CH-relevante Börsenthemen Jahr 2018

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Nach dem Kursrutsch zeichnet

Nach dem Kursrutsch zeichnet sich an der Börse Gegenbewegung ab

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Dienstag zunächst eine Gegenbewegung auf den erneuten Kursrutsch vom Vortag ab. Rückenwind dürfte der Leitindex SMI dabei vor allem von der Wall Street bekommen, der am Montag nach einem schwachen Start noch die Kehrtwende ins Plus gelungen war.

11.12.2018 07:43

Nachdem zunächst die Technologiebörse Nasdaq in Plus gedreht war, folgten auch die Standardwerte-Indizes, so dass die jüngste Talfahrt erst einmal ein Ende fand.

Für den SMI errechnet die IG Bank gegen 7.35 Uhr einen aktuellen Stand von 8'632 Punkten, was gegenüber dem Schlusskurs vom Montag ein Anstieg um 0,95 Prozent bedeutet. Nachdem der Leitindex die vergangene Woche bereits mit einem Verlust von 3,3 Prozent beendet hatte, war er am Montag nochmals um knapp 2,2 Prozent abgesackt.

Zum Wochenstart war es die überraschende Wendung beim geplanten Ausstieg Grossbritanniens aus der EU, welche die Investoren verschreckte. Die britische Premierministerin Theresa May hatte die für Dienstagabend geplante Abstimmung im britischen Parlament über das mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen abgesagt. Einen neuen Termin nannte sie zunächst nicht.

Wie es in Händlerkommentaren am Dienstag heisst, sollte die erwartete Gegenbewegung an diesem Morgen nicht überbewertet werden. Immerhin seien die Börsen in Asien den freundlichen US-Vorgaben nur zum Teil gefolgt. Zudem trage die gestiegene Unsicherheit rund um den Brexit zu den allgemeinen Wachstumsängsten der Investoren bei.

"Aktuell braucht es nicht viel, um übertriebenen Reaktionen an den Märkten auszulösen", fasst es ein Börsianer zusammen. Daher sollte die mögliche Erholung an diesem Dienstag auch nicht als Ausbruch aus einem möglicherweise länger anhaltenden Abwärtstrend gesehen werden.

Die erhöhte Unsicherheit macht sich derzeit nicht nur auf Aktienseite bemerkbar. Das Euro-Franken-Paar bewegt sich weiter in Richtung 1,12, ein Zeichen dafür, dass der Franken als sicherer Hafen verstärkt gesucht wird.

hr/cf

(AWP)

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Beschäftigungsaussichten

Beschäftigungsaussichten verbessern sich leicht

Am Schweizer Arbeitsmarkt hat sich die Stimmung für den Jahresbeginn 2019 aufgehellt, nachdem sie für das Schlussquartals 2018 gedämpft war. Dies zeigt das neuste Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower.

11.12.2018 06:30

4 Prozent der befragten Arbeitgeber gehen von einem Aufbau beim Personal in den ersten drei Monaten des neuen Jahres aus, wie Manpower am Dienstag mitteilte. Ebenfalls vier Prozent rechnen mit einem Abbau. Die grosse Mehrheit will ihre Belegschaft aber stabil halten.

Unter dem Strich ergibt sich damit eine unveränderte Arbeitsmarktprognose. Saisonbereinigt resultiert hingegen ein Plus von 2 Prozent, nachdem es bei der Umfrage für das vierte Quartal 2018 ein Wert von -2 Prozent gewesen war. Für das Barometer hat Manpower im Oktober in der Schweiz 752 Arbeitgeber befragt.

Ermutigende Prognose

Manpower-Schweiz-Chef Leif Agnéus spricht von einer für die Arbeitnehmer "ermutigenden Prognose". Für die Unternehmen werde es angesichts des angespannten Arbeitsmarktes und der seit Monaten niedrigen Arbeitslosenquote aber eine Herausforderung, Kandidaten mit den nachgefragten Kompetenzen zu finden. "Wir müssen alles daran setzen, dass die Wirtschaft nicht durch den Mangel an qualifiziertem Personal gebremst wird", so Agnéus.

Die bessere Stimmung am Arbeitsmarkt zieht sich laut der Mitteilung durch die meisten Regionen und Branchen. Besonders ausgeprägt sei sie in der Region Zürich sowie in den Sektoren Energie- und Wasserversorgung, Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungen. Den Optimismus im Bereich Energie erklärt sich Agnéus mit der bevorstehenden AKW-Stilllegung, welche Personal benötige.

Im internationalen Vergleich ist der Optimismus für den hiesigen Arbeitsmarkt allerdings mässig. So resultierten in allen Nachbarländern höhere Werte (+3% bis +8%). Noch deutlich besser ist die Stimmung am Arbeitsmarkt in Japan (+27%) und den USA (+20%).

rw/cf

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Studie: 2018 wird stärkstes

Studie: 2018 wird stärkstes Börsengang-Jahr seit dem Neuen Markt

2018 ist laut einer Studie schon jetzt das stärkste Jahr für Börsengänge in diesem Jahrtausend. Das Volumen der Erstnotizen (IPOs) seit Januar summiere sich ohne Mehrzuteilungsoptionen auf 10,4 Milliarden Euro, teilte die Unternehmensberatung PwC am Mittwoch in Düsseldorf mit. Der Grossteil der Summe stammte allerdings aus drei grossen Börsengängen. Und die Aussichten für 2019 seien von grossen Unsicherheiten geprägt, sagte PwC-Expertin Nadja Picard.

12.12.2018 12:56

Dabei hat die Expertin den Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU, die Proteste gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die Hängepartie um den Brexit im Auge. Auch könnten die Handelskonflikte zwischen den USA auf der einen sowie China und der EU auf der anderen Seite jederzeit eskalieren. In einem solch unsicheren Umfeld seien Anleger sehr risikoscheu, was die Bewertung von Neuemissionen angehe.

Im laufenden Jahr hatten die Unsicherheiten bereits zur Verschiebung und Absage von Börsengängen beigetragen. Zuletzt hätten sich Anleger fast vollständig vom IPO-Markt zurückgezogen, sagte Picard. Von den gut 10 Milliarden Euro Emissionsvolumen speisten sich 80 Prozent aus den grossen Börsengängen der Siemens-Gesundheitssparte Healthineers , des Bremsenherstellers Knorr-Bremse und der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS .

Ob das Geschäft mit dem Sprung aufs Börsenparkett 2019 so weitergeht oder sogar noch anzieht, hängt Picard zufolge von den politischen Entwicklungen der kommenden Monate ab sowie davon, ob diese die Märkte beruhigen könnten. Dann könnten Investoren neues Vertrauen fassen. Der Start werde auf jeden Fall schwierig: Das weltweite Wirtschaftswachstum gehe zurück, die Inflation ziehe an, und die Zinsen steigen.

Dessen ungeachtet zeichnen sich die ersten grossen Börsengänge bereits ab. PwC hat dabei vor allem die Lkw-Sparte des VW-Konzerns Traton und die Powertrain-Einheit des Autozulieferers Continental im Auge./stw/jkr/fba

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Erholungsrally steht vor Bewährungsprobe

SMI: Erstes Ziel erreicht

Die Erholungsrally beim Swiss Market Index steht vor einer grösseren Bewährungsprobe.

Ähnlich dynamisch wie beim jüngsten Absturz ziehen die Kurse seit einigen Tagen wieder an. Dabei erwies sich der Nachfragebereich um 8600 als Sprungbrett der laufenden Aufwärtsbewegung. Inzwischen hat der SMI (SMI 8862.62 0.02%) ungefähr die Hälfte der Verluste seit Monatsbeginn aufgeholt und steht nun vor einer Schlüsselzone.

Der hoch aufgelöste Stundenchart zeigt die Ausgangslage: Im Areal um 8860 bis 8900 stellt die Kombination aus 21-Tage-Mittelwert (blau), Obergrenze des grauen Bewegungskorridors und horizontaler Wendezone eine hohe Hürde dar. Ein direkter Durchmarsch ist daher kaum zu erwarten. Erst nach einer Pause steigt wieder die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schub, der den SMI über die 8900 führen könnte (grün).

 

zoom

 

Ein bremsenden Effekt dürfte auch von der erneut erreichten 200-Tage-Linie (violett) ausgehen. Im Erfolgsfall zeigt der Wochenchart die weiteren Perspektiven auf der Oberseite. Bereits seit Frühjahr 2017 ist zwischen 9100 bis 9200 eine erhöhte Verkaufsbereitschaft messbar, das Kursbild zeigt hier mehrere Wendepunkte (grün gestrichelt). Damit bietet sich dem SMI noch ein Potenzial von gut 3%, bevor mit stärkeren Gewinnmitnahmen zu rechnen ist. Etwa 4% sind es hingegen bis zur wichtigen Unterstützung um 8450. Auf der Long-Seite ist das Chance-Risiko-Verhältnis daher für Neueinsteiger nicht mehr so attraktiv.

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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Anlegen wird nicht einfacher,

Anlegen wird nicht einfacher, aber hoffentlich unverkrampfter

Ein schmerzhaftes Anlagejahr neigt sich dem Ende entgegen. Wird 2019 alles besser? Nein. Aber ich hätte ein Anliegen.

16.12.2018 23:23

Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash.ch

Warum kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einem derartigen Einbruch an den Aktienmärkten? Weshalb stürzte der Ölpreis innert kurzer Zeit so heftig ab? Und warum profitierte der Goldpreis nicht von den Unsicherheiten?

Für Anleger gab es im Jahr 2018 Fragezeichen zuhauf. Die Verunsicherung ist nicht unbegründet. Zum ersten Mal seit 25 Jahren werden fast alle wichtigen Anlageklassen 2018  voraussichtlich eine negative Performance aufweisen. Das widerspricht der Theorie und weitgehend auch der Praxis: Denn "normal" wäre zum Beispiel, wenn Aktien und Obligationen unterschiedliche Richtungen gingen. Oder dass der Goldpreis als "sicherer Hafen" attraktiver würde.

Die Politik bietet sich als Sündenbock für die Marktturbulenzen an. Brexit-Chaos, Ewig-Sorgenkind Italien, der türkische De-facto-Alleinherrscher Erdogan, Trumps harte Hand gegen China - tatsächlich hatten Polit-Ereignisse erheblichen Einfluss auf die Märkte in diesem Jahr.

Die Beschränkung auf die Politik würde allerdings zu kurz greifen. Bei der Konjunktur sehen wir uns mit einer Umbruchsituation konfrontiert. Die Börsen zeigen zudem nach einer fast zehnjährigen Rally erhebliche Ermüdungserscheinungen. Und schliesslich haben viele Anleger den Beginn des Zinserhöhungszyklus in den USA erst mit dreijähriger Verspätung realisiert.

Ich habe etwas Mühe, für das nächste Jahr grenzenlosen Optimismus zu versprühen. Viele Probleme des alten Jahres werden bleiben. Bestenfalls werden sie von den Märkten gelassener interpretiert als in diesem Jahr. Unverkrampfteres Investieren ohne Panikmodus - das ist meine Hoffnung für 2019. Denn dass Investoren bei vielen Aktienkursen schon seit Monaten bereits eine Rezession einpreisen, finde ich absurd.

Das Anlagejahr 2019 wird – um den abgedroschenen und beschönigenden Ausdruck zu verwenden - "herausfordernd" bleiben. Aber Anlagemöglichkeiten an den Märkten wird es auch 2019 geben. Und da wollen wir von cash.ch Orientierung bieten. In einer vierteiligen Serie bis zum Jahresende bringt die grösste Finanzplattform der Schweiz Einschätzungen zu vier grossen Anlageklassen: Währungen, Aktien, Edelmetalle – und Immobilien. Dieser Ausblick macht heute Montag den Anfang.

Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit hier nutzen, mich für Ihre Treue zu bedanken. Noch nie wurde von so vielen unterschiedlichen Endgeräten (Smartphones, Tablets, Desktop) konstant auf das Angebot von cash zugegriffen wie im Jahr 2018. Ich hoffe, Sie sind auch im nächsten Jahr regelmässig bei cash. Ich wünsche Ihnen schon jetzt frohe Festtage und eine guten Rutsch ins 2019.

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Finma warnt vor Libor-Ende

Finma warnt vor Libor-Ende

Nun hebt auch die Finanzmarktaufsicht wegen dem sich abzeichnenden Ende des Libors den Warnfinger.

17.12.2018 12:28

Mit einer sogenannten "Aufsichtsmitteilung" will sie ihre Beaufsichtigten für die Thematik sensibilisieren, wie sie am Montag mitteilte. Das weltweit bedeutende Libor-Referenzzinssystem wird bekanntlich nur noch bis Ende 2021 gewährleistet.

Laut der Finma drohen rund um die Ablösung Rechtsrisiken, Bewertungsrisiken und Risiken bei der Sicherstellung der operationellen Bereitschaft, wie es im Schreiben weiter hiess. Die Behörde empfiehlt den beaufsichtigten Finanzmarktteilnehmern, "sich frühzeitig mit den Herausforderungen" zu befassen.

Die Behörde will ab dem kommenden Januar auch auf "besonders betroffene Beaufsichtigte" zugehen, wie es weiter hiess. Sie werde dabei die Angemessenheit der Erfassung, Begrenzung und Überwachung der Risiken kontrollieren. Ein Thema werde die Libor-Ablösung zudem beim Schweizer Solvenztest (STT) im Bereich der Versicherungen, kündigte die Finma weiter an.

(AWP)

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SIX-Sprecher: Erreichen einer

SIX-Sprecher: Erreichen einer dauerhaften Äquivalenz hat höchste Priorität

SIX-Sprecher Julian Chan wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AWP nicht im Detail zur Empfehlung der EU-Kommission äussern, die Börsenäquivalenz um ein halbes Jahr zu verlängern. Weiterhin habe das Erreichen einer dauerhaften Äquivalenzanerkennung höchste Priorität, sagte er bloss.

17.12.2018 12:24

Diese sei wichtig, weil damit Rechtssicherheit hergestellt werde und transparente sowie effektive, offene Märkte weiter den Bedarf der Anleger bedienen könnten, so der Sprecher weiter.

Er erinnerte daran, dass "einige der grössten und meistgehandelten Unternehmen Europas" in der Schweiz ansässig seien und diese Wertpapiere an der SIX kotiert und gehandelt würden.

SIX begrüsse gleichzeitig nach wie vor die Eventualmassnahme des Bundesrates zum Schutz der Funktionsfähigkeit des Schweizer Kapitalmarkts, so der Sprecher weiter. Denn diese stellten für den Fall eines Auslaufens der Äquivalenz sicher, dass EU-Marktteilnehmer weiter Zugang zum Schweizer Binnenmarkt hätten und dort Schweizer Aktien handeln könnten.

rw/kw

(AWP)

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Institut für Weltwirtschaft:

Institut für Weltwirtschaft: 2019 droht Abschwung

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) rechnet im kommenden Jahr in der deutschen Wirtschaft mit einem Abschwung in Raten. In der ersten Jahreshälfte gehe es zwar noch voran. "Im Jahresverlauf 2019 dürfte aber allmählich der Abschwung einsetzen", sagte der Leiter des IfW-Prognosezentrums, Stefan Kooths, am Montag bei der Jahresveranstaltung "Konjunkturperspektiven 2019" des Industrieverbands Hamburg (IVH) und der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord) laut Mitteilung.

17.12.2018 12:13

"Neben den Exporten, die im kommenden Jahr wieder stärker Tritt fassen, werden die Konsumausgaben zur wichtigsten Triebkraft der Konjunktur", betonte Kooths. Die Kaufkraft profitiere "von weiter kräftigen Lohnzuwächsen". Dazu gehöre auch ein expansiver Kurs der Finanzpolitik, so dass mit den konsumnahen Branchen vor allem jene Dienstleistungsbereiche stimuliert würden, die noch am ehesten Expansionsspielräume aufwiesen. "Die Bauwirtschaft dürfte demgegenüber weiter an der Kapazitätsgrenze operieren", sagte Kooths.

IVH-Chef Matthias Boxberger forderte angesichts der Prognose unter anderem einen engagierten Infrastrukturausbau und eine Energiewende ohne Kostennachteile gegenüber anderen Standorten in Europa. Hamburgs Arbeitgeberpräsident (UVNord), Uli Wachholtz, betonte: "Der Aufschwung hat spürbar an Fahrt verloren." Die Wirtschaftspolitik müsse sich darauf ausrichten und Wachstumskräfte stärken./klm/DP/jsl

(AWP)

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Chinesische Unternehmen

Chinesische Unternehmen werden in der Schweiz zum gewichtigen Arbeitgeber

In der Schweiz arbeiten immer mehr Beschäftigte für einen chinesischen Arbeitgeber. Im Gegensatz dazu haben französische Multis immer weniger Mitarbeitende in der Schweiz auf ihrer Lohnliste.

17.12.2018 10:57

2017 waren laut einer am Montag vom Bundesamt für Statistik (BfS) veröffentlichten Studie 46'614 Firmen Teil eines multinationalen Unternehmens. Diese beschäftigten 1,8 Millionen Menschen oder etwas mehr als ein Drittel der gesamten Beschäftigten im Lande.

Über den Zeitraum von 2014 bis 2017 kam es gemäss BfS aber zu bedeutenden Verschiebungen zwischen den Sitzländern der ausländisch kontrollierten Multinationalen. So versiebenfachte sich, nämlich von 1'815 auf 13'965, die Anzahl Arbeitsplätze von Unternehmen unter chinesischer Kontrolle.

Ein Anstieg der Beschäftigten war ebenfalls in Unternehmen unter britischer, beziehungsweise liechtensteinischer Kontrolle zu verzeichnen (+14,1 Prozent bzw. +16,9 Prozent; mittlere jährliche Wachstumsraten 2014-2017).

Abgenommen hat dagegen die Beschäftigung von Tochterunternehmen französischer Multinationaler (-6,1%).

Die Zusammensetzung und Rangfolge der drei wichtigsten Sitzländer blieb zwischen 2014 und 2017 unverändert. 2017 waren mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in ausländischen Unternehmensgruppen einem der Top-3-Länder Deutschland (24,8%), Vereinigte Staaten (18,5%) und Frankreich (12,4%) zuzurechnen.

In den ausländisch kontrollierten Unternehmensgruppen konzentriert sich mehr als die Hälfte (53%) aller Beschäftigten (248'000 an der Zahl) auf die zwei Wirtschaftsabschnitte verarbeitendes Gewerbe und Handel.

Das BFS hat die Zahlen zur Tätigkeit der ausländischen multinationalen Unternehmen in der Schweiz erstmals veröffentlicht. Die Ergebnisse der diesjährigen Statistik beziehen sich auf den Stand der Register am 31. Dezember 2017.

(AWP)

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Eingetrübte Wachstumsprognose

Eingetrübte Wachstumsprognose für die Schweiz

Die Ökonomen des Bundes haben ihre Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr deutlich gesenkt.

18.12.2018 08:15

Sie gehen nun von einem Wert von +1,5 Prozent aus, nachdem sie im September noch +2,0 Prozent vorhergesagt hatten. 2020 soll dann ein Wachstum von 1,7 Prozent erreicht werden, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte.

Auch für das auslaufende Jahr 2018 sind die Vorhersagen nun weniger positiv. Die Prognose wurde auf +2,6 von +2,9 Prozent zurückgenommen. Die tiefere Prognose für 2018 begründete das Seco damit, dass das Wachstum im dritten Quartal abrupt gebremst worden sei. Bekanntlich schrumpfte die Schweizer Wirtschaft damals um 0,2 Prozent.

Die Seco-Experten gehen zwar davon aus, dass die Export- und die Binnenwirtschaft nach dem schwachen dritten Quartal zu einem moderaten Wachstum zurückkehren werden. Die starken Wachstumsraten der ersten Jahreshälfte 2018 würden aber nicht mehr erreicht.

Ab 2019 setze sich dann die konjunkturelle "Normalisierung" der Weltwirtschaft nach der stark expansiven Phase 2017 und 2018 fort, hiess es weiter. Der Euroraum dürfte dabei laut den Experten etwas schneller an Dynamik einbüssen als noch im September erwartet.

Keine starken Impulse seien auch vom Konsum zu erwarten, so die Mitteilung weiter. Die gedämpfte Lohnentwicklung und die positive Teuerung verringerten die reale Kaufkraft der Haushalte.

Das Seco betonte ausserdem in der Mitteilung die Risiken für die Vorhersagen. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, würden die Weltkonjunktur und der Welthandel stärker ausgebremst als in der Prognose angenommen, hiess es.

(SDA/Reuters)

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Weitere Marktöffnung würde

Weitere Marktöffnung würde Schweizer Preisniveau kaum beeinflussen

Mehr Nähe zur EU hin oder her - die Schweiz bleibt ein Hochpreis- und Hochlohnland. Zu diesem Schluss kommen die Ökonomen der Credit Suisse in ihrem neuesten «Monitor Schweiz».

18.12.2018 14:05

Zurzeit diskutiert die Schweiz mit dem Rahmenabkommen über eine weitere Integration in den europäischen Binnenmarkt. Insbesondere bei den Löhnen gibt es dabei die Befürchtung, dass mit einer weiteren Einbindung das hohe Lohnniveau gefährdet sein könnte. Die CS-Ökonomen treten diesen Befürchtungen mit einer Studie im Rahmen der vierteljährlichen Publikation "Monitor Schweiz" entgegen.

"Die Angst vor dem EU-Binnenmarkt dürfte übertrieben sein", sagte Claude Maurer, der Leiter Konjunkturanalyse Schweiz bei der Credit Suisse, an einer Medienkonferenz am Dienstag in Zürich.

Mit der Studie widerlegen die CS-Ökonomen dabei in einem ersten Schritt die Vermutung, dass das hohe Preis- und Lohnniveau allein die Folge einer Marktabschottung ist. Ein Vergleich aller 28 EU-Staaten und der Nicht EU-Ländern Island, Norwegen und Schweiz zeigt laut Maurer, dass in erster Linie die Wirtschaftsleistung das Preisniveau bestimmt. So stiegen mit dem reale BIP pro Kopf auch die Preise, sagte er.

Wirtschaftskraft für Preise entscheidend

Das entspricht laut der Studie auch der Theorie. Denn in reichen Hochlohnländern mit einer erfolgreichen Exportwirtschaft müssen auch Löhne in Binnenbranchen angehoben werden, um auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu sein. Eine stärkere Integration in den EU-Binnenmarkt würde an diesem preistreibenden Effekt nichts ändern, weil er direkte Folge der Leistungsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft ist.

Die Schweizer Wertschöpfungskraft allein erklärt jedoch laut der Studie nicht die gesamte Preisdifferenz. Auffällig im Ländervergleich sei nämlich, dass mit Island, der Schweiz, Norwegen, Dänemark und Schweden die Nicht EU- und die Nicht Euro-Länder die Rangliste der Hochpreisländer anführten, sagte Maurer. Der Verdacht liege darum nahe, dass eben doch auch Protektionismus zum hohen Preisniveau beitrage.

Abgesehen von Produkten mit politischem Wettbewerbsschutz wie die Agrargüter finden die CS-Ökonomen aber auch dafür keine klaren statistischen Belege. Zwar hat sich laut der Studie das Preisniveau innerhalb der EU in der untersuchten Periode von 1999 bis 2017 angeglichen. Als hauptsächlicher Treiber dafür machen die CS-Ökonomen jedoch nicht die Marktöffnung für Güter aus, sondern den Wechselkurs und das Wirtschaftswachstum.

Keine Preisanpassung nach unten

Insbesondere weil die ärmeren EU-Länder wirtschaftlich schneller gewachsen seien als die reicheren, seien die Preisdifferenzen innerhalb der EU kleiner geworden, sagte Maurer. Innerhalb der EU hat demnach keine Preisanpassung nach unten stattgefunden, sondern dank dem Binnenmarkt sind ärmere Länder reicher und leistungsfähiger geworden, was deren Preisniveau angehoben hat.

Auch ein Vergleich der Schweiz mit den wirtschaftlich ähnlichen Euro-Ländern Deutschland, Österreich und den Niederlanden weist laut der Studie nicht darauf hin, dass eine stärkere Einbindung das Preisniveau senkt. Zwar seien in Deutschland und Österreich eine gewisse Preisdämpfung durch den EU-Binnenmarkt feststellbar. In den Niederlanden dagegen sei das Preisniveau sogar noch stärker gestiegen als in der Schweiz.

Oliver Adler, der Chefökonom Schweiz der Credit Suisse, zieht daraus den Schluss, dass auch im EU-Binnenmarkt der Wettbewerb nicht perfekt sei. Trotz offenen Grenzen für Personen, Güter und Dienstleistungen gebe es sowohl bei handel- wie bei nichthandelbaren Gütern weiterhin länderspezifische Besonderheiten und damit unterschiedliche Preise. "Wir wären darum sehr überrascht, wenn es in der Schweiz mit einer stärkeren Einbindung zu einem grossen Preis- und Lohnrutsch käme", sagte er.

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Schweiz hängt am Bargeld:

Schweiz hängt am Bargeld: Mehrzahl der Zahlungen bar abgewickelt

Schweizerinnen und Schweizer wickeln die meisten Zahlungen bar ab.

18.12.2018 19:00

Trotz des hohen Stellenwerts im Alltag ist das Risiko, dass Bargeld für kriminelle Zwecke missbraucht wird, nicht allzu hoch. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht aus der Bundesverwaltung, der am Dienstag veröffentlicht worden ist.

Demnach ist und bleibt Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel in der Schweiz. Die Nationalbank hat in einer Umfrage ermittelt, dass die Haushalte 70 Prozent der Zahlungen bar abwickeln. Am Wert gemessen werden 45 Prozent der Ausgaben mit Bargeld getätigt. Selbst unregelmässige Zahlungen über 1000 Franken werden in rund einem Drittel der Fälle bar abgewickelt. Auch Online-Einkäufe werden teilweise bar bezahlt.

Der Zahlungsverkehr am Postschalter bestätigt den Hang zu Cash. 2017 wurden 146 Millionen Einzahlungen getätigt, 80 Prozent davon in bar. Das Alter spielt dabei kaum eine Rolle. Über 65-Jährige wickeln zwar am meisten Zahlungen mit Bargeld ab, an zweiter Stelle stehen aber die unter 30-Jährigen. Der theoretische Bargeldbestand pro Einwohner liegt bei 8550 Franken. Die vergleichbaren Werte betragen in Japan 6272 Franken, in den USA bei 4400 Franken und im Euro-Raum 2570 Franken.

Beliebte Tausendernote

Am häufigsten werden 10er- und 20er-Noten benutzt. Aber 1000er-Noten haben gemäss der Studie ebenfalls einen hohen Stellenwert. Diese werden auch zur Geldaufbewahrung genutzt. Doch die Rücklaufquote von 40 Prozent deutet darauf hin, dass nicht selten mit Tausendern bezahlt wird. Gemäss der SNB-Umfrage werden hauptsächlich Autos, Elektrogeräte oder Einrichtungsgegenstände und Möbel mit grossen Noten gekauft.

Die 1000er-Note steht im Ruf, bei Geldwäscherei, Drogenhandel, Schmiergeldzahlungen oder Steuerbetrug eine wichtige Rolle zu spielen. Die Studie weist darauf hin, dass Bargeld für den international ausgerichteten Schweizer Finanzplatz nicht das grösste Risiko darstelle. Bargeld werde jedoch auch in der Schweiz zu kriminellen Zwecken verwendet.

Konto leergeräumt

6 Prozent der Verdachtsmeldungen bei der Geldwäscherei-Meldestelle in den letzten 10 Jahren betrafen Bargeldgeschäfte. Diese Zahl spreche für ein relativ geringes Risiko für den Finanzplatz Schweiz, heisst es im Bericht. Am häufigsten ging es dabei um Drogenhandel oder Betrug, 32 Fällen betrafen Terrorismusfinanzierung. Gemäss dem Bericht handelte es sich meist um Dschihadanwärter, die ihr Bankkonto räumen, oder um die Überweisung an Sympathisanten einer Terrororganisation.

Besonders angreifbar für Geldwäscherei mit Bargeld sind so genannte Money Transmitter. Sie meldeten insgesamt 60 Prozent der Verdachtsfälle, bei welchen Bargeld im Spiel war. 36 Prozent der Meldungen stammen von Banken. Ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben Casinos. Insgesamt schätzt der Bericht das Risiko von Bargeld aber als moderat ein. Dieses sei vergleichbar mit jenem von anderen Zahlungsmitteln.

Verschärfungen geplant

Zahlreiche gesetzgeberische Massnahmen erschweren den Missbrauch von Bargeld. Zentral sind die Sorgfaltspflichten der Finanzintermediäre, Money Transmitter und Casinos bei der Entgegennahme und Auszahlung von Bargeld. Geplant ist die Herabsetzung des Schwellenwerts für Sorgfaltspflichten für Edelmetall- und Edelsteinhändler von 100'000 auf 15'000 Franken. Für Kassageschäfte wird er ebenfalls auf 15'000 Franken gesenkt.

Der Bericht ist von der interdepartementalen Koordinationsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung (KGGT) verfasst worden. Dieser gehören Vertreter des Finanzdepartements, des Justiz- und Polizeidepartements, des Departements für auswärtige Angelegenheiten, und des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport sowie aus der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht und der Bundesanwaltschaft an.

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Zwei weitere Warnungen kurz

Zwei weitere Warnungen kurz vor Jahresende

Mit dem Kunststoffspezialisten Gurit und dem Vertriebskonzern Galenica kappen zwei bekannte Unternehmen kurz vor Jahresende ihre Zielvorgaben. cash.ch sagt, weshalb die Gurit-Aktie stärker unter die Räder gerät.

19.12.2018 08:19

Von Lorenz Burkhalter

Die Liste der Schweizer Unternehmen, die sich mit Blick auf das Quartalsende zu einer Umsatz- oder Gewinnwarnung gezwungen sehen, ist seit dem frühen Mittwochmorgen um zwei Namen länger: Gurit und Galenica.

Der Vertriebskonzern Galenica geht nicht mehr länger von einem Umsatzwachstum von 2 Prozent aus, hält gleichzeitig aber am Ziel eines operativen Gewinns (EBIT) mindestens auf Vorjahreshöhe fest.

Anders der Kunststoffspezialist Gurit. Dieser kürzt die Zielbandbreite für die operative Marge. Der Betriebsgewinn (EBIT) soll nur noch 6,5 bis 7,5 Prozent des Umsatzes ausmachen. Ursprünglich war mit einer operativen Marge zwischen 8 bis 10 Prozent gerechnet worden.

Noch liegen für die Gurit-Aktie keine Kursindikationen vor. Beobachter gehen aber von prozentual zweistelligen Verlusten aus. Die Aktie von Galenica verliert im vorbörslichen Handel von Julius Bär hingegen moderate 3,2 Prozent auf einen Mittelkurs von 42,68 Franken.

Erwartungen an Gurit substanziell zu hoch

Die doch sehr unterschiedliche Reaktion der Börse lässt sich darauf zurückführen, dass die Galenica-Aktie bereits kräftig unter die Räder kam. Seit Mitte August beläuft sich das Minus auf über 25 Prozent. Zum Vergleich: Die Aktie von Gurit notiert noch immer um fast 15 Prozent über dem Stand von damals.

Kommt hinzu, dass Analysten die Gewinnwarnung bei Gurit als einschneidender beurteilen. Dabei ist von einem Abwärtsanpassungsbedarf bei den operativen Gewinnschätzungen von 20 Prozent und mehr die Rede. Angesichts der beibehaltenen Gewinnvorgaben dürften sich die Anpassungen bei Galenica hingegen in Grenzen halten.

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Die Gewinner, die Verlierer

Die Gewinner, die Verlierer und die sicheren Werte des Aktienjahres 2018

Das trübe Anlagejahr 2018 markiert eine Abkehr von zyklischen Aktien und industriellen Small Caps. Die Top- und Floplisten zeigen überraschende Sieger, gefallene Stars und ein paar Titel, die weiter Freude machen werden.

19.12.2018 23:29

Von Marc Forster

Wie wird der Schweizer Aktienmarkt 2019 beginnen? "Ramponiert" wäre ein treffender Ausdruck. Denn das Handelsjahr 2018 hat viele Titel in Mitleidenschaft gezogen. Das Wehklagen von Aktionären, Anlagespezialisten und Marktstrategen ist entsprechend gross. Im SMI sind gerade einmal vier Titel im Plus. 2017 waren es 19 von 20. Der Leitindex hat dieses Jahr 8,8 Prozent verloren, nachdem im Vorjahr noch ein sattes Plus von gut 14 Prozent herausgeschaut hatte.

Gut liefen unter den grosskapitalisierten Schweizer Aktien dieses Jahr klar Versicherungen und Pharmaaktien. Der Switch der Märkte in Richtung defensiver Titel, der sich schon im Sommer abzuzeichnen begann, zahlt sich bei diesen Aktien nun aus. Swiss Life, Lonza, Givaudan und Novartis sind alles Titel, auf die man als Anleger – sowieso als langfristiger – schon seit geraumer Zeit setzt und auch setzen wird.

Mit Ausnahme von Lonza sind dies gute Dividendenzahler (Rendite mindestens 3,3 Prozent), es sind zudmeist moderat bewertete Titel. Auch Roche und Zurich, die wegen der jüngsten Kursrückgänge nun leicht negativ abschneiden, gehören in diese Kategorie.  Und die Dividendenperle Swiss Re, im ungestümen Markt von 2017 noch die am schwächsten performende Aktie, steht nun in einem fallenden Markt als gut gehaltene Aktie da. 

Zocken mit Banken geht immer

Wer sich mehr für die abgestürzten SMI-Titel interessiert, muss an eine einigermassen robuste Weltkonjunktur glauben, in der steigende Zinsen, Handelskonflikte und Politkrisen keine so grossen Verwerfungen anrichten.

Ein Reboud gefallener Aktien ist kein Ding der Unmöglichkeit: Der inzwischen zielgerichteter geführte Zementkonzern LafargeHolcim könnte profitieren, wenn sich die Weltkonjunktur einigermassen behauptet. Auch bei den sehr tiefen Niveaus einer Credit Suisse Aktie bei unter 11 Franken und der UBS bei noch etwas über 12 Franken versprechen risikofreudige Anleger Gewinnchancen. Bei Adecco sowie den gebeutelten Uhren-Aktien Swatch und Richemont ist hingegen Vorsicht geboten. Wer sich als Contrarian betätigen will, sollte diese Titel noch etwas beobachten.

Die Rangliste der SMI-Aktien 2018

Obere 10 Performance seit
1.1. 2018 (in Prozent)
Untere 10 Performance seit
1.1. 2018 (in Prozent)
Swiss Life +10,3  Julius Bär -39,2
Lonza +8,1 Adecco -38,8
Givaudan +4 Credit Suisse -36,5
Novartis +3,1 UBS -30,3
Roche -0,8 Richemont -27,8
Zurich -1,2 Swatch -27
Swiss Re -1,9 ABB -25,6
Nestlé -2,5 LafargeHolcim -24,3
Sika -4,2 Geberit -11,4
Swisscom -7,3 SGS -9,8

Tabellen - Stand: 19. Dezember 2018, 13.00 Uhr / Daten: cash.ch

Im breiten Markt mit den mittelgross bis gering kapitalisierten Aktien sind bei kleineren Handelsvolumen grössere Kursgewinne und -verluste möglich als im SMI. Aber mit Ausnahme des aktuell erfolgreichen und wachstumsstarken Solaranlagenbetreibers Edisun und der Chemie- und Papiergruppe CPH erreichte keine der im Swiss Performance Index (SPI) enthaltenen Aktie eine Kursteigerung von mehr als einem Drittel. Erfreuen auch Gewinne von 20 bis 30 Prozent die Anleger - von einem starken Markt  zeugen sie aber nicht. Der SPI selbst ging um 7,3 Prozent zurück (Vorjahr: +19,9 Prozent).

Abkehr von Industrie-Small-Caps

Vor allem aber zeigt sich am SPI ganz deutlich die Abkehr der Märkte von industriellen, exportorientierten Small und Mid Caps: Sie kommen in der Bestenliste nämlich kaum noch vor. Der Subindex für Industriegüter der Börse SIX ist seit Anfang Jahr um 24 Prozent zurückgegangen. Die in der Bestenliste enthaltenen Firmen CPH sowie Huber+Suhner sind beides Turnaround-Geschichten, die zu gelingen scheinen. Sie heben sich ab von einer wachsenden Zahl von kleineren Firmen, die Umsatz- und Gewinnwarnungen aussstossen. 

Edisun, CPH sowie Huber+Suhner bieten der Vorteil einer nach wie vor tiefen Bewertung. Bei den gut laufenden Bankaktien trifft dies auf die Liechtensteiner LLB und die Genfer Kantonalbank, nicht aber die Walliser Kantonalbank zu. Der Kursgewinn der Bernischen Kraftwerke BKW zeigt auch, dass sich die Märkte wieder vermehrt Versorgern zuwenden. Der Hotel- und Ferienanlagenkonzern Orascom konnte dieses Jahr zwar um fast ein Drittel zulegen, ist aber wegen der volatilen Tourismusentwicklung kein sicheres Investment. 

Top Ten und Flop Ten im SPI 2018

Beste Kursentwicklung  Performance
seit 1.1. 2018
(in Prozent)
Schlechteste Kursentwicklung Performance
seit 1.1. 2018
(in Prozent)
Edisun +60,3 Aryzta -86,9
CPH Chemie & Papier +47,5 Santhera -81,9
Orascom +32,7 Air Tech Group (Airopack) -81,6
LLB Liechtensteinische LB +28,5 GAM -79,3
Huber+Suhner +27,3 Kuros -77,9
SNB +22,1 AMS -75,6
Walliser KB +22,1 MCH Group -70,3
BVZ Holding +19,7 Arundel -68,2
BKW +19,6 Hochdorf -65,7
BCGE +17,1 Meyer Burger -63,1

 

Die Flops im breiten Markt überraschen alle nicht: Der Backwarenkonzern Aryzta, die Biotechfirmen Santhera und Kuros, der Milchverarbeiter Hochdorf sowie der gefallene Vermögensverwalter GAM schulden ihre massiv gesunkenen Kurse bedeutenden und vor allem anhaltenden Problemen im Geschäftsgang. Ein Einstieg bei solchen Firmen ist mit hohen Risiken verbunden, auf die sich Wagemutige einlassen mögen.

Der Hersteller von Sprühmechanismen Airopack und die Finanzierungsgesellschaft Arundel – beides wenig bekannte und auch wenig transparente Unternehmen – figurieren genausowenig unter den heissen Börsentipps. Der Halbleiterhersteller und Apple-Zulieferer AMS und das Solarunternehmen Meyer Burger wiederum sind und bleiben Zocker-Aktien: Beide Titel haben in der Vergangenheit starke Wachstumsphasen gezeigt, aber ebenso deutliche Kursrückgänge: 2017 waren sie noch die performancestärksten Schweizer Aktien. Wer ans Geschäftsmodell glaubt und wer von den Produkten und Zielmärkten überzeugt ist, bleibt dort dabei - oder kauft zu. Auf Enttäuschungen muss man sich aber auch 2019 gefasst machen. 

Als interessant könnte sich unter den am meisten abgestürzten Aktien die MCH Group herausstellen. Unter Druck kam die Aktie der Messebetreiberin, weil die Swatch Group der Prestigemesse Baselworld den Rücken kehrte. Der Turnaround des Krisenunternehmens könnte dank anderen Messen und dem Auktionsgeschäft gelingen. Allerdings ist auch die MCH Group nur ein Beispiel, wie der Markt in den vergangenen Wochen und Monaten alle Aktien abgestraft hat, bei denen grössere Unsicherheiten das Geschäft umgeben. Und es deutet nichts drauf hin, dass 2019 nicht in der gleichen Stimmung anfangen wird.

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Uhrenexporte sind im November

Uhrenexporte sind im November gestiegen

Die Schweizer Uhrenhersteller haben im November mehr Uhren ins Ausland verkauft als noch im Vorjahresmonat.

20.12.2018 08:15

Die Uhrenexporte sind im Berichtsmonat um 3,9 Prozent auf 2,06 Milliarden Franken angestiegen, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte.

Damit setzen die Uhrenexporte das Wachstum im laufenden Jahr fort. Einzig die Wachstumsdelle im September (-6,9%) hatte den Aufschwung etwas gedämpft. Doch bereits im Oktober zogen die Exporte mit 7,2 Prozent wieder kräftig an. Und auch in den Monaten August (+5,5%), Juli (+6,6%) sowie Juni (+12%) war die Entwicklung positiv.

(SDA)

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SMI droht Fall auf Jahrestief

SMI droht Fall auf Jahrestief

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnen sich am Donnerstag starke Verluste ab. Laut den vorbörslichen Indikationen (6.50 Uhr) der IG Bank dürfte der Schweizer Leitindex SMI in der Startphase um rund 1,5 Prozent nachgeben und damit knapp unter die 8'400-Punkte-Marke fallen.

20.12.2018 07:13

Damit würde sich der Index seinem Jahrestief bis auf wenige Punkte nähern. Dieses wurde Ende Juni bei 8'372,90 Zählern (intraday) markiert.

Als Auslöser für den neuerlichen Taucher gelten die Entscheide der US-Notenbank vom Vorabend. In den USA hatte der Leitindex Dow Jones Industrial danach 1,49 Prozent auf 23'323,66 Punkte verloren. In Asien gab es am Donnerstagmorgen ebenfalls hohe Verluste. So gibt der japanische Leitindex Nikkei 225 aktuell gut 3,3 Prozent nach, und auch in China und Hongkong verlieren die Indizes mehr als 1 Prozent.

Das Fed hatte am Vorabend den Leitzins wie erwartet das vierte Mal im laufenden Jahr erhöht. Für 2019 wurden nur zwei weitere Erhöhungen angedeutet. Viele Investoren hatten angesichts der zuletzt schwächeren Konjunktur auf ein noch vorsichtigeres Fed gesetzt - und wurden damit auf dem falschen Fuss erwischt.

rw/tt

(AWP)

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Schweiz im dritten Quartal

Schweiz im dritten Quartal mit Leistungsbilanzüberschuss von 15 Milliarden Fr.

Die Schweizer Volkswirtschaft hat im dritten Quartal 2018 erneut einen hohen Überschuss erzielt: Sie hat insgesamt fast 15 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Der sogenannte Leistungsbilanzüberschuss fiel damit um knapp 7 Milliarden höher aus als im entsprechenden Vorjahresquartal.

21.12.2018 09:30

Der Anstieg war vor allem auf die grösseren Einnahmenüberschüsse bei den Kapitaleinkommen und beim Warenhandel zurückzuführen, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Freitag mitteilte. Zudem war der Ausgabenüberschuss bei den Sekundäreinkommen (laufende Übertragungen) tiefer als im Vorjahresquartal.

Konkret erreichten die gesamten Einnahmen im Berichtszeitraum Juli bis September 2018 151,3 Milliarden Franken, die Ausgaben lagen bei 136,7 Milliarden. Dies ergibt einen Leistungsbilanz-Überschuss von 14,6 Milliarden. Dieser wiederum ergibt sich aus einem positiven Saldo aus Waren und Dienstleistungen von 15,5 Milliarden, einem Überschuss bei den Primäreinkommen (Arbeits- und Kapitaleinkommen) von 1,5 Milliarden und einem Minus bei den Sekundäreinkommen (laufende Übertragungen) von 2,4 Milliarden.

In der Leistungsbilanz werden alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft erfasst, wobei neben dem reinen Warenhandel auch der Handel mit Dienstleistungen (Tourismus etc.), Arbeits- und Kapitaleinkommen sowie laufende Übertragungen dazu gezählt werden. Das Minus bei den Sekundäreinkommen ist typisch für die Schweiz und ist vor allem mit Geldübertragungen von ausländischen Personen in deren Heimatländer zu erklären.

uh/tt

(AWP)

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So daneben lagen die

So daneben lagen die Analysten mit ihren Aktientipps

GAM, ABB oder Vifor: Viele Analysten lagen mit ihren Schweizer Aktientipps für 2018 so richtig daneben.

23.12.2018 23:05

Von Ivo Ruch

Auch die grössten Profis können danebengreifen. Das ist allen bewusst, die sich etwas näher mit den Finanzmärkten beschäftigen. So sind die Empfehlungen von Analysten, Fondsmanagern und anderen Experten immer mit Vorsicht zu geniessen. Denn das Prognostizieren der Finanzmärkte ist etwas vom Schwierigsten überhaupt. Zu viele Faktoren haben einen Einfluss auf den Verlauf der Aktienkurse.

Ersichtlich wurde das wieder einmal beim mässigen Abschneiden Schweizer Fondsmanager im laufenden Jahr. Auch wenn das für Privatanleger ein schwacher Trost sein dürfte: Bei den grossen Banken lagen die Analysten 2018 teils ebenfalls heftig daneben.

Ein Blick zurück zeigt zum Beispiel, dass die Experten von Baader-Helvea gleich bei mehreren ihrer Schlüsselkaufempfehlungen das Ziel bei weitem verfehlten. Vor rund einem Jahr empfahlen sie ihren Kunden etwa den Kauf der GAM-Aktie (cash berichtete). Hoffentlich hat niemand diesen Rat befolgt, kann man da nur sagen. War doch der Vermögensverwalter GAM eine der grossen Negativüberraschungen des Jahres.

Ein Fondsmanager, der gegen das Risikomanagement verstösst, massiver Abfluss von Kundengeldern, CEO-Wechsel, Milliardenabschreiber und Dividendenverzicht: Die GAM-Aktie hat im Jahresverlauf fast 80 Prozent des Wertes verloren. Ob nun beim Stand von etwa 3,40 Franken die Talsohle bereits erreicht ist, nicht einmal das ist sicher. Zu verworren ist die Situation rund um GAM, zu unsicher die Zukunft.

Wenige Gewinn mit Banken

Überhaupt sind viele Finanz-Wetten nicht aufgegangen. Die gut laufende globale Wirtschaft und das stabiler gewordene Finanzsystem sollten Banken Auftrieb geben. Der Finanzsektor stand Anfang 2018 denn auch vielerorts auf den Empfehlungslisten, so zum Beispiel bei den US-Investmentbanken Morgan Stanley, Goldman Sachs und J.P. Morgan, aber auch bei der Deutschen Bank und der UBS Investmentbank.

An der Börse ging es aber vor allem für die bekannten Bankaktien Julius Bär (-42 Prozent), Credit Suisse (-39 Prozent) oder UBS (-34 Prozent) bös bergab. Auch die Empfehlung von Partners Group (-11 Prozent) durch J.P. Morgan ging anders als 2017 nicht auf.

Mehr zum Thema: Die Gewinner, die Verlierer und die sicheren Werte des Aktienjahres 2018

Doch keine Regel ohne Ausnahme. So lag etwa Baader-Helvea goldrichtig mit dem Tipp, auf Swiss Life (+9 Prozent) zu setzen. Der Lebensversicherer hat dank defensivem Geschäftsmodell bei den Anlegern seit längerem einen guten Stand und ist im laufenden Jahr gar die beste Aktie im Swiss Market Index (SMI). Zudem bewies das Analysehaus Kepler Cheuvreux mit der Empfehlung von Helvetia (+4 Prozent) ein gutes Händchen.

Zwei mutlose, aber erfolgreiche Wetten

Dafür lag Kepler mit der Auswahl von ABB daneben. Einmal mehr müssen sich die Aktionäre des Industriekonzerns mit einem mageren Börsenjahr abfinden. Als sogenannt spätzyklisches Unternehmen sollte ABB eigentlich in der späten Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs zu den Profiteuren gehören.

Doch nicht nur für ABB, auch für andere Schweizer Spätzykliker ging es in diesem Jahr bergab. Der Textilmaschinenhersteller Rieter (-50 Prozent, empfohlen von Baader-Helvea) und der Sicherheitskonzern Dormakaba (-34 Prozent, empfohlen von Société Générale) konnten die Anleger ebenfalls nicht überzeugen.

Von mehreren Banken gleichzeitig genannt wurden vor einem Jahr etwa die SMI-Schwergewichte Nestlé (Baader-Helvea und J.P. Morgan) und Novartis (Kepler Cheuvreux und Société Générale). Zwei mutlose Wetten, die im turbulenten Börsenjahr 2018 wieder einigermassen aufgegangen sind. Investoren haben spätestens seit Jahresmitte vermehrt bei Titeln zugegriffen, denen ein konjunkturunabhängiges Geschäftsmodell zugrunde liegt, wie der folgende Chart zeigt.

Seit Jahresmitte deutlich begehrter: Die Aktien von Nestlé (rot) und Novartis (grün) in den letzten zwölf Monaten (Quelle: cash.ch)

Unterschiedliche Meinungen gab es hingegen zu Vifor Pharma (-12 Prozent). Aufgegangen ist die Empfehlung aber nur für Kepler Cheuvreux, die den Titel auf "Verkaufen" hatten, während Baader-Helvea zum Kauf riet. Anders bei Sonova (+5 Prozent): Hier lag Kepler daneben, die Analysten der Credit Suisse aber richtig.

Die gute Nachricht zwischen diesen vielen Fehlentscheidungen ist, dass eben nicht nur Privatanleger mit ihren Trades manchmal tüchtig danebenliegen. Und als Fazit lässt sich festhalten: Anlageentscheidungen von einer einzigen Bankmeinung abhängig zu machen, ist der falsche Ansatz.

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Schweiz ist das am stärksten

Schweiz ist das am stärksten globalisierte Land

Die Schweiz ist das am stärksten globalisierte Land der Welt. Dahinter folgen in einem Index die Niederlande und Belgien. Auf den weiteren Rängen liegen Schweden, das Vereinigte Königreich, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland und Norwegen. Dies geht aus dem am Donnerstag von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich publizierten KOF Globalisierungsindex hervor. Er bezieht sich allerdings auf das Jahr 2016. 2015 hatte die Schweiz auf Platz zwei gelegen.

27.12.2018 10:15

Die Globalisierung habe sich seit 2015 weiter abgeflacht, heisst es in der Mitteilung. Auch im Jahr 2016, dem aktuellsten Jahr des Index, sei der Grad der weltweiten Globalisierung nur leicht angestiegen. Zudem stagnierte die ökonomische Globalisierung. Die finanzielle Globalisierung schritt zwar weiter fort, gleichzeitig habe der Grad der Handelsintegration jedoch etwas abgenommen. Die soziale Globalisierung erhöhte sich nur leicht. So nahmen die weltweiten Informationsflüsse weiter zu, gleichzeitig verringerte sich aber der Grad der kulturellen Globalisierung leicht. Die politische Globalisierung habe von allen Dimensionen am stärksten zugenommen, wie es weiter heisst.

Die grossen Volkswirtschaften der Welt liegen eher im Index-Mittelfeld. Die USA liegen bei der ökonomischen Globalisierung auf Rang 65. Bei der sozialen und politischen Globalisierung liegen sie auf den Plätzen 23 und 12. Die Volksrepublik China liegt im Gesamtindex im unteren Drittel auf Platz 79. Während sie bei der politischen Globalisierung auf Rang 27 liegt, ist ihr Grad der ökonomischen und sozialen Globalisierung deutlich geringer. Japan, die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt, befindet sich auf Platz 36.

Grosse Volkswirtschaften der EU, wie das Vereinigte Königreich (5), Frankreich (Platz 8), Deutschland (9) sowie Spanien (12) sind gemäss Mitteilung hingegen aufgrund ihrer hohen Verflechtung innerhalb des Wirtschaftsraums insgesamt deutlich stärker globalisiert

Am wenigsten globalisiert sind Eritrea, die Zentralafrikanische Republik, die Komoren, Afghanistan und Guinea-Bissau.

Der KOF Globalisierungsindex liegt für 195 Länder und den Zeitraum 1970 bis 2016 mit 42 Variablen vor.

ab/tt

(AWP)

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Jeder vierte Schweizer ist

Jeder vierte Schweizer ist schon betrieben worden

Schweizerinnen und Schweizer zeigen beim Bezahlen von Rechnungen keine gute Moral. Jede vierte Person ist hierzulande bereits einmal betrieben worden.

27.12.2018 08:16

Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Informationsdienstes Comparis. Besonders schlecht ist die Zahlungsmoral in der Romandie, wo jeder Dritte bereits eine Betreibung erfahren hat.

Stark betroffen von Betreibungen sind Haushalte mit tiefen Einkommen: Bei Personen, bei denen das Haushaltseinkommen unter 4'000 Franken monatlich liegt, sei gar jeder Zweite schon betrieben worden, wie Comparis in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Betreibungen erscheinen grundsätzlich während fünf Jahren im Betreibungsauszug. Sie können bei der Wohnungssuche, aber auch bei der Kreditaufnahme Probleme bereiten.

Aktuell habe jeder siebte Befragte nach eigenen Angaben einen negativen Eintrag im Betreibungsregister, heisst es weiter. In der Romandie sind es mit 22 Prozent fast doppelt so viele wie in der Deutschschweiz und im Tessin (je 12 Prozent). Auch in der urbanen Bevölkerung hätten mit 18 Prozent viele Personen einen negativen Eintrag im Betreibungsregister.

Nur jeder Vierte zahle zudem seine Rechnungen direkt nach Erhalt, heisst es weiter. Die Hälfte der Befragten (56 Prozent) zahle monatlich ihre Rechnungen. Nur knapp 55 Prozent der Befragten hätten für regelmässige Zahlungen ein Lastschriftverfahren bzw. einen Dauerauftrag eingerichtet. 2,1 Prozent zahlten Rechnungen sogar grundsätzlich erst nach Erhalt einer Mahnung.

Besonders häufig bleiben laut den Angaben Rechnungen von Telekom-Anbietern liegen. 36 Prozent der Bevölkerung hätten deswegen schon Mahnungen oder Zahlungserinnerungen erhalten. Auch Steuerrechnungen (35 Prozent) und Krankenkassenprämien (32 Prozent) werden häufig unpünktlich beglichen. Nur die Miete sei "tabu": Nur 13 Prozent der Befragten zahlten die Miete schon einmal unpünktlich.

Die repräsentative Online-Befragung im Auftrag von Comparis wurde im Oktober 2018 unter 1'047 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.

(SDA)

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Aufhellungen am

Aufhellungen am Konjunkturhimmel

Die Stimmung der Ökonomen und Analysten mit Blick auf den Schweizer Konjunkturverlauf in den kommenden sechs Monaten hat sich im Dezember wieder etwas aufgehellt.

27.12.2018 10:51

Der CS-CFA-Indikator, der die Erwartungen der Experten misst, hat sich im November auf -22,2 Punkte erhöht, nachdem sich der Index im November noch auf -42,1 Punkte abgeschwächt hatte.

Damit bewegt sich der Indikator erstmals wieder im Bereich vor der Kurskorrektur im Herbst, wie die Credit Suisse in ihrer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Eitel Sonnenschein herrscht jedoch gemäss der Bank nicht. So widerspiegle sich die derzeitige Verunsicherung an den Märkten in den Analystenschätzungen zur Entwicklung des Goldpreises sowie des Frankens. Rund die Hälfte der Befragten gehen laut Mitteilung von einem Anstieg des Goldpreises und 40 Prozent von einer Aufwertung des Frankens aus.

Entspannung in China

Zum Anstieg des Index geführt haben unter anderem leicht optimistischere Prognosen zur konjunkturellen Entwicklung. So erwarten die Befragten eine leicht bessere Entwicklung in China. Für die Eurozone dagegen blieben die Erwartungen praktisch unverändert. Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA wird etwas verhaltener eingeschätzt. Die aktuelle US-Wirtschaftslage wurde von neun von zehn Befragten als besonders gut bezeichnet.

Im Einklang mit der eher positiven Gesamteinschätzung der Weltkonjunktur rechnet immer noch ein Grossteil der Befragten mit einem Anstieg der Inflation. Mehr als zwei Drittel der Befragten gehen in fünf Jahren von einer Inflationsrate zwischen 0 und 2 Prozent aus. Somit geht die überwiegende Mehrheit der befragten Finanzanalysten davon aus, dass die SNB weiterhin ihre Inflationsziele einhalten wird.

Gleichzeitig erwartet eine Mehrheit, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) noch vor Ende 2019 einen ersten Zinsschritt vollziehen wird. Für das 4. Quartal 2019 geht die Hälfte der Befragten von einem Zinsniveau über -0,5 Prozent aus, ein Viertel erwartet sogar ein Zinsniveau von mehr als -0,25 Prozent.

Auch beim Schweizer Franken geht die Mehrheit von einer Aufwärtsbewegung aus. Vier von zehn Finanzanalysten erwarten sowohl gegenüber dem Euro wie gegenüber dem Dollar eine Aufwertung. Beim Dollar-Wechselkurses sei das schon fast historisch, schreibt die Credit Suisse dazu. Denn es sei schon fast zehn Jahre her, dass ähnlich viele Befragten eine solche Aufwertung erwartet hätten.

Auch bei den Rohstoffen erwarten die Finanzanalysten deutliche Preissteigerungen: Die Hälfte der Befragten rechnet mit einem Anstieg des Öl- sowie des Goldpreises.

(AWP)

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Detailhandel profitiert

Detailhandel profitiert Weihnachten von Last-Minute-Geschenkkäufen

Schweizer haben zu Weihnachten wieder ordentlich eingekauft. Für grossen Andrang bei den Detailhändlern sorgte zudem, dass die Festtage in diesem Jahr zeitlich günstig fielen. Gerade die letzten Tage vor Weihnachten zählen nach wie vor zu den besten Absatztagen.

27.12.2018 18:58

Der Onlinehändler Digitec Galaxus verzeichnete in der Woche vor den Feiertagen besonders viele Bestellungen. "Last-Minute-Shopping" sei 2018 offenbar gefragt gewesen, sagt Tobias Billeter, Mediensprecher bei der Migros-Tochter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AWP. Bereits im vergangenen Jahr habe man festgestellt, "dass sich Herr und Frau Schweizer immer kurzfristiger um den Weihnachtseinkauf kümmern".

Für ein abschliessendes Urteil sei es zwar noch zu früh, klar sei aber: "Das diesjährige Weihnachtsgeschäft verlief erfreulich." Sehr gefragt waren die Klassiker wie Lego und Playmobil. Zu den Rennern zählten aber auch Kugelbahnen und magnetische Bauklötze. Heiss begehrt waren ausserdem Smartphones, Smartwatches und Tablets von Apple, Handys von Huawei oder die Spiele-Konsole Nintendo Switch.

Auch bei den traditionellen Detailhändlern ist das Online-Geschäft ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtgeschäfts. "Auf Coop@home waren neben Schaumwein und Wein insbesondere Fleisch und Fisch von unseren Frischetheken sehr beliebt", sagt Andrea Bergmann, Mediensprecherin bei Coop.

Der Verkauf der Supermärkte über das Internet ist hierzulande aber vergleichsweise noch gering: "Das Online-Geschäft in der Schweiz wächst im Bereich Spielwaren, aber der Anteil ist gegenüber dem Ausland noch immer bescheiden", sagt Migros-Mediensprecher Patrick Stöpper. Bei der Migros betrage der Online-Umsatz rund 4 Prozent vom gesamten Spielwarenumsatz.

Bartschneider und Haar-Glätteisen

In den Läden zählen die letzten Tage vor Weihnachten ebenfalls zu den besten Absatztagen. Weil Weihnachten ein traditionelles Fest mit wiederkehrenden Strukturen ist, lasse sich gut voraussagen, welche Produkte gefragt sind und welche eher nicht, so Stöpper. In der Migros sind zu Weihnachten wie auch unter dem Jahr die umsatzstärksten Kategorien Fleisch und Molkereiprodukte. Im Bereich Backwaren wurde mehr verkauft als im Vorjahr, während das Tiefkühl-Sortiment Chinoise wegen des warmen Spät-Herbstes verzögert anlief.

Bei den Spielwaren ist sowohl bei der Migros als auch bei Coop Lego weiterhin das Trendthema. Auch Playmobil ist nach wie vor sehr beliebt, wobei die Kinder offenbar besonders auf Prinzessinnenschlösser und Drachen stehen.

In Sachen Elektrogeräte ist das Mixgerät "NutriBullet" laut Coop nach wie vor ein Renner. Unter den Weihnachtsbäumen fanden sich zudem unter anderem Kaffeemaschinen, Roboter-Staubsauger sowie Styling-Geräte wie Bartschneider, Lockenstäbe oder Haar-Glätteisen.

Aber auch der Buchhandel konnte von der guten Kaufstimmung profitieren. "Im Vergleich zum Vorjahr ist das Weihnachtsgeschäft sehr erfreulich verlaufen", sagt Alfredo Schilirò, Sprecher der Orell Füssli Thalia AG. Das habe sich schon in den letzten Monaten abgezeichnet. Auch der Black Friday habe sich nicht negativ auf das Weihnachtsgeschäft ausgewirkt. Sehr erfreulich sei insbesondere die deutliche Zunahme in den Läden, sagte Schilirò weiter. Das Onlinegeschäft mache jeweils rund einen Viertel aus.

Heiligabend an einem Wochentag

Die Geschäfte an der Zürcher Bahnhofstrasse berichten von einem sehr guten und erfreulichen Weihnachtsgeschäft. "Dazu beigetragen hat auch die Tatsache, dass in diesem Jahr die Verkaufs- bzw. Festtage vorteilhaft gelegen waren", sagt Anthony Welbergen von der Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse. Vergangenes Jahr fiel der 24. Dezember auf einen Sonntag.

Die Kundenfrequenzen seien während der ganzen Vorweihnachtszeit und insbesondere ab Mitte Dezember sehr hoch gewesen. Allerdings gab es hier einen leichten Rückgang in den letzten paar Tagen vor Weihnachten - wohl wegen des schlechten Wetters.

"Was seit Jahren - und auch in diesem Jahr - unverändert gilt: In der Weihnachtszeit verzeichnen wir sehr hohe Umsätze, die Weihnachtszeit ist weiterhin der klare Jahreshöhepunkt", sagt Sofia Conraths von der Warenhauskette Manor.

Aussichten nach Weihnachten

Auch die Zeit nach Weihnachten ist für die Detailhändler eine sehr wichtige Zeit. Oft wird dann mit Rabatt-Angeboten gelockt. Bei der Migros werden diverse Süsswaren vergünstigt angeboten. Und: "Spielwaren bleiben auch nach Weihnachten interessant, da Kinder in diesem Sortiment ihren Weihnachtsbatzen sehr gerne brauchen", so Stöpper.

"An Weihnachten werden oft Gutscheine verschenkt, die dann in den Tagen direkt nach Weihnachten - wenn viele Ferien haben - eingelöst werden", heisst es zudem von Coop. Ausserdem feierten viele auch Silvester ausgiebig mit Freunden oder mit der Familie.

Die Geschäftsführer an der Zürcher Bahnhofstrasse sind für die Nachweihnachtszeit ebenfalls positiv eingestellt. So habe es immer noch viele Touristen in der Stadt, die oftmals kauffreudig seien.

ys/tt

(AWP)

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Zahl der offenen Stellen in

Zahl der offenen Stellen in der Schweiz steigt im vierten Quartal

Die Zahl der offenen Stellen in der Schweiz ist im vierten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zu diesem Befund kommt die x28 AG in ihrem am Freitag publizierten sogenannten "Jobradar". In dem vierteljährlich erstellten Bericht zum Schweizer Arbeitsmarkt wird die Zahl der offenen Stellen im letzten Jahresviertel 2018 auf 189'896 beziffert, während es im Vorjahr 177'749 waren. Dies entspricht einem Zuwachs von 6,8 Prozent.

28.12.2018 13:43

Die Zahl der offenen Stellen für Führungskräfte liegt bei 19'710, was einem Anteil von etwas über 10 Prozent aller offenen Stellen entspricht. Im Vorjahreszeitraum waren es 18'633 und der Anteil an der Gesamtzahl damit praktisch gleich hoch. Die Anzahl vakanter Stellen für Führungskräfte stieg damit um 5,8 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2017.

Rund drei Fünftel aller Stellenanzeigen werden den Angaben zufolge von Personaldienstleistern ausgeschrieben, während sich der Rest auf Websites von Firmen findet. Nach Kantonen weist Bern mit 21'436 die höchste Anzahl an vakanten Stellen auf. Dahinter folgen Zürich mit 20'055 und Aargau mit 12'918.

Besonders Gesucht sind in der Schweiz derzeit Pflegefachleute. Hier liegt die Zahle der Vakanzen bei 6'008. Dahinter folgen Elektromonteure mit 3'789 und Software-Entwickler mit 2'942. Nach Firmen aufgeteilt sucht derzeit Coop mit 838 die meisten Arbeitskräfte - es folgen die Post mit 632 und die UBS mit 511.

Gemäss eigenen Angaben ermittelt die x28 AG ihre Daten, indem sie via einer Webspider alle relevanten Websites nach offenen Stellen mehrfach täglich absucht. Jeweils am 15. des Quartalsmitte-Monats (also 15. Februar, 15. Mai, 15. August bzw. 15. November) würden alle ermittelten Stellenanzeigen analysiert und ausgewertet.

jl/tt

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Zinsen in der Schweiz bleiben

Zinsen in der Schweiz bleiben tief

Die Schweiz startet 2019 in das fünfte Jahr mit Negativzinsen - und es dürfte wohl nicht das letzte sein.

28.12.2018 12:07

Unter Wirtschaftsexperten mehren sich die Stimmen, die für die Schweiz eine lange Phase mit negativen oder sehr niedrigen Zinsen für möglich halten - ähnlich wie in Japan. Ein solches "japanisches Szenario" könnte besonders dann zur Realität werden, wenn sich die Konjunktur in Europa in den kommenden Monaten eintrübt und die Notenbanken nicht mit den erwarteten Zinserhöhungen beginnen. Doch ein Festhalten am Status Quo und damit einem Leitzinsniveau von minus 0,75 Prozent dürfte die bereits aufkeimende Kritik an der lockeren Geldpolitik noch verstärken. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) selbst warnt vor möglichen Schäden durch die niedrigen Zinsen am Immobilienmarkt und weiss von den Problemen der Pensionskassen, noch angemessene Renditen zu erzielen.

"Der Druck aus dem Negativzinsumfeld auszusteigen ist da. Die Kumulation von Risiken lässt das momentan nicht zu", sagte der UBS-Chefökonom für die Schweiz, Daniel Kalt. Dazu zählen politische Konflikte in der Euro-Zone ebenso wie der Handelsstreit zwischen den USA und China, der dem globalen Aufschwung einen Dämpfer versetzen könnte. "Eine nachhaltige Erholung der Zinsen kann nur gelingen, wenn der Wirtschaftsaufschwung noch drei Jahre anhält. Da darf nichts geschehen, da muss die Wirtschaft weltweit weiter brummen", sagte Kalt.

Ein Szenario, bei dem die Zinsen auch in den kommenden fünf bis sieben Jahren um die Nulllinie pendeln, halte er daher für "sehr plausibel". Mit dieser Einschätzung ist er nicht allein - auch ING-Analystin Charlotte de Montpellier und der Credit-Suisse-Chefökonom für die Schweiz, Oliver Adler, teilen diese Meinung. "Ich glaube, es ist nicht auszuschliessen, dass wir auf Jahre Null- oder Negativzinsen haben", sagte Adler. Die SNB hatte bei ihrer jüngsten Lagebeurteilung Mitte Dezember die Erwartungen für eine erste Zinserhöhung nach hinten verschoben, indem sie ihre Inflationsprognose senkte.

Wie «japanisch» wird die Schweiz?

In Japan hat die Notenbank nach dem Platzen der Aktien- und Immobilienblase in den 90er-Jahren ihre Zinsen sukzessive gesenkt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten pendeln sie nun um die Nulllinie - selbst in der Boomphase vor der Finanzkrise 2008 kamen sie nicht nachhaltig darüber hinaus. Damit einher ging ein verhaltenes Wirtschaftswachstum und eine schrumpfende Bevölkerung. In der Schweiz pendelt der Leitzins seit der Finanzkrise um die Schwelle von null Prozent - und ist seit Anfang 2015 negativ. Doch die Wirtschaft entwickelt sich tendenziell besser und die Bevölkerung wächst - auch dank der zwischenzeitlich starken Zuwanderung. Von einem "japanischen Szenario" sprechen die Experten also vor allem mit Blick auf die Zinsentwicklung.

In dem Zusammenhang verweist Adler auf grundsätzliche Unterschiede zwischen den Ländern. "Der Grund, dass die Zinsen in der Schweiz so tief sind, ist nicht eine langanhaltende Stagnation wie in Japan, sondern der starke Franken", sagte er. Die SNB ist an einem möglichst schwachen Franken interessiert, um die exportabhängige Wirtschaft zu stützen. Ihre Geldpolitik mit Negativzinsen und Eingriffen am Devisenmarkt ist darauf ausgerichtet, den Franken zu schwächen.

Dieser gilt bei Investoren als "sicherer Hafen" in unruhigen Zeiten und ist daher vor allem bei politischen Turbulenzen in der Euro-Zone wie jüngst in Italien oder Frankreich gefragt. "Eine Beruhigung der Lage ist daher notwendig, bevor die SNB an eine Normalisierung der Zinsen denken wird", sagte Markus Thöny, Senior Portfolio Manager bei der Privatbank Lombard Odier.

Zudem erwarten viele Experten, dass die SNB eine Zinserhöhung in der Euro-Zone abwarten wird, bevor sie nachzieht. Dort liegt der Leitzins seit geraumer Zeit bei null.

Hört man auf die Einschätzung der Experten, ist also Abwarten angesagt - trotz der zunehmenden Kritik an den Negativzinsen, die im vergangenen Jahr auch von prominenter Seite wie von Finanzminister Ueli Maurer oder UBS-Chef Sergio Ermotti kam. "Die Stimmen, die öffentlich das Ende der Negativzinsen fordern, werden 2019 lauter werden", prognostizierte Thomas Stucki, Chefanlagestratege der St. Galler Kantonalbank. Das werde die SNB aber "nicht gross beeindrucken", glaubt UBS-Experte Kalt.

(Reuters)

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US-Konzerne dominieren

US-Konzerne dominieren Weltbörsen - Nestlé teuerstes europäisches Unternehmen

Die teuersten Konzerne der Welt stammen weiterhin aus den USA. Von den zehn wertvollsten Unternehmen gemäss Börsenkapitalisierung haben deren acht ihren Sitz in Nordamerika und zwei in China.

Aktualisiert um 11:18

Teuerstes europäisches Unternehmen ist der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé, der neu Platz 15 belegt. Von den Schweizer Unternehmen sind ausserdem erneut die Pharmakonzerne Roche und Novartis unter den Top-100 der börsenkotierten Unternehmen vertreten.

Das teuerste Unternehmen der Welt ist Microsoft mit einem Börsenwert von 754 Milliarden Dollar, wie der am Freitag veröffentlichten jährlichen Rangliste des Beratungsunternehmen EY zu entnehmen ist. Der US-Softwareriese hat damit im laufenden Jahr den iPhone-Hersteller Apple von Platz 1 auf Platz 2 verdrängt und auch die Google-Muttergesellschaft Alphabet überrundet, die neu auf Platz 3 (vorher 2) rangiert. Wertvollste Nicht-US-Unternehmen sind die beiden chinesischen Internetkonzerne Tencent (Rang 6) und Alibaba (Rang 9).

Schweizer Unternehmen rücken vor

Nestlé ist mit einem Börsenwert von 252 Milliarden US-Dollar (Stichtag 21. Dezember) auf Platz 15 von vorher Platz 18 vorgerückt. Ebenfalls höher in der Liste rangieren der Pharmakonzern Roche (Börsenwert 209 Milliarden), der neu Platz 24 nach Platz 30 belegt und sein Konkurrent Novartis auf Platz 31 nach 35 im Vorjahr.

In den Top 300-Unternehmen finden sich zudem der Versicherungskonzern Chubb mit Sitz in Zürich (Rang 163) und der Zuger Rohstoffhändler Glencore (Rang 202). Ausserdem rangieren dort die Grossbank UBS (Rang 230), der Versicherer Zurich (Rang 242) und der Industriekonzern ABB (Rang 278).

Börsenwerte rückläufig

Insgesamt betrug der Börsenwert der 100 teuersten Unternehmen der Welt rund 18,1 Billionen Dollar, womit sie im schwachen Börsenjahr 2018 etwa neun Prozent verloren haben. Die US-amerikanischen Unternehmen stellen dabei weiterhin 63 Prozent des Gesamtvolumens. Die asiatischen Unternehmen kommen auf 19 Prozent der Gesamtkapitalisierung und die europäischen Unternehmen auf 16 Prozent.

Im Ranking der Börsenwerte nach Ländern kommt die Schweiz auf den vierten Platz, hinter den USA, China/Hongkong und Grossbritannien. Der Wert der drei hiesigen Top 100-Unternehmen hat im abgelaufenen Jahr mit einem Minus von 3 Prozent unter dem Durchschnitt nachgegeben.

IT-Konzerne dominieren

Die Dominanz der US-Konzerne liegt laut EY nicht zuletzt an der guten Aufstellung der USA im Technologiesektor. So seien unter den 100 höchstbewerteten Unternehmen der Welt insgesamt 21 US-amerikanische Internet- und Technologiekonzerne im platziert - aber nur zwei europäische. Auch asiatische Konzerne spielten bei der Digitalisierung eine Rolle.

Umgekehrt nehme die Bedeutung klassischer Industriekonzerne aus Sicht der Anleger weiter ab: Nur noch sechs Industrieunternehmen finden sich den Angaben zufolge unter den Top 100 wieder, vor einem Jahr waren es noch acht.

(AWP)

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KOF-Konjunkturbarometer sinkt

KOF-Konjunkturbarometer sinkt im Dezember leicht

Die Schweizer Wirtschaft dürfte zum Start des neuen Jahres an Fahrt verlieren. Das zeigt der Frühindikator der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich an.

28.12.2018 09:56

Ihr Konjunkturbarometer ist im Dezember gegenüber dem leicht nach unten revidierten Vormonatswert um 2,6 Zähler auf 96,3 Punkte gefallen, wie die KOF am Freitag mitteilte.

Damit liegt das Barometer noch stärker als im Vormonat unter seinem langfristigen Durchschnitt. Es ist auch stärker gefallen als erwartet. Die von AWP befragten Ökonomen hatten einen Stand von 96,5 bis 101,2 Punkten prognostiziert.

Das hohe Wachstumsniveau, auf welchem sich die Schweizer Wirtschaft zu Beginn des Jahres befand, kann laut KOF somit nicht mehr beibehalten werden. Der konjunkturelle Ausblick für den Beginn des Jahres 2019 trübe sich ein.

Export stützt Konjunktur

Haupttreiber dieser Entwicklung seien die Indikatoren für das Produzierende Gewerbe, hiess es in der Mitteilung. Zudem gäbe es auch schwach negative Signale aus dem Finanzsektor und vom privaten Konsum. Stützend dagegen wirkt laut KOF der Export.

Beim Produzierenden Gewerbe (Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) sorgen gemäss der Mitteilung gleich mehrere Faktoren für die Stimmungseintrübung. So seien die Aussichten für die Auftragslage und den Vorprodukteeinkauf ins Negative gekippt. Die Produktionsentwicklung und die Beschäftigung unterstützen zudem diese Entwicklung.

Beim Verarbeitenden Gewerbe seien hauptsächlich die Elektro- und die Metallindustrie für den Rückgang verantwortlich. Zusätzlich hätten sich auch die Einschätzungen in den Branchen Papier, Druck und Holz eingetrübt. Die Perspektiven für die chemische Industrie dagegen bleiben laut KOF positiv.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Konjunktur. Es handelt sich um einen Sammelindikator, der sich neuerdings aus 345 Einzelindikatoren zusammensetzt. Diese werden über statistisch ermittelte Gewichte zu einem Gesamtindikator zusammengefasst.

(AWP)

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