Trumps Amerika: Drei Handlungsoptionen für US-Aktien

Donald Trumps überraschende Wahl zum US-Präsidenten hat mehrere Möglichkeiten für das Investieren in den US-Märkten eröffnet, zumal seine kontroverse und umstrittene Politik voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf viele Bereiche der US-Wirtschaft haben wird, sagt Viktor Nossek von WisdomTree.
21.02.2017 20:33

Nach Auffassung von Viktor Nossek, Direktor Research bei WisdomTree, hat Trumps Politik das Potenzial, den im vergangenen Jahr eingeschlagenen Aufwärtstrend an den US-Märkten in Richtung neue Allzeithochs umzukehren. Sollten Anleger skeptisch sein, was Trumps Fähigkeit angehe, seine Pläne umzusetzen, erscheinen im Gegenzug weiterhin defensive Sektoren als attraktiv. Dafür spricht deren Kombination aus solidem Gewinn- und Dividendenwachstum und ihre gegenüber dem Gewinnwachstum niedrige Bewertung.

"Die grosse Unbekannte für Investoren bleibt zum Jahresbeginn, ob Trump tatsächlich viele seiner Wahlversprechen umsetzt, oder ob diese aufgeweicht (oder blockiert) werden, sobald sie die verschiedenen Etappen durchlaufen, über die sie in US-Gesetze eingebettet werden", sagt Nossek. "Abgesehen davon können Anleger ihre Portfolios an den möglichen Auswirkungen ausrichten, je nachdem welche Erwartung sie mitbringen was Trump erreichen kann."

Nossek entwirft dazu drei Strategien, die Anleger je nach ihren Erwartungen an eine Präsidentschaft Trumps verfolgen könnten.

Mit Trump wird alles gut
Für Investoren, die erwarten, dass Trump die Bandbreite seiner politischen Ziele durchsetzen kann, bieten nach Meinung von Nossek zyklische Branchen, die unter der vorherigen Regierung schlechter abschnitten, die besten Chancen. "Wenn Sie davon überzeugt sind, dass Donald Trumps Politik erfolgreich sein und das Wirtschaftswachstum beschleunigen wird, sollte der Fokus auf Aktien von Unternehmen mit niedrigerem Verschuldungsgrad, hoher Profitabilität und der Fähigkeit, hohe Cashflows zu generieren, liegen. Diese Firmen kommen aus Branchen, denen Trump mit seiner Politik zu einem neuen Schub verhelfen will."

Zu diesen Bereichen zählt Nossek neben der Gesundheit die Industrie, IT und die Nicht-Basiskonsumgüter. Ausgenommen von einigen wenigen Firmen, die für letztes Jahr überwiegend enttäuschende Gewinne berichteten, könnten bei diesen Branchen die Gewinnprognosen nach oben angepasst werden, sollten unter Trump Kürzungen bei den Unternehmenssteuern und Ausgaben für Infrastrukturprogramme Gesetz werden.

Der WisdomTree US Quality Dividend Growth ETF bietet eine Möglichkeit, dieses pro-Trump-Szenario zu spielen. Nach seiner Neugewichtung, die jährlich im Dezember erfolgt, bilden diese vier Branchen, die Trumps Wachstumsagenda stützen, mehr als 70 % der Gewichtung innerhalb dieses ETF. "Die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Bilanzen dieser Firmen nur eine niedrige Verschuldung ausweisen, macht diese Strategie auch höchst robust vor dem Hintergrund steigender Zinssätze", so Nossek weiter.

Das Risiko für diese Strategie besteht laut Nossek darin, dass Trumps Programm in der politischen Praxis beträchtlich verwässert wird. Die Strategie bedeutet aber auch eine ziemlich niedrige Dividendenrendite von 2,3 %, welche deutlich unter den Renditen liegt, die über andere Ansätze erzielt werden könnten.

Trump enttäuscht
Umgekehrt sollten sich Anleger, die denken, dass der neue US-Präsident Mühe haben wird, viele seiner Politikpunkte zu erreichen, Aktien im Blick behalten, welche Qualität und Sicherheit zugleich bieten. Viele Anleger setzten 2016 auf Basiskonsumgüter und Immobilienkonzerne mit der Erkenntnis, dass diese Geschäftsfelder ungeachtet wirtschaftlicher Hintergründe wachsen und die Aktienkurse in die Höhe treiben können.

Während die Bewertungen gestiegen sind, so Nossek weiter, bringe die Fähigkeit, Cash zu generieren und damit Dividenden zu steigern, eine Attraktivität mit sich, insbesondere wenn Trumps Politik scheitern sollte. "Diese Trends haben genug Raum, auch in diesem Jahr weiter zu laufen. Vor allem nach einer Periode steigender Bewertungen für 2017 können sie steigende Gewinne je Aktie geniessen, falls Anleger an früheren Gewinnern festhalten."

Wer sich dieser Strategie zuwendet, ist laut Nossek mit dem WisdomTree US Equity Income ETF gut aufgehoben. Das Risiko für ein solches Engagement besteht darin, dass die am meisten verschuldeten Firmen auf den US-Aktienmärkten durch steigende Inflation und Leitzinsen unter Druck geraten sind.

"Zu einer Zeit, in der in den USA der Inflationsdruck zunehmend selbsttragend wird und in der sich auf dem Arbeitsmarkt die Lohnerhöhungen beschleunigen, rückt eine striktere Zinspolitik der US-Notenbank näher. Vor diesem Hintergrund würde eine Anhebung der Leitzinsen um 50 oder 75 Basispunkte sensible Branchen wie Immobilien, Versorger und Telekom, in denen der US Equity Income ETF übergewichtet ist, einem höheren Risiko aussetzen", erläutert Nossek.

Ungeachtet dessen bietet der US Equity Income Index mit einer Ausgangsrendite von 3,7 % und einer breiteren Branchenallokation als der US Quality Dividend Growth ein Polster für Investoren, die darüber besorgt sind, dass einige Branchen überhitzen könnten.

Ein gemischtes Bild
Natürlich gibt es auch ein Szenario, bei dem keines der beiden Extreme zustande kommt. Hier vertritt Nossek die Auffassung, dass der Fokus auf US-Nebenwerte die beste Lösung bietet.

Small Caps lieferten 2016 sehr starke Renditen und überflügelten damit den breiteren US-Markt. Während der The Russell 2000 Index um 20,8 % zulegte, gewann der Small Cap Dividend Index von Wisdom Tree 31,4 % an Wert. Als Resultat dieser Spitzenerträge hat der WisdomTree Small-Cap Dividend Index erhebliche Umsatzsteigerungen verbucht, wobei rund ein Viertel seiner Beteiligungen ausgewechselt wurden. Diese Strategie bietet nun eine Dividendenrendite von 3,6 %. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einigen Sektoren, die aller Voraussicht nach von Trumps Politik profitieren werden. Dabei handelt es sich um langanhaltende Wachstumsstorys in einzelnen Industriebereichen sowie um einzelne Immobiliensektoren.

"Investoren eröffnen sich hier in zweierlei Hinsicht Möglichkeiten", sagt Nossek. "Zum einen sind relativ hohe Dividenden möglich und zum anderen verschaffen sich Anleger Zugang zu Sektoren, die als Nutzniesser von einigen Plänen von Trump gelten." Im Gegenzug sind die gestiegenen Bewertungen das grösste Risiko bei Small Caps. Ein durchschnittliches KGV von 25 auf Basis von 2017 lässt für die Firmen wenig Raum, ihre Gewinnerwartungen zu verfehlen, zumal ein Grossteil des Trump-Effekts bereits eingepreist ist. Mit anderen Worten: jede Beschränkung durch Trumps erhöhen das Risiko, das die Bewertungsprämie gegenüber dem breiten US-Markt mit sich bringt."

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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