Umwelt- und Sozialstandards setzen Finanzindustrie unter Druck

Finanzdienstleister sehen sich mit zunehmenden regulatorischen Anforderungen im Umwelt- und Sozialbereich konfrontiert. Auslöser sind die OECD-Guidelines für multinationale Unternehmen sowie die Klimakonferenz in Paris. Swiss Sustainable Finance informierte an einem Panel über Hintergründe und Folgen für Schweizer Finanzdienstleister. Fazit des Experten-Panels: Ein „Smart-Mix“ von freiwilligen und verbindlichen Massnahmen fördert Nachhaltigkeit im Finanzgeschäft am effektivsten.
10.03.2016 15:15

Auf Einladung von Swiss Sustainable Finance, nahmen rund 100 Finanzexperten am Anlass „How new soft and hard law requirements challenge the financial sector“ teil. Robin Edme, Senior Advisor Responsible Finance des französischen Umweltministeriums, erläuterte das neue französische Gesetz zur Energiewende. Dieses verpflichtet Finanzdienstleister und Investoren seit Januar 2016 dazu, die Kohlenstoffemissionen ihrer Investments zu veröffentlichen. Alex Kunze, CSR Senior Advisor beim SECO, informierte über das CSR-Positionspapier des Bundesrats, gemäss dem die Umsetzung solcher Themen in erster Linie durch die Unternehmen selbst erfolgen soll. Anhand konkreter Beispiele zeigte Olivier Jaeggi, Managing Director von Ecofact, wie freiwillige Regelwerke – so beispielsweise die OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen – mit der Zeit verbindlich werden können.

Aktiven Einbezug von Umwelt- und Sozialrisiken in Finanzprozesse
Sabine Döbeli, CEO von Swiss Sustainable Finance, betonte, dass diese zunehmenden regulatorischen Anforderungen an Finanzdienstleister bezüglich Umwelt- und Sozialstandards nicht nur neue Herausforderungen darstellten, sondern auch Chancen eröffneten. Christian Leitz, Head Corporate Responsibility Management der UBS, fügte hinzu: "Bei vielen Finanzdienstleistern ist der Prozess der sorgfältigen Prüfung von Umwelt- und Menschenrechtsthemen im Rahmen der Kreditvergabe bereits etabliert." Diese Expertise fliesse direkt in deren Dialog mit den jeweiligen Behörden, Kreditnehmern und anderen Anspruchsgruppen ein und trage damit zur weiteren Verbesserung relevanter Standards bei.

Die richtige Mischung macht's
Ebenfalls ein Thema im Panel war die zunehmende Erwartung institutioneller und privater Anleger an ihre Asset-Manager, Nachhaltigkeitsthemen in Anlageprozessen abzubilden. Viele Schweizer Asset-Manager könnten gemäss den Experten hier auf langjährige Erfahrung bauen und sich damit auch Marktvorteile verschaffen. Eine Mischung von freiwilligen und verbindlichen Massnahmen wurde als bester Weg für die weitere Förderung von Nachhaltigkeit im Finanzgeschäft gesehen.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
Verpassen Sie keine News aus der Fondsbranche. Fondstrends.ch liefert Ihnen wöchentlich die Zusammenfassung der Nachrichten und informieren Sie über Sesselwechsel und wichtige Veranstaltungen. Hier abonnieren