Fender [FNDR]

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10.07.2012 13:28
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Fender [FNDR]

Der Börsengang des ikonischen Gitarrenherstellers rückt immer näher. Am Montag wurde die Preisspanne bekanntgegeben.

Neben Motorrädern von Harley-Davidson und Levi’s Blue Jeans zählen auch die E-Gitarren von Fender zu den Ikonen der amerikanischen Popkultur. Von Ausnahmekönnern wie Eric Clapton, Jimi Hendrix, Keith Richards oder Pete Townshend gespielt, hat vor allem die Stratocaster dazu beigetragen, das Gesicht der modernen Musik zu prägen. Bald können sich nun auch Privatanleger ein Stückchen Rockgeschichte ins Portfolio holen: In einer Eingabe an die US-Börsenaufsicht SEC gab Fender am Montag bekannt, die Aktien zum Preis von 13 bis 15 $ emittieren zu wollen. Der Börsengang – dessen genauer Termin allerdings noch nicht fixiert ist – rückt damit immer näher.

Das IPO (Initial Public Offering) wird von den fünf Finanzinstituten J.P. Morgan, William Blair, Robert W. Baird, Stifel Nicolaus und Wells Fargo durchgeführt. Über die Publikumsöffnung sollen ingesamt 10,7 Mio. Aktien auf den Markt gelangen. Der Konzern selbst veräussert 7,1 Mio. Titel. Die restlichen Valoren stammen von der Private-Equity-Gesellschaft Weston Presidio, deren Beteiligung sich von zurzeit über 40 auf unter 20% verringert. Auf Basis der angestrebten Preisspanne erhält Fender einen Börsenwert von knapp 400 Mio. $.

Eine Grösse im Musikinstrumentengeschäft

Rund 60% der Einnahmen erzielt das Unternehmen mit dem Verkauf von Saiteninstrumenten. Dazu zählen neben Fender auch andere bekannte Gitarrenmarken wie Charvel, Hamer oder Ovation. Weitere 12% tragen elektrische Verstärker bei. Der restliche Umsatz wird mit Perkussionsinstrumenten (Schlagzeuge) und musikalischem Zubehör wie Kabel, Saiten oder Tonabnehmern erzielt. Letztere Sparte ist primär dem 117 Mio. $ schweren Zukauf der Kaman Music Corporation anno 2007 zu verdanken.

Obwohl Fender im vergangenen Jahr nur knapp 700 Mio. $ umgesetzt hat, gehört sie im fragmentierten, rund 16 Mrd. $ schweren Weltmarkt für Musikinstrumente zu den grossen Nummern. Das Unternehmen setzt darauf, dass die Popularität gitarrenbasierter Musik auch in Zeiten elektronischer Spielformen nicht abebbt. Auch hofft man auf einen Gitarren-Boom in Schwellenländern wie China oder Indien.

Quelle: FuW, 10.7.2012

 

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An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1. Man muss nur die Nerven und das Geld haben, das minus 1 auszuhalten

18.07.2012 10:40
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Der coolste Börsengang aller Zeiten

17. Juli 2012

Börsengänge sind normalerweise eine langweilige Angelegenheit. In dieser Woche wird es aber eine Ausnahme von der Regel geben. Fender Musical Instruments wird sich nach 66 Jahren unter dem Symbol FNDR erstmals an die NASDAQ wagen.

Falls Sie die Firma nicht kennen sollten, haben Sie deren Produkte aber sicherlich schon gehört. Nichts hat sich in den letzten sechs Jahrzehnten in der Musikwelt weiter verbreitet als Fender-Gitarren (Beschwerden von Gibson-Fans werden gerne entgegen genommen.). Jimmy Hendrix spielte 1968 eine Fender in Woodstock. Nun stellt sich dem Anleger die Frage: Ist Fender ein Investment wert? Lassen Sie uns einen Blick auf den Umsatz und die operative Marge werfen.

Obwohl Fender eine der größten und besten Gitarrenmarken ist, läuft das Unternehmen bei sehr engen Margen. Unglücklicherweise hat Fender bereits einen großen Teil der Produktion nach Asien verlagert, sodass man hier nicht mehr viel einsparen kann. Fender wird knapp 11 Mio. Aktien ausgeben, wovon 7 Mio. von Fender und der Rest von einer beteiligten Private Equity-Firma stammen. Die Aktie wird zwischen 13 und 15 Dollar kosten.

Fender erwartet mit dem Börsengang eine Einnahme von 88,2 Mio. Dollar. Damit soll ein guter Teil der langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 240 Mio. Dollar abgegolten werden. Das ist nicht gerade das, was Investoren vom Erlös eines Börsengangs erwarten. Wenn Fender nicht so hoch verschuldet wäre, könnte das Unternehmen die Einnahmen für interessantere Zwecke nutzen.

Fender ist nur dann eine sichere Wette, wenn das Unternehmen Umsatz und Gewinn ohne die IPO-Einnahmen steigern kann. Der Anleger hat die Möglichkeit, erst einmal abzuwarten und zu sehen, ob sich die Geschäftszahlen bessern. Dann kann man später immer noch einsteigen. Es sei denn, Sie haben einen leeren Rahmen in Ihrem Musikzimmer mit einer Fender-Aktie zu füllen.

Adam English

US-Redakteur Taipan

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