Mind the "Trump gap"

Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income und Manager bei Jupiter, glaubt, dass es äusserst unwahrscheinlich ist, dass Trumps billionenschwerer Infrastrukturausgabenplan erfolgreich durch den Kongress kommen wird, ohne verwässert zu werden. Ausserdem gibt es Anzeichen dafür, dass seine Steuerreform auf nächstes Jahr vertagt wird.
05.04.2017 22:36

Nach den jüngsten positiven Wirtschaftsdaten, wenn auch überwiegend im Zusammenhang mit weichen Indikatoren wie den Umfragen zum Verbrauchervertrauen, sowie der Fortsetzung von Trumps reflationärem Handelsprogramm könnte es den Anschein haben, dass sich die USA auf einem unaufhaltsamen Wachstumspfad befinden. Ariel Bezalel und sein Team sind jedoch der Meinung, dass es wichtig ist, sich bewusst zu bleiben, dass in risikobehafteten Vermögenswerten eine zu grosse Hoffnung eingepreist ist.

Wie erwartet erhöhte die US-Notenbank am 15. März die Leitzinsen um 0,25 Prozent auf ein Niveau von 0,75 bis 1 Prozent. Die Stellungnahme der Fed fiel jedoch gemässigter aus als von den Märkten erwartet. Somit verringerte sich auch die Anzahl der für dieses Jahr erwarteten weiteren Zinsanhebungen von drei auf zwei. Das könnte nach Ansicht von Bezalel daran liegen, dass die geplanten Massnahmen von Präsident Trump unklar sind.

Er bleibt im Hinblick auf den "Trump gap", wie er es nennt, vorsichtig. Damit meint er den Spielraum für Enttäuschungen zwischen jetzt und dem Zeitpunkt, an dem Trump seine Politik umsetzen wird. Erstens glaubt man bei Jupiter, dass es äusserst unwahrscheinlich ist, dass sein billionenschwerer Infrastrukturausgabenplan erfolgreich durch den Kongress kommen wird, ohne verwässert zu werden. Ausserdem gibt es Anzeichen dafür, dass seine Steuerreform auf nächstes Jahr vertagt wird.

Langsameres Kreditwachstum als Folge
Darüber hinaus hat Bezalel bemerkt, dass sich die Kreditstandards bei Banken in den USA anscheinend verschärfen. Das hat ein langsameres Kreditwachstum zur Folge, was ein weiteres potenzielles Risiko für die Wachstumsaussichten darstellt.

Daher werden US-Staatsanleihen nach der Meinung Jupiters wieder attraktiver. Da die Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen nach ihrem Tief von 1,3 Prozent im Juli 2016 im Februar dieses Jahres bei 2,5 Prozent und die Rendite von 30-jährigen Anleihen bei etwa 3 Prozent lag, geht man bei Jupiter davon aus, dass die Bewertungen bereits erhebliche gesamtwirtschaftliche Verbesserungen einpreisen und sie die Möglichkeit, dass die Trump-Regierung bei der Umsetzung der Reformen scheitert, nicht berücksichtigen.

Auf globaler Ebene ist die politische Unsicherheit so hoch wie noch nie und ein taktischer Investmentansatz bei Anleihen wird dieses Jahr massgeblich sein. Der Ansatz Jupiters war schon immer dynamisch und flexibel und man passt sich an sich verändernde Umstände an. Vor diesem Hintergrund hat Jupiter vor kurzem die Duration der Portfolios von knapp über einem Jahr auf ungefähr 3,2 Jahre erhöht. In diesem Zuge verstärkte man die Ausrichtung der Fonds auf 10-jährige und 30-jährige US-Staatsanleihen und erhöhte die Duration des Engagements in australischen Staatsanleihen. Auf diese Weise hält Jupiter die Gesamtduration nach wie vor relativ niedrig, während man dennoch dem möglichen Spielraum für Enttäuschungen in den USA Rechnung trägt.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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