CH-relevante Börsenthemen Jahr 2015

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05.01.2015 11:53
#1
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CH-relevante Börsenthemen Jahr 2015

Ich habe einen CH-Börsenthemen - Thread fürs 2015 eröffnet! So wird nicht jeden Monat einen neuen Thread eröffnet und man kann das ganze 2015 hier nachlesen!

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!
30.12.2015 13:03
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Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

30.12.2015 08:50
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UBS-Konsumindikator steigt im November leicht
30.12.2015 08:30

Zürich (awp) - Der UBS-Konsumindikator ist im November 2015 um 0,03 auf 1,66 Punkte gestiegen, wobei der Vormonatswert um 0,03 Punkte nach oben revidiert wurde. Damit setze sich der positive Trend der letzten Monate fort und indiziere damit weiteres Wachstum des Privatkonsums in den kommenden Monaten, schreiben die Ökonomen der Grossbank in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Die Grundlage dafür bilden die weniger pessimistischen Erwartungen des Detailhandels sowie die gestiegenen Immatrikulationen von Neuwagen. Die monatliche Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) weise auf eine erfreuliche Tendenz im Detailhandel hin, heisst es: Der im November erhobene Indexwert für den Geschäftsgang nähert sich langsam den Werten vor der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses an.

Auch Neuwagen verkaufen sich wieder besser. So seien im November 11% mehr neue Personenwagen in Verkehr gesetzt worden als noch im selben Monat letztes Jahr. Verhalten entwickelt sich dagegen der Tourismus. Die Hoteliers spürten vermehrt den Druck der relativ günstiger gewordenen ausländischen Konkurrenz, heisst es dazu.

Der Privatkonsum wuchs im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal real um 1,2%. Im vierten Quartal könne das Wachstum - unterstützt durch fallende Konsumentenpreise - sogar noch an Dynamik gewinnen, glauben die Spezialisten der Grossbank. Die Bremsspuren der Frankenstärke würden jedoch langsam sichtbar: Die weiter steigende Arbeitslosenquote dürfte das verfügbare Haushaltseinkommen und damit auch das Wachstum des Privatkonsums mittelfristig limitieren.

Der Konsumindikator zeigt laut UBS mit einem Vorlauf von ein bis drei Monaten auf die offiziellen Zahlen die Entwicklung des Privatkonsums in der Schweiz an. Dieser ist mit einem Anteil von gut 50% die mit Abstand wichtigste Komponente des Schweizer Bruttoinlandprodukts. Berechnet wird der Index aus folgenden sechs konsumnahen Grössen: Immatrikulationen von neuen Personenwagen, Geschäftslage im Detailhandel, Anzahl Hotelübernachtungen von Inländern in der Schweiz, Konsumentenstimmungsindex, Beschäftigungsentwicklung sowie Kreditkartenumsätze, die über UBS an inländischen Verkaufspunkten abgewickelt werden.

uh

(AWP)

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30.12.2015 08:49
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Aktien Tokio Schluss: Nikkei beendet 2015 auf 19-Jahres-Schlusshoch
30.12.2015 08:39

TOKIO (awp international) - Die Börse in Tokio hat am Mittwoch nach Gewinnen der Wall Street zugelegt und den Leitindex Nikkei auf den höchsten Jahres-Endstand seit 1996 getrieben. Der Auswahlindex für 225 führende Werte stieg um 51,48 Punkte oder 0,27 Prozent auf 19 033,71 Zähler. Damit kletterte das wichtigste japanische Börsenbarometer erstmals seit zwei Wochen auch wieder über die 19 000-Punkte-Marke. Der breit gefasste Topix legte um 3,91 Punkte oder 0,25 Prozent zu und endete beim Stand von 1547,3 Zählern.

Händler begründeten die Zuwächse mit der guten Marktentwicklung in den USA und den zwischenzeitlich wieder leicht gestiegenen Rohöl-Preisen, die am Mittwoch jedoch wieder nachgaben. Im Dezember war die Bilanz der Tokioter Börse durchwachsen: Der Nikkei büsste auf Monatssicht um 3,6 Prozent, der Topix um knapp 2,1 Prozent ein. Demgegenüber steht im Rückblick auf das Gesamtjahr aber ein grosses Plus von 9,07 Prozent beim Nikkei und 9,93 Prozent beim Topix.

Ein wichtiger Treiber für die unterm Strich gute Börsenbilanz Japans 2015 waren bessere Chancen für die traditionell starken Exporteure des Landes. Der Yen verlor an Aussenwert, wodurch ausgeführte Produkte auf dem Weltmarkt günstiger angeboten werden konnten. Zudem wirkte die aggressive Lockerung der Geldpolitik der japanischen Zentralbank, die bereits im April 2013 begonnen hatte, weiter nach.

Von Donnerstag bis Sonntag bleibt die Börse in Tokio geschlossen. Nach Silvester und den kurzen Neujahrs-Ferien beginnt der Handel am japanischen Aktienmarkt dann wieder am Montag./tk/jap/DP/das

(AWP)

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23.12.2015 13:43
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Ungewöhnliche Wette gegen den Franken

Von wegen besinnliche Adventszeit: Unter den führenden Wirtschaftsnationen tobt weiterhin ein unerbittlicher Abwertungswettlauf. Seit wenigen Wochen hat dieser mit China einen neuen aber nicht weniger bedeutenden Teilnehmer.

Obwohl es die Amerikaner waren, welche den Startschuss für den Abwertungswettlauf gaben, verfolgen diese das Schauspiel mittlerweile von der Zuschauertribüne aus. Das überrascht, wird der starke Dollar für die dortige Wirtschaft doch immer mehr zur Hypothek.

Offiziell gibt es so etwas wie den Abwertungswettlauf unter den führenden Wirtschaftsnationen übrigens gar nicht. Man will schliesslich keine schlafenden Hunde wecken, schon gar nicht den Bürger auf der Strasse. Denn dieser hegt noch immer blindes Vertrauen in die Werthaltigkeit des Papiergeldes. Erst dieses Vertrauen macht einen solch heftigen Streit überhaupt möglich.

Gerade Japan zieht alle Register, um die heimische Währung künstlich zu schwächen. Egal ob Nullzinsen, Anleihen- oder Aktienkäufe – der Zweck heiligt die Mittel. Allerdings stösst die japanische Zentralbank immer mehr an die Grenzen ihrer Geldpolitik. Längst laufen die im Keller stehenden Notenpressen im Grenzbereich. Bei einer noch grösseren Betriebsgeschwindigkeit drohen sie zu überhitzen. Dennoch ist der Yen zuletzt wieder stärker und nicht mehr schwächer geworden, und selbst der japanische Aktienmarkt zeigt Anzeichen einer Ermüdung.

Umso mehr überrascht eine Empfehlung von Morgan Stanley an die eigene Devisenkundschaft. Die mächtige amerikanische Grossbank rät nämlich nicht nur zu Wetten gegen unseren Franken, sondern gar zum Kauf von Yen gegen Franken.

Bisweilen beschränkte man sich bei Morgan Stanley auf den Verkauf von Franken gegen Dollar. Auch diese Empfehlung bekräftigen die Amerikaner nach dem jüngsten Rücksetzer beim Greenback. Dass der Franken nun sogar schlechter als der künstlich tief gehaltene Yen sein soll, überrascht schon sehr.

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) das Zielband für den 3-Monats-Libor-Zins in den negativen Bereich senkte. Mittlerweile wird den Geschäftsbanken sogar ein Negativzins von 0,75 Prozent in Rechnung gestellt.

Den Währungsstrategen von Morgan Stanley zufolge greift dieser Negativzins hierzulande immer stärker um sich, fallen bisherige Ausnahmeregelungen doch nach und nach weg. Mit steigendem Risikoappetit der Akteure an den Devisenmärkten werde der Franken an Wert verlieren, so sind sich die Experten sicher.

Nicht nur den Euro, auch den Dollar sehen sie bis Ende nächsten Jahres auf 1,15 Franken klettern. In Anbetracht des Aufwärtspotenzials von gut 16 Prozent innerhalb der nächsten 12 Monate müsste man eigentlich blindlings Dollar kaufen. Wäre da nicht der Yen, welchem die Strategen sogar einen Anstieg um mehr als 22 Prozent zutrauen.

Nachdem Micronas eine Übernahmeofferte der japanischen TDK vorliegt, gibt es zumindest aus Sicht eines Schweizer Aktienanlegers keine Wettmöglichkeiten auf einen festeren Yen mehr. Die Möglichkeit eines Devisentermingeschäfts oder einer Währungsoption bleibt - sofern Morgan Stanley denn richtig liegt.

CASH INSIDER

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23.12.2015 10:54
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Ausverkauf bei «Junk Bonds» irritiert Anleger

Der Preiszerfall bei «Ramschanleihen» sorgt an den US-Aktienmärkten für Verunsicherung. Denn die Entwicklung dieser «Junk Bonds» gilt als Frühindikator für die Börsenkurse. Wird nun Europa von der Verunsicherung erfasst?

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Ansteckungsgefahr machen die Strategen bestenfalls bei den europäischen Automobilherstellern und den Rohstoffproduzenten aus. Gerade bei letzteren drücke der Schuh bei der vergleichsweise hohen Fremdverschuldung. Ausserdem hätten diese beiden Wirtschaftszweige in der Vergangenheit die grösste Anfälligkeit aufgewiesen, nicht zuletzt auch aufgrund der hohen Abhängigkeit von den Schwellenländern. Diese gelten nämlich seit je her ebenfalls als verletzlich für von Amerika ausgehenden Schockwellen.

http://www.cash.ch/news/front/ausverkauf_bei_junk_bonds_irritiert_anlege...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

23.12.2015 10:24
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Trübe Aussichten für Schweizer Wirtschaft

Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich ist im Dezember 2015 gegenüber dem Vormonat um 0,7 Punkte auf 96,6 Stellen zurückgefallen.

Dabei wurde der Vormonatswert auf 97,3 von 97,9 Punkten nach unten revidiert. Damit bleibe der eingetrübte Ausblick für die Schweizer Wirtschaftsentwicklung bestehen, wie es in einer Mitteilung der KOF vom Mittwoch heisst.

Der für Dezember ausgewiesene Wert liegt damit innerhalb der Erwartungen der Experten. Von AWP befragte Ökonomen hatten für das Barometer einen Stand zwischen 95,2 und 98,0 Punkten prognostiziert.

Wie im Vormonat sei der Rückgang des Konjunkturbarometers im Dezember hauptsächlich vom Stimmungsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe getrieben gewesen, kommentiert die KOF. Dies sei ein Hinweis darauf, dass die Auswirkungen des Frankenschocks noch nicht überwunden seien.

Negative Tendenzen aus dem Baugewerbe

Weitere negative Tendenzen kamen von Indikatoren aus dem Baugewerbe sowie von konsumbezogenen Indikatoren. Teilweise seien diese von einer positiveren Dynamik bei der ausländischen Nachfrage sowie einem günstigeren Ausblick in der Finanzbranche ausgeglichen worden.

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes habe sich der Ausblick für die Maschinenindustrie sowie für die Textilbranche verbessert, so die KOF. Leicht positive Tendenzen liessen sich in der Elektro-, der Papier- sowie in der Holzindustrie beobachten, die allerdings vom eingetrübten Ausblick in der Metall-, der Nahrungsmittel sowie in der Spezialindustrie überschattet wurden.

Der Stimmungsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe zeigte sich primär bei der Beurteilung der Produktion sowie des Bestellungseingangs, heisst es. Gleichzeitig kämen positive Impulse von den Indikatoren in Bezug auf die Beurteilung des Personalbestands sowie der Zwischenprodukte.

Das KOF Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Konjunktur. Es ist ein Sammelindikator, der sich aus 238 Einzelindikatoren zusammensetzt.

(AWP)

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23.12.2015 08:29
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2015 war das Jahr der Bären

Geldverwaltern fällt es oft schwer, Gewinner zu erkennen. Bei Verlierern gelingt das dagegen besser.

Zum Beispiel Whitney Tilson, der Geld verdient, indem er auf fallende Aktienkurse setzt. Vergangene Woche schloss der Short Seller seine Position gegen Lumber Liquidators Holdings, die er von einem Kurs von etwa 100 Dollar bis weniger als 20 Dollar begleitete. Er trug zum Kursverfall bei, indem er 2013 Verdächtigungen über die Bodenbeläge der Firma veröffentlichte.

Oder die Kampagne gegen Valeant Pharmaceuticals International von Andrew Left und seiner Citron Research in diesem Herbst. Valeant war bereits von Politikern und John Hempton von Bronte Capital geprügelt worden, und die Aktie sackte ab, als Left die Firma mit Enron verglich. Damit trug er am stärksten zur Abwärtsspirale des Pharmaunternehmens bei.

Leerverkäufer sind nicht prominent

Short Seller - oder Leerverkäufer - sind nicht besonders prominent. Selbst Bill Ackman ist ausserhalb der Finanzwelt relativ unbekannt. Aber in der heutigen Zeit, wo der sechsjährige Bullenmarkt allmählich an Kraft verliert, richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte wie nie zuvor auf Bären wie Tilson. Hinzu kommt, dass sich heutzutage jeder mit einem Twitter-Konto anonym als Hobbyanalyst betätigen und Aktien niederreden kann. Und mit dem Kinofilm "The Big Short" stehen Leerverkäufer, die sonst oft als Schurken gelten, vielleicht erstmals öffentlich als die Guten da.

Während Stock Picker Kunden verlieren, haben einige Erfolge von Short Sellern diese Strategie populärer gemacht. Der Datenanbieter Activist Shorts hat in diesem Jahr 171 öffentliche Short-Kampagnen dokumentiert - 2014 waren es nur 145. In den USA hat die Leerverkaufsquote jüngst den höchsten Stand seit der Finanzkrise erreicht.

Gutes Jahr für Short Seller

Das Jahr endet für Short Seller sehr viel freundlicher als es begonnen hatte. Nach einigen schweren Jahren während des Bullenmarkts in den USA sah es in der ersten Jahreshälfte zunächst weiterhin schlecht aus. Es gab einen Fusionsboom und billige Kredite, und aktivistische Investoren trugen dazu bei, die Aktien schwacher Unternehmen zu stützen.

“Anfang Juli hat sich das geändert”, sagt Amir Madden von der GAM Holding. Ängste wegen einer Abkühlung in China gingen am Markt um, und die Rohstoffpreise sackten ab. Milliarden wurden an den globalen Aktienmärkten ausgelöscht. Plötzlich entwickelten sich die Dinge zugunsten der Short Seller, mit einem starken Bruch und einer Zunahme der Volatilität, während die Sommerflaute weiterging. “Manager, die in Einzelwerten short waren und gegen Indizes wetteten, zeigten allmählich eine starke Performance."

Left nutzte die Bekanntheit, die er sich mit Valeant erworben hatte. Mit seiner Kritik am Pharmaunternehmen Mallinckrodt schickte er dessen Aktien auf Talfahrt. Zwar zogen die Erfolge im Pharmabereich die meiste Aufmerksamkeit auf sich, aber Citron hat mindestens 55 Short-Kampagnen öffentlich gemacht. In einem Interview scherzte Left, er habe "nur" 14 Jahre Short Selling gebraucht, um einen Übernachterfolg zu erzielen.

Auch Tilson verbuchte einen Erfolg nach dem anderen. Als er im November eine Studie herausgab, in der er die Qualität der Bodenbeläge des Möbelhändlers Wayfair anzweifelte, gaben auch dessen Aktien nach. Zwar habe es auch misslungene Wetten gegeben, aber insgesamt sei das Jahr "spektakulär" gut verlaufen, erklärt er. Zuvor hatte er bereits erfolgreich Lehman Brothers leerverkauft, nur Monate, bevor die Bank 2008 zusammenbrach.

Carson Block ist ein weiterer Shortseller, der ein fantastisches Jahr 2015 verkündet. Im April brachte seine Firma Muddy Waters einen skeptischen Bericht über den Cashflow von Noble Group heraus und krönte das Jahr letzte Woche, indem sie die Finanzen der französischen Casino Guichard-Perrachon in Frage stellte, worauf deren Aktien abstürzten. Nachdem die Bullenmärkte und Zinsen nahe null jahrelang die Aktienkurse gestützt haben, sagt Block, dass es nun die Zeit der Short Seller gekommen sei.

“Die Schulden, die die Unternehmen in den letzten Jahren aufgenommen haben, schlagen nun auf sie zurück", sagt Block. “Aktivisten sagen jetzt, das ist nicht richtig, dieses Wachstum ist nicht so, wie die Investoren glauben dass es sei. Bis jetzt sind es eher die Aktivisten als organische Blasen, die platzen. Aber nicht mehr lange, und wir werden organische Blasen platzen sehen."

Eine Mail schickt den Aktienkurs in den Keller

Bis jetzt aber geben die Short Seller den Ton an. Tilson zum Beispiel fiel im November etwas Merkwürdiges auf. Er schickte eine E-Mail an rund 200 Kunden und Freunde, in der er die Wette eines anderen Short Sellers gegen Universal Insurance Holdings lobte. Die Nachricht enthielt gar keine genaue Liste angeblicher Fehler, aber in dem Augenblick, als er auf "Senden" klickte, begann die Aktie zu fallen. Sie verlor an dem Tag 17 Prozent. Dabei war das gar nicht seine Absicht gewesen.

“Eine kleine E-Mail verschicken und zuschauen, wie die Aktie fällt", sagte Tilson. "Das hat mich überrascht. Die Häufigkeit von Short-Kampagnen hat stark zugenommen, und die Auswirkungen ebenfalls."

(Bloomberg)

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23.12.2015 08:25
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US-Börsen: Weihnachtsrally kommt in Fahrt

Die US-Aktienindizes haben am Dienstag ihre Kursgewinne vom Vortag ausgebaut. Aus der Weihnachtsrally scheine doch noch etwas zu werden, kommentierten Händler.

Auch die Aussicht auf weitere Wirtschaftsanreize in China sorge für Auftrieb. Der Dow Jones Industrial legte zum Handelsschluss um 0,96 Prozent auf 17 417,27 Punkte zu. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es um 0,88 Prozent auf 2038,97 Punkte aufwärts. An der Nasdaq gewann der Nasdaq 100 0,63 Prozent auf 4589,26 Punkte.

Nike vor Zahlen fest

Schwache Daten vom US-Immobilienmarkt blendeten die Anleger aus. Bei den Verkäufen bestehender Häuser hatte es im November den stärksten Rückgang seit 2010 gegeben, womit die Prognosen der Bankvolkswirte klar verfehlt wurden. Die US-Wirtschaft war zudem im Sommer etwas schwächer gewachsen als in einer vorherigen Schätzung zunächst ermittelt. Gleichwohl fiel die nun veröffentlichte dritte Schätzung, der zufolge das Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent zugelegt hat, etwas besser aus als von Ökonomen erwartet.

Energie-Aktien profitierten von den wieder gestiegenen Rohstoffpreisen. So gewannen Chevron Corp. gut 1 Prozent, nachdem es für die Papiere des Ölkonzerns seit vergangenem Donnerstag abwärts gegangen war. Die Papiere von Nike legten um 1,58 Prozent zu. Anleger warten gespannt auf die neuesten Geschäftszahlen des Sportartikelkonzerns, die in Kürze veröffentlicht werden.

Caterpillar an der Spitze

Die Aktien des Einzelhändlers Wal-Mart Stores rückten um 1,66 Prozent vor. Börsianer begründeten dies mit den jüngsten US-Wirtschaftsdaten, aus denen hervorgehe, dass die Konjunktur weiterhin vor allem von ausgabefreudigen Verbrauchern getragen werde. An der Dow-Spitze sprangen die Titel des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar um knapps 5 Prozent nach oben. Händler verwiesen auf positive Äusserungen eines Analysten.

Im Fokus steht zudem Netapp . Das Unternehmen für Datenspeicherlösungen will den Flash-Speicherspezialisten SolidFire für 870 Millionen US-Dollar (795 Millionen Euro) in bar kaufen. Für die Netapp-Papiere ging es um fast 5 Prozent nach unten, womit sie ihre Verluste aus dem frühen Handel allerdings verringerten. Ein Analyst sprach gleichwohl von einem intelligenten strategischen Zukauf. Der Deal sollte helfen, die Produktfamilie auf Flash-Anwendungen auszuweiten.

(AWP)

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22.12.2015 08:21
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Fed-Zinserhöhung bei jeder zweiten Sitzung?

Die US-Notenbank Federal Reserve könnte nach Einschätzung ihres Mitglieds Dennis Lockhart in den kommenden Monaten bei jeder zweiten Sitzung des zuständigen Gremiums eine Zinserhöhung beschliessen.

Die von der Fed in Aussicht gestellte behutsame Anhebung bedeute kaum einen Zinsschritt bei jedem Treffen des Offenmarktauschusses, sagte der Präsident der Federal Reserve von Atlanta am Montag einem örtlichen Radiosender. Das geplante Tempo entspreche eher einer Anhebung bei jeder zweiten Zusammenkunft. Die Fed hatte vergangene Woche erstmals seit fast zehn Jahren den Leitzins erhöht. Die nächsten Zins-Sitzungen sind im Januar und März.

Insgesamt trifft sich der Offenmarktausschuss acht Mal im Jahr. Mit seiner Prognose von einem Zinsschritt bei jeder zweiten Sitzung liegt Lockhart im Rahmen der Erwartungen seiner Kollegen: In ihren aktuellen Prognosen gehen die Währungshüter im Mittel von drei bis vier Zinsschritten im kommenden Jahr aus und veranschlagen für Ende 2016 einen Satz von 1,375 Prozent. Am vergangenen Mittwoch hob die Fed die Zinsspanne auf 0,25 bis 0,5 Prozent an. Zuvor hatte der Schlüsselsatz sieben Jahre nahe null gelegen.

(Reuters)

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22.12.2015 08:19
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Fed: Dickere Kapitalpolster für Grossbanken

Die US-Notenbank will Grossbanken besser gegen Verluste rüsten, die das Finanzsystem bedrohen könnten. Darum soll die Pflicht zu Eigenkapital ausgeweitet werden.

http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/amerika/fed-dickere-kapitalpolst...

 

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Benjamin Franklin

22.12.2015 08:15
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Exporte schrumpfen im November

Im November sind die Exporte der Schweiz arbeitstagsbereinigt um 3 Prozent gesunken. Dabei waren die Exporte der Uhren- und Maschinenindustrie markant rückläufig.

Gleichzeitig legten die Importe um 1 Prozent zu. Den zusätzlichen Arbeitstag im November gegenüber dem Vorjahr eingerechnet, wuchsen sowohl die Exporte als auch die Importe, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Die Exporte legten um 1 Prozent auf 18,3 Milliarden Franken zu. Die Importe wuchsen um 5,6 Prozent auf 15,1 Milliarden Franken. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 3,1 Milliarden Franken. Das sind 607 Millionen Franken weniger als im November 2014.

Bei den Exporten mussten die einheimischen Produzenten einen Preisrückgang von 3,4 Prozent hinnehmen. Arbeitstagsbereinigt resultierte nominal ein Rückgang um 3 Prozent, real ein Zuwachs von 0,5 Prozent.

Exportlokomotive blieb mit dem dritten Zuwachs in Folge die pharmazeutische und chemische Industrie. Sie steigerte die Ausfuhren nominal um knapp 7 Prozent. Über dem Vorjahresergebnis lagen auch die Exporte von Bijouterie- und Juwelierwaren. Demgegenüber stand die Uhrenindustrie mit einem Rückgang um 5,6 Prozent, um den zusätzlichen Arbeitstag bereinigt sogar um 9,5 Prozent. Das ist der fünfte Rückgang in Folge.

Die Importe wurden gemäss EZV von den Arzneimitteln angetrieben. Innert Jahresfrist wuchsen sie nominal um 5,6 Prozent und real um 8,3 Prozent. Die Preise der eingeführten Waren sanken um 2,5 Prozent. Wegen des starken Preisrückgangs lagen die Energieträger mit einem nominalen Minus von 27 Prozent weiterhin tief im roten Bereich.

(SDA)

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21.12.2015 12:55
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Bescheidene Lohnerhöhungen 2016
21.12.2015 12:49

(Mit Angaben aus der Medienkonferenz durchgehend ergänzt)

Bern (awp/sda) - Zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten im nächsten Jahr keinen höheren Lohn. Die meisten allerdings dürfen sich auf einen kleinen Anstieg freuen. Trotz Minusteuerung fressen die gestiegenen Krankenkassenprämien den Reallohnanstieg aber weg.

Verbreitet resultierte aus der Lohnrunde für 2016 ein Anstieg zwischen 0,5% und 1%, wie der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse am Montag vor den Medien in Bern bilanzierte. Dieser wird in den meisten Fällen individuell gewährt.

Bei einer Minusteuerung von 1% im laufenden Jahr würde unter dem Strich ein Reallohnanstieg stehen. Die gestiegenen Krankenkassenprämien machen das aber zunichte.

Überhaupt sei bei den diesjährigen Lohnverhandlungen vielerorts die Minusteuerung vorgeschoben worden, beklagt Travail.Suisse. Besonders in Industrie und Gewerbe resultierte eine Nullrunde. Die Betroffenen müssten also trotz geringerer Lebenshaltungskosten den Gürtel enger schnallen.

TEUFEL AN DIE WAND GEMALT

Wie Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse sagte, malten die Arbeitgeber zu Beginn der Verhandlungen wegen der Frankenstärke Stellenabbau, Arbeitszeitverlängerung und Lohnverzicht den Teufel an die Wand.

Auch wenn sich die Situation nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank nicht wie prophezeit verschlechtert habe, seien die Lohnverhandlungen "äusserst zäh" und mühsam verlaufen. Die Frage lautete gemäss Fischer: Wo liegt etwas drin und wo stehen die Arbeitsplätze im Vordergrund?

MANGELNDE SOZIALPARTNERSCHAFT

Im Ganzen müsse die Lohnrunde 2016 als unbefriedigend beurteilt werden, sagte Fischer. Seitens der Arbeitgeber habe es eindeutig an sozialpartnerschaftlichem Verständnis gefehlt. Stattdessen propagierten bürgerliche Politiker eine Lockerung des Arbeitsgesetzes etwa bei der Arbeitszeiterfassung, den Ruhezeitvorschriften und der Sonntagsarbeit.

Auch bei den Frauenlöhnen und beim Vaterschaftsurlaub habe es kaum Fortschritte gegeben. Beim ersten Punkt müssten die Vorschläge des Bundesrats mit griffigen Massnahmen ergänzt werden, die Freiwilligkeit habe nachweislich nichts gebracht. Beim zweiten Punkt würden die Delegierten von Travail.Suisse im April über eine Initiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub befinden.

ARBEITSZEITVERLÄNGERUNG SCHLECHT HONORIERT

"Essig statt Wein": So apostrophierte Arno Kerst, Präsident der Gewerkschaft Syna, die Lohnrunde. Zahlreiche Arbeitnehmer hätten mit einer Verlängerung der Arbeitszeit zum Gedeihen ihres Betriebs beigetragen. Als Dank dafür müssten sie ohne Lohnerhöhung auskommen und hätten nicht einmal eine befristete Garantie ihres Arbeitsplatzes.

In vielen Branchen, etwa bei der Gesundheit, werde eine "Pflästerli-Politik" mit individuellen Lohnerhöhungen betrieben, wenn es an Personal fehle. In neun zu Syna gehörenden Branchen gebe es 2016 keine Lohnerhöhung, in fünf davon bereits zum zweiten Mal oder seit noch längerer Zeit.

Eric Dubuis, Westschweizer Sekretär der Hotel & Gastro Union, bezeichnete als positivsten Punkt des Jahres die Verlängerung des Gesamtarbeitsvertrags im Gastgewerbe bis Ende 2016. Die Verhandlungen für die Zeit danach seien angelaufen.

BUNDESPERSONAL VOR ADERLASS

Stefan Müller-Altermatt, Präsident von Transfair und CVP-Nationalrat (SO), erklärte, bei seiner Klientel mache sich Unmut breit. Abgesehen von individuellen Lohnerhöhungen und Einmalzahlungen habe nichts herausgeschaut. Transfair vertritt Arbeitnehmende aus den Bereichen Verkehr, Kommunikation, Post und Logistik sowie öffentliche Verwaltung.

Beim Bund stünden nach einer Nullrunde wegen des "happigen Sparprogramms" 500 bis 700 Stellen auf der Kippe, sagte Müller-Altermatt. Die eidgenössischen Räte hätten in der Wintersession zudem die Vollzeitstellen der Bundesverwaltung bei 35'000 eingefroren. Es sei aber ein Unsinn, eine Verwaltung über die Stellenzahl statt über die Aufgaben zu steuern - Aufgaben, die ihr letztlich das Parlament zuweise.

Überhaupt sei auffallend, dass die Lohnverhandlungen in etlichen Unternehmen des Service public ohne Ergebnis geblieben seien. Müller-Altermatt nannte dabei etwa die Südostbahn. In anderen Betrieben des öffentlichen Verkehrs habe die Lohnrunde merklich im Schatten des Spardrucks der öffentlichen Hand und des Nachholbedarfs im Unterhalt der Infrastruktur gestanden.

(AWP)

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21.12.2015 12:02
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Habe in der Zwischenzeit noch etwas verbilligt und bin nun bei 94 EP. Kupfer zeigt eine Bodenbildung und die Fuehrung war ja auch nicht gerade untätig mit Massnahmen einleiten. Ich hoffe, die Aktie macht uns nächstes Jahr mehr Freude

Was mich an der Aktie positiv stimmt, ist der Gewinn durch die Handelstätigkeit was einen guten CashFlow garantiert. Handel mit volatilen Preisen sollte ja ziemlich lukrativ sein, und Volatilität ist ja nun massenweise da.

21.12.2015 08:25
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Flaue Sonntagsverkäufe wegen des warmen Wetters
20.12.2015 18:06

Bern (awp/sda) - Die Sonntagsverkäufe sind dieses Jahr für viele Detailhändler harzig verlaufen. Schuld daran, waren das warme und sonnige Wetter sowie der starke Schweizer Franken.

"Wir hatten grosses Pech", sagte Andrea Bauer von der Migros-Genossenschaft Aare am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Durch das warme Wetter sei keine Weihnachts- und daher auch keine Kaufstimmung aufgekommen. Vor allem Wintersportartikel hätten unter mangelndem Interesse gelitten.

Zudem liege der diesjährige Sonntag vier Tage vor Weihnachten und daher zu früh, um schon Lebensmittel einzukaufen. "Damit haben wir aber gerechnet", sagte Bauer. Gut weggekommen sind dagegen Weihnachtsbäume und Dekoration.

SCHWEIZER KAUFEN IM AUSLAND EIN

Auch die City-Vereinigung Zürich klagt über fehlenden Umsatz. "Wir haben unser Ziel flächendeckend nicht erreicht", sagte der Präsident Milan Prenosil. Er gibt vor allem dem starken Franken die Schuld an der fehlenden Einkaufslust.

Touristen würden fehlen, aber auch Schweizer, die im Ausland oder online einkaufen gehen. Er schätzt, dass der diesjährige Verlust in der gesamten Schweiz noch grösser ausfallen wird als letztes Jahr. 2014 mussten die Schweizer Detailhändler laut Prenosil eine Einbusse von rund zehn Milliarden Franken hinnehmen.

Den Sonntagsverkauf ausfallen zu lassen, ist für Prenosil aber keine Option. "Das käme einer Kapitulation gleich", sagte er. "Wir kämpfen um jeden Konsumenten." Auch Bauer von der Migros bestätigte: "Ein Sonntagsverkauf lohnt sich immer."

Eingekauft hatten die Konsumenten gemäss Prenosil auch dieses Jahr traditionell. "Schmuck, Parfum und elektronische Gadgets kommen immer gut an", so der Präsident der City-Vereinigung. Besonders im Trend liege das Rollerboard - ein Art elektronisches Skateboard, das durch Balance angetrieben wird.

LOEB ERWARTET GLEICHEN UMSATZ WIE LETZTES JAHR

Gut besucht waren am Sonntag die Geschäfte von Manor. Insbesondere in Zürich war die Frequenz "erfreulich hoch", wie Sprecherin Elle Steinbrecher sagte. Gefragt waren auch dort Multimedia-Artikel, Parfum oder Bijouterie. Weniger gut lief es bei der der Winterbekleidung. Über den Umsatz konnte Steinbrecher mangels Vergleichbarkeit mit dem vergangenen Jahr noch keine Angaben machen.

Zufrieden mit dem Verlauf des bisherigen Weihnachtsgeschäfts ist das Berner Detailhandelsunternehmen Loeb. Beim zweiten Sonntagsverkauf hatte es mehr Kundschaft in den Läden als beim ersten. Die Frequenz sei wie erwartet hoch gewesen, sagte Loeb-Sprecherin Nicole Studer der sda am Sonntag.

Insgesamt werde ein Umsatz etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Angesichts des schwierigen Marktumfeldes sei dies ein erfreuliches Resultat.

Besonders gross war bei Loeb der Andrang in den Abteilungen Haushalt und Spielwaren. Beliebt sind in diesem Jahr Koch- und Backutensilien. Besonders multifunktionelle Küchenmaschinen seien ein Verkaufsschlager, sagte Studer. Bei den Spielwaren verkauften sich Lego und Spielsachen aus Holz gut.

Etwas harziger im Vergleich zu anderen Jahren entwickle sich das Geschäft mit der Damenmode. Auffällig sei bei der Mode allgemein ein Trend zu hochwertiger Ware wie etwa Kaschmirpullis.

Coop sagte auf Anfrage, es sei noch zu früh für eine Einschätzung zum Weihnachtsgeschäft. Eine Umsatzmeldung ist in der ersten Januarwoche zu erwarten.

cp

(AWP)

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21.12.2015 08:23
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Nebenwerte in der Hauptrolle

Im Vergleich zum Schweizer Leitindex SMI haben sich Nebenwerte 2015 gut gehalten. Altbekannte Firmen schwingen obenaus, während berühmte Namen abstürzen.

Von Ivo Ruch und Pascal Züger

Die verschiedenen Turbulenzen an den Finanzmärkten im ablaufenden Jahr gingen auch am ausserbörslichen Aktienhandel nicht spurlos vorbei. Die Performance von nichtkotierten KMU gleicht einem Nullsummenspiel, wie ein Blick auf den entsprechenden Index zeigt. Im Vergleich zum Schweizer Leitindex SMI, der bis dato 4 Prozent verliert, ist das aber immer noch eine ansehnliche Bilanz.

Ganz besonders auffallend ist die viel geringere Schwankung der ausserbörslichen Titel im Vergleich mit dem "offiziellen" Schweizer Aktienmarkt. Ein Beispiel: Als die Schweizerische Nationalbank Mitte Januar den als sicher geltenden Franken-Mindestkurs zum Euro aufhob, rasselte der Swiss Market Index (SMI) mehr als 14 Prozent in die Tiefe. Der Index für ausserbörsliche Aktien schwächte sich hingegen nur um etwa 2 Prozent ab. Das hat vor allem damit zu tun, dass diese Titel viel eher als langfristige Investments gehalten werden und weniger von Spekulanten dominiert sind. So gibt es diesem Segment auch keine Derivate.

Zudem verhindert die vielerorts mangelnde Liquidität einen regen Handel, da sich viele Gesellschaften in Familienhand befinden. Es kann sein, dass eine Aktie tagelang nicht gehandelt wird. Die daraus entstehenden Vorteile sind nicht zu verachten, wie Andreas Langenegger, Aktienspezialist bei der Berner Kantonalbank, gegenüber cash sagt: "Aufgrund der geringeren Volatilität des Marktsegmentes können Anleger in unsicheren Zeiten mit einem Investment in ausserbörsliche Titel sicher besser schlafen. Zudem verfügen viele Gesellschaften über eine sehr hohe Substanz."

So schafft es die Aktie von Holdigaz, die in diesem Jahr auf eine Performance von 3,5 Prozent kommt, auch in den Aktienfonds AMG Substanzwerte Schweiz, notabene seit Jahren einer der erfolgreichsten aktiv betreuten Fonds des Landes.

Menzi Muck klettert kräftig

Weil die nichtkotierten Aktien nicht über die Börse, sondern über spezielle Plattformen gehandelt werden, haben sie auch den Übernamen "Over the counter"-Aktien (was so viel heisst wie "über den Tresen"). Einer der Stars des Tresen-Handels ist seit mehreren Jahren der St. Galler Baggerhersteller Menzi Muck. Die Firma gehört zur Menzi Muck Gruppe, die an weiteren Ostschweizer Unternehmen beteiligt ist. Im laufenden Jahr ist die Aktie von 130 auf 174 Franken geklettert (siehe Tabelle). Die Bagger gelten als sehr innovativ und als internationale Branchenleader. Zu Beginn des Jahres präsentierte Menzi Muck mit dem Menzi Master M515 eine Weltneuheit.

Mit einem Plus von 21 Prozent sorgte auch die Genfer Privatklinik Générale Beaulieu für Aufsehen. Der Kurssprung ist allerdings auf ein Einzelereignis zurückzuführen: Spekulationen auf eine Übernahme durch die zu Aevis Victoria gehörende Klinikgruppe Genolier Swiss Medical Network. Noch ist der Deal nicht im Trockenen, aber die Anleger hoffen offenbar, dass ein möglicher Kaufpreis über dem Börsenwert der Firma liegt.

Mit den Pilatus-Bahnen (+11 Prozent) und der Schilthornbahn (+10 Prozent) reihen sich zwei Bergbahnen weit oben ein. Ein Trend, der sich auch an der Schweizer Börse zeigt, wo BVZ Holding und Titlisbahnen zu den Top-Aktien 2015 zählen. Das gilt allerdings nicht für alle Betreiber. Denn mit dem Wegfall der Euro-Untergrenze teilt sich die Schweizer Bahnen in vermehrt in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft auf, wie die Berner Kantonalbank in einer aktuellen Studie schreibt. Auf der einen Seite stehen Betriebe mit einem starken Sommergeschäft und Fokus auf asiatische Kunden. Auf der anderen Seite Bahnen mit grossem Wintergeschäft und vielen Kunden aus der Schweiz und aus dem Euro-Raum.

Segment wird weiter wachsen

Am unteren Ende der Rangliste stehen Firmen wie die Neue Zürcher Zeitung (-14 Prozent), die stark wachsende Versandapotheke Zur Rose (-4 Prozent) oder die Schweizer Zucker AG (-43 Prozent). Letztere leidet unter dem Zusammenbruch des Zuckerpreises, was im letzten Geschäftsjahr den Umsatz um 10 Prozent nach unten drückte. Trotz der niedrigen Bewertung und einer Dividendenrendite von 2,9 Prozent findet die Zucker-Aktie kaum Käufer.

Mit Blick auf das nächste Jahr stellt sich die Frage, wie die Perspektiven für OTC-Aktien aussehen. Die Gesellschaften sind mit den gleichen strukturellen wie konjunkturellen Herausforderungen konfrontiert, wie die börsenkotierten Gesellschaften. Doch bleibt die Stimmung an den grossen Börsen verhalten, wie es viele Beobachter erwarten, sind die Aussichten für ausserbörsliche Aktien dennoch gut. Denn aufgrund des Anlagenotstands im aktuellen Negativzinsumfeld ist eine Zunahme des Anlegerinteresses am ausserbörslichen Segment zu erwarten, sagt Andreas Langenegger. Die Firmen überzeugen durch Stabilität, hohe Substanz und nachhaltige Dividenden.

Und noch etwas dürfte den OTC-Markt antreiben. Immer mehr Firmen, welche aus regulatorischen und finanziellen Gründen die SIX verlassen, bereichern das Segment für ausserbörslichen Handel. Ein Trend, der anhalten wird, wie mehrere Experten glauben.

Top 10 der ausserbörslich gehandelten Aktien 2015

Titel Performance seit 1.1.2015, in %
Menzi Muck +34
Générale Beaulieu Holding +21
Kongress & Kursaal Bern +21
EW Jona-Rapperswil +14
Pilatus Bahnen +11
Wasserwerke Zug +11
Bernexpo Holding +10
Casainvest +10
Schilthornbahn +10
Bad Schinznach +9

Flop 10 der ausserbörslich gehandelten Aktien 2015

Titel Performance seit 1.1.2015, in %
Schweizer Zucker -43
Cendres + Métaux -27
Zürichsee-Fähre -18
Neue Zürcher Zeitung -14
Plaston Holding -13
Soc. Suisse des Explosifs -10
Auto AG Holding -10
Sunstar Holding -10
Rapid Holding -9
Grand Resort Bad Ragaz -8

Quelle: cash.ch, Stand: 18.12.2015

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18.12.2015 13:06
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Die «atemberaubendsten» Aktien-Kursziele

18.12.2015 12:30

Der cash Insider nennt die abstrusesten Kursziele für Aktien aus der Schweiz und die nicht immer offensichtlichen Beweggründe dahinter.

cash Insider

Der cash Insider ist unter @cashInsider auch auf Twitter aktiv. Lesen Sie börsentäglich von weiteren brandaktuellen Beobachtungen am Schweizer Aktienmarkt.

***

Aktienanalysten werden gerne dafür kritisiert, mit und nicht gegen den Strom der allgemein vorherrschenden Marktmeinung zu schwimmen. Tun sie dies aber doch einmal, ists meist auch nicht recht.

Das mag vor allem für die teils abenteuerlichen Kursziele gelten. Denn nicht selten ist die Argumentation der Banken und ihren Experten nur vorgeschobenen und ihr eigentlicher Beweggrund ein völlig anderer.

So gesehen bei Sunrise Communications. Kurz nach der Publikumsöffnung vom Februar nahm die UBS die Erstabdeckung der Aktien mit "Buy" und einem 90 Franken starken 12-Monats-Kursziel auf. Im Zuge mehrerer Ergebnisenttäuschungen wurde dieses seither gekürzt. Mit 78 Franken liegt es aber weiterhin über dem ursprünglichen Ausgabepreis von 68 Franken für die Aktien – und das nicht ohne Grund. Immerhin gehörte die UBS zu den mit der Publikumsöffnung betrauten Banken. Dasselbe gilt für die Deutsche Bank. Sie empfiehlt die Papiere des Börsendebütanten sogar mit einem Kursziel von 80 Franken zum Kauf, was knapp 40 Prozent über den aktuellen Notierungen liegt.

Preisvorstösse und Rabattaktionen des Rivalen Salt lassen darauf schliessen, dass die goldenen Zeiten im Schweizer Mobilfunkmarkt ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. Erst vor wenigen Tagen versuchte die UBS anlässlich einer Road-Show vor Investoren in New York die Zweifel zu zerstreuen. Wie mir berichtet wird, gelang das der Grossbank nicht vollumfänglich.

Das Prädikat "aufsehenerregend" erhält auch die heutige Kurszielerhöhung des für Vontobel tätigen Chefanalysten für die Papiere des Börsenlieblings Temenos. Diese sieht er neuerdings auf 65 (52) Franken klettern. Ob die Aktien um weitere 30 Prozent zulegen, nachdem sie im bisherigen Jahresverlauf bereits um 40 Prozent gestiegen sind, ist mehr als fraglich. Dazu bedürfte es schon weiterer Grossaufträge.

In Anbetracht der geradezu euphorischen Haltung des Experten stellt sich die Frage: Liebäugelt dieser mit einem Wechsel auf die Lohnliste der Genfer Bankensoftwareschmiede? Er wäre jedenfalls nicht der erste mit solchen Ambitionen.

Gerade angelsächsischen Banken wird nachgesagt, dass sie ihren aggressiven Kaufempfehlungen gerne mit optisch hohen Kurszielen Nachdruck verleihen. Dieses Klischee bedient derzeit vor allem Goldman Sachs. Erst kürzlich erhöhte die wohl mächtigste Bank der Welt das 12-Monats-Kursziel für die auf der "Conviction Buy List" geführten Bons von Roche auf 385 (340) Franken. Anders als seine Berufskollegen traut der verantwortliche Experte dem MS-Medikament Ocrelizumab einen Jahresumsatz von bis zu 8 Milliarden Dollar zu - mehr als doppelt so viel wie andere seiner Berufskollegen. Ob das noch einmal einen gut 40 Prozent höheren Börsenwert rechtfertigt, ist jedoch fraglich.

Selbst den verschmähten Aktien von LafargeHolcim traut man bei Goldman Sachs über die nächsten zwölf Monate einen Kursanstieg von 39 Prozent auf 68,50 Franken zu. Dazu müsste sich die Nachfragesituation in den für den Weltmarktführer wichtigen Schwellenländern vermutlich grundlegend aufhellen.

Für ein Kursziel fernab der Realität sorgt der für die Berenberg Bank tätige Experte bei den Papieren der Credit Suisse. Mit 16 Franken liegt dieses knapp 25 Prozent unter den aktuellen Kursnotierungen. In Erwartung milliardenschwerer Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten im laufenden Jahr und eines schwierigen Folgejahres lautet das Anlageurteil weiterhin "Sell".

An dieser Stelle sei gesagt, dass der Experte die Aktien schon seit Jahren zum Verkauf empfiehlt. Diese Hartnäckigkeit überrascht, geht mit der vollzogenen Kapitalerhöhung und der geplanten Publikumsöffnung des Schweizer Geschäfts das eigentliche Argument der Berenberg Bank doch verloren. Es muss folglich mehr dahinterstecken...

Ich warne entschieden davor, sich blind auf diese extremen Empfehlungen und Kursziele zu verlassen. Nicht selten sind die Beweggründe der Analysten völlig andere, als es scheint.

CASH INSIDER

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18.12.2015 08:27
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Wo am Schweizer Markt die Chancen liegen

Small- und Mid-Caps haben am Schweizer Aktienmarkt 2015 deutlich besser abgeschnitten als Bluechips. Vieles spricht dafür, dass dies in den kommenden Monaten so bleiben wird.

Von André Michel

Der Schweizer Aktienmarkt hat dieses Jahr den meisten Anlegern keine Freude bereitet. Nach dem Franken-Schock im Januar sowie der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung in China und anderen Schwellenländern ist dies rückblickend betrachtet nicht sehr überraschend, da die Schweizer Unternehmen ihre Gewinne zu einem überwiegenden Teil im Ausland erwirtschaften.

Die Kursrückschläge in den ersten Dezemberwochen haben den Schweizer Aktenbörse nun auf ein faires Bewertungsniveau zurückgeführt. Mit rund 17 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2016 in etwa auf dem langfristigen Mittelwert, wie aus Berechnungen der UBS hervorgeht. Im internationalen Vergleich ist dieser Wert zwar immer noch überdurchschnittlich, doch der einheimische Aktienmarkt ist traditionell etwas höher bewertet als zum Beispiel jener der Eurozone.

Darin kommt zum Ausdruck, dass viele Schweizer Unternehmen in Ihrem Sektor weltweit zu den Besten gehören, wie die britische Vermögensverwaltungsgesellschaft Schroders feststellt. Zudem profitieren sie von einer hohen politischen und wirtschaftlichen Stabilität. Schweizer Investoren sollten deshalb auch künftig einheimische Aktien in ihrem Portfolio halten. Dabei lohnt es sich allerdings, über die Titelauswahl nachzudenken.

Der Markt wird bekanntlich von einigen wenigen Bluechips dominiert: Wer einen klassischen Schweizer Aktienfonds besitzt, hat gut und gerne 60 Prozent des investierten Kapitals in gerade mal drei Valoren angelegt: Nestlé, Novartis und Roche. Natürlich sind das gut geführte, global erfolgreiche Unternehmen, die nicht einfach aus dem Portfolio gekippt werden sollten. Doch wer einseitig auf die Bluechips setzt, vergibt Chancen.

Small- und Mid-Caps bieten mehr

Generell kann festgestellt werden, dass mit einer sorgfältigen Auswahl qualitativ guter Small- und Mid-Caps (klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen) höhere Renditen erwirtschaftet werden können als mit Standardwerten, wie Professor Helmut Dietl von der Universität Zürich kürzlich in seiner Kolumne bei cash.ch schrieb. Im aktuellen Umfeld spricht auch die für 2016 zu erwartende Gewinnentwicklung klar für klein- und mittelkapitalisierte Werte.

So erwartet die Bank Vontobel, dass die Gewinne der Small-Caps um rund 34 Prozent steigen werden und jene der Mid-Caps um rund 8 Prozent. Zum Vergleich: Die Schätzungen für die Bluechips liegen bei minus 2 Prozent. Das Minuszeichen ist zwar primär der Credit Suisse zu verdanken. Doch das ändert am Gesamtbild wenig: Die Small- und Mid-Caps dürften 2016 insgesamt bessere Resultate erwirtschaften als die Standardwerte.

Dazu wird auch beitragen, dass die Auswirkungen des Franken-Schocks langsam überwunden sind. Natürlich wird es da und dort noch zu negativen Überraschungen kommen, doch insgesamt haben sich die Schweizer Unternehmen erstaunlich gut an die neue Situation angepasst. Dies zeugt von hoher Flexibilität.

Hinzu kommt der Basiseffekt: Die starke Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro hat im laufenden Jahr die Gewinne vieler Unternehmen massiv geschmälert. Dies dürfte sich 2016 kaum wiederholen. Im Gegenteil: Ausgehend von einer tieferen Ausgangsbasis haben die Small- und Mid-Caps ein grosses Potenzial, ihre Profitabilität zu steigern.

Franken-Kurs bleibt entscheidend

Dabei wird ihnen auch die hohe Innovationskraft zu Gute kommen, wie Schroders feststellt. Zudem sind ihre Bilanzen dank einer vergleichsweise tiefen Verschuldung zumeist solid und das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt deutlich unter jenem der Standardwerte. Dies erklärt, weshalb die Titel aus dem Segment der Small- und Mid-Caps gemessen am Kurs-Gewinnverhältnis etwas höher bewertet sind als die Bluechips. Aktuell empfehlen zum Beispiel Schroders, Credit Suisse und die UBS klein- und mittelkapitalisierte Werte gegenüber Bluechips zu favorisieren – wobei bei der UBS die Mid-Caps klar im Vordergrund stehen.

Voraussetzung für eine gute Entwicklung der stark exportabhängigen Schweizer Unternehmen ist natürlich, dass sich dass Wachstum der Weltwirtschaft – insbesondere auch im Euro-Raum - wie erwartet nicht abflachen, sondern eher etwas beschleunigen wird, sodass die Schweizer Wirtschaft ihre Wachstumsdelle überwinden kann. Die meisten Auguren sind diesbezüglich optimistisch. Die UBS rechnet für die Schweiz mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent im kommenden Jahr, die Nationalbank sogar mit 1,5 Prozent.

Das Stichwort Nationalbank erinnert an die zweite Prämisse: Die optimistischen Prognosen für die Small- und Mid-Caps sind eng mit der Erwartung verbunden, dass es den Währungshütern gelingen wird, den Kurs des Schweizer Frankens zumindest in etwa auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren. Eine neuerliche deutliche Aufwertung des Frankens würde die exportorientierten Unternehmen abermals sehr stark belasten.

Wer in Small und Mid-Caps investieren möchte, sollte sich die Überlegungen von Professor Helmut Dietl in Erinnerung rufen: Entscheidend für den Erfolg ist die richtige Titelauswahl, also auf Unternehmen mit hoher Qualität zu setzen. Wer sich die Analyse nicht selbst zutraut, sollte in einen gut geführten, aktiv gemanagten Fonds investieren.

CASH

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17.12.2015 08:50
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Finanzmärkte erleichtert über Fed-Schritt

Die Zinsanhebung in den USA hat für Erleichterung an den weltweiten Finanzmärkten gesorgt. Die Börsen in den USA und Asien standen deutlich im Plus.

Auch in Europa wird am Donnerstag eine freundliche Eröffnung erwartet. Dagegen fiel der Euro gegenüber dem US-Dollar. US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen habe "die bestvorbereitete Zinserhöhung der Geschichte vollzogen", schrieb Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Mit der Aussicht auf eine positive US-Wirtschaft und mögliche, aber längst nicht sichere Zinsschritte 2016 können die Investoren gut leben."

Die Börsen profitieren seit Jahren stark vom billigen Geld der Notenbanken. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwochabend erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins von der Nulllinie wegbewegt. Er steigt um 0,25 Prozentpunkte und liegt künftig innerhalb einer Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Volkswirte und die Finanzmärkte hatten die Anhebung erwartet.

"Die Unsicherheit über den Zeitpunkt der Zinsanhebung ist weg", sagte ein Marktstratege in Tokio. Der Dow Jones Industrial in New York kletterte bis zum Handelsschluss um 1,28 Prozent, der Nikkei-225-Index in Tokio stieg um 1,59 Prozent. Auch an den chinesischen Börsen ging es merklich aufwärts.

Gewinne erwartet

Der SMI steht vorbörslich mit 0,9 Prozent im Plus. Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Donnerstag ebenfalls mit kräftigen Gewinnen an seine jüngste Erholung anknüpfen. Der Broker IG taxierte den Dax zwei Stunden vor Handelsbeginn 1,18 Prozent höher auf 10'593 Punkte.

Dagegen ist der Kurs des Euro am Donnerstagmorgen deutlich unter Druck geraten. Im asiatischen Handel sackte der Wert der europäischen Gemeinschaftswährung bis auf 1,0832 Dollar ab, nachdem er am Mittwochabend kurz nach der Fed-Entscheidung noch bis auf 1,1011 Dollar geklettert war.

Der Beschluss des Fed-Führungsgremiums war einstimmig gefallen. Ökonomen und die Finanzmärkte hatten ihn erwartet. Nun rätseln die Anleger, wie es weitergeht. Fed-Präsidentin Janet Yellen kündigte an, dass weitere Zinserhöhungen "voraussichtlich graduell" erfolgen werden.

"Wir fangen frühzeitig mit Erhöhungen an und handeln schrittweise", sagte Yellen auf einer Pressekonferenz in Washington im Anschluss an den Zinsentscheid. Von einer "mechanischen Anhebung" könne keine Rede sein. Ein einfaches Kriterium, an dem weitere Schritte festgemacht werden könnten, gebe es nicht. Ohne eine Verminderung der geldpolitischen Stütze gäbe es jedenfalls die Gefahr, dass die Wirtschaft überschiesse.

Der erste, nun gemachte Schritt sollte nicht überbewertet werden, sagte Yellen. Es handele sich um eine kleine Zinserhöhung. Die Fed werde die Märkte genau beobachten und auch künftig vorsichtig vorgehen.

Dollar fällt zunächst

Allerdings waren die Aussagen zur Konjunktur von Fed-Chefin Janet Yellen an einer Pressekonferenz etwas zurückhaltend. Das hat Spekulationen auf baldige weitere US-Zinserhöhungen gedämpft, was dem Dollar zuerst zusetzte, bevor er sich wieder erholte. Auch der Franken stieg gegen den Dollar und blieb gegen den Euro kaum verändert.

Keine Regelmässigkeit

Entsprechend Yellens Worten rechnen die meisten Experten mit einer langsamen Anhebung der Zinsen. Yellen werde im kommenden Jahr sehr behutsam mit weiteren Zinserhöhungen umgehen, sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe. "In Anbetracht der fragilen Lage im Verarbeitenden US-Gewerbe bleiben weitere Zinsschritte eine Gratwanderung."

Christopher Probyn, Chefökonom beim Vermögensverwalter State Street Gobal Advisors, geht davon aus, dass vor künftigen Zinsentscheidungen wieder viel Unklarheit herrschen dürfte. "Die Zinserhöhung wird eine volatile Phase einleiten", so Probyn. "Der Markt wird von nun an vor jedem Treffen der Federal Reserve darüber spekulieren, ob die Notenbank eine Anhebung der Zinsen verkündet oder doch lieber abwartet."

Wie genau es künftig weiter geht, dürfte von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Das weitere Tempo der Zinsanhebung hänge vom wirtschaftlichen Ausblick und den Konjunkturdaten ab, hiess es von der Fed. Die Notenbank senkte ihre Inflationsprognose für das kommende Jahr auf 1,6 Prozent. Bislang war sie von 1,7 Prozent ausgegangen. Gleichzeitig hob sie die Wachstumsprognose für 2016 von bisher 2,3 Prozent auf 2,4 Prozent an.

Mit der Entscheidung, die Zinsen anzuheben, habe die Notenbank auf "beträchtliche wirtschaftliche Fortschritte" reagiert, sagte Yellen. Am Arbeitsmarkt und insbesondere bei der Lohnentwicklung habe es bedeutende Verbesserungen gegeben. Es gebe zudem Anzeichen, dass das Lohnwachstum anziehe.

"Die Zinserhöhung ist eine gute Nachricht"

Die langfristigen Inflationserwartungen seien überwiegend stabil, wenn auch der starke Dollar und die niedrigen Ölpreise auf die Teuerungsrate drückten. Dies seien jedoch vorübergehende Effekte. Von dem jüngsten Abwärtstrend bei den Ölpreisen zeigte sich Yellen zwar überrascht. Die Fed gehe jetzt von einer Stabilisierung der Ölpreise aus. Die US-Exporte würden durch den starken Dollar und das schwache Wachstum der Weltwirtschaft zwar belastet. Allerdings seien die vom Ausland ausgehenden wirtschaftlichen Risiken seit dem Sommer gesunken.

Analysten und Bankenvertreter sind sich einig, dass die Einleitung der Zinswende ein richtiger Schritt war. "Die Zinserhöhung ist eine gute Nachricht", sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Bankenverbandes. "Sie zeigt, dass die Fed dem konjunkturellen Aufschwung in den USA vertraut und die Folgen der Finanzkrise zum grössten Teil als überwunden ansieht."

Frank Hübner, Ökonom beim Bankhaus Sal. Oppenheim, sieht in der Fed-Entscheidung einen "Adelsschlag" für die erholte US-Wirtschaft. Für 2016 rechnet Hübner mit weiteren Zinsanhebungen von insgesamt rund einem Prozentpunkt.

(cash/Reuters/AWP)

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17.12.2015 08:50
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Seco belässt BIP-Prognosen für 2016 auf 1,5% - 2017 Wachstum von 1,9% erwartet
17.12.2015 08:15

Bern (awp) - Die Konjunkturperspektiven für die Schweiz haben sich laut den Ökonomen des Bundes seit der letzten Prognose vom September nur wenig verändert. Die neuste Prognose geht für das laufende Jahr von einem leicht schwächeren Wachstum von 0,8% aus gegenüber 0,9% in der letzten Prognose. Für das kommende Jahr 2016 erwarten die Seco-Ökonomen unverändert ein reales BIP-Wachstum von 1,5% und für 2017 soll sich die Wachstumsrate auf +1,9% erhöhen.

Insgesamt geht die Expertengruppe weiterhin nur von einer "graduellen Beschleunigung des Wirtschaftswachstums der Schweiz" aus. Infolge der eher zögerlichen Konjunkturbelebung dürfte auch die Arbeitslosenquote vorerst noch weiter von 3,3% im laufenden Jahr auf 3,6% im Jahresdurchschnitt 2016 ansteigen und erst 2017 wieder auf 3,4% zurückgehen, heisst es in der Prognose.

Die Schweizer Wirtschaft habe noch nicht wieder Tritt gefasst, schreibt das Seco. Nachdem das Wirtschaftswachstum bereits in der ersten Jahreshälfte praktisch zum Stillstand gekommen sei, habe das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) auch im 3. Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal stagniert. Die deutliche Wachstumsabkühlung gehe massgeblich auf die Frankenaufwertung von Mitte Januar zurück. Dämpfende Effekte hatten ausserdem die schwächere Expansion des Welthandels und die nachlassende Dynamik der Inlandkonjunktur.

Die inländische Nachfrage wird gemäss der Seco-Prognose über den gesamten Prognosehorizont eine wichtige Stütze der Konjunktur bleiben. Wie schon im laufenden Jahr könnten die privaten Haushalte für 2016, angesichts der anhaltend negativen Teuerung, mit realen Kaufkraftgewinnen rechnen, die zumindest teilweise in zusätzliche Konsumausgaben fliessen könnten, glauben die Ökonomen des Bundes.

Für die Bauinvestitionen zeichne sich für 2016 eine Fortsetzung der schwächeren Tendenz ab, dies jedoch auf einem hohen Niveau. Neben dem Tiefzinsumfeld dürfte ein anhaltendes Bevölkerungswachstum die Bauinvestitionen sowie auch den privaten Konsum weiterhin stützen. Vom Aussenhandel dürften dagegen im laufenden Jahr keine nennenswerten Impulse kommen, so das Seco. Im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung werden für die kommenden zwei Jahre aber wieder positive Wachstumsbeiträge erwartet.

Ein erheblicher Risikofaktor für die konjunkturellen Aussichten in den Schwellenländern und damit indirekt für die Weltwirtschaft sei die "Normalisierung" der US-Geldpolitik. Wichtige Schwellenländer könnten, angesichts ihrer fragilen Verfassung, infolge der Zinswende in den USA von erheblichen Turbulenzen und Kapitalabflüssen betroffen sein. Risiken gingen darüber hinaus von der noch unklaren zukünftigen Regelung der Zuwanderung aus.

tp/cf

(AWP)

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16.12.2015 13:14
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Schweizer ZEW-Indikator steigt im Dezember auf 16,6 Punkte - Delle ausgebügelt
16.12.2015 11:30

Zürich (awp) - Die Erwartungshaltung von Ökonomen und Analysten zum Schweizer Konjunkturverlauf hat sich im Dezember deutlich verbessert. Der ZEW-Indikator ist auf 16,6 von 0 Punkten im Vormonat gestiegen. Der Konjunkturausblick für die kommenden sechs Monate habe sich somit wieder aufgehellt, heisst es am Mittwoch in einer Mitteilung der Credit Suisse und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die den Index monatlich berechnen.

Mit dem aktuellen Wert sei fast wieder das Niveau vom Oktober erreicht worden. Damals erreichte der Indikator mit +18,3 Punkten den bislang höchsten Stand des Jahres. Zum Vergleich: Im Februar, also kurz nach der Aufhebung des Mindestkurses, war er auf -73,0 Punkte abgesackt. Danach hatte er sich im Jahresverlauf fast kontinuierlich erholt - abgesehen von der deutlichen Delle im November.

Die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in der Schweiz hat sich ebenfalls deutlich verbessert. Sie stieg auf -2,7 von -12,2 Punkten. Die aktuelle Lage in der Eurozone wird gemäss den Angaben ebenfalls weiterhin leicht negativ eingeschätzt (-8,7), wogegen die Situation in den USA (+50,0) deutlich optimistischer gesehen wird. Die Erwartungshaltungen für die weitere Entwicklungen in der Eurozone (+41,2) und den USA (+11,8) haben sich nicht gross verändert.

STABILER WECHSELKURS ERWARTET

Beim Euro-Franken-Wechselkurs wird mehrheitlich eine konstante Entwicklung erwartet. 61% der Befragten erwarteten in den nächsten sechs Monaten einen stabilen Kursverlauf, heisst es weiter. Zuletzt sei dieser Wert zu Jahresbeginn so hoch gewesen - also vor Aufhebung der Euro-Untergrenze. Zum Dollar dürfte sich der Franken hingegen abwerten, 58% der Befragten rechnen damit.

Mit Blick auf die kurzfristigen Zinsen geht die klare Mehrheit der Befragten weiterhin von unveränderten Zinsen aus. Der Anteil jener, die mit sinkenden Zinsen rechnet, habe sich allerdings deutlich erhöht, heisst es weiter.

Die Inflationserwartungen gehen weiterhin von einer zunehmenden Inflation in der Schweiz aus, der entsprechende Index blieb nahezu unverändert klar im positiven Bereich. Für die Eurozone und die USA liegen die Erwartungen hinsichtlich der Inflation noch deutlicher im positiven Bereich.

Mehr oder weniger unverändert sind die Erwartungen an die Aktienmärkte. Die Mehrheit der Analysten gehe von weiter steigenden Kursen aus.

Mit Sonderfragen wurden die langfristigen Wachstums- und Inflationserwartungen abgefragt. Die häufigsten Antworten beim BIP-Wachstum waren "1,0% bis 1,5%" sowie "1,5% bis 2,0%" sowie bei der Inflation "1,0% bis 1,5%".

Die Umfrage wurde zwischen dem 30. November und dem 14. Dezember 2015 durchgeführt.

rw/cf

(AWP)

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16.12.2015 12:34
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Worauf es beim US-Zinsentscheid ankommt

Um 20 Uhr Schweizer Zeit ist es so weit: Nach sieben Jahren Nullzinspolitik wird das Federal Reserve mit grosser Wahrscheinlichkeit den ersten Schritt in Richtung Normalisierung machen. Gemäss den Terminkontrakten an der Futures-Börse CME beziffern Investoren die Chance auf über 80%, dass die Währungshüter nach mehrfachem Zögern tatsächlich Ernst machen.

Fed-Chefin Janet Yellen hat seit gut einem Jahr versucht, Investoren auf dieses historische Ereignis einzustimmen. Dennoch hat die Nervosität an den Finanzmärkten in den vergangenen Tagen spürbar zugenommen. Das zeigen etwa die heftigen Erschütterungen im Handel mit Hochzinsanleihen. Hier deshalb die wichtigsten Punkte, auf die es heute Abend ankommt.

Wann kommt der nächste Schritt?

Der Fed-Entscheid markiert den Anfang des Rückzugs aus der unkonventionellen Geldpolitik. Ausschlaggebend ist daher, was die US-Notenbank zum Pfad weiterer Zinsschritte sagt. Yellen hat immer wieder betont, dass dieser Zinszyklus kein gewöhnlicher sein wird. Das heisst, sie will keinem mechanischen Ansatz folgen, bei dem das Fed an jeder Sitzung den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Vielmehr sollen die nächsten Schritte vom Konjunkturverlauf abhängig sein.

Wohin geht die Reise?

Im letzten Zinszyklus hatte der frühere Fed-Chef Alan Greenspan die Federal Funds Rate auf bis zu 5,25% erhöht. Ein solches Niveau ist heute mit Blick auf das mässige Konjunkturwachstum in den USA kaum mehr denkbar. Die Frage ist deshalb, was sich das Fed als langfristiges Ziel für einen «neutralen» Leitzins setzt, der die Wirtschaft weder stimuliert noch bremst. Grosse Bedeutung kommt damit den Zinsprognosen der einzelnen Fed-Mitglieder zu, die sie jeweils ein Mal pro Quartal adjustieren.

Was für Werkzeuge kommen zum Einsatz?

Traditionell hat die US-Notenbank die Zügel bislang über die Steuerung der Federal Funds Rate gestrafft. Das ist der Zins, zu dem sich Banken über Nacht Geld leihen. Weil die Banken nach all den Liquiditätsspritzen aber derart viel Überschussreserven halten, hat dieser Markt praktisch an Bedeutung verloren. Wichtig wird also sein, was die US-Notenbank zu neuen Werkzeugen sagt wie Reverse Repos, einer speziellen Art von Rückkaufvereinbarungen.

Was denkt Yellen?

Eine halbe Stunde nach dem offiziellen Zinsentscheid hält Yellen um 20.30 Uhr eine ausführliche Pressekonferenz ab. Ihre Einschätzungen zum US-Arbeitsmarkt und zur Inflation werden dieses Mal besonders wichtig sein. Es ist zu erwarten, dass sie einen sehr milden Ton anschlagen wird, um die Finanzmärkte nicht zu verunsichern. Interessant wird zudem sein, was sie zu Junk Bonds, zum Ölpreis, zum Dollar und zur globalen Wirtschaftslage denkt.

Wo verlaufen die Fronten innerhalb der US-Notenbank?

Als Präsidentin des zehnköpfigen Stimmgremiums im Fed-Vorsitz legt Yellen viel Wert auf einen Konsens. Der einzige Stimmberechtigte, der bei der letzten Sitzung von Ende Oktober bereits für einen Zinsschritt votierte, war Jeffrey Lacker, Präsident der Fed-Distriktnotenbank Richmond. Auf der anderen Seite hatten sich die Fed-Gouverneure Daniel Tarullo und Lael Brainard öffentlich gegen einen Zinsschritt in diesem Jahr ausgesprochen. Halten sie an dieser Meinung fest, wäre es das erste Mal seit 2005, dass ein Gouverneur nicht gleich wie das Fed-Oberhaupt stimmt.

http://www.fuw.ch/article/worauf-es-beim-us-zinsentscheid-ankommt/

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

16.12.2015 08:29
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US-Notenbank Fed berät über Zinswende

In den USA entscheidet die Notenbank Federal Reserve heute (Mittwoch) über die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren.

Die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen haben die Finanzmärkte bereits darauf vorbereitet, dass sie die Zügel anziehen werden. Experten rechnen damit, dass der Leitzins auf eine Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent angehoben wird.

Seit Dezember 2008 liegt der Schlüsselsatz zwischen null und 0,25 Prozent. Mit der Erhöhung endet die Ära des billigen Geldes und Kredite verteuern sich tendenziell wieder. Die Zentralbank trug mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik dazu bei, dass die US-Wirtschaft nach der weltweiten Finanzkrise aus der Rezession herausfand und nun floriert.

Das viele billige Geld sorgte auch dafür, dass die Aktienmärkte von Rekord zu Rekord eilen konnten. Nun müssen sie sich darauf verlassen, dass die Konjunktur auch ohne diese Stützen rund läuft.

Große Schwellenländer wie China blicken ebenfalls gebannt nach Washington: Sie haben in Zeiten des US-Nullzinses Anleger mit höheren Renditen angelockt, müssen nun aber damit rechnen, dass Kapital abgezogen wird.

(Reuters)

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15.12.2015 13:00
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CS-Konjunkturerwartung für 2016 etwas eingetrübt - Sorgenkind Frankenstärke
15.12.2015 12:15

(Durchgehend neu und ergänzt um Aussagen aus Telefonkonferenz)

Zürich (awp) - Die Ökonomen der Credit Suisse (CS) zeigen sich für die Schweizer Wirtschaft im kommenden Jahr pessimistischer als noch vor drei Monaten. Besonders die Frankenstärke belastet weiterhin die Exportindustrie. Die Negativzinsen haben dem "Monitor Schweiz" zufolge die Währung bisher nur wenig geschwächt und das Makrobild kaum verändert.

Für 2016 rechnet die Credit Suisse nun mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandproduktes (BIP) von noch 1,0% - nach der Prognose von +1,2% Mitte September. Der Schweizer Wirtschaft fehle der Schwung, heisst es im am Dienstag veröffentlichten "Monitor Schweiz". Der starke Franken laste auf der Exportwirtschaft, und die Binnenwirtschaft komme nicht richtig auf Touren. Für das zu Ende gehende Jahr belässt die Credit Suisse die Prognose indes bei +0,8%.

Das Wirtschaftswachstum dürfte noch länger verhalten bleiben und 2016 angesichts der steigenden Einwohnerzahl pro Kopf gerechnet gar negativ ausfallen, so die Analyse. Die verbesserte Konjunktur im Ausland wirke sich zwar positiv auf die Exportnachfrage aus. Zahlreiche Unternehmen würden aber weiterhin mit grossem Margendruck zu kämpfen haben, um ihre Marktposition zu verteidigen. Ohne eine markante Frankenabwertung - die angesichts der zusätzlichen geldpolitischen Lockerung in der Eurozone unwahrscheinlich scheine - werde es keine breit abgestützte Exporterholung geben.

SCHWEIZER WIRTSCHAFT ANFÄLLIG FÜR SCHOCKS

Im 2015 stark getroffenen Exportsektor erwarte er im neuen Jahr allerding eine gewisse Stabilisierung, sagte Oliver Adler, Leiter Economic Research bei der CS, an einer Telefonkonferenz. Auch für die Binnenwirtschaft sind den Ökonomen zufolge derweil keine "kräftigen" Wachstumsimpulse auszumachen. Stabilisierend wirkten lediglich die weiterhin rege Zuwanderung, die nach wie vor steigende Kaufkraft sowie die günstigen Kreditzinsen - weshalb eine Rezessionsgefahr gebannt bleibe.

Dagegen laste die Eintrübung am Arbeitsmarkt zunehmend auf der hiesigen Wirtschaft, was auch auf die Konsumentenstimmung und den Konsum drücke, so Adler. Die CS-Ökonomen rechnen für das kommende Jahr mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote (im Durchschnitt) auf 3,7% - nach einer Quote im November 2015 von 3,4%.

Das Fazit der Ökonomen lautet: "Die Schweizer Wirtschaft bleibt wegen der schwachen Wachstumsdynamik anfällig für wirtschaftliche Schocks." Eine weitere Aufwertung des Frankens wäre nur schwer verkraftbar, und entsprechend werde die SNB noch länger gezwungen sein, die Zinsen negativ zu halten.

MAKROBILD DURCH NEGATIVZINSEN KAUM VERÄNDERT

Eine genaue Prognose, wie lange die Tiefzinsphase noch anhalten wird, wagen die Ökonomen allerdings nicht. Auch im nächsten Jahr werde die SNB von einem kaum veränderten Makro- und Finanzmarktbild geprägt sein, sagte Sara Carnazzi, Leiterin Fundamental Macro Research. Und damit bleibe die Notenbank weiterhin gefordert, eine relativ restriktive Politik zu fahren. Zusammenfassend sei ein Realzinsanstieg zwar kurz- und mittelfristig absehbar; eine Trendwende hin zu einem signifikant höheren Zinsniveau erscheine jedoch eher unwahrscheinlich, so Carnazzi.

Rückblickend habe das Abrutschen der Zinsen in teils stark negative Bereiche Anfang Jahr die Ausrüstungsinvestitionen von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) bisher kaum beeinflusst. Nur knapp ein Drittel der KMU gab an, dass sich die tiefen Zinsen zwischen 2009 und 2014 positiv oder sehr positiv auf ihre Investitionsvolumina ausgewirkt hätten, so die Credit Suisse. Dabei standen generell Immobilieninvestitionen im Vordergrund, und dies auch ausserhalb der Bauwirtschaft. Der "Zinsrutsch" habe zudem die Nachfrage institutioneller Investoren nach Wohnimmobilien weiter stimuliert, was in höheren Leerständen resultieren dürfte.

Die Negativzinsen hätten jedoch Auslandbanken dazu bewogen, ihre Frankendepositen abzubauen; Anleger aber noch nicht dazu verleitet, in grossem Umfang Einlagen in Bargeld zu wechseln. Letztere beide Effekte sind nach Meinung der Ökonomen als Teilerfolge der SNB zu verbuchen.

ys/cf

(AWP)

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15.12.2015 08:42
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Schweizer Top- und Flop-Aktien im Chaosjahr

Anders als in den letzten Jahren kann die Schweizer Börse 2015 international nicht mithalten. Dennoch zeigt ein Blick auf das ablaufende Börsenjahr: Es gab einige Aktien-Überraschungen. Ein Überblick mit Tabelle.

http://www.cash.ch/news/boersenticker/schweizer_top_und_flopaktien_im_ch...

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11.12.2015 11:11
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10,5 Milliarden Euro weniger Ausgaben

Die niedrigen Rohölpreise haben sich auf die Spritpreise an den Tankstellen ausgewirkt. Dieses Jahr werden die Deutschen wesentlich weniger Geld für Kraftstoff ausgeben.

http://www.berliner-zeitung.de/auto/deutsche-sparen-benzin-und-disel-so-...

 

Das gesparte Geld wird zum Teil zu Verlagerung im Konsum und auf jeden Fall zu mehr Firmengewinnen führen.

Auch bei uns in der Schweiz

 

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09.12.2015 08:34
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Schweiz will Schulden 2016 weiter abbauen

Die Schweiz will ihre Verschuldung auch im kommenden Jahr zurückfahren. Bereits das neunte Jahr plane die Eidgenossenschaft, mehr Anleihen zu tilgen, als neue zu begeben.

Bis Ende 2016 soll der Bestand ausstehender Anleihen um 3,4 Milliarden Franken auf noch rund 74 Milliarden Franken sinken. 2007 waren es noch knapp 96 Milliarden Franken, sagte Philipp Rohr, Sprecher der Eidgenössischen Finanzverwaltung, am Dienstag.

Für das kommende Jahr sieht der Emissionskalender des Bundes ein Volumen von rund sechs Milliarden Franken vor. Der Mittelbedarf ergebe sich hauptsächlich aus Fälligkeiten von Anleihen im Umfang von 9,4 Milliarden Franken, wie es heisst.

Dabei werden bereits im März mit der 2,5 Prozent Obligation 2003/2016 rund 6,7 Milliarden Franken fällig. Weitere 2,7 Milliarden Franken stehen im Oktober auf der Agenda.

Im laufenden Jahr hatte die Tresorerie wegen der höher als erwarteten Liquidität die geplante Mittelaufnahme auf 3,3 von zunächst fünf Milliarden Franken nach unten revidiert.

Steuern werden früher bezahlt

Das negative Zinsumfeld veranlasse die Steuerzahler dazu, Steuern früher zu bezahlen und Verrechnungssteuern später zurückzufordern, sagte Rohr. Damit können die von den Banken geforderten Negativzinsen umgangen werden. Geschäftsbanken reichen die Negativzinsen von 0,75 Prozent, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) für bei ihr parkierte Guthaben ab einer bestimmten Höhe fordert, an ihre Kunden weiter. Die SNB hatte Minuszinsen eingeführt, um gegen den starken Franken anzukämpfen.

Die durchschnittliche Restlaufzeit aller Anleihen beträgt derzeit bei einer Verzinsung von 0,28 Prozent rund 20 Jahre. Mit kurzfristigen Geldmarktpapieren konnte die Tresorerie wegen der Negativzinsen einen Ertrag von rund 70 Millionen Franken generieren. "Seit 2011, als die Renditen negativ wurden, sind es rund 140 Millionen Franken", sagte Rohr.

Die Eidgenossenschaft werde ihre Strategie fortführen, die tiefen Zinsen für eine möglichst lange Laufzeit anzubinden, sagte Rohr. Mit Ausnahme von August plant die Tresorerie 2016 jeden Monat eine Auktion. Im April, Oktober und Dezember hält sich die Finanzverwaltung optionale Termine offen.

(Reuters)

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09.12.2015 08:22
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Arbeitslosenquote steigt im November auf 3,4% - Kurzarbeit erhöht sich stark
09.12.2015 08:15

Bern (awp) - Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz hat sich im November 2015 gegenüber dem Vormonat erneut erhöht, ebenso die entsprechende Quote. Ende Monat waren laut einer Mitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) vom Mittwoch 148'143 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, das waren 6'874 mehr als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4%, der saisonbereinigte Wert stagnierte bei 3,4%. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen gar um 8,5%.

Die vom Seco publizierten Zahlen liegen genau in den Erwartungen. Von AWP befragte Ökonomen hatten für den November 2015 für die Arbeitslosenquote unisono einen Wert von 3,4% beziehungsweise saisonbereinigt ebenfalls durch die Bank 3,4% vorausgesagt.

Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) erhöhte sich im Berichtsmonat um 244 Personen (+1,2) auf 20'054, nachdem sie im Vormonat noch leicht rückläufig war. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der stellensuchenden Jugendlichen um 1'452 Personen (+7,8%) angestiegen.

Insgesamt wurden 210'886 Stellensuchende registriert, 9'966 mehr als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode stieg diese Zahl gar um 16'994 Personen (+8,8%). Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich derweil um 6 auf 9'465.

Die Zahl der Personen, die ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats ausgeschöpft hatten belief sich im September 2015 - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - auf 3'079 (August: 2'842).

KURZARBEIT ERHÖHT SICH STARK

Ausserdem gab das Seco die aktuellsten Zahlen zur Kurzarbeit bekannt. Danach waren im September 4'809 Personen von Kurzarbeit betroffen, das sind 1'425 Personen mehr als im Vormonat (+42,1%). Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 95 oder 23,3% auf 502 Einheiten. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen derweil um 48,4% auf 277'926 Stunden zu.

Im Vorjahr, also im September 2014, waren in der Kurzarbeit 87'915 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 1'236 Personen in 131 Betrieben verteilt hatten.

sig/cp

(AWP)

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09.12.2015 08:21
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«Die glorreichen Sieben» der Schweiz

Schon seit Wochen ziehen in der Schweiz sieben Aktien viel Geld an. Der Preis dafür ist eine mittlerweile stattliche Bewertung. Ein Überblick.

Von Lorenz Burkhalter

Mit den meisten im Swiss Market Index (SMI) vertretenen Aktien haben Anleger zuletzt bloss Geld verloren. Die Musik spielt derzeit bei vielen Small- und Mid-Caps. Speziell eine Gruppe von sieben Aktien zieht das Investoreninteresse in den letzten Wochen und Monaten an.

Dass diese Aktien schon seit einiger Zeit von einem Hoch zum nächsten klettern, hat ihnen im Profihandel den Beinamen "die glorreichen Sieben" eingebracht. Sie alle stehen weit oben in der bisherigen Jahresbestenliste. Ein Über- und Ausblick über die Aktien der Stunde:

Galenica: Sofern der in Bern beheimatete Gesundheitskonzern in den nächsten Wochen nicht noch mit einer Hiobsbotschaft aufwartet, ist seiner Aktie die Goldmedaille so gut wie sicher. Diese wird sich Martin Ebner um den Hals hängen können. Über Patinex und die BZ Bank kontrollieren der Financier und seine Frau letzten Offenlegungsmeldungen zufolge gut 18 Prozent der Stimmen.

Im bisherigen Jahresverlauf hat sich der Börsenwert von Galenica nahezu verdoppelt. Noch bis vor wenigen Monaten ein beliebtes Opfer ausländischer Hedgefonds, ist aus dem hässlichen Entlein ein stolzer Schwan geworden. Die deutlich besser als erwartete Gewinnentwicklung in der ersten Jahreshälfte und die Aufnahme der Aktie in die viel beachteten Aktienindizes von MSCI zwangen die
Hedgefonds reihenweise in die Knie- und dazu, ihre Wetten gegen das Unternehmen zu schliessen.

Seit wenigen Wochen wird Galenica zudem als möglicher Nachfolger für Transocean im prestigeträchtigen SMI gehandelt. Im Hinblick auf die für Ende 2016 geplante Aufspaltung in zwei voneinander unabhängige Publikumsgesellschaften sind diese Hoffnungen jedoch fehl am Platz. Dass die Summe des Werts der beiden Geschäftsbereiche in Expertenkreisen nur auf 1100 bis 1400 Franken geschätzt wird, zeigt, wie stolz die Unternehmensbewertung inzwischen ist.

Ypsomed: Auch beim Hersteller von Injektionsstiften und -systemen hatte Martin Ebner bis vor wenigen Monaten seine Finger im Spiel. Ende Oktober sah sich Ypsomed zu einer Erhöhung der Jahresprognosen veranlasst. Alleine seit damals hat die Aktie rund 30 Prozent gewinnen. Und das, obwohl sich der Firmengründer und Mehrheitsaktionär Willy Michel im November von Aktien im Gegenwert von gut 17 Millionen Franken getrennt hat.

Nach mehreren Übergangsjahren hat das Unternehmen endlich auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Nicht nur von den Analysten, auch von den Anlegern erhält Ypsomed bereits Vorschusslorbeeren: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 48 ist selbst für einen Medizinaltechnikhersteller mehr als stolz. Der Grund für die hohe Bewertung ist auch bei der schlechten Handelbarkeit der Aktie zu suchen. Selbst nach dem Verkauf von Aktien durch den Grossaktionär befinden sich nur 26 Prozent aller Aktien im breiten Publikum.

VZ Holding: Der Finanzdienstleister steht nicht umsonst hoch in der Gunst der Anleger, hat er in den letzten Jahren doch alles richtig gemacht. Die gewachsene Skepsis gegenüber Banken spielt dem Unternehmen uns seiner Produktunabhängigkeit in die Hände. Seit Anfang Jahr ist der Börsenwert von VZ Holding um knapp 83 Prozent gestiegen. Das dürfte aus heutiger Sicht für einen Podestplatz reichen.

Die Qualitäten der Aktie haben allerdings ihren Preis: Auf den diesjährigen Schätzungen errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24, was ganz am oberen Ende der historischen Bandbreite liegt. Stumme Zeugin ist auch die gerademal bei 1,6 Prozent liegende Dividendenrendite.

Gategroup: Nach einem erfolgreichen Börsendebut machte der Caterer in den letzten Jahren eine schwere Zeit durch. Nach mehreren Ergebnisenttäuschungen und Gewinnwarnungen in Folge und einem Betrugsskandal hat die einstige Swissair-Tochter die Kurve gekriegt. Das Unternehmen steht deutlich besser da als noch vor ein paar Monaten. Erst vor wenigen Tagen erhielt es von Analysten Beifall für die millionenschwere Übernahme des schwedischen Mitbewerbers Inflight Service Group. Läuft alles nach Plan, wird diese schon ab dem kommenden Jahr zum Reingewinn beitragen.

Darüber, dass die Gategroup bei millionenschweren Firmenkäufen über keinen allzu guten Leistungsausweis verfügt, wird gut und gerne hinweggeschaut. Unklar bleibt auch, ob der Grossaktionär RBR dem Unternehmen auf lange Sicht die Treue hält. Schliesslich missglückte im Frühjahr ein Putschversuch dieses Hedgefonds. Der letzten Offenlegungsmeldung zufolge hält der Grossaktionär 11,3 Prozent der Stimmen.

Tecan: Auch der Laborausrüster blickt auf keine glorreiche Vergangenheit zurück. Die letzten Jahre sind von Ergebnisenttäuschungen und Verfehlten Erwartungen geprägt. Dennoch wurde dem Unternehmen immer wieder verziehen. Seit Firmenchef David Martyr bei Tecan übernommen hat, wird die amerikanische Fangemeinde beinahe von Tag zu Tag grösser. Nicht ohne Grund: Der früher für den Mischkonzern Danaher tätige Martyr gilt als profunder Branchenkenner und damit als Hoffnungsträger für die wenig verwöhnten langjährigen Aktionäre.

Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass BlackRock die an Tecan gehaltene Beteiligung von 3,05 auf 5,12 Prozent ausgebaut hat. Beteiligungsveränderungen des weltweit grössten Vermögensverwalters wie der vorliegende wird denn auch Signalwirkung nachgesagt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 für das laufende Jahr scheint die Unternehmensbewertung auf den ersten Blick nicht übertrieben. Dennoch waren Anleger selten zuvor bereit, einen solchen Preis zu bezahlen.

Emmi: Der Milchverarbeiter gehört schon seit längerer Zeit zu den Lieblingen von Analysten und Fondsmanagern. Erst Anfang November hielt Emmi in Bern und Ostermundigen einen überzeugenden Investorentag ab. Im Anschluss daran erhöhten gleich mehrere Banken ihre Margenerwartungen für die kommenden Jahre. Tatsächlich verfügt das Unternehmen bei den Margen über Verbesserungspotenzial. Solches wird im in Analystenkreisen vor allem im Auslandsgeschäft nachgesagt.

Zukünftige Fortschritte auf der Kostenseite spiegeln sich schon heute teilweise in der Bewertung wider. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 ist diese in etwa doppelt so hoch wie in früheren Jahren.

Kardex: Lange galt der Anbieter von Logistiktechnologie als Geheimtip unter heimischen Fondsmanagern. In den vergangenen Monaten wurde der Rohdiamant nun geschliffen, unter anderem durch BlackRock. Obwohl der Beteiligungsausbau der Amerikaner auf über 3 Prozent nur von kurzer Dauer war, zeigt die Kursentwicklung schon seit Monaten steil nach oben. Alleine seit Jahresbeginn errechnet sich ein ansehnliches Plus von 73 Prozent.

Dennoch gilt Kardex mit Nettobarmitteln von umgerechnet 100 Millionen Franken auch weiterhin als Substanzperle. Die Nachfragesituation ist in den wichtigsten Absatzmärkten ungebrochen gut. Trotz ansprechender Dividende ist die Bewertung an einem Punkt angelangt, an dem sie an ihre Grenzen stösst. Die jüngste Beteiligungsreduktion durch BlackRock spricht Bände.

Fazit: Ein Kursanstieg in luftige Höhen ist auch mit Gefahren verbunden. Wie schnell ein hochgejubeltes Unternehmen an der Börse in Ungnade fallen kann, zeigen der Halbleiterhersteller AMS oder der Finanzdienstleister Leonteq. Bei beiden Aktien mussten Anleger, welche zu Höchstkursen eingestiegen sind, ein teures Lehrgeld bezahlen.

Kurz vor dem Jahresende sind Übertreibungen aufgrund des saisonal bedingt eher dünnen Handels noch viel wahrscheinlicher. Sowieso werden ab dem 1. Januar die Karten an den Aktienmärkten neu gemischt - und ein neues Spiel beginnt.

CASH

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08.12.2015 09:02
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Diesen Aktien nutzt der starke Dollar

Prognose

Der anstehende Fed-Entscheid stärkt den Dollar, und das wiederum ist gut für einige Schweizer Konzerne. Im Börsenausblick stehen darum Titel mit starkem US-Engagement im Blick.

Der Dollar hat aktuell Rückenwind und kostet wieder mehr als einen Franken. Dieser Auftrieb dürfte sich angesichts der erwarteten Zinserhöhung durch die US-amerikanische Zentralbank Fed noch verstärken. Damit richtet sich der Blick auf die Schweizer Firmen, die stark im Dollarraum engagiert sind – als da wären Swatch, Richemont oder Roche.

«Der Investmentfokus sollte auf Unternehmen liegen, die von einem steigenden US-Dollar profitieren», sagt Börsenexpertin Romy Dollé von «Mein Vermögen» im Interview mit dem Finanzportal «Finanzen.ch». «Bei den Währungen bietet der US-Dollar die höchsten Chancen.»

Galenica als Geheimtipp

Pharmaunternehmen und Konzerne der Uhren- und Schmuckindustrie geniessen dabei nicht nur Vorteile der Währung, sondern auch des anziehenden Absatzes in den USA. Denn ein stärkerer Dollar macht Schweizer Produkte für den US-Konsumenten relativ günstiger und treibt damit die Nachfrage.

Als Geheimtipp handelt die Expertin die Pharma-Aktie von Galenica – was nicht nur am Dollar liegt, sondern vor allem an der Strategie: «Für 2016 gibt es den Plan, das Unternehmen in zwei Sparten aufzuspalten, was den Wert der zwei Unternehmen dann nochmals erhöhen sollte.» Beide Sparten agierten bereits sehr erfolgreich, wie Dollé weiter sagt. Für die nächsten Jahre erwartet sie ein «stetiges überdurchschnittliches Gewinnwachstum».

Zunehmende Schwankungen am Devisenmarkt

Finger weg heisst es bei Rohstoffen: «Der drastische Rückgang der chinesischen Nachfrage wird die Rohstoffpreise vorerst noch weiter vernichten», sagt Dollé. Tiefe Rohstoffpreise wiederum würden die Rohstoffwährungen mit nach unten ziehen – auf dem Devisenmarkt zieht also ein rauer Wind auf.

Händler rechnen denn auch mit stärkeren Schwankungen an den Devisenmärkten als in den gesamten zwei Jahren zuvor. Das geht auch aus Devisenvolatilitätsbarometern am Terminmarkt hervor. Weiteres Indiz: Die Nachfrage für den Dollar ist so hoch, dass die Konvertierung von Euro-, Yen- und Pfundzahlungen in Dollar über die Finanzierungsmärkte nahezu den höchsten Stand seit mindestens 2012 erreicht hat.

Gewinne in Dollar

Auch Julius-Bär-Chefstratege Christian Gattiker sieht einen Nutzen durch den erstarkten Dollar, wie er gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sagt. Laut Gattiker wären die Profiteure eigentlich diejenigen, die in der Schweiz produzieren und in die USA exportieren. «Allerdings haben diese vor ein paar Jahren dermassen unter dem Dollar gelitten, dass sie neue Absatzmärkte gesucht haben», sagt der Banken-Experte.

Nun würden insbesondere Firmen mit einem grossen Geschäft in den USA gewinnen. «Deren US-Geschäfte werden attraktiver, denn jeder in Dollar erzielte Gewinn ist nun ebenfalls wertvoller in Franken.» Neben Pharmaunternehmen seien das Nahrungsmittelproduzenten und zum Teil auch Banken.

http://www.handelszeitung.ch/invest/boerse-diesen-aktien-nutzt-der-stark...

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

07.12.2015 10:16
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Bei diesen Firmen kaufen Grossanleger zu

Ein Blick auf die Offenlegungsmeldungen der letzten vier Wochen verrät, bei welchen Firmen ausländische Grossanleger in der Schweiz wacker zugegriffen haben. Einige sind überraschend.

Schon seit Jahren gilt die Schweizer Börse als die teuerste in ganze Europa. Das lässt sich vor allem mit der stolzen Bewertung der drei defensiven Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis erklären. Doch auch in anderen Branchen weisen Unternehmen aus der Schweiz eine höhere Bewertung als vergleichbare Konkurrenten aus dem umliegenden Ausland auf.

Doch weder die stolze Bewertung, noch der starke Franken hat ausländische Grossanleger in den vergangenen vier Wochen davon abgehalten, ihre hiesigen Beteiligungen selektiv auszubauen. Das verraten zumindest die in dieser Zeit bei der Schweizer Börse SIX eingegangenen Offenlegungsmeldungen.

Grösster Vermögensverwalter der Welt kauft zu

Während der Schweizer Aktienmarkt nicht weniger als 5 Prozent unter seiner im August erklommenen Bestmarke liegt, klettert die Aktie von Tecan schon seit Wochen von einem Rekord zum nächsten. Alleine seit Anfang November errechnet sich ein Kursplus von 15 Prozent. Obschon der in Männedorf beheimatete Laborausrüster in der Vergangenheit mehrfach für Enttäuschungen sorgte, steht er hoch in der Gunst amerikanischer Grossanleger.

Darauf lässt auch der jüngste Beteiligungsausbau von 3,05 auf 5,12 Prozent durch BlackRock schliessen. Wenn der weltweit grösste Vermögensverwalter bei einem Unternehmen wie Tecan Aktien zukauft, will das was heissen. Doch auch bei den beiden Nebenwerteperlen Kardex und Sika haben die Amerikaner ihre Beteiligungen in den vergangenen Wochen ausgebaut.

Skandinavische Grossanleger auf Einkaufs-Tour

Es dürfte daher kein Zufall sein, dass auch die Aktie von Kardex an der Schweizer Börse schon seit längerer Zeit zu den Gipfelstürmern zählt. Mit einem Kursplus von 63 Prozent seit Jahresbeginn gehört der Anbieter von Logistiklösungen hierzulande zu den Börsengewinnern.

Davon können die Sulzer-Aktionäre nur träumen. Denn obschon der norwegische Staatsfonds seine Beteiligung am Winterthurer Industriekonzern zuletzt wieder auf über 3 Prozent ausgebaut hat, kommt die Aktie nicht so recht vom Fleck. Noch immer laufen aufgrund der schwachen Ölpreisentwicklung umfangreiche Wetten gegen Sulzer. Allerdings weckt der jüngste Beteiligungsausbau Spekulationen, wonach sich die Skandinavier neuerdings gezielt strategisch bei Unternehmen aus dem Umfeld der Öl- und Gasindustrie einkaufen.

Signalwirkung dürfte auch der Ausbau von 9,86 auf 10,03 Prozent durch Investor AB bei ABB haben. Gemeinsam mit Cevian Capital kontrolliert die Beteiligungsgesellschaft der Industriellenfamilie Wallenberg etwas mehr als 15 Prozent der Stimmen. Bislang nahmen die beiden Grossaktionäre zwar noch keinen Einfluss auf das Unternehmen. Was nicht ist, könnte jedoch noch werden.

Eher von untergeordneter Bedeutung sind hingegen die Beteiligungserhöhungen von Massachusetts Mutual beim Bankensoftwarehersteller Temenos sowie beim Pharmazulieferer Lonza. Der amerikanische Lebensversicherer ist für seinen aktiven Anlageansatz bekannt und sorgt bei seinen Firmenbeteiligungen regelmässig für Offenlegungsmeldungen an die SIX.

http://www.cash.ch/news/front/bei_diesen_firmen_kaufen_grossanleger_zu-3...

 

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