CH-relevante Börsenthemen Jahr 2019

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CH-relevante Börsenthemen Jahr 2019

Mit den Dividendenkönigen ins 2019 starten

Laut einer bekannten Anlagestrategie sollte man konsequent auf dividendenstarke Titel setzen. Funktioniert dieser Trick auch 2019?

17.12.2018 23:10

Von Ivo Ruch

Wer auf Dividenden setzt, hat mehr im Portemonnaie. Das ist zwar etwas salopp dahingesagt, hat aber einen wahren Kern. Denn in den letzten Jahren haben die vielen Milliarden an Ausschüttungen für Anleger zu einer beträchtlichen Mehrrendite gesorgt.

Vergleicht man etwa die beiden Versionen des Swiss Performance Index (SPI) , das heisst einmal mit und einmal ohne Berücksichtigung von Dividenden, dann fällt die grosse Renditedifferenz auf. Sie beträgt über die letzten fünf Jahre knapp 20 Prozent.

SPI mit (grün) und ohne Berücksichtigung (rot) der Dividendenzahlungen (Quelle: cash.ch)

Es gibt an der Schweizer Börse etliche sehr ausschüttungsstarke Titel, die Dividendenrenditen (Dividende pro Aktie geteilt durch den Aktienkurs) von 5 Prozent oder mehr bieten. Ihre Beliebtheit hat in den letzten Jahren laufend zugenommen: Einerseits, weil festverzinsliche Anlagen mit tiefem Risiko kaum mehr Zins abwerfen. Andererseits, weil die Unternehmen ihre Gewinne – und somit ihre Ausschüttungen für Aktionäre – steigern konnten.

In den USA sind Dividenden so populär, dass dazu eine eigene Anlagestrategie besteht: "Dogs oft he Dow". Dabei werden jeweils zu Jahresbeginn jene zehn Aktien ausgewählt, die im US-Leitindex Dow Jones die höchsten Dividendenrenditen aufweisen. Diese zehn Titel werden dann ein Jahr gehalten, worauf sich das Auswahlprozedere im Januar wiederholt. Das Ziel: eine höhere Rendite als der Dow Jones. Man erahnt es: Die Anlagestrategie erfordert recht hohe Anlagedisziplin.

Die «Hunde» aus dem SMI

Die "Dogs"-Strategie lässt aber sich für jeden Börsenindex anwenden, also auch für den Swiss Market Index (SMI). Und sie war in der Vergangenheit durchaus erfolgreich. Die Analysten von BNP Paribas haben berechnet, ob SMI-Dividendenjäger auf ihre Kosten kommen. Das Resultat ist positiv: Zwischen 2013 und 2017 wäre ein "Dogs of the SMI"-Portfolio um 79,4 Prozent gewachsen. Der SMI inklusive aller Dividenden hingegen nur um 61,2 Prozent.

Mit Blick auf 2019 müssten Zurich, Swiss Re und die weiteren attraktiven Dividendenzahler ins Portfolio (siehe Tabelle am Artikelende). Neben den Versicherungen ist auch Swisscom traditionell für grosszügige Ausschüttungen bekannt, wobei mehr als 22 Franken pro Aktie in den nächsten Jahren kaum drin liegen dürfte, wie Finanzchef Mario Rossi kürzlich sagte.

An der Börse haben sich die Dividendenkönige 2018 höchst unterschiedlich entwickelt. Während die Zurich-Aktie ihren Wert ungefähr halten konnte, überzeugten der Stellenvermittler Adecco (-39 Prozent) oder der Zementkonzern LafargeHolcim (-24 Prozent) die Anleger nicht – trotz hoher Dividende. Die Ausschüttungen wurden hier durch die Kursverluste locker wieder weggefressen.

Wenn Dividenden verpuffen

Das zeigt auch, wie riskant blindes Dividendenjagen ist. Denn der Grund für eine hohe Dividendenrendite kann ein tiefer Aktienkurs sein. Daher kommt auch die Bezeichnung "Dogs of the Dow". Unterbewerte oder tief gefallene Aktien – also die Hunde – sollten im Folgejahr für eine Gegenbewegung sorgen.

Eine hohe Dividendenrendite kann somit auch Ausdruck operativer Probleme sein. Diesbezüglich gibt es vor allem am breiten Schweizer Aktienmarkt einige Kandidaten. Jüngst gab der kriselnde Vermögensverwalter GAM den Verzicht auf eine Dividende für das Geschäftsjahr 2018 bekannt (weshalb der Titel in der SPI-Tabelle fehlt). Anleger sollten Dividenden immer im Kontext betrachten. Dabei ist vor allem die Konstanz wichtig: Der Pharmakonzern Roche erhöht seit 32 Jahren ununterbrochen jährlich seine Dividende, ist mit einer Rendite von 3,3 Prozent aber kein Spitzenreiter.

In die Krise geschlittert ist auch Implenia, in der SPI-Dividendenrangliste auf Platz drei. Der Baukonzern hat wegen Problemen im internationalen Geschäft seine Erwartungen nach unten angepasst. Der Aktienkurs hat sich im laufenden Jahr 51 Prozent "vergünstigt", analog ist die Dividendenrendite auf hohe 6 Prozent gestiegen. Ob die Dividende stabil gehalten werden kann, bleibt abzuwarten. In die andere Richtung soll es bei Swiss Life gehen: Der Lebensversicherer hat unlängst sein Dividendenversprechen erhöht.

Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, das Thema Dividende anlegerisch umzusetzen: Zusätzliche Attraktivität erhalten Aktien zum Beispiel, wenn ihre Dividenden nicht versteuert werden müssen. Wer sich nicht selber mit aktivem Dividendenanlegen befassen will, der kann das Jonglieren mit Ausschüttungen auch den Profis überlassen. Man hat die Wahl zwischen aktiv und passiv betreuten Dividendenfonds (hier finden Sie je eine Auswahl), wobei auch diese Produkte nicht automatisch Gewinn abwerfen.

Die Dividendenkönige des SPI (ohne SMI-Aktien)

Titel Dividendenrendite (in Wacko

Performance 2018 (in Wacko

APG 7,6 -29,5
Burkhalter 6,2 -38,1
Implenia 6,0 -50,9
Varia 5,6 -6,3
Valora 5,5 -32,8
Mobilezone 5,5 -11,7
Bellevue Group 5,3 -15,2
BB Biotech 5,3 -4,6
Comp. Fin. Trad. 5,0 +4,9
Carlo Gavazzi 5,0 -31,4

 

Die Dividendenkönige des SMI

Titel Dividendenrendite, in% Performance 2018, in %
Zurich 6,1 +0,2
Swiss Re 5,6 -1,7
Adecco 5,5 -39,3
UBS 5,2 -30,4
LafargeHolcim 4,8 -24,0
Swisscom 4,6 -7,5
ABB 4,0 -24,3
Julius Bär 3,8 -38,2
Swiss Life 3,5 +11,2
Roche 3,3 +1,1

Quelle: cash.ch, Stand 17.12.18 (10 Uhr)

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Der Schweizer Franken steht

Der Schweizer Franken steht vor dem grossen Test

Kommt es in der Euro-Zone 2019 zur Zinswende - und wagt die SNB den Alleingang? Es könnte tatsächlich das Jahr der mutigen Notenbanken werden. Mit entsprechenden Folgen für den Franken.

18.12.2018 23:12

Von Ivo Ruch

Fragt man Anlageexperten nach den wichtigsten "Game Changer" für die Finanzmärkte, lautet die Antwort häufig: die Währungen. Denn an der Veränderung der Devisenkurse lässt sich am deutlichsten ablesen, wo das globale Kapital hinfliesst und wo folglich die Finanzmärkte hinsteuern.

2018 floss viel Geld in den Dollarraum: Die US-Währung hat dabei vor allem von der grösser werdenden Zinsdifferenz profitiert. Während in den USA die Leitzinsen mittlerweile wieder das Niveau von 2008 erreicht haben, stehen sie in der Euro-Zone, in der Schweiz und in Japan unverändert bei null oder gar im negativen Bereich.

Die grössere Attraktivität von Anlagen im Dollarraum zeigt sich auch bei den Obligationen. Die Rendite für zehnjährige amerikanische Staatsanleihen ist in diesem Jahr teils deutlich über 3 Prozent geklettert, während Anleger in der Schweiz für die gleiche Obligation der Eidgenossenschaft mittlerweile wieder eine negative Rendite hinnehmen müssen.

Comeback des Dollars

Ausdruck dieser Veränderungen ist die Stärke des US-Dollar. Nach dem äusserst schlechten 2017 hat der "Greenback" im laufenden Jahr gegenüber allen wichtigen Währungen zugelegt. Zum Franken sind es derzeit knapp 2 Prozent, zum Euro mehr als 5 Prozent, zum britischen Pfund rund 6 Prozent. Eine Ausnahme ist bloss der japanische Yen (siehe Tabelle am Artikelende).

Daran wird sich so schnell nichts ändern, auch wenn 2019 das Aufwärtspotenzial für den Dollar begrenzt sein dürfte. Denn wie die amerikanische Zentralbank Fed jüngst signalisierte, könnte sie den Leitzins künftig etwas langsamer erhöhen. Der aktuelle Leitzins von 2 bis 2,25 Prozent ist laut Fed-Chef Jerome Powell nahe an dem Niveau, bei dem das Wirtschaftswachstum weder gestützt noch belastet wird. Das grösste Risiko ist nämlich, dass zu hohe Zinsen das Wachstum abwürgen. Und dass die Fed in Zeiten von sinkenden Börsen die Zinsen erhöht, hat eher Seltenheitswert.

Noch läuft die grösste Volkswirtschaft der Welt rund, aber es mehren sich Konjunkturdaten, die auf ein Abflachen des Wachstums hindeuten. Auch die fiskalpolitischen Anreize (namentlich Steuersenkungen) der Trump-Regierung werden 2019 abnehmen. Hinzu kommt der Handelsstreit zwischen den USA und China, der laut dem Internationalen Währungsfonds das Wachstum in beiden Ländern bremst.

In Bezug zum Franken bedeutet das, dass die Parität wohl auch 2019 in etwa die Decke für den Dollar-Franken-Kurs bedeutet. Beim Währungspaar Euro-Dollar ist bei aktuell rund 1,14 laut Analysten eine Talsohle erreicht. Ob hier allerdings Bewegung reinkommt, hängt vor allem auch von der konjunkturellen Entwicklung Europas ab. Andererseits bräuchte es einiges an globaler Risikozunahme, um den Dollar trotz hoher Bewertungen nochmals spürbar steigen zu lassen.

Franken bleibt stark

Für Schweizerinnen und Schweizer dürfte die Frage zentral sein, ob sie auf dem aktuell günstigen Niveau Euro für die nächsten Ferien kaufen sollen. Der Euro-Franken-Kurs markierte am 20. April bei 1,20 ein Jahreshoch, ist mittlerweile aber wieder unter 1,13 abgerutscht. Derzeit gibt es wenig Argumente gegen diesen Trend, was sich auch an den verhaltenen Prognosen zeigt.

Raiffeisen erwartet zwar tendenziell einen steigenden Euro-Franken-Kurs, politische Risiken in Europa würden jedoch gegen einen Anstieg über 1,17 sprechen. Julius Bär sieht das obere Kurslimit über die nächsten zwölf Monate bei 1,15, und die St.Galler Kantonalbank erwartet 2019 vorübergehend gar einen Fall unter die Marke von 1,10.

Fest steht: Die politischen Risiken in der Euro-Zone nehmen so schnell nicht ab. Die drei grössten Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien haben entweder mit angeschlagenen oder streitlustigen Regierungen zu kämpfen. Andererseits steckt der Währungsraum in einer Wachstumsdelle, was es für die Europäische Zentralbank (EZB) nicht einfach machen wird, die Leitzinsen zu erhöhen. Das alles spricht für einen schwächeren Euro.

Alleingang der SNB?

Die meisten Beobachter gehen momentan noch davon aus, dass die EZB 2019 einen ihrer Schlüsselzinssätze anheben wird. Tut sie das aber nicht, würde das Vertrauen in den Euro abnehmen. Die wahrscheinliche Folge wäre eine Aufwertung des Schweizer Frankens, der bei Investoren immer noch als sichere Anlage in unruhigen Zeiten gilt.

Und noch ein Test könnte sich dem Franken in den Weg stellen. Der Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt allmählich zu, die Zinsen zu erhöhen. Die Negativzinsen haben erhebliche Folgen für die Pensionskassen und sorgen am Immobilienmarkt in gewissen Segmenten für Übertreibungen. Zudem gibt der stärkere Dollar der SNB etwas Handlungsspielraum.

Das führt zur These unter Marktbeobachtern, die SNB könnte ihre Zinsen auch unabhängig von der EZB erhöhen. Allerdings würde dann die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Euro-Raum kleiner, was den Franken relativ zum Euro wieder attraktiver machen würde – 2019 wird also kaum zum Jahr der Franken-Entspannung werden.

Die wichtigsten Devisenpaare 2018

Währungen aktueller Kurs* Veränderung 2018, in %
EUR/CHF 1,1269 -3,7
USD/CHF 0,9909 +1,7
EUR/USD 1,1372 -5,3
GBP/USD 1,1267 -6,2
USD/JPY 112,485 -0,2

Quelle: cash.ch, *Stand 18.12.18 (15 Uhr)

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Anlegen wird nicht einfacher,

Anlegen wird nicht einfacher, aber hoffentlich unverkrampfter

Ein schmerzhaftes Anlagejahr neigt sich dem Ende entgegen. Wird 2019 alles besser? Nein. Aber ich hätte ein Anliegen.

16.12.2018 23:23

Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash.ch

Warum kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einem derartigen Einbruch an den Aktienmärkten? Weshalb stürzte der Ölpreis innert kurzer Zeit so heftig ab? Und warum profitierte der Goldpreis nicht von den Unsicherheiten?

Für Anleger gab es im Jahr 2018 Fragezeichen zuhauf. Die Verunsicherung ist nicht unbegründet. Zum ersten Mal seit 25 Jahren werden fast alle wichtigen Anlageklassen 2018  voraussichtlich eine negative Performance aufweisen. Das widerspricht der Theorie und weitgehend auch der Praxis: Denn "normal" wäre zum Beispiel, wenn Aktien und Obligationen unterschiedliche Richtungen gingen. Oder dass der Goldpreis als "sicherer Hafen" attraktiver würde.

Die Politik bietet sich als Sündenbock für die Marktturbulenzen an. Brexit-Chaos, Ewig-Sorgenkind Italien, der türkische De-facto-Alleinherrscher Erdogan, Trumps harte Hand gegen China - tatsächlich hatten Polit-Ereignisse erheblichen Einfluss auf die Märkte in diesem Jahr.

Die Beschränkung auf die Politik würde allerdings zu kurz greifen. Bei der Konjunktur sehen wir uns mit einer Umbruchsituation konfrontiert. Die Börsen zeigen zudem nach einer fast zehnjährigen Rally erhebliche Ermüdungserscheinungen. Und schliesslich haben viele Anleger den Beginn des Zinserhöhungszyklus in den USA erst mit dreijähriger Verspätung realisiert.

Ich habe etwas Mühe, für das nächste Jahr grenzenlosen Optimismus zu versprühen. Viele Probleme des alten Jahres werden bleiben. Bestenfalls werden sie von den Märkten gelassener interpretiert als in diesem Jahr. Unverkrampfteres Investieren ohne Panikmodus - das ist meine Hoffnung für 2019. Denn dass Investoren bei vielen Aktienkursen schon seit Monaten bereits eine Rezession einpreisen, finde ich absurd.

Das Anlagejahr 2019 wird – um den abgedroschenen und beschönigenden Ausdruck zu verwenden - "herausfordernd" bleiben. Aber Anlagemöglichkeiten an den Märkten wird es auch 2019 geben. Und da wollen wir von cash.ch Orientierung bieten. In einer vierteiligen Serie bis zum Jahresende bringt die grösste Finanzplattform der Schweiz Einschätzungen zu vier grossen Anlageklassen: Währungen, Aktien, Edelmetalle – und Immobilien. Dieser Ausblick macht heute Montag den Anfang.

Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit hier nutzen, mich für Ihre Treue zu bedanken. Noch nie wurde von so vielen unterschiedlichen Endgeräten (Smartphones, Tablets, Desktop) konstant auf das Angebot von cash zugegriffen wie im Jahr 2018. Ich hoffe, Sie sind auch im nächsten Jahr regelmässig bei cash. Ich wünsche Ihnen schon jetzt frohe Festtage und eine guten Rutsch ins 2019.

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Es ist Zeit für Aktienanleger

Es ist Zeit für Aktienanleger, defensiv zu werden

Die Lösung von Goldman Sachs für die hohe Unsicherheit bezüglich des Aktienmarkts im nächsten Jahr lautet: Den defensiven Anteil in Portfolios zu erhöhen.

18.12.2018 20:03

"Die Entwicklung des Marktes im nächsten Jahr wird davon abhängig sein, wie Investoren die Langlebigkeit der derzeitigen wirtschaftlichen Expansion einschätzen", führten Strategen um David Kostin in einer Notiz aus. "Anleger sollten den defensiven Anteil des Portfolios erhöhen."

Der S&P 500 Index wird wahrscheinlich bis Ende nächsten Jahres auf 3'000 Punkte klettern, prognostizierten die von Kostin angeführten Strategen im vergangenen Monat. Diesem Ergebnis räumen die Strategen jedoch nur eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent ein. Sie sehen eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent, dass die Benchmark auf 2'500 Zähler sinkt, und eine Chance von 20 Prozent für einen Anstieg auf 3'400.

"Unsere Prognose für die US-Aktien 2019 weist dicke Verteilungs-Enden auf", schrieben die Strategen in dem Papier.

Die US-Benchmark schloss am Montag bei 2'545,94 Punkten und lag damit mehr als 13 Prozent unter ihrem Rekordniveau vom September. Kostin hält am Jahresend-Ziel von 2'850 Zählern für den S&P 500 fest, was unter dem Median von 3'000 aus von Bloomberg zusammengestellten Projektionen liegt. Die Median-Prognose für 2019 beläuft sich auf 3'079 Punkte.

US-Rezession im 2020?

Goldman verweist auf Dutzende von Treffen mit Kunden in letzter Zeit und sagte, dass viele Investoren der Ansicht seien, dass die US-Wirtschaft im Jahr 2020 in eine Rezession abgleiten werde. Auch seien sie besorgt, weil der S&P 500 in den Jahren seit 1928 ein Jahr vor einer Rezession in einem Viertel der Fälle um mehr als zehn Prozent gefallen war.

"Wenn ein Konjunkturabschwung Mitte 2020 einsetzt, dürften die Aktienbewertungen während des zweiten Halbjahres 2019 ihren Höhepunkt erreichen und allmählich in die Rezession hinein sinken", hieß es in dem Bericht. "Unser Abwärtsszenario von 2'500 spiegelt die Möglichkeit wider, dass die Anleger beginnen, eine potenzielle Rezession für 2020 bis Ende 2019 einzupreisen."

Das Risiko für Aktien im nächsten Jahr sei nicht nur nach unten gerichtet, sagten die Strategen weiter. Der S&P 500 hat in 61 Prozent der Jahre vor einem Jahr ohne Rezession mehr als 10 Prozent eingebracht, zeigen bis 1928 zurückgehende Daten. Wenn sich also die Vergangenheit als Leitfaden erweist und die US-Wirtschaft die Rezession etwas länger abhält, könnten sich Aktien gut entwickeln.

Goldman empfiehlt angesichts der Unsicherheit, den defensiven Anteil in Portfolios zu erhöhen, und schlägt eine Übergewichtungen in den Bereichen Versorger, Kommunikationsdienste und Informationstechnologie vor. Das Unternehmen rät auch zu einer Untergewichtung von Nicht-Basiskonsumgütern, Industriewerten, Rohstoff- und Immobilienaktien.'

(Bloomberg)

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«Qualitätsaktien werden auch

«Qualitätsaktien werden auch nächstes Jahr dem Gegenwind trotzen»

Auch wenn die Anleger im Moment demoralisiert sind - 2019 bieten sich im Aktienmarkt Chancen: Research-Chef Christian Gattiker von Julius Bär nennt seine Favoriten, aber auch Titel, von denen man besser die Finger lässt.

https://www.cash.ch/news/politik/christian-gattiker-qualitaetsaktien-werden-auch-naechstes-jahr-dem-gegenwind-trotzen-1253974?autostart=1

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Die Lunte für

Die Lunte für Marktturbulenzen ist gelegt

Der deutsche Ökonom Alexander Krüger warnt vor Risiken in der Weltwirtschaft. Die Wachstumsprognosen in der Eurozone hält er für zu hoch.

23.12.2018 07:00

Die vorlaufenden Indikatoren aus verschiedenen Ländern des Euroraums haben sich eingetrübt. Im Fall von Frankreich oder Italien deuten sie jüngst sogar auf eine Kontraktion hin. Die US-Zinsstrukturkurve ist zumindest am kurzen Ende inzwischen ganz leicht invers, und die US-Notenbank tritt bei dem künftigen Leitzinsanhebungskurs auf die Bremse.

Dennoch würden die Aussichten für die Weltwirtschaft mit einem Wachstum von 3,4 Prozent im kommenden Jahr positiv bleiben, sagte Alexander Krüger vom deutschen Bankhaus Lampe in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Für mehr wird es nicht reichen, denn neue Wachstumsimpulse, die der Weltwirtschaft zusätzliche Kraft einhauchen können, kann der Chefvolkswirt nicht ausmachen. "Da die Dynamik nachlassen und die Notenbanken zugleich ihre lockere Geldpolitik weiter zurückdrehen werden, rücken Risiken meist rasch in das Blickfeld der Investoren."

Die Wachstumsprojektion der EZB für 2019 hält Krüger für zu optimistisch und erwartet, dass sie im kommenden Jahr zurück rudern muss. Um ihre 1,7 Prozent zu erreichen, werden im kommenden Jahr durchschnittlich rund 0,45 Prozent Wachstum pro Quartal und ein ebenso starkes 2018 benötigt, rechnete er vor. Oder das Winterhalbjahr fällt kräftiger aus, womit die Wachstumsdynamik anschliessend stärker nachgeben könnte. Das hält er mit Blick auf die jüngsten Indikatoren aber für wenig wahrscheinlich. Er sieht das Wachstum im Euroraum bei knapp 1,4 Prozent in 2019, was aus seiner Sicht ein noch immer gutes Ergebnis darstelle. Die Risiken seien aber abwärts gerichtet.

Steigende Risikowahrnehmung

Krüger erwartet, dass Investoren dies anders beurteilen werden und rechnet für 2019 mit einer steigenden Risikowahrnehmung. Es würde der Risiko-Cocktail aus Themen wie der drastisch hohen Verschuldung, der fehlenden wirtschaftspolitischen Konvergenz in der europäischen Währungsunion, der leeren Munitionsdepots der Notenbanken, die auf eine unerwartet deutliche Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes kaum reagieren können, dem Brexit sowie der von den USA initiierte Handelskonflikt in den Vordergrund treten.

So habe die weltweite Verschuldung von privaten Haushalten, Unternehmen und Staaten seit der Finanzmarktkrise 2008 um 33 Prozentpunkte auf 234 Prozent per Ende des zweiten Quartals 2018 zugenommen. Mit einer vom Bankhaus Lampe erwarteten Verlangsamung des globalen Wachstums des nominalen Bruttoinlandsprodukts und dem weiteren Rückzug vieler Notenbanken aus der ultra-lockeren Geldpolitik dürften Investoren die Frage nach der Schuldentragfähigkeit nicht nur bei Länderfinanzen demnächst häufiger stellen.

In den USA beobachtet der Chefvolkswirt vor allem die massive Abkoppelung der Nettovermögensentwicklung der privaten Haushalte von der Entwicklung des nominalen Bruttoinlandsprodukts mit zunehmender Sorge.

Die US-Notenbank habe durch niedrige Zinsen, gepaart mit der Bereitstellung von Liquidität für erhebliche Anstiege der Vermögenspreise gesorgt. Inzwischen hat die Fed mit ihren Zinserhöhungen und dem Bilanzabbau eine deutlich weniger expansive Geldpolitik eingeleitet. "Trüben sich in diesem Umfeld die Konjunkturerwartungen stärker ein oder nähme das Anlegervertrauen ab, könnte eine Rezession eingeleitet durch rückläufige Nettovermögen näher rücken", führte Krüger aus.

Hinsichtlich der Renditeentwicklung dürften US-Treasuries in den ersten Monaten des kommenden Jahres durch Leitzinserhöhungen und den Bilanzabbau der Fed sowie das Mehrangebot an Bonds durch die US-Steuerreform zwar tendenziell belastet werden. Mit zunehmenden Sorgen vor einer Abkühlung der US-Wirtschaft sollte die Rendite der 10-jährigen T-Notes auf Jahressicht aber auf etwa 2,8 Prozent sinken (Konsens: 3,3 Prozent) und sich im Jahresverlauf zwischen 2,5 und 3,4 Prozent bewegen.

Die Entwicklung der deutschen Pendants dürfte sich von der Treasury-Bewegung weitgehend abkoppeln. "Die Rendite der Bundesanleihen läuft nicht nach oben weg. Die Wiederanlagen sowie der EZB-Kapitalschlüssel wirken stützend", so Krüger. Die Rendite der Bunds erwartet er bei 0,6 Prozent (Konsens: 0,89 Prozent). Schwanken sollen sie zwischen 0,1 und 0,8 Prozent.

(Bloomberg)

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Zum Jahreswechsel - Die 8

Zum Jahreswechsel - Die 8 Gebote – beim Aktienkaufen

Schon x-Mal gehört und trotzdem immer aktuell: die acht Gebote beim Aktienkaufen. Der Zeitpunkt ist gut, sich darüber Gedanken zu machen.

31.12.2018 06:46

Von Claude Chatelain

Weltbekannt sind die zehn Gebote, die heiligen Worte Gottes, in Stein gemeisselt, verfasst vermutlich im 5. Jahrhundert vor Christus.

Nur Insidern bekannt sind die acht Gebote der Geldanlage, die Anlagegrundsätze von Erwin Heri, in Buchform erschienen, publiziert vor zwanzig Jahren vom Helbing Lichtenhahn Verlag in Basel.

Erwin Heri ist Professor für Nationalökonomie und Buchautor. Der 64-Jährige bezeichnet sich als Hybrid, denn er ist als Akademiker und als Praktiker tätig. So war er unter anderem Finanzchef bei der Credit Suisse Financial in Zürich. In jüngeren Jahren – das beeindruckt mich noch mehr – war Heri Mitglied der Schweizerischen Tischtennis Nationalmannschaft und vertrat die Schweiz an Weltmeisterschaften.

Heri ist ein Aktienfan. Das trifft sich gut. Denn wenn heute Montag nicht ein Börsenwunder geschieht, werden die wichtigsten Indizes das Jahr im Minus schliessen. Der Swiss Market Index (SMI) beispielsweise verliert heuer zweistellig. Sicher nicht die schlechteste Gelegenheit, sich mit Aktienanlagen zu befassen. Immer unter der Voraussetzung, dass man Heris Gebote nicht verletzt. Hier sind sie: 

1. Investieren Sie: Aktienabstinenzler müssen sich mit mageren Renditen begnügen. Das Sparbuch bringts nicht.

2. Trachten Sie nicht nach kurzfristigem Gewinn: Hohe Renditen auf die Schnelle bergen hohe Risiken. Auch Früchte reifen nur langsam.

3. Versuchen Sie nicht, den richtigen Moment zu erwischen - es gibt ihn nicht: Auch Profis versagen beim Versuch, beim tiefsten Punkt zu kaufen und beim höchsten zu verkaufen. Die Losung heisst: gestaffelt investieren.

4. Versuchen Sie nicht, den richtigen Titel zu finden - es gibt ihn nicht. Es gibt Beispiele zuhauf, bei welchen ein Aktienkurs entgegen aller Prognosen in die falsche Richtung verlief. Das Zauberwort heisst: geografische Streuung.

5. Versuchen Sie nicht, mehr zu wissen als der «Markt», denn der «Markt» weiss viel. Was Sie glauben zu wissen, wissen unzählige andere auch. Geheimtipps sind selten geheim.

6. Seien Sie diszipliniert. Definieren Sie eine Anlagestrategie. Lassen Sie sich von kurzfristigen Ausschlägen nicht beirren. Hin und Her macht Taschen leer.

7. Haben Sie Spass, aber - Strategy First. Es spricht nichts dagegen, mit einem kleinen Teil des Vermögens zu «börselen». Auch die Spiellust soll befriedigt werden.

8. Trauen Sie keinem. In der Finanzbranche tummeln sich zahlreiche Scharlatane. Und die seriösen Finanzberater sind auch keine Hellseher.

Man darf mir gerne vorwerfen, ich hätte diese Gebote schon zig Mal aufgezählt. Ich sehe das entspannt. An Weihnachten wird auch alle Jahre die gleiche Geschichte aus dem Evangelium nach Lukas vorgelesen. «Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging....» und so weiter.

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Anleger schauen mit

Anleger schauen mit gemischten Gefühlen auf das neue Jahr

Das Beste hoffen und sich auf das Schlimmste vorbereiten - diese Devise leitet derzeit die Anleger an den Börsen. Eine Vorschau auf die ersten Handelstage des neuen Jahres.

30.12.2018 17:45

"Die Vielzahl der 2018 schlagend gewordenen Risiken lässt wahrlich wenig Raum für einen optimistischen Marktausblick", sagt Ökonom Bernhard Grünäugl vom Vermögensverwalter BayernInvest. "Gleichwohl liegt in dem derzeit sehr negativen Marktsentiment eventuell auch die Chance auf ein besseres Kapitalmarktjahr 2019."

Der Swiss Market Index (SMI) beendete den Handel am Freitag um 2,85 Prozent im Plus auf 8'429,30 Punkten. Gegenüber dem vergangenen Freitag verzeichnet der SMI damit sogar ein minimes Plus von 0,1%, für das gesamte Jahr 2018 resultiert allerdings ein deutliches Minus von 10,2 Prozent. 

In der zurückliegenden Woche büsste der deutsche Dax 0,7 Prozent ein. Das Minus der vergangenen zwölf Monate summierte sich auf gut 18 Prozent. Damit fuhr der deutsche Leitindex seinen grössten Jahresverlust seit 2008 ein. Damals - inmitten der globalen Finanzkrise - ging es um gut 40 Prozent abwärts.

Der Wall Street droht 2018 sogar der schwächste Dezember seit 1931. Auf Jahressicht steht der Leitindex Dow Jones mit einem Verlust von aktuell gut sechs Prozent noch vergleichsweise gut da. In der alten Woche legte der Dow allerdings um 2,75 Prozent zu und der Technologie-Index Nasdaq kletterte sogar um knapp vier Prozent.

Kein attraktives Szenario

"Die Wirtschaft schwächelt, die Zinsen steigen – von einem attraktiven Szenario für Aktien sind wir aktuell meilenweit entfernt", sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Aber genau das könnte den Impuls für eine Erholung liefern.

Denn wenn die Stimmung am Tiefpunkt angekommen ist, gehen die Kurse meistens wieder nach oben." Unterstützung für die Börsen verspricht sich Jens Wilhelm, Vorstand beim Vermögensverwalter Union Investment, zudem von der Konjunktur. Sowohl für die USA als auch Europa sagt er weiteres Wachstum voraus. "Der Zyklus ist zwar reif, aber noch nicht zu Ende."

Altbekannte und neue Risiken

Die Dauerbrenner-Risiken Brexit und Zollstreit könnten Investoren aber auch 2019 die Suppe versalzen, warnen Experten. Dazu geselle sich Frankreich. Dort hat Präsident Emmanuel Macron als Reaktion auf gewaltsame Proteste zusätzliche Ausgaben in Aussicht gestellt, die das Etatdefizit auf mehr als drei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung treiben dürften.

In Grossbritannien versuche die britische Premierministerin Theresa May, ihre Landsleute zu einer Entscheidung zwischen dem ungeliebten Brexit-Deal und einem ungeordneten Ausstieg Grossbritanniens aus der EU zu zwingen, sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrössten Vermögensverwalter Blackrock. "Wenn diese Strategie aufgeht, ist eine Verschiebung des Austrittsdatums wahrscheinlich. Das Drama geht in die Verlängerung."

US-Daten im Blick

Zum Ende der ersten Januarwoche stehen die US-Arbeitsmarktdaten auf der Agenda. Von ihnen erhoffen sich Investoren weitere Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo möglicher weiterer US-Zinserhöhungen. Einen Vorgeschmack liefern die Zahlen der privaten Jobagentur ADP bereits am Donnerstag.

Wenige Stunden von den offiziellen US-Beschäftigtenzahlen stehen die europäischen Inflationsdaten zur Veröffentlichung an. Aus ihnen versuchen Börsianer herauszulesen, wann die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen erstmals seit mehreren Jahren wieder anheben könnte.

EZB-Chef Mario Draghi hatte bei der letzten Notenbanksitzung Mitte Dezember erneut klar gemacht, dass die Zinsen in der Euro-Zone weiterhin auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent bleiben sollen. Während EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger schon im nächsten Jahr mit der ersten Zinserhöhung rechnet, erwarten die meisten Volkswirte einen solchen Schritt erst 2020.

Die Schweizer Börse öffnet erst am 3. Januar wieder. Unternehmenszahlen folgen dann in der zweiten Januarwoche: Sika, Bossard und Richemont präsentieren Umsatzzahlen.

(Reuters/AWP/cash)

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So lesen Sie das Orderbuch

So lesen Sie das Orderbuch richtig

Beim Aktienhandel kommt dem Orderbuch, wo sich Kaufs- und Verkaufsaufträge gegenüberstehen, eine zentrale Bedeutung zu. cash zeigt, was Anleger aus dem Orderbuch einer Aktie lesen können.

02.01.2019 23:22

Von Pascal Züger

Seit der Ringhandel in der Schweiz im Jahr 1996 abgeschafft wurde, geht der Börsenhandel weit gesitteter vonstatten als zuvor. Vorbei sind die an den wilden Westen erinnernden Szenen am Börsenring, wo Händler in grosser Hektik Kauf- und Verkaufspreise hinausschreien, um einen Handel abschliessen zu können. Wie es an der Effektenbörse Zürich im Jahre 1962 zu und her ging, sehen Sie im Video hier.

Doch auch wenn im heutigen Online-Handel nur noch wenig an die damalige Zeit erinnert, so ist die Grundfunktionsweise der Börse unverändert geblieben: Kaufwillige Anleger treffen an der Börse auf solche, die ihre Titel abstossen wollen. Es kommt zu einem Börsengeschäft, wenn sich die beiden Parteien auf einen Preis einigen können. Heute wie damals werden die Angebote von Käufer- und Verkäuferseite im Orderbuch, auch Auftragsbuch genannt, festgehalten.

Was nicht alle Anleger wissen: Das aktuelle Orderbuch von Schweizer Aktien steht für Anleger offen zur Verfügung. Und vor dem Kauf oder Verkauf einer Aktie lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, damit man sich ein Bild darüber machen kann, welcher Preis realistisch ist und wo die Kaufs- bzw. Verkaufslimite gesetzt werden sollte.

Welche Auftragsarten gibt es überhaupt? Lesen Sie dazu den Artikel "So kaufen und verkaufen Sie Aktien - Tipps für Einsteiger und Erfahrene"

Einsehbar ist das Orderbuch entweder auf der Homepage der SIX (auf gewünschte Aktie klicken, dann "Orderbuch anzeigen") oder direkt bei cash.ch (nur verfügbar für Bankkunden und Profi-Abo-Besitzer). Und das sieht dann, hier am Beispiel der Santhera-Aktie, so aus:

Orderbuch und Timeserie der an der Schweizer Börse SIX gehandelten Santhera-Aktie. Datum 22.11.2018, 12:15 Uhr / Quelle: cash.ch

Was entnimmt nur der Anleger diesen Tabellen? Zunächst zum eigentlichen Orderbuch auf der rechten Seite des Screenshots: Die ersten drei Spalten (Zeit, Volumen und Geld) beschäftigen sich mit der Käuferseite. Der Geldkurs (in Grafik nur "Geld" genannt) zeigt auf, was Käufer für den Santhera-Titel maximal zu zahlen bereit sind. Der höchste Wert beträgt 14.22 Franken. 1'288 Aktien ("Volumen") werden zu diesem Preis nachgefragt, wobei der letzte Auftrag in dieser Höhe um 12:06:30 Uhr einging. 300 weitere Aktien werden zum Preis von 14.20 Franken nachgefragt, 350 weitere zu 14.12 Franken usw.

Dem stehen die potenziellen Verkäufer gegenüber, denen die letzten drei Spalten gewidmet sind (Brief, Volumen und Zeit). Das tiefste Santhera-Verkaufsangebot steht zum Zeitpunkt des Screenshots bei 14.48 Franken, zu diesem Preis wurden 69 Aktien angeboten. Es folgen 234 weitere Titel zum Angebotspreis von 14.50 Franken, weitere 342 zu 14.52 Franken usw.

Orderbuch zeigt nur ausstehende Aufträge

Im Orderbuch sind nur Aufträge ersichtlich, die aufgrund von Preisdifferenzen zwischen Angebot und Nachfrage noch nicht ausgeführt werden konnten. Der tiefste angebotene Preis für eine Santhera-Aktie beträgt hier also 14.48 Franken, der höchste nachgefragte Kurs jedoch nur 14.22 Franken. Die Differenz dieser beiden Werte, sie beträgt 0.26 Franken, wird Geld-Brief-Spanne (englisch bid-ask spread) genannt. Diese ist in der Regel umso grösser, je weniger häufig ein Titel gehandelt wird. Eine grössere Geld-Brief-Spanne erschwert den Handel.

Zusätzlich steht links in der obigen Grafik die Timeserie. Sie zeigt die effektiv ausgeführten Trades und zu welchem Preis sie abgewickelt wurden. Hier haben sich also Angebot und Nachfrage gefunden. Der letzte Santhera-Handel fand gemäss Grafik um 12:06:29 Uhr statt, 15 Aktien wechselten zum Preis von 14.28 Franken den Besitzer. 

Was nützt das Auftragsbuch nun konkret dem Anleger? Es gibt ihm einen Anhaltspunkt darüber, zu welchem Preis ein Verkauf bzw. Kauf durchgeführt werden kann. Wer Santhera-Aktie kaufen will, weiss, dass es Anbieter gibt, die für 14.48 Franken zu verkaufen bereit sind und kann seinen Kaufantrag entsprechend setzen. Umgekehrt ist für einen Verkäufer im Orderbuch ersichtlich, dass gegenwärtig Aktien zu maximal 14.22 Franken nachgefragt werden.

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Einkaufsmanagerindex PMI hält

Einkaufsmanagerindex PMI hält sich im Dezember über Langfrist-Durchschnitt

Die Einkaufsmanager der Schweizer Industrieunternehmen zeigen sich im Dezember unverändert optimistisch. Der sogenannte Purchasing Manager's Index (PMI, saisonbereinigt) stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 57,8 Indexpunkte.

03.01.2019 10:00

Der Index hat sich damit im Dezember über seinem langfristigen Durchschnitt gehalten und lag auch deutlich über den Erwartungen: Von AWP befragte Ökonomen hatten mit einem Wert zwischen 54,0 und 57,2 Punkten gerechnet. Beim wichtigen Frühindikator deuten Werte von über 50 Punkten auf Wachstum hin.

Der PMI für die Industrie habe damit zwar das hohe Tempo von Anfang 2018 nicht halten können, er habe sich jedoch seit Oktober auf einem nach wie vor überdurchschnittlichen Wert stabilisiert, teilte die Credit Suisse am Donnerstag mit. Sie ermittelt den Index zusammen mit procure.ch.

Produktion weniger dynamisch

Das Absinken des Index im Laufe des vergangenen Jahres lässt gemäss Credit Suisse erwarten, dass die Schweizer Wirtschaft in den kommenden Monaten an Schwung verlieren wird. Belastend wirke zum einen die Auftragsentwicklung. Die Auftragslage sei zwar weiterhin überdurchschnittlich, gleichzeitig befinde sie sich jedoch deutlich unter dem Langzeithoch von Januar 2018, schrieb die Bank.

Zum anderen zeige sich auch die Produktion im Dezember 2018 weniger dynamisch als im Dezember 2017. Deutlich kürzer sind gemäss Mitteilung auch die Lieferfristen, was aber nicht nur einer schwächeren Nachfrage, sondern auch den erweiterten Kapazitäten zuzuschreiben sein dürfte.

Stabil dagegen präsentiere sich der Arbeitsmarkt. Es werde nach wie vor Personal eingestellt, heisst es in der Mitteilung. Relativ ruhig sei auch die Lage an der Preisfront. Nachdem vor einem Jahr die Inflation noch rekordhoch gewesen sei, stiegen die Preise zurzeit nur noch mässig.

Dienstleister mit stabilisiertem Ausblick

Der PMI des Dienstleistungssektors hat sich im Dezember ebenfalls stabilisiert. Bereinigt um Saisoneinflüsse stieg er um 0,7 Punkte nach oben und notierte auf 54,4 Zählern. Gleich wie die Industrie startet laut Mitteilung dieser Sektor ebenfalls mit weniger Schwung ins gerade angelaufene Jahr 2019 als 2018. Schwächer präsentiere sich insbesondere der Auftragseingang und der Auftragsbestand.

Der PMI gehört gemeinsam mit dem KOF-Konjunkturbarometer zu den wichtigsten Vorlaufindikatoren für die Schweizer Wirtschaftsentwicklung. Jener Indikator sank im November um 1,1 auf 99,1 Punkte. Für die Schweizer Wirtschaft werde das Fahrwasser etwas schwieriger, resümierten die KOF-Ökonomen am vergangenen Freitag.

lie/hr

(AWP)

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Die heissen Aktien-Tipps der

Die heissen Aktien-Tipps der Analysten fürs Jahr 2019

Die Banken setzen für 2019 auf andere Schweizer Aktien als noch vor einem Jahr. Weshalb langweilig plötzlich wieder «en vogue» ist, welche Banken auf Nebenwerte setzen und welche Aktien widersprüchlich beurteilt werden.

04.01.2019 07:45

Von Lorenz Burkhalter

Die Prognosen könnten unterschiedlicher kaum sein: Während die französische Grossbank Société Générale den Swiss Market Index (SMI) über die nächsten 12 Monate auf 8000 Punkte fallen sieht, gibt sich die US-Investmentbank Jefferies vorsichtig optimistisch.

In einem Punkt sind sich die beiden Banken allerdings einig: 2019 könnte zum Jahr der Indexschwergewichte werden. Doch während man bei Société Générale auf die Aktie des Gesundheitskonzerns Novartis setzt und ein Kursziel von 100 Franken veranschlagt, setzen die Amerikaner auf den Genussschein des Erzrivalen Roche sowie auf die Aktie von Nestlé.

Qualitätsaktien sind wieder «en vogue»

Die drei Indexschwergewichte gelten als "defensiv", das Tagesgeschäft dieser Grossunternehmen als weitestgehend von der Wirtschaftsentwicklung unabhängig. Anleger sind vor allem dann gut in den Valoren von Nestlé, Roche und Novartis aufgehoben, sollte das Börsengeschehen auch 2019 turbulent bleiben.

Dass die Nestlé-Aktie auch bei Baader-Helvea, Vontobel und Morgan Stanley auf der Favoritenliste zu finden ist und man bei Vontobel zudem auf den Genussschein von Roche setzt, spricht jedenfalls Bände. Womöglich rechnen diese Banken nicht mit einer raschen Beruhigung an den Aktienmärkten. Wie Société Générale setzt das Handelshaus Kepler Cheuvreux nicht auf Roche, sondern auf Novartis. Des weiteren rät Kepler Cheuvreux für die ersten drei Monate zum Kauf von Bâloise, Richemont, Schindler, SGS und Sunrise.

Standen noch vor einem Jahr Finanzwerte sowie spätzyklische Aktien (Unternehmen, bei welchen das Tagesgeschäft erst in einer späten Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs in die Gänge kommt), weit oben auf den Empfehlungslisten, sind es diesmal ganz offensichtlich die Qualitätsaktien.

Nicht so recht in dieses Bild will der dritte Aktien-Tipp von Jefferies fürs Jahr 2019 passen. Denn neben den Valoren von Roche und Nestlé setzt die US-Investmentbank auf die des Luftfrachtspezialisten Panalpina. Die vom Welthandel abhängigen Basler gelten schon seit Jahren als eine "Dauerbaustelle". Eine Ergebnisenttäuschung folgt auf die nächste.

Nur noch wenige Banken setzen auf Nebenwerte

Die Wette Jeffries auf die Panalpina-Aktie ist denn auch eine Wette auf eine Übernahme des Luftfrachtspezialisten durch Kühne+Nagel. Seit Wochen wird den beiden Rivalen an der Börse gerüchteweise eine Annäherung nachgesagt. Ins 150 Franken lautende Kursziel sind jedenfalls 30 Franken Übernahmeprämie "verbaut".

Bei aller Zuversicht für Qualitätsaktien sehen einige wenige Banken nach dem Kursdebakel der letzten Monate auch bei den Schweizer Nebenwerten wieder Kaufgelegenheiten - getreu der Devise "das eine tun und das andere nicht lassen". Diese Banken befinden sich aufgrund des zusehends schwierigeren Wirtschaftsumfelds und der geringeren Risikobereitschaft der Anleger allerdings in der Minderheit. Vermutlich sind viele Banken nach der einschneidenden Bewertungskorrektur von 2018 auch einfach nur "gebrannte Kinder".

Übersicht über die Kaufempfehlungen für 2019:

Bank Kaufsempfehlungen
Baader-Helvea BKW, Huber+Suhner, Kühne+Nagel, Nestlé, Siegfried, Sika, Vifor Pharma
Kepler Cheuvreux Bâloise, Richemont, Novartis, Schindler, SGS, Sunrise Communications
Jefferies Nestlé, Panalpina, Roche
Morgan Stanley LafargeHolcim, Lindt&Sprüngli, Nestlé
Société Générale Geberit, Novartis
Vontobel Also, Dätwyler, Dufry, KTM Industries, Logitech, Nestlé, Oerlikon, Richemont, Roche, Sika, Straumann, Sunrise Communications

Mut beweist zumindest Vontobel und ergänzt die Standardwerte Nestlé, Richemont, Roche und Sika mit den Nebenwerten Also, Dätwyler, Dufry, KTM Industries, Logitech, Oerlikon, Straumann und Sunrise Communications.

Gleich bei mehreren Aktien widersprechen sich die Banken

Für Baader-Helvea gibt es neben den Standardwerten Nestlé, Kühne+Nagel und Sika hingegen kein Vorbeikommen an den Aktien von BKW, Huber+Suhner, Siegfried und Vifor Pharma. Auf das Kursziel von 200 Franken bezogen errechnet sich bei Kühne+Nagel ein Aufwärtspotenzial von mehr als 60 Prozent, bei Vifor Pharma mit 197 Franken sogar eines von 84 Prozent (cash berichtete).

Interessant dabei ist, dass Kepler Cheuvreux Vifor Pharma zu den Aktien zählt, um welche Anleger in den kommenden Monaten besser einen grossen Bogen machen werden. Auch von den Aktien von Sonova, U-blox und Valora raten sie ab.

Übersicht über die Verkaufsempfehlungen für 2019:

Bank Verkaufsempfehlungen
Kepler Cheuvreux Sonova, U-blox, Valora, Vifor Pharma
Morgan Stanley Temenos
Société Générale Givaudan, LafargeHolcim, Zurich Insurance Group

Widersprüchliche Empfehlungen liegen auch zu LafargeHolcim vor. Für Vontobel und die US-Investmentbank Morgan Stanley für 2019 in der Favoritenrolle, führt Société Générale die Aktie des weltgrössten Zementherstellers neben jenen von Givaudan und der Zurich Insurance Group als Schlüsselverkaufsempfehlung.

Blickt man auf die vergangenen 12 Monate zurück, zeigt sich: Gut fuhr vor allem, wer seine Risiken am Schweizer Aktienmarkt beispielsweise mit einem börsenkotierten Indexfonds breit streute. Einzelwetten wie die auf die vor Jahresfrist noch hochgelobte Aktie des Vermögensverwalters GAM (-75 Prozent), kosteten hingegen viel Geld. Auch ein Investment in den Textilmaschinenhersteller Rieter (-46 Prozent), den Sicherheitstechnikkonzern Dormakaba (-35 Prozent) oder das Industrie-Urgestein ABB (-28 Prozent) ging rückblickend nicht auf (cash berichtete).

Immerhin scheinen solche Kurskapriolen bei den diesmal in der Favoritenrolle stehenden Qualitätsaktien von Nestlé, Roche oder Novartis aus heutiger Sicht unwahrscheinlich.

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Schweizer Börse 2018 mit

Schweizer Börse 2018 mit höherem Handelsumsatz - starke IPO-Volumen

Auch wenn sich die meisten Anlageklassen im Jahr 2018 rückläufig entwickelten - an der Schweizer Börse ist im vergangenen Jahr wieder mehr gehandelt worden. Und das Jahr war von zahlreichen Börsengängen geprägt.

03.01.2019 18:37

Nicht weniger als zwölf Unternehmen wagten 2018 den Schritt an die SIX Swiss Exchange, teilte diese am Donnerstagabend mit. Das sei die höchste Zahl an Börsengängen seit dem Jahr 2001. Das weltweit gute Klima für Börsengänge und die hohe Kotierungsaktivität von Unternehmen im vergangenen Jahr habe sich somit auch an der Schweizer Börse gespiegelt.

Und mit dem Initial Public Offering (IPO) des Traditionsunternehmens SIG Combibloc verzeichnete die SIX das drittgrösste IPO Europas 2018. Der Hersteller von Verpackungssystem brachte ein Gewicht von 1,7 Milliarden Franken auf die Waage. Das gesamte IPO-Transaktionsvolumen der SIX lag im vergangenen Jahr bei 3,9 Milliarden Franken, was der Schweizer Börse Rang vier in Europa einbrachte.

Marktanteil steigt

Die SIX hat auch eine steigende Handelsaktivität registriert. Der Handelsumsatz erhöhte sich um gut 1 Prozent auf 1361 Milliarden Franken. Die Zahl der Abschlüsse stieg gleichzeitig um 17 Prozent auf gut 60 Millionen. Die Titel mit dem höchsten Handelsumsatz und mit den meisten Abschlüssen in 2018 waren die Namenaktien von Nestlé.

Der höchste Umsatz des Jahres wurde am 2. Mai mit 12,3 Milliarden Franken erreicht. Der Tag mit den meisten Abschlüssen war der 6. Februar mit über 506'000. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Handelstag wechselten Wertschriften im Wert von 5,5 Milliarden Franken ihren Besitzer bei täglich durchschnittlich gut 242'000 Abschlüssen.

Die Schweizer Börse hält zudem fest, dass der Marktanteil von SIX im Handel mit den grössten Schweizer Aktien wie schon letztes Jahr gestiegen sei - diesmal von 68 auf über 70 Prozent. "Diese Werte belegen unsere Attraktivität als Kotierungsstandort und Handelsplatz", lässt sich dazu SIX-Chef Jos Dijsselhof zitieren.

Mehr Umsatz mit Aktien und Fonds

Das mit deutlichem Abstand grösste Handelssegment Aktien und Fonds befand sich im Wachstum. Der Handelsumsatz wuchs um knapp 5 Prozent auf 1108 Milliarden Franken und die Zahl der Abschlüsse erhöhte sich ebenfalls. Die wichtigsten Aktienindizes entwickelten indes negativ: Der Blue-Chip-Index SMI büsste letztes 10,2 Prozent ein und der breitere Index SPI 8,6 Prozent.

Bei den Franken-Anleihen sank hingegen der Umsatz um knapp 7 Prozent, bei den Anleihen in Fremdwährungen um 36 Prozent und bei den Strukturierten Produkten und Warrants um 5,9 Prozent.

Der Handelsumsatz bei den ETFs, der 2017 einen neuen Rekord erreicht hatte, sank um knapp 14 Prozent auf noch gut 100 Milliarden Franken.

Mit "SwissAtMid" konnte die Schweizer Börse hingegen weitere Erfolge verzeichnen. Auf der im Oktober 2016 eingeführten Plattform habe sich der gesamte Handelsumsatz 2018 mit 14 Milliarden Franken beinahe verdreifacht. Besagte Plattform ermöglicht es, Handelsabschlüsse in Schweizer Aktien in einem nicht einsehbaren Liquiditätspool zum Midpoint-Preis des öffentlichen Orderbuchs zu tätigen.

ra/cf

(AWP)

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Firmen zieht es in den Kanton

Firmen zieht es in den Kanton Zug

Der Trend setzt sich fort. Die Anzahl der Firmen im Kanton Zug ist im Jahr 2018 erneut gestiegen. Das Handelsregister verzeichnet eine Nettozunahme um 1119 Firmen.

04.01.2019 15:20

Im Vorjahr gab es einen Anstieg um 670. Insgesamt waren per Ende Dezember 33'038 Firmen im Handelsregister des Kantons Zug eingetragen.

Die Zahl der Neueintragungen stieg nach 19 Prozent im Jahr 2017 um weitere 16 Prozent, wie die Volkswirtschaftsdirektion am Freitag mitteilte. Die häufigste Rechtsform ist mit 18'031 die Aktiengesellschaft (AG), gefolgt von der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) mit 9811.

(AWP)

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Wie geht es am Schweizer

Wie geht es am Schweizer Aktienmarkt weiter?

Die Börse nimmt die Nervosität und Verunsicherung mit ins neue Jahr. Was derzeit auf die Anlegerstimmung drückt - und was die cash-Leser bis Ende Januar vom Schweizer Aktienmarkt erwarten.

06.01.2019 21:51

Von Pascal Züger

Nein, das neue Jahr konnte die Sorgen und Ängste der Anleger nicht plötzlich wegblasen. Noch immer ist die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern gross. Genau genommen ist sie in den letzten Wochen sogar noch weiter angestiegen: Das zeigt ein Blick auf den VSMI, den Volatilitätsindex des Swiss Market Index. Von Oktober 2018 bis heute weist dieses "Angstbarometer" einen klaren Trend nach oben aus, wie folgende Grafik verdeutlicht:

Kursentwicklung des VSMI in den letzten 6 Monaten, Quelle: cash.ch

Kursmässig kam der Swiss Market Index (SMI) in den ersten beiden Handelstagen des neuen Jahres immerhin ordentlich vom Fleck, am Freitag schloss der Leitindex bei 8609 Punkten, womit er 2,1 Prozent über dem Stand von Jahresanfang liegt. Den letzten Börsentag des Jahres 2018 am 28. Dezember beendete der Leitindex mit Plus 2,9 Prozent bereits positiv, nachdem es Tags zuvor 2,6 Prozent in die Tiefe ging.

Noch mehr Volatilität verzeichnete jüngst die US-Börse. Der Dow Jones verlor letzten Donnerstag 2,8 Prozent, am Freitag stieg er 3,3 Prozent an. Bereits um die Feiertage Ende Dezember fiel der US-Index mit teils unerklärlichen Kurskapriolen auf: So rauschte er an Heiligabend fast 3 Prozent in die Tiefe, am Stephanstag stieg er wiederum 5 Prozent empor, ehe es am 27. Dezember wieder über 2 Prozent talwärts ging.

Die diversen Anleger-Sorgen

Anleger sind verunsichert, da sich die Anzeichen einer Konjunktureintrübung verdeutlichen: Das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager in China fiel im Dezember erstmals seit gut eineinhalb Jahren unter die Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. Auch die Industrien der Euro-Zone und in den USA schwächelten zum Jahresende: Im Dezember fiel der EU-Einkaufsmanagerindex auf den tiefsten Stand seit drei Jahren, in den USA brach das Industrie-Barometer gar so stark ein wie seit Oktober 2008 nicht mehr. 

Derweil bekommt die Weltwirtschaft auch die höheren Zinsen in den USA - am 19. Dezember folgte der vierte Zinsschritt des Jahres 2018 auf die aktuelle Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent - zu spüren: In Dollar verschuldetete Schwellenländer leiden, auch die US-Wirtschaft selbst wird dadurch etwas gebremst. Im laufenden Jahr dürften mindestens zwei weitere Zinsschritte folgen, die zur weiteren Belastungsprobe für die Finanzmärkte und die globale Wirtschaft werden könnten.

Hinzu kommen politische Unwägbarkeiten, die zum Teil auch am langsameren Wirtschaftswachstum eine Mitschuld tragen. Allen voran der ungelöste Handelsstreit der USA mit China. Negativ zu spüren bekommen hat dies etwa bereits die Firma Apple, die für das abgelaufene Quartal einen enttäuschenden iPhone-Absatz in China aufwies und deren Aktien als Folge am vergangenen Donnerstag an der Börse um 10 Prozent einbrachen.

Ebenfalls auf die Stimmung drücken der gegenwärtige Regierungsstillstand in den USA sowie der Ende März anstehende Ausstieg Grossbritanniens aus der EU.

cash-Leser geraten nicht in Panik

Unter diesen Voraussetzungen erstaunt es kaum, dass  sich die Research-Abteilung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einem Kommentar pessimistisch zeigt: "Der Blick ins Jahr 2019 fällt alles andere als sorgenfrei aus", heisst es dort. Die Bank erwartet ein schwieriges Jahr mit hoher Volatilität und nur bescheidenen Kursgewinnen an den Börsen. Sollten sich ausserdem die Zeichen, die auf eine harte Landung der Weltwirtschaft hindeuten, mehren, könne die Stimmung an den Finanzmärkten rasch kippen. Generell dominiert bei Banken 2019 die Vorsicht: Hoch im Kurs stehen eher defensive Schwergewichte wie Roche, Novartis und Nestlé, während Finanzaktien und Spätzykliker - im Gegensatz zum Vorjahr - kaum mehr auf den Empfehlungslisten zu finden sind (cash berichtete). 

Nichtsdestotrotz zeigen sich cash-Leser über den weiteren Verlauf des SMI bis Ende Januar erstaunlich optimistisch: In einer am 3. Januar lancierten Umfrage auf cash.ch sehen 42 Prozent von insgesamt fast 5000 Teilnehmenden den SMI bis Ende Januar klar höher als 8400 Punkte, weitere 31 Prozent erwarten den Leitindex weitgehend unverändert. Nur 27 Prozent sehen bis Ende des Monats einen deutlichen Fall auf den SMI zukommen (zur cash-Umfrage). Panik scheint unter den cash-Lesern keine aufgekommen zu sein.

Cash-Umfrage: Wo steht der SMI Ende Januar 2019?

(Stand: Sonntag, 6. Januar, 17.15 Uhr)

Nach sehr hohen Bewertungen an den Aktienmärkten ist es in den letzten Monaten bereits  zu starken Korrekturen gekommen, die das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2019 diverser Titel wieder auf tiefere Werte gespült hat. Gut möglich, dass cash-Leser diese Korrektur für übertrieben halten und daher mit einer Gegenbewegung rechnen. Auf höhere Kurse hoffen geht dann auf, wenn eine starke Konjunktureintrübung oder gar eine Wirtschaftsrezession in den USA ausbleiben sollte.

An dieses Szenario glaubt etwa Börsenexperte Stéphane Monier: "Bis jetzt ist in den USA noch keine Rezession in Sicht. Wir sind daher weiterhin davon überzeugt, dass sich für vorsichtige Anleger in diesem insgesamt relativ günstigen Umfeld Chancen ergeben", so der Anlagechef der Privatbank Lombard Odier. Auch die Daten der Federal Reserve Bank of New York - die mit ihren Berechnungen in der Vergangenheit in der Regel sehr gut lagen - sprechen gegen ein Horrorszenario an den Märkten: Die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession in den nächsten 12 Monaten wird auf nur 15 Prozent beziffert. Erst einmal kam es trotz einer so tiefen Eintretenswahrscheinlichkeit zu einer Rezession: Im Jahre 1973, während der Erdölkrise.

Die ersten Januartage als Indikator für das Börsenjahr

Wenn man einem alten Börsenmythos Glauben schenken will, entscheidet schon die erste Handelswoche über die Richtung des gesamten Börsenjahres. Seit 2002 schloss der breite Swiss Performance Index (SPI) das Gesamtjahr mit drei Ausnahmen immer mit den gleichen Vorzeichen ab wie nach den ersten fünf Handelstagen.

So etwa im grossen Krisenjahr 2008, als der Swiss Performance Index (SPI) nach fünf Handelstagen bereits 4,5 Prozent nachgab und zum Jahresende bei einem Minus von 34 Prozent schloss. Oder auch 2005, dem besten Aktienjahr der letzten fünfzehn Jahre, wo der SPI nach plus 1 Prozent in der ersten Handelswoche zum Jahresende ein Plus von fast 36 Prozent aufwies.

In den zwei Börsentagen 2019 hat der SPI bisher leicht über 2 Prozent zulegen können. Das könnte zumindest schon mal ein gutes Omen für den restlichen Jahresverlauf sein.

Die drei besten und die drei schlechtesten Börsenjahre seit 2002:

Jahr SPI erste Januar-Woche SPI gesamtes Börsenjahr
2005 + 0,8 Prozent + 35,6 Prozent
2009 + 2,9 Prozent + 23,2 Prozent
2013 + 5,2 Prozent + 23,0 Prozent
     
2018 + 1,9 Prozent -   8,6 Prozent
2002 -  0,6 Prozent - 26,0 Prozent
2008 -  4,5 Prozent - 34,0 Prozent

Quelle: www.cash.ch

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Ueli Maurer will am WEF mit

Ueli Maurer will am WEF mit Donald Trump Freihandel besprechen

Bundespräsident Ueli Maurer wird am World Economic Forum (WEF) in Davos US-Präsident Donald Trump treffen und mit ihm über ein Freihandelsabkommen Schweiz-USA sprechen.

06.01.2019 16:58

"Wir treffen ihn auch persönlich unter vier Augen", sagte Maurer am Samstag am Rande einer SVP-Wahlkampfveranstaltung. "Das Treffen ist bestätigt", sagte der Bundespräsident gegenüber Tele Züri. "Wir versuchen, das Freihandelsabkommen auf die Schiene zu bringen", sagte Maurer weiter. Amerika sei neben der EU der wichtigste Handelspartner für die Schweiz. Die Schweiz wolle das möglichst im Rahmen eines Freihandelsvertrags konkretisieren, sagte der Bundespräsident.

Das Freihandelsabkommen mit den USA hätte eigentlich der krönende Abschluss für den Ende Jahr abgetretenen Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann werden sollen. Nach einem Besuch in Washington Anfang Dezember wurde aber klar: für die USA haben die Verhandlungen nicht Priorität. Maurer will nun das Freihandelsabkommen am WEF "anstossen", wie er an der SVP-Veranstaltung sagte.

(SDA)

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Analysten melden sich aus der

Analysten melden sich aus der Festtagspause zurück

Nach den Festtagen zeigen die Aktienanalysten einiges an Aktivität. Während für die Aktie von Dufry eine Verkaufsempfehlung aus dem angelsächsischen Raum eingeht, rät die UBS zum Kauf der Dätwyler-Aktie.

07.01.2019 08:17

Von Lorenz Burkhalter

Viele Analystenanalysten haben sich über die Festtage freigenommen. Nun kehren sie nach und nach an ihren Arbeitsplatz zurück und nehmen die Rückkehr zum Anlass, einige Aktien gleich neu zu beurteilen. Traf es am vergangenen Donnerstag die beiden SMI-Schwergewichte Nestlé und Novartis sowie den Apple-Zulieferer SFS Group (cash berichtete), sind zu Wochenbeginn Dufry und Dätwyler an der Reihe.

Bei Dufry nimmt Goldman Sachs die Wiederabdeckung der Aktie des Reisedetailhandelskonzerns aus Basel mit einer Verkaufsempfehlung und einem 12-Monats-Kursziel von gerademal 83 Franken auf. Die Flaute in wichtigen Märkten könnte sich in die Länge ziehen, so warnt die mächtige US-Investmentbank.

Leerverkäufer bei Dufry fest im Sattel

Mit gut 96 Franken notiert die Dufry-Aktie noch immer in der Nähe der Mehrjahrestiefstkurse von Ende Dezember bei 89 Franken. Mit einem Minus von knapp 36 Prozent zählte das Unternehmen 2018 zu den schwächsten Vertretern aus dem Swiss Leaders Index (SLI).

Ihre helle Freude an der Verkaufsempfehlung dürften vor allem die Leerverkäufer haben. Der Beratungsfirma IHS Markit zufolge gehört die Aktie von Dufry zu den am häufigsten leerverkauften Titel der Schweiz. Noch Ende Dezember wurde mit nicht weniger als 16 Prozent der ausstehenden Aktien auf rückläufige Kurse spekuliert.

Besser als die Aktie von Dufry kommt am Montag jene von Dätwyler davon. Die UBS sieht im jüngsten Kurszerfall eine günstige Kaufgelegenheit. Deshalb erhöht sie ihr Anlageurteil von Neutral auf Buy. Vom 202 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel lässt sich ein Steigerungspotenzial von 45 Prozent ableiten.

Angst vor einem Abschwung in der Automobilindustrie

Die Grossbank findet einerseits Gefallen am breit abgestützten Geschäftsmodell des Spezialisten für Dichtungs-, Verschluss- und Verpackungslösungen, rechnet andererseits aber auch mit einem Turnaround im Geschäft mit technischen Komponenten.

Für die Börse war zuletzt vor allem die hohe Abhängigkeit Dätwylers von der Automobilindustrie ein Thema. In diesem Wirtschaftszweig häufen sich die Anhaltspunkte für einen Abschwung. Das wiederum sorgt bei den Anlegern für Nervosität und erklärt, weshalb die Dätwyler-Aktie seit Ende September gut 25 Prozent verloren hat. Das Unternehmen erzielt im Kerngeschäft zwischen 40 und 45 Prozent des Umsatzes mit Kunden aus der Automobilindustrie.

Auf Basis der UBS-eigenen Prognosen errechnet sich für das laufende Jahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14. Das liegt trotz guten Wachstumsaussichten unter dem Schweizer Branchendurchschnitt von 14,6.

Anders als die Umstufungen für die SMI-Schwergewichte Nestlé und Novartis von letzter Woche dürften die Empfehlungen für Dufry und Dätwyler den breiten Markt nicht gross bewegen.

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Mehrheit der Unternehmen

Mehrheit der Unternehmen erwartet 2019 stabile Wirtschaftsentwicklung

Die Mehrheit der Unternehmen in der Schweiz erwartet für 2019 ein Wirtschaftswachstum in der Schweiz im Rahmen des Vorjahres, nämlich 58 Prozent. Demgegenüber geht rund ein Drittel von einer Abkühlung des Wachstums aus, während 10 Prozent eine Beschleunigung erwarten.

07.01.2019 11:11

So lautet das Fazit einer Umfrage der Credit Suisse bei 760 Firmenkunden der Bank. Die Einschätzung der Firmen decke sich in etwa mit der bankeigenen und auch der Einschätzung anderer Marktbeobachter, schreibt die Credit Suisse in der am Montag veröffentlichten Studie zur Umfrage.

Befragt nach den Zinserwartungen geht knapp die Hälfte der Unternehmen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) spätestens bis Ende 2019 erstmals seit 2007 wieder einen Schritt nach oben machen wird. Die SNB selber hatte zuletzt im Dezember verlauten lassen, dass sie die expansive Geldpolitik und die Leitzinsen vorerst beibehalten werde.

Die SNB hat in dieser Frage wegen der anhaltend lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit nur sehr beschränkten Spielraum. Denn würde sie die Zinsen vor der EZB erhöhen, würde dies den Aufwertungsdruck auf den Franken erhöhen, was insbesondere die exportorientierten Industrien und den ebenfalls wichtigen Tourismus belasten würde.

Die Umfrageteilnehmer äusserten sich auch zu ihren Erwartungen hinsichtlich der Wechselkurse. Wie in den Vorjahren geht die Mehrheit nicht davon aus, dass es in Europa zu einem starken Aufschwung und damit zu einem stärkeren Euro kommen wird. Per Ende 2019 liegt die durchschnittliche Erwartung für den Euro bei 1,15 Franken, während die Credit Suisse einen Kurs von 1,20 Franken prognostiziert. Die entsprechende Prognose für den US-Dollar deckt sich mit 0,99 Franken in etwa mit den Erwartungen der Bank.

Firmen budgetieren vorsichtig

Interessant ist der Umstand, dass exportorientierte Unternehmen in ihren Jahresbudgets mit einem deutlich stärkeren Franken rechnen als importorientierte. Damit werde offenbar eine gewisse Sicherheitsmarge einkalkuliert, so die Credit Suisse. Dies sei bereits in den Vorjahren zu beobachten gewesen.

Das grösste Risiko, das nicht von der Geldpolitik bestimmt wird, sehen die Firmenverantwortlichen in der hohen Verschuldung Italiens. Demgegenüber wird den Brexit-Verhandlungen sowie einer sich abzeichnenden Wachstumsverlangsamung in China die geringste Bedeutung zugemessen.

Die hauseigene Prognose der Credit Suisse für die Weltwirtschaft lautet "trotz gewisser Risiken moderat optimistisch". Der Austritt Grossbritanniens aus der EU sollte gemäss der Bank "bei angemessener Abwicklung" für beide Seiten keine gravierenden Folgen haben, und den Handelsstreit zwischen den USA und China sieht die CS durch die Flexibilität Chinas abgefedert.

cf/rw

(AWP)

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Diese Finanzangelegenheiten

Diese Finanzangelegenheiten müssen Sie im Januar erledigen

Aktien-Check, Sparzinsen, Kontogebühren und Steuern: Wenn Sie sich im Januar etwas intensiver Ihren Finanzthemen widmen, können sie Renditechancen verbessern und vor allem Geld sparen.

07.01.2019 22:55

Von Marc Forster

Der Januar ist für viele Leute der teuerste Monat des Jahres. Aber der Jahresanfang ist nun einmal ein wichtiger Stichtag für die persönlichen Finanzen.

Wer etwa die Krankenkasse für mehrere Monate auf einmal einbezahlt, muss direkt mit dem Jahreswechsel einen grossen finanziellen Brocken entrichten. Je nach Mietvertrag werden Nebenkosten ebenfalls quartalsweise beglichen, Eigenheimbesitzer erhalten je nach Wohnort eine Mehrmonatsrechnung für Gas, Wasser und Strom. Werden Versicherungen, diverse Mitgliedschaften und Abos auf Anfang Jahr abgeschlossen, wird die Erneuerung logischerweise auch wieder auf Anfang Jahr fällig.

Und das alles auf einen Schlag. Aber wenn schon so viel Geld "herausfliesst", kann man sich gleich mit all seinen Finanzen beschäftigen. Der Jahresanfang bringt eine gute Gelegenheit mit sich, Anlagen zu optimieren und die Vermögensaufbewahrung auf Sparpotenzial abzuklopfen.

Mit folgenden Massnahmen optimieren Sie entweder Ihre Renditen, oder kommen auch als Normalverdiener schnell einmal auf Jahreseinsparungen in drei- oder gar vierstelliger Höhe – was den "Kostenschock" vom Januar über Zeit abzufedern hilft.

Portfolio-Check

In einer traditionellen Anlagestrategie sind Investments aufgeteilt in Aktien, Obligationen, Rohstoffe, Immobilien und Bargeld. Anhand der Aktienquote lässt sich ermessen, wie hoch das Risiko ist. Sehr risikofreudige Anleger halten manchmal bis zu 80 Prozent in Aktien.

Aktuelle cash-Beiträge zum Thema Aktien

Unruhiger Jahresstart - Wie geht es am Schweizer Aktienmarkt weiter?

Aktienempfehlungen - Analysten melden sich aus der Festtagspause zurück

Schweizer Börse - Die Schweizer Aktien-Tipps für das Jahr 2019

Die Börsenkurse sind im zweiten Halbjahr 2018 entweder deutlich abgesackt, oder sie sprangen von der Newslage getrieben hektisch hin und her. Zuletzt verzeichneten sie deutliche Kurssteigerungen, aber das heisst noch nicht, dass 2019 ein tolles Aktienjahr wird.

Wer in dieser Situation mehr auf Sicherheit gehen will, wird risikoreiche Anlagen los und reduziert allenfalls die Aktienquote. Will man aber in den Aktien bleiben, bietet sich eine Umschichtung in eher defensive Titel an, so genannte Qualitätstitel mit geringen Schwankungen und wenn möglich guter Dividendenrendite. 

Man kann es auch niemandem verdenken, der in der jetzigen Lage Gewinne realisiert, wenn es dafür nicht schon zu spät ist – nur: sinnvollerweise nicht alles auf einmal verkaufen. Langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger allerdings setzen darauf, dass das disziplinierte Halten von Titeln über die lange Frist letztlich hohe Renditen bringt.

Strategie

Wer ein Vermögensverwaltungsmandat hat, sollte seinen Berater regelmässig sehen und auch kritisch nach der Strategie befragen. Das Depot in definierten Abständen zu überprüfen ist geboten. Warum nicht am Jahresanfang? Die Fragen sind: Ist meine Risikofähigkeit noch die gleiche? Es können sich Lebensumstände oder Zukunftspläne ändern. Dann: Wie ist der Anlagehorizont? Als junger Mensch legt man längerfristig an als jemand, der auf die Pensionierung zusteuert.

Eine Anlagestrategie ist letztlich immer auch eine Kostenfrage. Und Depotgebühren und Courtagen für Handelsgeschäfte variieren von Bank zu Bank. Die Schweizer Grossbanken sind teuer und bieten eine Vielzahl von Leistungen, kleinere Anbieter sind meist günstiger, aber häufig auch mit einer reduzierten Produktpalette. Vergleichen lassen sich die Kosten von Anlagepaketen bei Moneyland.

Zinsen und Gebühren

Klar, die Zinsen auf Sparkonti werden auch 2019 ein ziemlich trübes Kapital bleiben, sprich: auf extrem tiefen Niveaus verbleiben. Unterschiede bestehen aber weiter. Ungünstig ist zum Beispiel, was die Credit Suisse bei ihren Bonviva-Kontopaketen für Retailkunden gemacht hat: Nochmal gesenkte Verzinsung auf Anfang 2019, aber gleichbleibende Gebühren. Mehr und mehr Banken geben die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank an die Kunden weiter. So die Postfinance, wo Privatkunden bei Einlagen ab 500'000 Franken seit Oktober eine so genannte "Guthabengebühr" von 1 Prozent zu entrichten haben.

Oft verändern Banken die Zinsen und Kontoführungskosten auf Anfang Jahr. Vergleichsplattformen wie Vermögenspartner, Verivox oder Moneyland bieten umfangreiche Informationen über Guthabenverzinsung und Gebühren. Die Bank wechseln führt auch im Zeitalter der Digitalisierung noch zu einem gewissen Papierkrieg, kann aber durchaus eine Einsparung von hunderten von Franken mit sich bringen. Um Strafgebühren zu vermeiden, kann man grössere Beträge zum Beispiel für ein oder zwei Jahre auch in eine Kassenobligation investieren. Einige Banken bieten hier noch Zinssätze von bis zu 0,4 Prozent.

Vorsorge früh einzahlen

Der maximal einzahlbare jährliche Betrag für Zinskonten der Säule 3a beträgt neu 6826 Franken, für Selbständige 34'128 Franken. In den vergangenen Jahren hatte er bei 6768 Franken bzw. 33'840 Franken gelegen. Je früher der Betrag einbezahlt wird, desto länger wird er verzinst.

Säule-3a-Konten werden in der Regel besser verzinst als Sparkonti, bei der Next Bank oder der Tessiner Kantonalbank gibt es noch 0,7 beziehungsweise 0,75 Prozent. Allerdings ist der Kontoabschluss oft mit Zusatzbedingungen, etwa mit der Eröffnung eines Sparkontos verknüpft. Vergleichsmöglichkeiten gibt es auch hierzu bei Vermögenspartner, Verivox oder Moneyland.

Säule-3a-Konten verringern aufgrund ihrer Privilegierung durch den Schweizer Staat die Steuerrechnung teils im Jahr in vierstelliger Höhe. Die Versteuerung beim Bezug im Umfeld des Pensionsalters profitiert dann von einem günstigen Satz.

Beim Zinssparen auch immer daran denken: Der Zinseszinseffekt ist über eine lange Spardauer durchaus beträchtlich - zumal es ökonomisch trotz allem immer noch danach aussieht, dass das Zinsniveau eines Tages wieder ansteigt.

Steuern schnell überweisen

Wenn Sie ihre Steuern schnell entrichten, profitieren sie von einer Verzinsung durch den Kanton. Viel gibt es allerdings auch hier nicht mehr zu holen. Eine Reihe von Kantonen hat den so genannten Ausgleichszins in den vergangenen Jahren gar auf null gesetzt: Dazu gehören Bern, Graubünden, Luzern, Solothurn, das Wallis oder Zug.

Im Kanton Zürich liegt der Ausgleichszins seit Januar 2016 bei 0,5 Prozent. Wie das Steueramt gegenüber cash.ch bestätigt hat, bleibt dies auch für 2019 so. Wer Anfang Jahr 10'000 Franken ans Steueramt überweist, erhält pro rata temporis bis Ende September 37,50 Franken Zins. Das ist immer noch mehr als auf den allermeisten Bankkonten. Ausserdem: Steuern sofort einzubezahlen hat den Vorteil, dass diese finanzielle Last erledigt ist.

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Seco: Arbeitslosenquote fällt

Seco: Arbeitslosenquote fällt im Jahr 2018 auf 2,6% zurück

In der Schweiz hat sich die Lage am Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr weiter deutlich aufgehellt. Die Arbeitslosenquote liegt damit auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Betrachtet man nur die Entwicklung im Monat Dezember, dann hat sich die Quote verglichen mit November wie erwartet erhöht.

08.01.2019 08:15

Die jahresdurchschnittliche Zahl der Arbeitslosen lag 2018 mit 118'103 Personen um 25'039 tiefer als noch 2017, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Daraus ergibt sich im Jahresmittel eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent, nachdem sie im Jahr davor 3,2 Prozent und 2016 3,3 Prozent betragen hatte.

Die Zahlen zeigten, dass es der Schweizer Wirtschaft gut geht und dass sich der Arbeitsmarkt in einer guten Verfassung befindet, so das Seco. Stark abgenommen habe die Arbeitslosenzahl bis Juli, danach verblieb sie auf tiefem Niveau. Ab November hätten in erster Linie saisonale Effekte zu einer Zunahme geführt.

Saisonal bedingte Zunahme im Dezember

Per Ende Dezember waren insgesamt 119'661 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben. Das waren verglichen mit November 9'187 mehr. Die Arbeitslosenquote stieg somit um 0,2 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent, verharrte allerdings um Saisonfaktoren bereinigt bei 2,4 Prozent.

Die Werte entsprechen in etwa den Erwartungen der Ökonomen. Diese hatten im Vorfeld der Publikation für Dezember eine Arbeitslosenquote im Bereich von 2,6 bis 2,7 Prozent erwartet. Die Prognosen zur saisonbereinigten Ziffer lagen bei 2,4 und 2,5 Prozent.

Weiter hat das Seco im Berichtsmonat 197'950 Stellensuchende gezählt, das sind 7'738 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl jedoch um 6,6 Prozent.

Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt wird auch die Bundesfinanzen entlasten. Das Rechnungsjahr 2018 schloss der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung mit einem Überschuss von 1,11 Milliarden Franken ab und so konnten die Darlehen bei der Bundestresorie auf 1,1 Milliarden halbiert werden.

Positives Fazit zur Stellenmeldepflicht

Ein positives Fazit zieht das Seco betreffend der Einführung der Stellenmeldepflicht, sie gilt seit Juli. Es handelt sich dabei um die Umsetzung des "Inländervorrangs light" und soll dazu beitragen, das Potenzial an inländischen Arbeitskräften besser zu nutzen. Das Parlament beschloss die Massnahme für eine EU-kompatible Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative der SVP.

Die starke Zunahme der gemeldeten offenen Stellen zeige, dass die Arbeitgeber der Stellenmeldepflicht nachkommen, resümiert das Seco. Die IT-Systeme zur Online-Erfassung von offenen Stellen funktionieren laut Seco gut und die notwendigen Überprüfungen bei den RAV erfolgten rasch.

mk/tt

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Weshalb der Franken weiter

Weshalb der Franken weiter Stärke zeigt

Seit Wochen legt der Franken zum Euro wieder zu. Daran wird sich so schnell nichts ändern.

08.01.2019 14:50

Von Pascal Züger

Wenn sich in der Eurozone Probleme manifestieren oder anbahnen, dann war dies in der Vergangenheit meist ein Signal dafür, dass der Schweizer Franken von Investoren vermehrt gesucht wird. Diese alte Regel hat sich über die letzten Wochen und Monate einmal mehr bewahrheitet. Inzwischen ist das Währungspaar Euro-Franken wieder nahe bei 1.12. Noch im April 2018 waren Notierungen kurz über 1.20 zu verzeichnen gewesen.

Kursentwicklung Euro-Franken in den letzten 12 Monaten, Quelle: cash.ch

Verschiedene Auslöser waren ausschlaggebend für die Rückkehr der Frankenstärke: Im Mai 2018 fiel der Euro von 1.20 auf 1.15 Franken, da sich die Regierungsbildung in Italien als problematisch erwies und letzten Endes die (unberechenbaren) Populisten die Macht ergreifen konnten. In einer nächsten Welle kam im August 2018 der Fall von 1.15 auf 1.12. Haupttreiber war hier die Krise der türkischen Lira verbunden mit einer Ansteckungsgefahr für Europäische Banken.

Nach einem verhältnismässig ruhigen September, der das Wechselpaar wieder beinahe auf 1.15 ansteigen liess, setzten ab Oktober wieder Turbulenzen ein, die schleichend den Euro auf den aktuellen Stand von 1.12 sinken liessen.

Politische Ereignisse in Europa drücken auf die Stimmung und machen den Franken wieder attraktiver: Etwa das Ringen um den für den 29. März vorgesehenen Brexit mit noch immer ungewissem Ausgang, Italiens streitfreudige Regierung, die "gilet jaunes"-Bewegung in Frankreich, die Präsident Macrons Wirtschaftsreformen in Frage stellt und Angela Merkels eingeläuteter Abgang als Regierungschefin Deutschlands.

Kein schwächerer Franken in Sicht

Diese politischen Probleme werden in den nächsten Wochen nicht vom Tisch sein. Hinzu kommt ein immer stärkerer Gegenwind für die Konjunktur: "Das globale Wachstum hat den Höhepunkt überschritten, vor allem in den USA und China", schreibt Raiffeisen Chefökonom Martin Neff in einer Prognose für das Jahr 2019. Aber auch in Europa habe das Wachstum ein gemächlicheres Tempo eingeschlagen. 

Kaum ein Devisenexperte rechnet wegen dieser eher düsteren Aussichten mit einer deutlichen Frankenabwertung in diesem Jahr. Das britische Finanzinstitut Barclays etwa sieht für den Euro-Franken 2019 vor allem nach unten gerichtete Risiken, die Kursprognose für Ende 2019 liegt bei 1.13. Das wäre immerhin eine Seitwärtsbewegung zum gegenwärtigen Stand. Raiffeisen sieht den Euro in 12 Monaten gar bei 1.09 Franken.

Ob sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) dann immer noch so passiv verhält wie heute? Der Spielraum für Deviseninterventionen ist für die SNB aufgrund ihrer hohen Bilanzsumme begrenzt, schreibt Barclays. Trotzdem wird die SNB wohl auch künftig eine zu starke Frankenaufwertung nicht tolerieren. Welchen Kurs sie jedoch zulassen wird, ist umstritten: Verschiedene Ökonomen sind der Meinung, dass ein Euro-Franken von unter 1.10 die SNB wieder zum Handeln - sprich: zu Devisenkäufen - zwingen würde. Andere Marktteilnehmer glauben an ein Eingreifen erst bei einem Wechselkurs ab 1.08.

Etwas Entlastung für die Schweizer Währung könnte es allenfalls im Herbst 2019 geben, wenn sich die Europäische Zentralbank tatsächlich für einen Anstieg ihrer Leitzinsen entschliessen sollte. Das würde - vorausgesetzt, die SNB zieht nicht gleich nach - die Zinsdifferenz vom Euroraum zur Schweiz erhöhen und dem Franken als Anlagewährung an Attraktivität rauben. Eher unwahrscheinlich hingegen ist eine Zinserhöhung durch die SNB, bevor die Europäische Zentralbank (EZB) eine Anhebung beschliesst. 

Franken-Entwicklung gegenüber den wichtigsten Währungen

Währungen aktueller Kurs* Veränderung in den letzten 12 Monaten
Euro/Franken 1.1228 -4,3%
Dollar/Franken 0.9801 -0,4%
Pfund/Franken 1.2526 -5,9%
Yen/Franken 0.9005 +3,1%

Quelle: cash.ch, *Stand: 08.01.19 (13 Uhr)

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Raiffeisen erwartet für 2019

Raiffeisen erwartet für 2019 BIP-Wachstum von 1,2 Prozent in volatilem Umfeld

(Meldung nach Medienkonferenz ausgebaut) - Die Ökonomen von Raiffeisen gehen für 2019 von insgesamt volatileren Märkten und einem schwächeren Wachstum der Schweizer Wirtschaft aus. Wie Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff am Dienstag auf einer Medienveranstaltung erklärte, rechnet er 2019 mit einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent.

08.01.2019 14:26

Die Prognose für 2019 von Raiffeisen bewegt sich am unteren Rand aller Vorhersagen. Das Gros der Experten schätzt derzeit das Wirtschaftswachstum auf 1,2 bis 1,7 Prozent.

Die Raiffeisen-Experten begründeten das gegenüber 2018 geschrumpfte Wachstum mit "einer an Fahrt verlierenden internationalen Konjunktur". Darüber hinaus trübe der Handelskonflikt zwischen den USA und China und die neuerlichen Diskussionen über die Stabilität der Eurozone den Ausblick für die exportabhängige Schweizer Wirtschaft, erklärte Neff weiter.

Ungewöhnliche Gemengelage

Für den Chefökonom kommt es zu einer ungewöhnlichen Gemengelage. Während Themen wie Brexit oder auch die steigende Verschuldung schon seit einiger Zeit die Märkte beschäftigten, sei die Verunsicherung mit den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, den politischen Unruhen in Frankreich oder auch der Zinspolitik der führenden Notenbanken gestiegen.

Neben diesen externen Faktoren erachtet es Neff aber auch als alarmierend, dass die Schweizer Wirtschaft nach wie vor stark von der Pharmabranche abhängig ist. "Eines der Dauerthemen bleibt die relative Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft von ein paar Branchen wie Pharma oder auch der Uhrenindustrie." So erziele die Pharmabranche gemessen am BIP einen Handelsbilanzüberschuss von 7 bis 8 Prozent. Ähnliche Verhältnisse gebe es in kaum einem anderen Land.

Was das erwartete Wirtschaftswachstum für 2019 und den deutlichen Rückgang gegenüber 2018 betrifft, stellt Neff gleichzeitig heraus, dass 2018 ein ausgesprochen gutes Jahr war, das nicht als Normalfall angesehen darf. Dies liege nicht zuletzt an Sonderfaktoren wie der Fussballweltmeisterschaft, die für Sondereinflüsse beim BIP gesorgt habe.

Belastungen von Währungsseite

Als Belastungsfaktor für 2019 hat Neff neben den Unsicherheitsfaktoren auch die Wechselkurse ausgemacht. Raiffeisen geht davon aus, dass der Franken in den nächsten Monaten aufwerten wird. Konkret sieht er den Eurokurs auf Zwölfmonatssicht bei 1,09 Franken und den US-Dollar bei 0,96 Franken. Das werde nicht spurlos an den Exporten vorbeigehen, so die Prognose.

Wie der Ökonom an der Veranstaltung auch deutlich machte, haben die Negativzinsen der SNB in seinen Augen bislang wenig erreicht. "Die Zinsdifferenz erklärt den starken Franken immer weniger", lautet denn auch sein Fazit. Da die EZB zuletzt wieder eher zögerlich aufgetreten ist, sobald das Thema Zinserhöhungen aufgekommen ist, geht Neff davon aus, dass auch die SNB ihren Kurs beibehalten werde. "Sie hat schlicht keinen wirklichen Spielraum."

rw/hr

(AWP)

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Fünf Schweizer Aktien mit

Fünf Schweizer Aktien mit Bodenbildung

Seit geraumer Zeit sind die Kurse an der Schweizer Börse auf wilder Achterbahnfahrt. In diesem Umfeld gibt es aber einige Titel, die zu einer Aufholjagd gestartet sind. cash hat fünf Aktien unter die Anlegerlupe gelegt.

08.01.2019 23:10

Von Ivo Ruch

Kaum ein Aktienkurs verläuft wie an der Schnur gezogen nach oben – auch wenn dieser Eindruck bei einigen Titeln in den letzten Jahren des Börsenbooms entstehen konnte. Vielmehr folgt auf längere Phasen der Verteuerung meistens eine Preiskorrektur, worauf der Kurs wieder zu steigen beginnt. Entscheidend ist dabei, den Zeitpunkt der Bodenbildung zu erwischen.

Die Kurse einiger Schweizer Aktien deuten derzeit darauf hin, dass sie sich nach längerer Abwärtsphase in einem Turnaround befinden. Sie haben sich sogar in der Zeitperiode seit Anfang Dezember erstaunlich gut gehalten, wie eine Auswertung von cash anhand von Bloomberg-Daten zeigt (siehe Tabelle am Artikelende). Am 3. Dezember setzte die Schweizer Börse zu ihrer jüngsten Achterbahnfahrt an, der Swiss Performance Index (SPI) hat seither 5 Prozent verloren. cash stellt fünf Titel vor, die sich erfolgreich gegen diesen Trend gestemmt haben.

 

Conzzeta

Passen Blech- und Glasbearbeitung, chemische Spezialitäten und Winterjacken zusammen? Aus der Sicht der Aktionäre des Mischkonzerns Conzzeta offenbar schon. Doch auch diese Investoren haben teilweise strube Wochen hinter sich. Bis im letzten Sommer war die Conzzeta-Aktie ein deutlicher Outperformer am Schweizer Markt. Dann folgte eine lange Korrektur – zwischen August und November verlor der Titel 37 Prozent seines Wertes.

Vor einigen Wochen hat der Wind nun wieder gedreht. Im erwähnten Zeitraum seit Anfang Dezember hat die Conzzeta-Aktie fast 10 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn sind es 7,5 Prozent. Kursfantasie erhielt der Titel durch die Ankündigung, dass das Segment Glasbearbeitung verkauft und damit das Portfolio gestrafft werden soll. Conzzeta bleibt aber ein "Gemischtwarenladen", die Perspektiven sind für Privatanleger schwierig zu verstehen. Klar ist: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 ist die Muttergesellschaft der Mammut-Kleider wieder auf einem vernünftigen Niveau angekommen.

Dätwyler

Zurückgemeldet hat sich auch die Industriegruppe Dätwyler. Noch im Dezember stoppte die Aktie ihre Talfahrt, die im Juni begonnen hatte. Dabei sind Kursverluste von mehr als 30 Prozent in wenigen Monaten für langjährige Dätwyler-Aktionäre eine Seltenheit. Inzwischen hat die Stimmung komplett gedreht und der Kurs ist in den ersten vier Handelstagen des Jahres fast 20 Prozent gestiegen. Vorbei die Sorgen um die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie, wo eine Abkühlung droht?

Bodenbildung nach seltener Korrektur: die Dätwaler-Aktie in den letzten zehn Jahren (Quelle: cash.ch)

Nur zum Teil. Mitverantwortlich für den Aufschwung war eine Kaufempfehlung durch die UBS. Sie sieht die Dätwyler-Aktie auf Zwölf-Monats-Sicht auf 202 Franken steigen, was beim aktuellen Stand ein Potenzial von 36 Prozent bedeutet (cash berichtete). Auch für die Bank Vontobel gehört Dätwyler zu den Top-Picks für 2019. Anleger sollten aber in Erinnerung behalten, wo die Risiken liegen. Dazu gehören die unterschiedlichen Perspektiven der zwei Konzernbereiche Dichtungslösungen und Elektronikteile. Und: Verpasst Dätwyler erneut die Markterwartungen, wird es mit der Erholung des Aktienkurses vorbei sein.

Hochdorf

Definitiv etwas für Contrarians ist die Aktie von Hochdorf. Der Milchverarbeiter gehörte 2018 mit einem Minus von 64 Prozent zu den allerschlechtesten Titeln an der Schweizer Börse. Analysten raten mit tiefen Kurszielen zum Verkauf der Aktie. Bei Research Partners rechnet man etwa mit einem Aktienkurs von 100 Franken (vor knapp einem Jahr lag er noch bei 314 Franken). Aktuell steht Hochdorf bei 121 Franken. Dies nach einer Dezember- und Januar-Rally von mehr als 15 Prozent. Liegen die Analysten also komplett daneben?

Die Risiken bei Hochdorf sind trotz der jüngsten Gegenbewegung nicht kleiner geworden. Probleme bereiten das Geschäft in China sowie die Integration von Pharmalys, einem Vermarkter von Babynahrung. Anleger müssen nach mehreren Gewinnwarnungen auch mit einer Ergebnisenttäuschung für das Gesamtjahr rechnen. Sogar eine Kürzung der Dividende wird als möglich erachtet. Aber wie es so ist beim Investieren gegen den Strom: Belohnt wird nur, wer Mut beweist.

Implenia

Dass es mit der Aktie von Implenia irgendwann wieder aufwärts gehen würde, war klar. Zu heftig war die Kurskorrektur während der letzten Monate. Im August war Implenia noch 80 Franken wert, bis im Dezember blieben noch 30 Franken übrig. Nachdem die letzte Gewinnwarnung von den Anlegern verdaut wurde, zeigt sich nun eine Bodenbildung im Aktienkurs mit einem Plus von fast 10 Prozent in den letzten vier Wochen.

Die Aufgabe des neuen CEO André Wyss ist es, das Umsatzwachstum in Profitabilität umzuwandeln und den Baukonzern nach Wertberichtigungen zurück in die Spur zu führen. Die Implenia-Aktien sind günstig (KGV 2019: 9) und auch die Dividendenrendite von 5,5 Prozent überzeugt. Wer an die Aufräumerqualitäten von Wyss glaubt, hat also Argumente auf seiner Seite, sollte aber zumindest noch bis zur Bilanzmedienkonferenz im kommenden Februar zuwarten.

LEM

Spricht man von Schweizer Qualitätstiteln, fällt immer wieder der Name LEM. Der Elektronikkonzern gilt mit seinen Stromumwandlern als führend, hat ein kompetentes Management und erreicht regelmässig seine Ziele. Dass die LEM-Aktie in den letzten 52 Wochen trotzdem 36 Prozent gefallen ist, zeigt, wie nervös die Stimmung an den Märkten geworden ist. Bedeutet das deutliche Kursplus in den letzten Wochen, dass die Baisse nun überstanden ist?

Unternehmen wie Lem gehört zweifellos die Zukunft. Doch das starke Gewicht von China und der Fokus auf erneuerbare Energien und umweltfreundliche Autos stellen vorübergehend auch Risiken dar. Handelsbarrieren oder geopolitische Spannungen wären hier Bremsklötze für das Wachstum. Ein Einstieg bei LEM ist also nur etwas für langfristig interessierte Anleger. Auch ein KGV von mehr als 20 ist kein Signal für Schnäppchenjäger. Qualität hat halt ihren Preis.

Die besten Schweizer Aktien seit Anfang Dezember 2018

Titel Performance, in % Perf. 52 Wochen, in %
Von Roll +25,0 -5,7
Lastminute +16,6 +13,6
Conzzeta +9,4 -24,3
Klingelnberg +8,9 -27,1
Tamedia +8,3 -23,6
Pargesa +7,8 -16,2
Sensirion +7,8 +17,4
Perfect Holding +7,4 -63,3
LEM Holding +7,0 -36,6
Inficon +6,8 -18,2
SPI -5,0 -8,6

Quelle: Bloomberg, Stand 08. Januar 2019 (10 Uhr)

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EU-Stahlzölle: Schweiz kommt

EU-Stahlzölle: Schweiz kommt wohl mit blauem Auge davon

Die EU hat die WTO darüber informiert, dass sie die provisorisch eingeführten Schutzzölle auf Stahlimporte definitiv bis 2021 einführen will.

09.01.2019 06:39

Die Schweizer Stahlindustrie dürfte Glück im Unglück haben: Sie kann von länderspezifischen Zollkontingenten profitieren. Ende März 2018 eskalierte der Streit zwischen den USA und China als US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahlimporte aus China verhängte.

Die EU befürchtete daraufhin, dass der eigentlich für die USA vorgesehene Stahl aus China nun nach Europa exportiert und damit die heimische Stahlindustrie gefährdet wird. Der Anstieg an Stahlimporten deutete jedenfalls auf dieses Szenario hin, so dass die EU im Juli provisorische Schutzmassnahmen auf Stahlimporte für 200 Tage beschloss.

Werden in dieser Frist gewisse Schwellenwerte - im Fachjargon "globale Zollkontingente" genannt - überschritten, werden für Stahlimporte aus Drittstaaten Schutzzölle von 25 Prozent erhoben. Auch die Schweizer Stahlindustrie ist von diesen Massnahmen betroffen.

Ausnahme für Schweiz gefordert

Der Ende 2018 zurückgetretene Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann sowie mehrere Schweizer Diplomaten versuchten, bei der EU Ausnahmen für die Stahlindustrie zu erwirken.

"Die Schweiz setzte sich bei der EU-Kommission und den EU-Mitgliedstaaten wiederholt dafür ein, dass die Schutzmassnahmen so ausgestaltet werden, dass sie den Handel zwischen der Schweiz und der EU nicht einschränken", schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) nun auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das Seco verweist zudem auf "die Verpflichtungen des Freihandelsabkommens Schweiz-EU von 1972".

Zwar räumte die EU-Kommission ein, dass die Schweiz nicht Ziel ihrer Schutzmassnahmen sei, doch schien sie anfänglich wenig Interesse zu zeigen, der Schweiz Stahlindustrie eine Ausnahmeregelung zu gewähren - was aus Sicht der Schweiz gemäss Welthandelsorganisation WTO möglich wäre.

Schweizer Bemühen hat sich gelohnt

Doch allem Anschein nach haben die Schweizer Bemühungen doch etwas gebracht. Zwar hat die EU-Kommission Ende letzte Woche die WTO darüber informiert, die provisorischen Schutzmassnahmen nun in definitive zu überführen. Davon betroffen sind insgesamt 26 Produktegruppen der Stahlindustrie. Doch räumte die Brüsseler Behörde in ihrer Mitteilung ein, die EU wolle die "etablierten Handelsströme" erhalten.

Denn bei den von der EU eingeführten provisorischen globalen Kontingenten werden alle Drittstaaten gleich behandelt und mit Zusatzzöllen bestraft, sobald die vorgegebene Importschwelle überschritten wird. Keine Rolle spielt, ob ein Drittstaat erst seit kurzem zu Dumpingpreisen exportiert oder ob zwischen dem Drittstaat und den EU-Ländern eine etablierte Handelsbeziehung besteht.

Um letztere nicht ungerechtfertigt zu bestrafen, sollen wichtige Stahlprodukte dieser Länder gemäss EU-Kommission nicht globalen Zollkontingenten unterstellt werden, sondern "individuelle Kontingente" erhalten, wie Brüssel schreibt.

Noch nicht ganz aus dem Schneider

Das ist eine gute Nachricht für die Schweizer Stahlindustrie. Laut Seco bedeutet das nämlich, dass die EU Schweiz-spezifische Kontingente berechnet. Die wichtigsten Schweizer Stahlexporte würden damit "von den länderspezifischen Zollkontingenten profitieren".

Das betrifft beispielsweise Walzdraht, der in der Automobilindustrie gebraucht wird. Auch Stabstahl, sowohl in der Automobilindustrie wie auch auf dem Bau verwendet, profitiert von Schweiz-spezifischen Kontingenten.

Ganz aus dem Schneider sind die Produzenten, die von diesen spezifischen Schweiz-Kontingenten profitieren, jedoch noch nicht. Gemäss Seco müssen "diese Kontingente genügend gross ausgestaltet sein, damit der bilaterale Handel uneingeschränkt weitergeführt werden kann". Das muss sich erst noch zeigen.

Trotz der guten Nachrichten bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Nicht für alle Schweizer Stahlprodukte gibt es spezielle Kontingente. Unternehmen, die etwa warm gewalzte Stahlbleche exportieren, müssen auch weiterhin mit globalen Kontingenten vorlieb nehmen. Für diese Produkte sei aber "ein genügend grosses Globalkontingent vorgesehen", schreibt das Seco.

Die EU-Kommission geht in ihrer Mitteilung davon aus, die definitiven Schutzmassnahmen gegen Stahlimporte am 4. Februar in Kraft setzen zu können.

(AWP)

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Weltbank korrigiert

Weltbank korrigiert Wachstumsprognose nach unten

Die Weltbank hat ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft nach unten korrigiert - und gleichzeitig der Wirtschaftspolitik von Donald Trump ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

09.01.2019 06:32

Der vom US-Präsidenten häufig bemühte Boom nach seiner Steuerreform werde nur kurz anhalten. Schon 2020 werde das US-Wachstum von 2,9 Prozent im Jahr 2018 auf 1,7 Prozent sinken, prognostiziert die Weltbank in ihrem am Dienstag in Washington vorgestellten Bericht.

Wirtschaftsexperten befürchten seit längerer Zeit, die prozyklische Stimulanzpolitik Trumps könnte nur ein Strohfeuer bedeuten. Allerdings wird das Wachstum laut Weltbank auch in anderen grossen Wirtschaftsregionen etwas langsamer, etwa in China und in der Eurozone. Das weltweite Wachstum werde im laufenden Jahr 2,9 Prozent betragen. Die Weltbank prognostizierte damit einen leichten Rückgang des ohnehin bereits nach unten korrigierten weltweiten Wachstums von 3,0 Prozent im vergangenen Jahr.

"International haben die Handels- und Produktionsaktivitäten nachgelassen, Handelskonflikte bleiben ein grosses Thema und in einigen der grossen Schwellenländer sind die Finanzmärkte vehement unter Druck", heisst es in der Analyse der Weltbank.

"Anfang 2018 hat die Weltwirtschaft aus allen Rohren gefeuert, aber sie hat Tempo verloren und die Fahrt könnte sogar noch holpriger werden im laufenden Jahr", sagte Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva. Somit könnte auch der Kampf gegen extreme Armut auf der Welt - ein besonderes Anliegen der Weltbank - beeinflusst werden.

Das Wachstum der Industrieländer werde auf nur noch zwei Prozent im laufenden Jahr sinken, heisst es in der Prognose weiter. In den Entwicklungs- und Schwellenländern werde das Wachstum mit 4,2 Prozent ebenfalls langsamer vorangehen. Georgieva warnte vor einer zu schnellen Straffung der Geldpolitik - dies könnte zu einem Unterdrücken der Kapitalflüsse in Schwellenländer führen.

(AWP)

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Fallende Märkte: So gehen Sie

Fallende Märkte: So gehen Sie «Short»

Es ist risikoreich, kann sich aber gehörig lohnen: eine Wette auf fallende Aktien oder Indizes. cash.ch stellt drei Möglichkeiten vor, wie Anleger im aktuell volatilen Markt mit ein bisschen Mut Rendite jagen können.

09.01.2019 23:10

Von Marc Forster

Leerverkäufer haben einen zwielichtigen Ruf, gehen ziemliche Risiken ein und gelten vielerorts schlicht als irgendwie unmoralisch. Aber sie schaffen im Idealfall, wovon eigentlich alle am Markt träumen: Sie verdienen dann noch Geld, wenn die Kurse sinken. 

Leerverkäufe, die auch bös in die Hosen gehen können, sind letztlich etwas für professionelle Anleger. Als Privatanlegerin oder Privatanleger fehlt einem in aller Regel der professionelle Hintergrund für solche Anlagemanöver. Wenn Sie aber kaltblütig genug sind, gibt es einige Möglichkeiten, bei rückläufigen Kursen Geld zu verdienen. Zum Beispiel, indem Sie mit einem Indexprodukt auf den fallenden Markt setzen: 

Short ETF

Exchange Traded Funds (ETF), also börsennotierte Fonds, bilden Indizes ab und ermöglichen es Anlegern, "den Markt zu kaufen". Short ETF setzen darauf, dass ein Index fällt. Short ETF sind eine unkomplizierte Weise, auf einen fallenden Markt zu setzen. Zum einen sind ETF generell bei den Gebühren günstig. Im Unterschied zu einer Short Position, wie Leerverkäufer sie haben, braucht man bei einem Short ETF keinen Kaptialpuffer in der Form einer Sicherheitsmarge. 

Nur sind Short ETF relativ rar. An der Schweizer Börse werden einige wenige ETF-Produkte gehandelt, die auf fallende Märkte setzen. Ein Beispiel für einen Short ETF auf den SMI ist der Lyxor SMI Daily (-2x) Inverse UCITS ETF. Er hebelt die Performance des SMI zweifach. Die Verwaltungsgebühr bei diesem ETF ist mit 0,6 Prozent etwas höher als bei anderen ETF, wo in der Regel 0,2 bis 0,4 Prozent des angelegten Gelds in Rechnung gestellt wird. Aber natürlich ist auch dieser ETF günstiger als die meisten aktiv gemanagten Fonds.

Aber Vorsicht: Für den auf längere Zeit angelegten Vermögensaufbau sind Short ETF nicht geeignet. Short ETF eigenen sich für Anleger, die mit kurzfristigen Trades Geld verdienen wollen. In einem Markt, wie wir ihn gerade beobachten, also einem Markt mit erhöhter Volatilität, versprechen Short ETF durchaus einigen Erfolg. Zu beachten gilt aber, dass bei ihnen ein Basiseffekt wirkt. Das heisst: Die Gewinne verlaufen nicht spiegelbidlich zur Performance. Der genannte Short ETF von Lyxor auf dem SMI hat 2018 den Wert um 6,4 Prozent, während der SMI selber um 10,2 Prozent nachgegeben hat. Das Phänomen erklärt sich anhand des folgendes Schemas: 

  Index ETF Bemerkung
Tag 1 100 100  
Veränderung -15 Prozent +15 Prozent inverse Abbildung
Tag 2 85 115  
Veränderung  +10 Prozent -10 Prozent inverse Abbildung
Tag 3 93,5 103,5  
Total -6,5 Prozent +3,5 Prozent Basiseffekt

Quelle: VZ Vermögenszentrum, VZ Depotbank

In der Erwartung fallender Kurse kann man alternativ auch mit Put Warrants oder Short Mini Futures hantieren. Beide wirken über einen Hebel, bieten also die Möglichkeit einer Vervielfachung der Rendite. Sind sind aber auch hoch spekulativ und bergen das Risiko, den gesamten Einsatz zu verlieren. Warrants und Mini Futures sind im Kern Wetten, die man mit dem Emittenten eingeht - also üblicherweiser mit der Bank, bei der man das Produkt kauft. Der Emittent setzt darauf, dass am Markt das Gegenteil dessen eintritt, was der Käufer erwartet.

Put Warrants

Bei Warrants oder Optionen besteht das Recht (aber nicht die Pflicht), einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu handeln. Bei Call Warrants wird auf steigende Kurse des Basiswerts gesetzt und man erwirbt das Recht, diesen Basiswert zu kaufen. Bei Put Warrants setzt man auf fallende Kurse und erhält das Recht, einen Basiswert später zu verkaufen.

Call und Put Warrants gehören zu den Hebelprodukten. Warrants gibt es auf Indizes, Aktien, Währungen oder Rohstoffe. Eine Übersicht zu derzeit an der Schweizer Börse handelbaren Produkten findet sich hier. Bei Warrants ist es wichtig, eine eigene Einschätzung zu den möglichen Kursverläufen und Schwankungen eines Basiswerts zu besitzen. Einschätzen muss man aber auch die Volatilität. Zudem: Die Bewegungen des Basiswerts hebeln den Warrant. Je höher der Hebel ist, desto spekulativer beziehungsweise risikoreich ist ein Warrant. 

Erwartet man beispielsweise einen fallenden Kurs bei einer Aktie, erwirbt man bei der Bank einen Put Warrant auf diesen Titel. Je nach Kursentwicklung bilden sich folgende Szenarien: 

Zwei Szenarien für Put Warrant (1 Jahr Laufzeit)

  Fallende Kurse Steigende Kurse
Preis Basiswert (CHF) 100  100
Ausgabepreis Option (CHF) 10 10
Eingesetztes Kapital 10'000 Franken (1000 Optionen zu 10 Fr.) 10'000 Franken (1000 Optionen zu 10 Fr.)
Basiswert bei Emission (CHF) 100 100
Basiswert bei Verfall (CHF) 80 120
Aktienperformance -20 Prozent +20 Prozent
Berechnung Auszahlung (100-80) x 1000 Optionen  0 x 1000 Optionen
Auszahlung (CHF) 20'000 0
Gewinn/Verlust +100 Prozent -100 Prozent

Quelle:  Zürcher Kantonalbank (ZKB)

Short Mini Futures

Wie bei Warrants gibt es bei Mini Futures verschiedene Anlageklassen als Basis. Bei diesen Produkten teilen sich Emittent und Käufer den Kauf eines Basiswerts auf und vereinbaren dazu ein so genanntes Finanzierungslevel. Dieses ist vom Emittenten festgelegt. Eine begrenzte Laufzeit besteht in der Regel nicht. 

Bei Long Mini Futures, die auf steigende Kurse setzen, liegt das Finanzierungslevel unter dem aktuellen Preis des Basiswerts. Short Mini Futures setzen auf fallende Kurse. Dies sieht so aus: Angenommen, eine Aktie hat den Basiswert von 200 Franken. Das Finanzierungslevel wird bei 240 festelegt. Damit hat der Mini-Short einen Wert von 40, der Hebel beträgt 5. Das erwünschte Szenario des Käufers ist nun, dass der Kurs der Aktie sinkt. Fällt der Kurs auf 180 Franken, erhöht sich der Wert des Mini Shorts auf 60, womit er eine Wertsteigerung um die Hälfte erfährt. Steigt aber der Kurs der Aktie, reduziert sich der Wert des Mini Shorts.

Stand des Basiswerts (Fr.) Finanzierungslevel Wert des Mini Short Performance Mini Short
200 240 40 0
180 240 60 +50 Prozent
220 240 20 -50 Prozent
240 240 Auflösung Mini Short -

Quelle: BNP Paribas

Ein wider Erwarten steigender Kurs ist beim Short Mini Future ausgesprochen unangenehm für den Käufer. Das Finanzierungslevel von 240 Franken wirkt auch als Stopp-Loss-Level. Steigt der Kurs bis dahin, wird der Mini Future aufgelöst. Der Käufer geht leer aus, allenfalls gibt es vom Emittenten noch eine Entschädigung oder Teilrückzahlung - vom Betrag her aber sicherlich tiefer als beim ursprünglichen Investment. 

Der Vorteil von Mini Futures ist, dass sie transparent aufgebaut sind und der Anleger zur Kontrolle seines Investments nur den Kurs des Basiswerts verfolgen und diesen in Relation mit dem Finanzierungslevel setzen muss. Die komplizierte Korrelation von Laufzeit, Volatilität und Leverage wie bei den Warrants ist bei Mini Futures zweitrangig. Und: Ein kleiner Kapitaleinsatz kann schon beträchtliche Gewinne bringen - oder aber den Totalverlust.

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Grosse Unterschiede bei

Grosse Unterschiede bei Jobsuche für Ü50

Der Wirtschaftsboom in der Schweiz hilft auch älteren Arbeitslosen schneller zu einem neuen Job. Allerdings geht die Schere bei der Suchdauer von über 50-Jährigen immer weiter auseinander.

10.01.2019 07:37

So ist die durchschnittliche Suchdauer der Ü50 im vergangenen Jahr von 7,9 auf 6,8 Monate gesunken, wie das jüngste Arbeitsmarkt-Barometer der Firma von Rundstedt zeigt, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Dies sei aber immer noch deutlich länger als der Gesamtdurchschnitt von 5,3 Monaten.

Von Rundstedt unterstützt Entlassene bei der Suche nach einer neuen Stelle. Für das Arbeitsmarkt-Barometer wurden Informationen von 1'450 gekündigten Menschen und von 182 Unternehmen ausgewertet, die 2018 Kündigungen ausgesprochen hatten.

Keine allgemeine Altersdiskriminierung

Die Spanne zwischen den über 50-Jährigen wird aber deutlich grösser. Viele Ü50 finden sehr schnell wieder eine Stelle, während viele andere aber auch sehr lange suchen müssen. "Wir können daraus ableiten, dass es keine allgemeine Altersdiskriminierung im Markt gibt, sondern die Voraussetzungen individuell sehr unterschiedlich sind und durch andere Aspekte stark mitgeprägt werden", hiess es weiter.

So ist die Suchdauer bei Menschen mit so genannten "starken Profilen" von 4,5 Monaten im Vorjahr auf 3,8 Monate gesunken. Damit finden die besten über 50-Jähigen beinahe so schnell wieder einen neuen Job wie die unter 30-Jährigen.

Auf der anderen Seite ist die Suchdauer bei Ü50 mit so genannt "schwierigen Profilen" von 11,0 auf 11,8 Monate gestiegen. Das ist ein neuer Rekord und bereits zwei Monate mehr als noch im Jahr 2015. Diese Entwicklung "wird sich in Zukunft noch verstärken", schrieb von Rundstedt.

Immer mehr flüchten in die Selbstständigkeit

Gleichzeitig stellt von Rundstedt einen markanten Anstieg der Selbstständigkeit fest. 12 Prozent der Klienten haben sich 2018 für eine selbstständige Tätigkeit entschieden. Ein Jahr zuvor waren es erst 5 Prozent. Dieser Anstieg sei enorm, kommentierte von Rundstedt.

Und die Selbstständigkeit sei oft nicht ganz freiwillig. Gerade für ältere Arbeitssuchende mit einem "schwierigen Profil" sei es häufig die einzige Möglichkeit, sich im Arbeitsmarkt zu halten und der Sozialhilfe zu entgehen. Oft funktioniere dann die Selbstständigkeit auch nicht recht, sagte von Rundstedt-Chef Pascal Scheiwiller auf Anfrage.

Lohneinbussen in Kauf genommen

Andere versuchen mit markanten Lohnzugeständnissen wieder einen neuen Arbeitgeber zu finden. Ein neuer Job bedeutet für die über 50-Jährigen nach einer Kündigung im Schnitt 12 Prozent weniger Gehalt. Dagegen erhalten die jüngeren Arbeitskräfte in der gleichen Lage im Durchschnitt 9 Prozent mehr Salär bei einer neuen Stelle.

"Dies verdeutlicht einerseits den zunehmenden Druck auf die Gruppe der Ü50", schrieb von Rundstedt: "Dies zeigt andererseits aber auch auf, dass die Lohnkostenhürde bei Ü50 offensichtlich mit Flexibilität auf beiden Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) überwunden werden kann und der Markt auch über Lohnflexibilität zu funktionieren scheint." Die in der Theorie oft beschriebe so genannte Bogenkarriere scheine sich erstmals auch in der Praxis zu manifestieren, sagte Scheiwiller.

Insgesamt zeigt sich damit, dass trotz rund laufender Konjunktur und grossem Fachkräftemangel die strukturelle Arbeitslosigkeit nicht schwindet. Denn die Profile der Arbeitssuchenden passen oft nicht auf die offenen Jobs der Firmen.

Sehr viele Unternehmen halten an ihrem perfekten Wunschprofil fest und sind kaum bereit, davon abzuweichen. Nur einem Viertel der Klienten von Rundstedts sei ein Branchen- oder Funktionswechsel gelungen. Die Wunschvorstellungen der Firmen seien weiterhin ein Hindernis für Menschen, die sich aufgrund von Strukturveränderungen neu orientieren müssten, hiess es. Denn durch den global offenen Arbeitsmarkt würden die Unternehmen immer noch die gesuchten Wunschkandidaten auf dem freien Markt finden.

(AWP)

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Cheflöhne bei den grössten

Cheflöhne bei den grössten Unternehmen an der Börse 2017 leicht gestiegen

Die grössten Unternehmen an der Schweizer Börse haben 2017 ihren Konzernchefs im Schnitt 1,8 Prozent mehr Lohn bezahlt. Das geht aus der abschliessenden Untersuchung der Vergütungsberatungsfirma HCM Hostettler & Company (HCM) unter den Top-100-Unternehmen hervor.

11.01.2019 10:33

Eine Zwischenbilanz hatte HCM bereits Mitte 2018 präsentiert. Aus Gründen der Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr sind in der Untersuchung nur die Vergütungen von 67 Unternehmen enthalten.

Bei den im Leitindex SMI vertretenen Firmen erhielten die Konzernchefs durchschnittlich 7,1 Millionen Franken. Gegenüber 2016 ist das ein Plus von einem Prozent. Bei den kleineren Unternehmen ("mid-caps") sind die Löhne rasanter gestiegen und zwar um 6,7 Prozent auf 1,5 Millionen Franken, wie HCM am Freitag vor den Medien bekannt gab.

HCM geht davon aus, dass die zugesprochenen Vergütungen im soeben zu Ende gegangenen Jahr 2018 stabil bleiben oder nur leicht erhöht wurden. Das bezieht sich aber nur auf die Vergütung unter Berücksichtigung der realisierten kurzfristigen Leistung. Wie gross der Anteil der langfristigen Vergütung in Form von Aktien ist, zeigt sich dagegen erst nach Ablauf der vereinbarten Wartefrist.

HCM stellt zudem fest, dass bei den CEO-Vergütungspaketen in den letzten sechs Jahren die Langfristigkeit und die Leistung deutlich an Gewicht gewonnen haben. 2017 stellten 28 Prozent der Unternehmen Anforderungen an den Aktienbesitz für die Top-Führungskräfte, ein Jahr davor waren es erst 19 Prozent.

Zudem verbreiteten sich auch Vorschriften zur Rückforderung von bereits ausbezahlten Boni, im Fachjargon "Clawback" genannt. Der Anteil der Unternehmen mit solchen Vorgaben erhöhte sich binnen Jahresfrist von rund einem Fünftel auf einen Viertel.

tt/cf

(AWP)

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Den Aktienmärkten steht eine

Den Aktienmärkten steht eine unruhige Woche bevor

Nach versöhnlicheren Tönen im Zollkonflikt und Signalen für ein gedrosseltes Zinstempo der US-Notenbank haben die Börsen einen guten Lauf. Aber es gibt auch Zweifel, ob der Schwung in der neuen Woche anhält.

Aktualisiert um 00:13

CC BY-NC-ND 2.0

Denn nach den dreitägigen Handelsgesprächen zwischen den Streithähnen China und USA warten Investoren noch immer auf konkrete Ergebnisse. Zwar zogen beide Seiten ein positives Fazit. "Die Finanzmärkte wollen aber mehr sehen, und das könnte die Rally schnell wieder abebben lassen", sagt Jasper Lawler vom Online-Brokerhaus London Capital Group (LCG). Auch die ungelöste Brexit-Frage und der Haushaltsstillstand in den USA könnten für Gegenwind sorgen.

Die Anfang Januar aufgekeimten Hoffnungen auf eine Lösung im Zollstreit haben vielen Börsen gehörig Auftrieb gegeben. In der vergangenen Woche legte der Dow 2,4 Prozent zu, der S&P 2,5 Prozent, der Nasdaq 3,5 Prozent und der Swiss Market Index 2,6 Prozent (SMI). Nach sieben Handelstagen im 2019 hat der SMI bereits 4,7 Prozent gewonnen.

Unterstützung erhielten die Aktienmärkte auch von Äußerungen führender US-Notenbanker, die sich gegen zu rasche Zinsschritte aussprachen. Fed-Chef Jerome Powell sagte, er sehe keinen Grund zur Eile.

Eine neue Eskalationsstufe droht

Schon am Dienstag könnte es an den Börsen wieder hektischer zugehen. Dann stimmt das britische Unterhaus über das von Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen ab. Der Ausgang ist offen, wobei nur wenige Beobachter von einer Mehrheit für den Vertrag ausgehen.

"Spannend ist eher die Frage, wie hoch die Niederlage ausfällt", sagt Helaba-Experte Christian Apelt. May müsste dann binnen drei Tagen einen Plan B vorlegen. "Deal, No-Deal, neues Referendum, Neuwahlen, Plan B, C oder D: Keine der Möglichkeiten findet derzeit eine Mehrheit, alles wirkt unwahrscheinlich", fasst Apelt zusammen. Er sieht eine wachsende Wahrscheinlichkeit, dass das auf den 29. März festgelegte Austrittsdatum um mehrere Monate verschoben wird.

Anleger müssten somit noch länger um einen geordneten Brexit zittern. "Ein harter Brexit würde in Großbritannien sicherlich eine Wirtschaftskrise heraufbeschwören, auch für den Rest von Europa drohen erhebliche Wachstumseinbußen", sagt Volkswirt Stefan Bielmeier von der DZ Bank.

Eine neue Eskalationsstufe droht auch im Haushaltsstreit in den USA. Sollte die Haushaltssperre (Shutdown) für einen großen Teil der Behörden in der neuen Woche anhalten, wäre dies die längste ihrer Art, sagt Stratege John Vail vom Vermögensverwalter Nikko Asset Management. Mehr und mehr Staatsangestellte dürften dann ihre Arbeit niederlegen, was sich auch negativ auf die Wirtschaft auswirken werde. "Auch nach einer Normalisierung der Lage dürften die Märkte die Dysfunktionalität des politischen Betriebs nicht so schnell vergessen." Die Angst vor weiteren innerpolitischen Eskalationen dürfte die Wall Street belasten.

Banken bringen Jahreszahlen

Angesichts der Furcht der Anleger vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung werden die Zahlen zum deutschen Bruttoinlandsprodukt 2018 am Dienstag aufmerksam beäugt werden. Experten rechnen mit einer Abschwächung des Wachstums auf 1,5 Prozent von 2,2 Prozent im Jahr 2017. Das wäre der geringste Anstieg seit 2013. Aus den USA werden Daten zur Industrieproduktion (Freitag) und regionale Stimmungsindikatoren erwartet, am Mittwoch veröffentlicht die Fed den Konjunkturbericht Beige Book. Am Dienstag werden Investoren den Auftritt von EZB-Chef Mario Draghi im EU-Parlament im Auge behalten.

In Detroit öffnet die Autoshow ihre Pforten. Dort könnten Volkswagen und Ford eine weltweite Allianz verkünden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Unternehmenskreisen erfuhr, haben sich die beiden Konzerne in ihren Verhandlungen angenähert und dürften am Dienstag Details präsentieren.

Zudem startet in den USA der Bilanzreigen mit den Quartalszahlen der großen Bankhäuser, die für die UBS, Credit Suisse oder die Deutsche Bank richtungsweisend sein dürften. Am Montag will Citigroup den Quartalsbericht vorlegen, am Dienstag folgen Wells Fargo und JP Morgan, am Mittwoch Bank of America und Goldman Sachs, am Donnerstag Morgan Stanley.

(Reuters/cash)

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OECD: Schwächeres Wachstum in

OECD: Schwächeres Wachstum in grossen Volkswirtschaften

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht von einem schwächeren Wirtschaftswachstum in den meisten grossen Volkswirtschaften aus. Dies bestätige ein regelmässig erhobener Indikator, teilte die OECD am Montag in Paris mit. Der Composite Leading Indicator (CLI) deute auf ein schwächeres Wachstum in den USA, Kanada, dem Euroraum und Grossbritannien hin.

14.01.2019 13:22

Für Japan sei dagegen weiterhin von einem stabilen Wachstum auszugehen. Ähnlich seien die Aussichten für das kommende halbe Jahr für die grossen Schwellenländer China und Indien zu bewerten. Das Wachstum in Brasilien und Russland sollte sich demgegenüber abschwächen./bgf/jkr/mis

(AWP)

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Weltweite Schulden klettern

Weltweite Schulden klettern auf 244 Billionen Dollar

Das weltweite Wirtschaftswachstum tut sich schwer, mit den Schulden mitzuhalten: Privathaushalte, Unternehmen und die öffentliche Hand in aller Welt standen im dritten Quartal 2018 zusammen mit 318 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Kreide, wie der am Dienstag veröffentlichte Schuldenmonitor des Institutes of International Finance in Washington vorrechnet.

15.01.2019 19:23

Das ist dank eines robusten Wachstums nicht ganz so hoch wie der bisherige Rekord im Herbst 2016, als die Quote 320 Prozent betrug. Der absolute Schuldenstand ist jedoch seit 2016 nochmals um zwölf Prozent auf den schwindelerregenden Wert von 244 Billionen Dollar geklettert.

Für die Steigerung sind vor allem Unternehmen in Schwellenländern - besonders in China - sowie Staatshaushalte in Industrieländern verantwortlich. Auch die Schulden von Privathaushalten in Schwellenländern stiegen stark an. Viele Staaten müssen spätestens Ende 2020 die Finanzierung grosser Teile ihrer Staatsschulden auf neue Beine stellen - darunter Ägypten, Nigeria, Kolumbien und Argentinien.

Internationale Wirtschaftsexperten sehen den hohen Schuldenstand als Gefahr für die Weltwirtschaft an. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Verschuldung als eines der wesentlichen Risiken für die Weltwirtschaft identifiziert./dm/DP/he

(AWP)

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Anlageexperten der Swiss Life

Anlageexperten der Swiss Life erwarten volatiles Jahr 2019

Die Anlageexperten der Swiss Life Asset Managers sagen für das gerade angelaufene Jahr 2019 eine anhaltende Volatilität voraus. Wie Chefökonom Marc Brütsch an einem Medienanlass am Mittwoch erklärte, erscheine ein verschlechterter Mix aus Wachstum und Inflation am wahrscheinlichsten.

16.01.2019 11:37

Die derzeit höhere Schwankungsbreite an den Märkten sei durch die Richtungsänderung in der Geldpolitik sowie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China ausgelöst worden. "In Zeiten einer restriktiven Geldpolitik neigen Märkte zu einer erhöhten Volatilität", führte José Antonio Blanco, Leiter Investment Management, noch etwas deutlicher aus.

Immerhin werde den Märkten nun Liquidität entzogen, nachdem die Notenbanken sie jahrelang damit versorgt hatten, erklärte Brütsch die Unsicherheit weiter. Die Aussiecht darauf habe bereits 2018 erste Schatten vorausgeworfen und werde die Märkte weiter in Schach halten, glaubt der Chefökonom.

Erwarte zwei Zinsschritte des Fed

In puncto restriktiver Zinspolitik gebe es in den USA mittlerweile schon erste Diskussionen, ob die US-Notenbank Fed nicht schon zu weit gegangen sei, hob Brütsch hervor. "Wir bleiben bei unserer Prognose, dass zwei Zinsschritte im laufenden Jahr durchaus wahrscheinlich sind - und stellen uns damit gegen den aktuellen Konsens." Der Ökonom begründet diese Erwartung mit der US-Wirtschaft, die sich nach wie vor in einer guten Verfassung befinde.

Derweil sehen sowohl Brütsch als auch der Leiter Investment Management externe Schocks wie etwa eine Eskalation hin zu einem Handelskrieg als grösste Risiken. Aber auch eine erneute Eurokrise stelle ein potenzielles Risiko für Konjunktur und Finanzmärkte dar. Allerdings dürften sich derlei Schocks dann vor allem in Richtung 2020 bemerkbar machen.

Verschlechterung beim Wachstums-/Inflationsmix

Für 2019 messen die beiden Experten einer Verschlechterung beim Mix aus Wachstum und Inflation eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent bei. Hierbei übertünche eine prozyklische Fiskalpolitik das geminderte Wachstum. "Die finanzielle Repression deckelt den Nominalzins, und allgemein bremst der Protektionismus den Welthandel", wie es erklärend in einer Medienmitteilung zu dem Anlass hiess.

Vor dem Hintergrund dieser Annahmen erwarten die Experten 2019 ein BIP-Wachstum nahe am oder unterhalb des Potenzials, was die Inflation im Zaum halte. Für die Schweiz erwarten sie entsprechend ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent. Für die Eurozone sagen die Experten einen Anstieg des BIP um 1,3 Prozent voraus und für die USA erwarten sie +2,3 Prozent.

Die Inflationsrate in der Schweiz sehen Brütsch und sein Kollege bei 0,6 Prozent im laufenden und bei 0,7 Prozent im kommenden Jahr. Damit dürfte der Druck für die SNB, aktiv zu werden, nach wie vor nicht vorhanden sein. "Wir gehen nicht davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank in diesem oder dem kommenden Jahr die Zinsen ändern wird", sagt Brütsch voraus. Auch von der EZB erwartet der Experte keinen Zinsschritt, wohl aber, dass sie das Anleihenkaufprogramm auslaufen lässt.

hr/rw

(AWP)

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