Rekordhohe Investitionen in Schweizer Startups

Schweizer Startups haben im vergangenen Jahr insgesamt CHF 938 Millionen Risikokapital angezogen – so viel wie noch nie zuvor. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Swiss Venture Capital Report, den das Online-Newsportal Startupticker.ch in Zusammenarbeit mit SECA realisiert hat.
30.01.2018 22:35

Das Interesse an innovativen Technologien und neuen Geschäftsmodellen wächst in der Schweiz weiter. Gemäss des neusten Swiss Venture Capital Reports, den das Online-Newsportal Startupticker.ch zusammen mit der Investorenvereinigung SECA erarbeitet hat, erhielten insgesamt 175 junge Unternehmen zusammen CHF 938 Millionen. Nach einer Steigerung um 35 Prozent im Vorjahr hat sich die Summe der in der Schweiz getätigten Risikokapitalinvestitionen damit noch einmal um gut 3% erhöht. Verantwortlich dafür sind neben privaten Investoren – sogenannten Business Angels – und spezialisierten Fonds auch grosse Unternehmen aus der Finanz-, Pharma-, Logistik- und Energiewirtschaft. Ein weiterer Treiber sind politisch und wirtschaftlich breit abgestützte Initiativen wie Digital Switzerland.

Am stärksten wuchsen die Investitionen in Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf der fortschreitenden Digitalisierung der Finanzindustrie basiert. 30 Schweizer Fintech-Startups haben im abgelaufenen Jahr CHF 76 Millionen eingesammelt, was einer Zunahme von etwas mehr als 60% gegenüber dem Vorjahr entspricht. In absoluten Zahlen am meisten Geld – rund CHF 600 Millionen – floss in Startups aus den Bereichen Biotechnologie und Medizintechnik.

Boomkanton Zürich
Was die geographische Verteilung der Investitionen betrifft, so waren 2017 markante Verschiebungen zu beobachten. Der Kanton Waadt musste einen Rückgang von rund CHF 450 auf CHF 300 Millionen verzeichnen. Alle anderen Kantone hingegen legten teilweise erheblich zu. Im Kanton Zürich – der nationalen Nummer Zwei hinter der Waadt – sind die Investitionen binnen Jahresfrist von CHF 108 auf CHF 273 Millionen gestiegen, was einer Zunahme um über 150% entspricht.

Zunehmende Professionalisierung
Auch die Professionalisierung des Markts schreitet voran: Längst werden die Investitionen nicht mehr nur über traditionelle Fondsgefässe getätigt, sondern vermehrt auch via Investorengemeinschaften oder Family Offices. Ein Wehrmutstropfen bleibt, dass die Investitionen von "Schweizer" Kapital – zum Beispiel über die hiesigen Vorsorgeeinrichtungen oder über traditionelle Banken – weiterhin sehr gering ausfallen. Im Durchschnitt über die Jahre 2015 bis 2017 kam lediglich ein Viertel des investierten Kapitals von heimischen Geldgebern.

Corporate Venturing auf dem Vormarsch
Im Jahr 2017 haben die Aktivitäten von Grossunternehmen auf dem Risikokapitalmarkt erneut zugenommen. Das sogenannte Corporate Venturing wird bei vielen Konzernen als Eckpfeiler der unternehmerischen Innovationskultur betrachtet. Insbesondere im Versicherungs-, Finanzdienstleistungs- und Logistiksektor sind neue Engagements erkennbar. Die Baloise Group, Helvetia Versicherungen, die SIX Group sowie die Schweizerische Post sind neuerdings mit Investment-Partnerschaften respektive mit eigenen Venture Capital Fonds unterwegs.

Fast eine halbe Milliarde für Symetis
Die Risikokapitalindustrie lebt davon, dass erfolgreiche Firmen nach der Wachstumsphase verkauft werden können; sei es an ein Grossunternehmen oder an die Anleger im Zuge eines Börsengangs. So genannte Initial Public Offerings (IPO) gab es 2017 drei. Den mit Abstand spektakulärsten Deal landeten indes die Gründer und Investoren des 2001 gegründeten Lausanner Medtech-Unternehmens Symetis: Sie verkauften ihre Firma für 435 Millionen US-Dollar an die amerikanische Boston Scientific.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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