Immobilien als wichtiger Wohlstandsfaktor

Die Schweizer Bevölkerung kann sich über einen stetig wachsenden Wohlstand freuen. So steigerte sie ihr Reinvermögen nach Abzug der Verpflichtungen zwischen 2004 und 2014 um 58% auf CHF 3’345 Milliarden bzw. um 39% auf CHF 406'121 pro Kopf. Liegenschaftsbesitzer erzielten überproportionale Zuwächse. Bank- und Vorsorgesparen scheint beliebter zu sein als Kapitalmarktanlagen.
11.01.2018 22:36

Die privaten Schweizer Haushaltungen erhöhten ihre Bruttovermögen inklusive Immobilien und gebundenes Vermögen zwischen Ende 2004 und 2014 von CHF 2'677 Milliarden auf CHF 4'143 Milliarden. Dies entspricht einem Wachstum von 54,8%. Die Verpflichtungen bzw. Kredite nahmen in dieser Periode unterproportional um 44,3% auf CHF 798 (553) Milliarden zu. Per Saldo ergibt sich per Ende 2014 ein Reinvermögen von CHF 3'345 (2125) Milliarden (+57,4%) bzw. CHF 406'121 (286'518) pro Kopf (+41,7%). Dies zeigt die gerade bereinigte jährliche Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zum Vermögen der Schweizer Haushalte, welche seit 2005 publiziert wird und erstmals eine volle Zehnjahresperiode umfasst. 

Schweizer legen primär in Immobilien an 
Der grösste Teil des Vermögens ist in Liegenschaften wie Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen sowie Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen investiert. Die SNB schätzt den Wert dieser Immobilien per Ende 2014 auf CHF 1'826 Milliarden. Zehn Jahre zuvor waren es erst CHF 1'031 Milliarden. Der Zuwachs beläuft sich auf 77,1%. Die Hypothekarvergabe nahm unterproportional um 47,9% auf CHF 741 (501) Milliarden zu. Der Nettowert der Immobilien in Privatbesitz von Schweizer Haushalten hat sich damit auf CHF 1'085 (530) Milliarden mehr als verdoppelt (+105%), dies sind 32,4% (25%) des Rein- bzw. Nettovermögens. Gleichzeitig hat sich die Hypothekarbelastung von 48,6% auf 40,6% der Immobilienwerte ermässigt. Dies trifft zwar kaum auf neu erworbene Objekte zu, ist aber sicherlich ein beruhigendes Zeichen für die Verfassung des Schweizer Immobilienmarktes. Nicht erfasst werden in dieser Statistik Gewerbeobjekte, unbebaute Grundstücke sowie ausländische Immobilien. 

Das zweitwichtigste Vermögen der Schweizer Haushaltungen bildet die Altersvorsorge bzw. das gebundene Vermögen. Dieses kletterte in der Berichtsperiode von CHF 692 Milliarden auf CHF 957 Milliarden (+38,2%). Unberücksichtigt sind die kapitalisierten Ansprüche an die AHV. Danach folgen Bargeld und Bankeinlagen, welche um 63,6% auf CHF 744 (455) Milliarden stiegen. Die Liquiditätshaltung nahm also im Vergleich zum Reinvermögen von 21% auf 22% zu, was die (damals) sehr hohe Risikoaversion der breiten Schweizer Bevölkerung unterstreicht. 

Steigendes Aktienvermögen, sinkende Aktien- und Fondsquoten
Der private Schweizer Aktienbesitz schlägt mit CHF 285 Milliarden zu Buche. Dies sind 36,3% mehr als 2004, aber nur 9% im Vergleich zu 2006, vor dem grossen Einbruch der Aktienmärkte. Im Vergleich zu Ende 2008 stieg das Aktienvermögen um 69%. Die anhaltende Vorsicht gegenüber Aktien spiegelt sich in Relation zum Reinvermögen: Die Quote nahm von 9,9% (2004) auf 8,5% (2014) ab. Auch die privaten Engagements in Anlagefonds entwickelten sich unterdurchschnittlich: Sie erhöhten sich um 38,6% auf 220 (159) Milliarden. Die Fondsquote sank von 7,5% auf 6,6% (im Vergleich zum Reinvermögen).

Die Rekordstände der meisten Aktienindizes und die Bitcoin-Euphorie deuten allerdings darauf hin, dass die Risikoaversion seit 2014 tendenziell abnimmt, auch in der Schweiz. Stark an Attraktivität verloren haben Schuldtitel wie Obligationen: Die privaten Schweizer Haushaltungen hielten per Ende 2014 nur noch Anleihen im Wert von CHF 111 Milliarden, 15,3% weniger als zehn Jahre zuvor (CHF 131 Milliarden). Angesichts der tiefen Zinsen und der Angst vor steigenden Zinsen dürfte dieser Trend anhalten.

Grafik: Vermögensstruktur der privaten Haushalte 

Quelle: Schweizerische Nationalbank (SNB)

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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