: Wenn die Fonds eine Outperformance nach Kosten erzielen, wird Fidelity an dem Mehrertrag beteiligt. Entwickelt sich die Anlage dagegen nur analog zum Vergleichsindex oder schwächer, wird der Kunde unter der neuen Regelung mit geringeren Gebühren belastet als bisher. Dabei bewegt sich der Gebührensatz innerhalb einer Bandbreite, die durch eine vorgegebene Höchstgrenze (Cap) und ein bestimmtes Mindestniveau (Collar) definiert ist. Das neue Gebührenmodell wird zusätzlich zu dem bereits bestehenden Gebührenmodell eingeführt. Damit kann der Kunde künftig zwischen zwei Modellen wählen. Brian Conroy, Präsident von Fidelity International verspricht sich davon, dass ihr Geschäftserfolg enger an die Wertentwicklung der Kundenportfolios verknüpft werde. So werde bei einer Underperformance die Gebührenbelastung für die Kunden verringert.

Kunden zahlen externe Researchgebühr
Fidelity International informiert bei dieser Gelegenheit auch über die Position zu den Vorgaben der MIFID-II-Richtlinie in punkto Kostenausweis für externes Research. Fidelity unterstützt die Zielsetzung der Vorschriften uneingeschränkt, ist aber der Ansicht, dass sich die Diskussion einseitig darauf konzentriert, welches Verfahren die einzelnen Asset Manager bei der Bezahlung externer Researchleistungen nutzen werden. Im Mittelpunkt sollten stattdessen die gesamten Kosten für die erbrachten Asset-Management-Services und der jeweilige Nutzen stehen. Ausserdem ist das Geschäftsmodell von Fidelity International seiner Natur nach global – sowohl von der Anlegerbasis her als auch hinsichtlich des Zugangs der Kunden zur globalen Researchplattform. Das bedeutet, dass das gesamte Unternehmen einen einheitlichen Ansatz verfolgen muss.

Aus diesem Grund hat sich Fidelity International in Bezug auf die Bezahlung von externem Research für das so genannte CSA-RPA-Modell entschieden. Die gleichzeitige Verringerung der Basis-Managementgebühr wird die aus externen Researchleistungen resultierende Gebührenbelastung der Kunden kompensieren. Nach Überzeugung von Fidelity International ist das CSA-RPA-Modell eine flexible, transparente und global einheitliche Methode, um Zugang zu externen Informationen zu erhalten, die zur Unterstützung des aktiven Managementprozesses notwendig sind. Brian Conroy kommentiert: "Wir haben uns eingehend mit den Auswirkungen der neuen regulatorischen Anforderungen beschäftigt. Dazu haben wir auch eine kürzlich veröffentlichte Marktanalyse der britischen Aufsichtsbehörde berücksichtigt, die sich mit der unzureichenden Innovation in unserer Branche bei den Gebührenstrukturen beschäftigt. Vor diesem Hintergrund halten wir einen grundlegenden Wandel bei der Erhebung von Gebühren von unseren Kunden für erforderlich. Es ist unser Ziel, unseren Kunden sowohl eine bedarfsgerechte Auswahl an Anlageprodukten zu bieten als auch Mehrwert zu liefern.“

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
Verpassen Sie keine News aus der Fondsbranche. Fondstrends.ch liefert Ihnen wöchentlich die Zusammenfassung der Nachrichten und informieren Sie über Sesselwechsel und wichtige Veranstaltungen. Hier abonnieren