CH-relevante Börsenthemen Jahr 2018

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Mit diesen Auslandaktien

Mit diesen Auslandaktien handeln Schweizer besonders oft

Im Handel mit ausländischen Aktien nimmt der Technologie-Sektor eine Spitzenposition ein. Schweizer Anleger interessieren sich aber für mehr als nur die populären Tech-Papiere der FAANG-Welt. Eine Übersicht.

Die Aktie von General Electric ist in der Schweiz beliebt: Das moderne Turbofan-Triebwerk GEnx des US-Techologieunternehmens an einer Boeing 747-8.

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?" – mit diesem etwas altmodischen Bonmot könnte man den so genannten "Home Bias" von Schweizer Anlegerinnen und Anlegern umschreiben, vor allem jenen, die ihr Geld als Privatpersonen in Aktien anlegen. Die Fokussierung auf den eigenen Markt, oder gar den SMI allein, ist sehr stark.

Aber wenn Schweizer Börsianer im Ausland investieren, stehen vor allem amerikanische Tech-Aktien hoch im Kurs. Dies lässt sich in Kommentarforen genauso beobachten wie in Statistiken. Laut dem Finanzdienstleister SIX, der auch die Schweizer Börse betreibt, ist die Top-Aktie ein Titel, der vielleicht bald nicht mehr gehandelt werden kann. Tesla toppt in der Auswertung die Liste der 2018 am meisten an der Schweizer Börse gehandelten Auslandstitel (siehe Tabelle).

Innovationen locken Geld an

Sollte die etwas wirre Ankündigung von Elon Musk von vergangener Woche dazu führen, dass die Aktie von der Börse genommen wird, dürfte es noch zu einem Kursanstieg kommen. Zukunftsprodukte, Konsumelektronik und Internetdienste sind generell beliebt. Die viel beschriebenen FAANG-Aktien, darunter versteht man Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google beziehungsweise Alphabet, sind in den Top-25 enthalten. Auch wenn in der Schweiz zahlreiche Tech-Unternehmen existieren - Giganten vom Zuschnitt der FAANG-Unternehmen gibt es hier nicht.

Dies dürfte die Popularität dieser Konzerne, die einen nachhaltigen Einfluss auf den Alltag der Weltbevölkerung haben, mithin erklären. Die Aura des chinesischen Unternehmers Jack Ma wiederum prägt Alibaba. Die Handelsplattform ist 2014 an die Börse gegangen und lässt seine Aktien schwerpunktmässig in New York handeln. Nach einem enttäuschenden Start zeigt der Kurs seit Anfang 2016 vor allem nach oben. Aktionäre fühlen sich mit dieser Aktie offensichtlich wohl - sei es, dass sie zukaufen, oder sei es, dass sie Gewinne realisieren.

Auch Nvidia wird in der Schweiz gerne gehandelt – dies zeigen wie bei den meisten hier diskutierten Titeln nicht nur die Statistiken der SIX, sondern beispielsweise auch die Handelsvolumen bei cash.ch. Die Aktie des kalifornischen Herstellers von Grafikprozessoren und Chips für Computer und Spielkonsolen kennt seit Jahren so gut wie nur die Aufwärtsrichtung. So hat sich der Kurs in den vergangenen drei Jahren verzehnfacht, was sich bis in die Schweiz herumgesprochen hat.

Wie immer bei solchen Aktien besteht der Druck auf das Unternehmen, dauernd neue Erfolge vorzulegen, wie das beispielsweise auch beim erfolgreichen Schweizer Zubehörhersteller Logitech der Fall ist. Dazu kommt eine hohe Bewertung. Laut Bloomberg zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Nvidia-Aktie einen Wert von 45.

An der SIX gehandelte ausländische Aktien Januar bis Juli 2018 (Top 25)

Aktie Anzahl
Trades
Volumen (in 1000) Land Branche
Tesla 2435 84 USA Elektroautos
Alibaba 2153 122 China/USA Onlinehandel
Volkswagen¹ 1816 3'254 Deutschland Autos
Pandora 1696 152 Dänemark Schmuck
General Electric (GE) 1615 2'457 USA Antriebe/Technologie/
Finanzdienstleistungen
Netflix 1590 553 USA Onlinefernsehen
Amazon 1499 191 USA Onlineversand
Steinhoff 1325 10'642 Niederlande Möbel
Facebook 1133 602 USA Soziale Netzwerke
Gold Fields 1044 1'400 Südafrika Goldminen
Bitcoin Group 920 58 Deutschland Kryptowährungshandel
Apple 891 1'387 USA Geräte/Software
Nvidia 796 137 USA Chipherstellung
Deutsche Bank 719 57 Deutschland Banken
Royal Dutch Shell 670 6'605 GB/NL Öl
Alphabet (Google) 646 108 USA Technologie
Siemens 613 13'863 Deutschland Antriebe/Technologie
BASF 537 15'931 Deutschland Chemie
Microsoft 525 1'451 USA Software
Daimler 482 11'780 Deutschland Autos
Commerzbank 472 30'524 Deutschland Banken
Spotify 450 12 Schweden Musikstreaming
Barrick Gold 416 3807 Kanada Goldminen
Intel 403 92 USA Halbleiter
Wirecard 393 43 Deutschland Zahlungsverkehr

¹Stamm- sowie Vorzugsaktie / Daten: SIX Group

Zur traditionelleren Technologiewelt gehört General Electric oder GE. Seit einem Mehrjahres-Hoch Anfang 2017 ist der Kurs um 60 Prozent gefallen. GE bekommt dadurch den Touch des Value- oder Contrarian-Investments. Wer also glaubt, dass GE mit Flugzeugtriebwerken, Generatoren und zahlreichen anderen Anlagen hohe Renditeaussichten hat, kauft dort zu.

Aber wie bei den brachenverwandten Konzernen ABB oder Siemens – auch eine der beliebten Auslandaktien in der Schweiz – handelt es sich bei GE um ein verzweigtes Konglomerat mit intensiver Zu- und Verkaufsgeschichte von Firmenteilen und Geschäftsfeldern. Wie das Beispiel ABB zeigt, beklagen gewisse Investoren bei diesen Konstrukten mangelnde Profitabilität (cash berichtete). Eine solche Achillesferse zeigt sich auch bei GE.

Zocken gehört dazu

Wie bei den beliebten Schweizer Aktien zeigt sich auch bei Auslandtiteln, dass gerne gezockt wird. Ein Investment in die deutsche Bitcoin Group, die Engagements in Kryptowährungen ermöglicht, spiegelt eine starke Lust an der Volatilität. Der Ein-Jahres-Chart dieses Unternehmens mit einem aufsehenerregenden Namen zeigt heftige Auf- und Abwärtsbewegungen, wobei der Kurs heute um 130 Prozent höher liegt als im August 2017.

Auch die beliebte Aktie des dänischen Schmuckunternehmens Pandora fällt letztlich in diese Kategorie. Nach dem Börsengang Ende 2014 verdoppelte sich der Kurs innerhalb von gut zwei Jahren nahezu, seitdem ist er unter das Niveau des IPOs gefallen. Zuletzt setzten rückläufige Verkäufe dem Unternehmen zu. Der niederländische Möbelkonzern Steinhoff, dessen Aktie auch fleissig getradet wird, ist ein stark verschuldeter Krisenkonzern. Seit dem IPO vor einem Jahr ist der Kurs um 96 Prozent gefallen, wobei wegen eines nervösen Nachrichtenflusses schnell einmal kurze Kursanstiege möglich sind.

Kurs der dänischen Pandora-Aktie seit dem Börsengang in Kopenhagen (Chart: cash.ch)

Der südafrikanische Minenbetreiber Gold Fields wiederum dürfte von Interesse sein, weil Goldminen zum Teil zu den bestperformenden Anlageklassen überhaupt zählen. Derzeit sind sie es aber nicht – seit Anfang Jahr zeigt die Kategorie eine Minusperformance von 14 Prozent. Die Gold-Fields-Aktie hat 10 Prozent weniger Wert als vor einem Jahr. Aktien des Kriseninstituts Deutsche Bank erwirbt man, weil man auf schnelle Gewinne hofft oder als Optimist, weil man bald den Turnaround erwartet. Mit ähnlichen Motiven weren auch die Aktien der Credit Suisse ge- und verkauft.

Ein durchaus solides Investment ist dagegen der deutsche Chemiekonzern BASF. Der Kurs ist seit dem Januar-Knick um etwa 17 Prozent zurückgefallen, aber die Aktie wird von zahlreichen Analysten zum Kauf empfohlen. Auch die Shell-Aktie, mit einer 12-Monate-Performance von 17 Prozent, steht in der Gunst der Analysten, vor allem dank des unerwartet hohen Anstiegs der Preise für Rohöl.

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Studie: Schweizer

Studie: Schweizer Führungskräfte fürchten sich nicht vor chinesischen Investoren

Weder Panik noch totale Gelassenheit: Laut einer neuen Studie fürchten sich Schweizer Führungskräfte in Privatwirtschaft und Verwaltung grundsätzlich nicht vor chinesischen Investitionen in die hiesige Wirtschaft. Trotzdem freuen sich nicht alle über das Interesse an Schweizer Firmen, wie die Beratungsplattform InvestinSwitzerland herausgefunden hat.

13.08.2018 12:30

Das Engagement von Anlegern aus China in der Schweiz beurteilten in einer im Auftrag der Berater durchgeführten Umfrage jeweils ein Drittel positiv, ein Drittel neutral und ein Drittel negativ. Ein klarer Trend ergab sich somit nicht. Die Absicht des Schweizer Parlaments, ausländische Investitionen in Wasserkraftwerke, Strom- und Gasnetze zu verbieten wurde allerdings von gut 60 Prozent unterstützt.

Eine überwiegende Mehrheit der Befragten sei jedoch auch der Meinung gewesen, dass für die Weiterentwicklung der Schweizer Wirtschaft chinesische Investments wichtig seien. Dabei hätten nur rund 28 Prozent der Befragten die bereits bestehende Rolle von China in der Schweiz als "sehr wichtig" beurteilt. Knapp 47 Prozent hätten hingegen ausgesagt, dass "China als Investor weniger wichtig ist".

Durchgeführt wurde die Umfrage im April 2018. An der Online-Befragung des Business Clubs in Zürich hätten sich insgesamt 1'200 Führungskräfte beteiligt, hiess es. Die Beratungsplattform InvestinSwitzerland, die die Umfrage durchführen liess, berät seit ihrer Gründung 2014 chinesische Investoren "auf dem Weg in die Schweiz".

Gategroup, Swissport oder Syngenta

Bekannte Schweizer Unternehmen in chinesischem Besitz sind unter anderem die früheren Swissair-Firmen Gategroup, Swissport und SR Technics. Sie gehören dem verschuldeten Mischkonzern HNA, der eigentlich sowohl Gategroup als auch Swissport dieses Jahr hatte an die Schweizer Börse SIX bringen wollen, diese Inital Public Offerings (IPO) jedoch kurz vor den geplanten Terminen wieder abblies.

Ebenfalls in chinesischem Besitz befindet sich der Basler Agrochemieriese Syngenta. 2017 war dieser vom chinesischen Staatsunternehmen ChemChina übernommen und von der Schweizer Börse SIX dekotiert worden.

kw/lie

(AWP)

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Bankenwerte erneut durch

Bankenwerte erneut durch Türkei-Krise belastet

Die Kurse der Schweizer Bankaktien UBS, CS und Julius Bär notieren im frühen Handel am Montag erneut klar Schwächer. Marktteilnehmer verweisen auf die Schwäche des gesamten Sektors auch an anderen europäischen Börsen. Auslöser ist dabei die Währungskrise in der Türkei, die sich über das Wochenende noch verschärft hat.

13.08.2018 10:00

Die hiesigen Bankenwerte UBS (-1,2% auf 15,42 Fr.) und CS (-1,1% auf 15,08 Fr) und in etwas geringerem Ausmass auch Julius Bär (-0,6% auf 53,70 Fr.) stehen um 09.25 Uhr allesamt im Minus. Andere grosse europäische Bankhäuser wie die Deutsche Bank, Commerzbank, BNP Paribas oder BBVA verlieren zeitgleich ebenfalls an Wert.

Auslöser sind die Sorgen um die Auswirkungen des Kursverlustes der türkischen Lira auf die hohen Fremdwährungsschulden insbesondere im privaten Sektor der Türkei. Der hohe Anteil kurzfristiger Verbindlichkeiten im Bankensektor weckt zudem Sorgen vor möglichen Ansteckungseffekten. Meldungen der Europäischen Bankenaufsicht, dass sie mögliche Verluste europäischer Banken in der Türkei beobachte, hätten die Anleger erschreckt, schreibt hierzu die St. Galler Kantonalbank in einem Marktkommentar.

Grund für die hohe Verschuldung türkischer Unternehmen und Banken in Fremdwährungen wie Euro und Dollar sei, dass die Zinsen deutlich tiefer waren als diejenigen in der einheimischen Lira. Vor allem spanische, französische und italienische Banken hätten dies genutzt und in der Türkei Kredite von mehr als 100 Milliarden Euro vergeben.

Konkret ist laut der Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf Ebene der einzelnen Banken insbesondere die spanische BBVA stark exponiert. An zweiter bis fünfter Stelle folgen die italienische Unicredit, die niederländische ING, die britische HSBC und die französische Grossbank BNP Paribas.

Schweizer Banken direkt wenig betroffen

Die Schweizer Banken haben verhältnismässig Glück und sind direkt - also über die Vergabe von Krediten - im Vergleich zu südeuropäischen Instituten weniger stark betroffen. Bei der Credit Suisse beispielsweise zählte das Türkei-Geschäft zum Jahresende laut einem Bericht an die US-Börsenaufsicht nicht zu den 16 grössten grenzüberschreitenden Länder-Engagements. Konkrete Angaben zur Höhe ihres Türkei-Geschäfts machte die Credit Suisse am vergangenen Freitag allerdings nicht.

Volkswirte sehen nun eine kräftige Zinserhöhung als einziges Mittel, um den Lira-Verfall zu stoppen. Doch hatten sich in letzter Zeit die Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbank durch den wachsenden Einfluss von Präsident Recep Tayyip Erdogan gemehrt. Und dieser hatte sich selbst wiederholt als "Gegner der Zinsen" bezeichnet und angekündigt, eine grössere Kontrolle über die Geldpolitik ausüben zu wollen.

Die von der Rhetorik des Staatspräsidenten eingeschüchterten Währungshüter der Türkei meldeten sich angesichts der aktuellen Situation des Landes am heutigen Montag nach langem Schweigen trotzdem endlich wieder zu Wort. Eine Leitzinserhöhung gaben sie jedoch nicht bekannt.

Türkische Notenbank verringert Reserve-Anforderungen

Sie teilten aber mit, dass die Reserve-Anforderungen an bestimmte Währungsgeschäfte verringert wurden. Dadurch würden dem Finanzmarkt rund zehn Milliarden Lira, sechs Milliarden Dollar sowie Goldguthaben im Wert von drei Milliarden Dollar an Liquidität zugeführt. Zusätzlich zum Dollar könnten auch Euro zur Absicherung von Lira-Reserven genutzt werden.

Zudem würden den heimischen Banken zusätzliche Refinanzierungsgeschäfte angeboten. Die Geldhäuser können sich auch zusätzliche Mittel in Fremdwährung leihen. Die Schritte dürften darauf abzielen, die Marktliquidität zu erhöhen. Es würden alle Schritte ergriffen, um die Finanzstabilität zu sichern, teilte die Notenbank mit.

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak - ein Schwiegersohn von Staatspräsident Erdogan - hatte am Wochenende bereits einen Aktionsplan für die Wirtschaft angekündigt, der die Märkte beruhigen und den starken Kursverfall der Lira stoppen sollte. Allerdings hatten seine eher vagen Ausführungen den Märkten nicht die nötige Ruhe gebracht.

kw/cf

(AWP)

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Die Gewinner und Verlierer

Die Gewinner und Verlierer der Schweizer Zahlensaison

Die Quartals- und Halbjahreszahlen haben die Kurse an der Schweizer Börse teils kräftig durcheinandergewirbelt. Fünf Verliereraktien und fünf Gewinnertitel, die aber nicht alle eine Investition wert sind.

15.08.2018 23:00

Von Ivo Ruch

An der Schweizer Börse wurden einige Karten neu gemischt. Nicht nur sind die Unterschiede zwischen Überfliegern und Absteigern mittlerweile heftig: Tornos (+90 Prozent) und Aryzta (-75 Prozent) trennen im laufenden Jahr Welten. Auch haben einige beliebte Aktien in den zurückliegenden Wochen stark gelitten. Die jüngste Zahlensaison hat viele dieser Rückschläge noch verstärkt. cash stellt erst fünf Gewinner der Schweizer Zahlensaison vor, dann fünf Verlierer. 

Novartis (+4,3 Prozent seit Publikation der letzten Geschäftszahlen)

Die Novartis-Aktie ist schon seit einigen Wochen im Aufwind. Genau genommen Ende Juni nahm der Titel Fahrt auf und ist seither von unter 72 auf über 81 Franken gestiegen. Für zusätzlichen Schub sorgten die Quartalszahlen am 18. Juli. Die Chancen auf noch höhere Kurse stehen gut: Vor der geplanten Abspaltung hat sich die lange kriselnde Augensparte Alcon erholt. Und für das dritte Quartal hat Finanzchef Harry Kirsch zuletzt eine Erhöhung der Prognosen auf Konzernebene zumindest nicht ausgeschlossen.

Lonza (+11,0 Prozent)

Ein anderes Basler Unternehmen, der Pharmazulieferer Lonza, ist noch schwungvoller unterwegs: Auf 52 Wochen berechnet sich ein Plus von 35 Prozent, seit Anfang Jahr sind es 19 Prozent. Mit dem guten ersten Halbjahr im Rücken hat Lonza jüngst seine Vorgaben für 2018 erhöht, was das Interesse an der Aktie zusätzlich steigerte. Aber Vorsicht: Die hohen Lonza-Kurse nahe Allzeithoch bergen die Gefahr von Korrekturen. Zuletzt geschehen zu Jahresbeginn (siehe Chart grüner Pfeil im Chart unten) als die Jahreszahlen 2017 unter den Erwartungen blieben.

Die Lonza-Aktie in den letzten zwölf Monaten (Quelle: cash.ch)

SFS (+11,2 Prozent)

Bemerkenswert beim Kursverlauf von SFS ist die deutliche Belebung nach Publikation der Halbjahreszahlen Ende Juli. Kurz davor war der Rheintaler Industriekonzern unter 100 Franken und somit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen. Mittlerweile steht der Titel bei knapp 116 Franken und das SFS-Management blickt zuversichtlich in die Zukunft: Die bisherige Guidance beim Umsatz wurde angehoben.

Forbo (+11,3 Prozent)

Einen veritablen Kurssprung hat auch die Industriegruppe Forbo hinter sich. Mit mehr als 11 Prozent Gewinn honorierten die Anleger den Semesterbericht am 27. Juli, mittlerweile ist die Kursdelle vom Frühling ausgewetzt. Seither tendiert die Aktie zwar seitwärts, was im aktuell volatileren Umfeld aber kein Misserfolg ist. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm sorgt ebenfalls für Unterstützung beim Aktienkurs.

Swissquote (+15,4 Prozent)

Während viele Schweizer Finanzaktien derzeit Mühe haben, gehört die Onlinebank Swissquote zu den Überfliegern: Seit Jahresbeginn ist nur die Tornos-Aktie besser unterwegs. In den letzten drei Jahren hat sich der Börsenwert mehr als verdreifacht. Nicht nur eine zuversichtlichere Prognose für das Gesamtjahr sorgte jüngst für Aufwind. Auch die Übernahme einer luxemburgischen Onlinebank wurde beklatscht. Allerdings: Das Trading-Geschäft ist schwankungsanfällig. Und der zuletzt boomende Handel mit Kryptowährungen dürfte unter dem Wertzerfall von Bitcoin und Co. leiden.

Swiss Re (-2,8 Prozent)

Es tönt hart, ist aber so: Die Swiss-Re-Aktie lebt seit geraumer Zeit vor allem von Dividenden und Aktienrückkaufen. Der Titel hat seit der Finanzkrise nie mehr über 100 Franken notiert (aktuell 87 Franken), im Jahresverlauf steht er 5 Prozent im Minus, seit 52 Wochen praktisch unverändert. Enttäuscht reagierte der Aktienmarkt Anfang August auch auf das schlechteste Ergebnis seit 2012 – trotz ausbleibender Grossschäden durch Naturkatastrophen. Was könnte der Aktie helfen? Am ehesten noch der geplante Börsengang der Sparte ReAssure.

Julius Bär (-5,4 Prozent)

Die Privatbank Julius Bär (-10,6 Prozent) lässt die Grossbanken CS (-15,4 Prozent) und UBS (-15,1 Prozent) punkto Börsenperformance in diesem Jahr zwar immer noch hinter sich. Für die Aktionäre ist das nur ein schwacher Trost: Sorgen um den europäischen Bankensektor setzten dem Titel genauso zu wie verpasste Prognosen bei der Ergebnisveröffentlichung. Bei hoher Marktvolatilität und geopolitischen Unsicherheiten bleiben Bankaktien riskante Investments.

Bobst (-20,9 Prozent)

Gewinnwarnungen sind immer Gift für den Aktienkurs. Kommt wie im Fall von Bobst eine auslaufende Kursrally hinzu, sind die Reaktionen meist noch heftiger. Der Hersteller von Verpackungsmaschinen verlor im Juli alleine am Tag der Gewinnwarnung 17 Prozent, 2017 konnte er gesamthaft noch 83 Prozent zulegen. Für einen erneuten Höhenflug sprechen die Führungsposition in einem Wachstumsmarkt sowie die mittlerweile akzeptable Bewertung.

Rieter (-21,0 Prozent)

Nicht einmal das aufgestockte Engagement des einflussreichen Vermögensverwalters Veraison konnte den Kursrückgang von Rieter in den letzten Monaten stoppen. Eine Aktie des Textilmaschinenherstellers kostet nur noch 142 Franken – so wenig wie zuletzt im Herbst 2015. Rieter schafft es offenbar nicht, die hohen Erwartungen zu erfüllen, die den Aktienkurs Anfang Jahr noch bis auf 259 Franken steigen liessen. Dennoch ist Veraison-Gründer Gregor Greber der Meinung, der Markt erkenne den wahren Wert von Rieter nicht. Ob er recht behält?

Rieter-Aktienkurs in den letzten fünf Jahren (Quelle: cash.ch)

Meier Tobler (-32,2 Prozent)

Noch vor wenigen Monaten galt der frisch fusionierte Gebäudetechniker Meier Tobler (Walter Meier und Tobler Haustechnik) als Dividendenperle an der Schweizer Börse. Doch nach einem unerwartet starken Umsatzrückgang wurde Mitte Juli die Notbremse gezogen: keine Dividende für die nächsten zwei Jahre. Meier Tobler hat seither fast einen Drittel seines Wertes eingebüsst, per Jahresanfang ist es praktisch die Hälfte. Ob die Integration doch noch auf einen grünen Zweig kommt, bleibt ungewiss. Ein Einstieg drängt sich noch nicht auf.

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Schweizer Konzerne

Schweizer Konzerne investieren laut Studie am meisten in Forschung

Grosskonzerne haben im vergangenen Jahr ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) kräftig erhöht. Von weltweit 500 Unternehmen mit den höchsten Investitionen stammen laut einer Studie des Beratungsunternehmens EY elf aus der Schweiz, darunter Nestlé und ABB.

16.08.2018 12:50

Konkret seien die Ausgaben der 500 grössten F&E-Investoren der Welt im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf insgesamt 532 Milliarden Euro gestiegen. Über die Hälfte der Firmen stockte dabei ihre Ausgaben gegenüber 2016 auf. Wenig überraschend dabei: Im Branchenvergleich investieren Pharmafirmen wie Roche und Novartis am meisten.

Schweizer Firmen mit höchster F&E-INTENSITÄT

In der Schweiz gaben Firmen durchschnittlich 6,6 Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. 2016 waren es sogar 7,1 Prozent. Laut EY ist das weltweite Spitze. Gemessen an der "F&E-Intensität", das Verhältnis von F&E-Ausgaben zum Gesamtumsatz, liegt die Schweiz noch vor den USA, Schweden, Deutschland und Grossbritannien.

Einerseits sei die hohe "F&E-Intensität" der Schweizer Unternehmen erfreulich. Andererseits sei dies aber auch ein Zeichen für den "immensen Druck", unter dem Schweizer Firmen stehen, besonders mit Blick auf international ausgerichtete chinesische Unternehmen, die sich in rasantem Tempo zu wichtigen Playern auf den Weltmärkten entwickeln würden.

Von den hierzulande total 23 Milliarden Euro an Investitionen entfielen laut EY fast die Hälfte auf Roche und weitere 8 Milliarden auf Novartis.

sta/jr

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Aktien der Schweizer

Aktien der Schweizer Werkzeugmaschinenbauer locken wieder zum Kauf

Hersteller von Werkzeugmaschinen wie Tornos, Mikron und Starrag haben in den vergangenen Jahren operativ Boden gutgemacht. Punkto Aktienperformance zeigen sich bei den drei Unternehmen aber Unterschiede.

19.08.2018 23:07

Von Marc Forster

Vor zwei bis drei Jahren stand die Werkzeugmaschinenbranche hierzulande schwer unter Druck. Während vergleichbare Unternehmen etwa in Deutschland florierten, litten die Schweizer Unternehmen deutlich, nicht zuletzt wegen des starken Frankens. Inzwischen ist die Branche wieder auf die Beine gekommen.

Sowohl Tornos, Mikron wie Starrag stellen Werkzeugmaschinen her. Sie beliefern Kunden in einem schwierigen Markt und mussten in den vergangenen Jahren das Geschäft neu in Gang bringen. Alle drei haben sie auch einen bedeutenden Grossaktionär. Der Industrieinvestor Walter Fust hält 46 Prozent an Tornos und 54 Prozent an Starrag, während Mikron zu knapp 42 Prozent im Besitz der Ammann-Group beziehungsweise der Familie von Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist. Bei Mikron ist mit 10 Prozent auch der aktivistische Fonds Veraison beteiligt, der jüngst mit seinem Einstieg bei Rieter von sich reden machte.

Wie sich bei Tornos zeigt, konnte eine Firma auch am Aktienmarkt massiv punkten. Der Drehmaschinenhersteller aus Moutier BE (künftig JU) führt mit einem Kursgewinn von 83 Prozent trotz eines Kursrückgangs seit April den SPI immer noch an. Bei Mikron und Starrag haben sich die Kurse bisher verhaltener entwickelt – was per so noch nichts Negatives heissen muss.

Die Kursverläufe von Tornos (rot), Mikron (grün) und Starrag (blau) in den letzten zwölf Monaten (Grafik: cash.ch)

Heisst es nun zukaufen, beobachten oder doch die Finger von den drei Aktien lassen? Eines steht vorab fest: Wer Aktien aus der Werkzeugmaschinenbranche anschaut, wird kaum auf Dividendenrenditen aus sein. Diese sind in diesem Segment generell tief. Mehr interessiert die Frage, ob es sich um Wachstumsgeschichten handelt. Der Vergleich sieht folgendermassen aus:

Tornos

Tornos baut Maschinen, auf denen Metallteile gedreht werden. Eingesetzt werden diese im Autobau und der Uhrenindustrie, aber auch bei Medizinaltechnikern oder bei der Fertigung elektronischer Geräte. Das frühere Krisenunternehmen Tornos hatte dank Kostensenkungen, einer konsequenteren Ausrichtung auf Schwellenlandmärkte und nicht zuletzt dank der Abschwächung des Frankens an der Börse lange einen ausserordentlich einen guten Lauf.

Die Aktie ist heute dreimal so viel wert wie im November 2016, auch wenn sich seit dem vergangenen April ein Kursrutsch von 30 Prozent erreignet hat. Dabei ist die Aktie relativ günstig bewertet. Die Bank Vontobel schätzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Jahr auf 17. Das Unternehmen findet derzeit ziemliche Beachtung. Bestätigt wurde das positive operative Bild zuletzt von einem guten Halbjahresergebnis.

Mikron

Die Fertigungstechnolgie und die Anlagen von Mikron gelten als hervorragend. Auch dieses Unternehmen beliefert verschiedene Industrien, darunter Pharma, Autobau, Medizinaltechnik und Elektronikindustrie. Das Problem dieses Unternehmens ist, dass es keine grossen Stückzahlen herstellt und teils gar Einzelanfertigungen macht.

Eine höhere Marge zu erzielen, ist dabei schwierig: Mikron erreichte gerade einmal 3,4 Prozent Ebit-Marge, will aber 6 bis 8 Prozent erreichen. Zumindest beim Umsatz, Auftragseingang und beim Gewinn hat Mikron im ersten Halbjahr 2018 deutlich zugelegt. Innerhalb von zwölf Monaten ist der Aktienkurs (endlich) um fast die Hälfte in die Höhe gegangen. Das laut Bank Vontobel bei 22 liegende KGV ist allerdings schon relativ hoch.

Starrag

Bei Starrag geht nur ein kleiner Teil der Produkte in die Autoindustrie, dafür befinden sich die wichtigen Abnehmer vor allem im Flugzeugbau, der Energieversorgung sowie der Transporttechnik. Doch auch Starrag hat das Problem, nicht in grossen Stückzahlen zu produzieren. Stattdessen werden eher komplexe Systeme in kleiner Zahl gefertigt. Mit einer Betriebsmarge von 3,5 Prozent ist die Profitabilität wie bei Mikron eine Herausforderung. Zudem ist im ersten Halbjahr 2018 der Umsatz zurückgegangen, die Prognose wurde gesenkt.

Der Aktienkurs bei Starrag hat sich per Saldo in den letzten zwölf Monaten fast nicht bewegt. Zwei Jahre zurückbetrachtet ergibt sich immerhin ein Kursplus von 34 Prozent. Mit einem geschätzten KGV von 21 ist der Titel aber trotzdem nicht ganz billig.

«Tornos macht alles richtig»

Bei Mikron und Starrag ist die Wachstumsstory wenn, dann erst im Entstehen. Beide Firmen verfügen über gute Produkte, müssen ihre Profitabilität aber deutlich verbessern. Umsatz- und Gewinnsteigerungen hinterlassen bei Mikron ein optimistischeres Bild als bei Starrag. Zumal Mikron davon profitieren könnte, wenn die Firma eine Immobilie in Nidau BE gewinnbringend entwickeln kann. Zum Kauf bietet sich Starrag nicht an, und bei Mikron muss sich der positive Eindruck noch verfestigen, bis an einen Einstieg gedacht werden kann.

Bleibt Tornos. Hier hat sich die Wachstumsstory schon gezeigt. "Tornos hat alles richtig gemacht. Die Maschinenpalette wurde erneuert, was bei den Kunden gut ankommt. Es lassen sich hohe Stückzahlen verkaufen", sagt Robin Seydoux vom Analyseunternehmen Research Partners in Zürich. Aber auch wenn der Kursrückgang seit April neue Einstiegsfantasien wecken könnte: "Von diesem Erfolg ist schon viel in der Aktie eingepreist“, sagt Sedoux. Sein Kursziel liegt bei 12 Franken – derzeit kostet der Tornos-Titel 10,85 Franken. Die Ebit-Marge könne von derzeit 6,6 Prozent mittelfristig auf 8 Prozent gesteigert werden.

Das Problem bei stark performenden Aktien wie Tornos ist, dass sie schnell Opfer ihres eigenen Erfolges werden können. Dies geschieht dann, wenn Erwartungen nicht mehr erfüllt werden. Mit 75 Prozent Umsatzanteil in Europa stellen eine konjunkturelle Abkühlung der Eurozone wie auch ein wieder stärkerer Franken Risiken dar. Auch die geringe Grösse von Tornos ist ein gewisses Problem.

Doch während Starrag und Mikron noch mit Vorsicht betrachtet werden müssen, lohnt es sich defintiv, Tornos weiter zu beobachten. Operativ hat Tornos in der Zwischenzeit eine beeindruckende Position erreicht. Mit den aktuellen Finanzmarktunsicherheiten könnte der Kurs noch weiter sinken, und mit der Zeit den Einstieg wirklich attraktiv machen.

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Mega-Aktienrückkäufe kommen

Mega-Aktienrückkäufe kommen endlich in Europa an

Der europäische Aktienmarkt könnte von der Kraft profitieren, die seit der globalen Finanzkrise eine US-Aktienrally angeheizt hat: Aktienrückkäufe.

19.08.2018 21:13

Europäische Unternehmen haben in der aktuellen Berichtssaison Blockbuster-Rückkauf-Programme angekündigt - vom 25-Milliarden-Dollar-Plan der Royal Dutch Shell bis zu den 2,6 Milliarden Dollar von Diageo - da ihre Bargeld-Reserven angesichts einer anhaltenden Erholung der Unternehmensgewinne angeschwollen sind.

In Europa ausserhalb des Vereinigten Königreichs sind die Netto-Aktienemissionen laut Sanford C. Bernstein zum ersten Mal seit mindestens einem Jahrzehnt negativ, während sie in Grossbritannien seit einem Jahr unter null liegen und nun in der Nähe des tiefsten Werts seit 2013.

Steigende Rückkäufe geben europäischen Aktien Auftrieb, die wohl das dritte Jahr in Folge hinter der weltweiten Entwicklung zurückbleiben werden. Sie zeigen auch, dass sich das gekoppelte Phänomen aus Aktienrückkäaufen und einem schrumpfenden öffentlichen Markt über die USA hinaus ausgebreitet hat. Dort hatten einige Parlamentarier Bedenken geäussert, dass Kapital für Investitionen verschwendet und der Zugang der Öffentlichkeit zu Wertpapieren beschnitten wird. 

"Es ist sinnlos, all diese Investitionen in einem Umfeld mit viel weniger Wachstum zu tätigen, und es gibt nur so viel, wie man unter Kosteneffizienz-Aspekten investieren kann", sagt Roger Jones, Leiter Aktien beim Asset Manager London & Capital. "Es wird nun viel mehr akzeptiert, dass Rückkäufe ein nützlicher Mechanismus zur Erzielung von etwas Wachstum sind, sowie der Mechanismus, um Geld an die Aktionäre zurückfliessen zu lassen."

Rückkäufe bei der CS?

In Europa steigen die Rückkäufe von einer sehr niedrigen Basis aus und sind im Vergleich zum Rekordboom in den USA immer noch gering. In der Vergangenheit waren sie in der Region weniger üblich - eine Diskrepanz, die in der Regel auf eine schwächere Betonung der Aktionärserträge und eine stärkere der Investitionen zurückzuführen ist.

Aber mit den europäischen Unternehmensgewinnen, die das dritte Jahr in Folge steigen dürften, kehren die Rückkäufe zurück. Vorreiter sind die Sektoren Energie und Rohstoffe, deren Gewinne von den höheren Rohstoffpreisen profitiert haben. Auch die Zinsen dürften in Europa länger in der Nähe von null bleiben, was die Finanzierung von Rückkäufen billiger macht.

Solche Programme könnten sogar für europäische Banken, die sich noch in der Erholungsphase befinden, auf dem Weg sein. Barclays hat verlockend signalisiert, dass ein Rückkauf in Sicht sein könnte, während die Trendwende bei Credit Suisse Spekulationen angeheizt hat, dass ein Rückkauf kommen wird.

Rückkaufboom führt zu Debatten

Rückkäufe sind gut für den Markt, weil sie eine weitere Quelle für die Nachfrage nach Wertpapieren sind, und oft als ein Zeichen dafür angesehen werden, dass das Management die Aktien als unterbewertet ansieht. Die Anleger scheinen sie auch zu mögen: Unternehmen, die Rückkäufe angekündigt haben, wiesen in diesem Jahr gegenüber jenen mit nachhaltigen Dividenden bislang eine Outperformance auf, wie aus von JPMorgan Chase, zusammengestellten Körben hervorgeht. Allerdings hat sich die Differenz in letzter Zeit verringert.

In den USA hat der Rückkaufboom - der in diesem Jahr voraussichtlich 1 Billion Dollar auf den S&P 500 übertreffen wird - zu einer Debatte darüber geführt, ob es die beste Verwendung des Bargelds ist, dieses einfach an die Aktionäre zurückzugeben. Während die Investitionen dort immer noch steigen, dürften sie in Europa in diesem Jahr den höchsten Wert seit 2008 pro Aktie erreichen, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Schätzungen hervorgeht.

"Die ständige Angst bei Rückkäufen ist, dass sie einen Mangel an Wachstumschancen signalisieren, in die Unternehmen investieren könnten. Alles, was wir sagen können, ist, dass dies bisher nicht der Fall ist", schrieben Bernstein-Strategen um Mark Taucher in einer Notiz. "Das beispiellose Ausmass globaler Rückkäufe im Vergleich zu Aktienemissionen bietet eine sehr nützliche Unterstützung für den Markt gegen makroökonomischen Gegenwind."

(Bloomberg)

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Fonds kaufen? Selber

Fonds kaufen? Selber investieren? So legen Sie bei Dividenden an

Dividenden stehen bei Anlegern nach wie vor hoch im Kurs. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Eine Anleitung, welcher Anlegertyp bei Dividenden wie investieren sollte.

21.08.2018 06:48

Von Daniel Hügli

Die jährlichen Gewinnausschüttungen der Firmen sind unter Anlegern in den letzten Jahren zum regelrechten "Renner" geworden. Das liegt einerseits an der stetigen Gewinnsteigerung der Unternehmen in den letzten Jahren. Andererseits aber auch am sinkenden Zinsniveau, das festverzinsliche Formen der Geldanlage (Obligationen, Geldkonten) mehr und mehr unattraktiv machte und das - allen Unkrufen zum Trotz - noch eine Weile andauern wird.

Die Dividendenrenditen - sie ergibt sich durch ausbezahlte Dividende geteilt durch den Aktienkurs - sind in den letzten Jahren mitunter markant gestiegen. So haben von den 20 Unternehmen im Swiss Market Index nur noch drei Firmen eine Rendite von unter 2 Prozent (Sika, Lonza, Swatch). Was bei Einzelanlegern gefragt ist, ruft in der Regel auch die Finanzindustrie auf den Plan. Sie warf vor allem zwischen den Jahren 2012 und 2016 eine beträchtliche Anzahl Dividendenfonds auf den Markt. Die Schwyzer Kantonalbank hat im letzten Jahr noch einen Schweizer Dividendenfonds lanciert.

Doch braucht man überhaupt Dividendenfonds? Können Anleger nicht selber Fondsmanager spielen und mit Stock-Picking gut rentierende Aktien ins Portfolio holen? Um dies beantworten zu können, spielen die Faktoren Kostenbewusstsein, Alter des Anlegers und Erfahrenheit am Aktienmarkt zentrale Rollen. Hier die drei Varianten für dividenden-orientierte Anleger.

Dividenden-Anlagefonds

Hier sorgt sich einer oder mehrere Fondsmanager um die Zusammensetzung des Fonds. Dieser sollte mindestens etwa 30 dividendenstarke Aktien umfassen, damit die Risikostreuung gewährleistet ist. Anleger sollten auch darauf schauen, dass in den Fonds nicht zu viel Risiko steckt in Sachen Regionen (zum Beispiel zu hohe Gewichtung auf Schwellenländer) oder bei Sektoren (zu viele Bankaktien).

Die grosse Mehrheit der Dividenden-Anlagefonds trägt das Label "Ausschüttend". Das heisst, sie zahlen den Anlegern die im Fonds erzielten Dividenden aus. Das geschieht jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Die "thesaurierenden" Fonds sind aus Sicht des langfristig orientierten Sparers vorteilhafter. Hier werden die ausgeschütteten Dividenden sogleich wieder in die entsprechenden Aktien reinvestiert. Nur so kommt langfristig ein Zinseszinseffekt voll zum Tragen.

Der Unterschied zwischen "ausschüttend" und "thesaurierend" darf nicht unterschätzt werden. Einer der grössten Dividendenfonds Europas, der die Dividenden jeweils freigibt, hatte in den letzten zehn Jahren rund 35 Prozent Performance. Hätte der Fonds thesauriert, also die Dividenden wieder investiert, hätte die Performance 85 Prozent betragen.

Ein Nachteil der aktiv gemanagten Fonds - welcher Art auch immer - sind die Kosten. Sie betragen im Schnitt etwa 1,5 Prozent. Es gibt nur sieben aktiv gemanagte Dividendenfonds, die sich nur auf Schweizer Firmen konzentrieren. Dividenden-Anlagefonds eignen sich für Anleger, welche ein Portfolio lieber in Händen von Profis sehen und die auch einen internationalen Anlagehorizont haben.

Dividenden-Anlagefonds (Auswahl)

Name Beschreibung Ertragsverwendung Wertentwicklung 2017 
Fidelity Global Dividend Fund Globale, grosskapitalisierte Qualitätsaktien, die wachsende Ausschüttungen leisten. Zwischen 50 und 60 Einzeltitel. Ausschüttend oder thesaurierend 11,3 Prozent
DWS Top Dividende Globale, grosskapitalisierte, eher defensive Aktien mit Fokus auf nachhaltige und wachsende Dividenden.  Ausschüttend 0,6 Prozent
Kempen European High Dividend Fund Europäische Aktien. Die Dividendenrendite muss mindestens 2,75 Prozent betragen, damit die Aktie im Fonds aufgenommen wird. Thesaurierend 21 Prozent
UBS (CH) Equity Fund - Swiss High Dividend Vorwiegend grosskapitalisierte Schweizer Aktien mit guten Fundamentaldaten und nachhaltigen Dividenden. Top-Fünf-Aktien sind Novartis, Roche, Nestlé, Zurich und UBS Ausschüttend 22 Prozent

Quelle: Morningstar

ETF-Dividendenfonds

Die Exchange Traded Funds (ETF) auf Dividendenebene orientieren sich an Aktienindizes. Den "Euro Stoxx Select Dividend 30 ETF“ zum Beispiel bilden gleich vier Produkte von verschiedenen Banken nach. Dieser Index beziehungsweise die ETF der Anbieter beinhalten die 30 dividendenstärksten Unternehmen der Eurozone, sie werden nach der Höhe der Dividendenrendite gewichtet. 

Die ETF-Dividendenfonds mögen einfach und übersichtlich sein, doch sie haben einen Nachteil. Sie sind weitgehend starr und ermöglichen kein aktives Aktien-Management. Am Index wird in der Regel nur einmal pro Jahr etwas geändert. Das ist ein Nachteil, gerade wenn sich bei einer Firma negative Änderungen in Sachen Dividende abzeichnen. Aktiv verwaltete Fonds können hier umgehend reagieren.

Vorteile bei den ETF-Dividendenfonds sind die ETF-typischen tiefen Kosten, sie bewegen sich im Schnitt zwischen 0,2 und 0,5 Prozent. ETF-Dividendenfonds sind gerade für jüngere und kostenbewusste Anleger geeignet, die sich noch mitten in der Sparphase befinden. 

ETF-Dividendenfonds (Auswahl)

Name Beschreibung Ertragsverwendung Wertentwicklung 2017 
db x-trackers Stoxx Global Sel Div ETF Bildet den Index Stoxx (R) Global Select Dividend 100 Index ab, der die Wertentwicklung der Firmen mit den höchsten Dividendenrenditen in Europa, Amerika und in Asien enthält. Ausschüttend 7 Prozent
SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF Bildet den Index bildet den S&P High Yield Dividend Aristocrates ab. Dieser beinhaltet etwa 100 US-Aktien, deren Dividenden in den letzten 20 aufeinander folgenden Jahren gestiegen sind. Ausschüttend 12,3 Prozent
Lyxor ETF Stoxx Europe Sel Dividn 30  Bildet den Index Stoxx Europe Select Dividend 30 Net Return ab. Aktien aus der Eurozone sind mit rund 50 Prozent vertreten, solche aus Grossbritannien mit 38 Prozent. Ausschüttend 14,1 Prozent
iShares Swiss Dividend ETF Bildet den SPI Select Dividend 20 Index ab. Er investiert in die 20 Aktien, die im SPI die höchsten Renditen erzielen. Ausschüttend 16,2 Prozent

Quelle: Morningstar

Selber Dividenden-Titel kaufen

Ob man genügend Kenntnisse vom Aktienmarkt hat, ob man der Finanzindustrie und deren Kosten misstraut, oder ob man einfach Spass am eigenständigen Investieren hat: Es gibt genügend gute Gründe, weshalb Anleger ihre eigenen Dividenden-Manager sind. Aktien mit hoher Dividendenrendite zu identifizieren ist nicht besonders schwierig. Allerdings müssen Anleger die üblichen "Musts" beim Dividendeninvestieren beachten. Die wichtigsten: Eine hohe Dividende ist nicht immer gut. Manchmal schütten Unternehmensinhaber aus Eigeninteresse zu viel Geld aus (sie selber sind ja auch Aktionäre) und höhlen somit die Firma aus.

Anleger setzen daher lieber auf Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell und Wettbewerbsvorteilen gegenüber der Konkurrenz (zum Beispiel eine Preisfestsetzungshoheit bei den Produkten). Diese Firmen haben in der Regel auch eine Geschichte von stetig steigender Dividendenzahlungen. Der Pharmakonzern Roche zum Beispiel erhöht seit 32 Jahren ununterbrochen jährlich seine Dividende.

"Self-Made-Investieren" bei Dividenden bringt indes auch Nachteile. Investoren müssen das Geschehen am Markt beobachten und zweifelhaft gewordene Aktien verkaufen und neue Gelegenheiten entdecken. Zudem tendieren Schweizer Anleger dazu, vorwiegend auf einheimische Titel zu setzen. Damit entgehen ihnen attraktive Dividenden-Investments im Ausland. Die Schweiz rangiert bei Dividendenrenditen im europäischen Vergleich schliesslich nur im Mittelfeld.

Ein Nachteil ist je nach Blickwinkel auch, dass die allermeisten Privatanleger nicht "thesaurierend" handeln. Die Ausschüttungen werden in der Regel als Cash-Bestand behalten und/oder für andere Investments gebraucht. Das unabhängige Dividendenanlegen eignet sich am besten für börsenerfahrene, ältere Anleger, für welche die Sparphase nicht mehr Priorität hat.

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Schweizer Aussenhandel

Schweizer Aussenhandel entwickelt sich im Juli rückläufig

Die Schweizer Wirtschaft hat im Juli weniger Waren exportiert und importiert als im Vormonat. Dabei resultierte unter dem Strich ein leicht tieferer Handelsbilanzüberschuss (saisonbereinigt) von 1,15 Milliarden Franken, nachdem im Vormonat 1,22 Milliarden ausgewiesen worden waren.

21.08.2018 08:29

Auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat sanken die Exporte im Berichtsmonat nominal um 3,0 Prozent auf 18,21 Milliarden Franken, real nahmen sie um 1,4 Prozent ab. Bei den Importen resultierte derweil ein Minus von 2,8 Prozent auf 17,05 Milliarden (real -1,4 Prozent).

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) schrieb am Dienstag von einer "Verlangsamung auf hohem Niveau".

Der Rückgang bei den Exporten sei allerdings auf breiter Front erfolgt. So waren laut den Angaben auf saisonbereinigter Basis etwa die Ausfuhren chemisch-pharmazeutischer Produkte, von Uhren sowie von Maschinen und Elektronik rückläufig.

Geografisch sei der Rückgang eine Folge geringerer Ausfuhren nach Europa (-9,2%). Nach Asien (+7,2%) wurden hingegen deutlich mehr Waren made in Switzerland verkauft. Auch bei den Ausfuhren nach Nordamerika ging es aufwärts, wenn auch mit +0,7 nur minimal.

rw/ra

(AWP)

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Sorgen die Notenbanken für

Sorgen die Notenbanken für Dürre an den Aktienmärkten?

Das Billiggeld der grossen Notenbanken wird in Zukunft versiegen. Ob der Bilanzabbau von Fed und EZB zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führt, hängt in erster Linie von folgenden Faktoren ab.

22.08.2018 23:02

Von Ivo Ruch

Die amerikanische Notenbank (Fed) tut es bereits, die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Weg vorgezeichnet und die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird noch sehr lange warten müssen. Es geht um den Bilanzabbau der grossen Notenbanken und darum, dem globalen Finanzsystem Liquidität zu entziehen.

Für Aktienanleger ist dabei die Frage entscheidend: Wie reagieren die Börsen auf weniger Billiggeld, mit dem sie sich in den letzten Jahren so gut arrangiert haben? Denn laut Experten war der Einfluss der Notenbanken auf den Bullenmarkt der jüngeren Vergangenheit bedeutend. "Von allen Faktoren hatten die Notenbanken den grössten Einfluss auf die Aktienrally der letzten Jahre", sagt Anastassios Frangulidis, Chefstratege der Privatbank Pictet.

Als Reaktion auf die Finanzkrise senkten Fed und Co. ihre Leitzinsen gegen Null (oder darunter) und versorgten die Märkte mit billigem Geld. Seither sind die Aktienkurse praktisch ununterbrochen gestiegen (cash berichtete).

Fed: Rückgang auf hohem Niveau

Als erste der grossen Notenbanken hat die amerikanische Fed damit begonnen, ihre durch Wertpapierkäufe stark gewachsene Bilanz abzubauen. Sie ersetzt auslaufende Papiere nicht mehr, wodurch die Bilanz von zwischenzeitlich 4,5 Billionen Dollar mittlerweile auf unter 4,3 Billionen gesunken ist (siehe Chart).

Grösse der Fed-Bilanz in Millionen Dollar (Quelle: federalreserve.org)

Das Fed-Portfolio soll noch viel kleiner werden, ist aber immer noch um ein Vielfaches grösser als zu Beginn der Finanzkrise (Juli 2007: 870 Milliarden Dollar). Zudem hat sie ihre Leitzinsen auf mittlerweile 1,75 bis 2 Prozent angehoben. "Weil die Geldpolitik derart expansiv war, konnte der Finanzmarktzyklus so weit fortschreiten", sagt Frangulidis. Werde die Geldpolitik nun restriktiver, seien die Folgen für die Aktienmärkte negativ.

Ein erster Vorgeschmack auf ein Investment-Umfeld mit weniger Billiggeld wurde in den letzten Wochen sichtbar. Viele Schwellenländerwährungen büssten an Wert ein, weil der Dollar anstieg. Grund dafür sei eine Verknappung von US-Dollar gewesen, so die Meinung am Markt – dies im Zuge der Liquiditätskürzung der Fed. Kommen dann noch länderspezifische Probleme wie aktuell in der Türkei hinzu, schwappt die Verunsicherung rasch auf die globalen Aktien- und Devisenmärkte über. So geschehen auch bei der jüngsten Aufwertung des Schweizer Frankens.

Aktienexperte Frangulidis fügt noch ein weiteres Beispiel an, das den Zusammenhang zwischen Notenbank-Liquidität und den Aktienmärkten im laufenden Jahr zeigt: "Trotz guter Gewinnentwicklung ist der globale Aktienmarkt kaum vom Fleck gekommen". Eben weil weniger Liquidität von den Zentralbanken ins Finanzsystem geflossen sei.

EZB-Zinsen erst 2019

Bei der EZB kann hingegen noch nicht von einem Bilanzabbau die Rede sein. Sie hat zwar ein Ausstiegsprogramm aus ihren billionenschweren Anleihekäufen vorgelegt. Das bedeutet aber, dass die Bilanzsumme nicht weiterwächst und vorerst stabil bleibt. Gleichzeitig soll die Nullzinspolitik mindestens bis Sommer 2019 weitergehen.

Tom Gitzel, Chefökonom der liechtensteinischen VP Bank sagt deshalb: "Die EZB bleibt bis auf absehbare Zeit ultra-expansiv". Dasselbe gilt übrigens auch für die Bank of Japan, die inzwischen dank ihrer Wertpapierkäufe 40 Prozent des Bondmarktes und 5 Prozent des Aktienmarktes in Japan besitzt.

Ein weiterer Faktor, auf den die Anleger im Zusammenhang mit den Zentralbanken schielen, sind die Renditen auf sichere Staatsanleihen. Steigen diese, verlieren Aktien als Alternative an Attraktivität, so die Faustregel. Inwiefern das im Fall einer Zinserhöhung der EZB stattfinden würde, hänge von der Kommunikationspolitik ab, so Ökonom Gitzel. "Sollte die EZB tatsächlich im Herbst 2019 an der Zinsschraube drehen wollen, wird sie dies von langer Hand vorbereiten. Dies würde vermutlich dann mit einem moderaten Renditeanstieg einhergehen."

Warten auf die SNB

Noch länger gedulden muss man sich auf einen Abbau der aufgeblähten Bilanz bei der SNB. Der Grund ist ihr Ursprung: Sie ist die Folge von Devisenmarktinterventionen. Ein Bilanzabbau bedeutet also, dass die SNB den Franken stärken würde. "Dies kann erst in einer Situation stattfinden in welcher der Franken entweder nachhaltig zur Schwäche neigt oder so schwach ist, dass eine Stärke des Franken sogar wünschenswert wäre", sagt Gitzel. Ein Szenario, das derzeit nicht vorstellbar ist.

Bleibt die Frage, wie lange die Aktienmärkte noch weitersteigen, trotz abnehmender Liquidität? Anastassios Frangulidis rechnet nach vier bis sechs zusätzlichen Zinserhöhungen in den USA mit dem Ende des aktuellen Bullenmarktes, wahrscheinlich sei das im Jahr 2020 der Fall. Leserinnen und Leser von cash sind ähnlicher Meinung: Bei der aktuellen Online-Umfrage "Wie lange dauert der Bullenmarkt noch?" gaben bislang fast 40 Prozent an, die Rally dauere noch bis mindestens 2020.

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Es muss nicht immer Nestlé,

Es muss nicht immer Nestlé, Novartis oder Roche sein

Die defensiven Schwergewichte im Swiss Market Index sind in der Gunst der Anleger wieder gestiegen. Aber auch am breiten Markt gibt es ähnlich gelagerte Aktien, die einen Blick wert sind.

27.08.2018 00:03

Von Ivo Ruch

Als defensiv gelten Aktien von Firmen, die auch bei weniger Wirtschaftsaktivität relativ konstante Erträge liefern. Produkte des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel oder Medikamente werden während einer Rezession ebenso gebraucht wie in Aufschwungphasen. Energie oder Telekom sind weitere Beispiele sogenannt defensiver Branchen, die grundsätzlich weniger schwankungsanfällig sind als konjunktursensitive Industrien.

Defensive Aushängeschilder der Schweizer Börse sind der Nahrungsmittelhersteller Nestlé sowie die Pharmamultis Novartis und Roche. In den letzten Wochen, genauer seit Mitte Juni, haben die defensiven Schwergewichte von starkem Aufwind profitiert, da der Handelsstreit und die aufkommenden politischen Risiken in Europa die Konjunkturängste unter Investoren haben zunehmen lassen.

Sollte es tatsächlich zu einer Konjunkturabkühlung kommen, dürften defensive Aktien weiterhin die besseren Perspektiven haben als ihre zyklischen Pendants. Auch in der zweiten Reihe, also im Segment der kleineren Schweizer Aktien, gibt es einige Titel mit defensivem Charakter. Wir stellen solche vor, die für Aufsehen sorgen könnten.

IVF Hartmann (Aktie +1,1 Prozent im laufenden Jahr)

In diesem Jahr ist der Aktienkurs des Spitalbedarf-Herstellers nur wenig vom Fleck gekommen, nachdem er sich zwischen 2013 und Anfang 2018 verdoppelt hatte. Der Schaffhauser Konzern musste zuletzt einen tieferen Gewinn hinnehmen, gilt aber als Qualitätstitel. So ist der bekannte Aktienfonds AMG Substanzwerte Schweiz seit langem ein überzeugter Grossaktionär.

Einerseits gibt es für medizinische Verbrauchsgüter (chirurgische Instrumente, Desinfektionsmittel, Wundverbände etc.) einen konstant zunehmenden Markt, Stichwort zunehmende Lebenserwartung. Andererseits investiert IVF Hartmann auch in neuere Wachstumsfelder wie Tests zur Selbstdiagnose. Fazit: Kursrückschläge für langfristige Engagements nutzen.

Galenica (+15,5 Prozent)

In einem ähnlichen Gebiet ist die Apotheken-Gruppe Galenica tätig. Sie wächst zwar nur langsam, aber dafür konstant mit einem Fokus auf den Schweizer Markt. Seit dem Börsengang im April 2017 (Abspaltung von Vifor Pharma) hat sich die Aktie von 42 auf aktuell 58 Franken mehr als 38 Prozent gesteigert. Kommt es zu überraschend guten Gewinnzahlen wie Anfang August, liegen zusätzliche Kursschübe drin. Der Preisdruck bei Medikamenten und zunehmende Regulierungen sorgen zwar für Gegenwind, das wird aber durch zusätzliches Filialwachstum kompensiert. Die solide Bilanz erlaubt eine attraktive Dividendenrendite von knapp 3 Prozent die, ebenfalls für Stabilität im Galenica-Kurs sorgt. Fazit: Kurspotenzial dürfte vorerst ausgereizt sein. Abwarten.

Vifor Pharma (+42,5 Prozent)

Ob ein Pharmakonzern mit hohem Biotech-Anteil als defensiv bezeichnet werden kann, sei dahingestellt. Davon abgesehen hat sich Vifor Pharma jüngst auch mehr wie eine Wachstumsaktie verhalten: Der Börsenwert ist in den letzten 52 Wochen 84 Prozent gestiegen und beträgt mittlerweile 11,5 Milliarden Franken. Zuletzt hat der Titel leicht korrigiert. Besonders viel Potenzial wird den Eisenpräparaten zugetraut. Ferinject soll laut Pharma-Experten dereinst zum Blockbuster-Medikament gegen Eisenmangel werden. Fazit: Kurs-Konsolidierung macht Einstieg attraktiv.

Lindt & Sprüngli (+16,8 Prozent)

Premium ist bei Lindt & Sprüngli nicht nur die Schokolade, sondern auch der Aktienpreis. Mit 82'300 Franken ist sie die teuerste Aktie an der Schweizer Börse. Nach einer Seitwärtsphase zwischen 2016 und Anfang 2018 ist der Titel wieder deutlich beliebter (gleiches gilt für den viel günstigeren Partizipationsschein). Das Lindt-Geschäft profitiert von einer starken Marke und konstanter Nachfrage nach Schweizer Schokolade. Ein Wehrmutstropfen ist in diesem Zusammenhang die eher dürftige Dividendenrendite von etwas mehr als 1 Prozent. Fazit: Aktienkurse nahe Allzeithoch mahnen zur Vorsicht.

Valora (-11,7 Prozent)

Defensiven Charakter hat auch ein Teil des Valora-Geschäfts: Kioskartikel, Brezel oder Kaffee finden jederzeit einen Abnehmer. Nicht dazu gehört die Kreditplattform bob Finance. Dennoch: Ausdruck der konstanten Einnahmen ist die hohe Dividendenrendite von 4,4 Prozent. Doch die Investoren sind Valora derzeit nicht gerade freundlich gestimmt. Die Aktie notiert bald auf dem tiefsten Stand seit anderthalb Jahren, nachdem die enttäuschenden Halbjahreszahlen zu einer Verkaufswelle geführt hatten.

Die Kursdelle bietet aber auch Chancen. Das Analysehaus Research Partners empfiehlt den Titel zum Kauf und hat ein 12-Monats-Kursziel von 400 Franken errechnet (aktuell 287 Franken). Zudem sieht sich das Valora-Management auf Kurs, die eigenen Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Fazit: Mutige Anleger greifen nun zu.

Weitere Korrektur oder Chance zum Einstieg? Valora-Aktie in den letzten fünf Jahren (Quelle: cash.ch)

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Schweizer Verwaltunsgräte

Schweizer Verwaltunsgräte erhalten selten einen Bonus

In den meisten Schweizer Unternehmen erhalten Verwaltungsräte ihren Lohn über fixe Entschädigungen und Pauschalen. Einen vom Geschäftsgang abhängigen Bonus gibt es nur bei einem kleinen Teil, so das Fazit einer Studie.

26.08.2018 15:28

Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Verwaltungsratsvereinigung swissVR in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Deloitte und der Hochschule Luzern.

Nur neun Prozent der Befragten gaben an, eine performanceabhängige Vergütung zu erhalten. Die Mehrheit (57%) erhält eine Pauschale und ein knappes Fünftel (18%) eine fixe Entschädigung in Kombination mit Sitzungsgeldern. Bei den Kriterien für die Vergütung steht die für die Erfüllung der Aufgaben notwendige Zeit an erster Stelle.

Zwei Drittel der Befragten (67%) setzten dies als wichtigstes der fünft meistgenannten Kriterien. Aber auch der Umfang der Verantwortung und des Risikos (48%), Anforderungen bezüglich Erfahrung, Fachwissen und Netzwerk (42%), der Geschäftserfolg des Unternehmens (20%) und die persönliche Leistung des einzelnen Verwaltungsratsmitgliedes (16%) werden genannt.

Hohe Transparenz

Zudem werde die Lohntransparenz hochgehalten: 89 Prozent legen die Entschädigungen innerhalb des Verwaltungsrats vollständig offen und 70 Prozent begrüssen eine detaillierte Offenlegung gegenüber dem Aktionariat, heisst es in der Studie weiter. Die Entschädigungspauschale und die Hochhaltung der Transparenz würden einer zeitgemässen Corporate Governance entsprechen, so das Fazit der Autoren.

Die Sitzungen würden nur einen kleinen Teil des Gesamtaufwandes für ein VR-Mandat ausmachen. Die Verwaltungsratsarbeit sei über die letzten Jahre aufwändiger und komplexer geworden und die Verantwortlichkeiten gewachsen. Aktenstudium, Ausschuss-Meetings und Recherchen würden ein Mehrfaches der reinen Sitzungszeit benötigen, heisst es weiter.

"Der Mandate-Sammler ist daher ein Auslaufmodell", wird Christoph Lengwiler, der Vizepräsident von swissVR und Dozent an der Hochschule Luzern, in der Mitteilung zitiert.

(AWP)

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Schweizer Privatbanken-Deals

Schweizer Privatbanken-Deals erreichen Rekordstand

Die Zahl der Transaktionen in der Schweizer Privatbankenbranche hat einer Studie zufolge 2017 den höchsten Stand seit der Finanzkrise erreicht.

26.08.2018 07:55

Die Beratungsgesellschaft KPMG registrierte einer vergangenen Woche veröffentlichten Erhebung zufolge insgesamt 16 Übernahmen, Verkäufe und Zusammenschlüsse. Nachdem viele Institute ihre Notfallmassnahmen abgeschlossen und sich den verschärften regulatorischen Vorgaben angepasst hätten, stellten sie sich nun strategisch neu auf. Besonders Zukäufe im Ausland stünden hoch im Kurs. Am meisten Transaktionen gingen dabei in Lateinamerika über die Bühne.

KPMG rechnet mit weiteren Transaktionen. "Es gibt viele Kaufinteressenten", erklärte Branchenexperte Christian Hintermann. "Die Preis sind deutlich höher als noch vor zwölf oder 24 Monaten." Bis Mitte 2018 sei die Zahl der Schweizer Privatbanken auf 107 gesunken - 2010 waren es noch 163. Weitere 30 bis 40 Geldhäuser dürften in den kommenden Jahren dichtmachen, prognostizierten die Berater. Besonders gefährdet seien mittelgrosse Banken, die weder von Skalenvorteilen der grossen Anbieter noch von der Spezialisierung von Boutiquen profitieren können.

Nahezu die Hälfte der 90 in der Studie abgedeckten Banken verzeichneten 2017 Geldabflüsse. Insgesamt belief sich das Neugeld-Wachstum auf 0,9 Prozent. "Auf fünf Prozent müsste eine Bank kommen, um sich gesund zu entwickeln", erklärte Hintermann. Die Schweizer Privatbanken würden weniger stark wachsen als andere Finanzplätze und damit weiterhin Marktanteile etwa nach Asien verlieren.

(Reuters)

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Boom der Tech-Aktien bekommt

Boom der Tech-Aktien bekommt Risse

Die Kursentwicklung bei vielen Tech-Aktien war in den letzten Jahren enorm. Doch spätestens der Kursabsturz von Facebook hat zahlreiche Investoren verunsichert. Drohen dem Sektor weitere Rückschläge?

27.08.2018 23:00

Von Pascal Züger

Die Rally der Technologiebörse Nasdaq 100 ist imposant: Seit März 2009 schnellte der Index von 1000 Punkten auf inzwischen 7500 Punkte empor. Wer damals, am Ende des letzten Bärenmarktes, 100'000 Dollar auf einen passiven Nasdaq ETF setzte, konnte seinen Einsatz bis heute auf über 700'000 Dollar vermehren.

Auch andere Börsen haben in dieser Zeitspanne zwar ordentlich zugelegt, kommen aber meist nicht einmal ansatzweise an diese Traum-Performance heran. Der Swiss Performance Index etwa konnte seinen Wert seither knapp verdreifachen, der amerikanische Dow Jones immerhin fast vervierfachen. Im Tech-Bereich hält die Feierlaune noch immer an: Gerade Anfang Monat hat Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt, beim Börsenwert die magische Grenze von 1 Billion Dollar überschritten. Danach folgen nach Börsenwert sortiert die Tech-Firmen Amazon, Alphabet, Microsoft, Facebook, Tencent und Alibaba.

Wie sieht es mit der Bewertung aus?

Dieser Tech-Hype hat aber den einen oder anderen Anleger stutzig werden lassen. Zu präsent sind noch die Erinnerung an das Jahr 2000, als die Dotcom-Blase platzte und zahlreiche Tech-Firmen auf einen Schlag massiv an Wert einbüssten. Doch gibt es im Vergleich von heute zu damals einen gewichtigen Unterschied: "Wir befinden uns nicht mehr in der 'Dotcom'-Ära, als es viele ungeprüfte Geschäftsmodelle gab und nur wenige Unternehmen wirklich profitabel waren", sagt Quirien Lemey, Portfoliomanager von Degroof Petercam AM.

Dass es sich aktuell um keine Blase handelt, unterstreicht auch ein Bewertungsvergleich: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Nasdaq-Index liegt heute bei ungefähr 25, für 2019 berechnet der US- Vermögensverwalter Birinyi Associates sogar ein KGV von 21. Im März 2000 stieg die Index-Bewertung gemäss Bloomberg auf unfassbar hohe 175. Will heissen: Die Aktien zeigen heute keine Anzeichen einer Blase, da die Unternehmensgewinne mit dem Kursanstieg mithalten können.

Facebook mit Kurseinbruch

Tech-Firmen geraten aber dann unter Druck, wenn die Geld-Maschinerie ins Stottern gerät. Prominentes Beispiel ist Facebook. Das soziale Netzwerk kämpft zunächst gegen Imageprobleme aufgrund eines Datenlecks. Ende Juli enttäuschten dann die Quartalszahlen und der trübe Ausblick. Innerhalb nur weniger Stunden stürzte die Aktie um fast 25 Prozent ab. Sie hat sich bis heute nicht davon erholt.

Kursentwicklung der Facebook-Aktie seit Jahresbeginn, Quelle: cash.ch

"Hohe Wachstumsraten lassen sich nicht unendlich fortschreiben, und hohe Bewertungen machen Unternehmen verwundbar", beurteilt Daniel White, Fondsmanager von M&G Investments, diese Entwicklung. Gerade Facebook habe wieder einmal gezeigt, wie riskant es sei, nur auf einige wenige grosse Markennamen zu setzen.

Und Facebook steht nicht alleine da. Die Enttäuschungen im Tech-Bereich häufen sich. Auch Netflix und Twitter sowie die an der SIX kotierten Halbleiterhersteller AMS und U-blox korrigierten jüngst stark, da ihre Ergebnisse mit den hohen Erwartungen nicht schritt halten konnten bzw. im Falle von AMS (bisher unbestätigte) Gerüchte über den Verlust von Apple als Grosskunden die Runde machten.

Chinas Tech-Bärenmarkt 

Sogar von einem veritablen Bärenmarkt im Tech-Bereich kann man in China sprechen: Die drei Aushängeschilder Baidu, Alibaba und Tencent (auch "BAT-Aktien" genannt) korrigierten in den letzten Wochen um über 10 Prozent. Andere China-Techs sanken in diesem Jahr sogar um 20 oder mehr Prozent. Hier das düstere Gesamtbild von Chinas Tech-Welt:

Performance der bekanntesten Tech-Aktien Chinas

Titel Performance seit 1.1.18 Performance letzte 3 Monate
Netease -40% -7%
Qudian -38% -6%
Sina -29% -22%
Sogou -24% -7%
Weibo -23% -22%
Ppdai -23% -26%
JD.com -22% -8%
Tencent -11% -12%
Yum China -11% -10%
Baidu -5% -12%
Alibaba 0% -15%

Quelle: cash.ch

"Die momentane Abwertungswelle der gesamten Internetwelt Chinas ist vor allem makrogetrieben", sagte David Dai, Senioranalyst bei Bernstein Research, vergangene Woche gegenüber der "Financial Times". Zwar befänden sich die Tech-Bewertungen nicht im Blasenbereich, doch seien sie hoch genug, um Investoren bei Negativnews nervös zu machen.

Diese Verwundbarkeit zeigt, dass sich Tech-Aktien auf einem schmalen Pfad bewegen: Können die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden, kommt es zum Kurs-Einbruch. Und durch das momentane Umfeld mit dem sich weiter aufbauschenden Handelskrieg und dem kontinuierlichen Zinsanstieg in den USA - welcher die Wirtschaftsleistung nach und nach abklemmt - sind weitere Enttäuschungen quasi vorprogrammiert.

In diesem explosiven Umfeld ist es für sicherheitsbewusste Privatanleger schlicht zu riskant, auf einzelne Tech-Werte zu setzen. Denn es drohen Korrekturen im zweistelligen Prozentbereich. Wer in der laufenden Rally noch Luft nach oben sieht, sollte zumindest auf den breiten Tech-Markt anstatt auf Einzelaktien setzen. Das kann in Form von aktiven oder passiven Fonds geschehen, wie die Auflistung hier zeigt.

ETF und aktive Fonds für Tech-Firmen (Auswahl)

Produkt Performance seit 1.1.18. Total Expense Ratio (TER) Beschrieb
iShares Global Tech ETF +14% 0,47% Der ETF deckt die globale Tech-Welt ab, wobei rund 80% der Titel aus den USA stammen. Top-Positionen: Apple, Microsoft, Facebook und Alphabet.
Invesco China Technology ETF -16% 0,7% ETF mit Fokus auf chinesische Tech-Firmen. Interessant für Investoren, welche die Korrektur in China für übertrieben halten. Top-Positionen: Tencent, Alibaba, Baidu und Netease.

JPM Europe Technology

+10% 1,79% Aktiv gemanagter Fonds, der ausschliesslich auf europäische Tech-Aktien setzt. Top-Positionen: ASML, SAP, Capgemini und Amadeus IT.

GAM Star Technology USD

+23% 1,73% Einer der bestperformenden aktiv gemanagten Tech-Fonds im laufenden Jahr. Neben den üblichen Namen befinden sich in den Top-10-Positionen auch etwas weniger geläufige Titel. Eine Auswahl: Avaya, Seagate Technology oder Siltronic.

Quelle: cash.ch

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Schaffhausen und Schwyz holen

Schaffhausen und Schwyz holen bei Wettbewerbsfähigkeit auf

Die Kantone Schaffhausen und Schwyz haben bei der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Kantonen deutlich aufgeholt. So profitierte der gut diversifizierte Kanton Schaffhausen von den guten Aussichten in der High-Tech-Industrie.

28.08.2018 10:15

Insgesamt machten Schaffhausen und Schwyz im Kantonalen Wettbewerbsindikator der UBS (KWI) je drei Plätze gut, wie die Grossbank am Dienstag mitteilte. Ihr relatives Wachstumspotenzial beurteilen die Ökonomen neu als hoch statt wie bisher als solid.

Zug und Zürich weiter top

Unverändert an der Spitze mit Top-Wachstumsaussichten hielten sich Zug und Zürich. Ebenfalls überdurchschnittliche Wachstumsaussichten verfügen Aargau, Schwyz, Luzern und Waadt.

Solide Wachstumsaussichten attestiert die UBS elf Kantonen. Als relativ gering beurteilt sie allerdings die Wettbewerbsfähigkeit der Gebirgskantone Graubünden und Wallis sowie des Kantons Jura.

International gut aufgestellt

Kantone mit tiefen KWI-Werten wiesen jedoch nicht zwangsläufig ein tiefes absolutes Wachstumspotenzial auf, hielt die UBS fest. Sie hätten bloss im Vergleich zu den anderen Kantonen unterdurchschnittliche Wachstumschancen.

Da die Schweiz bei verschiedenen renommierten Studien zu den wettbewerbsfähigsten Ländern weltweit gehöre, seien auch die Kantone mit einem tiefen KWI-Wert im internationalen Vergleich durchaus kompetitiv.

Grosse interkantonale Unterschiede

Zudem gebe es teils ausgeprägte regionale Unterschiede innerhalb der Kantone. Beispielsweise gehören die Regionen Bern und Lausanne zu denjenigen mit den besten Aussichten. Gleichzeitig finden sich in den Kantonen Bern und Waadt auch die schwächsten Regionen der Schweiz.

Für den Indikator analysiert die UBS die Stärken und Schwächen eines Kantons in acht Dimensionen: Wirtschaftsstruktur, Innovation, Humankapital, Arbeitsmarkt, Erreichbarkeit, Einzugsgebiet, Kostenumfeld und Staatsfinanzen.

Neue Kostentreiber im Fokus

Wettbewerbsfähigkeit ändere sich nicht über Nacht, schrieb die Grossbank. Etwas Bewegung erwartet sie allerdings im Rahmen der Anpassungen der kantonalen Gewinnsteuersätze im Zug der Steuerreform 17.

Dabei dürften, mehr als bisher, Kostentreiber wie Büromieten, Energiepreise, Löhne und Steuern für natürliche Personen an Bedeutung gewinnen. Die Verlierer wären dann die Zentralschweizer Kantone, die bisher mittels aggressiver Tiefsteuerpolitik die Firmenansiedlung forciert haben, wie es in der Mitteilung weiter hiess.

Profitieren von den neu im Fokus stehenden Kostentreibern würden dagegen die Ostschweizer Kantone St. Gallen und Thurgau sowie Solothurn und das Tessin.

tt/rw

(AWP)

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CS-CFA-Indikator sinkt im

CS-CFA-Indikator sinkt im August auf -14,3 Punkte

Die Stimmung der Ökonomen und Analysten mit Blick auf den Schweizer Konjunkturverlauf in den kommenden sechs Monaten hat sich im Monat August weiter verschlechtert. Nachdem der CS-CFA-Indikator, der die Erwartungen der Experten misst, bereits im Juli mit -4 Punkte in negatives Terrain abgeglitten war, fiel er im August um weitere 10,3 Stellen auf einen Stand von -14,3 Punkten zurück, wie aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Dies ist der niedrigste Wert seit April 2015.

29.08.2018 10:35

Die befragten Finanzanalysten schätzten zwar den Ausblick zum Wirtschaftswachstum vorsichtiger ein, doch würden nach wie vor zwei von drei Befragten auf kurze Sicht von einem unveränderten Wachstum ausgehen, heisst es weiter.

Auch die Einschätzung zur aktuellen Situation sei im August zwar weniger optimistisch ausgefallen als noch im Juli, sie bewege sich aber immer noch auf erhöhtem Niveau.

Mit Blick auf die Zinsentwicklung rechnet eine Mehrheit der Befragten sowohl in der Schweiz (91% der Befragten) als auch in der Eurozone (76%) mit weiterhin niedrigen Kurzfristzinsen in den kommenden sechs Monaten. Hingegen gehen 95 Prozent davon aus, dass in den USA mit höheren kurzfristigen Zinsen zu rechnen ist. Betreffend der langfristigen Zinsen erwartet die Mehrheit weltweit einen Anstieg. Und in Sachen Inflation in der Schweiz sieht jeder zweite Umfrageteilnehmer einen Anstieg in den nächsten Monaten.

Zur Frage, wie sich die Aktienmärkte entwickeln, legten die Befragten Zurückhaltung an den Tag. Relativ wenige erwarten einen Anstieg der Aktienindizes in der Schweiz, in der Eurozone und in den USA: 45 Prozent glauben an einen Anstieg des SMI in den nächsten sechs Monaten, während 50 Prozent dies beim Eurostoxx 50 erwarten. Auch beim S&P 500 rechnet jeder zweite Befragte mit einer Aufwärtsbewegung. Die Schweizer Aktien sehen die meisten Befragten (57%) als fair bewertet und nur 29 Prozent und 10 Prozent als überbewertet beziehungsweise deutlich überbewertet.

Während wieder mehr Umfrageteilnehmer einen schwächeren Franken gegenüber dem Euro erwarten (43% im August gegenüber 36% im Juli), rechnet immer noch jeder dritte Teilnehmer mit einer Aufwertung des Franken gegenüber der Gemeinschaftswährung. Etwas anders sieht es beim US-Dollar aus: Hier erwartet die Hälfte der befragten Analysten einen stabilen USD/CHF-Wechselkurs.

Die aktuelle Umfrage wurde zwischen dem 13. und 23. August 2018 durchgeführt.

mk/rw

(AWP)

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Anleger-«Hypes» und was aus

Anleger-«Hypes» und was aus ihnen geworden ist

Nanotechnologie, Wearables und vieles weitere mehr: Die Finanzindustrie warb in den letzten Jahren viel mit «Megatrends» und verkaufte Anlegern entsprechende Produkte. Doch die meisten Trends waren gar nicht mega.

10.09.2018 07:53

Von Pascal Züger

Möglichst früh dabei sein und dann profitieren: Fondsmanager preisen gerne ihre Themenfonds an, die künftige Trends frühzeitig erfassen und über die nächsten Jahre eine hübsche Überrendite generieren sollen. Aktuell sind Themen wie "Blockchain", "Internet der Dinge" oder "Smart Grid" hoch im Kurs. Ob sie sich tatsächlich als "Game Changer" oder vielmehr als überbewerteter Hype entpuppen werden, muss sich noch weisen.

Klar ist: Solche Themenfonds gibt es nicht erst seit heute. Bereits seit Jahrzehnten orten Banken künftige Megatrends und bieten ihrer Kundschaft entsprechende Produkte an, was zumeist - Marketing sei Dank - auf reges Interesse stösst. Manchmal zahlte sich ein Investment aus, meist aber überhaupt nicht. cash wirft ein Blick auf die Megatrends von gestern und zeigt, was aus ihnen geworden ist.

Nanotechnologie

Es ist schon über 10 Jahre her, als die Nanotechnologie als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts gepriesen wurde. Genau genommen handelt es sich dabei um eine breite Auswahl von Technologien, die mit Gegenständen und Strukturen arbeitet, die weniger als 100 Nanometer - also kleiner als 0,0001 Millimeter - gross sind. Nach der Jahrtausendwende wurden verschiedene Nanotech-Fonds aufgesetzt, die eine starke Volatilität aufgewiesen haben - und heute allesamt nicht mehr existieren.

Wer hingegen vor 10 Jahren auf Einzelaktien im Nanobereich setzte, hat bei einigen (wenigen) Top-Positionen der damaligen Nano-Fonds eine hervorragende Performance erzielt. So legten die Aktien von ASML (+1'150 Prozent) und Nanometrics (+1'200 Prozent) von 2008 bis heute doch sehr flott zu, andere wiederum haben den grossen Durchbruch nie geschafft (etwa Nanophase Technologies, US Global Nanospace) oder sind gänzlich von der Bildfläche verschwunden, wie etwa Nanopierce Technologies oder Nanotec Industries.

Die Technologie selber ist zwar heute noch wichtig - etwa im Halbleiterbereich oder in der Pharmaindustrie. Doch von den damals gehypten Firmen sind heute die wenigstens noch tonangebend. Was auch auffällt: Kurz nach der Jahrtausenwende stiegen diejenigen Aktien stark an, die das Wort "Nano" im Firmenamen verwendeten. Viele davon enttäuschten auf längere Frist und waren teilweise nicht einmal wirklich im Nanotech-Bereich tätig. 

Seltene Erden

Mit dem Seltene-Erden-Hype wurden quasi die Schatzsucher unter den Investoren angesprochen: Es handelt sich dabei um eine Gruppe von 17 seltenen Metallen, die vor allem in China abgebaut und für verschiedene Technologieprodukte verwendet werden. Enthalten sind diese etwa in Computern, Smartphones oder Glasfaserkabeln.

Der physische Kauf dieser Rohstoffe war nie sehr praktibel - denn wer will schon zuhause Scandium, Yttrium oder Neodym herumliegen lassen. Es gab und gibt aber entsprechende Fonds, welche Anleger an der Performance partizipieren lassen. Etwa der Rare Earth Elements Fund von Caceis. Doch deren Performance von minus 11 Prozent seit der Auflegung im Juli 2010 verbunden mit den hohen Fondskosten von jährlich 2,16 Prozent zeigen, dass Investoren davon die Finger lassen sollten. Die Preise für die seltenen Metalle stiegen nie wie erhofft an, sie wurden sogar über die Jahre günstiger. Das hat zwei Hauptgründe: China hob eine anfängliche Exportbeschränkungen auf, was das Angebot stark erhöhte, und zahlreiche Unternehmen haben in der Zwischenzeit die Seltenen Erden in ihren Produkten durch andere Stoffe ersetzt.

Kursentwicklung des "Rare Earth Element Fund" seit Juli 2010. Quelle: swissfunddata.ch

Wearables

Wearables werden tragbare Mini-Computer genannt. In erster Linie handelt es sich dabei um Smartwatches, also Armbanduhren, mit denen auch telefoniert, Nachrichten gelesen und  Fitness-Daten ausgewertet werden können. Vor vier Jahren wurden diese als "the next big thing" gehandelt. Traditionelle Schweizer Uhrenhersteller zitterten ob der neuen Konkurrenz.

Doch statt zu einem Massenprodukt zu werden, haben sich die Smartwachtes (noch) nicht richtig etabliert. Adidas ist Ende 2017 ganz aus dem Wearables-Geschäft ausgestiegen. Enttäuschend ist die Aktien-Performance von Fitbit, die "smarte"  Fitnessuhren anbietet: Vom Höchststand im Juli 2015 bei knapp 52 Dollar ist die Aktie wieder auf unter 6 Dollar gefallen. Und Apple weigert sich weiterhin, Verkaufszahlen zur "Apple Watch" herauszugeben. Interessant auch die Neuausrichtung des ehemaligen Wearables ETF vom amerikanischen Anbieter ETC:  Dieser fokussiert sich seit Juli 2018 neu auf die Themen künstliche Intelligenz und virtuelle Realität. 

Saubere Energie

Auf saubere Energien wie Sonne, Wind und Wasser zu setzen, ist zweifellos ein hehres Vorhaben. Doch aus Anlegerperspektive sieht die Langzeit-Performance katastrophal aus: Wer vor 10 Jahren 10‘000 Franken in den "iShares Global Clean Energy ETF" – dieser beinhaltet die 30 grössten und liquidesten Anbieter im Bereich "Saubere Energien" - steckte, hat heute mehr als 8‘200 Franken des eingesetzten Geldes verloren (siehe Grafik unten)

Ein herber Rückschlag für Anbieter im Bereich der Sonnenenergie kam aus China: Die Regierung kürzte 2017 die Subventionen in diesem Bereich drastisch, da das Land ein Überangebot an Strom aus erneuerbaren Energien hatte. Der Preisdruck in der Branche ist zudem massiv stärker geworden. Diese Entwicklungen trafen auch den Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger heftig. Die Aktie dümpelt heute bei Werten unter 1 Franken umher, in ihrer Blütezeit im Jahr 2011 erreichte sie Werte von über 10 Franken.

Kursentwicklung des "Global Clean Energy"-ETF von iShares in den letzten 10 Jahren, Quelle: cash.ch

BRIC-Länder

Es war im Jahr 2001, als der damalige Goldman-Sachs-Chefökonom Jim O’Neill den Begriff "BRIC" ins Leben rufte. Hinter diesem Akronym verbergen sich die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China. O’Neill verkündete, dass diese vier Nationen die Weltwirtschaft der Zukunft dominieren werden und daher hochinteressante Investitionsstandorte darstellten.

Es folgte darauf eine Vielzahl an Fonds und ETF, welche auf die BRIC-Staaten setzten. Zwar ist China in der Zwischenzeit tatsächlich zur Weltmacht aufgestiegen und Indien auf gutem Weg dazu, doch schlittern Russland und Brasilien von einer Krise in die nächste. BRIC-Investments sind kein totaler Flop, doch hätte es sich für Anleger in den letzten 10 Jahren mehr gelohnt, breiter auf Schwellenländer zu setzen als ausschliesslich auf die hochgelobten BRIC-Staaten. 

Fazit: Kaum ein "Megatrend" konnte sich überzeugend durchsetzen, einige andere wie Seltene Erden oder Nanotechnologie floppten. Um aber Saubere Energien oder andere Investitionsthemen der letzten Jahre als endgültige Reinfälle abzustempeln, ist es wohl noch zu früh. Häufig kommt es bei neuen Trends zunächst zu einem übertriebenen Hype, dann folgt eine Phase der Konsolidierung, ehe sich danach das Thema vielleicht etablieren kann. Prominentes Beispiel einer solchen Entwicklung ist das Internet, welches zunächst die Dotcom-Bubble um die Jahrtausendwende überstehen musste. Einige Firmen, welche diese Phase überstanden haben, starteten danach durch. Bestes Beispiel dafür ist Amazon.

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Familienfirmen laut CS-Studie

Familienfirmen laut CS-Studie besonders profitabel an der Börse

Börsennotierte Familienunternehmen arbeiten laut einer Studie weltweit profitabler als andere Firmen.

10.09.2018 07:33

Ihre Aktien hängen daher langfristig den breiten Markt ab, wie es in einer umfangreichen Studie der Grossbank Credit Suisse heisst, die am Montag in London veröffentlicht wurde.

Firmen in Familienhand erzielten ein höheres Umsatzwachstum bei einer niedrigeren Verschuldung, schreiben die Ökonomen in dem Papier, für das mehr als 1000 Unternehmen aus Europa, Asien und den USA über zehn Jahre analysiert wurden. Zudem bleibe bei ihnen mehr vom Umsatz als Betriebsgewinn (Ebitda) übrig, und die Rendite im operativen Geschäft sei höher. Die Unternehmen wurden gemessen an einer Kontrollgruppe aus 7000 nicht-familiengeführten Firmen.

Familienunternehmen seien vorsichtiger und könnten sich vom kurzfristigen Denken an der Börse mit dem Fokus auf Quartalszahlen ein Stück weit lösen. "Sie sind langfristiger ausgerichtet, hängen weniger stark von Fremdfinanzierung ab und investieren mehr in Forschung und Entwicklung", erklärte Studienautor Eugène Klerk. Familienunternehmen schnitten in jeder Region und jeder Branche besser ab als vergleichbare andere Firmen, unabhängig von der Grösse.

Die Familienfirmen mit der besten Geschäftsentwicklung weltweit kommen demnach aus Deutschland, Italien, China und Indien. Beim Blick auf die Aktien legten im europäischen Vergleich die deutschen Familienfirmen im Schnitt am stärksten zu, gefolgt von niederländischen. In der Rangliste mit der besten Börsenentwicklung über drei, fünf und zehn Jahre belegen hiesige Unternehmen alleine die obersten vier Plätze.

An der Spitze steht der Softwarekonzern Nemetschek , gefolgt vom Medizintechnik-Unternehmen Sartorius , dem Leasing-Spezialisten Grenke und dem Autovermieter Sixt . Weit vorne liegen auch die grossen Familienkonzerne Kering und Christian Dior aus Frankreich sowie der italienische Autobauer Fiat Chrysler .

(AWP)

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Die Schweizer «Crash»-Aktien

Die Schweizer «Crash»-Aktien und ihre Aussichten

Einige Schweizer Aktien aus dem kleinen und mittelgrossen Bereich sind in den letzten Wochen und Monaten regelrecht abgestürzt. Doch was zum Einstieg verleitet, sollte zwei- oder dreimal angeschaut werden.

10.09.2018 23:00

Von Daniel Hügli

Da war die Luft auf einmal draussen: Eine Reihe von Schweizer Small und Mid Caps (klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen) erlitt in den letzten Wochen und Monaten Kurseinbrüche, wie sie seit Jahren nicht mehr gesehen wurden. Bei einigen kam der Absturz schleichend, bei anderen plötzlich. 

Ein übergreifender Grund für die Rückschläge war die hohe Aktienkursbewertung, die sich bei den betroffenen Unternehmen über die Jahre aufgebaut hatte.  Die Luft wird dann äusserst dünn,  wenn die operativen Resultate nur annährend enttäuschen - zumal dies in einem von Handelsstreitigkeiten und Währungskrisen verunsicherten Börsenumfeld geschah.

Gefallende Aktienkurse sind für Anleger verlockend für Zukäufe oder für einen Einstieg. cash sagt, ob sich dies bei folgenden Schweizer "Crash"-Aktien lohnt oder nicht:

Aryzta

Zu Jahresbeginn war die Aktie fast 40 Franken wert, heute noch 8,10 Franken. Das ist ein Minus von fast 80 Prozent. Mitte Mai und Ende Juli verlor der Titel des krisengeschüttelten und hochverschuldeten Backwarenherstellers in kurzer Zeit jeweils etwa 30 Prozent. Mitte August gab Aryzta eine Kapitalerhöhung bekannt, deren Details anlässich der Jahreszahlen am 1. Oktober bekannt werden. Nach wie vor heisst es: Finger weg von dieser Aktie. Ein Erfolg der Kapitalerhöhung ist alles andere als sicher. Sollte sie gelingen, wird die Sanierung des Unternehmens auch so langwierig und schwierig. Druck auf den Kurs üben auch Investoren aus, die auf sinkende Kurse spekulieren (Short Seller).

Comet

Seit Ende Januar hat die Aktie von Comet über 40 Prozent nachgegeben, allein deren 33 Prozent seit Mitte Mai. Allerdings hatte sich die Aktie zwischen Anfang 2016 bis Anfang 2018 im Wert bereits verdreifacht (siehe Kursgrafik unten). Der Hersteller von Röntgenmodulen und Vakuumkondensatoren aus Flamatt FR blickt bislang auf ein deutlich schlechteres Geschäftsjahr zurück im Vergleich zum 2017. Allerdings sind Massnahmen ergriffen worden und die bescheidene Umsatzerwartung bis Ende Jahr sowie die Kosten für die Schliessung eines akquirierten Unternehmens in den USA sollten im Aktienkurs eingepreist sein. Die Bewertung (Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 20 für 2019) ist ebenfalls wieder attraktiver. Die Aktie ist ein Kauf wert.

Kursentwicklung Comet-Aktie in den letzten drei Jahren (Quelle: cash.ch)

GAM

Die Aktie des Zürcher Vermögensverwalters hat seit Ende Mai 54 Prozent verloren. Eine Hiobsbotschaft reihte sich an die nächste: Gewinnwarnung, dann die Suspendierung eines Top-Fondsmanagers, dann die Ausflösung dessen Fonds. Seither wird gerätselt, wie hoch der Kundengeldabfluss bei GAM ausfallen wird. Von einem Engagement bei GAM ist derzeit abzuraten, obwohl eine allfällige Ablösung von CEO Alexander Friedman der Aktie etwas Schub geben könnte. Doch die Fondsströme im europäischen Asset Management sind seit vier Monaten negativ, und das Börsenumfeld im zweiten Halbjahr spricht nicht für Finanzaktien.

Hochdorf

Die Aktie des Milchverarbeiters hat seit Anfang Juli 40 Prozent eingebüsst, und die Talfahrt hält noch immer an. Da halfen auch die Beteuerungen des Managements von Ende August nichts, das im zweiten Halbjahr eine deutliche operative Verbesserung erwartet. Das Unternhemen, das 2017 noch einen Rekordgewinn schrieb, hat mit seinen Expansionsplänen im Ausland (Nordafrika, Naher Osten, China) zu hoch gepokert. Dazu kam und kommt es zu Verzögerungen bei einer neuen Produktionsanlage in Sulgen. Anleger fliehen noch immer aus der Aktie, ein klassischer Fall also eines "fallenden Messers". Und Anleger wissen: Da sollte man nicht hineingreifen. 

Meier Tobler

Die Aktie des Klimatechnikers hat sich seit März mehr als halbiert und notiert auf einem Allzeittief. Eine deutliche Korrektur gab es Anfang Juli, als die Firma eine Umsatzwarnung und Dividendenverzicht für zwei Jahre aussprach. Gründe sind der Preisdruck im Markt der Wärmeerzeugung und sinkenden Umsätzen sowie die schwierige Intergration von Tobler (Walter Meier und Tobler hatten im letzten Jahr fusioniert). Für Anleger ist Meier Tobler derzeit eine "Blackbox": Die Umsatzentwicklung ist erst in einigen Monaten abschätzbar, ebenso die Dauer der Aussetzung der Dividende. Immerhin  hat sich die Aktie seit Mitte Juli bei rund 20 Franken stabilisiert, was kein schlechtes Zeichen ist. Langfristig orientierte Investoren mit Risikobewusstsein könnten nun eine Zukaufmöglichkeit sehen.

MCH

Die Aktie des Messebetreibers fiel seit Mitte Juni um über einen Drittel, seit August 2017 um 60 Prozent. MCH ist ein Beispiel eines Unternehmens, dessen Führung - mit der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld im Rücken - sich zu lange im sicheren Sattel wähnte. Dann brach der Damm des angestauten Ärgers der Kunden. Swatch etwa wird nicht mehr als Aussteller an der Baselworld sein. Vor einem Monat gab der MCH-CEO seinen Rücktritt, letzte Woche ein weiteres Mitglied der Geschäftsleitung, die einen Jahresverlust in dreistelliger Millionenhöhe erwartet. Die Aktien, die am Montag erneut 4 Prozent verloren, befinden sich auf dem tiefsten Stand seit neun Jahren. Das ist verlockend, ein Engagement kommt aber noch zu früh. Auch MCH ist noch immer ein fallendes Messer.

Kursentwicklung Aktie MCH Group in den letzten drei Jahren (Quelle: cash.ch)

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Schweizer Banken fordern neue

Schweizer Banken fordern neue Freiräume

Die Schweizer Banken stehen zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise wieder auf soliden Beinen. Nun ist nach Ansicht der Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) die Zeit gekommen, die Fesseln zu lösen.

11.09.2018 12:42

Dezidiert fordert der Verband einfachere Regeln für KMU-Banken, die Abschaffung der Stempelabgabe und ein Rahmenabkommen mit der EU. Die Aufarbeitung der Finanzkrise hat einen stabileren und sichereren Schweizer Bankensektor geschaffen, resümierte der SBVg am Dienstag. Dies sei auch dank neuer Vorschriften und Regulierungen erreicht worden. Die Regeln gingen aber teilweise weit über die Anforderungen der internationalen Bankenaufsicht hinaus.

"Nun gilt es, das Pendel der Regulierung ins Lot zurückzuführen", erklärte SBVg-Präsident Herbert Scheidt an einer Medienkonferenz zum Bankiertag 2018. Gemäss Scheidt ist es an der Zeit, die wichtigen Aspekte von Sicherheit und Stabilität "ins rechte Mass zu unternehmerischer Freiheit und Wettbewerbsfähigkeit zu setzen".

Regulierungsprozesse verbessern

Abgeschafft haben möchte die SBVg etwa die Stempelabgabe. Denn damit würde ein wesentlicher Wettbewerbsnachteil der Schweizer Banken in der Vermögensverwaltung beseitigt, sagte SBVg-Geschäftsleiter Claude-Alain Margelisch.

Dringende Verbesserungen fordert der Verband auch im Regulierungsprozess. Dabei will er, dass die Branche bei allen Regulierungsschritten als Gesprächspartner einbezogen und auf "jeglichen unausgereiften Swiss Finish" verzichtet wird.

Nach dem Wegfall des Bankkundengeheimnis könne es sich die Schweiz nicht mehr leisten, neue und striktere Regulierungen als im Ausland einzuführen, richtete Scheidt das Wort an die Finanzmarktaufsicht Finma. Dieser wirft der Verbandspräsident vor, im Rahmen der Überarbeitung der Leitlinien zur Finanzmarktregulierung bezüglich der Anliegen der Branche keine Einigung gefunden zu haben.

Für die KMU-Banken will die SBVg ausserdem Regulierungserleichterungen erreichen. So sollen Banken mit einer "besonders guten" Eigenmittelausstattung vereinfachte Vorschriften für die Berichterstattung erhalten. Gemäss Scheidt brächte dies den Instituten nicht nur tiefere Kosten, sondern auch unternehmerischen Handlungsspielraum.

Rahmenabkommen notwendig

Die Bankiervereinigung möchte auch, dass das Thema Nachhaltigkeit in die Rahmenbedingungen einbezogen wird. Gemäss Margelisch beträgt der Anteil nachhaltiger Investitionen heute bereits 8,7 Prozent am gesamten Schweizer Fondsmarkt.

Neuste Marktanalysen würden zudem für die Schweiz ein "eindrückliches" Wachstum nachhaltiger Investitionen von 82 Prozent in 2017 zeigen. Deshalb wolle die Bankiervereinigung künftig einen klaren Schwerpunkt auf das Thema legen.

Erhalten möchte die Branchenvertretung bestehende Freiräume. Dazu gehört der Marktzugang der Schweizer Institute zur Europäischen Union. Ohne ein Rahmenabkommen der Schweiz mit der EU "kann der Status quo nicht aufrechterhalten werden", sagte Scheidt, der die Gesprächsverweigerung gewisser Kreise zu diesem Thema als ein "Affront gegenüber der Schweiz und unserer Regierung", bezeichnet.

(AWP)

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Beschäftigungsaussichten

Beschäftigungsaussichten verschlechtern sich bis Jahresende

Schweizer Unternehmen sind nach dem Sommerhoch bei Einstellungen wieder zurückhaltender: Die Beschäftigungsaussichten bis Ende Jahr sind sogar leicht negativ.

11.09.2018 09:17

Acht Prozent der befragten Arbeitgeber gehen von einem Abbau beim Personal in den letzten drei Monaten des Jahres aus, wie der Personalvermittler Manpower am Dienstag mitteilte. Fünf Prozent rechnen mit einer Aufstockung bei der Belegschaft. Die grosse Mehrheit will ihr Personal aber stabil halten.

Unter dem Strich ergibt sich damit saisonbereinigt eine negative Arbeitsmarktprognose von 2 Prozent für die Schweiz. Noch im Vorquartal stand das Arbeitsmarktbarometer 4 Prozent im Plus, vor einem Jahr war es stabil. Für das Barometer hat Manpower im Juli in der Schweiz 751 Arbeitgeber befragt.

Arbeitsmarkt an Kapazitätsgrenze

Die Prognose sehe keinen drastischen Stellenabbau vor, kommentierte Manpower-Schweiz-Manager Leif Agnéus. Sie deute aber daraufhin, dass sich der Einstellungsrhythmus verlangsamen werde.

Der Arbeitsmarkt dürfte nach dem Sommerhoch bei Einstellungen und geschaffenen Arbeitsplätzen bis zum Jahresende an seine Kapazitätsgrenze stossen, hiess es weiter. Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist derzeit mit 2,4 Prozent auf einem Zehnjahrestief.

Einbruch im Tessin

In vier der sieben untersuchten Regionen wollen die Arbeitgeber die Anzahl Mitarbeitende stabil halten oder ausbauen. Am zuversichtlichsten sind die Firmen aus der Nordwestschweiz. Im Tessin dagegen sind die Arbeitgeber so pessimistisch wie nie zuvor seit der Einführung des Arbeitsmarktbarometers in der Schweiz im dritten Quartal 2005.

Nach Branchen sind die Beschäftigungsaussichten einzig in den beiden Sektoren Baugewerbe sowie Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungen positiv. Weniger Einstellungen soll es dagegen insbesondere im Verkehrs-und Nachrichtenwesen sowie in der Land- und Forstwirtschaft geben.

Voll und ganz im Gange bleibt der Arbeitsplatzaufbau im Nachbarland Deutschland, wo die Arbeitsmarktprognose mit 10 Prozent so optimistisch wie zuletzt vor sieben Jahren ist. Verhaltener zeigen sich dagegen die Arbeitgeber in Frankreich und Italien, wo die Prognose 2 Prozent beträgt.

tt/ra

(AWP)

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Korruption bei Exporten:

Korruption bei Exporten: Schweiz zählt zu Vorbildern bei Bestrafung

Eine Mehrheit von Industriestaaten verfolgt den Kampf gegen Korruption bei Exportgeschäften einem Bericht zufolge nicht oder halbherzig. Nur sieben von 44 untersuchten Ländern bekämpften Bestechungen durch Unternehmen oder Einzelpersonen - darunter die Schweiz.

12.09.2018 06:35

Dies geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International hervor. Dazu zählten auch die USA, Grossbritannien, Deutschland, Italien, Norwegen und Israel. Grundlage für die Untersuchung ist eine Konvention der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die 1997 unterzeichnet wurde.

Die Organisation attestiert den sieben Muster-Staaten eine "aktive Umsetzung" der Bestimmungen. Sie untersuchen demnach aktiv Korruptionsfälle und bringen Firmen vor Gericht, wenn sie ausländische Amtsträger bestechen.

Besonders schlecht schnitten 22 Staaten ab, darunter China und Indien, die erstmals in dem Bericht ausgewertet wurden. Auch EU-Mitglieder wie Belgien, Polen oder Finnland bestrafen dem Bericht zufolge Unternehmen nicht, die im Ausland ranghohe Mitarbeiter bestechen.

(AWP)

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In der Schweiz stehen 72'294

In der Schweiz stehen 72'294 Wohnungen leer

Die Anzahl leer stehender Wohnungen in der Schweiz steigt weiter an. Mittlerweile sind 72'294 Wohnung oder Einfamilienhäuser unbewohnt. Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem letzten Jahr.

12.09.2018 11:10

Die Leerwohnungsziffer belief sich am 1. Juni 2018 auf 1,62 Prozent des Gesamtwohnungsbestandes, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr wurden somit 8020 mehr unbewohnte Wohnungen auf dem Markt angeboten. Das ist der höchste Stand seit 2010.

Am meisten leer stehende Wohnungen und Einfamilienhäuser fanden sich im Kanton Solothurn (2,98 Prozent), gefolgt von den Kantonen Aargau (2,65 Prozent) und Jura (2,56 Prozent). Am wenigsten Angebote gab es in den Kantone Zug (0,44 Prozent), Genf (0,53 Prozent) und Obwalden (0,70 Prozent).

Den grössten Anstieg verzeichnete das BFS in den Regionen Tessin (+0,43 Prozent) und Nordwestschweiz (+0,26 Prozent). Am schwächsten war das Wachstum in der Region Zürich (+0,09 Prozent). In den Kantonen Uri, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Bern und Schwyz waren am Stichtag gar weniger leer stehende Wohnungen ausgeschrieben als noch vor einem Jahr.

Den grössten Teil leer stehender Objekte machten die Mietwohnungen aus. Gegenüber dem Vorjahr stieg deren Zahl um 13 Prozent auf 59'724. Bei den Eigentumswohnungen nahm die Leerziffer um 9 Prozent auf 12'570 Einheiten zu, bei den Einfamilienhäusern um 7 Prozent auf 7192 Objekte.

(AWP)

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Es herrscht Hochkonjunktur in

Es herrscht Hochkonjunktur in der Schweiz

Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco hat die Einschätzung der Konjunkturaussichten angehoben.

19.09.2018 08:08

Die Wirtschaftsexperten des Bundes erwarten 2018 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,9 Prozent, wie aus ihrer am Mittwoch veröffentlichten Prognose hervorgeht. Im Juni hatten die beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) angesiedelten Ökonomen 2,4 Prozent Plus für das laufende Jahr veranschlagt.

In der Schweiz herrsche Hochkonjunktur. Besonders schwungvoll habe sich die Industrie entwickelt. Deren Kapazitäten seien inzwischen so stark ausgelastet wie zuletzt 2011. Die Auftragsbücher sein weiterhin gut gefüllt.

Doch werde sich die Weltwirtschaft wohl abkühlen, sodass sich das Wirtschaftswachstum in der Schweiz 2019 auf 2,0 Prozent verlangsamen dürfte. Dabei könnte die internationale Konjunktur schneller an Dynamik einbüssen als in der Prognose unterstellt. Dies gelte vor allem, falls der Handelsstreit zwischen den USA und anderen wichtigen Wirtschaftsräumen weiter eskalieren sollte.

Der Welthandel insgesamt und der Schweizer Aussenhandel wären davon stark betroffen. Damit verbunden könnten die Unternehmen in der Schweiz ihre Investitionen deutlich zurückfahren, warnt das Seco.

(Reuters)

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Schweizer Exporte stagnieren

Schweizer Exporte stagnieren im August auf hohem Niveau - Importe rückläufig

Die Schweizer Exporte haben im August stagniert, und die Importe waren leicht rückläufig. Dabei resultierte unter dem Strich ein leicht höherer Handelsbilanzüberschuss (saisonbereinigt) von 1,41 Milliarden Franken, nachdem im Vormonat 1,15 Milliarden ausgewiesen worden waren.

20.09.2018 08:30

Auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat stiegen die Exporte im Berichtsmonat nominal um 0,2 Prozent auf 18,29 Milliarden Franken, real um 0,6 Prozent. Bei den Importen resultierte derweil ein Minus von 1,1 Prozent auf 16,89 Milliarden (real -2,8 Prozent).

Nach einer wachstumsstarken Phase bis Mai dieses Jahres verlaufe die Entwicklung des schweizerischen Aussenhandels seither stockend, kommentierte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag die Zahlen. Die Stagnation der Exporte finde allerdings auf hohem Niveau statt, wurde betont.

Weniger Importe aus Frankreich

Die Exporte der Warengruppen entwickelten sich laut den Angaben unterschiedlich: So nahmen Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten zu, jene von Maschinen und Elektronik stagnieren, und jene von chemisch-pharmazeutischen Produkten waren rückläufig. Bezogen auf die drei Hauptmärkte stach Europa positiv hervor (+2,1%), während der Absatz nach Asien (-1,7%) und Nordamerika (-2,1%) harzte.

Bei den Importen hätten sich abgesehen von den chemisch-pharmazeutischen Produkten sowie von Maschinen und Elektronik alle Sparten rückläufig entwickelt, hiess es weiter. Geografisch fiel laut den Angaben auf, dass die Einfuhren aus Frankreich regelrecht einbrachen (-370 Millionen) - so stark wie nie mehr seit dem Jahr 2000.

rw/cf

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Zyndicate
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SNB warnt vor Risiken bei

SNB warnt vor Risiken bei Postfinance-Eintritt in Hypothekenmarkt

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat für den Fall eines Eintritts von Postfinance in den Schweizer Hypothekenmarkt zur Vorsicht gemahnt. Die Versorgung mit Hypothekarkrediten sei ausreichend, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Gleichzeitig seien die Immobilienpreise hoch. "Das heisst, ein Eintritt einer sehr grossen Bank in diesen Markt muss sehr vorsichtig erfolgen, damit die Risiken für die Finanzstabilität nicht unnötig erhöht werden", erklärte Jordan.

20.09.2018 13:57

Der Bundesrat hatte Anfang September vorgeschlagen, dem mit rückläufigen Ergebnissen kämpfenden Staatsinstitut den Eintritt in den Kredit- und Hypothekarmarkt zu erlauben. Viele Politiker haben Vorbehalte angemeldet. Doch auch wenn das Parlament zustimmt, dürfte es mindestens zwei Jahre dauern, bis der grösste Zahlungsverkehrsanbieter des Landes sein Geschäftsfeld ausweiten kann.

tp/

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Elias
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Tiefere Kurse schaffen neue Dividendentitel - aber welche soll m

Rückschläge an der Börse haben neue Titel an die Spitze der Top-Dividendenzahler gespült. Aber das heisst nicht, dass es sich bei diesen Aktien auch um Dividendenperlen handelt. Eine Sortierung.

Eine Dividendenrendite errechnet sich, wenn man die Höhe der Ausschüttung durch den Aktienkurs teilt und dann mit dem Faktor 100 multipliziert. Das heisst dann auch: Sinkt der Kurs der Aktie eines Unternehmens und bleibt die Dividendenprognose gleich, dann steigt die Rendite.

Die Kursrückgang am Schweizer Aktienmarkt über den Sommer hat einige Opfer gefordert. Der Kurs des Vermögensverwalters GAM beispielsweise hat sich seit Anfang Jahr etwas mehr als halbiert. Als Nebeneffekt aber hat es GAM an die Spitze Rangliste mit den höchsten Dividendentitel gespült. So hoch wie aktuell bei 8,9 Prozent Dividendenrendite befindet sich sonst keine in der Schweiz kotierte Firma.

Zwar sind Aktien mit hohen Dividendenrenditen beliebt und geniessen in den fortgesetzten Tiefzinszeiten den Ruf eines "Obligationensersatzes". Aber eine stattliche Ausschüttung schützt einem bekanntlich nicht vor schlechter Kursentwicklung.

GAM

Der Asset Manager verfehlt die eigenen Gewinnerwartungen und hat diesen Sommer mit der Suspendierung eines Fondsmanagers Negativschlagzeilen bewirkt. Geldabflüsse, die bisher schon immer wieder einmal verzeichnet wurden, werden nun weitere erwartet. Für den Kursrückgang gibt es also Gründe. Diese sprechen gleichzeitig gegen baldige Kursanstiege.

Das Problem ist auch: Vom Spitzenplatz bei den Dividendenrenditen könnte GAM schnell fallen. Will der Asset Manager die Kapitalkissen aufpolstern, muss er die Ausschüttungen von gegenwärtig 65 Rappen wohl reduzieren. Nur ein schwacher Trost ist, dass auch bei 40 Rappen Dividende die Rendite noch bei überdurchschnittlichen 5 Prozent liegen würde.

APG-SGA

Nah am Dividendenthron befindet sich das Plakatwerbeunternehmen, weil seit mehreren Jahren stattliche Sonderdividenden ausschüttet: Die Dividendenrendite liegt bei 7 Prozent. APG-SGA ist praktisch nur in der Schweiz aktiv und dominiert den profitablen Markt der Aussenwerbung. Die Margen sind allerdings unter Druck, denn der Markt ist hart umkämpft. Dafür gilt Plakatwerbung als weniger konjunkturanfällig als andere Formen der Reklame.

Der Kurs der Aktie ist seit einem Zwischenhoch im Februar um ein Viertel gesunken. Aber der Talboden dürfte langsam durchschritten sei, und die Aktie hat Aufwärtspotential. Ausserdem wird es wohl auch 2018 eine Sonderdividende geben.

Burkhalter

Von einem Allzeithoch bei 158,40 Franken im April 2017 ist Burkhalter inzwischen weit entfernt. Die Aktie kostet noch 84 Franken, das ist so tief wie seit vier Jahren nicht mehr. Trotzdem ist Burkhalter von den hier vorgestlelten Aktien jene mit der höchsten Bewertung - das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 21, was noch als moderat zu sehen ist.

Das Auslaufen eines Grossauftrag am Gotthard-Basistunnel schlug dieses Jahr auf den Gewinn. Das Elektroinstallateursunternehmen kämpft auch mit einer Konkurrenz, welche die Preise drückt. Das hat den Kurs diesen Monat noch einmal etwas nach unten gedrückt. Aber die Chancen stehen gut, dass sich die Zeiten auch für Burkhalter wieder bessern. Mit einer Dividendenrendite von knapp 6 Prozent sind Anleger gut bedient. Langfristig hat Burkhalter auch nach wie vor gute Wachstumsaussichten.

Valora

Die Valora-Aktie ist 17 Prozent weniger wert als am Jahresanfang, wofür vor allem ein jäher Kursrückgang im Juli der Grund gewesen ist. Mit den Halbjahreszahlen gab der Handelskonzern unter anderem berichtet, dass der Verkauf von Presseerzeugnissen und Büchern schlechter laufe. Ausserdem war kurz vorher bekannt geworden, dass die SBB die Kioskflächen an Bahnhöfen, wo Valora mit dem Franchisesystem K-Kiosk stark vertreten ist, neu ausschreibt.

Auch wenn Valora auf eine Dividendenrendite von 4,7 Prozent kommt, ist bei dieser Aktie im Moment Vorsicht geboten. Die aus Deutschland importierten Ertragsstars Brezelkönig und Backwerk und die gut laufende Spettacolo-Kaffeekette alleine würden ansprechende Margen erlauben. Aber das Geschäft insgesamt, wo auch Food Services und kleine Geschäftsbereiche im Ausland dazugehören, könnte noch einen Profitabilitätsschub gebrauchen.

Orell Füssli

Auch bei Orell Füssli kamen die Halbjahreszahlen nicht gut an. Das Druckerei- und Buchhandelsunternehmen schrieb wieder einmal Verlust. Allein seit der Bekanntgabe der Zahlen im August ist der Kurs rund 15 Prozent zurückgegangen. Auf die der vergangenen 12 Monate zurückblickend beträgt der Kursverlust rund ein Viertel.

Mit 4,5 Prozent Dividendenrendite ist auch Orell Füssli "bei den Leuten". Jetzt einsteigen ist wohl verfrüht. Aber abschreiben sollte man das Unternehmen, das die Nationalbank und den Unternehmer Dieter Meier als Grossaktionäre hat, noch nicht. Im Noten- und Sicherheitsdruck ist Orell Füssli technologisch fit und versucht, diese Bereiche profitabler zu machen. Ein Klotz am Bein ist – leider – der Buchhandel.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
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Zahl der weltweiten

Zahl der weltweiten Börsengänge nimmt im dritten Quartal ab

Weltweit haben im dritten Quartal weniger Firmen den Gang an die Börse gewagt als noch im vergangenen Jahr. In Dollar gerechnet ist das Volumen allerdings dank einiger grossen Transaktionen angestiegen.

25.09.2018 11:16

Weltweit sank die Zahl der Börsengänge um 22 Prozent auf 302, das zeigten am Dienstag die Ergebnisse des IPO-Barometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Das Volumen kletterte jedoch um 9 Prozent auf 47 Milliarden US-Dollar in die Höhe.

Stark entwickle sich der US-Markt, wo die Zahl der IPOs um 31 Prozent auf 47 stieg und sich das Emissionsvolumen gar um 150 Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar ausweitete. Die Gründe für dieses Wachstum sehen die EY-Experten in der guten Konjunkturentwicklung mit steigenden Unternehmensgewinnen. Zudem habe es einige vielversprechende IPO-Kandidaten gegeben. So ging etwa der Lautsprecher-Anbieter Sonos an die Börse.

Dagegen leide das Geschäft in Europa unter den Unsicherheiten im Zollstreit mit den USA und insbesondere mit Blick auf den Brexit. Das IPO-Klima habe sich daher zuletzt eingetrübt und im dritten Quartal nahm die Zahl der Börsengänge um 23 Prozent auf 33 ab und das Volumen schrumpfte gar um 91 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Auch in China gingen die IPO-Aktivitäten zurück, es gab 44 Prozent weniger Neuemissionen. Aufgrund grosser Transaktionen und neuer Bestimmungen an der Hongkonger Börse verdoppelte sich jedoch das Volumen auf 26 Milliarden.

Zwei IPOs in der Schweiz

In der Schweiz gingen mit dem Rohstoffunternehmen Blackstone Resources und der Biotechfirma Obseva zwei Gesellschaften an die Börse. Darüber hinaus hat mit dem Industriekonzern SIG Combibloc ein Altbekannter die Rückkehr aufs Schweizer Parkett angekündigt. Bei den derzeit hohen Bewertungsniveaus sei auf dem Schweizer IPO-Markt ein Jahresendspurt möglich, das IPO-Fenster sei derzeit weit geöffnet, hiess es.

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KOF erhöht BIP-Prognose 2018

KOF erhöht BIP-Prognose 2018 deutlich

Die von der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich vierteljährlich befragten Konjunkturexperten (KOF-Konsensus) sind für das laufende Jahr deutlich optimistischer geworden.

25.09.2018 09:42

Sie rechnen mit einem Wirtschaftswachstum in der Schweiz von 2,7 Prozent. Die Prognose für 2019 und für in fünf Jahren bleiben unverändert bei 1,7 respektive 1,6 Prozent.

Optimistischer als noch im Juni sind die Konjunkturexperten bei den Bauinvestitionen, bei den Exporten sowie bei der Arbeitslosenquote. So erhöhten die Experten die Prognose 2018 für die Bauinvestitionen deutlich auf 1,6 Prozent von zuvor 1,2 Prozent. Die Exporte sollen um 4,4 Prozent wachsen statt nur um 4,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote sehen die Experten 2018 leicht tiefer bei 2,7 Prozent nach 2,8 Prozent.

Für 2019 fallen die Anpassungen geringer aus. So erwarten die Experten bei den Exporten ein leicht höheres Plus von 3,8 Prozent nach zuvor 3,7 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen leicht stärker um 3,0 Prozent zunehmen (Juniprognose: 2,9 Prozent). Die Prognosen 2019 für die Bauinvestitionen dagegen fallen leicht tiefer aus (neu 0,9 Prozent nach zuvor 1,0 Prozent).

Bei der Arbeitslosenquote lautet die neue Prognose für das kommende Jahr auf 2,6 Prozent nach zuvor 2,7 Prozent. Die Fünfjahresprognose von 3,0 Prozent wird dagegen bestätigt.

Unveränderte Zinsprognose

Die Konjunkturauguren halten auch an ihrer Erwartung der Zinsentwicklung fest und rechnen weiterhin mit einem Zinsanstieg innerhalb der nächsten 12 Monate. Gemäss Consensus-Befragung könnten der Zinssatz des 3-Monats-Libors auf -0,5 Prozent und der Kassazins der 10-jährigen Bundesobligation auf 0,4 Prozent ansteigen.

Die Wechselkursprognose des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro in den nächsten drei Monaten liegt bei 1,14 Franken pro Euro. Im Juni lag der Consensus-Prognose noch bei 1,17. In den kommenden zwölf Monaten erwarten die Ökonomen einen Kurs von 1,15 nach zuvor 1,20 Franken pro Euro.

Der erwartete Wechselkurs des Frankens gegenüber dem US-Dollar ist im Vergleich zum letzten Quartal dagegen nahezu unverändert. Die Ökonomen gehen von einem Kurs von 1,00 (Juni: 0,99) in drei Monaten und einem Kurs von 1,01 (Juni: 0,99) in 12 Monaten aus. Beim Swiss Performance Index (SPI) wird in den nächsten drei Monaten ein Rückgang auf rund 10'500 Punkte erwartet. In 12 Monaten soll er bei rund 10'600 Punkte. Aktuell notiert der SPI bei 10'704 Punkten.

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Anleger können auch von einem

Anleger können auch von einem «lahmen» SMI profitieren

Es ist frustrierend: Während viele Leitbörsen nach oben tendieren, geht es mit dem Swiss Market Index nicht vorwärts. Doch mit entsprechenden Produkten können Anleger auch von einem schlappen Leitindex profitieren.

25.09.2018 23:00

Von Pascal Züger

Die Mehrheit der cash-Leser glaubt gemäss einer Umfrage von vergangener Woche nicht mehr an eine Jahresendrallye an der Schweizer Börse. Die Unsicherheiten, allem voran getrieben durch den Handelskonflikt der USA mit China, drücken zu stark auf die Stimmung. 

Seit Februar taumelt der Swiss Market Index (SMI) um die Marke von 9000 Punkten herum. Die Performance seit Jahresbeginn ist mit minus 4,3 Prozent negativ. Und geht es nach zahlreichen Aktienexperten, so ist auch der nächste Bärenmarkt mit fallenden Kursen nicht mehr weit. Nach Anastassios Frangulidis, Chefstratege bei Pictet Asset Management Zürich, wird die Lage an den Finanzmärkten bereits ab 2019 kritisch, wie er vor zwei Wochen im cash-Börsen-Talk ausführte.

Doch gewiefte Anleger verwerfen nun nicht die Hände ob des lahmen SMI. Sie suchen nach passenden Investitionsmöglichkeiten. Und die gibt es tatsächlich: Diverse Strukturierte Produkte setzen auf Seitwärts- bzw. Abwärtsmärkte. Solche Produkte haben aber keine Renditegarantie und sind häufig mit hohen Verlustrisiken verbunden. Daher gilt: Wer ein Produkt nicht versteht, lässt besser die Finger davon. Und über die Kosten sollten sich die Anleger informieren.

Szenario 1: Seitwärtsbewegung des SMI

Kommt die Börse nicht vom Fleck, setzen Anleger häufig auf sogenannte "Barrier Reverse Convertibles", kurz BRC. Es sind mit Abstand die beliebtesten Strukturierten Produkte. Der Anleger wettet quasi auf den künftigen Kursverlauf eines zugrunde liegenden Basiswertes. Unterschreitet der Basiswert SMI eine im Voraus definierte Barriere nicht, dann erhält der Anleger neben einer jährlichen, zumeist attraktiven Couponzahlung auch das eingesetzte Kapital zurück. Fällt das Produkt allerdings unter die Barriere, ist mit hohen Verlusten zu rechnen. 

Zahlreiche Anbieter geben solche BRC auf den SMI heraus. So etwa die Bank Vontobel: Der 9.05 SMI/VONT 21 wurde Anfang März bei einem Wert von 8829,29 lanciert. Der Anleger erhält jährlich bis zum Bewertungstag (1. März 2021) eine Zinszahlung von 3,01 Prozent auf den eingesetzten Betrag. Darüber hinaus gibt es am Bewertungstag den Nennwert zurück, sollte der SMI zu jenem Zeitpunkt auf oder über der definierten Barriere bei 6621,97 Punkten liegen. Bei einem tieferen SMI-Wert stehen höhere Verluste an. Steigt der SMI stark an, hat der Anleger indes auch nichts von den Kursgewinnen. Der Anleger setzt hier also klar auf eine Seitswärtsbewegung des SMI.

Eine andere Option ist der Autocallable Multi Barrier Reverse Convertibles von Leonteq auf die fünf grössten SMI-Unternehmen Nestlé, Novartis, Roche, UBS und Zurich, der am 31. Juli lanciert wurde. Als jährlicher Coupon werden 3,5 Prozent ausbezahlt, am Ende der Laufzeit erhält der Anleger das Kapital zurück. Die Bedingung allerdings: Keiner der fünf enthaltenen SMI-Titel darf während der Laufzeit Kursverluste von 60 Prozent oder mehr erleiden. Fällt der Kurssturz höher aus, dann gibts Verluste. Das Verfallsdatum ist am 24. Juli 2023.

Szenario 2: Abwärtsbewegung des SMI

Gehen Anleger davon aus, dasss die Aktienmärkte und damit auch der SMI in den nächsten Monaten fallen werden, bieten sich Kapitalschutzprodukte an. Diese Produkte sind quasi ein Rettungsschirm bei Kurseinbrüchen, Geld lässt sich im Falle eines Bärenmarktes damit aber nicht verdienen - nur den Verlust reduzieren.

Simon Przibylla, Director Public Solutions bei Leonteq, empfiehlt Anlegern das derzeit zur Zeichnung aufliegende Kapitalschutzprodukt auf den SMI, welches von der EFG Bank emittiert wird (Zeichnungsfrist 28.09.2018) und eine Laufzeit von 6 Jahren besitzt. Hier wird kein Coupon ausbezahlt, der Anleger kann von einem weiter ansteigenden SMI profitieren. Der maximale Verlust beträgt 10 Prozent. Sollte der Leitindex tiefer fallen, ist der Anleger geschützt.

Wer durch Kurseinbrüche reich werden will, setzt auf "Put-Warrants". Mit diesen Hebelprodukten, die unterschiedliche Laufzeiten haben, profitieren Anleger überproportional stark von Kurseinbrüchen. Schliesst das Produkt jedoch am Verfalltag des Warrants auf oder über dem Basispreis, verfällt das Produkt wertlos. Profitabel wird das Produkt dann, wenn eine vordefinierte Grenze unterhalb des Basispreises ("Strike" oder Ausübungspreis) unterboten wird. Landet der Preis zwischen Ausübungspreis und Basispreis, erhält der Anleger nur einen Teil des eingesetzten Kapitals zurück.

Put Warrants auf den SMI gibt es zuhauf. Dabei kann der Anleger zwischen unterschiedlichen Risikolevels auswählen. Entscheidend für das eingegangene Risiko ist die Höhe des Strikes: Je tiefer dieser angesetzt wird, desto höher fällt der mögliche Gewinn aus - aber desto wahrscheinlicher wird auch ein Totalverlust.

Beispiel eines extrem riskanten Produktes ist der Put Warrant "SMUMXU" auf den SMI der UBS. Der Strike ist auf 7600 festgesetzt, Verfallsdatum ist der 21. Juni 2019. Stand jetzt müsste der SMI bis zum Verfallszeitpunkt um mindestens 16 Prozent einbrechen, damit das Produkt profitabel wird. Gemäss UBS-Angaben liegt der Hebel bei diesem Produkt bei 72,2. Will heissen: Liegt der SMI in neun Monaten tatsächlich unter 7600 Punkten, verdient der Anleger richtig gutes Geld. Kann sich der SMI allerdings auf dem heutigen Stand oder darüber behaupten, ist der ganze Einsatz verloren.

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