CH-relevante Börsenthemen Jahr 2018

174 posts / 0 new
Letzter Beitrag
Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Wird der Franken bald

Wird der Franken bald deutlich schwächer?

Beim Franken könnte gemäss Experten eine Umkehr seiner kürzlichen Rally und eine Abschwächung auf 1,20 zum Euro vollziehen.

12.02.2018 00:31

Das erwarten Julius Bär und die Canadian Imperial Bank of Commerce. Die Banken, die früher zu den optimistischsten Prognostikern des Franken zählten, erwarten nun einen Rückgang, da die Zentralbank bei der Straffung der Geldpolitik hinter ihren Pendants zurückbleibt.

Der Franken stieg im Januar 1,2 Prozent gegenüber dem Euro - der stärkste Anstieg in 19 Monaten. Auslöser waren teilweise auch Wetten, dass sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Zentralbanken weltweit anschliessen könnte, die ein Ende ihrer jahrelangen geldpolitischen Anreize ins Auge fassen. Die SNB dämpfte jedoch solche Spekulationen und bekräftigte ihre Bereitschaft zu Interventionen angesichts des "hoch bewerteten" Franken. Bank of America Merrill Lynch erklärte, dass 1,20 Franken je Euro das Niveau sei, bei dem die Zentralbank damit anfangen könnte, bei ihrer Rhetorik bezüglich der Währung einen etwas milderen Ton anzuschlagen.

"Während die synchrone globale Erholung mehr Zentralbanken ermutigt, mit dem Ausstieg aus der ultra-akkommodierenden Geldpolitik zu beginnen, wird die SNB unserer Einschätzung zufolge ein Nachzügler bleiben", sagt Kamal Sharma, Direktor G10-Währungsstrategie bei BofAML. "Wir sind weiterhin der Ansicht, dass die SNB Euro-Franken klar über 1,20 gehandelt sehen möchte, bevor sie sich in Richtung einer Normalisierung bewegt", fügte er an und bezeichnete dieses Niveau bis Ende des Jahres als "absolutes Minimum".

Der Franken hatte im Jahresverlauf 2017 wieder Kurs auf 1,20 genommen und am 15. Januar 1,1833 zum Euro erreicht, den schwächsten Wert in drei Jahren. Die eidgenössische Währung notierte am Freitag unter 1,15 Euro.

Prognosen nach unten korrigiert

Trotz der Rally hat Julius Bär seine Prognose für den Franken-Kurs mit Sicht auf zwölf Monaten auf 1,20 gesenkt, nachdem die Bank im November noch von einem Kurs von 1,12 zum Euro für 2018 ausgegangen war.

Hinter der Franken-Schwäche stünde allgemein der erneute Appetit von Schweizer Investoren, ihr Geld im Ausland zu recyceln, sagt David Kohl, Leiter der Devisenanalyse bei Julius Bär. Während der Euro-Krise und einer gewissen Zurückhaltung gegenüber Europa seien private Anleger in der Schweiz zögerlich gewesen, ihr Geld im Ausland zu recyceln, "und das hat sich seit dem letzten Jahr ein wenig geändert".

Sobald diese Flüsse wieder ausgewogener werden, dürfte die Überbewertung des Schweizer Frankens "wahrscheinlich auch ohne die Hilfe der Schweizerischen Nationalbank verschwunden sein", erwartet er. Seine veränderte Prognose zeige auch, dass sich die SNB langsamer bewegt als die EZB, und dass es in Italien "weitaus weniger wichtige" politische Risiken gebe als befürchtet, was die Nachfrage nach dem Franken als sicherem Hafen verringere.

Median der Prognosen bei 1,20

Nach Einschätzung von Jeremy Stretch, Leiter G10-Währungsstrategie bei CIBC, wird der Franken im ersten Quartal 1,15 erreichen - eine der bullishsten Annahmen. Er geht jedoch davon aus, dass die jüngste Stärke "nur vorübergehend" ist und plant, seine Prognosen an die vermehrte Schwäche anzupassen, wobei er für 2019 einen Kurs von 1,20 sieht. Im Median der Prognosen aus einer Bloomberg-Umfrage wird 1,20 Franken je Euro bis Ende 2018 erwartet.

Für den pessimistischsten Prognostiker verzögert der jüngste Anstieg nur einen unvermeidlichen Rückgang. ING Bank NV rechnet nun mit dem Erreichen der Marke von 1,20 im zweiten Quartal - statt im ersten Jahresviertel - und erwartet 1,25 bis Ende des Jahres.

"Wir haben die Franken-Stärke teilweise unterschätzt", sagt Viraj Patel, Währungsstratege bei ING. "Wir erwarten jedoch, dass er 2018 wieder den Status einer Finanzierungswährung zurückerlangen wird."

(Bloomberg)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 18.09.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'886
Der nächste Bärenmarkt wird der schlimmste

Bekommt er nun endlich Recht? Jim Rogers prophezeit seit Jahren einen grandiosen Absturz der Börsen. Auch dieser Tage wieder.

"Wenn wir wieder einen Bärenmarkt bekommen, und den werden wir wieder bekommen, dann wird es der schlimmste Bärenmarkt unseres Lebens", sagte Jim Rogers in einem Interview mit Bloomberg.

Der legendäre Investor begründet seine pessimistische Einschätzung mit den gestiegenen Schulden weltweit seit der Finanzkrise 2007, vor allem in den USA. "Überall sind Schulden, und sie sind jetzt viel, viel höher", sagte Rogers. Ein Bärenmarkt wird definiert als ein Rückgang der Börsen von mindestens 20 Prozent nach ihren Höchstständen.

Rogers warnt seit Jahren vor dem Zusammenbruch der Aktienmärkte und hat sich damit bisweilen auch den Spott von Beobachtern zugezogen. Im letzten Juni sagte er, der Zusammenbruch der Börsen werde innerhalb eines Jahres erfolgen. Im aktuellen Bloomberg-Interview hält er sich mit zeitlichen Prognosen indes zurück. Er sei schlecht darin, vorherzusagen, wann seine Warnungen genau wahr würden.

Kurzfristig hält Rogers allerdings ein weiteres Abgleiten des Marktes für möglich, und zwar bis März. Dann wird die US-Zentralbank die Zinsen wohl ein weiteres Mal erhöhen, und dann könnten laut Rogers auch die Aktienkurse wieder steigen. Er selber wird einen Index auf Agrarrohstoffe kaufen, weil die Preise auf diesen Gütern zu tief seien.

Seinen Ruf als Börsenlegende geniesst Rogers seit den 1970er-Jahren, als er zusammen mit George Soros den Quantum Fund verwaltete. Der Hedgefonds brachte innerhalb von zehn Jahren eine Rendite von mehr als 4'200 Prozent ein. Rogers stieg nachher aus dem Finanzbusiness aus, bereiste mit dem Motrorrrad und dem Auto jahrelang die Welt und macht sich seit Jahren einen Namen als Spezialist für Schwellenländer und Rohstoffe, insbesondere Agrarrohstoffe. 

Lieblingsfeind von Rogers ist aber nicht die Börse, sondern der US-Dollar. Dieser werde noch in diesem Jahrzehnt kollabieren. Rogers hat noch knapp zwei Jahre Zeit, damit seine Prophezeiung wahr wird.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

iruch
Bild des Benutzers iruch
Offline
Zuletzt online: 30.08.2018
Mitglied seit: 22.04.2013
Kommentare: 197
Das Börsengewitter hat Nebenwerte attraktiver gemacht

Das Börsengewitter hat Nebenwerte attraktiver gemacht

Die Börsenkorrektur hat die Aktienpreise einiger gut aufgestellter Unternehmen aus dem Mid-Cap-Bereich nach unten gedrückt. cash sagt, wo sich nun ein Einstieg lohnen könnte.

https://www.cash.ch/news/top-news/aktien-schweiz-das-boersengewitter-hat-nebenwerte-attraktiver-gemacht-1144848

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Schweizer Aussenhandel

Schweizer Aussenhandel erzielt im Januar tiefen Überschuss von 1,32 Mrd CHF

Die Schweizer Exporte haben sich im Januar 2018 nach den starken Dezemberergebnissen rückläufig entwickelt. Auf saisonbereinigter Basis sind die Exporte im Berichtsmonat verglichen zum Vormonat um nominal 4,2% und real 5,1% zurückgegangen. Gleichwohl hätten die Exporte mit 18,9 Mrd CHF das zweithöchste monatliche Ergebnis verzeichnet, wodurch sich der insgesamt positive Trend der vergangenen Monate bestätigte, schreibt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag. Sie stellt neu in ihrer Berichterstattung saisonbereinigte Zahlen im Vergleich zum Vormonat in den Fokus.

20.02.2018 08:37

Bei den Importen resultierte derweil ein markanter Anstieg: Sie steigerten sich saisonbereinigt im Januar verglichen mit Dezember um 7,5% (real: +3,8%) und erreichten so ein Allzeithoch von 17,6 Mrd CHF. Damit setze sich der seit Ende 2016 registrierte Aufwärtstrend sichtbar fort, heisst es. Der im Berichtsmonat gegensätzliche Verlauf zwischen den Exporten und den Importen führte zueinem mit 1,32 Mrd CHF niedrigsten Überschuss in der Handelsbilanz seit Januar 2012.

Arbeitstagsbereinigt wuchsen die Exporte im Januar gegenüber dem Vorjahr um 3,2%, während real ein Minus von 1,1% resultierte. Die Importe legten um nominal 18,0% und real um 24,3% zu.

mk/rw

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 18.09.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'886
Bridgewater wettet gegen die Eurozone

Der weltgrösste Hedge-Fonds Bridgewater wettet gegen die Eurozone. Und das massiv. 22 Milliarden Dollar hat dessen Gründer Ray Dalio auf Leerverkäufe europäischer Aktien gesetzt.

https://www.srf.ch/sendungen/srf-boerse/bridgewater-wettet-gegen-europa

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Diese SMI-Titel sind mit

Diese SMI-Titel sind mit Rabatt erhältlich

Vor vier Wochen setzten die Börsen-Turbulenzen ein. Auch der SMI blieb davon nicht verschont. Jetzt, wo sich der Staub etwas gelegt hat, können Anleger nach Aktien Ausschau halten, die etwas zu stark korrigiert haben.

21.02.2018 06:43

Von Pascal Züger

Minus 6,5 Prozent: Die Performance des Swiss Market Index (SMI) in den letzten vier Wochen ist alles andere als erquicklich. Dabei waren es weniger enttäuschende Gewinnzahlen der Unternehmen, die dem Leitindex zusetzten (wobei dies teilweise auch der Fall war), als vielmehr eine generelle Börsenverunsicherung.

Doch nach dem ganzen Wirbel scheint sich der Staub inzwischen gelegt zu haben. Die Kurse stabilisieren sich, in der vergangenen Woche verzeichnete der SMI mit einem Kursplus von 3,5 Prozent sogar die stärkste Woche seit Dezember 2016. Höchste Zeit für Anleger also, die Schweizer Börse nach interessanten Einstiegsmöglichkeiten zu durchforsten.

Nachdem cash vergangene Woche bereits Nebenwerte genauer unter die Lupe nahm, sind nun die "Flop 5" aus dem Leitindex an der Reihe (zur SMI-Performance-Tabelle):

ABB – Wird in der Zukunft alles besser?

Den unrühmlichen Spitzenplatz in der Flop-Rangliste nimmt ABB ein, mit minus 13 Prozent in den letzten vier Wochen (aktuell bei 24 Franken). Dies, nachdem die ABB-Aktie im letzten Jahr seit langem wieder einmal nachhaltig über 20 Franken kletterte. Der Industriekonzern kann für diese Performance nicht alleine die negative Stimmung an der Börse verantwortlich machen. Denn: Das Schlussquartal 2017 war enttäuschend, die Erwartungen für Umsatz und Reingewinn wurden relativ deutlich verfehlt.

Doch nun könnte die Talsohle durchschritten sein. 2018 dürften Wachstum und Gewinnmarge wieder anziehen - auch wenn einige Analysten die Schätzungen für das laufende Jahr jüngst etwas nach unten korrigieren mussten. Die Dividendenrendite von 3,3 Prozent ist solide und auf die lange Frist ist ABB sowieso ein interessanter Titel: Das Unternehmen gilt als sehr innovativ und ist in Zukunftsfeldern wie Robotik und moderne Energielösungen stark aufgestellt. Anleger dürfen also hoffen, dass sich die ABB-Aktie wieder deutlicher weg bewegt von der 20-Franken-Marke.

Lonza - Opfer des eigenen Erfolgs

Einen Umsatzanstieg von 23,5 Prozent und einen Sprung des operativen Gewinns um fast die Hälfte: Viele Firmen können von solchen Zahlen, wie sie Lonza im Jahr 2017 lieferte, nur träumen. Doch beim Life-Science-Konzern führte eben dieses Resultat zu einem Verkaufsdruck der Aktie. In den letzten vier Wochen beträgt die Performance minus 10 Prozent.

Das zeigt, wie hoch die Erwartungshaltung an die Firma inzwischen geworden ist. Bereits seit Jahren geht es operativ immer aufwärts. Auch der Aktienkurs folgte - bis vor kurzem - dieser Entwicklung: War die Lonza-Aktie im Juni 2012 noch etwas über 30 Franken wert, so sind es inzwischen 243 Franken.

Kursentwicklung Lonza-Aktie in den letzten 10 Jahren, Quelle: cash.ch

Trotz der jüngsten Korrektur ist Lonza mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2018 von 25 immer noch im teuren Bereich. Wichtig für das weitere Kurspotenzial wird nun die operative Entwicklung von Capsugel sein. Die US-Firma wurde Ende 2016 für 5,5 Milliarden Dollar erworben und bietet Lonza nun überdurchschnittliches Wachstumspotenzial im Gesundheitsbereich. Die Erwartungshaltung bleibt hoch, weitere Enttäuschungen sind nicht ausgeschlossen.

Nestlé – Gelingt Mark Schneider der Umbruch?

"Das Geschäftsjahr 2017 war ein Übergangsjahr, und zwar ein hartes", steht in einem aktuellen Kommentar der Bank Vontobel über Nestlé geschrieben. Es war das erste Jahr unter dem neuen CEO Mark Schneider, der beim Nahrungsmittelkonzern so einiges umkrempeln will.

Nicht weniger als neun Zukäufe hat Schneider seit seinem Amtsantritt bereits getätigt. Gleichzeitig werden weniger profitable Bereiche abgestossen, etwa das US-Süsswarengeschäft. Das führte im vergangenen Jahr zu hohen Restrukturierungskosten und zu einem langsameren Wachstum. Auf die mittlere Frist soll dadurch aber die Gewinnmarge gesteigert werden.

Nestlé ist nach einem 10-prozentigen Taucher in den letzten vier Wochen und einem geschätzten KGV 2018 von 19 einiges günstiger geworden. Auch die Dividendenrendite von 3,1 Prozent spricht für die Aktie. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen viel Cash, mit welchem weitere gezielte Zukäufe und Aktienrückkaufprogramme denkbar sind.

UBS -  Die Lage hellt sich auf

Die UBS lieferte zwar kein schlechtes viertes Quartal 2017 ab, konnte aber gleichzeitig auch nicht vollends überzeugen. Für das laufende Jahr rechnet nun der Vermögensverwalter Mirabaud in einer Analyse mit einem belebten Neugeldwachstum und einem Ende des Margenrückgangs im Wealth Management.

Für Bankentitel im Allgemeinen spricht das langsam anziehende Zinsumfeld und die starke globale Konjunktur. Die UBS selbst befindet sich in einer soliden Eigenkapitalsituation, ist mit ihrer Neuausrichtung schon einiges weiter fortgeschritten als etwa die Credit Suisse und zahlt auch eine ordentliche Dividende aus (Dividendenrendite 3,8 Prozent). Die Kurskorrektur seit dem 23. Februar (-9 Prozent) scheint übertrieben. Eine Erholung zeichnet sich ab.

Geberit – Höhere Preise und höhere Marge

Turbulent ist die Aktienkursentwicklung beim Sanitärtechniker Geberit nicht erst seit Ende Januar. Wie der Chart der letzten 52 Wochen zeigt, ging es bereits davor immer mal wieder hoch und runter - bedingt durch einige durchzogene Quartalsergebnisse im letzten Jahr. In der Endabrechnung ist die Aktie nun wieder ungefähr auf dem Stand von vor 52 Wochen.

Kursentwicklung Geberit-Aktie in den letzten 52 Wochen, Quelle: cash.ch

Mut macht den Anlegern das vergangene Quartal, wo sich im Schweizer Markt eine unerwartet hohe Wachstumsdynamik zeigte. Für Geberit spricht ausserdem die Preismacht, die der europäische Marktführer im Sanitärbereich besitzt.

Wie die Neue Helvetische Bank in einem Kommentar schreibt, erhöht Geberit jedes Jahr Anfang April die Preise um ungefähr 1 Prozent. In der Schweiz soll diese Preisanpassung im laufenden Jahr sogar noch höher ausfallen. Das zahlt sich in einer höheren Marge aus. Nichtsdestotrotz ist der Titel mit einem KGV 2018 bei 26 bereits sehr teuer bewertet, die Luft nach oben wird für die Aktie daher dünn.

Entwicklung der SMI-Titel

Flop 10 Performance 4 Wochen, in % Top 10 Performance 4 Wochen, in %
ABB -13 Swatch +1
Lonza -10 Swiss Re +1
Nestlé -10 Zurich -2
UBS -9 Swisscom -2
Geberit -8 Novartis -4
LafargeHolcim -8 Swiss Life -5
Sika -8 Julius Bär -5
SGS -6 Richemont -5
CS -6 Adecco -5
Roche -6 Givaudan -6

Quelle: cash.ch, Stand 20.02.2018

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Korr: Schweiz im Korruktions

Korr: Schweiz im Korruktions-Ranking von Transparency auf Platz 3

(Vorab falsche Agenturmeldung, Schweiz ist richtig auf Rang 3 statt 8. Meldung ausgebaut) - Die Schweiz hält sich konstant gut im Korruptionswahrnehmungsindex 2017 von Transparency International. Gegenüber dem Vorjahr verliert sie zwar einen Punkt, verbessert sich aber um zwei Ränge und rückt so von Platz 5 auf Platz 3.

21.02.2018 21:17

Das heisse aber nicht, dass die Schweiz frei von Korruption sei, teilte Schweizer Sektion der Organisation am Mittwoch mit. Den Platz 3 belegt sie zusammen mit Finnland und Norwegen. Die Platzverbesserung habe die Schweiz nicht aus eigener Kraft erreicht, sondern dank anderen Ländern: Finnland und Schweden haben im Vergleich zum Vorjahr mehr Punkte verloren als die Schweiz.

Immer wieder ereigneten sich auch in der Schweiz Korruptionsfälle, beispielsweise im öffentlichen Beschaffungswesen, lässt sich Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz in der Mitteilung zitieren.

Der Corruption Perceptions Index (CPI) messe nur die im öffentlichen Sektor grassierende Korruption. Die Korruption im Privatsektor werde nicht berücksichtigt. "Gerade hier liegen in der Schweiz aber die Hauptrisiken für Korruption", so Martin Hilti. "Das gute Abschneiden der Schweiz im CPI bedeutet deshalb nicht, dass Schweizer Unternehmen im Ausland nicht bestechen."

NEUSEELAND AN DER SPITZE

Am wenigsten Korruption gibt es laut dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht in Neuseeland, dicht gefolgt von Dänemark. Als Region schneidet Westeuropa am besten ab, am schlechtesten platziert sind die Regionen Subsahara-Afrika sowie Osteuropa und Zentralasien.

Für ihren Korruptionswahrnehmungsindex wertet Transparency International Länderanalysen von NGOs, Stiftungen und Unternehmensberatungen aus und befragt Manager nach ihrer Einschätzung der Häufigkeit von Korruption.

Die Organisation Transparency International sieht weltweit kaum Fortschritte beim Kampf gegen die Korruption. Zwar gebe es in einigen Ländern wie Grossbritannien oder Senegal Verbesserungen, teilte die Organisation in Berlin bei der Vorstellung ihres Korruptionswahrnehmungsindex mit, andere hätten sich aber verschlechtert.

SCHLUSSLICHTER SIND KRIEGSLÄNDER

Schlusslichter in dem Ranking von 180 Ländern sind auch dieses Jahr wieder die Kriegsländer Afghanistan, Somalia, der Südsudan und Syrien. "Insbesondere Länder mit niedrigem Schutz für Presse und Nichtregierungsorganisationen weisen tendenziell ein hohes Korruptionsniveau auf", teilte die Organisation dazu mit.

"Mehr Korruption geht einher mit weniger Beachtung bürgerlicher Freiheiten sowie von Rechtsstaatlichkeit", sagte die Vorsitzende von Transparency International, Ferreira Rubio. Daher sage der Index auch etwas über den Stand der Demokratie in dem betreffenden Land aus: "Wenn wir gegen Korruption kämpfen, kämpfen wir für Demokratie."

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
US-Notenbanker signalisieren

US-Notenbanker signalisieren weitere Leitzinsanhebungen

(Ausführliche Fassung) - Die US-Notenbank Fed hat weitere Leitzinsanhebungen signalisiert. "Laut einer Mehrheit der Teilnehmer erhöht der stärkere wirtschaftliche Ausblick die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen", hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 30. und 31. Januar. Auf dieser Sitzung hatte die Fed den Leitzins unverändert in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent belassen.

21.02.2018 21:07

Die meisten Fed-Mitglieder verwiesen laut den Minutes auf die substanzielle wirtschaftliche Dynamik. Man sei zunehmend zuversichtlich, dass die Notenbank ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreichen werde. Allerdings zeigten sich nicht alle so optimistisch mit Blick auf die Inflation. Einige Mitglieder waren weiterhin besorgt, dass die Inflation schwächer ausfallen könnte als vom FOMC erwartet. Man sollte sich daher mit weiteren Leitzinsanhebungen Zeit lassen. Eine Reihe von Mitglieder sagten, dass sie ihre Wachstumsprognosen im Vergleich zum vorherigen Dezember-Treffen angehoben hätten.

Die Mitglieder diskutierten auch über die Unsicherheiten mit denen der Ausblick behaftet sei. Möglicherweise könne es zu Ungleichgewichten an den Finanzmärkten kommen, falls die Wirtschaft weiter über ihrem Potenzial wachse. Anderseits wurde auf das niedrige Produktivitätswachstum verwiesen. Das Lohnwachstum könnte so gedämpft werden. Auch mögliche Auswirkungen der jüngsten Steuersenkungen auf die Lohnentwicklung wurden laut Protokoll diskutiert.

"Das Protokoll der letzten Fed-Sitzung ist eine Beruhigungspille für die Anleger", kommentierte Thomas Altmann, Partner beim Vermögensverwalter QC Partners. "Neue Hinweise auf eine schnellere Straffung gibt es nicht." Der Ball liege jetzt beim neuen Fed-Präsidenten. Die Sitzung im Januar war die letzte Sitzung unter Leitung von Janet Yellen. Anfang Februar wurde Jerome Powell neuer Fed-Vorsitzender.

An den Finanzmärkten ist eine Leitzinserhöhung auf der nächsten Sitzung am 20. bis 21. März fest eingepreist. Die US-Notenbank signalisiert bislang drei Anhebungen in diesem Jahr. Die Experten von Capital Economics erwarten sogar vier Schritte in diesem Jahr. Sie verweisen auch auf die nach der letzten Sitzung veröffentlichten robusten Zahlen zum Lohnwachstum. Zudem habe der Kongress die Finanzpolitik gelockert.

Der Eurokurs legte nach der Veröffentlichung kurzzeitig zu und stieg auf ein Tageshoch von 1,2360 US-Dollar. Er gab seine Gewinne jedoch rasch wieder ab und fiel auf ein Tagestief von 1,2296 Dollar. Die US-Aktienmärkte legten leicht zu. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen an./jsl/he

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

iruch
Bild des Benutzers iruch
Offline
Zuletzt online: 30.08.2018
Mitglied seit: 22.04.2013
Kommentare: 197
«Das Börsenumfeld wir ruppiger und rauer»

Investmentchef Harald Preissler: «Das Börsenumfeld wir ruppiger und rauer»

Für Aktienanleger wird das Umfeld ungemütlicher, ist Harald Preissler überzeugt. Im Börsen-Talk sagt der Investment-Experte, weshalb er mit erneuten scharfen Korrekturen rechnet und wie sich Börsianer verhalten sollten.

https://www.cash.ch/news/top-news/investmentchef-harald-preissler-das-boersenumfeld-wir-ruppiger-und-rauer-1147838

Lorenz
Bild des Benutzers Lorenz
Offline
Zuletzt online: 17.09.2018
Mitglied seit: 16.04.2010
Kommentare: 1'396
Rote Laterne

Haben wir heute Morgen schon gelesen. Aber ist interessant, während alle anderen auf Erholungskurs sind, hat die Schweiz mal wieder die rote Laterne draussen.

Wenn einer einen Furz tut und kurz Kinderschreck spielt, rennen unsere davon.

comfortinsound
Bild des Benutzers comfortinsound
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 16.02.2018
Kommentare: 34
Lorenz hat am 23.02.2018 17

Lorenz hat am 23.02.2018 17:10 geschrieben:

Haben wir heute Morgen schon gelesen. Aber ist interessant, während alle anderen auf Erholungskurs sind, hat die Schweiz mal wieder die rote Laterne draussen.

Wenn einer einen Furz tut und kurz Kinderschreck spielt, rennen unsere davon.

Lustig (oder eher traurig?)... Habe mir heute genau dasselbe gedacht.

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Warren Buffett will viel Geld

Warren Buffett will viel Geld ausgeben

Warren Buffett brennt auf grosse Firmenzukäufe. Allerdings hat die Investorenlegende Mühe, Unternehmen zu vernünftigen Preisen zu finden.

26.02.2018 03:02

"Eine oder mehrere gewaltige Akquisitionen" seien nötig, um die Gewinne seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway substanziell zu verbessern.

Das teilte er am Samstag in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre mit. Der Geldberg, auf dem der 87-jährige Börsen-Guru mit seiner Investmentfirma sitzt, wuchs 2017 von 86,4 Milliarden auf rund 116 Milliarden Dollar.

Es juckt Buffett in den Fingern, diese überschüssigen Mittel für Übernahmen einzusetzen, weil sie dadurch mehr Renditen erwirtschaften könnten als etwa mit niedriger verzinsten Staatspapieren. Allerdings hadert die Investoren-Legende mit den hohen Bewertungen an den Kapitalmärkten, die es derzeit schwer machten, Unternehmen zu "vernünftigen Kaufpreisen" zu finden.

Im vierten Quartal verdiente Berkshire Hathaway unter dem Strich 32,6 Milliarden Dollar, was mehr als einer Verfünffachung im Jahresvergleich entspricht. Buffetts Konglomerat profitierte enorm von der US-Steuerreform, durch die die Unternehmenssteuern auf Bundesebene von 35 auf 21 Prozent gesenkt wurden.

Im Tagesgeschäft lief es wegen Schwierigkeiten in der Versicherungssparte zuletzt hingegen weniger rund - das operative Ergebnis fiel zum Jahresende um 24 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr 2017 stieg der Überschuss - nicht zuletzt dank des hohen Sondererlöses aus der Steuerreform - von 24,1 Milliarden auf 44,9 Milliarden Dollar.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Wie sich Anleger erfolgreich

Wie sich Anleger erfolgreich von Konsumenten leiten lassen

Neue Anlagekonzepte setzen voll auf das kollektive Wissen der Masse. Ganz vorne dabei: Ein Zürcher Vermögensverwalter, der die Chancen der Digitalisierung nutzt und mit seinem Produkt den Vergleichsindex schlägt.

25.02.2018 23:55

Von André Michel

Eigentlich ist es banal: An der Börse werden Erwartungen gehandelt. Was zählt, ist nicht das Gestern, sondern das Morgen. Langfristig werden jene Investoren gewinnen, deren Prognosen über die künftige Entwicklung eines Unternehmens oder eines ganzen Marktes besonders treffsicher sind.

Zehntausende von Spezialisten analysieren Berge von Daten und versuchen mit immer komplexeren Modellen die Zukunft vorherzusagen, um eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Doch dabei geht es nicht primär darum, möglichst genau herauszufinden, wo ein bestimmtes Unternehmen heute steht. Entscheidend ist vielmehr, ob es gelingt, die Erwartungen, Entscheide und Handlungen der relevanten Akteure (Unternehmer, Investoren, Politiker und Konsumenten) möglichst gut zu antizipieren.

Die Digitalisierung hat der Finanzbranche neue Wege eröffnet, indem sie Soziale Medien und das kollektive Wissen der Masse ("Wisdom of the Crowd") nutzbar macht:

  • Auswertung sozialer Netzwerke: Hedge Funds und professionelle Trader versuchen, ohne Zeitverzug aus Millionen von Tweets und Postings wichtige Informationen herauszufiltern, um sich einen Informationsvorsprung zu verschaffen. Das reicht von der möglichst sofortigen Information über eine Katastrophe, welche die Börsen oder bestimmte Unternehmen beeinflussen könnte, bis hin zur sekundenschnellen Auswertung von Tweets mit relevanten News, welche ebenfalls Kurse ändern könnten. 
  • Roboadvisors: Diese regelbasierte Vermögensverwaltungs-Programme greifen automatisiert auf öffentliche Informationen zu, um Investitionsentscheide zu treffen. Diese Roboadvisors dürften gemäss Studien eine immer wichtigere Rolle spielen.
  • Social Trading: Auf Plattformen wie Wikifolio und anderen Trading-Sites publizieren Anleger ihre Portfolios. Andere Investoren können eine einzelne Strategie vollständig kopieren oder aufschlussreiche Informationen über die Investmentideen und die Erwartungen einer Vielzahl von Anlegern gewinnen.
  • Wissen der Masse: Verschiedene Studien legen nahe, dass – unter bestimmten Voraussetzungen – die Masse (die "Crowd") bessere Entscheide trifft als die Profis. Dies gilt auch für Geldanlagen. Noch fehlen langjährige Erfahrungswerte. Erste Ergebnisse legen aber nahe, dass ein Kollektiv gegenüber Experten eher bessere Investitionsentscheide trifft, wie eine Studie festhält.

Zu den Vorreitern auf dem Gebiet des Wissens der Masse gehört der Vermögensverwalter Zürisee Invest. Seit drei Jahren managt dieser "Uvote". Es handelt sich dabei um ein von der Neuen Helvetischen Bank aufgelegtes, an der Schweizer Börse SIX handelbares Investmentzertifikat: Das fondsähnliche Produkt investiert in Konsumgüter-Aktien.

Die Strategie basiert auf Konsumententrends, sagt Armin Krebs, geschäftsführender Partner von Zürisee Invest. Die Idee ist einzigartig: Nicht Anleger entscheiden darüber, ob Krebs und seine Partner nun eher Aktien von Adidas oder Puma, Apple oder Samsung, H&M oder Zalando kaufen, sondern die Konsumenten. Es sind ja auch nicht die Investoren oder die Finanzexperten, die über den künftigen Erfolg dieser Unternehmen bestimmen. Der Entscheid wird an der Verkaufsfront, also im Laden oder im Online-Shop, gefällt – von den Konsumenten.

"Die Verbraucher wissen am besten Bescheid", folgert Krebs. Deshalb setzt er auf Meinungsumfragen. Alle ein bis zwei Monate werden Konsumenten angeschrieben, um deren Meinung einzuholen. Diese beurteilen eine Marke, ein Unternehmen: Wie gut ist das Produkt, liegt es im Trend?

Konsumenten schlagen Marken und Unternehmen vor

Derzeit befinden sich knapp 10‘000 Personen in der E-Mail-Datenbank von "Uvote", wobei jeweils nur ein Bruchteil der Adressaten abstimmt. Daneben befragt Zürisee Invest auch die Nutzer Sozialer Medien, etwa auf LinkedIn. Zudem kann auf der Website von Uvote jedermann seine Stimme abgeben. Dort können die User auch jederzeit neue Marken und Unternehmen vorschlagen. Auf der Basis dieser Ergebnisse ermittelt Zürisee Invest den Uvote-Index und damit die Zusammensetzung des Aktienportfolios.

Das heisst aber nicht, dass das Aktienportfolio einem ständigen Hin- und Her ausgesetzt ist. Uvote hält laut Reglement jeweils 10 bis 30 verschiedene Aktien. Derzeit sind es 28. Pro Jahr werden nur etwa fünf Titel ausgetauscht. "Gewinner lassen wir laufen", erklärt Krebs.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Uvote auf Konsumgüteraktien und nicht etwa auf Pharmawerte setzt. Die Konsumgüterbranche sei besonders stark von Trends, von den Vorlieben der breiten Masse­ abhängig, erläutert Krebs. Hinzu komme, dass in den letzten 50 Jahren weltweit keine Branche besser abgeschnitten habe als Konsumgüter-Aktien. Weil deren Aussichten – nicht zuletzt dank der demografischen Entwicklung – weiterhin günstig sind, eignet sich Uvote auch als Sparplan. Dieser wird in Zusammenarbeit mit cash angeboten.

Den Vergleichsindex geschlagen

Mit den bisherigen Ergebnissen kann Zürisee Invest zufrieden sein. Uvote hat in den drei Jahren seines Bestehens deutlich besser abgeschnitten als der Vergleichsindex MSCI World, wie der folgende Chart zeigt:

Kursentwicklung von Uvote (weisse Linie) und dem MSCI Weltindex (orange Linie) von Februar 2015 bis heute (Quelle: Bloomberg)

Das verwaltete Vermögen liegt bei 15 Millionen Franken. Es besteht also noch Potenzial nach oben, wie Krebs einräumt.

Die Kosten? Für den Anleger belaufen sich die Gesamtkosten (TER), die dem Zertifikat belastet werden, auf 1,45 Prozent pro Jahr, womit Uvote im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds durchaus konkurrenzfähig ist.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

iruch
Bild des Benutzers iruch
Offline
Zuletzt online: 30.08.2018
Mitglied seit: 22.04.2013
Kommentare: 197
Nicht alle Börsenplätze kämpfen mit Turbulenzen

Nicht alle Börsenplätze kämpfen mit Turbulenzen

Für Schweizer Anleger verlief das laufende Jahr bisher ziemlich ungemütlich. Ein globaler Börsen-Vergleich verrät: Der hiesige Aktienmarkt ist weit vorne in der Flop-Rangliste, während es anderswo deutlich besser läuft.

https://www.cash.ch/news/top-news/top-und-flop-aktienmaerkte-nicht-alle-boersenplaetze-kaempfen-mit-turbulenzen-1148086

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
So geben Sie Aktien in der

So geben Sie Aktien in der Steuererklärung an

Müssen Aktiengewinne versteuert werden? Und wie genau gibt man gegenüber dem Steueramt seinen Wertschriftenbesitz an? Wie verhält es sich überdies mit Dividenden? Die wichtigsten Antworten für die Steuererklärung.

27.02.2018 07:27

Von Marc Forster

Die Steuererklärungen sind wieder zugestellt worden. Die wenigsten freuen sich darauf, dieses umfangreiche Dokument auszufüllen. Etwas komplizierter wird es zudem für jene, die Aktien besitzen. Denn diese müssen in der Steuererklärung angegeben werden.

Allerdings: Eine Hexerei ist auch dies nicht, und im folgenden finden sich - am Beispiel des Kantons Zürich - die wichtigsten Antworten zu diesem Thema.

Kapitalgewinnsteuer

Wer privat Aktien-Trading betreibt, muss die Gewinne aus dem Handel nicht versteuern. Steuerbar sind die Erträge nur für gewerbsmässige Aktienhändler.

Wer Privatanleger ist und wer schon als gewerbsmässiger Händler gilt, ist nicht immer einfach zu unterscheiden. Wer als Privatanleger mit sehr hohen Summen handelt und mit seinen privaten Aktiengeschäften hohe Erträge einfährt, muss unter Umständen damit rechnen, Kapitalgewinnsteuer zahlen zu müssen.

Die Steuerämter haben in diesem Punkt einen gewissen Ermessensspielraum. Es gibt eine Reihe von Faustregeln, an die sich Steuerämter halten. Beispielsweise sollten die Kapitalgewinne nicht mehr als die Hälfte des Reineinkommens von Steuerpflichtigen ausmachen. Anders formuliert: Wer mit dem Aktienhandel im eigentlichen Sinn einen Teil des Lebensunterhaltes bestreitet, dürfte zur Kasse gebeten werden. Man gilt dann als gewerbsmässiger Händler.

Aktien aufführen

Die Steuerämter wollen nichtsdestotrotz auch bei Privatanlegern wissen, welche Aktien sie besitzen. Im Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärung müssen alle Aktienpakete aufgelistet werden, die am 31. Dezember gehalten werden, und zwar mit der Valorennummer. Der Wert der Aktien per Ende Jahr muss angegeben werden, weil sie als Teil des Vermögens gelten. Auch ausserbörslich gehandelte und nicht-kotierte Aktien müssen aufgeführt werden.

Wichtig in der Tabelle der Vermögenswerte sind Kauf- und Verkaufsdaten von Aktien. Für Day-Trader und Anleger, die viel handeln und viele Aktien besitzen, bedeutet die Steuererklärung damit einen gewissen Aufwand. Die Banken allerdings stellen in aller Regel mit den Steuerunterlagen nach dem Jahreswechsel eine Liste der Aktienkäufe und –verkäufe zu, was die Arbeit deutlich erleichtert. Auch der Steuerwert ist in solchen Dokumenten angegeben. Ansonsten bietet die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) eine Übersicht über die Kurswerte von Aktien per 31. Dezember (www.estv.admin.ch).

Wer unter dem Jahr Aktien verkauft hat, muss diese ebenfalls angeben. Für die Steuererklärung irrelevant sind nur Wertpapiere, die schon in einem früheren Steuerjahr abgestossen wurden.

Dividenden

Wer während des Jahres eine Dividende bezogen hat, muss diese aufführen, denn das Steueramt betrachtet dies als Teil der Einnahmen. Somit sind sie auch steuerpflichtig. In der Kolonne Bruttoertrag müssen die Dividenden angegeben werden.

Wenn bei der Auszahlung der Dividende 35 Prozent Verrechnungssteuer abgezogen wurden, profitieren die Steuerpflichtigen: Die Verrechnungssteuer wird zurückerstattet. Es gibt aber auch Gesellschaften, die Dividenden aus Kapitalreserven auszahlen. Dort erfolgt die Ausschüttung steuerfrei und es gibt keine Verrechnungssteuer, die zurückverlangt werden kann.

Wertschriften- und Guthabenverzeichnis in der Online-Steuererklärung (Screenshot).

Wer sich das Leben zusätzlich etwas leichter machen will, füllt die Steuererklärung elektronisch aus. Verrechnungssteueransprüche werden automatisch ausgerechnet. Ausserdem werden die Angaben für die nächste Steuererklärung gespeichert - gut für all jene, die vorhaben, ihre Aktien eine Weile zu behalten.

Anlagefonds und ETF

Fonds müssen wie Aktien angegeben werden und mit der Valorennummer eindeutig gekennzeichnet sein. Ausschüttende Fonds bringen Dividendeneinnahmen, die deklariert werden müssen. Thesaurierende Fonds legen solche Erträge gleich wieder an.

Ausgeschüttete wie thesaurierte Kapitalgewinne sind steuerfrei, wenn sie sich im Privatvermögen befinden. Der Steuerwert muss aber wie bei Aktien angegeben werden, normalerweise stellen Banken und Fondsgesellschaften den Steuerpflichtigen dazu eine Auflistung zu. Ansonsten gilt für die so genannten kollektiven Kapitalanlagen eine Liste der steuerbaren Werte, erstellt von der EStV.

Ausländische Aktien

Ausländische Aktien und Dividenden aus ausländischen Titeln gehören ebenfalls in die Schweizer Steuererklärung. Bei Dividenden behalten andere Staaten (ausser dem Vereinigten Königreich und Australien) eine Quellensteuer ein. In den USA beträgt diese bis zu 30 Prozent. Speziell wegen des Steuerrückbehalts der USA existiert in der Steuererklärung das Formular DA-1.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Lorenz
Bild des Benutzers Lorenz
Offline
Zuletzt online: 17.09.2018
Mitglied seit: 16.04.2010
Kommentare: 1'396
Lahme Schaltung

 

Alle sind sie aufgewacht, nur hier wird weiterhin geschlafen...  Pleasantry ,

mit dem obigen Artikel hat es aber nichts zu tun.

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
BIP wächst im vierten Quartal

BIP wächst im vierten Quartal um 0,6% zum Vorquartal - 2017 Wachstum von 1,0%

Die Schweizer Wirtschaft ist im vierten Quartal überdurchschnittlich gewachsen. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,6%, gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal waren es +1,9%.

01.03.2018 08:15

Erstmals gibt es auch eine Schätzung für das Gesamtjahr 2017: Demnach wuchs die Schweizer Wirtschaft um 1,0% nach 1,4% im Jahr 2016. Nach einem verhaltenen Jahresbeginn habe die konjunkturelle Erholung im zweiten Semester stark an Breite und an Schwung gewonnen, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mit.

Im vierten Quartal war das Wachstum den Angaben zufolge breit abgestützt über die Wirtschaftssektoren. Positive Impulse kamen vom verarbeitenden Gewerbe, vom Baugewerbe sowie von den meisten Dienstleistungsbranchen, darunter insbesondere die Finanzdienstleistungen. Auf der Verwendungsseite stützten der Konsum und die Bauinvestitionen das Wachstum. Hingegen trugen die Ausrüstungsinvestitionen und der Aussenhandel negativ zum Wachstum bei.

Die Quartals-Werte liegen im oberen Bereich oder gar etwas über den Ökonomen-Schätzungen. Von AWP befragte Experten hatten das Wachstum zum Vorquartal auf +0,4% bis +0,6% und zum Vorjahr auf +1,6% bis +1,8% geschätzt.

Im dritten Quartal wuchs die Schweizer Wirtschaft laut revidierten Zahlen gegenüber dem Vorquartal um 0,7%, was leicht höher ist als das ursprünglich gemeldete Plus von 0,6%. Das Wachstum zum Vorjahresquartal wurde mit +1,2% bestätigt.

uh/cf

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Selector
Bild des Benutzers Selector
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 06.06.2011
Kommentare: 675
Durchhalten

Wohl sollte man sein guten Dividendenpapiere und auch andere, jeweils erfolgreiche Unternehmenspapiere/Aktien, nicht weggeben. Vorsicht vor SL-Limiten, die Leerverkäufer, Hedger, sind unterwegs.- Zu gegebener Zeit > nachkaufen.

Emil
Bild des Benutzers Emil
Offline
Zuletzt online: 18.09.2018
Mitglied seit: 28.09.2007
Kommentare: 3'101
@Selector

@Selector

Meinst du die Schergen von DonaldJ? WinkDirol

Emil

Selector
Bild des Benutzers Selector
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 06.06.2011
Kommentare: 675
Emil hat am 02.03.2018 17:41

Emil hat am 02.03.2018 17:41 geschrieben:

@Selector

Meinst du die Schergen von DonaldJ? WinkDirol

Nun, wer regiert die Welt - oder glaubt wenigstens, dies zu tun?-  Nur, grad ganz doof sind alle anderen ja auch nicht. Psychopathologisch ein interessanter Fall, nur, drum als 'Führer' nicht zu verantworten... Dirol

 

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Wer besteht die Reifeprüfung

Wer besteht die Reifeprüfung für die Schweizer Börse?

Mehrere Schweizer Firmen wollen sich in den kommenden Wochen an der Börse kotieren lassen. Bei Investoren kommen sie unterschiedlich gut an.

05.03.2018 07:47

Von Ivo Ruch

Mit Medartis, Sensirion und A Small World (ASW) haben am Dienstag vergangener Woche gleich drei Schweizer Firmen ihre Pläne für einen Börsengang bekanntgegeben. Zudem verdichten sich die Pläne, wonach das verschuldete chinesische Konglomerat HNA die erst im letzten Jahr aufgekaufte Gategroup offenbar schon in diesem Monat und Swissport bis Ende Juni an die Schweizer Börse bringen möchte. Diese Häufung von Ankündigungen erstaunt etwas - und auch die Motivation dahinter ist nicht überall in gleichem Masse nachvollziehbar.

Ein wichtiger Grund für die Ankündigungen der drei IPO (Initial Public Offering) vom letzten Dienstag ist das intakte Börsenumfeld. Nach den turbulenten Februar-Tagen hat sich die Schweizer Börse wieder etwas beruhigt. Viele Unternehmen, die sowieso mit einem Gang an den Aktienmarkt liebäugeln, drängen nun in dieses sogenannte "Window of Opportunity" – zusätzlich optimistisch aufgrund der bevorstehenden Dividendensaison und der erhöhten Liquidität am Markt.

So zum Beispiel das soziale Netzwerk A Small World. Das Unternehmen, das auch als "Facebook für Reiche" bezeichnet wird, organisiert in erster Linie Anlässe rund um den Globus, wo sich die Mitglieder treffen und neue Kontakte knüpfen können. Ob das einträglich ist? Zweifel sind angebracht. Wie das Bankenportal "Inside Paradeplatz" vorrechnet, schreibt das Unternehmen von Patrick Liotard-Vogt laufend rote Zahlen.

Reifeprüfung nicht bestanden

In Investorenkreisen wird eine Investition in ASW denn auch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen. Marc Possa, der den Aktienfonds "SaraSelect" betreut, sagt es gegenüber cash.ch so: "A Small World ist nicht reif für die Börse, weil kein Geschäftsmodell erkennbar ist, das für eine breite Investorenschaft Mehrwert generiert."

Die Kotierung von ASW soll nach eigenen Angaben vor allem den Handlungsspielraum und den Bekanntheitsgrad des privaten sozialen Netzwerks steigern. Zudem werden keine neuen Aktien ausgegeben, sondern bloss ein Listing angestrebt. Possa stellt auch grundsätzlich Sinn und Zweck von solchen Listings infrage: "Wie Beispiele in der Vergangenheit gezeigt haben, führen die weniger strengen Anforderungen an die Unternehmen selten zu einem erfolgreichen Börsendebüt."

Das letzte ähnliche Listing an der Schweizer Börse ist Investoren in der Tat in schlechter Erinnerung: Das Cybersecurity-Unternehmen Wisekey fiel am ersten Handelstag von 12 auf 5,50 Franken und ist heute – rund zwei Jahre später – immer noch etwa gleich viel wert.

Noch fehlen wichtige Informationen

Demgegenüber sorgen Medartis und Sensirion schon für mehr Aufmerksamkeit. Fondsmanager Martin Lehmann vom "3V Invest Swiss Small & Mid Cap" bezeichnet sie als "spannende IPO-Kandidaten". Auch wenn derzeit noch entscheidende Informationen wie die Preisspanne oder nähere Angaben zum Geschäftsverlauf fehlen würden. Die Unternehmen befinden sich erst in der Phase, wo sie den Markt für mögliche Investorengelder sondieren.

Auch Marc Possa kann sich ein Engagement bei Medartis und Sensirion vorstellen: "Sie passen vom Unternehmenstyp her zu unserem Beuteschema. Sie sind in lukrativen Nischen tätig, sind innovativ und stellen Produkte von hoher Qualität her."

Das Medizinaltechnik-Unternehmen Medartis und der Sensorhersteller Sensirion würden mit Umsätzen von 105 respektive 148 Millionen Franken ins Segment der kleinen und mittelgrossen Schweizer Aktien gehören. Aber sie überzeugen durch hohes Wachstum. Bei Sensirion nahmen Umsatz und Bruttogewinn in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 13 respektive 18 Prozent zu. Der bereinigte EBITDA gar um 33 Prozent, wie die Stäfner bekannt gaben.

Eine Absage ist jederzeit möglich

Wichtig ist auch hier die Frage, was die IPO-Kandidaten mit dem eingenommenen Geld machen würden. Medartis, das auf chirurgische Implantate und Instrumente zur internen Knochenfixation spezialisiert ist, will weiteres Wachstum finanzieren. Das ehemalige ETH-Spin-Off Sensirion möchte in erster Linie das Aktienpaket des derzeitigen Mehrheitsaktionärs Gottlieb Knoch – der 75-Jährige hält 55 Prozent – platzieren und somit die Aktionärsbasis erweitern.

Ob diese Börsengänge erfolgreich sein werden, hängt schlussendlich von der Risikobereitschaft der Investoren ab. "Sollte es an der Börse wieder unruhiger werden, ist eine Absage des Börsengangs bis zum letzten Tag möglich", sagt Fondsmanager Martin Lehmann.

Und auch mit enttäuschenden IPOs muss immer gerechnet werden. Die Bespiele von Landis+Gyr und Zur Rose zeigen, dass eine vorgängige Euphorie einen erfolgreichen nicht garantiert. Die Aktien sind heute deutlich weniger wert als nach dem ersten Handelstag.

Kotierungen an der Schweizer Börse 2017

Aktie Erster Handelstag Bisherige Performance, in %
Rapid Nutrition* 29.03. -90
Galenica 07.04. +7
Idorsia 16.06. +76
Zur Rose 06.07. -29
Landis+Gyr 21.07. -5
Poenina 16.11. +1

Quelle: SIX (Stand 01.03.18)

*Die Gesellschaft plant für den 30.04.18 bereits wieder das Delisting von der Schweizer Börse

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Wieviel Schaden hat der SMI

Wieviel Schaden hat der SMI genommen?

Die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China bescherte dem Swiss Market Index am Freitag herbe Verluste. Dabei durchbrach das Börsenbarometer wichtige charttechnische Marken.

05.03.2018 08:36

Von Lorenz Burkhalter

Der Schweizer Aktienmarkt blickt auf die verlustreichste Woche seit über einem Jahr zurück. Der Swiss Market Index (SMI) büsste innerhalb von gerademal fünf Handelstagen 3,5 Prozent ein. Das Minus seit Jahresbeginn beträgt sogar 8 Prozent.

Am Freitagnachmittag tauchte das renommierte Börsenbarometer bis auf 8613 Punkte. Damit wurde das bisherige Jahrestiefst von Anfang Februar bei 8664 Zählern unterboten.

Unteres Ende des Aufwärtstrends muss halten

Die Markttechnikexperten der Credit Suisse zeigen sich regelrecht besorgt. Ihres Erachtens hat der SMI am Freitag wichtige Schlüsselunterstützungen verletzt. Gleichzeitig warnen sie davor, dass viele andere europäische Aktienindizes ebenfalls auf solche Schlüsselunterstützungen zurückgefallen und deshalb angeschlagen sind.

Der früher ebenfalls für die Credit Suisse tätige und heute als unabhängiger Markttechniker tätige Rolf Bertschi wähnt den SMI am unteren Ende eines seit April 2016 entstandenen Aufwärtstrendkanals. Fällt das Börsenbarometer aus diesem Kanal, wäre das sehr negativ.

Der SMI über die letzten 12 Monate mit gleitenden Durchschnitten auf 20, 50 und 200 Tage (Quelle: www.cash.ch)

Eine grosse Bedeutung kommt Bertschi zufolge der Marke von 8450 Punkten zu. Wird auch diese unterschritten, hält er gegebenenfalls sogar einen Rückschlag in die Region von 7400 Punkten für möglich. Man muss schon in den Februar 2016 zurückgehen, um beim SMI auf einen ähnlich tiefen Stand zu stossen.

Schaden kann eventuell noch abgewendet werden

Auch die beiden Autoren der "Technical Investment Strategy" von Julius Bär geben sich desillusioniert. Die Ausgangslage habe sich über die wichtigsten europäischen Aktienindizes hinweg verschlechtert, so schreiben sie.

Den SMI sehen die Markttechnikexperten nur dann Schaden abwenden, wenn das Börsenbarometer in den nächsten Wochen oder Monaten wieder über die Widerstandsmarke bei 9050 Punkten zurückfindet. Sie raten daher Anlegern, auf die Aktien der mittelgrossen Unternehmen aus dem SMI Mid Cap Index (SMIM) auszuweichen.

Die für Julius Bär tätigen Experten sorgten erst kürzlich für einen Aufschrei, als sie dividendenstarken Titeln wie Nestlé, Roche und Novartis einen "langsamen Tod" vorhersagten (cash berichtete). Leiden diese drei Schwergewichte, leidet auch der SMI.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
So «metzgen» sich die

So «metzgen» sich die Schweizer Grosskonzerne nach den Zahlen

Die Jahresresultate der SMI-Konzerne liegen beinahe komplett vor. Nicht alle Grosskonzerne überzeugten mit ihren Resultaten den Markt. Anleger müssen die Informationen nutzen, um die Spreu vom Weizen trennen zu können.

05.03.2018 23:00

Von Marc Forster

Die Geschäftszahlen für 2017 der Konzerne des Swiss Market Index (SMI) liegen mittlerweile alle vor – Ausnahmen sind Geberit, wo bisher nur der Umsatz bekannt ist und am 13. März der volle Zahlensatz kommt, sowie Richemont, wo die Rechnungsperiode jeweils per 31. März endet.

cash.ch zog Bilanz und nahm die Unternehmensergebnisse und vor allem die Reaktion der Aktienkurse seit Veröffentlichung der Jahreszahlen unter die Lupe. Die Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen verstellen den Blick auf die Resultate natürlich etwas. Daher überrascht es nicht, dass alle SMI-Aktien seit Bekanntgabe der jeweiligen Resultate im Minus stehen (siehe Tabelle unten).

Am deutlichsten traf es mit Lonza und Novartis Firmen, die ihre Zahlen Ende Januar noch vor den gröbsten Börsenturbulenzen veröffentlicht hatten. Die Aktie von Zurich hingegen, die seit der Bekanntgabe des Jahresabschlusses fast ein Plus erreicht, kam mit den Zahlen erst nach dem Börsenabsturz und konnte diesen umgehen. Dennoch geben die Aktienkurse Hinweise auf die Qualität der Jahresergebnisse.

Für die weitere Entwicklung der Aktienkurse ist diese Qualität trotz Zinschritten der Federal Reserve und eines möglichen Handelskriegs nach wie vor wichtig. Die operative Leistung wie auch der Ausblick oder die Erwartungen an ein Unternehmen sind ein Indikator, wie sich Aktienkurse speziell in einem gesättigten Börsenumfeld entwickeln könnten. Denn mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt im Satz, den der deutsche Ökonom Thomas Mayer vergangene Woche im Gespräch mit cash.ch äusserte: "Aktienkurse können jetzt wirklich nur noch steigen, wenn es positive Überraschungen bei Profiten gibt."

In dieser Hinsicht entwickelten sich die SMI-Grosskonzerne allerdings unterschiedlich. Eine Übersicht.

Lebensmittel

Nestlé überzeugte weder beim Jahresergebnis noch beim Ausblick. Der Konzern befindet sich weiter in einer Übergangsphase. Konzernchef Ulf Mark Schneider hat die Märkte noch nicht überzeugt und muss weiter liefern. Einige Analysten mutmassen aber auch, dass Nestlé mit einem sehr vorsichtigen Ausblick bewusst tiefstapelt. Eine Garantie für einen Kursanstieg in nächster Zeit ist dies nicht.

Pharma

Novartis kam mit dem Jahresergebnis deutlich besser an als Roche, was zum Teil an einem positiven Ausblick liegt: Novartis sieht Chancen, auf Wachstumskurs zurückkehren zu können. In den Tagen nach der Ergebnispräsentation kamen aber wieder Zweifel auf, ob dies so möglich ist: Der Kursrückgang um 10 Prozent seitdem zeugt davon. Roche hat die Märkte indessen von Anfang an nicht überzeugt, weder mit der operativen Leistung noch mit dem Ausblick. Teile des Zahlenkranzes waren sogar schwach.

Beim Life-Science-Konzern Lonza stoppte das Jahresergebnis den jahrelangen Anstieg des Aktienkurses. Der Betriebsgewinn und die Leistung der zugekauften US-Sparte Capsugel enttäuschten, der Kurs ist seit der Ergebnispräsentation Ende Januar um 11 Prozent gesunken. Dies zeigt, das Investoren bei ihrem bisherigen Markt-Liebling unsicherer geworden sind.

Banken

Die beiten Grossbanken UBS und Credit Suisse weisen für 2017 Verluste aus, dies rührt aber von Neubewertungen im Zuge der US-Steuerreform her. Operativ schnitt die Credit Suisse mit gesteigerten Resultaten in wichtigen Sparten besser ab als die UBS, wo Investmentbanking und die Rentabilität der Vermögensverwaltung nicht ganz überzeugten. In der Tat entwickelte sich der UBS-Kurs seit der Publikation der jeweiligen Zahlen schwächer als die CS-Aktie.

Während bei beiden Banken die Probleme nicht komplett ausgeräumt sind – die CS etwa kämpft immer noch mit einer relativ tiefen Kapitalisierung – dürften weitere Börsenturbulenzen diesen beiden Aktien besonders zusetzen. Julius Bär wiederum konnte zwar unerwartet viel Neugeld einsammeln, enttäuschte jedoch mit den anderen Kennzahlen. Auch beim traditionsreichen Vermögensverwalter sind die Erwartungen gedämpt. Zudem steht noch die Nachfolge von CEO Boris Collardi aus.

Zykliker

Bei Adecco reagierten die Märkte wegen durchwachsener Margen- und Profitbilitätswerte mit Verkäufen, während die Aktie von LafargeHolcim trotz guter Zahlen ebenfalls unter Druck kam. Adecco profitiert prinzipiell von der anziehenden Weltwirtschaft. Bei LafargeHolcim wird dem neuen CEO Jan Jenisch eine erfolgreiche Belebung des Geschäftsgangs zugetraut. Bei der Aktie macht sich der Markt nach den umfangreichen und unerwarteten Wertberichtigungen im Jahresresultat zudem einige Hoffnungen.

ABB indessen verfehlte mit den Jahreszahlen die Prognosen, die Aktie entwickelt sich unterdurchschnittlich. Die Erwartungen an den weitverzweigten Technologiekonzern sind gemischt. Besser als bei Adecco, LafargeHolcim und ABB sehen die Zahlen und Aussichten bei Sika aus: Der Baustoffhersteller eilt von Erfolg zu Erfolg. Bei Givaudan wiederum zeigte sich die operative Leistung solide, doch der vorsichtige Ausblick belastet den Aktienkurs.

Versicherer

Bei der Swiss Re hapert es mit der Eigenkapitalrendite – wäre diese höher, würde wohl auch der Aktienkurs steigen. Bei der Zurich kommt die Restrukturierung voran, was sich auf die Profitabilität positiv auswirkt. Der Aktie wird weiteres Kurspotenzial zugetraut. Dank des profitablen Gebühren-Geschäfts ("Fees") läuft es auch bei der Swiss Life rund.

Die Kurse der drei Versicherungsaktien gingen trotz der Marktverwerfungen nur moderat zurück. Versicherer gelten grundsätzlich als Gewinner, wenn die Zinsen steigen, was aktuell der Fall ist. Was Anleger auch reizt: Versicherer sind gute Dividendenzahler. Auch Swiss Life steigt langsam in den Kreis der Dividenenperlen auf.

Luxusgüter

Die Swatch-Aktie gehörte vor den Kurskapriolen Anfang Februar zu den Gewinnern am Schweizer Aktienmarkt. 2017 legte die Aktie um 25 Prozent zu, angetrieben von wieder anziehenden Verkäufen vor allem in China. Die Uhren-Absatzkrise scheint sich zu beruhigen, wie die Zahlen zeigten. Die Märkte haben generell wieder mehr Vertrauen in Swatch: Das Unternehmen hat die Kosten im Griff und dürfte gut durchs 2018 kommen. 

Warenprüfung

Der Prüfkonzern SGS legte ein Ergebnis vor, das als "solide" gewertet wird. Diese Wertung nehmen Analysten dann gerne vor, wenn sich nichts Überragendes an einem Resultat entdecken können. Der Markt zieht überdies in Zweifel, ob SGS die Margen im erhofften Umfang steigern kann. Begeisterung für die Aktie, die 2017 deutliche noch Sprünge verzeichnet hat, ist derzeit wenig auszumachen.

SMI-Konzerne nach den Jahreszahlen 2017¹

  operative Leistung 2017 Ausblick/Erwartungen Performance seit
Ergebnispräsentation
Kurspotential
ABB mittel vorsichtig -3,2 Prozent (8.2.)
Adecco schwach/mittel stabil -4,5 Prozent (1.3.)
Credit Suisse gut vorsichtig -3 Prozent (14.2.)
Givaudan gut mässig -4,8 Prozent (26.1.)
Julius Bär mittel stabil -8,3 Prozent (31.1.)
LafargeHolcim mittel stabil -8,2 Prozent (2.3.)
Lonza mittel/gut vorsichtig/stabil -11 Prozent (31.1.)
Nestlé mittel vorsichtig -4,9 Prozent (15.2.)
Novartis mittel/gut vorsichtig/positiv -10,1 Prozent (24.1.)
Roche schwach/mittel mässig -2,4 Prozent (1.2.)
SGS gut mässig -8,7 Prozent (23.1.)
Sika gut positiv -5 Prozent (23.2.)
Swiss Life gut positiv -3,6 Prozent (27.2.)
Swiss Re mittel stabil -4 Prozent (23.2.)
Swisscom mittel mässig/stabil -1,5 Prozent (7.2.)
Swatch gut positiv -9,2 Prozent (30.1.)
UBS mittel mässig -10,9 Prozent (27.1.)
Zurich gut positiv -0,3 Prozent (8.2.)

¹Ohne Geberit (Zahlen 13.3.) und Richemont (Zahlen 18.5.)/Daten: cash.ch

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Wie funktioniert die

Wie funktioniert die Schweizer Vorbörse?

Bereits bevor die Schweizer Börse um 9 Uhr mit dem Handel beginnt, sind vorbörsliche Kurse zahlreicher Schweizer Aktien abrufbar. cash zeigt, wie diese Kurse bestimmt werden und wer vorbörslich handeln kann.

09.03.2018 11:58

Von Pascal Züger

Die Öffnungszeiten der Schweizer Börse sind klar geregelt: An Werktagen sind Trades zwischen 9 Uhr bis 17.30 Uhr möglich. Am Wochenende ist die Börse geschlossen. Darüber hinaus gibt es auch die so genannte Vorbörse. Sie liefert wochentags zwischen 8 Uhr und 8.45 Uhr Aktienkurse.

Die von der Bank Julius Bär berechneten vorbörslichen Kurse auf alle Aktien des Swiss Market Index und ausgewählte Schweizer Mid Caps sind bei Investoren beliebt. Sie gelten als zuverlässiger Indikator für den eigentlichen Tageshandel - auch wenn die Kurse bei der Eröffnung dann und wann von der Vorbörse abweichen. Die vorbörsliche Entwicklung aller SMI-Titel ist auf cash.ch abrufbar.

Was viele nicht wissen: Die Vorbörse dient nicht bloss als Indikator für den eigentlichen Börsenstart, es wird tatsächlich auch Handel betrieben. Private Anleger können via Hausbank vorbörsliche Käufe oder Verkäufe in Auftrag geben. Gegenüber dem eigentlichen Börsenhandel fallen keine zusätzlichen Gebühren an. Die beauftragte Hausbank teilt dann dem Trading Desk von Julius Bär den Kaufs- oder Verkaufs-Wunsch in der Regel telefonisch mit. Privatinvestoren machen allerdings einen geringen Anteil am Vorbörsenhandel aus, der Handel wird von Institutionellen Anlegern dominiert.

Die Schwierigkeit der Kursfestsetzung

Wie viele Trades vorbörslich an einem Vormittag abgewickelt werden, hängt stark von der Nachrichtenlage ab: Manchmal sind es nur 2 bis 3 Geschäfte, an anderen Tagen wiederum 20 bis 30, wie Patric Rippstein, der bei Julius Bär zusammen mit zwei Kollegen für den vorbörslichen Handel der Schweizer Aktien verantwortlich ist, im Gespräch mit cash erläutert.

Dieses geringe Handelsvolumen macht eine vorbörsliche Preisfindung schwieriger als im offiziellen Börsenhandel, wo Kaufs- und Verkaufsorder quasi von selbst ein Gleichgewicht finden. Es benötigt vorbörslich einen "Market Maker", der die Kurse stellt. Diese Rolle übernimmt die Bank Julius Bär, die als Basis für die Preisfestlegung die Schlusskurse des Vortages heranzieht.

Damit ist der vorbörsliche Kurs aber noch nicht gesetzt: Es fliessen über Nacht veröffentlichte Nachrichten und Daten in die Berechnungen mit ein, die den Gesamtmarkt, einzelne Sektoren oder auch einzelne Aktien betreffen. Dazu gehören neben den in den Medien veröffentlichten News etwa die vorabendlichen Schlusskurse an der US-Börse und der Verlauf des Börsenhandels in Asien. Aber auch aktuelle Meinungen und Einschätzungen von Brokern und Analysten werden berücksichtigt. All diese Informationen werden in ein Computerprogramm eingespeist, welches als Ergebnis die vorbörslichen Kurse ausspuckt.

Fehleinschätzungen sind möglich

Während des vorbörslichen Handels werden die Kurse weiter angepasst, je nachdem ob ein Titel gefragt ist oder in grossem Masse abgestossen wird. Teilweise werden in diesem Zeitraum auch weitere Analystenkommentare oder Unternehmensnachrichten publiziert, die eine Neueinschätzung des Kurses notwendig machen.

Man merkt es: Die vorbörslichen Kurse sind schlussendlich keine exakte Wissenschaft. Sie beruhen auf den der Bank Julius Bär verfügbaren Informationen und Annahmen. Daher kommt es hin und wieder vor, dass die Aktien bei Börseneröffnung ganz andere Kurse als während der Vorbörse aufweisen. Vor allem in Zeiten sehr volatiler Börsen kann das passieren.

Gewiefte Börsenhändler versuchen Fehleinschätzungen von Julius Bär vorbörslich geschickt auszunutzen, indem sie bei zu tiefen Kursen kaufen beziehungsweise bei zu hohen Kursen verkaufen. Doch diese Rechnung geht natürlich nicht immer auf. Denn Märkte sind häufig unberechenbar.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Der richtige Umgang mit

Der richtige Umgang mit Sonderdividenden

Bei einigen Schweizer Aktien winkt in diesem Jahr eine Sonder- oder eine Jubiläumsdividende. Doch voreilig zugreifen wäre die falsche Taktik. Eine Übersicht.

11.03.2018 23:10

Von Ivo Ruch

Wenn zu einer normalen Dividende noch eine Sonderdividende hinzukommt, ist das für Aktionäre immer eine zusätzliche Freude. So zum Beispiel beim Milchverarbeiter Emmi: Weil im letzten Geschäftsjahr der Reingewinn deutlich gesteigert werden konnte, wurde neben einer Dividendenerhöhung (von 5,90 auf 7 Franken) auch eine Sonderausschüttung von 3 Franken pro Namenaktie angekündigt.

Wie es der Name schon sagt: Sonderdividenden werden in besonderen Situationen ausbezahlt. Feiert eine Firma einen runden Geburtstag oder spült eine Transaktion viel Geld in die Kasse, können sich Aktionäre häufig über einen einmaligen Zustupf freuen. Alternativ kann auch über ein Aktienrückkaufprogramm Geld an die Anleger zurückgeführt werden.

Bei Emmi steht die aktuelle Sonderdividende in Zusammenhang mit dem Gewinn aus dem Verkauf einer Beteiligung sowie dem 25-Jahre-Jubiläum von Emmi in der heutigen Form. Somit kommen die Emmi-Aktionäre beim aktuellen Börsenkurs auf eine Dividendenrendite von 1,3 Prozent – ohne Sonderdividende wären es bloss 0,9 Prozent. Die positive Dividendenüberraschung liess die Emmi-Aktie am letzten Montag um 7 Prozent ansteigen.

Nur bei genügend Bargeld

Auch Ems-ChemieFlughafen Zürich, Schweiter, die Waadtländer Kantonalbank (BCV) und die Plakatgesellschaft APG haben mit der Publikation der Geschäftszahlen für 2017 eine Sonderdividende angekündigt. Bei der Hypothekarbank Lenzburg, der St.Galler Kantonalbank und der Lienhardt & Partner Privbatbank (ausserbörslicher Handel) kommen die Aktionäre in den Genuss einer Spezial-Dividende aufgrund eines Jubiläums. Alle Institute werden 150 Jahre alt.

Sonder- und Jubliäumsdividenden für 2017

Firma ordentliche Dividende Sonderdiv. Div.rendite Auszahlungsdatum
APG 12 CHF 12 CHF 6,1% 30.05.18
BCV 23 CHF 10 CHF 4,2% 03.05.18
Emmi 7 CHF 3 CHF 1,3% 18.04.18
Ems-Chemie 14,50 CHF 3,50 CHF 2,9% 16.08.18
Flughafen ZH 3,30 CHF 3,20 CHF 3,0% 25.04.18
Hpothekarbank Lenzburg 110 CHF 40 CHF 3,3% 22.03.18
Lienhardt & Partner - 150 CHF 6,4% 21.03.18
SGKB 16 CHF 1,50 CHF 3,2% 02.05.18

Quellen: cash.ch, Firmenwebsites (Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Stand 08.03.18)

Sonder- und Spezialdividenden sind grundsätzlich ein Zeichen für den guten Zustand eines Unternehmens: Nur wer über genügend Bargeld verfügt, kann sich solche Ausschüttungen leisten. Bei Investments nur auf diese Zusatz-Zahlungen zu schielen, wäre aber der falsche Ansatz.

Einerseits sind die Sonderdividenden nicht immer die Folge von Erfolg. Bei APG zum Beispiel waren Umsatz und Gewinn zuletzt rückläufig. Trotzdem wird die Dividende von 12 Franken durch eine Sonderdividende verdoppelt. Diese Massnahmen konnten nicht verhindern, dass die APG-Aktie seit Veröffentlichung der Geschäftszahlen 7 Prozent verloren hat.

Andererseits werden Spezialdividenden im Folgejahr oft wieder gestrichen, womit sozusagen eine Dividendenkürzung durch die Hintertür möglich ist. Das ist in diesem Jahr beispielsweise bei Cembra, DKSH und Schindler der Fall.

Investoren bevorzugen Rückkäufe

Bei professionellen Investoren sind Sonderdividenden denn auch nicht entscheidendend. Thomas Stucki, Investmentchef bei der St.Galler Kantonalbank, sagt: "Wichtiger ist die langfristige Dividendenentwicklung oder ein Aktienrückkaufprogramm. Dieses hat in der Regel mittel- bis langfristig einen anhaltend positiven Einfluss auf den entsprechenden Aktienkurs."

Auch Patrik Lang, Leiter Aktien-Research bei der Bank Julius Bär, hat ähnliche Präferenzen: "Eine Sonderdividende spielt bei unserer Beurteilung von Unternehmen keine übermässig wichtige Rolle. Sie ist aber immer noch besser als eine unnötige Akquisition."

Was auffällt: Kein einziger Titel aus dem Swiss Market Index (SMI) benutzt in diesem Jahr den Kanal der Sonderdividende, um operativ nicht benötigtes Kapital an die Aktionäre zurückzuführen. Unternehmen wie Nestlé, Novartis oder UBS bevorzugen alle den Kauf eigener Aktien.

Erwirbt ein Unternehmen eigene Aktien zurück und vernichtet diese, steigt in der Regel der Gewinn pro Aktie. Doch diese "Gewinnverdichtung" wirkt auch nicht immer kursstützend. Im Gegenteil: Nestlé und Novartis sind mit ihrer schlechten Kursperformance mitverantwortlich, dass die Schweizer Börse nicht vom Fleck kommt.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Arbeitgeber erwarten laut

Arbeitgeber erwarten laut Manpower stabilen Personalbestand

Die Anzahl neuer Einstellungen dürfte gemäss dem Manpower-Arbeitsmarktbarometer im zweiten Quartal 2018 landesweit stabil bleiben. Gefragt nach einer Einschätzung, wie sich die Beschäftigungslage im eigenen Unternehmen bis Ende Juni 2018 im Vergleich zum jetzigen Quartal entwickle, gehen 85% der Befragten von einem unveränderten Personalbestand aus. Knapp jedes zehnte Unternehmen erwartet jedoch eine Zunahme.

13.03.2018 08:00

Im Hinblick auf die einzelnen Regionen sind die Prognosen laut der Studie des Temporärstellenvermittlers für sechs von sieben untersuchten Regionen positiv. Vor allem in Zürich und der Zentralschweiz seien die Arbeitgeber zuversichtlicher, heisst es in einer Mitteilung von Manpower vom Dienstag. Hingegen seien Arbeitgeber in der Genferseeregion so pessimistisch wie seit zwei Jahren nicht mehr.

ANHALTEND POSITIVER TREND IM HANDEL

Mit Blick auf die einzelnen Branchen, setze sich insbesondere im Handel der positive Trend fort. Im Handelssektor herrsche nach der langen schwachen Entwicklung wieder Optimismus, heisst es dazu. Arbeitgeber aus dieser Branche beurteilten die Beschäftigungsaussichten nun schon seit einigen Quartalen positiv. Dies stehe zudem im Einklang mit dem Konsumklimaindex des SECO.

In den anderen Sektoren zeige sich hingegen ein gemischteres Bild: Nur die Hälfte der befragten Branchen rechnen im Laufe der nächsten drei Monate mit einer Erweiterung des Personalbestands. Am zuversichtlichsten gebe sich die Land- und Forstwirtschaft. Aber auch in der verarbeitenden Industrie und wie erwähnt im Handel sei man wieder optimistischer.

Im Gegensatz dazu melden laut Manpower vier Wirtschaftssektoren negative Werte. Speziell im Baugewerbe seien die Aussichten am trübsten. Die Branche rechne mit den tiefsten Beschäftigungsaussichten seit knapp sechs Jahren. Im Finanzwesen sowie im Immobilien- und Dienstleistungssektor gehen die Befragten zwar von 2% mehr Beschäftigten aus, dies sei aber das schwächste Ergebnis seit fast drei Jahren.

sta/yr

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Aktien Schweiz Vorbörse:

Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas tiefere Kurse zum Start an "Hexensabbat" erwartet

Der Handel an der Schweizer Aktienbörse dürfte am Freitag wenig verändert eröffnen. Nach wie vor beschäftige der weltweit drohende Handelskrieg die Anleger, während sich der diplomatische Konflikt zwischen Grossbritannien und Russland um das Giftattentat auf einen russischen Ex-Spion verschärfe, meinte ein Händler. Am Vorabend hatten die US-Börsen uneinheitlich geschlossen.

16.03.2018 08:45

Dennoch ist im Handel mit europäischen Aktien zum Wochenschluss mit Schwankungen zu rechnen. Der Grund dafür ist der sogenannte "Hexensabbat" oder "grosse Verfall" am Optionsmarkt. Am heutigen Freitag laufen nämlich an der Termin- und Optionsbörse Eurex sowohl Futures als auch Optionen auf Aktienindizes und Einzelwerte aus. Im Handelsverlauf dürften dann US-Daten zum Immobilienmarkt, zur Industrie und zum Konsumentenvertrauen in den Fokus der Anleger rücken.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI notiert um 08.20 Uhr mit 0,13% tiefer bei 8'867,54 Punkten. Auf Wochensicht hat der Index somit knapp 60 Punkte verloren.

Am Freitag notieren die meisten Blue Chips im vorbörslichen Geschäft im Rahmen des Gesamtmarkts. Die Index-Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche geben um 0,1% nach und die Titel der Grossbanken UBS und Credit Suisse liegen mit je 0,2% im Minus.

Auf der Gegenseite zeichnen sich bei Swatch (+0,1%) leichte Kursgewinne ab. Swatch-Chef Nick Hayek hatte am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz Optimismus versprüht, was das Wachstum im laufenden Jahr betrifft. Er geht weiterhin von einer guten Nachfrage nach Schweizer Uhren aus, dies getragen von chinesischen Konsumenten.

Richemont (Aktie: -0,2%) treibt derweil die geplante Vollübernahme des italienischen Onlinehändlers Yoox Net-A-Porter (YNAP) voran. Nachdem der Angebotsprospekt von den zuständigen italienischen Behörden genehmigt wurde, hat der Luxusgüterkonzern zur Finanzierung des Deals in drei Tranchen Anleihen im Gesamtumfang von 3,75 Mrd EUR am Markt platziert.

Dufry (+0,6%) könnten sich am Berichtstag ein wenig vom Kursrutsch des Vortages erholen. Die Papiere des Reisedetailhändlers hatten am Donnerstag mit der Veröffentlichung der Jahreszahlen um mehr als 6% nachgegeben. Dabei habe die Ankündigung einer Dividende ohne genaue Höhe unter Anleger Fragen aufgeworfen.

Während es zu den Blue Chips-Unternehmen kaum News gibt, haben einige Firmen aus der zweiten Reihe Geschäftszahlen vorgelegt. Dem Biochemie-Unternehmen Bachem (kein Kurs) gelang im Jahr 2017 erneut eine deutliche Steigerung im Umsatz und beim operativen Gewinn, die Vorgaben von Analysten wurden damit allerdings nicht ganz erreicht. Weiter haben die Beteiligungsgesellschaft Pargesa und der Finanzbroker CFT Zahlen vorgelegt (keine Kurse vorhanden).

Die Aktien Flughafen Zürich (+1,7%) und Sonova (+1,3%) könnten derweil am Freitag von jeweiligen Ratingerhöhungen durch Analysten profitieren.

mk/uh

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Auffällige Management

Auffällige Management-Transaktionen im ersten Quartal

Im turbulenten ersten Börsenquartal haben viele Chefs und Verwaltungsräte auf privater Basis mit Aktien der eigenen Firma gehandelt. cash zieht Bilanz und kommentiert auffällige Management-Transaktionen.

18.03.2018 22:36

Von Lorenz Burkhalter

Stehen Unternehmensergebnisse an, belegen viele börsenkotierte Unternehmen aus der Schweiz ihre Geschäftsleitungsmitglieder und Verwaltungsräte schon Wochen zuvor mit einer Sperrfrist im Aktienhandel. Im angelsächsischen Sprachgebrauch wird dies "Blackout Period". Diese untersagt den Managern, auf privater Basis mit Aktien der eigenen Firma zu handeln.

Die "Blackout Period" endet am Tag der Zahlenveröffentlichung. Ab dann dürfen die Geschäftsleitungsmitglieder und Verwaltungsräte wieder munter an der Börse mitmischen.

Für sogenannte "Management-Transaktionen" kennt die Schweizer Börse SIX eine Freigrenze von 100'000 Franken im Monat. Übersteigen die kumulierten Aktienkäufe oder -verkäufe einer Person diese Summe, ist der Arbeits- oder Mandatsgeber von Gesetzes wegen zu einer Meldung an die Börsenbetreiberin verpflichtet. Die SIX führt eine öffentliche Statistik.

Von dieser Statistik erhoffen sich Börsenakteure wichtige Anhaltspunkte in Bezug auf das Tagesgeschäft. Denn wer weiss schon besser darüber Bescheid als die Geschäftsleitung oder der Verwaltungsrat eines Unternehmens?

Management-Transaktionen für fast eine halbe Milliarde Franken

Eine alte Faustregel besagt, dass auf einen Franken an Titelkäufen drei Franken an Verkäufen kommen. Das lässt sich damit erklären, dass Geschäftsleitungsmitglieder und Verwaltungsräte einen Teil ihrer Entschädigung in Aktien des eigenen Unternehmens erhalten. Läuft die vertraglich geregelte Sperrfrist ab, können sie frei darüber verfügen.

Seit Jahresbeginn wurden der Schweizer Börse SIX Kauf-Transaktionen in Höhe von 166 Millionen Franken gemeldet. Dem standen Verkaufs-Transaktionen für 298 Millionen Franken gegenüber. Diese Zwischenbilanz ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Denn gerade bei den Kauf-Transaktionen liegt nicht immer auf der Hand, was für ein Geschäft sich dahinter verbirgt.

So gesehen bei AMS. Der Sensorenhersteller aus dem österreichischen Unterpremstätten meldete der SIX zwischen dem 6. Februar und dem 9. März insgesamt sechs Kauf-Transaktionen im Gesamtwert von 25,3 Millionen Franken. Doch nur einer einzigen und zudem noch kleinen Transaktion lag auch tatsächlich ein Titelkauf zugrunde. Für die Differenz 25 Millionen Franken übten Geschäftsleitungsmitglieder ihre Mitarbeiteroptionen aus.

Missglückter Versuch der Aryzta-Führungsspitze

Gleichzeitig trennten sie sich in den besagten vier Wochen von Aktien und Optionen im Gegenwert von 85 Millionen Franken, was der Kursentwicklung offensichtlich nicht allzusehr zusetzte: vor wenigen Tagen erklomm die AMS-Aktie bei 121,20 Franken eine neue Bestmarke.

Beeindruckender Kursanstieg der AMS-Aktie trotz Titelverkäufen aus dem Management (Quelle: www.cash.ch)

Rekorde ganz anderer Art schrieb zuletzt Aryzta. Selbst nach der überraschenden Gewinnwarnung vom Januar kam das Halbjahresergebnis des hochverschuldeten Backwarenherstellers an der Börse nicht gut an. Die Aktie fiel bei 21,44 Franken kurzum auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Alleine seit Jahresbeginn errechnete sich zu diesem Zeitpunkt ein Minus von 54 Prozent.

Verwaltungsratspräsident Gary McGann und Konzernchef Kevin Toland übten sich in Schadensbegrenzung und kauften medienwirksam eigene Aktien. Da die eingesetzte Summe von 240'000 Franken von Händlern als geradezu lächerlich abtaxiert wurde, erwies sich die Aktion nicht als die erhoffte Kursstütze (cash berichtete).

Wie man es richtig macht, zeigte zuvor Nassef Sawiris bei LafargeHolcim. Als der neue Konzernchef Jan Jenisch am 5. März seine Strategie sowie neue Mittelfristziele vorstellte, nutzte er den Kursrutsch zum Kauf von 200'000 Aktien im Gegenwert von 10,5 Millionen Franken. Der Grossaktionär und Verwaltungsrat hängte den Titelkauf zwar nicht an die grosse Glocke. Dennoch verhalf die davon ausgehende Signalwirkung der LafargeHolcim-Aktie seither zu neuem Leben.

Aktive Burgdorfer bei Ypsomed

Gewohnt ziemlich aktiv waren die Exponenten von Ypsomed. Als am 7. März Gewinnwarnungsgerüchte aufkamen, ergriff der Medizinaltechnikkonzern aus Burgdorf die Flucht nach vorn. In einer Medienmitteilung wurden die diesjährigen Zielvorgaben bekräftig. Gleichzeitig deutete man für das darauffolgende Jahr jedoch einen temporären Gewinnrückgang an. Der Kurs der Aktie tauchte an diesem Tag um 7 Prozent in die Tiefe.

Kursentwicklung der Ypsomed-Aktie vor und nach den Gewinnwarnungs-Gerüchten (Quelle: www.cash.ch)

Seit dem 7. März haben einer oder mehrere Verwaltungsräte eigene Titel in Höhe von knapp 10 Millionen Franken "gesammelt". Barmittel dürften mehr als genug vorhanden gewesen sein, hatten Verwaltungsräte zuvor zwischen dem 19. Januar und 27. Februar doch für 23 Millionen Franken Kasse gemacht. Ein Geschäftsleitungsmitglied trennte sich von Aktien für 1,7 Millionen Franken. Dem standen in den knapp sechs Wochen Titelkäufe in Höhe von 3,5 Millionen Franken seitens eines oder mehrerer Verwaltungsräte gegenüber.

Da die Familie um Firmengründer und Verwaltungsratspräsident Willy Michel hinter den Transaktionen aus dem Verwaltungsrat vermutet wird, geht von den jüngsten Aktienkäufen durchaus Signalwirkung für die Börse aus. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 40 gilt die Ypsomed-Aktie noch immer als eine der teuersten am Schweizer Aktienmarkt.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Zocker, aufgepasst: Diese

Zocker, aufgepasst: Diese Hebelprodukte liebt der Markt

Mit Hebelprodukten zu hantieren kann lukrativ sein, aber auch Totalverlust bringen. Interessant ist auch, bei welchen Aktien und Wertpapieren Investoren «den Hebel ansetzen», gerade in volatilen Märkten wie jetzt.

20.03.2018 07:46

Von Marc Forster 

Sie heissen Mini-Futures und Warrants, verfügen zum Teil über ein "Knock Out" und hängen machmal davon ab, ob ein Wertpapier einen "Strike" berührt: Die Rede ist von Hebelprodukten. Diese Finanzvehikel verwenden einen Basiswert, beispielsweise eine Aktie, und versehen diese mit einem "Hebel". Wie sie genau funktionieren, wird im Kasten unten erklärt.

Hebelprodukte haben im wesentlichen gemeinsam, dass sie mit relativ geringem Einsatz von Kapital hohe Renditen ermöglichen. Weil dies aber unter der Inkaufnahme geschieht, dass das eingesetzte Geld zum manchmal verloren gehen kann, haben sie den Ruf von Zocker-Investments. Privatanleger mit moderater Risikofähigkeit werden vor ihnen in der Regel gewarnt.

Versicherer und Bitcoin

Fest steht: Seit Anfang Jahr wurden Hebelprodukte gut nachgefragt. Erhebungen von Derivate Partners zufolge beliefen sich die Umsätze von Hebelprodukten zwischen 600 und 700 Millionen Franken monatlich. In den zehn Monaten davor lagen die Werte teils deutlich tiefer, wie der Informationsdienstleister für strukturierte Produkte errechnet hat.

Umsätze mit Hebelprodukten in der Schweiz in Millionen Franken (Grafik: Derivative Partners AG).

Der Grund dürfte einigermassen einleuchten: Eine höhere Volatilität lässt auch die Umsätze bei Hebelprodukten emporschnellen. Und an Kursschwankungen mangelte es in den turbulenten seit Beginn dieses Jahres bekanntermassen nicht, auch wenn die Volatiltät im März etwas zurückgegangen ist.

Die Märkte setzten dabei auf interessante Basiswerte, womit sie bei genauer Betrachtung Anhaltspunkte zu Markt-Stimmungen geben. Bei Warrants war das umsatzstärkste Produkt im Februar ein Put-Warrant auf den Swiss Market Index SMI. Diese Anleger gehen davon aus, dass der Leitindex innerhalb bestimmter Laufzeiten im Kurs sinkt.

Top-Trades bei Warrants (Februar 2018)

Symbol Basiswert Attribut Emittent Umsatz (Mio. Fr.) Trades
SMIAWZ SMI fallend ZKB 3,02 120
SREABZ Swiss Re steigend ZKB 2,91 64
ROGCEZ Roche steigend ZKB 3,04 23
WAMCGV AMS steigend Vontobel 7,05 15
WAMCFV AMS steigend Vontobel 5,20 5

Tabellen: Derivative Partners AG

Call-Warrants  gab es besonders häufig für Swiss Re, Roche und AMS. Dass gerade bei Börsen-Turbulenzen mit defensiven Aktien wie Swiss Re und Roche auf Kurssteigerungen gesetzt wird, ist nicht erstaunlich. Die Aktie des Halbleiterherstellers AMS wiederum ist ein viel gehandelter Titel, dessen Kurs am Markt zum Teil deutlich schwankt. Da noch einen Hebel daranzusetzen, ist natürlich eine Verlockung.

Bei Warrants mit Knock-Out wurde mit rund 20 Millionen Franken am meisten Geld in einen Call-Warrant der Bank Julius Bär auf der Swiss-Life-Aktie gesetzt. Doch nur etwas weniger Geld, 18 Millionen Franken, floss in einen ebenfalls von Julius Bär emittierten Put-Warrant, ebenfalls auf Swiss Life. Ein Teil der Investoren ging vom Überschreiten gewisser Kursmarken aus, der andere Teil von einem Unterschreiten. Ganz klar: Da werden Wetten abgeschlossen.

Top-Trades bei Mini-Futures (Februar 2018)

Symbol Basiswert Attribut Emittent Umsatz (Mio. Fr.) Trades
MXBTTV Bitcoin (BTC/USD) fallend Vontobel 7,51 403
MXAGB Silber steigend Vontobel 3,60 72
D11RCH Dax Index Future Dec 2017 fallend Raiffeisen 19,91 58
D12RCH Dax Index Future Dec 2017 steigend Raiffeisen 3,85 44
MUHAKV Swatch steigend Vontobel 3,20 25

 

Bei Mini-Futures sammelte am meisten Investorengeld ein Short-Vehikel auf dem Dax ein. Der deutsche Leitindex ist bei Schweizer Emittenten und Anlegern ganz allgemein ein beliebter Basiswert. Am meisten Trades, 403 an der Zahl, aber gab es bei einem ganz anderen Basiswert: Bitcoin, und zwar als Put-Warrant. Nach dem Krypto-Hype vor dem Jahreswechsel fiel der Bitcoin-Kurs um die Hälfte zusammen – und nun wollen Anleger mit den sinkenden Bitcoin-Kursen nochmals Geld machen.

Auch Absicherungsgedanke spielt eine Rolle

Wer Hebelprodukte einsetzt, muss die Kurse eng verfolgen und so gewissermassen gegenteilig vorgehen wie beim "Buy-and-Hold"-Anlegen. Hebel sollte man nur auf Basiswerte anwenden, von denen man eine gewisse Vorstellung hat, wie sie sich entwickeln könnten: Wer heute einen Call-Warrant auf die Credit-Suisse-Aktie kauft, glaubt möglicherweise den jüngsten Aussagen von Konzernchef Tidjane Thiam, dass die Restrukturierung die Bank bald deutlich profitabler machen werde. Dies würde ja den Aktienkurs antreiben, wenn keine anderen Probleme dazwischenkommen.

Allerdings verwenden nicht nur Zocker oder Wagemutige Hebelprodukte. Sie werden auch für Absicherungen eingesetzt. Dies geht beispielsweise so: Ein Investor hält eine grössere Zahl von Aktien deutscher Blue-Chips, bei denen er hofft, dass die Kurse steigen. Gleichzeitig kann er aber einen Put-Warrant oder auch einen Short-Mini-Future auf dem Leitindex Dax kaufen. Falls die Kurse sinken und der Leitindex insgesamt zurückfällt, gewinnt das Hebelprodukt an Wert.

Ein solches Manöver erfordert ein gewisses Finanzmarktwissen, und das Absicherungsgeschäft muss detailliert berechnet werden. Gelingt dies, hat der Investor ein Mittel, um den Verlust durch fallende Aktienkurse auszugleichen. Seine Kosten für den Put-Warrant in diesem Falle stellen eine Art Versicherungsprämie dar.

Warrants

Call-Warrants setzen auf steigende Kurse, Put-Warrants auf sinkende Kurse eines Basiswerts. Der Basiswert ist ein Wertpapier.

Ein Beispiel: Ein Investor kauft einen Call-Warrant auf Aktie X mit Laufzeit ein Jahr. Er bezahlt 5000 Franken für 500 Optionen à 10 Franken. Die zugrundeliegende Aktie steigt innerhalb der Laufzeit eines Jahres von 100 auf 120 Franken. Die Performance dieser Aktie X beträgt also 20 Prozent.

Die Bank berechnet die Auszahlung wie folgt: Die (positive) Differenz beim Aktienkurs beträgt 20, ein Wert, der mit der Anzahl Optionen multipliziert wird: 20 x 500 ergibt 10'000: Der Investor erhält 10'000 Franken und hat bei einer Aktie, die 20 Prozent an Wert zulegt, seinen Einsatz um 100 Prozent gesteigert. Oder anders gesagt: Das Investment wurde kräftig gehebelt.

Wäre die Aktie X nur um 10 Prozent gestiegen, würden die 500 Optionen nur mit dem Faktor 10 multipliziert, was 5000 Franken ergibt. Das heisst: Der Investor hat keinen Gewinn gemacht, weil er ja auch 5000 Franken investiert hat. Sinkt der Kurs der Aktie X hingegen, multipliziert sich die Anzahl Optionen mit Null. Klartext: Das eingesetzte Kapital ist weg. Bei Call-Warrants muss der Investor also von einer gewissen Kurssteigerung überzeugt sein, um Gewinn zu machen. Bei Put-Warrants verhält es sich genau umgekehrt.

Warrant mit Knock-Out

Call- und Put-Warrants mit Knock-Out funktionieren im Prinzip gleich wie normale Warrants. Allerdings wird vorher beim Basiswert ein Kursniveau festgelegt, das nicht unterschritten (Call) oder überschritten (Put) werden darf. Passiert der Kurs des Basiswertes dieses Knock-Out Level oder Strike, wird das Investment wertlos. Die vorher vereinbarte Laufzeit wird obsolet.

Mini-Future

Mini-Futures haben Gemeinsamkeiten mit Warrants, aber auch Termingeschäften (Futures). Beim Mini-Future teilen sich Emittent und Käufer den Preis auf gehen dabei spezielle Vereinbarungen wie das Finanzierungslevel oder ein Stop-Loss ein. Mit Mini-Futures kann ebenfalls auf steigende und fallende Kurse gesetzt werden. Man spricht dann von aber nicht von Call und Put, sondern von "Long" oder "Short".

Beispiel: Aktie X kostet 30 Franken, das Finanzierunglevel liegt bei 15 Franken, Stop-Loss bei 23 Franken. Der Wert des Mini-Futures (Long) ist damit 15. Wenn Aktie X nun ihren Wert auf 45 Franken erhöht, steigt der Mini-Future auf den Wert 30. Die Aktie selbst steigt um 50 Prozent, der Mini-Future aber auf 100 Prozent. Fällt die Aktie hingegen unter den Stop-Loss von 23 Franken, wird der Mini-Future aufgelöst. Je nach dem erhält der Käufer vom Emittenten noch einen Restwert ausbezahlt.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.09.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'288
Seco erhöht BIP-Prognose für

Seco erhöht BIP-Prognose für 2018 leicht auf +2,4% - Protektionismus als Risiko

Die Ökonomen des Bundes haben ihre Prognosen für das Schweizer Wirtschaftswachstum im laufenden und im kommenden Jahr je leicht erhöht. Sie erwarten neu für 2018 ein reales Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,4%, nachdem sie bisher mit einem Plus von 2,3% gerechnet hatten. Für 2019 lautet die neue Schätzung neu +2,0% und damit ebenfalls ein Zehntel Prozentpunkt mehr.

20.03.2018 08:15

Die Konjunkturlage in der Schweiz sei so gut wie seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 nicht mehr, heisst es in einer Mitteilung des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco) vom Dienstag. Der Aufschwung habe im zweiten Halbjahr 2017 zunehmend an Dynamik und an Breite gewonnen. Neben der Industrie sorgten die binnenorientierten Dienstleistungsbranchen vermehrt für Impulse, und auch von der Investitions- und Konsumseite zeige sich eine solide Entwicklung. Zudem kämen auch vom Arbeitsmarkt deutlich positive Signale.

Für die nahe Zukunft zeigten die Frühindikatoren in der Schweiz und international eine Fortsetzung der kräftigen Expansion an. Das günstige weltwirtschaftliche Umfeld sorge weiter für konjunkturellen Rückenwind. Die Aussichten stellen sich laut Seco gar noch etwas freundlicher dar als in der letzten Prognose erwartet, so dass die Schätzungen leicht erhöht wurden. Die gute Konjunkturentwicklung dürfte auch noch länger andauern.

DIVERSE RISIKEN

Wie meist betont das Seco in der Mitteilung allerdings diverse Risiken für die aktuellen Prognosen, wobei diese in beide Richtungen gehen können. Derzeit bzw. in der kurzen Frist geseehn seien die positiven und negativen Risiken für die Weltwirtschaft ausgeglichen, heisst es. Der globale Aufschwung könnte länger andauern als erwartet, und der Schweizerfranken könnte sich im Kontext einer anhaltend guten Weltwirtschaftslage weiter abwerten. Beides käme einem zusätzlichen Stimulus für die Schweizer Wirtschaft gleich.

Negative Risiken für die Weltkonjunktur gehen hingegen von den jüngst angekündigten protektionistischen Massnahmen in den USA (Strafzölle) aus. Die bisher beschlossenen Zölle auf Metallimporte dürften die Schweizer Wirtschaft zwar kaum treffen. Sollte es jedoch zu einer Eskalation bis hin zu einem Handelskrieg zwischen den grossen Wirtschaftsräumen kommen, wäre mittelfristig mit erheblich bremsenden Effekten zu rechnen, glaubt das Seco.

Mögliche Risiken für die Konjunktur werden aber auch durch mögliche Finanzmarktturbulenzen und "eine gewisse politische Unsicherheit" gesehen.

uh/jr

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Seiten