Globales FinTech-Ranking: Zürich und Genf auf dem Podest

Was wird die Finanzindustrie in den kommenden Jahren prägen? Welche Strategien müssen Entscheidungsträger implementieren, um den tiefgreifenden technologischen Entwicklungen, den Regulierungen und den Kundenbedürfnissen der Zukunft gewachsen zu sein? Die Teilnehmer am Finanz und Wirtschaft Forum "FinTech 2017 – Drivers of Change" versuchten diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
14.03.2017 23:33

Der Schweizer FinTech-Markt ist erwacht und die Rahmenbedingungen, sind in der Schweiz laut einer Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern für FinTech ausgezeichnet. Berücksichtigt wurden für die Studie beispielsweise die politische Stabilität, die Behördeneffizienz und der Zugang zu Krediten und Kapital. Zürich und Genf liegen hinter Singapur auf Platz zwei und drei der weltweiten Rangliste. FinTech sei ein weites Feld und welche Rolle RegTech spielen könnte, diskutierten Diana Paredes (Suade), Andrew White (FundApps) und Noël Bieri (Finma). Compliance und Regulation seien teuer, erklärt Andrew White und stellte gleich die Frage in den Raum, warum eigentlich jedes Finanzunternehmen die mehr oder weniger gleichen regulatorischen Vorgaben interpretieren und Compliance gerechte Systeme intern entwickeln müsse? Eine befriedigende Antwort blieb zwar aus, es sei aber vorstellbar, dass es mit der Blockchain-Technologie vielleicht einmal ein Register gebe, welches zum Beispiel die KYC Daten zentral verwaltet. Die FINMA beschäftigt sich bereits seit 2012 mit dem Bitcoin. Und seit der Einführung des FinTech-Desk 2015 beschäftigt man sich ausführlich mit den neuen Technologien. Video-Identifikation, On-Boarding-Kontoeröffnungen und vereinfachte Lizenzen für FinTech-Start-ups sind hier nennenswerte Beispiele. Das Outsourcing von Compliance  ist für die FINMA zwar eine Herausforderung aber an sich kein Problem. Denn die grundsätzliche Frage, wer die Verantwortung und Haftung trägt, wenn der RegTech Dienstleister die Compliance abwickelt, ist eindeutig zu beantworten – es ist der Finanzdienstleister.

Kooperation bringt mehr als Konfrontation
Die Panelteilnehmer Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern, Ivo Furrer, CEO Swiss Life Schweiz, Hansruedi Köng, Geschäftsführer der PostFinance, und Marianne Wildi, CEO der Hypothekarbank Lenzburg waren sich in ihrer Diskussion hinsichtlich der digitalen Zukunft des Schweizer Finanzplatzes einig, dass Kooperation gewinnbringender sein wird als Konfrontation. Für kleinere Unternehmen sei es leichter sich im Rahmen der Digitalisierung zurecht zu finden, da man mehr ausprobieren und wagen könne als bei grossen Unternehmen, meinte PostFinance-Chef Hansruedi Köng. Es gebe eben leider nicht die eine Digitalisierung, sondern man weiss heute nicht genau wie es morgen aussehen werde. So gebe es durchaus Unternehmen, die zusehen und abwarten als ihre Strategie wählen. Den innovativen hat hingegen die Hypothekarbank Lenzburg beschritten, die das von ihr entwickelte Kernbankensystem Finstar bereits an neun Kunden weiterverkaufen konnte.

Swiss Life habe heute aufgrund von Kooperationen mit diversen Start-ups erste digitale Lösungen, insbesondere in der Administration und im Service entwickelt, doch CEO Ivo Furrer stellte fest, dass die Kunden bei der Alters- und Hinterbliebenen Versorgung immer noch den persönlichen Kontakt vorziehen würden. Andreas Dietrich stellte abschliessend zwei Problem bei der Digitalisierung fest: Erstens seien die meisten Prozesse noch nicht ausgereift und zweitens lasse die Umsetzung von personalisierten Angeboten zu wünschen übrig. Da haben die Schweizer noch Aufholbedarf.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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