CH-relevante Börsenthemen Jahr 2018

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Schweizer Aussenhandel

Schweizer Aussenhandel erzielt im Februar hohen Überschuss von 3,2 Mrd CHF

Die Schweizer Exporte haben sich im Februar 2018 weiter positiv entwickelt. Da die Importe nach dem Spitzenergebnis im Januar deutlich zurückgingen, fiel der Handelsbilanzüberschuss mit 3,22 Mrd CHF sehr hoch aus.

20.03.2018 08:30

Auf saisonbereinigter Basis legten die Exporte im Berichtsmonat verglichen zum Vormonat nominal um 1,8% und real um 2,3% zu auf 19,33 Mrd CHF. Bei den Importen resultierte derweil ein nominales Minus von 9,8% auf 16,12 Mrd CHF (real -9,5%). Zum Importrückgang trugen die Hauptmärkte Europa und Nordamerika massgebend bei, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Das wertmässige Niveau sei aber weiter hoch.

Zur Gesamtentwicklung bei den Exporten trugen laut EZV hauptsächlich die Exporte von chemisch-pharmazeutischen Produkten (+4,1%; +343 Mio) bei, womit sie ihren langfristigen Wachstumstrend bestätigten. Positive Impulse seien auch von der Warengruppe "Übrige" gekommen. Hier stach das Exportplus von fast 23% (+186 Mio) bei den Bijouterie- und Juwelierwaren heraus.

Hingegen gingen die Ausfuhren von Maschinen und Elektronik, Präzisionsinstrumenten sowie Metallen gemäss den Angaben den zweiten Monat in Folge zurück. Dennoch wiesen die MEM-Produkte weiterhin ein hohes Niveau auf, heisst es. Die Verkäufe von Uhren erlitten den ersten Dämpfer in den letzten vier Monaten, gleichwohl bleibe die drittgrösste Sparte auf Wachstumskurs.

In Bezug auf Regionen resultierte das Plus zum grössten Teil durch die Ausfuhren nach Europa (+3,1%), wobei die Mehrausfuhren vor allem nach Spanien (+39,1%), Italien und Frankreich gingen. Der Absatz in Nordamerika legte derweil um 1,7% zu, während die Exporte nach Asien um 2,0% tiefer ausfielen.

uh/cf

(AWP)

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Diese Aktien brauchen

Diese Aktien brauchen dringend Kursimpulse

Die Börse ist seit einiger Zeit von stärkeren Kursausschlägen geprägt. Dennoch gibt es einzelne Aktien, die einfach nicht vom Fleck kommen. cash sagt, was diesen «Seitwärts-Schleichern» wieder Leben einhauchen könnte.

20.03.2018 23:00

Von Pascal Züger

Es ist etwas los an der Börse: Nachdem es letztes Jahr stets nach oben ging, ist spätestens seit dem Kursfall Anfang Februar die Volatilität zurückgekehrt. Die Gesamtbörse kann so an einem einzigen Handelstag über 1 Prozent verlieren, am nächsten dann aber auch wieder in ähnlicher Höhe zulegen.

Deutlich zeigt sich das Auf und Ab an der Entwicklung des Swiss Performance Index (SPI): In den letzten 52 Wochen legte er um 8 Prozent zu, doch seit Anfang Jahr weist er eine Negativperformance von minus 4 Prozent auf.

Nicht alle Einzeltitel machen diese Achterbahnfahrt des Gesamtmarktes mit. Einige Aktien bewegen sich seit zwölf Monaten mehr oder weniger seitwärts und warten auf einen Kursimpuls. cash stellt vier solche Titel vor und sagt, welche Massnahmen die Firmen eingeleitet haben und was es zusätzlich für einen Kursausbruch nach oben braucht (für Titel-Übersicht siehe Tabelle unten):

Geberit – Zurück zum Wachstumskurs

Eigentlich ist der in Europa führende Sanitärtechniker Geberit gut unterwegs. Aufkommende Befürchtungen wegen einer Wachstumsverlangsamung im vierten Quartal 2017 haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Das Wachstum beschleunigte sich sogar auf 5,3 Prozent und konnte auf das ganze Jahr betrachtet mit plus 3,5 Prozent die firmeneigenen Zielvorgaben (3 Prozent Wachstum) übertreffen. Allerdings liegt dies unter dem historischen Geberit-Durchschnitt von 4 bis 6 Prozent Wachstum. Die Aktie kam in den letzten zwölf Monaten nicht vom Fleck, 2017 waren im SMI nur noch die Aktien von Swiss Re und LafargeHolcim schlechter.

Das Management um CEO Christian Buhl muss zeigen, dass die Delle 2017 nur vorübergehend war. Vor allem die gestiegenen Personalkosten muss das Unternehmen in den Griff bekommen. Buhl ist aber "zuversichtlich" für das Jahr 2018. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht: Auch die mit Problemen behaftete Integration der finnischen Sanitec sollte bald abgeschlossen sein, Synergieeffekte beginnen dann voll zu wirken. Darüber hinaus betreibt Geberit eine aktionärsfreundliche Politik. Über zwei Drittel des Gewinns werden als Dividende ausgeschüttet (Rendite 2,4 Prozent). Und bis 2020 läuft noch ein Aktienrückkaufprogramm für maximal 450 Millionen Franken. Bei den Halbjahreszahlen muss Geberit operativ überzeugen.

Orior – Dank Bio mehr Marge

Orior stand lange in erster Linie für die Fleisch-Marken Rapelli oder Ticinella. Doch mit der seit 2015 eingeschlagenen Strategie "Orior 2020" - darin enthalten ist eine stetige Wertsteigerung und eine Ausrichtung nach Europa - wird zunehmend diversifiziert. Über 20 Prozent des Umsatzes wird inzwischen in Europa erzielt, der Rest in der Schweiz. Orior hat zuletzt auch 65 Prozent am Naturgetränke-Spezialisten Thurella übernommen. Bekannte Thurella-Marken sind etwa Biotta (Biosaft), Traktor (Bio-Smoothies) oder Vivitz (Bio-Eistee).

Wie die Zürcher Kantonalbank in einer Analyse vorrechnet, wird Thurella künftig rund 5 Prozent zum Umsatz und 7 Prozent zum Gewinn von Orior beisteuern. Die Gewinnmarge EBITDA lag bei Thurella 2017 mit 13,5 Prozent deutlich über dem Niveau von Orior (9,9 Prozent). Zwar sind Übernahmen immer mit Risiken verbunden, doch könnte sich dieser Zukauf schon bald als geschickter Schachzug erweisen.

BLKB – Zinsanstieg und Innovation als Treiber

Mit Blick auf die letzten 52 Wochen kommt der Partizipationsschein der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) auf eine Performance von null Prozent. Wenn man weiter zurückblendet, sieht die Bilanz nicht viel besser aus. Zwar gelten Kantonalbanken traditionell eher als "langweilige" Investments, da sie sich unter dem Gesamtmarkt bewegen. Doch es geht auch anders: Die Glarner KB hat in den letzten zwölf Monaten etwa 37 Prozent zugelegt, der Nachbar Basler KB 7 Prozent.

Ertragsmässig kommt die BLKB seit zehn Jahren nicht mehr vom Fleck. Das hat primär damit zu tun, dass die BLKB als klassische Retailbank schwergewichtig im Zinsdifferenzgeschäft tätig ist. Und hier nagt das Negativzinsumfeld am Erfolg. Wie die meisten anderen Banken sehnt auch die BLKB einen Zinsanstieg herbei, damit die Gewinnmarge bei Hypotheken und anderen Zinsgeschäften wieder höher wird. Aber bloss darauf hoffen, dass die Zinsen irgendwann wieder steigen, kann keine Geschäftsstrategie sein.

Daher ist die BLKB wohl nach dem Vorbild der Glarner KB bei der Digitalisierung in die Offensive gegangen: Es bestehen Partnerschaften mit dem Fintech-Start-up Advanon im Bereich Onlinevorfinanzierungen von KMU-Rechnungen sowie mit True Wealth im Bereich Robo-Berater. Ab April werden zusätzlich über die Insurtech-Tochtergesellschaft Servicehub Versicherungsprodukte angeboten. Solche Schritte zahlen sich kursmässig nicht von heute auf morgen aus.

PSP Swiss Properties – Weniger Leerstand ist gefordert

In Zeiten sehr teurer Immobilienpreise und eines sich bald abzeichnenden Zinsanstieges scheint ein Investment in eine Immobilienfirma nicht gerade ein attraktives Investment. Und der Fakt, dass PSP ihre Immobilien überwiegend im Bürobereich (62 Prozent) und Detailhandel (17 Prozent) vermietet, macht die Ausgangslage nicht besser. Denn: Diverse Trends, etwa die fortschreitende Digitalisierung, Desk Sharing oder Home Office habe die Leerstandsquoten gerade im Segment der Büros und Verkaufsflächen in die Höhe getrieben.

Doch für PSP spricht, dass ihre Liegenschaften meist an attraktiven städtischen Lagen, hauptsächlich in Zürich, befinden. Ausserdem soll sich 2018 gemäss einer Studie des Beratungsunternehmens JLL die Nachfrage am Büromarkt dank guten Konjunkturaussichten wieder deutlich beleben. 

PSP tätigt derzeit Investitionen in verschiedene Neubauten und Renovationen, die künftig wertvolle Mieteinnahmen generieren dürften. Da wäre etwa der neue "Grosspeter Tower" in Basel, der zu 75 Prozent vermietet ist. Einen Erfolg verzeichnete PSP auch an einer sich derzeit in Renovation befindenden Liegenschaft beim Zürcher Hauptbahnhof: Ab 2021 wird dort, wo früher die ABC-Kinos waren, die Münchner Hotel-Kette Ruby einziehen.

PSP erwartet für 2018 eine Leerstandsquote von 8,5 Prozent (derzeit: 8,2 Prozent), was eine eher konservative Prognose ist, die einfach unterboten werden könnte. Mittelfritig muss PSP die Leerstände mit Modernisierung und Sanierung von bestehenden Gebäuden bekämpfen. Negativ wirken könnte aber ein schneller Zinsanstieg verbunden mit heftigen Bewegungen am Immobilienmarkt.

Kursentwicklung ausgewählter Schweizer Aktien

Titel Performance seit 1.1.18 Performance 52 Wochen KGV 2017
Swiss Perfomance Index (SPI) +8% -4% -
Basellandschaftliche KB (BLKB) 0% -1% 15
Geberit 0% -1% 25
Orior -2% -1% 14
PSP Swiss Properties -1% 0% 25

Quelle: cash.ch

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Börsenkonzern SIX verdient

Börsenkonzern SIX verdient weniger

Der Gewinn des Börsenbetreibers SIX ist 2017 erneut zurückgegangen.

21.03.2018 07:45

Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 207,2 Millionen Franken 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie SIX am Mittwoch mitteilte. 2016 hatte ein Liegenschaftsverkauf das Ergebnis gestützt. Im Tagesgeschäft sorgten höhere Kosten im Börsenhandel, der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen und im Kartenzahlgeschäft für einen Rückgang des Betriebsergebnisses.

Einzig die vierte Division Finanzinformationen verdiente im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr. Für die Besitzer - rund 130 Banken - schlägt sich der Gewinnrückgang in einer auf 7,00 Franken pro Aktie von 7,30 Franken reduzierten Dividende nieder.

Der neue Präsident Romeo Lacher verordnet dem Finanzkonzern im vergangenen Herbst den grössten Umbau seit seiner Gründung im Jahr 2008. So soll das Kartenzahl-Geschäft aus dem Unternehmen herausgelöst und in eine strategische Partnerschaft eingebracht werden.

Insidern zufolge läuft hier gegenwärtig die zweite Bieterrunde. Zudem legt das Unternehmen die bisher getrennt geführten Divisionen Wertpapier-Handel und Wertpapier-Abwicklung zusammen. Die Umsetzung der Reorganisation liegt in den Händen von Jos Dijsselhof. Der frühere operative Chef der Mehrländerbörse Euronext hatte die Führung des SIX-Konzerns im Januar übernommen.

(Reuters)

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CS hebt Prognose für

CS hebt Prognose für Schweizer BIP an - "Mini-Boom" dank guter Weltkonjunktur

Die Ökonomen der Credit Suisse (CS) heben ihre Prognose für das Schweizer BIP an. Neu erwarten sie im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,2%, nachdem sie zuvor von einem Anstieg um 1,7% ausgegangen waren. Die Hauptwachstumstreiber für die Schweizer Wirtschaft orten sie in der guten Nachfrage aus dem Ausland und in mehr Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. Von der Schweizerische Nationalbank (SNB) erwarten sie im Frühling 2019 eine erste Zinserhöhung.

21.03.2018 09:37

Die Schweizer Wirtschaft sei derzeit in einem "Mini-Boom", heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten "Monitor Schweiz" der CS für das 1. Quartal 2018. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die "äusserst dynamische Weltkonjunktur", welche die Exportindustrie beflügle. Zudem schaffe auch der zum Euro etwas schwächere Schweizer Franken den hiesigen Unternehmen mehr Luft bei ihren Gewinnen. Die verbesserte Gewinnsituation bei guten Konjunkturaussichten soll auch für mehr Investitionen sorgen.

VERHALTENE ZUWANDERUNG UND GERINGE LOHNERHÖHUNGEN

Nur einen verhaltenen Anstieg erwarten die CS-Experten beim Privatkonsum. Der Grund ist die verhaltenere Zuwanderung als in den Vorjahren, wie auch das geringe Reallohnplus und die verhaltene Beschäftigungsentwicklung. Die CS-Ökonomen erwarten, dass im Jahr 2018 netto noch 50'000 Personen in die Schweiz einwandern werden. Verlangsamen dürfte sich zudem das Wachstum der Bauinvestitionen, dies sowohl wegen steigender Leerstände als auch im Hinblick auf steigende Zinsen.

Die Schweizerische Nationalbank dürfte nach Einschätzung der CS-Ökonomen im März 2019 wieder eine Zinserhöhung vornehmen: es wäre die erste Erhöhung seit dem Jahr 2007. Im Einklang mit der Europäischen Zentralbank (EZB) werde die SNB die Normalisierung behutsam fortsetzen, ein nur langsamer Anstieg des Zinsniveaus sei wahrscheinlich. Dennoch sei auch ein stärkerer Anstieg ein "ernstzunehmendes Szenario".

KERNRISIKO IMMOBILIENMARKT

Während die Staatsverschuldung der Schweiz im globalen Vergleich zu den tiefsten zähle und auch die Unternehmen vergleichsweise wenig verschuldet seien, sei die Verschuldung der Privathaushalte hierzulande wegen der Hypothekarschulden "rekordhoch", analysiert die CS. Die Hebelwirkung eines Zinsanstiegs auf die Haushaltsbudgets könnten denn auch "beträchtlich" sein. Wären die durchschnittlichen Hypothekarsätze heute so hoch wie 2007 (3,3%), so müssten die Eigentümerhaushalte doppelt so viel Geld für den Schuldendienst aufwenden wie heute.

Dennoch dürfte der private Konsum gemäss der Analyse der CS-Ökonomen insgesamt nur wenig auf Zinsänderungen reagieren. Dafür gebe es mehrere Gründe: Dazu gehören der grosse Anteil an Fix-Hypotheken sowie die verhältnismässig geringe Hauseigentümerquote.

Das "Kernrisiko" steigender Zinsen sieht die CS denn auch im Immobilienmarkt: Höhere Zinsen erzeugten Druck auf Immobilienwerte und trieben gleichzeitig die Finanzierungskosten nach oben. Die von Behörden und Banken getroffenen Vorsichtsmassnahmen begrenze aber das Risiko negativer gesamtwirtschaftlicher Auswirkungen, zeigen sich die Experten überzeugt.

tp/cf

(AWP)

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Die Schweizer GV-Termine mit

Die Schweizer GV-Termine mit Knatsch-Potenzial

Fast täglich pilgern Aktionäre derzeit an Generalversammlungen. Die Firmen servieren Kaffee, Gipfeli und Wienerli. Aber an einigen Orten werden sie nicht nur auf dankbare, sondern auch auf verärgerte Aktionäre treffen.

22.03.2018 06:54

Von Ivo Ruch und Marc Forster

Es ist wieder GV-Zeit in der Schweiz. Im Tagesrhythmus laden Unternehmen zwischen Genf und Rapperswil-Jona ihre Aktionäre zur Generalversammlung ein (hier gehts zur Übersicht). Der Verwaltungsratspräsident lässt dort über Themen wie Dividendenhöhe, Löhne, Boni oder verschiedene Personalien abstimmen. Die Aktionäre ihrerseits können ihre Meinung in einem Votum kundtun oder schlicht die Vorzüge der kostenlosen Verpflegung geniessen.

Die Macht der Kleinaktionäre ist zwar begrenzt, weil ihre Stimmen bei den GV-Abstimmungen in aller Regel nicht ausschlaggebend sind. Entscheidend sind vielmehr die Grossaktionäre und Institutionellen Investoren wie Pensionskassen, die sich praktisch ausnahmslos an die Vorschläge des Verwaltungsrates halten. Und doch kommt es wiederholt zu denkwürdigen Szenen und Abstimmungsresultaten, die dem Management in Erinnerung bleiben.

Christophe Volonté von der Ratingagentur Inrate stellt immer wieder fest, dass bei Unternehmen mit Grossaktionären die Minderheitsaktionäre eher wenig relevant sind. "Es scheint vergessen zu werden, dass auch diese Kapital beisteuern. Bei Unternehmen mit Mehrfachaktien sogar oft mehr als die Grossaktionäre", schreibt er auf Anfrage. Beispiele von Schweizer Aktien mit zweifachen Listings sind Lindt&Sprüngli (GV am 03.05.), Roche (13.03.), Schindler (20.03.) und Swatch (24.05.).

Einmal mehr Sika

Absehbar ist bereits, dass die Generalversammlung von Sika am 17. April ein weiteres Mal zum Show-Down wird. Zum mittlerweile vierten Mal wird der Aktionärsanlass vom Streit zwischen den Gründererben und dem Verwaltungsrat geprägt sein.

Die Familienaktionäre, die ihr Paket seit Jahren an den französischen Saint-Gobain-Konzern verkaufen wollen, haben mehrere Anträge eingereicht: Sie wollen eine Sonderprüfung der Verwaltungsrätin Monika Ribar und die Wahl eines von ihnen bestimmten Verwaltungsrats. Das Aufsichtsgremium hat diesen Anträgen bereits eine Abfuhr erteilt.

Die Zahl von Anträgen, die nicht angenommen werden, ist immer noch tief. Aber die durchschnittliche Zustimmung nimmt ab, wie der Stimmrechtsberater Ethos ermittelt hat. In der GV-Saison 2017 wurden 14 Prozent der Anträge mit weniger als 90 Prozent angenommen, gegenüber 12 Prozent im Jahr davor. Die Mentalität ändert sich, auch bei institutionellen Anlegern: Die Zeiten, wo Anträge "blind" angenommen und danach die Dividenden dankbar entgegengenommen wurden, sind laut Ethos vorbei.

CEO-Löhne stagnieren

Zu regelmässigen Diskussionen führen auch die Vergütungen. Mit Blick auf die ABB-GV vom 29. März moniert Actares, eine Aktionärsvereinigung für nachhaltiges Wirtschaften, über Vergütungen könne nur pauschal abgestimmt werden. Actares lehnt deshalb die Bezüge des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung von ABB ab.

Zu Wortgefechten dürfte es auch an der DKSH-GV von heute Donnerstag kommen. Es geht dabei um die Entlöhnung des früheren CEO und jetzigen Verwaltungsratspräsidenten Jörg Wolle, der laut Medienberichten einen Extralohn für die Einarbeitung seines Nachfolgers bezogen haben soll. Diverse Aktionäre wie Ethos oder die Ratingagentur Inrate dürften die Vergütung ablehnen.

Seit Annahme der Minder-Initiative ("gegen die Abzockerei") sind zügellose Vergütungen in der Grössenordnung von Novartis-CEO Daniel Vasella zwar weitgehend verschwunden. Die durchschnittlichen CEO-Saläre von grossen börsenkotierten Unternehmen sind in den letzten Jahren aber auf hohem Niveau stabil geblieben.

Die Chefs der SMI-Firmen verdienten 2017 laut dem Beratungsunternehmen HCM im Schnitt 8,2 Millionen Franken und damit so viel wie im Vorjahr. Spitzenverdiener unter den SMI-Unternehmen ist laut Ethos wohl Roche-Chef Severin Schwan, der im letzten Jahr 15,1 Millionen Franken verdient hat, wenn man seine aktienbasierte Vergütung zum Marktwert verrechnet.

Und was ist mit der Verpflegung?

Eine Ausnahme stellt diesbezüglich Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler dar: Er bezog 1,02 Millionen weniger Lohn (neu 5,23 Millionen), während seine Aktie als einzige im SMI negativ war. Für Christophe Volonté von der Ratingagentur Inrate ist bei der Vergütung entscheidend, dass eine Vergütung "transparent und vernünftig" ist und zudem ein Zusammenhang zwischen Performance und Entlöhnung erkennbar ist.

Über die mangelhafte Performance an der Börse könnten sich die Anleger an den Generalversammlungen bei Adecco, UBS, Zurich, LafargeHolcim und Swiss Re beschweren. Im Vergleich zum SMI haben sich all diese Aktien im zurückliegenden Börsenjahr unterdurchschnittlich entwickelt – bei den Cheflöhnen zeigten sich aber keine Bremsspuren.

Verpflegung und kleine Geschenke gehören ebenfalls zum GV-Programm. Diese sind den Stimmrechtsberatern zwar keine Notiz wert, stehen aber bei vielen Aktionären hoch im Kurs. Legendär waren diesbezüglich jeweils die Redemeldungen des mittlerweile verstorbenen Kleinaktionärs Hermann Struchen. In einem Interview mit cash sagte er einst: "Bei der ABB ist das Essen noch heute nicht gut. Dort gibts nur Kaffee mit Gipfeli, Blööterli-Wasser und vielleicht noch ein Schoggi-Stängeli."

GV-Termine der SMI-Unternehmen 2018

Gesellschaft Datum GV Datum Zahlung
Dividende
Dividende 2017
ABB 29. März 6. April 0,78 Franken
Adecco 19. April 27. April 2,50 Franken
Credit Suisse 27. April 4. Mai 0,25 Franken
Geberit 4. April 10. April 10,40 Franken
Givaudan 22. März 28. März 58 Franken
Julius Bär 11. April 17. April 1,40 Franken
LafargeHolcim 8. Mai 16. Mai 2 Franken
Lonza 4. Mai 8. Mai 2,75 Franken
Nestlé 12. April 16. April 2,35 Franken
Sika 17. April 19. April 111 Franken
Swiss Life 24. April 30. April 13,50 Franken
Swiss Re 20. April 26. April 5 Franken
Swisscom 4. April 10. April 22 Franken
Swatch 24.Mai 30. Mai 7,50 Franken
UBS 3. Mai 9. Mai 0,65 Franken
Zurich 4. April 10. April 18 Franken

Angaben: cash.ch / Information der Gesellschaften

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In Biel, Genf und Bern ist

In Biel, Genf und Bern ist jeder Zehnte zahlungsunfähig

In den Städten Biel, Genf und Bern ist jeder zehnte Einwohner zahlungsunfähig. Im Spitzenreiter Biel beträgt der Anteil der Zahlungsunfähigen 11,3%. Überhaupt gibt es ein Stadt-Land-Gefälle. Auf die Kantone gesehen, sind vor allem Westschweizer Schuldner.

22.03.2018 09:54

Die schlechtesten Zahler wohnten 2017 im Kanton Neuenburg, der eine Schuldnerquote von 10% auswies, wie der Wirtschaftsinformationsdienst CRIF am Donnerstag mitteilte. Überdurchschnittlich viele zahlungsunfähige Privatpersonen gab es mit 9,9% auch im Kanton Genf, mit 8,2% in Basel-Stadt und mit 7,8% in der Waadt.

Landesweit lag die Schuldnerquote bei 6,1%. Gegenüber 2016 ist das ein Anstieg um 0,5%punkte. Dabei verschlechterte sich die Quote in allen Kantonen. Die Unterschiede sind allerdings beträchtlich.

So sind die Bewohnerinnen und Bewohner des Halbkantons Appenzell Innerrhoden mit einer Schuldnerquote von 1,5% die besten Zahler im Land. Im Bergkanton Uri zahlten nur 2,8% ihre Schulden nicht und in Ob- und Nidwalden 2,9%.

Insgesamt lagen 16 Kantone unter dem Landesmittel von 6,1% Zahlungsunfähigen. Über dem Mittel finden sich neun Kantone und Glarus liegt genau im Durchschnitt.

Stadt-Land-Gefälle

Das Stadt-Land-Gefälle ist bei der Statistik sehr ausgeprägt. Mit einer Quote von 11,3% beherbergt Biel die schlechtesten Schuldner des Landes. Der Kanton Bern indessen weist mit 5,5% unterdurchschnittlich viele Zahlungsunfähige aus. Auch die Stadt Bern liegt mit 10,5% über dem Kantonsschnitt.

In den Stadtkantonen Genf und Basel-Stadt fällt die Diskrepanz logischerweise geringer aus. Eine Ausnahme bildet zudem Lausanne, wo 6,7% ihre Finanzen nicht im Griff haben. Im ganzen Kanton Waadt sind es 7,8%.

Der Wirtschaftsinformationsdienst CRIF ermittelte die Schuldenquote anhand anhand von Informationen von 500 Unternehmen aus der ganzen Schweiz. Die Erhebung wurde am 31. Januar durchgeführt.

(AWP)

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Stellenangebot ist im März

Stellenangebot ist im März weiter gestiegen - Investmentbanker gesucht

Das Stellenangebot in der Schweiz ist im März 2018 weiter gewachsen. Gemäss dem Michael Page Swiss Job Index blieb die Zahl der ausgeschriebenen Stellen im März mit einem Wachstum von +1,6% gegenüber dem Vormonat und einem Plus von knapp 25% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat auf hohem Niveau und damit über dem durchschnittlichen Wachstum der vergangenen drei Jahre von knapp 20%.

22.03.2018 09:32

Im Branchenvergleich belegte der Banksektor, spezifisch die Investmentbanker, laut einer Mitteilung vom Donnerstag einen Spitzenplatz, mit einem Wachstum von 15% zum Vormonat bzw. 19% im Jahresvergleich. Es handle sich dabei um den höchsten Anstieg für den Nach-Bonus-Zeitraum seit Beginn der Erhebung des Swiss Job Index im Jahr 2012.

Weiter haben auch die Stellenangebote für Kreditspezialisten im Monatsvergleich um über 11% (-0,6% zum VJ) zugenommen, im Bereich Management/Administratoren lag das Plus bei knapp 9% (+1,7% zum VJ).

Nach Regionen verzeichnete die Region Genfersee (GE, VD, VS)) den stärksten Zuwachs, mit einem monatlichen Wachstum von +3,8% und einem Wachstum im Jahresvergleich von 27%, sowie die Region Nordschweiz (AG, BS, BL) mit einem Plus von 2,3% (+27% zum VJ).

kw/cf

(AWP)

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Börsenpsychologe:«Stimmung relativ schlecht, aber nicht panisch»

Börsenpsychologe Joachim Goldberg: «Die Stimmung ist relativ schlecht, aber nicht panisch»

Die Börsen sind mal wieder auf Talfahrt. Im cash-Interview sagt Joachim Goldberg, Deutschlands bekanntester «Börsenpsychologe», dass die Notenbanken die Stimmung trüben, Anleger aber weiter auf Einstiegschancen lauern.

https://www.cash.ch/news/top-news/boersenpsychologe-goldberg-die-stimmung-ist-relativ-schlecht-aber-nicht-panisch-1157971

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Zahlensaison: Der grosse Test für die Aktienmärkte

Der grosse Test für die Aktienmärkte

Die Börsen befinden sich in einer Phase der Verunsicherung und der Neuorientierung. Die bevorstehende Zahlensaison wird deshalb wichtige Anhaltspunkte liefern.

https://www.cash.ch/news/politik/zahlensaison-der-grosse-test-fuer-die-aktienmaerkte-1161873

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Qualitätsaktien so günstig

Qualitätsaktien so günstig wie seit 30 Jahren nicht

Seit Monaten machen Anleger einen grossen Bogen um dividendenstarke Qualitätsaktien. Darunter leidet auch die Schweizer Börse. Nun rät die Grossbank UBS vor allem bei einer Pharmaaktie zum Einstieg.

18.04.2018 08:34

Von Lorenz Burkhalter

Qualität hat seinen Preis. Für gewöhnlich verhält sich das an der Börse nicht viel anders. In Europa sind Qualitätsaktien im Moment allerdings so günstig zu haben wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Die Grossbank UBS befasst sich in einer aktuellen Strategiestudie mit der schwäche des Schweizer Aktienmarktes. In Euro betrachtet zählt Zürich seit Jahresbeginn zu den schwächsten Börsenplätzen in ganz Europa. Schuld haben die drei Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis. Sie sind beim Swiss Market Index für mehr als die Hälfte der Gesamtkapitalisierung verantwortlich und haben seit Anfang Januar zwischen 4 und 12 Prozent an Kurswert eingebüsst.

Die Valoren von Roche (rot), Nestlé (grün) und Novartis (gelb) im langjährigen Vergleich (Quelle: www.cash.ch)

Für die UBS-Strategen steht fest: Als Anleger sollte man stets dann Qualitätsaktien kaufen, wenn sie niemand will. Sie raten deshalb aus bereits gut gelaufenen Wachstumsaktien wie STMicroelectronics, Ocado, Faurecia, ACS oder Yara in Qualitätsaktien wie Reckitt Benckiser, GlaxoSmithKline, Deutsche Telekom, Bayer oder eben Roche umzuschichten.

Vergleichsweise hohe Dividendenrendite

Aus Sicht der UBS ist das schwache Abschneiden des Schweizer Aktienmarktes nur schwer nachvollziehbar. Verständlich, denn die Gefahr einer Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, die angespannte geopolitische Lage oder die Verlangsamung bei den wirtschaftlichen Frühindikatoren sprächen eigentlich für Qualitätsaktien. Und die sind hierzulande zahlreich.

Ein weiteres Argument liefern die UBS-Strategen. Ihren Berechnungen zufolge weisen Aktien aus der Schweiz eine 40 Prozent über dem Weltdurchschnitt liegende Dividendenrendite auf. Das war letztmals vor 30 Jahren so.

Wie Statistiken zeigen, trägt die Dividendenkomponente längerfristig bis zu 60 Prozent zur Gesamtrendite von Aktien bei. Anders als die Kurskomponente unterliegt die Dividendenkomponente erst noch geringeren Schwankungen. Dadurch wirkt sie stabilisierend.

Schweizer Qualitätsaktien mit hausgemachen Problemen

Dass Nestlé, Roche und Novartis an der Börse schon seit geraumer Zeit keine grossen Stricke mehr zerreissen, hat unter anderem auch mit firmenspezifischen Gründen zu tun.

Bei Roche und Novartis sind wichtige Medikamente vom Ablauf des Patentschutzes betroffen. Folglich verlieren die beiden Pharmakonzerne Marktanteile an die Hersteller von Nachahmerpräparaten. Neue Wirkstoffe sind zwar in der Pipeline, schlagen im ersten Moment aber mit hohen Vorabinvestitionen ins Marketing und den Vertrieb zu Buche.

Nestlé kämpft ebenfalls mit einer Wachstumsflaute. Im Schlussquartal 2017 fiel das organische Umsatzwachstum auf den tiefsten Stand seit mehr als 10 Jahren. Den Nahrungsmittelhersteller auf neue Beine zu stellen dürfte viel Zeit in Anspruch nehmen. Konzernchef Mark Schneider steht jedenfalls eine Herkulesaufgabe bevor.

In der Strategiestudie bleibt UBS die grundsätzlich eher kritisch gegenüber den Indexschwergewichten. Eine betonte Ausnahme macht dabei der Genussschein von Roche.

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Elias
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Vorbote für eine Rezession ?

Deutschlands platzende Auftragsblase – oft ein Vorbote für eine Rezession

In Deutschland platzt gerade eine Auftragsblase, wie sie häufig vor Konjunkturwendepunkten vorkommt.

https://www.fuw.ch/article/deutschlands-platzende-auftragsblase-oft-ein-...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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Morgan Stanley: Die besten

Morgan Stanley: Die besten Börsen-Zeiten gehen zu Ende

Anleger müssen sich auf die Abwärtsbewegung vorbereiten, da das Ende des Konjunkturzyklus nahe ist und die US-Märkte Best-Case-Szenarien eingepreist haben, sagt Morgan Stanley.

23.04.2018 04:45

Während die fiskalischen Stimuli das Wachstum in naher Zukunft stützen, sind die Vorteile wahrscheinlich bereits "im Kurs enthalten" und erhöhen potenzielle Abwärtsrisiken für die Märkte am Ende des Zyklus, schreiben Strategen von Morgan Stanley um Michael Zezas, Matthew Hornbach und Andrew Sheets in einer Notiz vergangene Woche.

Sie sagten auch, dass die US-Aktienbewertungen ihren Höchststand erreichten, bevor die Steuergesetze beschlossen wurden und ein Zyklus-Hoch für Aktien im Laufe dieses Jahres gesehen werde, während die Spitzen bei den Margen und der Änderungsrate des organischen Gewinnwachstums Ende 2018 oder Anfang 2019 erreicht werden.

"Es gibt wenig Gründe, sich so zu verhalten, als wäre es ’Morgen in Amerika’ anstatt ’Happy Hour in Amerika’" heisst es in dem Bericht. Die Märkte sind "dem Tagesende näher als dem Tagesbeginn".

Im Bericht hiess es, dass der fiskalpolitische Expansionsfaktor eine Aktienentwicklung in einer festen Spanne, sowie eine flachere US-Treasury-Renditekurve mit einer niedrigeren Renditetendenz unterstützt.

(Bloomberg)

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iruch
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Überraschende Exoten am Schweizer ETF-Markt

Überraschende Exoten am Schweizer ETF-Markt

Vietnam, Brasilien, Palladium oder Goldminen: Diese Märkte haben die Schweizer ETF-Landschaft 2018 bislang dominiert. Womit Passiv-Investoren ebenfalls reich geworden sind, zeigt das ausführliche Ranking.

https://www.cash.ch/news/top-news/passiv-investieren-ueberraschende-exoten-am-etf-markt-1165717

Elias
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Diese Firmen erwartet ein Franken-Schub

Kepler Cheuvreux nennt Schweizer Firmen, welche vom schwachen Franken profitieren sollten

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Aus Sicht der Autoren eines Strategiepapiers aus dem Hause Kepler Cheuvreux sind die Gewinner der jüngsten Verschiebungen im Währungsgefüge schnell gefunden. Wie Torsten Sauter und seine Mitarbeiter schreiben, dürfte sich der erstarkte Euro insbesondere bei Geberit positiv in der Gewinnentwicklung niederschlagen. Der Sanitärtechnikkonzern aus Jona erzielt ein Grossteil des Jahresumsatzes in den umliegenden europäischen Ländern. Das nördliche Nachbarland Deutschland gilt als ein Schlüsselmarkt des Unternehmens.

Ein um 10 Prozent höherer Euro-Franken-Kurs sollte sich bei Geberit in einem um 10 Prozent höheren Gewinn je Aktie bemerkbar machen, so schreiben die für Kepler Cheuvreux tätigen Autoren. Im Jahresvergleich hat die europäische Einheitswährung gegenüber dem Franken gar etwas mehr als 12 Prozent gutgemacht. Man braucht bloss eins und eins zusammenzuzählen...

Immerhin noch einen um 7 Prozent höheren Gewinn je Aktie verspricht ein um 10 Prozent höherer Euro-Franken-Kurs beim Dentalimplantatehersteller Straumann, gefolgt von jeweils 6 Prozent beim Weltmarktführer Sonova, beim Apple-Zulieferer SFS Group, beim Risikokapitalspezialisten Partners Group, bei den Automobilzulieferern Feintool, Georg Fischer und Ems-Chemie, beim Spezialitätenchemiehersteller Clariant sowie bei der Swatch Group.

Allerdings sind diese Zahlen mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen.

Denn nicht wenige der von Kepler Cheuvreux genannten Unternehmen sichern ihre Währungsrisiken oder zumindest Teile davon phasenweise über Termingeschäfte ab.

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Geben Sie diesen Aktien eine

Geben Sie diesen Aktien eine Chance

Wenn die Kurse purzeln, werden die so genannten «Contrarians» aktiv. Aber bei welchen Aktien ist es sinnvoll, gegen den Strom zu schwimmen? Fünf Titel, bei denen man sich getrost in die Wellen stürzen darf.

23.04.2018 23:11

Von Marc Forster

Es gibt am Aktienmarkt hässliche und vernachlässigte Entlein. Erstere sind jene, bei denen nach einer Serie von schlechten Nachrichten die Kurse in den Keller gefallen sind. Letztere sind jene, für die sich niemand richtig interessiert, obwohl es dafür eigentlich keinen Grund gibt.

Bei solchen Aktien schlägt die Stunde der Contrarians. Das sind Investoren, die sich gefallene Aktien aussuchen und darauf setzen, dass die Kurse bald wieder steigen. Seriöse Contrarians aber wissen, dass nur Aktien von Unternehmen in Frage kommen, die fundamental in einer einigermassen soliden Lage sind und wo der Ausblick intakt ist.

Gegen den Strom zu schwimmen heisst nicht, aufs Geratewohl Aktien mit tiefem Kurs zu kaufen. Es gilt, sich genau mit den Unternehmen und ihren Perspektiven auseinanderzusetzen. Bei den folgenden fünf Investments aus dem Schweizer Aktienmarkt bestehen gute Chancen, dass das Formtief bald überwunden sein wird.

EFG International

Mit einem Rückgang von 30 Prozent seit Mitte des vergangenen Januar gehört EFG zu den am meisten abgestraften Aktien im SPI. Würde man die EFG-Gruppe von vor zwei Jahren betrachten, wäre dieser Kursrückgang völlig erklärbar: Strategische Verzettelung, die kontroverse Einverleibung der Tessiner BSI-Bank und ein Staatsfonds-Skandal in Malaysia prägten das Bild des Vermögensverwalters.

Aber es hat sich einiges getan. In den vergangenen zwei Jahren stieg Kurs der Aktie wieder – die Zweijahres-Performance beträgt 29 Prozent. Den Kursrutsch seit Anfang Jahr erklären sich Analysten mit einer komplexen Jahresrechnung mit zu vielen Sonderfaktoren. EFG hat ein Interesse, diese Komplexität abzubauen und den Anlegern mehr Vertrauen einzuflössen.

Ausserdem kann sich EFG mit dem Geschäftsmodell, eine Plattform für weitgehend eigenständig agierende Fondsmanger und Anlagespezialisten zu bieten, vorteilhaft von anderen Privatbanken und Asset Managern abheben.

Leonteq

Das Derivatehaus Leonteq, hervorgegangen aus dem Geschäft für strukurierte Produkte von EFG, wurde nach dem Börsengang vor fünf Jahren hochgejubelt. Eine sagenhafte Versechsfachung des Kurses bis Mitte 2015 war die Folge. Dann folgte der Absturz zurück auf das Niveau des Börsengangs. 2016 war ein Katastrophenjahr für Leonteq, 2017 lief schon besser. Der erst gefeierte, dann glücklose CEO Jan Schoch wurde vergangenes Jahr abgesetzt.

Die Erholung des Aktienkurses 2017 hatte zum Teil damit zu tun, dass Grossinvestor Rainer-Marc Frey dem Unternehmen mit einer 7,5-Prozent-Beteiligung Vertrauen schenkte. Seit Oktober 2017 ist der Kurs allerdings um ein Viertel gesunken. Die Chancen für Leonteq stehen dennoch nicht schlecht: Volatilere Aktienmärkte, wie sie 2018 zu beobachten sind, befeuern das Geschäft mit Absicherungen, wie Leonteq sie anbietet.

Mittelfristig will sich der Derivatehändler noch mehr zum Partner grosser Banken und Versicherungen machen und selbst die Technologie liefern. Geht der Plan auf, wird Leonteq zum Gewinner der Digitalisierung.  

Burkhalter

Nach einem jahrelangen Kursanstieg ist die Aktie des Elektroinstallateur-Unternehmens vor etwa einem Jahrs ins Trudeln geraten: Die Minus-Performance auf 12 Monate zurückblickend liegt bei 37 Prozent. Operativ hat das Unternehmen mit Sitz in Zürich in den vergangenen Monaten Gegenwind verspürt, zudem wurde das Grossprojekt Gotthard-Tunnel vollendet.

Die Kürzung der Dividende um 50 Rappen auf 5 Franken – die erste seit dem Börsengang für zehn Jahren - ist Ausdruck dieser Schwierigkeiten. Die Schwäche muss aber nicht bleiben. Burkhalter hat Elektrotechnik-Firmen in allen Landesteilen aufgekauft und ist am Markt gut aufgestellt. Der Cash-Flow ist traditionell stark und erlaubt es dem Unternehmen, viel Geld an die Aktionäre auszuschütten: Die Dividendenrendite beträgt nach wie vor mehr etwa fünf Prozent.

Die Baubranche ist stets ein schwieriges Geschäft, aber Burkhalter dürfte auch in den nächsten Jahren die Arbeit kaum ausgehen. Weil Elektrostandards von Land zu Land anders sind, hat Burkhalter wenig ausländische Konkurrenz zu befürchten - anders als die übrige Bauindustrie.

Schindler

Der Partizipationsschein (PS) von Schindler, der als Konstituent des Swiss Leader Index SLI offiziell ein Blue Chip ist, hat seit Januar zum ersten Mal seit mehreren Jahren in deutlicherem Masse korrigiert. Das Minus der vergangenen drei Monate beträgt 13 Prozent.

Schindler wird gerne im Kreis von langjährigen Schweizer Qualitätstitel genannt. Damit ist er kein typischer Contrarian-Titel, aber einer, der nun unverdient stark gefallen ist. Eine Herausforderung für den Lift- und Rolltreppenhersteller aus Ebikon LU ist eine Abschwächung im Markt China.

Ansonsten erfreut sich der Maschinenbauer aber über gute Auftragsbestände über die nächsten zwei Jahre. Die Ebit-Marge hat sich in den vergangenen zwei Jahren verbessert. Bei der Vorstellung das Resultates für 2018 hat das Management einen optimistischen Ausblick vorgelegt. Und noch etwas macht Schindler interessant: Dank des wichtigen Service-Geschäfts hat der PS im Gegensatz zu anderen Industrietiteln gar einen leicht defensiven Touch.

Barry Callebaut

Ein kräftiges Gewinnwachstum hat die Aktie des Schweizer Schokoladeproduzenten mit flämischen und französischen Wurzeln 2017 auf ein absolutes Rekordhoch getrieben: Im Jahresverlauf legte der Kurs um zwei Drittel zu, bis im Januar wie bei vielen anderen Aktien die Korrektur erfolgte. Im Vergleich zu vor drei Monaten liegt der Kurs der Barry Callebaut-Aktie um über acht Prozent tiefer.

Analysten warnen nun davor, dass der weitere Geschäftsverlauf – Barry Callebaut schliesst das Geschäftsjahr jeweils Ende August ab – nicht weiterhin so starke Wachstumsraten aufweisen wird. Auch der Kakaopreis, der 2017 tief war, ist seit Jahresbeginn um 33 Prozent angestiegen. Hartgesottene Contrarians dürften sich dafür entscheiden, das Unternehmen noch eine Weile zu beobachten.

Der Schokoladeproduzent hat aber langfristig einige Vorteile. Die Expansion in den genuss- und damit schokoladesüchtigen Schwellenländern geht voran. Im ersten Halbjahr betrug das Volumenwachstum in den asiatischen und pazifischen Märkten über 15 Prozent, gegenüber knapp 10 Prozent in Europa und 5,5 Prozent in Nord- und Südamerika. Die Sparte Gourmet mit Luxusschoggi-Produkten lässt sich profitabel ausbauen.

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Schweizer Aussenhandel

Schweizer Aussenhandel erzielt im März Überschuss von 2,32 Milliarden Franken

Die Schweizer Exporte haben sich im März 2018 mehr oder weniger flach entwickelt. Auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat blieben die Exporte im Berichtsmonat nominal mit 19,36 Milliarden Franken mehr oder weniger unverändert, real stiegen sie um 0,6 Prozent. Bei den Importen resultierte derweil ein nominales Plus von 5,4 Prozent auf 17,05 Milliarden (real +3,9%).

24.04.2018 08:31

Der Handelsbilanzüberschuss fiel aufgrund der stabilen Exporten bzw. höheren Importe mit 2,32 Milliarden Franken deutlich geringer aus als im Vormonat (3,22 Mrd.).

Auf Quartalsbasis setzte sich saisonbereinigt der positive Trend der Vorquartale im Startquartal 2018 fort, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Zugleich haben beide Handelsrichtungen neue Rekordwerte registriert. Die Exporte stiegen um 0,2 Prozent auf 57,5 Milliarden Franken (real -1,8%) und die Importe um 4,1 Prozent auf 51,0 Milliarden Franken (real +2,0%).

Die Einfuhren zeigen sich einem Jahr einen beschleunigten Aufwärtstrend und haben sich in diesem Zeitraum laut EZV wertmässig um 17 Prozent erhöht. Das unterschiedliche Wachstumstempo zwischen Exporten und Importen führte im ersten Jahresabschnitt in der Handelsbilanz mit 6,5 Milliarden Franken zum niedrigsten Überschuss seit viereinhalb Jahren.

uh/rw

(AWP)

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Immobilienaktien: Die Ruhe

Immobilienaktien: Die Ruhe vor dem Sturm?

Schweizer Immobilienaktien sind jüngst auf einen neuen Höchststand gestiegen. Es locken attraktive Dividenden. Doch nur wenige Titel drängen sich für ein Investment auf.

24.04.2018 23:00

Von Ivo Ruch

Der Immobilien-Boom in der Schweiz geht in die nächste Runde. Im ersten Quartal 2018 stiegen die Preise für Mehrfamilienhäuser um 1,8 Prozent. In den letzten 52 Wochen betrug der Anstieg 6,2 Prozent, wie Zahlen des Beratungsunternehmens IAZI zeigen. Angetrieben werden die Preise für Renditeliegenschaften von den anhaltend niedrigen Hypothekenzinsen und dem Anlagenotstand im Tiefzinsumfeld.

Mit den tiefen Zinsen sind auch die Finanzierungskosten börsenkotierter Immobilienfirmen weiterhin historisch günstig. Investoren, die mittels Immobilien-Aktien auf den Beton-Boom setzen, orientieren sich deshalb gerne an der Zinsentwicklung.

Dass ein Zusammenhang zwischen Zinsen und Immobilien-Aktien besteht, haben die letzten Wochen erneut gezeigt: Mit den gesunkenen Renditen auf Schweizer Bundesobligationen ist der Immobilien-Index "SXI Real Estate All Shares" am letzten Freitag auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Seit Jahresbeginn steht der Index 2,5 Prozent im Plus, was deutlich mehr ist als der breite Markt (SPI: minus 3 Prozent).

Der "SXI Real Estate All Shares" seit Juli 2017 (Quelle: cash.ch)

Daneben sorgt auch der abgeschwächte Schweizer Franken für Unterstützung. Er macht Exporte günstiger und hilft somit der heimischen Konjunktur, was wiederum positiv ist für die Bauwirtschaft. Überdies haben die grossen Immobiliengesellschaften SPS, PSP, Allreal, Mobimo und Hiag jüngst mehrheitlich solide Resultate vorgelegt und teilweise die Dividende erhöht.

Die grosszügigen Ausschüttungen (siehe Tabelle weiter unten) waren in der Vergangenheit ein wichtiger Grund für die Attraktivität von Schweizer Immo-Titeln. Mit Renditen von bis zu 4,5 Prozent ist dieses Segment besonders aktionärsfreundlich.

Doch am Markt mehren sich die Stimmen, dass die Stimmung allmählich drehen könnte. Die Unternehmensberater von EY Schweiz schreiben in einer Immobilienstudie, Anleger sollten allmählich Gewinne realisieren und für "einen möglichen Sturm" bereit sein.

Vorsicht dominiert

"Die Immobilienbranche in der Schweiz befinden sich in einem fortgeschrittenen Zyklus", sagt Analyst Markus Kramer von Research Partners. Kramer betont vor allem die hohen Bewertungen.

Bei indirekten Immobilienanlagen wird auf den Unterschied zwischen Aktienkurs und innerem Wert der Aktie (Bewertung der Immobilien geteilt durch Anzahl Titel) fokussiert. Diese Prämie zum NAV (engl. Net Asset Value) lag Mitte Oktober zwischenzeitlich bei durchschnittlich 14 Prozent. Mittlerweile ist sie auf 20 Prozent gestiegen – ein historisch hoher Wert.

Auch Vontobel-Analyst Stefan Schürmann ist vorsichtig geworden: "Der Markt für Immobilien-Aktien ist derzeit geprägt von Unsicherheit bezüglich höherer Zinsen. Steigen die Zinsen an, ist dieses Segment besonders betroffen." Schürmann empfiehlt derzeit keine Schweizer Immobilien-Aktie zum Kauf.

Um dieses Zins-Risiko langfristig etwas zu mindern, wenden sich einige Firmen Geschäftsfeldern zu, die weniger zinssensitiv sind. SPS beispielsweise hat sich mit dem Immobilien-Dienstleister Wincasa und den Pflegezentren Tertianum ein zweites Standbein aufgebaut.

(Fast) leere Kaufzettel

Anleger, die jetzt noch bei indirekten Immobilienanlagen einsteigen wollen, sollten also selektiv vorgehen. Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) wird beispielsweise die zweitgrösste kotierte Immobiliengesellschaft PSP empfohlen. Die Gesellschaft fokussiert auf Büro- und Verkaufsflächen und überzeugt die ZKB vor allem aufgrund der hohen Dividendenrendite (4 Prozent) und der relativ tiefen Prämie zum NAV.

Doch was passiert mit den Dividenden, wenn der Wind Immobilienmarkt tatsächlich zu drehen beginnt? Analyst Schürmann rechnet damit, dass die attraktiven Dividenden vieler Immobilienfirmen auch gesichert sind, wenn sich Umfeld eintrüben sollte. Bester Dividendenzahler ist derzeit Intershop, von der Kursperformance her gehört Hiag 2018 zu den erfolgreichen Immobilienaktien, wie die Tabelle unten zeigt.  Neben einer höheren Dividende konnte Hiag unlängst vor allem mit der Verlängerung langfristiger Mietverträge überzeugen.

Markus Kramer von Research Partners empfiehlt als einzigen Titel Peach Property. Das Zürcher Unternehmen hatte an der Börse ein ausgezeichnetes 2017, ist jüngst aber etwas zurückgefallen und bezahlt keine Dividende. Was Anleger gerade hier beachten sollten: Nicht mit allen an der Schweizer Börse kotierten Immobilienaktien setzen sie auch auf den Schweizer Immobilienmarkt. Das Portfolio von Peach Property ist beispielsweise dominiert von Mietwohnungen in Deutschland, und Varia US Properties setzt auf günstigen Wohnraum in amerikanischen Agglomerationen.

Schweizer Immobilienaktien 2018

Titel Performance 2018 Perf. 52 Wochen Dividendenrendite
Hiag +4,2 +2,1 3,0
SPS +2,0 +7,7 4,1
Investis +1,5 +6,3 3,7
Warteck +1,3 +1,9 3,6
BFW Liegenschaften +1,2 -4,5 3,2
Peach Property +0,9 +39,8 -
Intershop +0,9 +2,4 4,5
Swiss Fin & Prop +0,5 -1,4 3,8
Varia -0,3 +3,3 -*
PSP -1,0 +4,0 3,7
Allreal -1,2 -5,1 3,5
Plazza -1,3 -3,0 1,8
Mobimo -2,7 -4,6 1,7
Züblin -3,8 +11,9 -
Zug Estates -6,7 -3,3 1,5

Quelle: cash.ch, alle Angaben in % (Stand 23.04.18) *Dividende für 2017 bereits im Dezember geleistet (2,10 CHF)

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Stellenangebot im April

Stellenangebot im April weiter gestiegen - Finanzcontroller gesucht

Das Stellenangebot in der Schweiz ist im April 2018 weiter gewachsen. Gemäss dem Michael Page Swiss Job Index blieb die Zahl der ausgeschriebenen Stellen mit einem Wachstum von +1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und einem Plus von gut 23 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat auf hohem Niveau und damit über dem durchschnittlichen Wachstum der vergangenen drei Jahre von knapp 20 Prozent.

25.04.2018 10:56

Im Branchenvergleich belegte der Bankensektor laut einer Mitteilung vom Mittwoch einen Spitzenplatz. Spezifisch die Finanzcontroller wurden mit einem Wachstum von 13 Prozent zum Vormonat gesucht. Auch Logistikspezialisten mit Planungs- und Kostenmanagement-Kompetenz waren sehr gefragt (+11 Prozent). Die starke Nachfrage nach Datenbankspezialisten (+11 Prozent) sei ihrerseits vor allem auf die bevorstehende Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 zurückzuführen, heisst es weiter.

Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der gesamten Deutschschweiz, auf die neun von zehn Stellenausschreibungen entfallen, wuchs um 1,6 Prozent, in der Romandie ging dieser Wert um 0,6 Prozent zurück. Nach Regionen verzeichnete Zürich (+5,3 Prozent) den stärksten Zuwachs, gefolgt von Mittelland (+4,2 Prozent) und Nordschweiz (+0,8 Prozent). Rückgänge wiesen die Ost- und die Zentralschweiz (je -1,5 Prozent) sowie die Region Genfersee (-1,7 Prozent) auf.

yr/rw

(AWP)

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Schweizer Finanzexperten sind

Schweizer Finanzexperten sind weniger optimistisch

Börsenprofis schätzen die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft weniger gut ein.

25.04.2018 10:39

Der Stimmungsindikator für die Konjunkturerwartungen der Finanzanalysten in den kommenden sechs Monaten sank im April auf 7,2 Punkte von 16,7 Zählern im Vormonat, wie die Credit Suisse am Mittwoch mitteilte. Das sei der niedrigste Wert seit Oktober 2016.

Zudem rechnet die Mehrzahl der Experten mit einem weiter steigenden Euro. Das Risiko eines Handelskriegs schätzen sie als eher gering ein.

Die Bank führt die monatliche Umfrage gemeinsam mit der CFA Society Switzerland durch. Im Schweizer Hauptexportmarkt Deutschland hatten Börsianer die Aussichten wegen des Handelskonflikts so schlecht wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr eingeschätzt.

(Reuters)

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Schweizer Temporär-Branche

Schweizer Temporär-Branche vermittelt über 15 Prozent mehr Einsatzstunden

Die Schweizer Temporärarbeitsfirmen sind weiter sehr gefragt. Wie ihr Branchenverband Swissstaffing am Donnerstag mitteilte, vermittelten sie im ersten Quartal des laufenden Jahres 15,3 Prozent mehr Temporärarbeitsstunden im Vergleich zum Vorjahr.

26.04.2018 11:00

Die konjunkturelle Belebung mache sich auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bemerkbar, schreibt der Verband in einer Mitteilung vom Donnerstag. Dank einer guten Auftragslage und einem stabilen Konsum stellten Unternehmen aller Branchen neue Mitarbeitende ein. Dies mache sich nun bei den privaten Personaldienstleistern in einer anziehenden Auftragslage bemerkbar.

Gemäss den Angaben wuchs der Index im Berichtsquartal erstmals in seiner Geschichte zweistellig, im gesamten letzten Jahr waren die geleisteten Einsatzstunden um 5,8 Prozent gestiegen. Der Aufschwung in der Branche werde durch eine zunehmende Nachfrage aus der Industrie getragen, heisst es. Die weltweit anziehende Konjunktur sorge für eine wachsende Nachfrage nach Investitionsgütern und Produktionsanlagen. Zudem mache der schwächelnde Franken die Schweizer MEM-Unternehmen wieder wettbewerbsfähiger. Zur Bewältigung der zusätzlichen Aufträge müssten daher häufig rasch Arbeitskräfte rekrutiert werden.

uh/rw

(AWP)

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Wenn das Investoren-Vertrauen

Wenn das Investoren-Vertrauen strapaziert wird

Wenn Firmenchefs auf privater Basis Aktien des eigenen Unternehmens verkaufen und kaufen, sorgt das bei Investoren bisweilen für Unmut. Zwei Beispiele vom Schweizer Aktienmarkt.

26.04.2018 00:05

Von Ivo Ruch

Der Kurssturz der AMS-Aktie war am Dienstag das grosse Thema an der Schweizer Börse. Nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung von Montagabend brach der Titel der Chip- und Sensorfirma um 9 Prozent auf 87 Franken ein – der tiefste Stand seit Anfang Februar. Im Leserforum von cash.ch häuften sich die Kommentare von überraschten Anlegern, Analysten setzten bei ihren Schätzungen den Rotstift an.

Noch Mitte März war die Welt des Anleger-Lieblings AMS in Ordnung. Die Aktie stand in der Region von 120 Franken und somit auf einem Allzeithoch. Nach einem hervorragenden 2017 hatte AMS seinen Börsenwert innert Jahresfrist mehr als verdoppelt. Dann eben der Einbruch. Das kann es geben, besonders bei einer volatilen Aktie wie AMS.

Die AMS-Aktie in den letzten zwölf Monaten (Quelle: cash.ch)

Unter Marktteilnehmern wie Fondsmanagern und Analysten sorgt aber eine andere Beobachtung für Stirnrunzeln, die erst jetzt richtig beachtet wird. AMS meldete zwischen dem 6. Februar und dem 9. März 2018 zahlreiche Transaktionen von Top-Managern, die auf privater Basis Firmen-Aktien veräusserten. In der erwähnten Zeitspanne wurden Aktien und Optionen im Wert von rund 86 Millionen Franken verkauft, wie Daten der Börsenbetreiberin SIX zeigen. Dahinter stand stets ein oder mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung. 

Besonders auffallend sind jene Management-Transaktionen, bei denen keine Mitarbeiteroptionen ausgeübt wurden, sondern die auf einem normalen Aktienverkauf basierten. Zum Beispiel am 9. Februar und am 9. März: Bei der ersten betrug das Volumen des Aktienverkaufs 31,1 Millionen Franken, bei der zweiten waren es 12 Millionen Franken. AMS schreibt dazu auf Anfrage: "Die erwähnten Transaktionen wurden im Rahmen eines intern definierten Handelsfensters durchgeführt, um damalige grössere private Barmittelbedarfe abzudecken."

Zu einem besseren Zeitpunkt hätte der Aktienverkauf allerdings nicht erfolgen können: Denn Mitte März setzte bei AMS ein deutlicher Kursrückgang ein, wie auf dem obigen Chart ersichtlich ist (grüner Pfeil). Seit dem Allzeithoch hat der Titel mittlerweile um rund 27 Prozent korrigiert. Grund: Analysten senkten im März und April die Erwartungen an das neuste iPhone (Modell X) von Apple, für welches AMS Zulieferer ist. 

Hintergrund der am Montag kommunizierten Umsatz- und Gewinnwarnung war dann in der Tat der Übergang von einer Produktgeneration zur nächsten "bei einem grossen Smartphonehersteller", wie AMS mitteilte. Daraus lässt sich schliessen, dass die Aufträge von Grosskunde Apple im ersten Halbjahr weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben dürften.

Wie geht es weiter mit Apple?

Was Investoren, mit denen cash gesprochen hat, nun besonders stört: Zumindest die AMS-Aktienverkäufe von Mitte März liegen in einer Zeit, in der sich die Geschäftszahlen für das erste Quartal und ebenso der Ausblick auf den Geschäftsverlauf des zweiten Quartals konkretisieren. Es mag Zufall sein, dass die Aktienverkäufe der Manager nahe dem Höchststand erfolgten. Rückblickend argwöhnen Investoren dennoch mit dem Zeitpunkt der Aktienverkäufe und fühlen ihr Vertrauen strapaziert. Denn nach den Höchstständen der Aktie erfolgten keine Titelverkäufe mehr durch die Firmenverantwortlichen. Ein Fondsmanager sagt deshalb zu cash, er wisse nicht, wie er Äusserungen des AMS-Managements in Zukunft einschätzen soll. 

CEO Alexander Everke bleibt derweil optimistisch für die mittel- und langfristige Zukunft von AMS. Die Flaute im zweiten Quartal solle eine einmalige Delle bleiben, sagte er am Dienstag in einer Telefonkonferenz: "Wir erwarten keine Wiederholung derartiger kurzfristiger Übergangseffekte in ähnlichem Ausmass in den kommenden Jahren", zitiert ihn die Nachrichtenagentur AWP.

Aktive Ypsomed-Führung

Immer wieder für Aufsehen bezüglich privatem Handel mit firmeneigenen Aktien sorgt auch Ypsomed. Beim Medizinaltechniker verkauft und kauft ein nicht-exekutives Verwaltungsratsmitglied in regelmässigen Abständen Aktien. Ende Februar wurden zum Beispiel 10'000 Titel im Wert von 1,7 Millionen Franken verkauft. Auch ein gutes "Timing": Kurz darauf (am 7. März) tauchte der Kurs aufgrund Spekulationen einer Gewinnwarnung deutlich. 

Im Laufe des März dann das Gegenteil: Ebenfalls ein nicht-exekutives Verwaltungsratsmitglied kaufte bei tieferen Kursen auf privater Basis Ypsomed-Titel im Umfang von knapp 16 Millionen Franken, wie der folgende Screenshot zeigt. Vermutlich handelt es sich dabei um Firmengründer, Ex-CEO und Verwaltungsratspräsident Willy Michel, der mit seiner Familie mehr als 70 Prozent der Ypsomed-Aktien kontrolliert (cash berichtete).

Seither hat sich der Ypsomed-Kurs wieder stabilisiert. Inwiefern das mit den Aktienkäufen der Firmenverantwortlichen zusammenhängt, bleibt offen.

Fazit der Geschichte(n): Von Management-Transaktionen kann eben doch eine gewisse Signalwirkung ausgehen, auch wenn sie für Investoren rückblickend einen schalen Beigeschmack haben. Und bei Verkäufen von Aktien durch die Firmenverantwortlichen sollten Anleger genauer hinschauen als bei Käufen.

Management-Transaktion von Ypsomed, Screenshot SIX Exchange Regulation

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Ist es nun Zeit, Aktien zu

Ist es nun Zeit, Aktien zu verkaufen?

Vor dem Sommer wird Anlegern gemäss einer Börsenweisheit bisweilen zum Verkauf geraten. cash.ch ist der Frage nachgegangen, ob der Mai wirklich so ein schlechter Börsen-Monat ist und ob ein mieser Aktien-Sommer droht.

01.05.2018 23:17

Von Marc Forster

Der April hat sich an der Börse als einträglich erwiesen: Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am Swiss Performance Index SPI, liegt im Vergleich zu vor vier Wochen um 2,9 Prozent höher. Die Jahres-Negativperformance reduziert sich dadurch auf -2,5 Prozent.

Am Markt gibt es die Tendenz, gewisse saisonale Muster zu sehen: Während der Handel im April noch gut läuft, drohen im Mai fallende Kurse und im Anschluss daran ein für Anlegerinnen und Anleger unerfreulicher Sommer. "Sell in May and Go Away", so lautet eine Börsenweisheit aus der englischsprachigen Welt. Vor allem in den USA glaubt man daran. Die grossen US-Indices Dow Jones und S&P 500 haben sich in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt im Mai jeweils seitwärts entwickelt. Nur der Technologie-Index Nasdaq legt in diesem Monat häufig zu, im Schnitt der vergangenen 46 Jahre um jeweils fast 1 Prozent.

2018 mit anderen Vorzeichen?

Wie das Online-Portal "Market Watch" nun aber schreibt, sind die Vorzeichen in Jahren mit den Zwischenwahlen für einen Teil des US-Kongresses anders. Wegen der "Mid-Term Elections" im November könnten die Kurse wie früher beobachtet stärker unter Druck geraten als in anderen Jahren. Die Wahlen gelten als "political risk" und sorgen gemäss Marktbeochtern dafür, das die Unsicherheit hoch bleibt. Wenn dies zutrifft, stehen die Aktienmärkte der USA vor einer schwierigen Phase.

Weil die USA die grösste Volkswirtschaft der Welt sind und weil die Vorgaben des US-Marktes immer auch an der Schweizer Börse zu spüren sind, werden solche Gedankenspiele auch hierzulande beachtet. Ein Blick auf die April-Kursentwicklungen (siehe Tabelle) des dividendenadjustierten SPI der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass es sich mit diese Monat am Schweizer Markt um einen guten Monat handelt: In sieben von zehn Jahren war die Performance positiv und nahe oder über 3 Prozent, auch wenn der April 2009, in dem sich der Markt von der Finanzkrise zu erholen begann, eine Sondererscheinung darstellt.

Doch auch die Mai-Performance der vergangenen 10 Jahre war in der Mehrheit der Fälle gut. Und dass die Kurse in der Periode Mai bis September fallen, war nur 2015, 2011, 2010 und 2008 der Fall gewesen. Zumindest was die Zeit seit der Finanzkrise betrifft, gibt es keinen definitiven Anhaltspunkt, dass die Kurse in den Sommermonaten negativ sind oder sich nur seitwärts entwickeln.

SPI-Performancewerte in den vergangenen 10 Jahren

  April-Performance Mai-Performance Performace Mai-Sept
2017 +3,3 Prozent +2,7 Prozent +4,7 Prozent
2016 +2,7 Prozent +4,1 Prozent +3,4 Prozent
2015 unverändert +1,8 Prozent -5,7 Prozent
2014 +1,6 Prozent +2,7 Prozent +4,3 Prozent
2013 +2,5 Prozent +1,7 Prozent +2,5 Prozent
2012 -0,3 Prozent -3,4 Prozent +5,5 Prozent
2011 +3,3 Prozent -1,1 Prozent -16,8 Prozent
2010 -2,6 Prozent -4,6 Prozent -4,3 Prozent
2009 +12,2 Prozent +2,8 Prozent +21,7 Prozent
2008 +5,6 Prozent +0,6 Prozent -11,6 Prozent

Daten: cash.ch

Aber wird 2018 von alledem abweichen? Eine höhere Nervosität herrscht auch deswegen, weil sich die Kurse dieses Jahr sehr unstet entwickelt haben. Vielen Investoren steckt noch in den Knochen, dass der Markt im Februar massiv eingebrochen ist. Der SPI fiel vom Rekord bei 11‘040 Punkten im Januar innerhalb weniger Tage um 1000 Punkte und konnte den Rückgang bisher nicht wieder wettmachen.

Dazu kommen geopolitische Unsicherheiten wie der Handelskonflikt zwischen den USA und anderen grossen Wirtschaftsmächten. Neue Krisenzeichen wurden schliesslich vergangene Woche ausgemacht, weil die Renditen für US-Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit zum ersten Mal nach vier Jahren 3 Prozent erreichten. Steigende Anleihenrenditen gelten als mögliche Belastung für die Aktienmärkte.

Gute Zahlen, begrenztes Potential

Sollten sich Anleger auch in der Schweiz nun angesichts von Handelskonflikten, der Entwicklung des US-Anleihenmarktes und vor allem wegen gedämpften Aussichten Aktienverkäufe überlegen? Der cash-Insider, der sich vergangene Woche mit der Börsenweisheit auseinander gesetzt hat, hält dies für übertrieben - gestützt auf eine Studie der Bank Julius Bär.

Auch Thomas Della Casa, Anlagechef der Neuen Helvetischen Bank, rät vom Verkaufen ab. Die wirtschaftliche Entwicklung sei positiv, und nach den erfreulichen Unternehmenszahlen zum ersten Quartal dürften auch die Zweitquartals-Ergebnisse gut ausfallen. Anzeichen für ein rezessives Umfeld gebe es nicht. Die Zinsen stiegen zwar in den USA, aber nicht in Europa. Für Thomas Della Casa lautet daher der Schluss: "Es gibt keinen Grund, sich von Risiko-Assets wie Aktien zu trennen."

Beruhigende Worte äussert auch Alex Hinder, CEO von Hinder Asset Management: Ein massiver Grund zum Verkaufen bestehe nicht. Er warnt aber auch davor, sich in zu hohen Erwartungen zu ergehen: "Im Moment dürfte das Potential für Aktien begrenzt sein, und wir müssen uns noch eine Weile auf einen Seitwärtsmarkt einstellen."

Was Sie über die Börsenhektik wegen US-Anleihen wissen müssen

Die Renditen der US-Anleihen sind ein Faktor, der die nächsten Monate an der Börse prägen wird, wie Hinder sagt: "Gut für Aktien wäre, wenn die Zinsen für die zehnjährigen US-Staatsanleihen einen Peak erreichen würden: Ich denke, dies könnte in Lauf des Jahres bei etwa 3,25 Prozent erreicht werden und sich dann etwa für ein Jahr auf diesem Niveau halten."

Aktien könnten nach Hinders Einschätzung wenn, dann eher in der zweiten Jahreshälfte wieder anziehen. Damit bleibt zumindest der zweite Teil des eingangs erwähnten Zitats gültig. Denn dessen vollständige Version lautet: "Sell in May and Go Away, but Remember to Come Back in September."

Also lautet der Rat: Investiert bleiben, sich von einer zähen Performance nicht entmutigen lassen und mit den Halbjahreszahlen, welche die Unternehmen ab Ende Juli vorlegen, den Markt wieder genauer beobachten und sich auf einen steigenden Markt im Spätsommer und im Herbst freuen.

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Detailhandelsumsätze im März

Detailhandelsumsätze im März rückläufig

Die Umsätze im Schweizer Detailhandel haben im März 2018 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat - nominal und kalenderbereinigt - um 1,2 Prozent nachgegeben. Die entsprechenden realen, um die Teuerung bereinigten Detailhandelsumsätze gingen um 1,8 Prozent zurück, wie das Bundesamt für Statistik am Mittwoch mitteilte.

02.05.2018 10:06

Saisonbereinigt sind die sowohl die nominalen wie auch die realen Detailhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat um 0,1% gestiegen.

gab/uh

(AWP)

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PMI Schweiz steigt im April

PMI Schweiz steigt im April deutlich an - Investitionen steigen weiter

Die Schweizer Einkaufsmanager waren im vergangenen Monat deutlich aktiver unterwegs und investieren weiterhin fleissig: Der sogenannte Purchasing Manager's Index (PMI, saisonbereinigt) stieg im April gegenüber dem Vormonat um 3,3 Indexpunkte auf 63,6 Zähler. Er liegt damit klar oberhalb der Erwartungen: Von AWP befragte Ökonomen hatten einen Wert zwischen 59,1 bis 61,7 Punkten vorhergesagt.

02.05.2018 10:00

Der PMI liege damit nach einem Taucher im März erneut weit in der Wachstumszone von über 50 Punkten, schreibt die Credit Suisse, die den Index gemeinsam mit procure.ch ermittelt, in einer Mitteilung vom Mittwoch. Dies sei ein klares Zeichen dafür, dass die Schweizer Industrie trotz drohender Zoll- und Handelsstreitigkeiten mit voller Fahrt unterwegs ist. Zudem werde weiterhin fleissig investiert, um drohende Kapazitätsgrenzen zu umgehen.

Hauptgrund für den Anstieg des PMI ist laut den Experten, dass sich sämtliche Subkomponenten in der Wachstumszone befinden. Mit 6,7 Punkte am stärksten zugelegt habe die Subkomponente "Produktion". Es gelte aber zu beachten, dass auch hier im März ein starkes Minus verzeichnet wurde.

In der Tendenz zeige sich aber ein klares Bild einer äusserst regen Produktionstätigkeit, heisst es weiter. So ergebe sich auch bei der Subkomponente "Auftragsbestand" ein erfreulicher Trend, der auf eine im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich gute Auftragslage hindeute.

DIENSTLEISTUNGSSEKTOR ERHOLT SICH WIEDER

Den Einbruch vom März fast ausbügeln, konnte ebenfalls die Dienstleistungsbranche. Der PMI des Sektors stieg um 6 Indexpunkte auf 62,8 Punkte. Auch in diesem Sektor halte die hohe Dynamik weiter an und die Subkomponenten notieren auf sehr hohen Ständen. Insbesondere die Geschäftstätigkeit stieg so rege wie zuletzt vor mehr als einem Jahr. Aber auch in den Bereichen "Neuaufträge" und "Auftragsbestand" befänden sich die Indices weiterhin in der Wachstumszone.

sta/kw

(AWP)

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Leichter Preisanstieg bei

Leichter Preisanstieg bei Eigentums- und Mietwohnungen

Die Preise für Eigentumswohnungen in der Schweiz haben sich im April gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent erhöht. Auch die Angebotsmieten sind im letzten Monat leicht gestiegen, wie der am Donnerstag veröffentlichte Swiss Real Estate Offer Index zeigt. Der Index wird monatlich von ImmoScout 24 in Zusammenarbeit mit dem Immobilienunternehmen IAZI erhoben.

03.05.2018 08:15

Diesen Preisauftrieb erklärt ImmoScout 24 Direktor Martin Waeber vor allem mit dem Zögern der Notenbanken. "Entgegen den allgemeinen Erwartungen ist nach wie vor keine Zinserhöhung in Sicht. Auch drohende Strafzölle von Amerika für ausgewählte europäische Produkte würden wohl eher einen weiteren Anstieg der Immobilienpreise nach sich ziehen", lässt sich Waeber in der Mitteilung zitieren.

Der Quadratmeter Eigentumswohnung in der Schweiz ist gemäss der Erhebung im April auf über 7000 Franken angestiegen. Auf Jahresbasis weist der Index jedoch immer noch ein Minus von 1,5 Prozent aus. In den letzten fünf Jahren ist dieser Preis um etwas mehr als 5,0 Prozent angestiegen.

Bei den Mieten hat sich der Trend der letzten Monate fortgesetzt. Die Angebotsmieten sind schweizweit erneut um 0,4 Prozent gestiegen. Damit liegen dei Mietpreise im Jahresvergleich erstmals wieder mit Plusbereich (+0,8%). Besonders deutlich gestiegen sind die Mieten in der Grossregion Zürich (+1,2%). Das andere Ende der Skala besetzt das Tessin (-1,3%).

SINKENDE PREISE BEI EINFAMILIENHÄUSERN

Sinkende Preise zeigt der Index hingegen bei den Einfamilienhäusern. Im April verzeichneten diese ein Minus von 0,1 Prozent. "Nach den eher unüblichen starken Ausschlägen nach oben und unten in den vergangenen Monaten bei den Angebotspreisen für Einfamilienhäuser scheint sich nun eine Normalisierung fortzusetzen", so Waeber. Auf Jahresbasis sind Einfamilienhäuser um 2,5 Prozent günstiger geworden. Das entspricht einem Absinken des durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 6346 auf 6190 Franken.

lie/uh

(AWP)

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Arbeitslosenquote sinkt im

Arbeitslosenquote sinkt im April auf 2,7%

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im April auf ein neues Mehrjahrestief gefallen: Sie sank gegenüber März von 2,9 auf 2,7 Prozent. Dafür dürfte neben der saisonalen Erholung auch die anziehende Wirtschaft gesorgt haben: Denn auch gegenüber dem Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit deutlich ab.

08.05.2018 08:15

Insgesamt waren mit 119'781 Personen 8,2 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 18,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent wurde zuletzt im Juli 2012 erreicht.

Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenquote von 2,8 auf 2,7 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Damit fiel die Quote stärker als von Experten erwartet. Die von AWP befragten Ökonomen hatten mit einer saisonbereinigten Quote von 2,9 Prozent gerechnet. Bei der unbereinigten Arbeitslosenquote prognostizierten sie 2,8 bis 2,9 Prozent.

Die Jugendarbeitslosenquote fiel von 2,5 auf 2,2 Prozent. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten 15 bis 24-Jährigen nahm gegenüber dem Vormonat um 12 Prozent ab und gegenüber dem Vorjahresmonat gar um über einen Viertel.

Aber auch die anderen Altersgruppen konnten profitieren. Bei den über 50-Jährigen waren gegenüber März 6,3 Prozent weniger Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat beträgt das Minus 11,9 Prozent. Die Quote sank damit auf 2,6 Prozent.

Insgesamt wurden 194'060 Stellensuchende registriert, 3,5 Prozent weniger als im März und 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Umgekehrt suchten Unternehmen mehr Personal: Die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich binnen eines Monats um 9,1 Prozent auf 14'431.

Erst letzte Woche hat die Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich in ihrem Beschäftigungsindikator einen weiteren Aufschwung am Schweizer Arbeitsmarkt prognostiziert. Seit gut einem halben Jahr gebe es in der Schweiz nun mehr Firmen, die einen Stellenaufbau planten als Firmen, die Stellen abbauen wollten.

tt/uh

(AWP)

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Aktienanleger sind in

Aktienanleger sind in Frühlingslaune

Der Mai könnte sich Experten zufolge für Anleger zum Wonnemonat entwickeln. Eine Vorschau auf die neue Börsenwoche und darüber hinaus.

14.05.2018 00:06

"Das erste Mal seit dem Jahr 2010 erlebt die Welt wieder einen synchronen Aufschwung, und alle Regionen befinden sich im Aufwind", sagte Portfolio-Manager Christian Kempe vom Vermögensberater Do Investments. Die aktuell laufende Berichtssaison untermauere diesen Trend.

Auch Thomas Romig, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Assenagon, äußerte sich optimistisch: "Wenn der Dollar stark bleibt, rechnen wir bis zum Sommer mit Dax-Gewinnen von zwei bis vier Prozent." Der Euro notierte zuletzt mit 1,1944 Dollar, nachdem er in den vergangenen Wochen um gut fünf US-Cent abgewertet hatte. Dies macht Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt attraktiver.

Der Swiss Market Index legte in der vergangenen Woche 1 Prozent zu, der Dow Jones gar 2,4 Prozent und der Nasdaq 2,7 Prozent.

Die Kopfschmerzen...

Kopfschmerzen bereitet Investoren aber der Streit über das Atom-Abkommen mit Iran. US-Präsident Donald Trump kündigte die Vereinbarung auf und droht mit neuen Sanktionen. Weil dadurch Schätzungen zufolge dem Weltmarkt iranische Öl-Lieferungen im Volumen von bis zu einer Million Barrel pro Tag entzogen werden könnten, kletterte der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee zeitweise auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 77,57 Dollar je Barrel (159 Liter).

"Mit Blick auf die US-Außenpolitik spricht zurzeit wenig für Entspannung und damit für wieder moderatere Ölpreise in nächster Zeit", sagte Martin Lück vom Vermögensverwalter Blackrock. "Damit bleibt das Thema Inflation auf der Tagesordnung, was die Börse in schneller steigende Zinsen zumindest in den USA übersetzt", betonte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Viele Quartalszahlen

Daneben halten Firmenbilanzen Investoren weiter in Atem. Am Dienstag bringen in Deutschland die Commerzbank und die Allianz ihre Quartalszahlen. Ebenfalls am Dienstag berichtet Vodafone, am Donnerstag der US-Einzelhändler Wal-Mart. Am Freitag legt in der Schweiz Richemont den Jahresabschluss vor.

Konjunkturseitig warten Investoren unter anderem auf die Zahlen zum deutschen und europäischen Wirtschaftswachstum sowie den ZEW-Index, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt (allesamt Dienstag). Der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes habe sich voraussichtlich auf jeweils 0,4 Prozent abgeschwächt, prognostizierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. "Ein weiterer Rückgang des ZEW-Index dürfte zeigen, dass dies zunehmend auch die Analysten nervös macht."

Jenseits des Atlantiks stehen die Konjunkturbarometer der Notenbank-Ableger von New York (Dienstag) und von Philadelphia (Donnerstag) auf dem Terminplan. Dazu kommen die US-Industrieproduktion am Mittwoch und die Frühindikatoren am Donnerstag. In der weltgrößten Volkswirtschaft brumme die Konjunktur in der Industrie nach wie vor, sagte Commerzbank-Experte Solveen. 

(Reuters/cash)

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Wenn der CEO die eigene Aktie

Wenn der CEO die eigene Aktie bremst

Fast jeder zweite CEO eines SMI-Unternehmens hat in seiner Amtszeit weniger Aktionärswert geschaffen als der breite Aktienmarkt, wie eine Auswertung von cash zeigt. Doch es gibt auch sehr positive Beispiele.

16.05.2018 00:03

Von Ivo Ruch

Am letzten Freitag mussten Roche-Aktionäre einmal mehr eine bittere Pille schlucken. Der Pharmakonzern meldete einen Misserfolg mit dem Dickdarmkrebs-Medikament Tecentriq, worauf der Genussschein an der Börse 1,7 Prozent an Wert verlor. Auch für CEO Severin Schwan war dies ein weiterer Rückschlag im Kampf um schwindende Umsätze.

Er müsste eigentlich bei den Investoren dringend punkten, damit seine Roche nicht noch mehr an Börsenwert verliert. Denn seit Jahresbeginn steht Roche 9 Prozent im Minus, nachdem der Titel bereits 2017 unterdurchschnittlich abgeschnitten hatte. Noch schlechter fällt die Bilanz aus, wenn man die Performance mit der Amtsdauer von CEO Schwan vergleicht: Seit Anfang März 2008 ist Roche an der Börse bloss 9 Prozent vorwärts gekommen. Zum Vergleich: Der Swiss Performance Index (SPI) hat in diesen zehn Jahren 76 Prozent zugelegt. Damit hat Severin Schwan das schlechteste Performance-Verhältnis aller CEO der 20 Firmen im Swiss Market Index, wie eine Auswertung von cash ergibt (siehe Tabelle unten).

Die Herausforderungen für die Roche-Führung sind gross. Der Konzern kämpft mit Wachstumsproblemen und auslaufenden Patenten mehrerer umsatzstarker Medikamente. Investoren sind skeptisch, ob diese auch bewältigt werden. Seit dem Allzeithoch im Dezember 2014 befindet sich der Genussschein des Pharmakonzerns mehrheitlich in einem Abwärtstrend.

Der Aktienkurs ist wichtig

Aber ist ein solcher Vergleich zwischen CEO und Börse überhaupt angebracht? "Einen CEO an der Aktienperformance des eigenen Unternehmens zu messen, ist absolut legitim", sagt Stephan Hostettler von HCM International, einem Beratungsunternehmen für Vergütung und Corporate Governance.

Hostettler fügt an, dass die Aktienkursperformance absolut oder relativ zu einem Aktienindex in einem mehrjährigen Vergleich betrachtet werden sollte. Von allen SMI-Chefs sitzen nur Bernhard Hodler (Julius Bär), Jan Jenisch (LafargeHolcim), Vasant Narasimhan (Novartis) und Paul Schuler (Sika) seit weniger als einem Jahr auf ihrem Posten.

Laut Vergütungsexperten sollten Manager auch an den Zielvorgaben betreffend Gewinnentwicklung und Strategieumsetzung gemessen werden. Doch ein Vergleich mit dem Aktienkurs ist auch deshalb zulässsig, weil die Löhne der Firmenchefs ebenfalls zu einem grossen Teil abhängig sind von der Entwicklung des eigenen Börsenwerts. Laut Daten von HCM macht der aktienbasierte Teil rund ein Drittel der CEO-Gesamtlöhne am Schweizer Aktienmarkt aus, am SMI sind es durchschnittlich sogar 45 Prozent.

Löhne koppeln sich ab

Severin Schwan ist nicht nur einer der dienstältesten CEO der Schweiz, er ist auch Top-Verdiener. Die Aktionärsberatung Ethos errechnete für 2017 ein Jahressalär von 15,1 Millionen Franken – damit verdrängte der Österreicher auch UBS-Chef Sergio Ermotti vom Spitzenplatz der SMI-Lohnrangliste.

Auch Ermotti hat in seiner Zeit bei der UBS weniger Aktionärswert geschaffen als der breite Aktienmarkt. In seine Amtsperiode fiel zwar der gross angelegte Umbau der Bank nach der Finanzkrise. Doch noch immer warten die Aktionäre darauf, dass der Titel (aktuell bei 16 Franken) in Regionen von vor der Krise zurückfindet (Allzeithoch im Februar 2007: 75 Franken).

Ähnlich zurückhaltend ist die Börsenstimmung gegenüber Ermottis Konkurrent Tidjane Thiam. Seit er CEO der Credit Suisse ist, hat sich der Marktwert der Bank um einen Drittel verringert. In seiner Amtszeit führte Thiam zwei Kapitalerhöhungen durch, welche dem Aktienkurs meist abträglich sind. Wie man eine Bank zurück ins Investoreninteresse bringt, ist aber in den USA sichtbar, wo die Aktien von JP Morgan oder Goldman Sachs längst wieder auf Rekordstände gestiegen sind.

Besser auf einen SPI-ETF setzen

Die untere Hälfte der CEO-Performancerangliste zeigt auch eine sichtbare Underperformance bei den Firmenkapitänen von ABB, Adecco, Nestlé, Swiss Re und Swisscom. Was unter dem Strich heisst: Fast jeder zweite SMI-CEO hat "seinen" Aktionären weniger Geld eingebracht, als wenn diese - statt auf ein Einzelinvestment zu setzen -ein Indexprodukt auf den breiten SPI gewählt hätten.

Für einen schwachen Aktienkurs muss sich auch Ulrich Spiesshofer immer wieder rechtfertigen. Der ABB-CEO steht unter Druck, weil er nach Jahren der Restrukturierung den Industriekonzern endlich wieder vorwärts bringen soll. Mittlerweile steht die ABB-Aktie 13 Prozent höher als beim Amtsantritt von Spiesshofer im September 2013, allerdings hat sich auch hier der SPI besser entwickelt.

Investoren verlangen mehr. Der aktivistische Grossaktionär Cevian kritisiert schon lange, mit den richtigen Massnahmen hätte die ABB-Aktie ein Potenzial von 35 Franken. Unlängst antwortete Spiesshofer darauf, diese Zielsetzung sei nicht unrealistisch. Vom aktuellen Niveau bei 24 Franken wäre das eine Rendite von 46 Prozent – für ABB-Aktionäre wäre dies ein ganz neues Gefühl.

Die Überflieger

Auf der anderen Seite gibt es auch eine Reihe von CEO, die regelmässig eine solide Mehrrendite erreichen. Dazu gehören neben Johann Rupert (Richemont) auch Christian Buhl (Geberit), Gilles Andrier (Givaudan), Frankie Ng (SGS), Patrick Frost (Swiss Life), Nick Hayek (Swatch) und Mario Greco (Zurich).

Absoluter Überflieger in dieser Hinsicht ist aber Lonza-Chef Richard Ridinger. Unter seiner Führung hat sich der Börsenwert des Pharmazulieferers mehr als versiebenfacht. Ridinger hat mit Lonza nicht nur profitables Wachstum erreicht, er hat den Konzern auch zurück in den SMI gebracht.

Strategisches Gespür bewies der Lonza-CEO zuletzt bei der Übernahme von Capsugel. Seither ging es mit der Aktie steil nach oben  – etwas, das die grossen Pharmakonzerne schon lange nicht mehr zustande gebracht haben.

SMI-Chefs und ihre Kursperformance seit Amtsantritt

CEO Firma CEO seit Aktie, in % SPI, in %
Ulrich Spiesshofer ABB 15.09.2013 +13 +41
Alain Dehaze Adecco 01.09.2015 -15 +19
Tidjane Thiam Credit Suisse 01.07.2015 -29 +20
Christian Buhl Geberit 01.01.2015 +32 +21
Gilles Andrier Givaudan 01.03.2005 +204 +142
Bernhard Hodler Julius Bär 27.11.2017 +4 0
Jan Jenisch LafargeHolcim 01.09.2017 -6 +5
Richard Ridinger Lonza 01.05.2012 +601 +88
Mark Schneider Nestlé 01.01.2017 +6 +20
Vasant Narasimhan Novartis 01.02.2018 -8 0
Johann Rupert* Richemont 01.04.2010 +137 +78
Severin Schwan Roche 04.03.2008 +9 +76
Frankie Ng SGS 01.03.2015 +30 +20
Paul Schuler Sika 01.07.2017 +32 +6
Patrick Frost Swiss Life 01.07.2014 +71 +27
Christian Mumenthaler Swiss Re 01.07.2016 +12 +24
Urs Schaeppi Swisscom 07.11.2013 0 +37
Nick Hayek Swatch 01.01.2003 +320 +269
Sergio Ermotti UBS 15.11.2011 +52 +108
Mario Greco Zurich 01.03.2016 +49 +30

Quelle: cash.ch (Stand 11.05.18) *in verschiedenen Funktionen

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Schweiz rutscht bei

Schweiz rutscht bei Wettbewerbsfähigkeit auf den fünften Platz ab

Im internationalen Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit ist die Schweiz laut dem World Competitiveness Report 2018 vom zweiten auf den fünften Rang abgerutscht. Gewonnen haben die USA, die gleich drei Plätze gutmachten und nun das Klassement anführen.

23.05.2018 20:55

Die gleichen fünf Länder machen auch in der diesjährigen Übersicht des Lausanner Management-Instituts IMD die Spitzenplätze unter sich aus. Hinter den USA rangieren Hongkong (Rang 2), Singapur (3), die Niederlande (4) und die Schweiz (5).

Verantwortlich für den Spitzenplatz der USA sind deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Infrastruktur. Die USA als die grösste Volkswirtschaft der Welt waren im vergangenen Jahr erstmals seit fünf Jahren nicht mehr in den Top Drei gewesen.

Weniger Exporte

Das Zurückfallen der Schweiz in der neusten Ausgabe der Studie rührt von einem Rückgang der Exporte her, aber auch in geringerem Ausmass von einer zunehmend festzustellenden drohenden Verlagerung von Forschungs- und Entwicklungszentren, wie das IMD feststellt.

Das Vorrücken der Niederlande vom fünften auf den vierten Platz begründen die Forscher mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der öffentlichen Verwaltung und der Effizienz in der Geschäftstätigkeit.

Die weiteren Plätze unter den Top Ten besetzen überwiegend nordische Länder: Dänemark nimmt Rang 6 ein, Norwegen Rang 8 und Schweden Rang 9. Für diese Länder spricht vor allem die starke Leistungsfähigkeit des Privatsektors. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Kanada komplettieren mit den Plätzen 7 und 10 die Top Ten.

Fortschritte bei der Schuldenhöhe und eine zunehmende Produktivität registrieren die Forscher unter anderem bei Österreich, das neu auf dem 18. Platz liegt und damit innert Jahresfrist sieben Plätze gutgemacht hat. Ebenfalls auf dem Vormarsch ist China. Die Volksrepublik hat sich um fünf Plätze auf neu Rang 13 verbessert.

Schlusslichter

Bei den Schlusslichtern der Rangliste hat sich wenig verändert. Venezuela (63) und die Mongolei (62) stehen am Ende der Liste. Leicht verbessert haben sich die Ukraine (59) und Brasilien (60). Etwas zurückgefallen ist hingegen Kroatien (61).

Nicht überraschend gemischt fallen die Resultate für den asiatischen Kontinent aus. Hinter den Spitzenplätzen von Hongkong und Singapur folgen als weitere Länder des Kontinents Taiwan (17) und Japan (25). Die grössten Rückschläge hinnehmen mussten die Philippinen, die 9 Plätze verloren und neu an 50. Stelle stehen.

Zwei Plätze gutgemacht hat Australien (19). Neuseeland hat hingegen 7 Plätze verloren und liegt noch auf Rang 23.

Gemischt fällt auch die Bilanz für die osteuropäischen Länder aus. Verbessert haben sich hier Litauen (32), Polen (34), Slowenien (37), Ungarn (47), Bulgarien (48) und Rumänien (49). Rückschläge einstecken mussten demgegenüber Tschechien (29), Estland (31) und die Slowakei (55).

Nachbarländer nicht in den Top Ten

Die Nachbarländer der Schweiz befinden sich allesamt nicht unter den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern. Zwei Plätze verloren hat etwa Deutschland (15). Kaum Verbesserungen stellten die Forscher bei den westeuropäischen Ländern, wie Frankreich (28), Portugal (33) und Italien (42) fest. Knapp aus den Top Ten gefallen sind in diesem Jahr Irland (12) und Luxemburg (11).

Im Nahen Osten konnten sich trotz politischer Unsicherheiten alle Länder mit Ausnahme von Saudi-Arabien (39) verbessern. Fortschritte gemacht haben auch die meisten lateinamerikanischen Länder, etwa Argentinien (56), Brasilien (60) und Peru (54). Als einziges afrikanisches Land ist unverändert Süd-Afrika (53) rangiert.

Im IMD-Klassement werden seit 1989 jährlich über 60 Länder nach 258 Kriterien untersucht. Zwei Drittel der verwendeten Daten beruhen auf nationalen und internationalen Statistiken.

(AWP)

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Die prächtigen Schweizer Mai

Die prächtigen Schweizer Mai-Aktien

Die Schweizer Börse wird auch im Monat Mai hinter der internationalen Konkurrenz zurückbleiben. Doch es gibt Ausnahmen: Sika, Lonza, Interroll und einige mehr.

28.05.2018 23:05

Von Ivo Ruch

Der Mai dürfte Schweizer Anlegern erneut einen Verlust einbringen. Nachdem der Swiss Market Index (SMI) im Januar, Februar und März eine negative Performance hinlegte, war die Erholung im April vermutlich nur vorübergehend: Der SMI hat in den letzten vier Wochen rund 1 Prozent verloren, der breitere Swiss Performance Index (SPI) ist an Ort getreten.

Anders ist die Situation an den internationalen Leitbörsen, wo die Kurse im letzten Monat teils deutlich gestiegen sind. Auch in der Schweiz ist der Mai traditionellerweise ein guter Börsenmonat (cash berichtete), doch in diesem Jahr sind es vor allem die schwergewichtigen Gesundheits- und Pharmatitel sowie die Grossbankaktien, welche den Gesamtmarkt bremsen.

Mehr zum Thema «Sell in May»: Ist es nun Zeit, Aktien zu verkaufen?

Für Aktionäre von Novartis und Roche ist es fast schon zur Normalität geworden, dass die entsprechenden Valoren nicht vom Fleck kommen. In den letzten vier Wochen gehörten sie erneut zur schlechteren Hälfte des SMI-Tableaus (siehe Tabelle). Der Pharmamarkt ist heute hart umkämpft, was sich einerseits an den milliardenschweren Übernahmen zeigt, die regelmässig stattfinden.

Andererseits nimmt das Wetteifern um neue lukrative Therapien (zum Beispiel in der Krebsforschung) immer grössere Ausmasse an. Vor 20 Jahren waren Roche-Krebsmedikamente fast konkurrenzlos, heute kämpft der Konzern mit Wachstumsproblemen und auslaufenden Patenten. Auch Nestlé befindet sich in einer Phase der Neuorientierung, in der unter anderem das Geschäft mit der Gesundheit gestärkt werden soll. Doch die Neuerungen unter dem neuen CEO Mark Schneider brauchen Zeit und schlagen sich laut Investoren noch zu wenig in den Unternehmenszahlen nieder.

Auch Banken bremsen

Weil Nestlé, Novartis und Roche rund die Hälfte der SMI-Performance ausmachen, wirkt ihre Kursschwäche als Bremsklotz für den Gesamtmarkt. Kommen dann noch schlechte Grossbankaktien hinzu, wird es schwierig für die Schweizer Börse, international mitzuhalten. CS und UBS steuern beide auf einen klar negativen Mai zu, was eine Fortsetzung des Jahresauftakts wäre. Zum Beispiel die UBS: Am 23. Januar stand der Titel bei knapp 20 Franken auf Mehrjahreshöchstkursen. Am Montag notierte die Aktie 20 Prozent tiefer bei 15,7 Franken.

SMI: Top und Flop im Mai

Top 10 Performance 4 Wo., in % Flop 10 Perf. 4 Wo., in %
Sika +11,6 Adecco -6,3
Lonza +11,1 Swisscom -6,0
SGS +6,9 UBS -5,6
Julius Bär +3,1 LafargeHolcim -5,0
Geberit +2,9 CS -3,4
Swiss Life +2,0 Swiss Re -3,4
ABB +1,3 Zurich -3,3
Givaudan +1,0 Roche -1,5
Swatch +0,1 Novartis -1,3
Nestlé -0,6 Richemont -0,8

Quelle: cash.ch (Stand 28.05.18, 11 Uhr)

Einen Taucher vollzieht derzeit auch Swisscom. Der Titel ist seit Jahresbeginn auf Sinkflug (-13 Prozent) und mittlerweile so wenig wert wie zuletzt vor einem Jahr. Ein Zeichen für das Stimmungstief beim Telekomriesen ist auch der ausbleibende Dividenden-Rebound. Seit dem ex-Dividenden-Termin am 6. April hat sich die Aktie nur wenig erholt. Glauben Investoren an einen Titel, nutzen sie den Tag des Dividendenabgangs häufig zu einem Einstieg bei tieferen Kursen. Bei Swisscom ist das offenbar nicht der Fall: Die verschiedenen Offensiven der Konkurrenten Sunrise, UPC und Salt und die negativen Trends im Schweizer Geschäft lasten auf den Swisscom-Aktien.

Vorsicht bei den Überfliegern

Ganz anders ist die Stimmung derzeit unter den Aktionären von Sika und Lonza. Per Ende erstes Quartal standen beide Aktien im Minus. Mittlerweile hat der Wind aber deutlich gedreht. Bei Sika fiel das beendete juristische Hickhack um die Zukunft der Firma in den Monat Mai. Bei Lonza war es die Veröffentlichung eines Zwischenberichts, der an der Börse sehr gut ankam. Beide Aktien sind für einen Einstieg schon auf der teuren Seite. Von der strategischen Positionierung, der Substanz und der Führung her gelten sie aber als top.

Einmal mehr zeigen sich am breiten Markt einige interessante Nischen, die allerdings mit Vorsicht zu geniessen sind. Dazu gehört der Flugzeug-Vermieter Perfect Holding, dessen Aktie zwischen 0,04 und 0,02 Franken schwankt und dementsprechend riskant ist. Dazu gehören aber auch die Logistik-Spezialisten von Interroll. Die Förderbänder, Rollen und Antriebe kommen in grossen Versandzentren oder an Flughäfen zum Einsatz. Der Börsenwert konnte in den letzten 52 Wochen um 44 Prozent gesteigert werden, alleine in den letzten vier Wochen waren 10,5 Prozent.

Für Aufsehen auf einer anderen Ebene sorgte Asmallworld. Das soziale Netzwerk gelangte über ein sogenanntes Listing (also ohne Ausgabe neuer Aktien) am 20. März an die Schweizer Börse. Die Aktie stieg in den ersten Handelstagen zwar stark an, professionelle Investoren konnten sich für den Titel aber nicht erwärmen. Seit vor rund einem Monat die deutsche Börsenaufsicht eine Untersuchung wegen des Verdachts der Marktmanipulation einleitete, hat sich der Aktienkurs halbiert. Dort einzusteigen, ist für die meisten Privatanleger schlicht zu riskant.

SPI: Top und Flop im Mai

Top 10 Performance 4 Wo., in % Flop 10 Perf. 4 Wo., in %
Perfect Holding +20,9 Asmallworld -34,2
Temenos +18,4 Aryzta -27,8
Schaffner +17,9 Cosmo -25,0
Swissquote +12,7 Kuros -20,0
Valartis +12,4 lastminute.com -14,4
Kudelski +11,5 Meyer Burger -12,7
Huber+Suhner +11,4 Cassiopea -12,1
Perrot Duval +10,8 Tornos -10,7
Interroll +10,5 CI COM -10,0
Logitech +10,3 Ypsomed -9,3

Quelle: cash.ch (Stand 28.05.18, 11 Uhr)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

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