WEF-Ranking: Schweiz verliert Spitzenplatz

Die Schweiz ist nicht mehr das wettbewerbsfähigste Land der Welt. Sie ist im Ranking des Weltwirtschaftsforums auf den vierten Rang zurückgefallen.
17.10.2018 22:34

Die Schweiz ist im Ranking des Weltwirtschaftsforums (WEF) nach neun Jahren in der Spitzenposition nicht mehr das wettbewerbsfähigste Land der Welt. Sie ist im diesjährigen "Global Competitiveness Report" des WEF hinter den USA, Singapur und Deutschland auf den vierten Rang zurückgefallen. Dass die Schweiz Plätze im Ranking verloren hat, hängt insbesondere auch mit der neuen Berechnungsmethode zusammen. 

Die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit verändere sich in einer Welt, die von neuen digitalen Technologien immer stärker umgeformt werde. Damit änderten sich auch die Herausforderungen für Regierungen und Unternehmen, schreibt das WEF in einer Medienmitteilung zur Veröffentlichung des Reports. Dies könnte die Risiken eines negativen Impacts auf das zukünftige Wachstum und die Produktivität steigern. Der Dynamik dieser "vierten industriellen Revolution" solle nun die neue Methodologie des "Globalen Wettbewerbsindex 4.0" Rechnung tragen. Laut WEF haben viele Faktoren, die den grössten Impact auf die Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft haben werden, in der Vergangenheit nicht im Fokus der Politik gestanden.

Luft nach oben
Die Auswahl und die Gewichtung der 98 Indikatoren mit einer Skala von 0 bis 100, die in die 12 Säulen des Indexes einfliessen, wirken sich eher zum Nachteil der Schweiz aus, weil heute vielmehr die Frage eine Rolle spielt, wie eine Volkswirtschaft für die Anforderungen der vierten industriellen Revolution gewappnet ist. Für die langfristigen Wachstumsaussichten sind Innovationskraft, Humankapital, Anpassungsfähigkeit, und Agilität zentral. Der Report stellt aber insgesamt fest, dass alle Länder noch viel Luft nach oben haben. 

Gute Noten für die Ausbildung
Während etwa Singapur über eine Ökonomie verfügt, die am besten für die Zukunft gewappnet ist, verfügt die Schweiz gemäss Report über einen effizienten Arbeitsmarkt und schneidet wie in den Vorjahren bei der Qualität der Institutionen und der Infrastruktur gut ab. Bei der Ausbildung von Beschäftigten erhält lediglich Finnland eine höhere Punktzahl als die Schweiz, die laut Report über die beste Politik in Bezug auf Weiterbildung und Umschulung der Arbeitnehmenden sowie beim Ausbildungsstand der Hochschulabsolventen verfügt. Bei der Umsetzung von Innovation schneidet die Schweiz hinter Deutschland und den USA ebenfalls gut ab. Auch erhält das leistungsfähige Finanzsystem Lob von den Studienautoren. Der stark regulierte Produktmarkt mit der komplexen Zolltarif-Politik erhält hingegen keine guten Noten, so wie auch die Tatsache, dass die Gründung eines Unternehmens hierzulande lange dauert.

Dieser Artikel wurde cash durch fondstrends.ch zur Verfügung gestellt.
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