Börseneinstieg

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marabu
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@Sarastro

Habe Dir am 19. 5. eine PN geschickt.

Gruss m.

sarastro
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Hinweise zur Wahl von Einzeltiteln

Grundsätzlich wäre beim Börseneinstieg der Erwerb eines ETF auf einen marktbreiten Index gegenüber dem Kauf von einzelnen Titeln vorteilhaft (der wichtigste Grund ist die Risikostreuung). Trotzdem wählen viele Einsteiger lieber einzelne Titel aus dem eigenen Land. Für solche Fälle gebe ich die Liste der jährlichen Performance schweizerischer Aktien (inklusive Dividenden) mit einer Börsenkapitalisierung von mehr als 2,5 Milliarden CHF über den Zeitraum Anfang 2005 bis Ende 2018. (Titel mit kleinerer Kapitalisierung sind nicht empfehlenswert, da sie stärker den Spekulationslaunen ausgesetzt sind, was zu enttäuschenden Ergebnissen führen kann. Trader müssen ohnehin nicht als Neueinsteiger an die Börse gelockt werden, da sie schon dort schon längst aktiv sind.)

Ich beschränke mich auf Aktien von Firmen mit einer Geschäftstätigkeit von mindestens vier Jahren in der heutigen Form. Falls der absolute Wert der Korrelation unter 0.5 liegt, verzichte ich auf eine Angabe, da in diesen Fällen die Kursentwicklung eher zufällig ist.

Zur Gliederung verwende ich die Brancheneinteilung, die in den Kurslisten von cash.ch verwendet wird.

Banken & andere Kreditinstitute: Cembra 13.0%; BC Vaudoise 10.0%; Luzerner Kantonalbank 7.6%; Vontobel 5.4%; Julius Baer 4.4%; St. Galler Kantonalbank 3.4%; jedoch Warnung vor Credit Suisse -4.5%

Baugewerbe & Baumaterial: Forbo 14.8%; Geberit 12.9%

Biotechnologie: BB Biotech 24.0%

Chemie: Sika 16.4%; Ems Chemie 16.2%; Givaudan 9.5%; Lonza 8.9%; Clariant 4.9%

Diverse Dienstleistungen: SGS 9.2%

Elektrische Geräte und Komponenten: Belimo 14.7%; ABB 7.3%

Elektronik & Halbleiter: AMS 15.6%; Dormakaba 9.3%

Energie & Wasserversorgung: BKW 14.0%

Fahrzeuge: Bucher 11.3%

Finanz-, Beteiligungs- & andere diversif. Ges.: Partners Group 17.7%; Temenos 16.0%; Richemont 12.4%; DKSH 3.21%; Warnung vor UBS -6.13%

Immobilien: SPS 9.82%; PSP 8.36%; Allreal 5.5%

Maschinen & Apparate: Schindler PS 12.7%; Schindler N 12.5%; Georg Fischer 9.4%; Sulzer 4,7%

Nahrungsmittel & Softgetränke: Emmi 16.0%; Barry Callebaut 12.6%; Lindt&Sprüngli N 11.1%; Lindt&Sprüngli PS 9.7%; Nestlé 8.3%

Pharmazeutik, Kosmetik & med. Produkte: Vifor 14.2%; Tecan 12.23%; Sonova 8.16%; Roche GS 6.0%; Novartis 5.7%

Telekommunikation: Sunrise 19.6%; Swisscom 4.7%

Uhren & Schmuck: Swatch I 6.6%; Swatch N 6.2%

Verkehr & Transport: Flughafen Zuerich 13.1%; Kuehne+Nagel 8.3%

Versicherungen: Helvetia 9.4%; Baloise 7.7%; Swiss Life 7.6%; Zurich 5.4%; Swiss Re 4.2%

Ich habe ausdrücklich sämtliche Aktien mit den erwähnten Bedingungen in die Liste aufgenommen und nicht etwa eine Auswahl der besten Aktien getroffen. Wer zehn oder mehr Jahre in diesen Aktien investiert war und kein Klumpenrisiko mit Großbankaktien eingegangen ist, hat also kräftig Geld verdient. Das ist aber noch bescheiden im Vergleich zu einem internationalen Portfolio, worauf ich in einem weiteren Post eingehen werde.

 

PS: Nimmt jemand diesen Kapitalist überhaupt ernst? Hoffentlich ja, dann kann ich mir die Mühe sparen auf dessen unqualifizierten Ausfälle einzugehen.

sarastro
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Auslandaktien zum Vergleich

Wie angekündigt, poste ich die Performance ausländischer Aktien. Die Auswahlkriterien sind gleich wie im letzten Post bis auf eine Ausnahme: Es werden nur Aktien mit einer Börsenkapitalisierung ab rund 100 Milliarden US$ berücksichtigt.

Das Problem ist der weltweite Überblick über die Aktienmärkte. Ich musste mich auf einfach zugängliche Daten beschränken. Es wurden die Aktien folgender Indices genommen: S&P500, Stoxx600, Nikkei225, TSX60 (Kanada), ASX100 (Australien), ergänzt mit ADR-Aktien, die in USA gelistet sind. Somit fehlen viele Aktien aus den Emerging Markets. Trotzdem berücksichtigt dieses Universum rund verschiedene 1500 Aktien. Daraus resultiert folgende Liste:

Banken & andere Kreditinstitute: Mastercard (US) 25.3%; Commonwealth Bank (AU) 6.7%; JPMorgan Chase (US) 6.5%; Wells Fargo (US) 5.1%; Toronto-Dominion Bank (CA) 4.8%; Royal Bank of Canada (CA) 4.1% und zur Abschreckung Citigroup (US) -10.4%

Biotechnologie: Amgen (US) 8.6%

Computer & Netzwerkausrüster: Broadcom (US) 39.0%; Apple (US) 25.5%; IBM (US) 4.2%; Cisco (US) 3.9%

Diverse Dienstleistungen: Visa (US) 26.3%; Alibaba (KY) 13.4%; Accenture (IE) 12.6%

Diverse Konsumgüter: 3M (US) 7.1%; Unilever NV (NL) 5.5%; Procter & Gamble (US) 3.7%

Einzelhandel, Warenhäuser: Amazon (US) 28.3%; Home Depot (US) 13.5%; Costco Wholesale (US) 10.9%; Walmart (US) 4.7%

Elektronik & Halbleiter: NVIDIA 15.8%; Thermo Fisher (US) 11.8%; Texas Instrument (US) 9.5%; Intel (US) 5.5%

Erdöl-/gas:  Chevron (US) 5.8%; Total (FR) 2.6%; Exxon Mobil (US) 2.5%; Royal Dutch Shell (NL) 1.7%;

Finanz-, Beteiligungs- & andere diversif. Ges.: PayPal (US) 35.7%; Walt Disney (US) 12.0%; Berkshire Hathaway B (US) 7.5%

Flugzeug- und Raumfahrtindustrie: United Technologies (US) 11.5%; Boeing (US) 10.9%; Honeywell (US) 10.4%; Airbus (NL) 8.7%

Gastgewerbe & Freizeiteinrichtungen: McDonald’s (US) 11.7%

Gesundheits- & Sozialwesen: UnitedHealth (US) 11.5%

Graphisches Gewerbe, Verlage & Medien: Tencent (KY) 42.5%; Comcast (US) 11.2%

Internet, Software & IT-Dienstleistungen: Netflix (US) 40.6%; Facebook (US) 32.7%; Salesforce.com (US) 24.3%; Alphabet (US) 17.7%; Adobe (US) 13.6%; Softbank (JP) 9.5%; Oracle (US) 8.5%; Microsoft (US) 8.1%; SAP (DE) 5.8%

Nahrungsmittel & Softdrinks: Nestlé (CH) 8.3%; Coca Cola (US) 7.2%; Pepsico (US) 5.6 %

Pharmazeutik, Kosmetik & med. Produkte: AbbVie (US) 20.0%; Abbott (US) 7.8%; Medtronic (US) 7.2%; L’Oréal (FR) 7.0%; Johnson&Johnson (US) 6.0%; Roche GS (CH) 6.0%; Novartis (CH) 5.7%; Eli Lilly (US) 4.9%; Pfizer (US) 4.6%;

Tabak und alkoholische Getränke: AB InBev (BE) 14.0%; Philip Morris (US) 9.7%; Diageo (GB) 6.5%

Telekommunikation: Verzion (US) 5.4%; AT&T 5.1%

Textil, Bekleidung & Lederwaren: Nike (US) 14.7%; LVMH (FR) 9.3%

Verkehr & Transport: Union Pacific (US) 16.0%

Damit sind einige Investitionsideen beisammen. Bemerkenswert ist hierbei die ausgeprägte Dominanz der USA. Als nächstes werde ich mich mit denjenigen Aktien befassen, die wegen schwacher Korrelation aus der Liste gefallen sind.

Domtom01
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Stimmt! Aber

damit können die Banken kein Geld machen. Deshalb "braucht" man aktiv geführte Fonds..., also die Banken brauchen sie.

Und was man nicht vergessen sollte: So zu investieren ist zu leicht! Das Ego hat so keinen Spass! Die Mehrheit will doch selbst für den Erfolg verantwortlich sein, statt passiv (und erfolgreich!) zu investieren.

Deinen Kommentar kannst du dir wahrscheinlich sparen, denn es interessiert die Mehrheit gar nicht. Sagen "ja, ja..." und denken was ganz anderes.

Auch wenn du noch so Recht hast!  Ist so!... und eigentlich weisst du es auch. Du kannst die Leute nicht bekehren, nicht überzeugen.

Elias
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Man soll das eine tun und das andere nicht lassen

Ich mache beides

ETF und meine Stillhalter-Dividenden-Strategie

Wenn man die Erträge aus den ETF wieder in die ETF reinvestiert, kann es mit den ETF eigentlich nicht schief gehen.

Bei den Aktien läuft es mal auf der einen Bank besser als auf er anderen. Je nachdem, ob eine Option ausgeübt wird oder nicht. Manchmal werde ich zum Glück gezwungen, ein anderes Mal werde ich zum langfristigen Anleger. Die Dividenden sind dann das Schmerzensgeld.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

sarastro
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Performance von Einzelaktien

Für User, die eher in einzelne Aktien investieren wollen, habe ich die Performance aller SPI-Aktien berechnet. Als Ergänzung wurden einige Aktien außerhalb des SPI beigefügt. (Als Grundlage wurden die Jahresschlusskurse im Zeitraum 2005 bis Ende Juni 2018 und die Schlusskurse von Ende Juni 2019 verwendet, Quelle: http://finanzen.ch . Weiter zurück reichende Daten sind mir leider nicht bekannt.)

23.1% BB Biotech 10.0% Givaudan 5.7% Swatch Inh. -0.8% Romande Ener.
22.8% Lem 9.9% Lindt&Spr. PS 5.6% Vontobel -0.9% Kant.Bank BS
21.5% Autoneum 9.9% Kant.Bank VD 5.6% Zurich Vers. -1.1% Airesis
21.5% Burkhalter 9.6% Conzzeta 5.6% Feintool -1.2% Licht. Landesb.
19.4% Titlis-Bahnen 9.4% Helvetia Vers. 5.5% Nebag -1.3% Rieter
18.9% HBM Healthc. 9.4% Georg Fischer 5.3% Swatch N -1.4% ENR Russia I.
18.3% Partners Grp. 9.3% SNB / BNS 5.1% Roche Inh -1.4% GAM
17.7% Temenos 9.3% SPS 5.1% Kant.Bank JU -1.9% CPH Che&Pap
17.5% Comet 9.2% APG SGA 5.0% Clariant -1.9% Orell Füssli
17.2% Sika 9.2% Cassiopea 4.8% SFS Group -2.2% Energiedienst
16.6% Emmi 9.0% SGS 4.7% Swisscom -2.3% Highlight
16.2% Kant.Bank GL 9.0% Zug Estates 4.7% Swissquote -2.7% Cicor
16.1% Bossard 8.8% Carlo Gavazzi 4.7% Burckhardt -2.9% VP Bank
16.1% Ems-Chemie 8.8% Also 4.6% Villars -4.0% Bellevue
16.0% IVF Hartmann 8.7% Implenia 4.6% Swiss Re -4.1% Tornos
16.0% Interroll 8.6% Sonova 4.6% Schaffner -4.2% Adval Tech.
15.4% Belimo 8.6% Komax 4.6% Warteck -4.3% Mikron
15.3% Cosmo 8.6% Swiss Life 4.5% Sulzer -4.4% OC Oerlikon
15.3% AMS 8.5% PSP 4.5% Bachem -4.5% Credit Suisse
14.9% Forbo 8.5% Nestlé 4.4% Julius Baer -4.5% Zwahlen&Mayr
14.6% Inficon 8.5% Intershop 4.1% Starrag -5.6% Perrot Duval
14.2% BKW 8.4% Dormakaba 4.0% Panalpina -5.7% Santhera
14.0% Vifor 8.1% Mobimo 3.9% Spice Priv.Eq. -5.8% UBS
13.9% Sunrise 8.1% Kühne+Nagel 3.9% Ypsomed -5.8% EIC Electricity
13.6% Daetwyler 8.0% Baloise 3.9% Bank Linth -6.5% Basilea
13.6% Vaudois Ass. 7.9% Orior 3.9% Gurit -6.9% Von Roll
13.5% Cembra 7.8% Metall Zug 3.8% Bobst -7.3% CI Com
13.4% Schweiter 7.8% Peach Proper. 3.8% Dufry -7.7% Schmolz+Bick.
12.8% Flughafen Zch 7.7% BVZ Holding 3.7% Tamedia -8.0% Newron
12.8% Tecan 7.6% Cham Group 3.7% Ascom -8.3% Arbonia
12.7% Geberit 7.5% Castle Priv.Eq. 3.6% Phoenix Mec. -8.3% Kudelski
12.6% Barry Calleb. 7.5% Kant.Bank LU 3.5% Kant.Bank SG -8.5% Meier Tobler
12.5% Kant.Bank VS 7.5% Alpine Select 3.5% Hypo Lenzb. -9.3% Valartis
12.4% Schindler PS 7.4% Sw. Fi.&Prop. 3.1% Valora -10.6% B.Pr. Gestion
12.2% Schindler N 7.3% Private Equity 3.1% Kant.Bank BE -10.6% EFG Internat.
11.9% Hochdorf 7.0% Straumann 2.8% MCH Group -11.1% New Ventur.
11.8% Richemont 6.9% ABB 2.4% Adecco -11.5% Schlatter
11.8% Hiag 6.7% Crealogix 2.2% Aryzta -12.0% Molecular P.
11.7% VZ Holding 6.6% Grp.Minoteries 1.6% Castle Altern. -12.8% Orascom
11.6% U-Blox 6.6% Huber+Suhner 1.6% Leonteq -14.9% Meyer Burger
11.4% Lastminute 6.6% Dottikon ES 1.6% Logitech -15.1% Leclanché
11.2% Bell Food 6.5% Plazza 1.5% DKSH -15.1% Airopack
11.2% Datacolor 6.5% BFW Lieg.sch. 1.0% Kant.Bank BL -15.8% Addex
11.2% Bucher 6.5% Calida 0.7% KTM -17.9% The Native
11.0% Lindt&Spr. N 6.4% Kant.Bank ZG 0.5% Elma Electron. -23.4% Evolva
11.0% Kant.Bank TG 6.4% Siegfried 0.4% LafargeHolcim -24.9% Arundel
11.0% Kardex 6.1% Roche GS 0.4% Baumgartner -25.1% New Value
10.8% Jungfraubahn 6.1% Kant.Bank GE 0.2% Zehnder -25.6% Wisekey
10.6% Aevis Victoria 6.1% Novartis 0.1% Edisun Power -25.8% LumX
10.2% Lonza 6.0% Vetropack -0.1% Varia US Pr. -31.1% Zueblin
10.2% Investis 5.9% Kant.Bank GR -0.2% Valiant -33.1 Perfect
10.1% VAT Group 5.7% Allreal -0.3% Pargesa -43.9% Kuros
10.1% Mobilezone 5.7% Coltene -0.5 CieFin. Tradit. -54.8% Relief

Tabelle: Jahresperformance ab 2005 bis Mitte 2019 (kursiv: Korrelation tief, |k| < 0.5)

In der Liste fehlen Aktien, die erst im Jahr 2016 oder später kotiert wurden. Hier sind noch zu wenige Daten für eine sinnvolle Berechnung vorhanden. Folgende Titel fehlen deshalb: Alcon, Aluflexpack, Asmallworld, Blackstone, Fundamenta, Galenica, Idorsia, IGEA, Klingelnberg, Lalique, Landis+Gyr, Medacta, Medartis, ObsEva, Poenina, Polyphor, Sensirion, SIG Combibloc, Stadler Rail und Zur Rose.

In der Zeitspanne 2005 bis Mitte 2019 beträgt die Performance des SPI 5.8%. Hier sind die Aktien nach der Börsenkapitalisierung gewichtet. Der Durchschnitt aller Performancezahlen der Tabelle beträgt nur 3.6%, was einem Portfolio mit gleich gewichteten Aktien entspricht. Das ist ein Indiz, dass eine Gewichtung nach der Börsenkapitalisierung eine bessere Performance liefert.

Bei Einzelaktien darf die historische Performance nicht ungeprüft auf die Zukunft übertragen werden. Beispielsweise weist Autoneum eine beeindruckende Performance auf, was aber vorwiegend auf vergangenen Erfolgen beruht. Als Zulieferer der Autoindustrie ist die Firma mit den Automobilbauern zusammen in Schwierigkeiten geraten. Andere Firmen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen und können die hohe Performance nicht halten oder stagnieren sogar (z.B. Bergbahnen). Bei tiefer Korrelation (in Tabelle kursiv geschrieben) ist das Ergebnis der Berechnung unsicher, weil in diesen Fällen der Aktienkurs ziemlich zufällig verläuft.Die Wahl einer guten Aktie ist ein schwierigeres Unterfangen als die Bestimmung eines guten Indexes.

Besonders auffällig ist der Niedergang der Börsenkurse bei den Banken. Diese Entwicklung ist auch im Ausland zu beobachten. Hoffentlich ist das kein Vorbote für eine aufziehende Finanzkrise.

Man beachte am rechten unteren Ende der Liste die vernichtende Performance der Lieblingsaktien vieler Cash-Poster. Es stellt sich schon die Frage, wie kompetent solche Vielfachposter sind. Wer den bekannten Pushern von Cash folgt, erleidet mit deren Empfehlungen empfindliche Verluste. Das Cash-Forum liefert ein völlig schiefes Bild der Aktienmärkte und darf deshalb nicht ernst genommen werden, wenn man nicht zu den Verlierern der Börse gehören will.

 

Modifikation dieses Post vom 1.7.2019: Performance-Ergebnisse mit tiefer Korrelation kursiv markiert

Domtom01
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Danke für die Aufbereitung

Selten , nein nie(!) habe ich hier in diesem Forum eine solche Fülle an Fundamentaldaten und Informationen von einem Mitglied gesehen. Allein dafür gebührt dir grosser Dank (zumindest von meiner Seite).

Die Frage, warum du dir diese Mühe machst und das Ergebnis hier einstellst, will ich gar nicht erst aufwerfen, es sind die bekannten Perlen vor die ...werfen.

Besonders auffällig ist der Niedergang der Börsenkurse bei den Banken. Diese Entwicklung ist auch im Ausland zu beobachten. Hoffentlich ist das kein Vorbote für eine aufziehende Finanzkrise.

Finanzkrise und Verwerfungen aufgrund neuer Technologien, Verschiebungen der Geldmächte.

Man beachte am rechten unteren Ende der Liste die vernichtende Performance der Lieblingsaktien vieler Cash-Poster. Es stellt sich schon die Frage, wie kompetent solche Vielfachposter sind. Wer den bekannten Pushern von Cash folgt, erleidet mit deren Empfehlungen empfindliche Verluste. Das Cash-Forum liefert ein völlig schiefes Bild der Aktienmärkte und darf deshalb nicht ernst genommen werden, wenn man nicht zu den Verlierern der Börse gehören will.

So ist es! Als Trader gibt es manchmal Gelegenheiten, doch hast du mit deiner Feststellung zu 100% Recht! Seriös geht anders!

sarastro
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Ein Rückblick ...

... auf das Forum im vergangenen Jahr zeigt, dass viele Posts dieses Forums keine nützlichen Informationen liefert. Eine der seltenen Ausnahmen ist der Thread von Hans mit dem Titel „Muster-Portfolio 2019/20 SMI/SPI ab 1.3.2019“. Die Beiträge dort zeigen zwar kaum mustergültige Portfolien, aber sie illustrieren, wie viele Cash-User ticken. Während der SPI um 16,67% zugelegt hat, sind die geposteten Vorschläge nur um 5,77% gewachsen. Einer der lautesten Marktschreier dieses Forums hat sogar eine negative Performance.

Die Situation ist in Wirklichkeit noch schlimmer. Die berechneten Performances enthalten nämlich keine Bankspesen und keine Steuerabzüge. An der Uni Basel wurde eine Studie erstellt, wonach der größte Teil der Aktionäre eine Underperformance von -1.70% bis -6.50% aufweisen (https://www.youtube.com/watch?v=4oBIRThIInY ab Minute 11:00). Somit besteht der Verdacht, dass viele Anleger an der Börse gar nichts verdienen.

In diesen Fällen bleiben die Gewinne bei den Banken (und Steuerämtern) hängen. Ferner dient das Geld der Aktionäre bei den im Cash-Forum beliebten Schrottaktien eher der Fütterung des Managements als der Wertentwicklung der Aktien. Wie kann man also einem Börsenanfänger noch empfehlen, in Aktien zu investieren?

Persönlich habe ich andere Erfahrungen gemacht. In rund zwanzig Jahren konnte ich kräftig Geld verdienen. Die Grundlagen dazu werde ich im nächsten Post darlegen.

marabu
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Sarastro's Post vom 12. Januar

Lieber Sarastro

Ich habe darüber nachgedacht, was Du mit diesem Beitrag bewirken willst? Sprachlich und inhaltlich gut, habe ich deine früheren Beiträge mit Interesse gelesen. Nun aber hier?

Es scheint, dass Du den zahlreichen Kleinanlegern einen Spiegel vorhalten willst. Die Untersuchung der Universität Basel zum Anlageerfolg der genannten Gruppe ist nicht die Einzige, welche zu diesem Thema vorliegt und sie scheint wohl zuzutreffen. Bereits die teilweise fragwürdigen Unternehmen, welche im Fokus des Interesses stehen, weisen darauf hin. Bluechips national oder weltweit werden nicht diskutiert. Dort kann man in der Regel auch nicht in wenigen Monaten zweistellige Verluste oder gehoffte Gewinne einfahren. Und dass es auch hier einige Glückliche gibt, ist nicht anzuzweifeln. 

Was bezweckt also dein Beitrag? Willst du Neulinge warnen? Sie auf deine Anlagestrategie führen? Die meisten Menschen brauchen das Geld jetzt, d.h. mehr davon möglichst bald. Und somit gibt es nur wenige Möglichkeiten: Lotto spielen, das reale oder Online Casino besuchen oder auf riskante Aktien setzen. 

Fortsetzung Teil 2:

Ich glaube, dass hier die Leute, welche grosse Gewinne in Bezug auf ihr eingesetztes Kapital suchen, es wohl "richtig" machen. Es ist ein Gambling, bei dem die Gewinnchancen höher als beim Lotteriespiel sind, ebenso aber auch die eingefahrenen Verluste. Da rede ich aus eigenen, vor der Jahrtausendwende zurückliegenden Erfahrungen. 

Man merkt nach einigen grösseren Verlusten mit der Zeit selbst, dass dieser Weg falsch ist. Und wer sein Kapital selbst erarbeiten musste, denkt dann plötzlich darüber nach, wie viele geleistete Arbeitsstunden da in Luft aufgegangen sind.

Ich bin mit meiner Anlagestrategie zufrieden, um es mal einfach auszudrücken. Meine Investments habe ich teilweise hier veröffentlicht (SMI-Titel, zur Zt. wieder deren zwei, ferner Royal Dutch als einzige Position unter Berücksichtigung der Dividenden leicht negativ; HSBC;  Alibaba, die ich kürzlich wegen Gewinnmitnahmen deutlich reduziert habe; Xiaomi, die ich vor einigen Wochen aufgestockt habe und jetzt zunehmend grün strahlen, allein heute wieder + 4,2%!; Ping An; CCB; dann die russischen Aktien Gazprom und Sberbank, beide erfreulich trotz dem momentanen Rückgang ersteren wegen Verzögerung der North Stream II). Zum ganzen einige Prozent in Gold, dies allerdings seit Februar vorigen Jahres.

An zu grosse Diversifikation glaube ich persönlich nicht. So sind die Einzelpositionen teilweise über 10% des Depotwertes. Jeder hat eben seine Nische, in der er sich bewegt und sicher fühlt.

Hat man Erfolg, so gibt es keinen Grund, die Strategie zu ändern.  

Nachtrag 15.1.2020: Heute Gewinnmitnahmen weltweit. Wird vernünftigerweise in den nächsten Tagen andauern.

Xiaomi nach Gewinnmitnahmen gestern heute wieder plus 4,97%. Habe eine kleine Tranche verkauft.

sarastro
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Wo wird ein Vermögen erzielt?

Es gibt - etwas plakativ gesprochen - einerseits sogenannte Spekulanten, die aus Vergnügen Wertschriften handeln, und andererseits Anleger, die mit dem Handel von Wertschriften möglichst hohe Gewinne erzielen möchten. Die Spekulanten sind schon längst an der Börse. Mich interessieren eher die Anleger.

In den Wirtschaftswissenschaften wurde in letzten Jahrzehnten der Frage nachgegangen, wie man mit Vermögenswerten möglichst hohe Gewinne erzielt. Es hat sich gezeigt, dass neben reinem Glück auch mit systematischem Vorgehen große Vermögen gewonnen werden können. Dabei wurden mathematische Methoden eingesetzt. Die Ergebnisse sind längst bekannt: (1) Ohne zufälliges Glück lassen sich hohe Gewinne nur langfristig erzielen und (2) müssen die Risiken breit gestreut werden.

Quantitative Ergebnisse werden in der Regel in US-$ oder seltener in Euro berechnet. Für Anlagen in CHF entsteht dadurch eine Unsicherheit. Beispielsweise wird der Euro Stoxx 600 in Euro berechnet und für die letzten 15 Jahre eine mittlere Kursperformance von jährlich +2,27% festgestellt, während der gleiche Index in CHF gerechnet in dieser Zeit pro Jahr um -0,94% gefallen ist. Deshalb habe ich alle Ergebnisse für schweizerische Anleger in CHF gerechnet.

Eine Problematik ist die Stichprobendichte. In der Regel wird mit Jahresschlusskursen gerechnet, weil nur solche Daten einfach zugänglich sind. (Ich habe bisher alle Ergebnisse auf Grund von Jahresschlusskursen gepostet). Es stellt sich die Frage, ob die Jahresschlusskurse repräsentativ sind. Deshalb habe ich die Berechnungen über die letzten fünfzehn Jahre mit Tagesschlusskursen vorgenommen und mit den Ergebnissen aus den Jahresschlusskursen verglichen. Es hat sich gezeigt, dass die Jahresschlusskurse für Aussagen über einen Index repräsentativ sind aber bei einzelnen Aktienkursen erhebliche Unterschiede bestehen. Im diesem Post wird die Performance auf Grund der Tagesschlusskurse für die Börsentage zwischen dem 1.1.2005 und dem 31.12.2019 angegeben (d.h. die Anzahl Stichproben wurde von 16 auf rund 3800 verdichtet). Als Datenquelle wurde www.finanzen.ch und www.finanzen.net verwendet.

Bei der Interpretation der Ergebnisse bietet die Berücksichtigung der Inflation Probleme. In den letzten fünfzehn Jahren hat der Konsumentenpreisindex in der Schweiz lediglich um 0,12% pro Jahr zugenommen. Ist das repräsentativ? Ich habe Zweifel. In den letzten vierzig Jahren hat dieser Index beispielsweise im Mittel um 1,5% pro Jahr zugelegt, was ich eher als repräsentativ empfinde. Ein weiterer Gesichtspunkt sind die Bankspesen, worauf ich im letzten Post hingewiesen habe. Trotz den erschreckenden Zahlen, die Prof. Heri von der Uni Basel liefert, gehe ich davon aus, dass bei diszipliniertem Vorgehen an der Börse die jährlichen Spesen auf 1% des Depotwertes begrenzt werden können (leidenschaftliche Trader kommen natürlich auf viel höhere Werte). Ein weiterer Gesichtspunkt sind die Steuern, die individuell verschieden ausfallen. Bei kleineren Einkommen und Vermögen kassiert der Staat etwa ein Drittel der Dividenden, was ungefähr 1% des Depotwertes ergibt. Zusammenfassend liegt also die Gewinnschwelle für durchschnittliche Anleger in der Schweiz bei 3,5%. Die Performance eines Depots sollte also mindestens 3,5% betragen, wenn man kein Geld an der Börse verlieren will.

Die weltweite Wertschöpfung der verschiedenen Anlageklassen wurde für den Zeitraum 1900 bis 2017 von Dimson, Marsh und Staunton untersucht, worauf ich in diesem Forum eingegangen bin (www.cash.ch/comment/636905#comment-636905 ). Demnach beträgt die Performance der Aktienmärke weltweit über diese knapp 120 Jahre etwa +5.2% in US-$ gerechnet. Dabei wurde die Inflation berücksichtigt, nicht jedoch die Bankspesen und die Steuern. Die Schweiz rangiert in dieser Liste mit +4,4% im Mittelfeld, Österreich (+0.8%), Italien ( +2.0%), Belgien (+2,7%) und Deutschland (+3,3%, allerdings ohne die Krisenjahre 1922/23) liegen abgeschlagen am Ende der Liste.

Die genannten Autoren beziffern die jährliche Performance für den Zeitraum 1900 bis 2017 wie folgt:

- Aktien global +5,2% (23 Länder berücksichtigt)

- Wohnimmobilien: +2,4% (11 Länder, in Ortswährung berechnet)

- Langfristige Staatsanleihen: +2,0 % (11 Länder berücksichtigt)

- Risikofreie kurzfristige Geldmarktrendite: +0.8% (nur USA berücksichtigt)

- Gold: +0,6% (Quelle: World Gould Council)

- Rohstoffe (Energie, Edelmetalle, Mineralien, Agrargüter) +0,2% (Quelle: David S. Jacks)

Diese Zahlen wurden durch die beiden Weltkriege beeinflusst und können deshalb nicht mehr auf die heutige Situation übertragen werden. Schlüsse könnten eher ab Kriegsende 1945 gezogen werden, wozu ich allerdings nur Jahresschlusszahlen zur Verfügung habe. Ferner komplizieren viele Währungsumstellungen in Europa die Berechnungen. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Entwicklung der wichtigsten Aktienmärke aufgrund der Tagesschlusskurse ab 2005 bis Ende 2019. Ich habe leider keine längeren Zeitreihen mit Tagesschlusskursen zur Verfügung.

In letzter Zeit wurden vermehrt Zweifel an der Werthaltigkeit der so genannten Fiat-Währungen $, €, £ und auch CHF geäußert. Deshalb habe ich die jährliche Performance einiger Edelmetalle über die genannten 15 Jahre berechnet, die in Zukunft zur Deckung neuer Währungen herangezogen werden könnten. Ergebnis: Gold +4.5%, Silber +1,5%, Platin -2,1%, Palladium +10,2% (!).

Bei den Aktienmärkten werden die Indices in der Regel als Kursindex ohne Dividenden berechnet. Für die Performance müssen die Dividenden eingerechnet werden. Hierzu sind jedoch die Daten miserabel dokumentiert. Deshalb habe ich als  Ausweg den Mittelwert der  Dividendenrenditen der ausschüttenden ETF genommen für das Jahr 2019 (Quelle: www.justetf.com ).

Für kleine Anlagebeträge (d.h. Depots mit weniger als 1 Mio. CHF Anlagevermögen) empfehle ich für eine ausreichende Diversifikation einen marktbreiten ETF. Aufgrund meiner neuesten Berechnungen muss ich diese Empfehlung revidieren, da die Aktienindices in vielen Ländern eine ungenügende Performance aufweisen.

Will man das Depot weltweit streuen, bietet sich als Index der FTSE All-World an, wozu ein ETF angeboten wird. Dieser Index umfasst 3954 Aktien aus 49 Ländern. Die Kurs-Performance beträgt über die letzten 15 Jahre in CHF +2,2 %, die Dividendenrendite 2,3%. Bekannter ist der MSCI World mit 1650 Aktien aus 23 Ländern, der nur „entwickelte“ Länder umfasst. Die Performance beträgt 2,4%, die Dividendenrendite 1,8%. Dem wird der MSCI Emerging Markets mit 1410 Aktien aus anderen 26 Ländern gegenüber gestellt, wo die Performance 0,3% und die Dividendenrendite 2,2% beträgt. (Zum MSCI All County World ACWI habe ich keine Tagesdaten).

Innerhalb der Weltindices differieren die Indices einzelner Länder erheblich. Der Spitzenreiter ist der Nasdaq100 mit einer Kursperformance von 11,0% und einer Dividendenrendite von 0,6%. Dieser Index schwankt allerdings stärker als der S&P500 mit einer Kursperformance von 5,1% und einer Dividendenrendite von 1,4%, was bei einem Börsencrash zu vorübergehend empfindlicheren Abstürzen beim Nasdaq100 führt.

Europa wird mit dem Stoxx600 Europe erfasst, der in CHF gerechnet sogar eine negative Performance von -0,9% und eine Dividendenrendite von 2,1% aufweist. Innerhalb von Europa weist nur die Schweiz eine anständige Performance auf (SMI Kursperformance +2.3%, Dividendenrendite 2,7%), vielleicht auch noch Deutschland (HDAX Kursperformance 1,2% und Dividendenrendite 3,1%). Schlusslicht ist Italien mit einer stark negativen Kursperformance von -7,1% bei einer Dividendenrendite von 3,5%. Kleinere Indices (MDAX etc.) können das miserable Bild Europas nicht korrigieren. Die übrigen Daten können der Tabelle unten entnommen werden. Besonders schlimm ist der beliebte EURO Stoxx 50 mit einer Kursperformance von –3,3%, der mit der Dividendenrendite von 3,0% nicht einmal gedeckt wird. (NB. Die Behörden der EU in Bruxelles hätten angesichts dieser blamablen Wirtschaftsleistung keinen Grund, die Schweiz und andere Länder derart arrogant zu behandeln.)

Große Erwartungen werden bei den Börsen aufstrebender Länder gehegt. Diese Hoffnungen können die Daten der letzten fünfzehn Jahre nicht bestätigen. Der umfassende Shanghai Composite enthält chinesische A- und B-Aktien und hat eine Kursperformance von 2,9% und eine Dividendenrendite von 1,9%. Er liegt damit noch immer um Größenordnungen hinter den US-Indices, die angeblich überholt werden sollen. Die H-Aktien im Hang Seng von Honkong weisen eine Kursperformance von 1,7% und eine Dividendenrendite von 2,5% auf, also ebenfalls weit unter den US-Werten. In China ist ausnahmsweise der Kauf der berühmten Superaktien (Alibaba, Tencent etc., die übrigens auch am Nasdaq gelistet sind) einestweilen vorteilhafter gegenüber einem Index. Als Konkurrent gegenüber China wird häufig Indien genannt. Der indische BRE SENSEX hat mit einer Kursperformance von 3,9% (die Dividendenrendite ist mir unbekannt) auch keine Chance, zu den führenden US-Indices aufzuschließen. Das Schlusslicht bildet der russische RTS mit einer fast unglaublichen Kursperformance von -10,3%, was durch eine Dividendenrendite (ist mir leider nicht bekannt) kaum wettgemacht werden kann.

In der folgenden Tabelle sind die Indices nach der Kursperformance geordnet. In den letzten zwanzig Jahren habe ich das Schwergewicht meines Portfolios auf schweizerische und nordamerikanische Aktien gelegt und damit sehr viel Geld gemacht. Diese Wahl erfolgte mehr oder weniger intuitiv. Ich sehe nach dieser Analyse keinen Grund, diese Ausrichtung in nächster Zeit zu ändern. Ich werde einzig mit der Zeit vielleicht etwas Gold in den Tresor legen.

 

Tabelle: Mittlere Performance pro Jahr in CHF für die Jahre 2005 bis 2019

Index Land

Kursperformance

2005 - 2019

Dividendenrendite

2019

Anzahl Titel
Nasdaq 100 USA 11,0% 0,6% 100
Palladium --- 10,2% --- ---
SMIM Schweiz 5,6% 2,1% 50
MDAX Kursindex Deutschland 5,4% 2,4% 50
S&P 500 USA 5,1% 1,4% 500
Dow Jones USA 5,0% 1,3% 30
Gold --- 4,5% --- ---
BRE SENSEX Indien 3,9% ??? 30
SDAX Kursindex Deutschland 3,0% 2,3% 50
Shanghai Composite China 2,9% 1,4% >1000
SLI Schweiz 2,9% 1,6% 50
MSCI World international 2,4% 1,8% 1860
SMI Schweiz 2,3% 2,7% 20
FTSE all-World international 2,2% 2,3% 3954
Nikkei 225 Japan 2,0% 1,3% 225
Hang Seng Honkong 1,7% 2,5% 50
Silber --- 1,5% --- ---
HDAX Kursindex Deutschland 1,2% 3,1% ca. 100
DAX Kursindex Deutschland 0,5% 3,2% 30
MSIC Emerging Markets international 0,3% 2,2% 1410
TSX 60 Kanada 0,0% 2,1% 60
ASX 200 Australien -0,6% 4,3% 200
Stoxx Europe 600 international -0.9% 2,1% 600
AEX Niederlande -1,0% 2,8% 25
Platin --- -2,1% --- ---
CAC 40 Frankreich -2,1% 2,9% 40
FTSE 100 Großbrit. -2,1% 4,2% 100
BEL 20 Belgien -2,2% 3,8% 20
Stoxx Europe 50 international -3,1% 2,9% 50
EURO Stoxx 50 international -3,3% 3,0% 50
IBEX Spanien -4.8% 3,0% 35
MIB Italien -7,1% 3,5% 40
RTS Russland -10,3% ??? 50
marabu
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Kompliment! Eine grosse Fleissarbeit.

Lieber Sarastro

Zuerst gebührt dir für deine grosse Arbeit Anerkennung. Verglichen zu dem leider oft in kleinliche Streitigkeiten ausartendem "Gepupse" (Man verzeihe mir diesen Ausdruck...) in vielen Beiträgen von Usern, welche sich in der Regel mit zwei, drei kleinkapitalisierten Unternehmen herumschlagen, ist dies zweifellos ein Fixstern im Forum Cash.

Vermutlich verhallt dein Beitrag aber hier ins Leere. Ich nehme wohl zurecht an, dass viele Leser sich nicht bis zum Schluss deines Beitrages durchlesen können oder wollen. Denn manch' einer wird sich an den Kopf gestossen fühlen.

Zitat: " Für kleine Anlagebeträge (d.h. Depots mit weniger als 1 Mio. CHF Anlagevermögen) empfehle ich für eine ausreichende Diversifikation einen marktbreiten ETF. Aufgrund meiner neuesten Berechnungen muss ich diese Empfehlung revidieren, da die Aktienindices in vielen Ländern eine ungenügende Performance aufweisen".

Allein diese Aussage impliziert, dass die meisten Spekulanten oder Anleger (?) in diesem Forum einiges falsch machen. Bei einigen Tausend oder Zehntausend Franken rechtfertigen sich also nur ETF's. Es gibt zweifellos ein paar Anleger mit einem Depotwert über einer Million hier, aber ich behaupte mal trocken, dass diese an einer Hand aufgezählt werden können. Ich schreibe im obigen Beitrag oben ja, dass diese Leute es "richtig" machen. Richtig insofern, dass sie hoffen, auf diejenigen Titel zu setzen, welche ihrer Meinung nach zukünftig eine hohe Performance aufweisen werden. Ist es dann Zufall oder das richtige Gespür, das zum Erfolg führt? Natürlich, du sagst, dich interessieren nur die Anleger. Aber wie viele sind es denn in deinem Sinne? Braucht's da noch ein Forum?

Über die inhaltliche Richtigkeit deiner Angaben zweifle ich nicht. Aber fundamental - und darauf gehst du leider nicht ein, ist die Frage: Lässt sich die Vergangenheit auf die Zukunft projizieren?  Wäre dem so, dann würden wir in einer völlig statischen Welt leben! Die weltweite Dynamik der wirtschaftlichen  Entwicklung nur schon der vergangenen 30 Jahre ist beeindruckend. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft in Asien liegt, und nicht in Nordamerika oder Europa. Darüber sind sich bekanntlich viele Fachleute einig. Diese Aussage hier aber in einem kleinen Beitrag wie diesem zu begründen, wäre zu komplex. Einige Andeutungen habe ich in früheren Postings gemacht. Darum nur Stichworte: Gesellschaftspolitische Entwicklung, Sättigung einer wohlstandsverwöhnten Generation, intellektuelle Neugier und materieller Hunger, Leistungsbereitschaft, etc.

Wie wurden die heute bekannten grossen Börsengurus reich? Soros durch eine Währungsspekulation gegen das britische Pfund. Kostolany wurde schon reich geboren und baute sein Vermögen durch gezielte Investitionen auf. Und Warren Buffet? Zitat aus einem Beitrag von GeVestor  

"Zudem ist häufig vom inneren Wert einer Aktie die Rede. Dieser kann und sollte vom tatsächlichen Aktienkurs abweichen. Es heißt also: Aktien eines Unternehmens guter Qualität zu einem günstigen Preis kaufen.

Auch sollten Unternehmen ihre Stärke unter Beweis gestellt haben. Marktführer, deren Gewinne über Jahre hinweg stetig gestiegen sind, gelten generell als attraktiv.

Buffett empfiehlt zudem, Investments zu konzentrieren. Von ihm stammt das Zitat: „Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen."

Jeder versucht, seinen Weg an der Börse zu finden. Hat er Erfolg, dann kann dies auch eine Frage des Glücks, aber andererseits auch des Geschicks sein.

Ich ziehe mein persönliches Ding weiter durch. Teilweise "Wellensurfen", teilweise konservativ längerfristig (für mich > 24 Monate), teilweise spekulativ (weil ich ja nicht endgültig weiss, ob "mein" Unternehmen schlussendlich auch Erfolg hat. Aber alles immer nur in grosskapitalisierten Werten.

Meine Titel sind von obigen Beiträgen bekannt. Zur Ergänzung: Neu wieder Nestlé (defensive Ausrichtung). Dann heute nach Börsenschluss in Hong Kong  meine "Trouvaille" Xiaomi + 8,35%! Zudem Ping An mit  +4.3%.

Und last but not least: "What goes up comes down", und umgekehrt!    https://www.4investors.de/nachrichten/boerse.php?sektion=stock&ID=139066...

 

En schöne Tag no wünscht

Marabu 

 

marabu
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Was hilft mir die Statistik...

... wenn ich in mein Depot eine bestimmte Anzahl Titel, ausgewählt nach Branchen und Regionen, unter Berücksichtigung aktueller wirtschaftspolitischer, marktpsychologischer und geostrategischer Faktoren aufnehme? Und wenn ich den Markt beobachte und entsprechende Anpassungen vornehme?

Auf eine Beantwortung dieser Frage bin ich gespannt!

sarastro
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Kommentare: 592
Auf die Frage von marabu

marabu hat am 17.01.2020 16:54 geschrieben:

... wenn ich in mein Depot eine bestimmte Anzahl Titel, ausgewählt nach Branchen und Regionen, unter Berücksichtigung aktueller wirtschaftspolitischer, marktpsychologischer und geostrategischer Faktoren aufnehme? Und wenn ich den Markt beobachte und entsprechende Anpassungen vornehme?

Auf eine Beantwortung dieser Frage bin ich gespannt!

Hier ist zum Beispiel eine Antwort:

www.youtube.com/watch?v=gIba4QVQZnk

 

marabu
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Eine Antwort?

Bin nächste Zeit abwesend und deshalb vorerst nur kurz:

Eigentlich nur eine Wiederholung der Statistik. Leider gehst du nicht auf meine spezifischen Einwände ein. Reduziert könnte ich kurz antworten und sagen:  Überlassen wir die ganze Anlageproblematik der künstlichen Intelligenz! 

Ich komme später darauf zurück.

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