Schweizer Banken legen im Asset Management zu

Die Herausforderungen im Bankensektor hielten auch im Jahr 2017 an. Weiterhin steigende Regulierungskosten, die anhaltende Negativzinsphase sowie politische und rechtliche Unsicherheiten im Zuge des Brexit und im internationalen Handel kennzeichnen die aktuelle Lage. Doch die Schweizer Banken sind zurück auf dem Wachstumspfad.
31.08.2018 22:34

Die Banken tragen weiterhin massgeblich zum Erfolg des Schweizer Finanzplatzes bei. Der Schweizer Finanzplatz präsentiert sich derzeit so stark wie zuletzt vor Ausbruch der Finanzkrise. Sie erwirtschafteten einen Jahresgewinn von knapp CHF 10 Mrd. "Die Zeichen stehen wieder auf Wachstum. Positiv stimmen auch die von der Branche erwarteten Beschäftigungszahlen. Laut unserer Umfrage rechnen rund ein Drittel der befragten Banken noch in diesem Jahr mit einer verbesserten Beschäftigungslage", kommentiert August Benz, Stellvertretender CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und Leiter Private Banking & Asset Management, die diesjährige Ausgabe des Bankenbarometers.

Rekord bei den verwalteten Vermögen

Das liegt in erster Linie an der Vermögensverwaltung: Das verwaltete Vermögen stieg um 9,6 Prozent auf 7'292 Mrd. Franken, womit ein neuer Höchststand seit der Finanzkrise erreicht wurde. Dabei hat sich der Vermögensanteil von ausländischen Kunden seit dem Bekenntnis zum automatischen Informationsaustausch (AIA) 2013 nur geringfügig geändert. Im grenzüberschreitenden Geschäft für Privatkunden ist die Schweiz mit einem Marktanteil von 27,5 Prozent weiterhin Weltmarktführerin. 

Institutionell verwaltete Assets in der Schweiz nehmen zu

Im Fokus steht das institutionelle Asset Management, das sich durch hohes Wachstumspotential als eine der tragenden Säulen des Finanzplatzes Schweiz auszeichnet. Die in der Schweiz verwalteten Vermögen des Asset Managements stiegen im Jahr 2017 von CHF 2’987 Mrd. auf CHF 3’386 Mrd. (+13 %) an. Dies ist mehr als dreimal so hoch wie das gesamte Pensionskassenvermögen in der Schweiz und entspricht rund fünfmal dem Schweizer Bruttoinlandprodukt. Diskretionäre Mandate machten 2017 mit rund CHF 1’476 Mrd. den grössten Teil aus, wovon CHF 947 Mrd. auf institutionelle Kunden und CHF 529 Mrd. auf private Anleger fielen. In kollektiven Kapitalanlagen wurden CHF 1’261 Mrd. verwaltet, rund zwei Drittel davon im Rahmen von kollektiven Kapitalanlagen nach Schweizer Recht (CHF 880 Mrd.). Die restlichen CHF 649 Mrd. wurden als Beratungsmandate für institutionelle (CHF 102 Mrd.) oder nicht-institutionelle Kunden (CHF 547 Mrd.) verwaltet.

Nach Kunden segmentiert entfielen CHF 2’208 Mrd. auf kollektive Kapitalanlagen sowie diskretionäre Mandate für Unternehmen und Institutionelle. Rund CHF 1’178 Mrd. wurden in diskretionären Mandaten für private Anleger sowie Beratungsmandate für private Anleger und Institutionelle verwaltet.

Solider Geschäftserfolg

Die Anzahl Banken in der Schweiz ging per Ende 2017 um 8 auf insgesamt 253 zurück. Die Reduktion betrifft ausschliesslich Auslandbanken und deren Filialen. Der aggregierte Jahresgewinn erhöhte sich um CHF 1,9 Mrd., was einer Zunahme von 24 Prozent entspricht. Die aggregierte Bilanzsumme stieg um 4,8 Prozent auf CHF 3'249 Mrd. Das Kreditgeschäft bleibt ein wichtiges Standbein für die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite liegt mit 2,7 Prozent auf Vorjahresniveau. 

Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz stärken

Um auch weiterhin zu den führenden Finanzzentren der Welt zu gehören, ist die Schweiz auf den freien Marktzugang zu ausländischen Kunden angewiesen. Daher strebt die Schweiz äquivalente Gesetzgebungen an, zum Beispiel mit dem im Juni 2018 verabschiedeten Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und dem Finanzinstitutsgesetz (FINIG) oder mit der Umsetzung des AIA. Unsicherheit herrscht in Bezug auf die Äquivalenzanerkennung der Schweizer Börse, die von der Europäischen Kommission auf ein Jahr befristet wurde.

Weitere Verbesserungen der generellen Rahmenbedingungen in den Bereichen Arbeitsmarkt, regulatorisches Umfeld und Bildung, vor allem aber finanzmarktspezifische Massnahmen, sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Banken in der Schweiz sicher zu stellen. Dabei stehen die Abschaffung der Stempelabgabe, eine Reform der Verrechnungssteuer und die Verbesserung des EU-Marktzugangs im Zentrum. "Wir brauchen unternehmerfreundliche, international anerkannte Rahmenbedingungen. Das stellt die Weichen für zukünftiges Wachstum und stärkt die Standortvorteile der Schweiz", so Martin Hess, Chefökonom der SBVg.

Den Link zum Bankenbarometer finden Sie hier.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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