CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

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CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

Das sind die Prognosen der cash-Leser für das Börsenjahr 2020

Wo steht der Swiss Market Index Ende 2020? Das wollte cash.ch von seinen Leserinnen und Lesern in einer Online-Umfrage wissen. Das Ergebnis mit fast 4000 Teilnehmenden zeigt in eine Richtung.

23.12.2019 22:00

Von Daniel Hügli

Der Swiss Market Index (SMI) eilte in den letzten Tagen und Wochen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Das nährte die Rally des Schweizer Leitindex in diesem Jahr noch mehr. Das Jahresplus des SMI steht nun bei 27 Prozent. Bleibt es bis Ende Monat dabei, wäre dies der höchste Jahreszuwachs seit 2005.

Steigen bei einem solchen deutlichen Anstieg nicht ungute Gefühle auf? Und kommt da nicht bald eine deutliche Korrektur an den Märkten? Wenn es nach den Leserinnen und Lesern von cash.ch geht, dann eher nicht. Sie sind verhalten optimistisch für das Börsenjahr 2020.

Das zeigt die Online-Umfrage des grössten Schweizer Finanzportals, an welcher 3750 Userinnen und User teilgenommen haben. Eine Mehrheit von zusammengenommen 57 Prozent glaubt, dass der SMI Ende 2020 "gleich hoch" oder "höher" steht als heute. Von den fünf Antwortvorgaben wurde die Kategorie "Höher als heute" am meisten angeklickt (nur Einfachantworten waren möglich):

Wo steht der SMI Ende 2020?

19.12.2019 17:15

Der Swiss Market Index hat dieses Jahr 25 Prozent zugelegt. Wo steht der Schweizer Leitindex in zwölf Monaten?

Deutlich höher als heute

12% (443 Stimmen)

Höher als heute

34% (1264 Stimmen)

Etwa gleich hoch wie heute

23% (858 Stimmen)

Tiefer als heute

19% (725 Stimmen)

Deutlich tiefer als heute

12% (460 Stimmen)

Gesamtstimmen: 3750

Immerhin gehen rund 30 Prozent davon aus, dass der SMI in zwölf Monaten tiefer oder deutlich tiefer steht. Nur zusammengenommen fast ein Viertel der Umfrage-Teilnehmenden rechnet allerdings damit, dass der SMI im nächsten Jahr zu Extremen neigt ("deutlich höher" oder "deutlich tiefer").

Eine solche "Extremposition" vertritt Christian Gattiker, Leiter Research von Julius Bär. Im cash-Börsen-Talk sagte er, der Swiss Market Index werde "deutlich höher" stehen als heute. Die Begründung: Weiterhin tiefe Zinsen, eine anziehende Wirtschaftsentwicklung, abflauende Handelsstreitigkeiten im US-Wahljahr und der für internationale Investoren attraktive Schweizer Aktienmarkt.

Umfragen zu Aktienmärkten sind natürlich kein wirklicher Indikator für zukünftige Preisbewegungen. Kurse an den Börsen werden immer auch von Emotionen der Anleger und von unvorhergesehenen Ereignissen getrieben. Anleger-Umfragen bilden die allgemeine Stimmung der Investoren jedoch ziemlich gut ab. 

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«Wahrscheinlichkeit einer

«Wahrscheinlichkeit einer Korrektur für US-Aktien bei 50 Prozent»

US-Aktien haben 2020 laut dem Chef-Investmentstrategen von Vanguard ein überdurchschnittliches Risiko eines Ausverkaufs. Grund seien überzogene Konjunkturerwartungen.

23.12.2019 14:10

“Die Finanzmärkte laufen Gefahr, ein wenig über das Ziel hinauszuschiessen”, sagte Joseph Davis, der auch Vanguards Chefökonom ist, in einem Bloomberg-Interview. Er sieht 2020 eine Korrektur-Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, verglichen mit einer üblichen Wahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent.

Eine Korrektur wird allgemein als ein Rückgang von 10 Prozent definiert. Der S&P 500-Index hat seit Dezember 2018 keinen derartigen Rückschlag mehr erfahren, als der Index beinahe in den Bärenmarkt eingetreten war - das heisst, ein Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Höchststand.

Während die Anleger in diesem Jahr zu pessimistisch in Bezug auf die Rezessionswahrscheinlichkeit waren, werden sie im nächsten Jahr zu optimistisch in Bezug auf die Reflation sein, sagte Davis. Er sieht auch eine Belebung der Volatilität der US-Aktien von einem “unhaltbar niedrigen“ Niveau. “Die erwarteten Erträge für die meisten Strategien liegen durchweg unter den Dreijahreserträgen”, sagte Davis. Der Investmentchef des 5,6-Billionen-Dollar-schweren Vermögensverwalters, der eher für seine passiven Indexfonds bekannt ist, schätzt, dass Risikoaktiva ein US-Wirtschaftswachstum von fast 3 Prozent einpreisen, was er als unwahrscheinlich ansieht.

Substanzwerte im Fokus

Vanguard mahnt nicht als einzige zur Vorsicht. Hedgefonds und einige andere fragen sich, ob nun zu viel Optimismus in die Bewertung von Vermögenswerten eingepreist ist. Andere sehen ein weiteres Jahr mit Aktienkursgewinnen, wenn auch nicht in der diesjährigen Grössenordnung. Davis sagte, US-Aktien seien in Bezug auf ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis auf die teure Seite des Fair Value ausgebrochen - eine Messgrösse, die Vanguard bevorzugt, statt Zielwerte für Indizes festzulegen.

Davis sagte, er würde Substanzwerte in Betracht ziehen, wenn er jetzt Geld aktiv einsetzen würde. Auch sehen Hypotheken “ein bisschen attraktiver aus als seit einiger Zeit”. Aber es könnte besser sein, das Pulver mit Blick auf 2020 erst einmal trocken zu halten, da “es bessere Einstiegspunkte geben wird”, sagte er.

(Bloomberg)

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2020 stellt die Schweiz

2020 stellt die Schweiz europapolitisch ihre Weichen

Die SVP-Begrenzungsinitiative will die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU. Die Schweizer Wirtschaft hingegen sehnt sich nach geordneten Verhältnissen.

29.12.2019 14:20

In letzter Zeit ist es still geworden um die Beziehung Schweiz - EU. Doch im neuen Jahr dürfte sich das ändern, denn die Stimmberechtigten müssen im Frühling über die Begrenzungsinitiative entscheiden - und damit auch über die künftige Beziehung der Schweiz zur EU. Mit ihrer Begrenzungsinitiative, die voraussichtlich am 17. Mai zur Abstimmung kommt, will die SVP die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU erreichen. Doch die Initiative ist mehr als nur ein Verdikt über die Freizügigkeit.

Wird sie angenommen, ist der von der Schweiz eingeschlagene bilaterale Weg mit der EU als Ganzes infrage gestellt. Bern müsste die Beziehung Schweiz - EU neu überdenken. Sagen die Stimmberechtigen Nein zur Initiative, dürfte dies als Bestätigung des bisher eingeschlagenen bilateralen Weges gewertet werden.

Weil es sich bei der Begrenzungsinitiative um eine wegweisende Abstimmung handelt, ist davon auszugehen, dass der Bundesrat den 17. Mai abwarten wird, bevor er über sein weiteres Vorgehen beim institutionellen Rahmenabkommen informieren wird.

Das glaubt auch Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP/BL), ehemalige Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission: "Ich hoffe, dass die Initiative deutlich abgelehnt wird." Dies gäbe das nötige Fundament, um die Zukunft der Bilateralen anzugehen. Auch Nationalrat Eric Nussbaumer (SP/BL), Präsident der Efta/EU-Delegation, hofft auf eine klare Ablehnung. "Dann kann der Bundesrat endlich erklären, wie er weiterfahren will."

Portmann kritisiert

Zwar ist das Rahmenabkommen grösstenteils ausgehandelt, in drei Punkten aber ist man sich aber noch uneinig: bei den flankierenden Massnahmen, der Unionsbürgerrichtlinie und den staatlichen Beihilfen.

Im Sommer hatte Bern der EU-Kommission deshalb mitgeteilt, dass zusätzliche Zeit notwendig sei, um die drei strittigen Punkte intern zu klären. Der Bundesrat setzte dazu drei Arbeitsgruppen ein. "Seitdem liegt der Ball bei uns", sagt Nussbaumer.

Wie und ob die Arbeiten in den Arbeitsgruppen vorangehen, ist jedoch unklar. Es dringt kaum etwas nach aussen. Schneider-Schneiter ist zuversichtlich: "Ich bin überzeugt, dass hinter den Kulissen intensiv an Lösungen gesucht wird, sodass wir nach der Begrenzungsinitiative loslegen können."

Nationalrat Hans-Peter Portmann (FDP/ZH), ehemaliger Präsident der Efta/EU-Delegation, kritisiert jedoch diese "intransparente Situation": "Es wird nicht zu verhindern sein, dass im Abstimmungskampf um die Begrenzungsinitiative auch das Rahmenabkommen Thema sein wird."

Daher wäre es wichtig, dass bereits schon vorher mit der EU weiter technische Gespräche geführt würden, sagte er. Denn laut Portmann sollen die Stimmberechtigten bei der Abstimmung zur Begrenzungsinitiative wissen, "was beim Rahmenabkommen für mögliche Zusicherungen seitens der EU noch möglich sind".

Verhärtete Fronten

Seit Bern von Brüssel mehr Zeit verlangte, herrscht jedoch beim Rahmenabkommen Funkstille. Ausserdem haben sich die Fronten zwischen der Schweiz und der EU verhärtet.

Die EU reagierte mit Unverständnis auf die Schweizer Forderung: Sie verweigerte kurzum der Schweizer Börse wegen "mangelnden Fortschritts" beim Rahmenabkommen die Äquivalenzanerkennung. Die Schweiz wiederum sieht sich ungerecht behandelt und knüpfte die Vergabe der neuen Kohäsionszahlung an die Aufhebung diskriminierender Massnahmen, was erneut bei der EU auf Kritik stiess.

Mit der Hoffnung, diese Negativspirale zu durchbrechen, hatten Schweizer und EU-Parlamentarier deshalb im November eine gemeinsame Erklärung verabschiedet mit Appellen an beide Seiten.

Laut Portmann hat Aussenminister Ignazio Cassis schon mehrfach auch öffentlich Bezug auf die Erklärung genommen. Auch der EU-Abgeordnete Andreas Schwab, Präsident der Efta-Delegation der EU-Parlaments, schrieb auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, er habe viele positive Zuschriften erhalten.

Drängendes Problem

Eine Deeskalation ist auch dringend nötig, denn ein wichtiger Entscheid steht an: Das Abkommen über technische Handelshemmnisse (MRA) im Bereich Medizinaltechnik - darunter fallen etwa Skalpelle oder Hörgeräte - muss bis Ende Mai aktualisiert werden. Zwar laufen zurzeit technische Gespräche zwischen Bern und Brüssel, doch ist unklar, ob die EU am Schluss einer Aktualisierung zustimmen wird.

Denn die EU-Staaten hatten in ihren Schlussfolgerungen zur Schweiz Anfang Jahr einstimmig der Strategie der damaligen EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker zugestimmt, nur noch dann bilaterale Abkommen mit der Schweiz zu aktualisieren, von denen auch die EU-Staaten profitieren.

Nun schlug kürzlich der für die Schweiz zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn im Radio SRF konziliantere Töne an und erklärte, dass für die EU kein Zeitdruck beim Abschliessen des Rahmenabkommens bestünde, sie also bereit sei, die Begrenzungsinitiative abzuwarten. Doch in der Sache blieb er hart.

Zum Rahmenabkommen sagte er: "Man muss auch verstehen, dass wir unsere Grenzen haben, und die wurden ziemlich ausgereizt." Die EU sei zu Klarstellungen bereit, "aber an den Eckpfeilern kann sich hier nichts mehr ändern".

Und auch bei den Anpassungen von bilateralen Abkommen darf nicht zu viel erwartet werden, denn die neue EU-Kommission unter Ursula von der Leyen muss sich an die Schlussfolgerung der EU-Staaten halten.

Neustart möglich

Nichts desto trotz: Der von der Schweiz enttäuschte Juncker ist nicht mehr im Amt. Mit der neuen EU-Kommissionspräsidentin könnte sich so etwas wie ein "kleiner" Neustart bieten - das hoffen viele.

Erste Gelegenheit zu Gesprächen dürfte das World Economic Forum (WEF) Ende Januar in Davos bieten. Dem Vernehmen nach plant die neue EU-Kommissionspräsidentin, daran teilzunehmen.

Dann obliegt es der neuen Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, bei von der Leyen für Verständnis für die Situation der Schweiz zu werben, um das Bestmögliche für die Schweiz herauszuholen. Ob das gelingt, wird sich am 17. Mai 2020 an der Urne zeigen.

(AWP)

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Der Markt für Home Delivery

Der Markt für Home Delivery Food wächst rasant

Nach einer Schätzung der Grossbank UBS wird sich der globale Markt für Essenslieferungen bis 2030 verzehnfachen.

29.12.2019 10:47

Die Schweizerinnen und Schweizer haben im Jahr 2018 Essen für 1,2 Milliarden Franken nach Hause bestellt. Von dieser Schätzung geht das Home-Delivery-Unternehmen Eat.ch aus, wie der "SonntagsBlick" berichtet. Zwischen 2018 und 2020 werde das Volumen nochmals um 15 Prozent, auf 1,4 Milliarden Franken, wachsen, sagte Eat.ch-Chef Dominic Millioud.

Gemäss einer Auswertung der Bestellungen des Jahres 2019 dominierte in der Deutschschweiz mit 49 Prozent die Pizza als beliebtes Menu. Die Welschen standen auf Fernost: Sushi lag mit 53 Prozent an der Spitze der Bestellungen. In der Innerschweiz war der Anteil bestellter Burger am höchsten. Und die Walliser waren dem Bericht zufolge die Latinos unter den Eidgenossen: Im Rhonetal folgt nach Pizza gleich der mexikanische Fastfoodklassiker Tacos.

In der Deutschschweiz liegt der Anteil bestellter Salate mit 14 Prozent doppelt so hoch wie in der Romandie (7 Prozent). Unterschiede gab es auch zwischen den beiden Basel: Die Baselbieter bestellten um die Hälfte mehr Pizzen - und doppelt so viel Salat wie die Stadtbasler. Nach einer Schätzung der Grossbank UBS wird sich der globale Gesamtmarkt bis 2030 verzehnfachen. Gründe für den Boom gibt es laut Millioud mehrere. "Ein Faktor ist zum Beispiel, dass es immer mehr Single-Haushalte gibt."

(AWP)

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Vorzeichen für Börsianer

Vorzeichen für Börsianer bleiben auch 2020 günstig

Die Hoffnungen auf ein ruhiges Fahrwasser am Aktienmarkt dürften 2020 enttäuscht werden. Die US-Präsidentenwahl und der Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union werden weiterhin für Aufregung sorgen.

28.12.2019 07:10

Hinzu komme die Geldpolitik, stellen die Experten der Weberbank fest. Zwar sei noch nicht mit einer Trendwende bei EZB, Fed und Co. zu rechnen, aber die Diskussion könne im zweiten Halbjahr durchaus angestoßen werden. In den vergangenen zwölf Monaten ging es kräftig nach oben - trotz Brexit und Handelskonflikt. Das kommende Jahr könnte stärkere Kursausschläge in beide Richtungen bringen, sagen die Weberbank-Fachleute voraus.

Der Dow Jones in den USA hat eine Jahresperformance von 23 Prozent, der Nasdaq gar 37 Prozent. Der Swiss Market Index und der deutsche Dax etwa 27 Prozent. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass es auch 2020 weiter aufwärtsgeht. Martin Stürner, Chef des Fondsanbieters PEH Wertpapier AG, hält bis zum Ende 2020 einen Dax-Stand von 15'000 Punkten für möglich - das wäre ein Plus von ungefähr zwölf Prozent. Wichtige Impulse könnten vom zuletzt besseren Geschäftsklima kommen.

Auch Ulrich Stephan, Chefstratege bei der Deutschen Bank, hält an Aktien fest. "Im Vergleich zu Staats- und Unternehmensanleihen erscheint das Chance-Risiko-Profil von Aktien nach wie vor interessant", stellt er fest. Der deutsche Markt könne besonders profitieren, wenn die Nachrichtenlage insgesamt positiver werde.

Anders sieht es in den USA aus, wo die Wirtschaft stärker auf den Konsum ausgerichtet ist. In einem allgemein eher unsicheren Marktumfeld sollte es daher in den USA besser laufen, sagt Stephan. 2019 erreichten Dow, S&P und Nasdaq Rekordwerte. Am Freitag schlossen die US-Aktienmärkte uneinheitlich, Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen. Der Dow-Jones-Index.DJI der Standardwerte ging 0,1 Prozent höher auf 28.645 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq.IXIC gab dagegen 0,2 Prozent auf 9006 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500.SPX schloss kaum verändert bei 3240 Punkten.

Rückstand von Europa wird sinken

Die Experten der Vermögensverwaltung Lyxor gehen davon aus, dass der Rückstand der europäischen Indizes zur Wall Street sinken wird. "Europas Aktienmärkte könnten 2020 nach mehr als zehn Jahren der Underperformance gegenüber den US-Aktienmärkten aufholen", prognostizieren sie. Dabei spiele eine Rolle, dass die Papiere auf dem Kontinent niedriger bewertet sind als auf der anderen Seite des Atlantiks. Eine Kenngröße dafür ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das den Aktienkurs in Relation zum Gewinn je Aktie misst. 

Doch auch für die USA zeigten sich die Experten zuversichtlich. Dort dürfte der Präsidentschaftswahlkampf für Gesprächsstoff an der Börse sorgen. Los geht es schon im Februar mit den ersten Vorwahlen. Bereits jetzt wirke sich fast jede Äußerung Trumps unmittelbar auf die Kurse aus, sagt Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel.

"Deutlich fallende Aktienkurse würden die Chancen für seine Wiederwahl wohl erheblich senken." Trump werde daher mit allen Mitteln versuchen, für gute Stimmung an der Börse zu sorgen. "Das macht einerseits das Wirken des US-Präsidenten wohl noch unberechenbarer – vor allem bezüglich internationaler Themenfelder wie der Handelskonflikte. Generell hat er aber ein Interesse an einem ruhigen Verlauf für Konjunktur und Kapitalmärkte, weshalb der Wahlkampf die Lage eher stabilisieren sollte."

Weitere Lockerung durch die EZB?

Zusätzliche Unterstützung vonseiten der Geldpolitik dürften sich die Anleger allerdings nicht erhoffen, anders als 2019, sagen die Experten des Vermögensverwalters BlackRock voraus. So könnten zwar die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank von Japan auf die hartnäckig niedrige Inflation mit einer weiteren Lockerung reagieren. "Aber beide Zentralbanken haben kaum noch Spielraum dafür übrig, und die Nebenwirkungen der negativen Zinsen - besonders bei der Profitabilität der Banken und ihrer Fähigkeit, Geld zu verleihen - untergraben zunehmend die geldpolitischen Bemühungen."

Angst vor einem Kurseinbruch müsse man nicht haben, sagt Mumm. Krisen würden meist von überraschenden Entwicklungen nach Übertreibungsphasen ausgelöst. Zweifellos führe die jahrelange Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu Verwerfungen. Aber die Tatsache, dass alle darüber redeten, spreche dagegen, dass eine Krise davon ausgelöst werde. Zudem sei keine Euphorie zu spüren, obwohl viele Aktienindizes auf oder nahe ihrer Allzeithochs stünden. "Das wahrscheinlichste Szenario für 2020 ist daher ein moderates Wirtschaftswachstum mit weiter niedrigen Zinsen und tendenziell steigenden Aktien- und Immobilienpreisen."

(Reuters/cash)

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Das kommt bis 2030 auf Märkte

Das kommt bis 2030 auf Märkte zu

Die Automatisierung soll die Arbeitswelt verändern und der Klimawandel wird zur Chance für die Gesellschaft. Eine Rezession gelte früher oder später als unumgänglich.

30.12.2019 21:05

Helikopter-Geld, Klimakrise, vernetzte Städte und das Weltall - die kommenden zehn Jahre dürften für Investoren reichlich Nervenkitzel bringen. Könnten es sogar noch einmal goldene 20er werden, wie vor hundert Jahren, als Wohlstand, technischer Fortschritt und soziale Errungenschaften wie das Frauenwahlrecht das Leben zumindest vorerst zum Besseren veränderten? Möglich. Die Finanzmärkte gehen mit gehörigem Schwung in das Jahrzehnt, nachdem in den vergangenen Jahren die Aktien weltweit mehr als 25 Billionen Dollar im Wert gestiegen sind. Doch bei aller Euphorie bleibt Vorsicht. Denn der gegenwärtige Aufschwung währt so lange wie nie zuvor, zumindest in der Geschichte der USA, und eine Rezession gilt über kurz oder lang als unvermeidlich. Und schliesslich jährt sich 2029 auch der Zusammenbruch der Wall Street zum 100. Mal, der die Weltwirtschaftskrise auslöste und den Aufstieg der Nationalsozialisten begünstigte.

Schon im abgelaufenen Jahrzehnt haben die Notenbanken unkonventionelle Schritte ausprobiert, um die Finanzkrise nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers zu überwinden. Sie brachten negative Zinssätze oder den Kauf von Wertpapieren auf den Weg. Die Experten der Deutschen Bank halten es für möglich, dass sie in den 20er Jahren noch weiter gehen: "Es erscheint unumgänglich, dass vor uns eine Welt mit Helikopter-Geld liegt." Dabei versorgen Notenbanken oder Regierungen die Verbraucher mit Barem, um so den Konsum anzukurbeln - in den 10er Jahren wurde diese Idee noch verworfen. Allerdings dürfte so die weltweite Verschuldung noch weiter steigen, die jetzt schon auf Rekordhoch liegt.

Globalisierung mit angezogener Handbremse

Doch was bedeutet das für den Finanzmarkt? Schon im ablaufenden Jahrzehnt brachten die Geldspritzen der Notenbanken nicht die erhoffte Inflation in den Industriestaaten, sondern trieben allenfalls die Kurse an den Finanzmärkte nach oben. Auch Immobilien verteuerten sich massiv, während die Einkommen nicht im gleichen Ausmass Schritt hielten. Die damit verbundene Ungleichheit schürte den Widerstand gegen die Globalisierung. Das Ergebnis ist eine Welt, in der die internationale Zusammenarbeit zurückgeht, oder, wie es die Experten der Investmentbank Morgan Stanley bezeichnen, eine Welt der "Slow-balisierung", also einer Globalisierung mit angezogener Handbremse. Unter dem Strich dürfte es am Markt weiter aufwärts gehen, sagen sie voraus - aber nicht mehr so stark wie in den Jahren nach der Finanzkrise.

Zumal auch die Alterung der Bevölkerung die Gesellschaften vor eine enorme Herausforderung stellt. In vielen Ländern wird die Arbeitsbevölkerung schrumpfen, wenn bis Ende des Jahrzehnts die meisten Babyboomer in Rente gegangen sind. Die Deutsche Bank zählt Irland, Ruanda, Ghana, Botswana und Laos zu den 22 Staaten, in denen die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter steigt. Zugleich leben immer mehr alte Menschen; allein in den USA steigt bis 2030 der Anteil der über 80-Jährigen auf 5,4 Prozent, 2015 waren es noch 3,7 Prozent. Sie benötigen Wohnungen in Altersheimen, Pflegedienstleistungen, Medikamente und andere Unterstützung. Investmentchancen für Anleger. Die Experten der Bank of America (BofA) gehen sogar noch einen Schritt weiter: "Unsterblichkeit könnte das interessanteste Thema der 2020er werden."

In der Zwischenzeit heizt sich der Planet weiter auf. Um die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens einzuhalten, müssen die OECD-Staaten bis 2030 vollständig auf das Verbrennen von Kohle verzichten. Die BofA-Experten gehen davon aus, dass saubere Energieträger und Elektroautobauer als Gewinner hervorgehen dürften - der Markt ist ihren Schätzungen nach schon jetzt 300 Milliarden Dollar schwer.

Autonomes Fahren und künstliche Intelligenz im Aufsichtsrat

Schliesslich dürfte der technologische Fortschritt das Leben stark verändern. Das Weltwirtschaftsforum sagte in einer Studie aus dem Jahr 2017 eine Reihe von "technologischen Wendepunkten" für die 20er Jahre voraus - wie den 3D-Druck ganzer Autos, autonomes Fahren und den ersten Computer mit künstlicher Intelligenz als Aufsichtsratsmitglied bei einer Firma. Die 20er Jahre könnten nach Einschätzung der UBS das Zeitalter der vernetzten Städte werden, wo grosse Datenmengen und Roboter eine bessere Verwaltung oder ein besseres Gesundheitswesen sicherstellen. Bis 2025 dürften die Ausgaben dafür zwei Billionen Dollar erreichen, die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte dürfte sich bis dahin auf 46 Milliarden gut vervierfachen.

Dank Fortschritten in der Raketen- und Satellitentechnik dürfte so auch die letzte Grenze fallen - der Weltall. Schon 2019 wurde der erste ETF-Fonds aufgelegt, der sich mit dem Thema beschäftigt. Die UBS sieht "Parallelen damit, wie das weltweite Internet zur Jahrtausendwende ganz neue Möglichkeiten eröffnet hat". So rücke der Weltalltourismus in Reichweite, das Militär schicke mehr Satelliten ins All und auch die zivile Nutzung - etwa für Kommunikationsdienste - werde zunehmen. Die Experten der Schweizer Bank gehen davon aus, dass in den kommenden Jahrzehnten die "Weltall-Wirtschaft" auf ein Volumen von einer Billion Dollar kommt, von derzeit 340 Milliarden Dollar.

(Reuters)

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Die Schweizer Aktien-Tipps

Die Schweizer Aktien-Tipps für das Jahr 2020

Die Banken setzen für 2020 auf Altbewährtes, aber eben nicht nur. Cash sagt, welche Schweizer Aktie am häufigsten auf den Favoritenlisten erscheint und welche beiden Banken bei ihren Empfehlungen Mut beweisen.

03.01.2020 06:00

Von Lorenz Burkhalter

Die letzten 12 Monate liessen aus Sicht eines Aktienanlegers keine Wünsche offen. Die Dividendenabgänge aufgerechnet, legte der Swiss Market Index (SMI) im Jahresvergleich um gut 30 Prozent zu. Von den 20 Titeln aus dem Blue-Chips-Index hatte nur die Inhaberaktie der Swatch Group Kursverluste zu beklagen.

Verhält es sich wie in der Vergangenheit, dann folgt auf das starke Börsenjahr 2019 ein zumindest freundliches 2020. Allerdings dürfte das Handelsgeschehen auch hierzulande selektiver werden. Sprich: Will man als Aktienanleger Geld verdienen, muss man schon die richtigen Titel im Depot haben.

Was sofort auffällt: Gerade auf den Empfehlungslisten britischer und amerikanischer Banken sind Aktien aus der Schweiz spärlich vertreten. Auf der 44 Aktien starken Favoritenliste der britischen Barclays für Europa ist Nestlé allein auf weiter Flur. Auf der Liste der Aktien, um welche Anleger in den nächsten 12 Monaten besser einen grossen Bogen machen, finden sich hingegen prominente Schweizer Titel wie jene von Geberit, UBS oder Novartis. Nicht viel besser ist die Ausbeute auf der Empfehlungsliste der US-Investmentbank Jefferies. Namentlich werden nur die Aktien des Basler Pharmaunternehmens Novartis sowie jene des Hörgeräteherstellers Sonova zum Kauf angepriesen - wobei Jefferies und Barclays bei Novartis einander widersprechen.

Einige Aktienfavoriten haben sich schon 2019 bewährt

Wie schon vor Jahresfrist trauen die Banken insbesondere den Valoren von Nestlé, Roche und Novartis höhere Kurse zu. Am häufigsten erscheint der Name des traditionsreichen Nahrungsmittelkonzerns Nestlé auf den Empfehlungslisten. Die drei Indexschwergewichte gelten als "defensiv". Das heisst soviel, wie dass das Tagesgeschäft dieser Grossunternehmen weitestgehend von der Wirtschaftsentwicklung unabhängig ist.

Während man bei Jefferies und Société Générale auf Novartis setzt, bevorzugen die Zürcher Kantonalbank und Vontobel den Platzrivalen Roche. Anleger sind vor allem dann gut in den drei Indexschwergewichten aufgehoben, sollte sich die Hoffnung auf eine Belebung der Weltwirtschaft zerstreuen.

Doch auch sonst setzen viele Banken auf Titel, die sich schon 2019 bewährt haben. Häufig genannt wird beispielsweise die LafargeHolcim-Aktie. Sie wird neben der Zürcher Kantonalbank auch von Julius Bär, Vontobel sowie von Morgan Stanley empfohlen. Mit knapp 54 Franken kostet sie fast 33 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Firmenchef Jan Jenisch muss in den nächsten Monaten schon mit soliden Zahlen und weiteren Bereichsverkäufen aufwarten können, damit ihr Kurs weiter steigt.

Mehrere widersprüchliche Empfehlungen

Bei den Nebenwerten gelten die Aktien des Risikokapitalspezialisten Partners Group, des Finanzdienstleisters Cembra Money Bank sowie jene des Dentalimplantateherstellers Straumann als heisse Favoriten. Gerade die Valoren von Partners Group und Straumann standen schon 2019 weit oben auf der Gewinnerliste. Erst anfangs Woche wurde bekannt, dass die Cembra Money Bank die Finma über Unregelmässigkeiten bei der Kundendokumentation informiert habe. Der Kurs der Aktie geriet daraufhin ins Rutschen.

Wie vor Jahresfrist widersprechen sich einige Banken bei ihren Jahresfavoriten auch heuer wieder. Nicht nur bei Novartis, auch bei Temenos und Sonova werden die diesjährigen Aussichten sehr unterschiedlich beurteilt. Morgan Stanley rät Anlegern einen grossen Bogen um die Aktien von Temenos und Sonova zu machen. Bei Sonova stemmt sich die bekannte US-Investmentbank damit gegen Jefferies, bei Temenos gegen die Bank Vontobel.

Beim Bankensoftwarehersteller Temenos ist mit Panagiotis Spiliopoulos denn auch ein ehemaliger Vontobel-Mann Finanzchef. Zuvor leitete Spiliopoulos die Aktien-Analyse der Zürcher Bank.

Übersicht über die Kaufempfehlungen für 2020:

Bank Kaufsempfehlungen
Jefferies Novartis, Sonova
Julius Bär LafargeHolcim, Nestlé, Helvetia, Partners Group, Mobimo
Morgan Stanley Adecco, LafargeHolcim
Société Générale Nestlé, Novartis, Richemont, Roche, Swisscom
UBS Landis+Gyr, Stadler Rail
Vontobel LafargeHolcim, Lonza, Nestlé, Richemont, Roche, SGS, Logitech, Temenos, Straumann, Partners Group, Also, Cembra Money Bank, Flughafen Zürich, Georg Fischer, Huber+Suhner, Investis
ZKB LafargeHolcim, Roche, SGS, Swatch Group, Zurich Insurance, Aryzta, Cembra Money Bank, Gurit, SoftwareONE, Straumann

Apropos Vontobel: Die Zürcher Bank steigt mit ganzen 17 Schlüsselkaufempfehlungen ins Rennen (cash berichtete). Gerade mit den Aktien von Flughafen Zürich und Georg Fischer beweist sie Mut. Georg Fischer macht der Abschwung in der Automobilindustrie zu schaffen und beim Flughafen Zürich dürften sich regulatorische Vorstösse negativ in der Gewinnentwicklung niederschlagen.

Die UBS mit einem ganz eigenen Ansatz

Ebenfalls als mutig kann die Empfehlung der Zürcher Kantonalbank für die Aryzta-Aktie bezeichnet werden. Der Backwarenhersteller gilt als hochverschuldet. Hinzu kommen Absatzprobleme in Nordamerika. Im Segment der Nebenwerte setzt die Zürcher Kantonalbank ausserdem auf Cembra Money Bank, Gurit, den Börsendebütanten SoftwareONE und Straumann.

Übersicht über die Verkaufsempfehlungen für 2019:

Bank Verkaufsempfehlungen
Barclays Geberit, Novartis, UBS
Morgan Stanley Givaudan, Novartis, Schindler, Sika, Sonova, Temenos

Einen ganz eigenen Ansatz verfolgt die UBS. Für die grösste Schweizer Bank stehen in Europa drei Themen im Vordergrund: Die Bekanntgabe eines Fiskalpakets, nachhaltig hohe Dividenden sowie günstige Substanzaktien. Bei den beiden letzteren Themen setzt die UBS ausschliesslich auf Aktien aus dem benachbarten Ausland. Einzig unter den Profiteuren eines Fiskalpakets sind mit Stadler Rail und Landis+Gyr zwei Vertreter aus der Schweiz zu finden. Offiziell werden beide Aktien von den Analysten der Grossbank aber nur mit Neutral eingestuft. Bei Landis+Gyr liegt das 94 Franken lautende 12-Monats-Kursziel um fast 7 Prozent unter dem Stand von Ende Dezember.

Wenn sich über die nächsten 12 Monate etwas sagen lässt, dann dass es schwieriger werden dürfte, mit Schweizer Aktien Geld zu verdienen. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht - weder für die breit abgestützte Strategie der Bank Vontobel, noch für den Themenansatz der UBS.

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Zahl der offenen Stellen in

Zahl der offenen Stellen in der Schweiz steigt im vierten Quartal markant

Die Zahl der offenen Stellen in der Schweiz ist im vierten Quartal 2019 markant gestiegen. Zu diesem Befund kommt die x28 AG in ihrem am Donnerstag publizierten sogenannten "Jobradar".

02.01.2020 19:14

In dem vierteljährlich erstellten Bericht zum Schweizer Arbeitsmarkt wird die Zahl der offenen Stellen im letzten Jahresviertel 2019 auf über 205'000 beziffert, was gegenüber dem dritten Quartal einem Zuwachs von gut 8 Prozent entspricht. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr liegt die Zahl der offenen Stellen ebenfalls um über 8 Prozent höher. Die Zahl der offenen Stellen für Führungskräfte liegt bei rund 20'400, was einem Anteil von knapp 10 Prozent aller Stellen entspricht.

Knapp 53 Prozent aller Stellenanzeigen werden von Personaldienstleistern ausgeschrieben, während sich der Rest auf Websites von Firmen findet. Nach Kantonen weisen Zürich und Bern mit je über 23'000 die höchste Anzahl an vakanten Stellen auf. Dahinter folgen Aargau und St. Gallen.

Am meisten Stellen ausgeschrieben sind für die Branchen Baugewerbe, Detailhandel, Gesundheitswesen sowie Gastronomie und Hotellerie.

Gemäss eigenen Angaben ermittelt die x28 AG ihre Daten, indem sie via einer Webspider alle relevanten Websites nach offenen Stellen mehrfach täglich absucht. Jeweils am 15. des Quartalsmitte-Monats (also 15. Februar, 15. Mai, 15. August bzw. 15. November) würden alle ermittelten Stellenanzeigen analysiert und ausgewertet.

cf/

(AWP)

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Gute Aussichten: 2020 dürfte

Gute Aussichten: 2020 dürfte ein starkes Börsenjahr werden

HIT THE MARK Das ist schön und macht gute Laune. Bloss sind Kalenderjahre kein aussagekräftiger Zeitrahmen zum Messen des Anlageerfolgs.

https://cp.20min.ch/de/stories/505-gute-aussichten-2020-durfte-ein-starkes-borsenjahr-werden

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Das IPO-Debakel von 2019 darf

Das IPO-Debakel von 2019 darf sich nicht wiederholen

Für die Aktionäre von Newcomern wie Medacta, Medartis oder Klingelnberg war 2019 ein Börsenjahr zum Vergessen. Der cash Insider begibt sich auf die Suche nach den Gründen und nimmt die IPO-Banken in die Pflicht.

https://www.cash.ch/insider/schweizer-boersengaenge-das-ipo-debakel-von-2019-darf-sich-nicht-wiederholen-1456000

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Einkaufsmanager-Index der

Einkaufsmanager-Index der Industrie knackt die Wachstumsschwelle

Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich im Dezember überraschend deutlich aufgehellt. Der Einkaufsmanager-Index (PMI) des Sektors deutet wieder auf Wachstum.

03.01.2020 10:30

Der Einkaufsmanager-Index (PMI) des Sektors legte um 1,4 Punkte auf 50,2 Zähler zu. Der PMI des Dienstleistungssektor ging derweil um 1,2 Punkte auf 51,7 Zähler zurück. In der Industrie schloss der Wert somit knapp über der Marke von 50 Punkten, die als Wachstumsschwelle definiert ist. Davor notierte der Index seit letztem April unter dieser Marke und fiel zeitweise bis auf 44,7 Punkte.

Damit schrumpft die Schweizer Industrie nicht mehr, wie die Credit Suisse am Freitag mitteilte. Die Grossbank ermittelt den Index in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Procure.ch. Der aktuelle Wert übertrifft auch die Schätzungen der Experten. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten mit einem Wert zwischen 48,4 und 49,5 Punkten gerechnet.

Auftragsbestand wächst

Bei den einzelnen Subkomponenten sticht vor allem der Auftragsbestand positiv heraus. Die entsprechende Subkomponente erreichte im Dezember dank einem Anstieg von 5,6 Punkten wieder die Wachstumszone und mit 52,7 Zählern den höchsten Wert seit Februar 2019.

Das Gesamtjahr 2019 fiel für die Industrie derweil ähnlich schwierig aus wie 2015, dem Jahr der Wechselkursaufwertung. So lag der PMI Industrie im Jahresmittel bei 49,1 Punkten und damit fast so tief wie 2015 mit 49,0 Punkten. Verglichen mit 2009, dem Jahr nach der Finanzkrise, war der Wert aber deutlich höher. Seinerzeit lag der Durchschnitt bei 44,4 Punkten.

Auch Dienstleistungssektor über Wachstumsschwelle

Im Dienstleistungsbereich ging der Index zwar um 1,2 Punkte zurück. Mit 50,6 Punkten bleibt der Wert aber über der Wachstumsschwelle, was seit Beginn der Berechnung im Oktober 2016 mit Ausnahme von Juli 2019 immer der Fall war.

Damit erreichte der Dienstleistungssektor knapp die Erwartungsbandbreite. Die von AWP befragten Experten gaben Schätzungen von 50,5 bis 52,0 Punkte ab.

Wenig erfreulich zeigte sich derweil die Auftragslage der Dienstleister. So konnte die Anzahl neuer Aufträge nicht erhöht werden - die Subkomponente "Neuaufträge" liegt bei 50,0 Zählern. Und der Auftragsbestand schrumpfe sogar auf 46,9 Zähler. Gleichzeitig nahm aber der Personalbestand zu. Die Subkomponente notierte auf 51,1 Punkten. Dies lasse auf einen gewissen Optimismus der Dienstleister für die Zukunft schliessen, so die CS.

Der PMI und das KOF Konjunkturbarometer gelten als die beiden wichtigsten Frühindikatoren für die Schweizer Wirtschaft. Das KOF-Barometer signalisierte vergangenen Montag ebenfalls eine Aufwärtstendenz - der Indikator legte im Dezember um 3,8 auf 96,4 Punkte zu.

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Auch ein Börsencrash ist nicht ausgeschlossen

Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA droht in der kommenden Woche tiefe Spuren an den Aktienmärkten zu hinterlassen.

Grund sind die wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Deren Auslöser war die gezielte Tötung des Generals der iranischen Al-Kuds-Brigaden, Kassem Soleimani, per US-Luftangriff auf dem Flughafen in Bagdad. "Wenn dieser Konflikt weiter eskaliert, sind Turbulenzen an den Börsen unvermeidlich", warnt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Auch ein Börsencrash sei nicht ausgeschlossen.

"Nach einem fulminanten Börsenstart in das neue Jahr, vor allem befeuert durch die positive Entwicklung im US-chinesischen Handelsstreit, befinden sich Aktienanleger nur einen Tag später auf dem Boden der Tatsachen", konstatiert Analyst Timo Emden von Emden Research. Am Freitag geriet etwa der deutsche der Dax nach dem freundlichen Jahresstart gehörig unter Druck und schloss 1,3 Prozent schwächer. In den USA verlor der Dow Jones 0,8 Prozent. Der Swiss Market Index gewann am Freitag 0,8 Prozent.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
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Bei diesen Schweizer

Bei diesen Schweizer Dividenden müssen Anleger hinschauen

Schon in wenigen Wochen fliessen am Schweizer Aktienmarkt wieder Dividenden. cash sagt, wo am meisten zu holen ist, wer deutlich mehr als im Vorjahr ausschüttet und wo sogar Sonderdividenden locken.

05.01.2020 19:50

Von Lorenz Burkhalter

In ausserordentlich guten Börsenjahren wie 2019 - der Swiss Market Index (SMI) legte um 26 Prozent, die Dividendenabgänge aufgerechnet sogar um 30 Prozent zu - ist die Dividende für Aktienanleger vermutlich bloss ein Nebenschauplatz. Doch obschon auf ein starkes Börsenjahr statistisch betrachtet zumindest ein freundliches Jahr folgen sollte: Dividenden werden für die Gesamtrendite in den nächsten 12 Monaten wieder an Bedeutung gewinnen.

In der Schweiz müssen Anleger denn auch nicht mehr lange auf die ersten Dividenden warten. Den Beginn macht gleich Anfang März der Basler Pharmakonzern Novartis. Auf Basis von Schätzungen der Zürcher Kantonalbank winkt den Aktionären eine gegenüber dem Vorjahr um 5 Rappen höhere Ausschüttung von 2,90 Franken je Aktie. Mit 3,1 Prozent bewegt sich die Dividendenrendite in etwa im Durchschnitt aller Aktien aus dem SMI.

Zwischen März (Novartis) und September (Richemont) werden insgesamt fast 40 Milliarden Franken an die Aktionäre der 20 Unternehmen aus dem viel beachteten Börsenbarometer zurückgeführt. Davon fliesst mehr als die Hälfte an jene von Nestlé, Roche und Novartis.

UBS dürfte SMI-Dividendenkönig bleiben

Die höchste Dividendenrendite im SMI weist die UBS-Aktie auf. Sie rentiert zu momentanen Kursen noch immer fast 5,7 Prozent. Noch vor wenigen Monaten waren es in der Spitze sogar fast 7 Prozent. Im Januar 2018 verschrieb sich die grösste Schweizer Bank einer progressiven Ausschüttungspolitik. Sprich: Die UBS will ihre Dividende Jahr für Jahr um 5 Rappen steigern.

Rein rechnerisch dürfen sich die Aktionäre auf eine Dividende in Höhe von 75 Rappen freuen. An der Jahresergebnisveröffentlichung vom 21. Januar stellt sich dann heraus, ob die Grossbank auch wirklich Wort hält. Denn seit die UBS von einem Gericht in Paris in erster Instanz zu einer Strafe von 3,7 Milliarden Euro sowie einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 800 Millionen Euro verurteilt wurde, scheint die Ausschüttungspolitik nicht länger in Stein gemeisselt. Ein Berufungsprozess ist für Juni dieses Jahres angesetzt. Im ungünstigsten Fall droht sogar ein jahrelanger Rechtsstreit.

Dem Dividendenentscheid gelassen entgegenblicken können hingegen die Aktionäre von Swiss Life. So unterschiedlich die Aktie des Lebensversicherers in Analystenkreisen auch beurteilt wird, so einig ist man sich: Swiss Life wird die Dividende erneut kräftig erhöhen. Durchschnittlich wird mit einer Ausschüttung von 19 Franken je Aktie gerechnet. Das entspräche im Jahresvergleich einer Steigerung um gut 15 Prozent. Möglich macht dies die zunehmende Bedeutung des Kommissionsgeschäfts, ist letzteres doch mit einer geringeren Kapitalbindung verbunden.

Mehr zum Thema:

Die Schweizer Aktien-Tipps für das Jahr 2020

Auf diese Schweizer Aktien setzt der cash Insider im Jahr 2020

Mit 3,9 Prozent rentiert die Swiss-Life-Aktie aber selbst dann noch immer schlechter als andere Schweizer Versicherungswerte. Bei Zurich Insurance errechnet sich eine Dividendenrendite von 4,9 Prozent, bei Swiss Re sogar eine von 5,1 Prozent. Ausserdem dürfte Swiss Re nach dem ReAssure-Deal für rund 2 Milliarden Franken eigene Aktien zurückkaufen. Bei Swiss Life besteht denn auch noch Luft nach oben, schüttet der Lebensversicherer doch "nur" etwa die Hälfte des Jahresgewinns an die Aktionäre aus.

Aktionären von ABB und Clariant winkt zusätzliches Geld

Eine kräftige Dividendenerhöhung ist auch bei Richemont und Kühne+Nagel denkbar. Beide Unternehmen verfügen über solide Bilanzen. Ausserdem haben sie nach investitionsreichen Jahren in Zukunft wohl weniger Investitionen zu schultern. So bleibt mehr für die Aktionäre übrig.

Auf einen finanziellen Zustupf dürfen sich die Aktionäre bei ABB freuen. Der schweizerisch-schwedische Industriekonzern will den Erlös aus dem Power-Grids-Verkauf von gut 7 Milliarden Franken an die Aktionäre zurückführen. Noch ist allerdings unklar, ob sich ABB in diesem Zusammenhang einer Sonderdividende oder eines Aktienrückkaufprogramms bedient. Elegant wäre, würde ABB den Aktionären anteilsmässig Put-Optionen zuteilen. Wer seine Aktien behalten möchte, könnte dann die Put-Optionen jemand anderem verkaufen und so zu Geld machen.

Deutlich konkreter ist man bei Clariant. Der Baselbieter Spezialitätenchemiehersteller will seinen Aktionären nach Abschluss des Masterbatches-Verkaufs eine Sonderdividende in Höhe von 3 Franken je Aktie auszahlen. Das entspricht immerhin einer Gesamtrendite von rund 20 Prozent. Doch viel Geduld ist gefragt. Das Geld dürfte wohl erst im Laufe des Spätsommers fliessen. Der noch immer hängige Verkauf des Geschäfts mit Pigmenten sorgt bei Clariant für zusätzliche Ausschüttungsfantasien.

Bedeutung von Dividenden für die Gesamtrendite von Aktien wird unterschätzt

Mögliche Kandidaten für eine Sonderdividende oder ein Aktienrückkaufprogramm sind auch Oerlikon und Logitech. Beide Unternehmen schwimmen regelrecht im Geld. Und gleich noch etwas haben diese Unternehmen gemeinsam: Sie liebäugeln mit milliardenschweren Firmenkäufen. Eine Kapitalrückführung an die Aktionäre wird folglich erst dann zu einem Thema, sollte die Suche nach geeigneten Übernahmeobjekten erfolglos bleiben. Oerlikon entrichtete den Aktionären schon 2019 eine grosszügige Sonderdividende.

Statistiken zufolge tragen Dividendenzahlungen je nach Betrachtungszeitraum bis zu 60 Prozent zur langfristigen Gesamtrendite von Aktien bei. Und als ob das nicht schon genug wäre, geht von den Dividendenzahlungen auch gleich noch ein stabilisierender Effekt auf die Gesamtrendite aus. Denn für gewöhnlich unterliegen Ausschüttungen nur sehr geringen Schwankungen und sind damit besser prognostizierbar. Das macht die Dividende aus Anlegersicht zum entscheidenden, wenn auch unterschätzten Erfolgsfaktor.

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Diese Strategien zur

Diese Strategien zur Geldvermehrung haben sich bewährt

Von «Buy and Hold» über den «Halloween-Effekt» bis zum «Hindenburg-Omen»: Vor allem die USA sind das Land der Anlegerstrategien für Börsianer. Einige davon erfordern eiserne Disziplin. Ein Überblick.

24.12.2019 11:10

Von Daniel Hügli

1) «Buy and Hold»: ­Langfriststrategie

Sie ist die Mutter aller Anlagestrategien für Aktien – und für Anleger die bequemste. "Buy and Hold" setzt auf die langfristige Anlage von Wertpapieren. Investoren kaufen Aktien und behalten diese – in Erwartung einer Wertsteigerung – über Jahre oder Jahrzehnte unangetastet im Depot. Durch den Wegfall von häufigem Kaufen und Verkaufen der Aktien fallen auch die entsprechenden Gebühren weg.

Bis Ende der 1990er-Jahre funktionierte diese Strategie in stetig steigenden Aktienmärkten fast perfekt. Seither gabs zwei grosse Börsen-Crashs, die Märkte wurden volatiler und unberechenbarer. Fazit: «Buy and Hold» ist sicher gut für einen Teil des Depots. Den anderen sollte man zwecks Renditeoptimierung aktiv verwalten. So ist man als Anleger auch gezwungen, sich aktiv mit den Märkten zu befassen und das Portefeuille regelmässig einem Check zu unterziehen.

2) «Dogs of the Dow»: ­Dividendenstrategie

Hier werden zu Jahresbeginn die Aktien ausgewählt, die im US-Leitindex Dow Jones oder im Index eines anderen Landes die zehn höchsten Dividendenrenditen (Verhältnis der Dividende zum aktuellen Aktienkurs) aufweisen. Die zehn Aktien werden ein Jahr gehalten, dann wiederholt sich dasselbe Auswahlverfahren jährlich wieder. Aktien, die punkto Rendite nicht mehr in die Top-Ten passen, werden entfernt, neue dazugekauft.

Risiken dieser Strategie: Eine hohe Dividendenrendite kann durch einen tiefen Aktienkurs entstehen, was auf Schwierigkeiten der Firma hindeutet. Zudem kann mit den zehn besten Aktien eine hohe Branchenabhängigkeit entstehen. Analysen zeigen, dass die «Dogs-of-the-Dow»-Strategie von 1973 bis 1999 eine bessere Kursentwicklung brachte als ein direktes Investment in den ganzen Dow-Jones-Index. Von 1995 bis 2014 war die «Dogs»-Strategie nur dann besser, wenn man die ausbezahlten Dividenden gleich wieder reinvestierte.

3) «Halloween-Effekt»: Saisonstrategie

Ab Anfang November (und somit gleich nach Halloween) startet für Aktien tendenziell das bessere Halbjahr als in der Phase von Mai bis Oktober. Das zeigen diverse Studien. Eine dieser Untersuchungen zeigte, dass der breit gefasste US-Index S&P 500 von 1971 bis 2002 im Winterhalbjahr ein durchschnittliches Plus von 7,1 Prozent aufwies, im Sommerhalbjahr aber nur ein Plus von etwa 1 Prozent. Diese Unterschiede galten auch für diverse Branchen mit Ausnahme des Gesundheitssektors, wo der Sommer im Schnitt besser war.

Unterstützt wird der «Halloween-Effekt» durch die oft stattfindende Jahresendrally und das «Window Dressing»: Vermögensverwalter kaufen Aktien, die im Verlauf des Jahres gut gelaufen sind, und verkaufen Verlierertitel. Das befeuert die Börsen zusätzlich. Anleger sollten Aktien also eher im Herbst kaufen, den «Halloween-Effekt» aber nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage für Aktienanlagen herbeiziehen.

4) Social Trading: ­Community-Strategie

Trittbrettfahren an der Börse – da orientierten sich Hobby-Anleger früher vor allem an den Anlagetätigkeiten von Starinvestoren wie Warren Buffett in den USA oder früher Martin Ebner in der Schweiz. Doch das Internet ermöglicht den Anlegern neue Horizonte fürs Nachahmen von Investitionen. «Wisdom of the Crowd» (Klugheit der Masse) heisst das Anlegen der Zukunft.

Vorreiter dieses Trends sind Investoren-Netzwerke wie – Wikifolio.com (classic.cash.ch/wikifolio) oder ayondo.ch. Hier machen Hobby-Anleger und Investment-Profis ihre Depots öffentlich, der Anlageerfolg (oder Anlagemisserfolg) ist in Echtzeit einsehbar. Stars sind nicht mehr Buffett oder Ebner, sondern Müller oder Meier. Man kann Depots und damit die Anlagestrategien anderer Mitglieder der Plattform nachhandeln (etwa mit Zertifikaten). Anleger können auch selber Depots erstellen und publizieren. Findet ein Portfolio Anklang in der Community, kann es investierbar werden für andere Anleger. 

5) 52-Wochen-Hoch-Trick: Trendstrategie

Erreicht eine Aktie ein neues Hoch für die letzten 52 Wochen, ist dies für viele Anleger ein wichtiges Kaufsignal – allerdings aus unterschiedlichen Beweggründen. Für Chart-Techniker – also Leute, welche die künftigen Börsenkurse ausschliesslich aufgrund von Kursgrafiken der letzten Wochen, Monate und Jahre zu prognostizieren versuchen – sind 52-Wochen-Hochs eines der positivsten Signale. Speziell dann, wenn der Gesamtmarkt seitwärts oder abwärts tendiert.

Einer Aktie auf Jahreshoch attestieren Anleger einen positiven Trend, der sich noch verstärken kann. Denn die Aufmerksamkeit der Anleger steigt, und sehr oft überzeugen dann auch die operativen Ergebnisse der betreffenden Firma. Auch die Anhänger des langfristigen Haltens von Wertschriften setzen auf den 52-Wochen-Trick. Noch lieber sind ihnen die Signale von Aktien, die Mehrjahreshochs erreichen. Langfristig lassen sich aus ihrer Sicht so die höchsten Gewinne mit Aktien erzielen. 

6) «Hindenburg-Omen»: Chart-Strategie

Chart-Techniker haben einen ganzen Baukasten von Börsenindikatoren. Sie tragen teils eigenartige Namen, und meist deuten sie Schlimmes an. So gilt das Hindenburg-Omen (benannt nach dem Absturz des gleichnamigen Zeppelins 1937 in den USA) als Warnsignal für eine Börsenbaisse oder gar einen Crash. Das Omen setzt sich aus fünf Teilen zusammen und ist fast eine eigene Wissenschaft. So müssen von den rund 3200 an der US-Börse gehandelten Aktien mindestens 2,2 Prozent ein neues 52-Wochen-Hoch und mindestens 2,2 Prozent ein neues 52-Wochen-Tief erreicht haben.

Ein Omen allein ist noch nicht aussagekräftig, es muss sich in den nächsten 36 Tagen wiederholen. Das Hindenburg-Omen lag etwa 1987 und mit Abstrichen auch 1999 richtig, als es die Börsencrashs voraussagte. In den letzten Jahren sandte es mehrere Fehlsignale aus. 

Die Börsensignale aus der US-Wirtschaftswelt

Nebst vielen Signalen und Indikatoren, die sich aus einer bestimmten Konstellation von Börsenkursen ergeben, achten Anleger auch auf «handfeste» Hinweise aus der Wirtschafts- und Finanzwelt, um den Verlauf der Börsen abzuschätzen. Viele Investoren setzen dabei auf den Purchasing Manager Index aus den USA. Der Index basiert auf einer monatlichen Umfrage unter den Einkaufsmanagern von mehr als 400 US-Firmen des verarbeitenden Gewerbes.

Ein weiterer viel beachteter US-Index ist der Russell 2000. Er umfasst die 2000 kleinsten US-Unternehmen punkto Marktkapitalisierung. Das «Barometer» zeigt in der Regel eine Kurskorrektur an den Märkten sehr früh an. Der Dow Transportation Index gilt besonders als Indikator der US-Konjunktur und damit auch der Aktienmärkte. Ein Rutsch des Index deutet auf eine konjunkturelle Schwäche hin und ist ein Warnsignal für Anleger.

Zur Beurteilung, ob man nun eher Aktien kaufen oder verkaufen soll, ziehen viele Investoren auch den Fear & Greed Index von CNN Money heran. Er besteht aus sieben Messparametern und reicht von 0 (extreme Angst der Anleger) bis 100 (extreme Gier). Hohe Werte deuten auf eine Überbewertung der Märkte hin; dann müssten Anleger eigentlich verkaufen. Bei tiefen Indexständen sollten Anleger zukaufen – was aber einigen Mut erfordert. Aber schon Anleger-Guru Warren Buffett wusste: «Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.»

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Logistikunternehmer fordert

Logistikunternehmer fordert Ausstieg aus Negativzinspolitik

Nicht nur in der Finanzindustrie, auch in anderen Zweigen der Wirtschaft wächst die Kritik an den Negativzinsen. Der Abschied Schwedens vom Minuszins verstärkt den Unmut über die hiesige Nationalbank.

06.01.2020 07:18

Der Logistikunternehmer Hans-Jörg Bertschi hält die Negativzinspolitik für schädlich. "Schweden stiegt nun aus, und die Schweiz sollte das auch tun", sagte der Verwaltungsratspräsident des Logistikdienstleisters Bertschi in einem Interview mit den Zeitungen des Tamedia-Verlags.

Zwar würde der Frankenkurs dann steigen und in der Folge die Exportwirtschaft und auch die Bertschi-Gruppe treffen. "Aber die Exportindustrie und die ganze Schweizer Wirtschaft muss sich mittelfristig auf einen Kurs von eins zu eins einstellen", sagte Bertschi in dem am Montag veröffentlichten Interview. "Das Risiko der heutigen Geldpolitik scheint mir grösser zu sein."

Die Bertschi-Gruppe ist ein Logistikdienstleister mit Hauptsitz in Dürrenäsch AG. Sie hat 2018 mit rund 3'100 Mitarbeitenden 975 Millionen Franken umgesetzt.

Auf die Frankenstärke habe sein Unternehmen reagiert, indem es vor acht Jahren entschieden habe, weltweit statt bloss europäisch tätig zu werden, sagte Bertschi weiter. Dies, um das Risiko zu verteilen. "Dafür haben wir rund 250 qualifizierte Stellen hier in der Schweiz geschaffen." Die globale Ausrichtung führe nicht zu mehr Auslagerung, sondern zu neuen Arbeitsplätzen mit hoher Wertschöpfung.

Nachverhandlungen zu Rahmenabkommen

Ohnehin sollte sich die Schweiz laut Bertschi stärker auf Asien und die USA konzentrieren. "Wir dürfen uns nicht in ein Korsett der EU drängen, das unsere Beziehungen zur Welt und unsere globale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet", sagte er. Bertschi hat zusammen mit anderen Unternehmern ein Komitee gegründet, das Nachverhandlungen zum EU-Rahmenabkommen fordert.

"Das Abkommen ist kein Wirtschaftsvertrag, sondern ein Integrationsabkommen." Die Schweiz verpflichte sich in wirtschafts-, sozial- und handelsrechtlichen Fragen zur Übernahme von EU-Recht unterstelle sich dem Europäischen Gerichtshof. "Wir müssen alles daransetzen, dass aus diesem Abkommen ein Wirtschaftsabkommen wird."

Viele Änderungen seien dazu aber nicht nötig. Der Bundesrat hatte bereits im Sommer entschieden, das Abkommen vorläufig nicht zu unterzeichnen, sondern zu verschiedenen Punkten Klärungen und Präzisierungen anzustreben. Für die Nachverhandlungen brauche es indes einen neuen Verhandlungsführer. "Staatssekretär Balzaretti hat sich letztes Frühjahr zu weit aus dem Fenster gelehnt und das Abkommen gepriesen, als dass er nun glaubwürdig diese Haltung vertreten kann."

(AWP/cash)

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Wintersportgebiete melden

Wintersportgebiete melden Rekorde über die Festtage

Viel Schnee in den Bergen, Sonnenschein in der Höhe bei Nebel im Flachland - und nicht zuletzt gut gelegene Feiertage: Der Ansturm auf die Wintersportgebiete hat über die Festtage zu manchem Rekord geführt.

05.01.2020 17:31

In praktisch allen Wintersportregionen der Schweiz herrschten über Weihnachten und den Jahreswechsel perfekte Bedingungen. "Es waren die besten Festtage der vergangenen zehn Jahre", sagte Peter Reinle, Marketingleiter der Titlis Bergbahnen in der Zentralschweiz, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Auch die ersten Januar-Tage seien sehr gut besucht gewesen, konkrete Zahlen liegen allerdings erst bis Ende Jahr vor. Im ganzen Dezember verzeichnete das Gebiet 110'000 Gäste. Das sind laut Reinle vier Prozent mehr als im Vorjahr und 13 Prozent mehr als im Fünfjahresschnitt.

Als Gründe nennt Reinle die hervorragenden Schneeverhältnisse und das "Prachtswetter" in der Höhe bei Nebel im Flachland: "Es war oben blau und unten grau." Ferner lagen die Festtage optimal. Dies habe es Wintersportlern und Sonnenhungrigen erlaubt, nur wenige Ferientage für eine lange Brücke zu opfern.

Sonnenbaden statt schlottern

Zufrieden ist man auch in der Ostschweiz. Im Skigebiet Flumserberg im Kanton St. Gallen strömten laut Katja Wildhaber an drei Tagen jeweils rund 13'000 Gäste ins Gebiet. "Diese Dichte ist doch sehr speziell", sagte die Marketingleiterin der Bergbahnen auf Anfrage.

Zwar lägen auf 2000 Metern Höhe nur sechzig Zentimeter Schnee, doch dank der künstlichen Beschneiung hätten die Pistenverhältnisse überzeugt. Am Flumserberg kann rund ein Drittel der Pisten beschneit werden. Zudem führten Sonnenschein und milde Temperaturen laut Wildhaber dazu, dass die Gäste die Tage geniessen konnten und nicht schlottern mussten.

Auch zu Fuss ins Gletschergebiet

Das Gebiet Glacier 3000 im Berner Oberland blickt ebenfalls auf starke Festtage zurück. Die Gästezahlen seien gleich hoch wie im Vorjahr, sagte Glacier-3000-Chef Bernhard Tschannen auf Anfrage. Trotz guten Naturschnees und vollständig geöffneten Gebiets hätten die Anlagen aber noch Kapazität gehabt, sagte Tschannen.

Der Grund liege darin, dass das Gebiet aufgrund seiner Höhe vor allem dann sehr gut besucht werde, wenn unten die Verhältnisse schlechter seien. In den vergangenen Tagen hätten Wintersportler jedoch auch in Gstaad oder Les Diablerets gute Bedingungen vorgefunden, sodass sich der Ansturm besser verteilt habe. Vierzig Prozent der Gäste im Gletschergebiet seien Fussgänger gewesen, sagt Tschannen. Konkrete Zahlen kommuniziert das Gebiet nicht.

11 Prozent mehr Gäste in Graubünden

Die Bergbahnen Graubünden hatten bereits am Dienstag rekordverdächtige Zahlen zur Festtagsbilanz mitgeteilt - wenn auch mit Zurückhaltung. Denn abgerechnet werde bekanntlich erst am Saisonende, hiess es. Gleichwohl: Bis Ende Jahr konnten die Bergbahnen deutlich zulegen.

Gegenüber dem Vorjahr stiegen - dank prächtigen Wetters und bester Pistenverhältnisse - die Gästezahlen um 11,1 Prozent und die Transportumsätze um 9,2 Prozent. Im Vergleich der vergangenen fünf Jahre konnte der Umsatz gar um fast dreissig Prozent gesteigert werden. Der Monitor der Bergbahnen Graubünden umfasst 23 Unternehmen oder neunzig Prozent des Bündner Transportumsatzes.

Historisches im Wallis

Gar einen "historischen Rekord" vermeldet Anzère im Wallis. An vier Tagen seien jeweils über 5000 Gäste ins Gebiet geströmt, sagte Sébastien Travelletti, Verwaltungsratspräsident von Télé Anzère, auf Anfrage von Keystone-SDA. Die bisherige Rekordmarke lag bei 4800 und stammte aus dem vergangenen Winter. Auch einen Tagesrekord verbucht Anzère: Am 30. Dezember kamen 5700 Wintersportlerinnen und -sportler in die Höhe.

Auch Verbier im Wallis verzeichnete einen Ansturm und seit drei Jahren in Folge einen Anstieg. Konkrete Zahlen nannte Laurent Vaucher auf Anfrage nicht. Der Direktor von Téléverbier berichtet aber von hervorragenden Schneeverhältnissen und von Anlagen, die alle bereits seit Mitte Dezember offen sind.

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Iran-Krise treibt Bitcoin,

Iran-Krise treibt Bitcoin, Gold und Franken in die Höhe

Kriselt es in der Welt, steuern die Investoren sofort in Richtung sichere Häfen. Zu den Gewinnern im heutigen Handel gehört auch Bitcoin.

Aktualisiert um 10:50

Von Marc Forster

Die Eskalation der Lage zwischen den USA und Iran nach der Tötung des iranischen Generals Kassim Suleimani werfen einen Schatten über Risikoanlagen wie Aktien. Die Teil sehr optimistischen Voraussagen zum Aktienmarkt im neuen Jahr müssen wohl etwas revidiert werden. Vor allem das Abflauen des US-chinesischen Handelskonflikts hatte die Hoffnung auf weitere Kurssteigerungen bei Aktien aufkeimen lassen. 

Der SMI sinkt um 1,3 Prozent, während der MSCI Asien-Pazifik und der MSCI Emerging Marktes ebenfalls um über 1 Prozent zurückgehen. Geopolitische Ereignisse werden die Märkte im Moment stark antreiben. Deswegen flüchten Anleger wieder in jene Anlageklassen, die mehr Stabilität versprechen. Eine Übersicht:  

Bitcoin

Wegen der Talfahrt an den Aktienmärkten schauen sich Anleger nach Alternativen um. Dies treibe sie unter anderem in das "digitale Gold" Bitcoin, sagt Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere. Der Kurs der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise steigt um 4,3 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 7583,80 Dollar.

Gold

Weiterhin hoch ist die Nachfrage nach Gold. In der vergangenen Nacht stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1588,13 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Frühjahr 2013. Bis zum Morgen bröckelte der Kurs wieder etwas ab, lag aber mit 1575 Dollar immer noch fast zwei Prozent über dem Stand von Freitagabend.

Damit setzte sich der Kursanstieg der vergangenen Tage infolge der Eskalation der Iran-Krise fort. Gold ist bereits seit Anfang Dezember im Höhenflug und hat seitdem etwa acht Prozent an Wert gewonnen. In Euro gerechnet erreichte der Goldpreis sogar ein neues Rekordhoch bei 1422,88 Euro je Feinunze.

Franken

Der Euro steht zum Franken derzeit bei 1,0843. Im Lauf des Morgen hat der Franken also aufgewertet, der Kurs hatte in der Nacht noch bei 1,0850 gestanden. Am zweiten Weihnachstag hatte der Kurs bei 1,0890 gelegen. 

Obligationen

Auch deutsche Bundesanleihen bleiben wegen der Eskalation der Lage im Nahen Osten bei Anlegern gefragt und konnten an die Kursgewinne vom vergangenen Freitag angeknüpft. Allerdings legten sie nicht mehr so stark zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf minus 0,30 Prozent. In der vergangenen Woche hatte sie vor dem US-Raketenangriff mit minus 0,16 Prozent noch den höchsten Stand seit vergangenem Mai erreicht.

Yen

Die japanische Währung, neben dem Franken ebenfalls ein beliebter sicherer Hafen, befand sich im Lauf des Tages zeitweise auf einem Drei-Monats-Hoch zum Dollar. 

Öl

Besonders deswegen, weil die betroffene Region eine der wichtigsten Ölfördergegenden der Welt ist, reagiert auch das Öl auf die Krise.

Am frühen Montagmorgen stieg der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zeitweise bis auf 64,72 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Damit erreichte der Preis den höchsten Stand seit vergangenem April. Seit Beginn des Jahres sind die Preise für WTI und das Nordsee-Rohöl Brent bereits um jeweils etwa sechs Prozent gestiegen.

Am Montagvormittag wurde US-Öl bei 64,22 Dollar gehandelt. Das waren aber immer noch 1,17 Dollar mehr als am Freitag. Kräftig nach oben ging es auch mit dem Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee, der für deutsche Verbraucher wichtig ist. Hier stieg die Notierung für ein Fass um 1,47 Dollar auf 70,07 Dollar.

Palladium

Weniger der Mittelost-Konflikt, sondern eher anhaltende Spekulationen auf einen Angebotsengpass hieven den Preis für Palladium erstmals über die Marke von 2000 Dollar je Feinunze. Das zur Herstellung von Auto-Katalysatoren für Otto-Motoren benötigte Edelmetall verteuert sich um 1,6 Prozent und erreicht ein Rekordhoch von 2020,19 Dollar.

Mit Material der Agenturen AWP, Reuters und Bloomberg.

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Aktien Schweiz:

Aktien Schweiz: Nahostkonflikt vergrault Anleger

Die Schweizer Börse präsentiert sich am Montag auf breiter Front schwächer.

06.01.2020 11:45

Die Angst vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran verunsichere die Anleger und veranlasse sie zu Gewinnmitnahmen, heisst es am Markt. "Wir sind in einer Phase erhöhter Verunsicherung. Und das ist Gift für die Märkte", sagt ein Händler.

Nach der gezielten Tötung des ranghöchsten iranischen Generals durch die USA haben sich die Spannungen massiv verschärft. Eine Eskalation in der Golfregion könnte die Weltwirtschaft beeinträchtigen, was dann auch Spuren an den Märkten hinterlassen würde, wird am Markt befürchtet.

Die Umsätze seien ansprechend. Die Nervosität sei merklich gestiegen: Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex des SMI schiesst um 14 Prozent nach oben. Von panikartigen Verkäufen könne aber nicht gesprochen werden. "Aber nach den starken Gewinnen im Vorjahr sehen es viele Investoren als angebracht, einen Teil der Gewinne einzufahren", sagt ein Händler. Diese Positionen könnten zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgekauft werden. Denn die längerfristigen Aussichten würden weiterhin positiv eingeschätzt.

Indices fallen um über ein Prozent

Der SMI notiert um 11.05 Uhr um 1,12 Prozent schwächer auf 10'5580,03 Punkten. Der die 30 wichtigsten Werte umfassende SLI büsst 1,20 Prozent auf 1'624,38 und der breite SPI 1,08 Prozent auf 12'798,40 Zähler ein. 27 Titel des SLI verlieren und 2 gewinnen an Wert. Swisscom sind unverändert.

Am vergangenen Freitag, der ersten Sitzung 2020, hatte der Leitindex um 0,78 Prozent zugelegt. Im Vorjahr hatte der Leitindex gar gut 26 Prozent gewonnen.

Deutliche Abschläge verzeichnen Aktien, die im Vorjahr stark gestiegen sind. Dazu zählen Ams (-2,2 Prozent), Julius Bär (-1,9 Prozent) und Lonza (-2,0 Prozent). Gewinnmitnahmen gibt es zudem bei Sika (-1,7 Prozent), LafargeHolcim (-1,6 Prozent) und Partners Group (-1,6 Prozent).

Luxusgüterbranche leidet bei Krise

Aus den Depots werden aber auch Papiere gekippt, die 2019 unterdurchschnittlich performt haben wie Swatch (-2,3 Prozent) und Richemont (-2,4 Prozent). Die Aussichten für die Hersteller von Luxusgütern würden sich bei einer Eskalation am Golf wohl weiter verdüstern, sagt ein Händler. Unter Druck stehen zudem die Grossbanken Credit Suisse (-1,4 Prozent) und UBS (-1,6 Prozent).

Die Papiere der als wenig krisenanfällig und konjunkturresistent geltenden Pharmariesen Novartis (-1,0 Prozent) und Roche (-1,2 Prozent) sowie des Lebensmittelmultis Nestlé (-0,7 Prozent) können sich dem Negativtrend ebenfalls nicht entziehen.

Besser als der Markt zeigen sich Alcon (+0,2 Prozent). Der Aktienkurs des Augenheilmittelproduzenten habe das Vorjahr unter dem Niveau der Erstnotiz beendet und gelte nun als eine Turnaround-Chance, heisst es am Markt.

Verlierer-Aktien verlieren noch mehr

Die Aktien von Sonova gewinnen 0,1 Prozent auf 223,10 Franken. JPMorgan hat die Empfehlung für den Hörgerätehersteller auf "Overweight" von "Neutral" hochgehoben. Das Kursziel beträgt 236 Franken.

Am Gesamtmarkt machen die Anleger einen Bogen um Aktien, die schon 2019 geschwächelt haben. So büssen die Anteile des angeschlagenen Assetmanagers GAM 6,2 Prozent ein. Sensirion fallen um 3,4 Prozent und Aryzta um 3,0 Prozent. Die Aktien von Barry Callebaut (-1,1 Prozent oder 24 Fr) werden ex-Dividende von 26 Fr. gehandelt.

Obseva (-7,1 Prozent) verlieren weiter an Wert. Seit die Biotechfirma Studien mit dem wichtigsten Produktkandidaten Nolasiban gestoppt hat, hat der Kurs massiv an Wert eingebüsst. Aber auch ein Kursplus von 80 Prozent in 2019 schützt nicht vor Abschlägen. Idorsia sacken um 4,8 Prozent ab.

Sunrise-Rochade bringt Kursplus

Fester sind Sunrise (+2,7 Prozent). Der Telekommunikationskonzern hat die Vakanz an der Führungsspitze bereits wieder aufgefüllt. Zum neuen Finanzchef und Nachfolger von André Krause, der neuer Konzernchef wurde, wird per sofort Uwe Schiller ernannt. Krause ersetzt den bisherigen CEO Olaf Swantee, der vergangene Woche nach der geplatzten Übernahme des Kabelunternehmens UPC Schweiz zurückgetreten ist.

Die Aktien von Molecular Partners gewinnen 2,5 Prozent. J.P. Morgan hat die Empfehlung auf "Overweight" von "Neutral" erhöht. Zudem hat die Biotechgesellschaft mit dem US-Vermögensverwalter Federated Investors einen neuen Grossaktionär erhalten.

(AWP)

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Zu diesen drei Schweizer

Zu diesen drei Schweizer Aktien wird geraten - und zu diesen drei abgeraten

Nach den starken Zugewinnen an den Börsen ist vieles eingepreist, sagt Bernd Hartmann, Chefstratege bei der VP Bank, im Interview. Doch er bleibt moderat optimistisch, auch für Schweizer Aktien.

06.01.2020 22:00

Interview: David Torcasso

Was beschäftigt derzeit die Finanzmärkte?

Bernd Hartmann: Die Börsen haben zuletzt von einer Entspannung der politischen Risiken profitiert. Zu gross sollte die Freude aber nicht sein, denn sowohl beim Handelskonflikt als auch beim Brexit stehen in der nächsten Etappe weitere, schwierige Verhandlungen an.

Wie wird sich die Schweizer Börse kurzfristig entwickeln?

Die Nachrichtenlage wird zunächst freundlich sein. Doch nach den starken Zugewinnen ist vieles eingepreist. Die Vorlaufindikatoren stabilisieren sich, doch eine dynamische Erholung wird ausbleiben. Dies erlaubt jedoch eine lockere Geldpolitik, was derzeit für die Börsen wichtiger ist als Gewinnwachstum.

Wo steht der SMI in zwölf Monaten?

Nach einem Jahr der global starken Abkopplung von Kurs- und Gewinnentwicklung erwarten wir für den Schweizer Markt Zugewinne in Höhe des Wachstums der Unternehmensgewinne. Wenn sich der alljährliche Optimismus der Analysten entzaubert hat, liegt dies im einstelligen Bereich.

2019 sind mit Alcon, SoftwareOne und Stadler bekannte Unternehmen an die Schweizer Börse gekommen. Werden im nächsten Jahr weitere klingende Namen einen IPO in der Schweiz wagen?

Hält die gute Börsenstimmung, dürften sich der Softwarehersteller Avaloq und die Immobilienplattform Crowdhouse dem Publikum öffnen. Kuoni könnte den Visadienstleister VSF und Metall Zug den Hausgerätehersteller V-Zug abspalten. Auch Selecta könnte einen erneuten Anlauf wagen.

Welchen drei Schweizer Unternehmen trauen Sie im kommenden Jahr ein überdurchschnittliches Abschneiden an der Börse zu – und von welchen Titeln raten Sie Anlegern ab?

Viel erwarten wir von Lonza dank struktureller Trends in Pharma Biotech & Nutrition, von Partners Group als Profiteur der Niedrigzinsen und von SIG Combibloc dank des Trends zu nachhaltigen Lösungen. Enttäuschungspotenzial sehen wir hingegen bei Alcon wegen hoher Erwartungen und der Bewertung, bei Swatch wegen der Konkurrenz bei Billiguhren und bei Dufry wegen des Wachstums.

Die Aktien der Techgiganten Apple, Alphabet, Amazon, Facebook und Microsoft haben die US-Börsenindizes im 2019 nach oben getrieben. Wird sich die Rally fortsetzen, obwohl die Konzerne immer stärker unter politischen Druck geraten?

Die Techkonzerne sind längst ins Visier der Wettbewerbsprüfer geraten und dürften in den USA auch zum Wahlkampfthema werden. Dennoch werden sie auch 2020 zu den Kursgewinnern zählen. Ihre starke Stellung bei künstlicher Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber. Eine Schwächung würde den Chinesen in die Hände spielen.

Wie wird sich der Euro-/Frankenkurs im kommenden Jahr entwickeln?

Die bereits lange andauernde Dollar-Stärke könnte wegen des hohen Zwillingsdefizits im Jahresverlauf zu Ende gehen. Dies hat auch Folgen bei anderen Währungspaaren: Ein stärkerer Euro dürfte dann auch zu einem schwächeren Franken gegenüber Euro führen.

Bernd Hartmann ist Leiter CIO Office und Chefstratege bei der VP Bank.

Das Interview erschien zuerst bei HZ mit dem Titel: «Viel erwarten wir von Lonza, Partners Group und SIG Combibloc»

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Schweizer Detailhandel trotz

Schweizer Detailhandel trotz stabilem Umsatz weiter unter Druck

(Zusammenfassung) - Im Schweizer Detailhandel ist 2019 gleich viel umgesetzt worden wie im Vorjahr. Und auch der Personalabbau konnte unter dem Strich gestoppt werden. Doch aufatmen können die stationären Händler trotzdem nicht. Neue Konzepte sind gefragt, um gegen die Konkurrenz zu bestehen.

07.01.2020 12:55

Insgesamt verharrten die Umsätze im hiesigen stationären Detailhandel 2019 auf Vorjahresniveau. Zu diesem Schluss kommt die jährliche Detailhandels-Studie "Retail Outlook", die die Credit Suisse am Dienstag gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz an einer Medienkonferenz vorstellte.

Zudem konnte die seit 2015 andauernde Schrumpfkur beim Personal gestoppt werden. Im Jahr 2019 sei der Abwärtstrend endlich zu einem Stillstand gekommen und die Beschäftigtenzahlen hätten in etwa auf dem Vorjahresniveau verharrt, heisst es in der Studie.

Doch all das kann laut Martin Hotz von Fuhrer & Hotz nicht darüber hinwegtäuschen, dass "das Haus brennt". Bei den Gewinnen gäben sich die Händler bedeckter. "Doch sie schmelzen wie das Eis an der Sonne." Mit dem Aufkommen der Rabatttage wie Black Friday oder Cyber Monday habe sich das Weihnachtsgeschäft für viele Detailhändler stärker in den November vorverschoben. "Dort wird Marge verschenkt."

Höhere Preise als im Ausland

Die Detailhändler sind im Dilemma, denn im Ausland locken sowohl im stationären als auch im Onlinehandel günstige Einkäufe. Die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro verbilligte im letzten Jahr für Schweizer die Einkäufe jenseits der Grenze wieder.

Zugleich stiegen die Preise in der Schweiz für einen ausgewählten Warenkorb stärker an als in den Nachbarländern. 2019 hätten die Schweizer 48 Prozent mehr als Deutsche bezahlt und 41 beziehungsweise 42 Prozent mehr als Franzosen und Italiener, rechnete CS-Ökonomin Tiziana Hunziker vor.

Neue Konzepte gefragt

Dazu kommt, dass viele Detailhändler die Digitalisierung lange unterschätzt haben, wie Detailhandelsspezialist Hotz sagt. Viele Händler hätten zwar als Reaktion auf den Onlinehandel eigene Webshops aufgebaut. Doch diese hätten lange weitgehend ein Eigenleben unabhängig von den stationären Läden geführt. "In der Zwischenzeit zeigen Best-Practice-Beispiele, dass die eine Welt nicht ohne die andere auskommt."

So dringen vermehrt auch ursprüngliche reine Onlinehändler wie Amazon oder Alibaba in das stationäre Geschäft ein. Und sie setzen dabei auf neue Konzepte wie kassenlose Shops. Hierzulande sind entsprechende Beispiele noch rar gesät. Der Detailhändler Valora etwa testet derzeit mit der "Avec Box" Geschäfte ohne Ladenkasse, bei denen die Kunden ihre Einkäufe mit einer Handy-App scannen und bezahlen können.

Marktanteilsverluste im Modehandel

Im Modehandel haben einheimische Händler wegen der starken Konkurrenz bereits die Marktführerschaft ans Ausland verloren. Platzhirsch Zalando breitet sich weiter ungebremst aus. Im letzten Jahr dürfte der Onlineriese aus Berlin seine Umsätze in der Schweiz um etwa 7 Prozent auf rund 900 Millionen Franken gesteigert haben, schätzt die CS. Zalando selbst gibt keine separaten Umsätze für die Schweiz bekannt.

Der Schweizer Bekleidungshandel verliert derweil mehr und mehr Marktanteile und hat den Abwärtstrend noch nicht stoppen können. Während sowohl andere Non-Food-Segmente wie Pflegeprodukte, Do-It-Yourself oder Heimelektronik als auch der Lebensmittelhandel die Umsätze 2019 steigern konnten, mussten Modehändler eine weitere Umsatzeinbusse von 4,5 Prozent einfahren. Und auch für 2020 soll der Abwärtstrend anhalten, wie die CS erwartet.

Leichtes Umsatzplus für 2020

Besser sieht es für die restlichen Segmente aus. Insgesamt gehen in einer Umfrage von Fuhrer & Hotz 70 Prozent der Entscheidungsträger im Handel und bei den Lieferanten von einer - meist moderaten - Umsatzsteigerung aus. Nur 14 Prozent erwarten sinkende Erlöse.

Rückenwind für den Detailhandel kommt dabei aus einer unerwarteten Ecke: Die Krankenkassenprämien stiegen verhältnismässig gering an, dafür dürften die Löhne zulegen. In der Summe sollten damit die Schweizer Konsumenten mehr Geld zum Ausgeben haben. Die CS rechnet deshalb damit, dass dem Detailhandel 2020 ein leichter Umsatzzuwachs von 0,4 Prozent gelingt.

tt/rw

(AWP)

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Jetzt erledigen: Die Finanz

Jetzt erledigen: Die Finanz-Checkliste für den Januar

Der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt, sich den persönlichen Finanzen zu widmen. Was geregelt ist, beschäftigt Sie für den Rest des Jahres nicht mehr. Was Sie jetzt erledigen können, zeigt unser Überblick.

08.01.2020 06:05

Von Marc Forster

Der Januar ist der Finanzmonat: Zu keinem anderen Zeitpunkt widmet man sich in der Schweiz so intensiv den persönlichen Finanzen wie nach dem Jahresanfang. Aus gutem Grund, denn mit den richtigen Überlegungen verbessert man Renditechancen bei Anlagen, oder man spart Geld – im Grunde genommen sind dies zwei Seiten der selben Medaille.

Folgende Punkte sollten Sie sich vornehmen:

Aktienportfolio checken

2019 sind die Aktienkurse in der Schweiz und in vielen anderen Märkten massiv gestiegen. Ein Viertel Kursgewinn im SMI sieht man längst nicht alle Jahre.

Bei diesen Rekordniveaus werden viele Anleger vorsichtiger. Eine Möglichkeit, das Portfolio zu stabilisieren, bieten selektive Gewinnmitnahmen: Streichen Sie bei gut laufenden Aktien ruhig einmal etwas Profit ein, um diesen später, falls die Kurse einmal etwas nachlassen, reinvestieren zu können. Falls Ihnen die Lage zu unsicher ist, schichten Sie etwas mehr zu defensiveren Aktien um. Der Ausblick ist für den Aktienmarkt ist insgesamt intakt – auch wenn sich der Kursgewinn von 2019 im neuen Jahr wohl kaum wiederholen wird.

Der Julius-Bär-Stratege gibt sich optimistisch

Börsen-Talk mit Christian Gattiker: «SMI wird Ende 2020 deutlich höher stehen»

Vergessen Sie auch nicht, sich rechtzeitig für die Dividendensaison zu positionieren. Mit einer durchschnittlichen Rendite von über 3 Prozent sind Schweizer Aktien eine zuverlässige Ertragsquelle. Vor allem auch dann, wenn Dividenden reinvestiert werden und sich so ein ansehnlicher Zinseszins-Effekt ergibt. Welche Unternehmen dieses Jahr besonders grosszügig sein dürften, lesen Sie hier. Im März (also bald) geht es wieder los mit der Dividendensaison.

Strategie überprüfen

Eine Anlagestrategie ändert sich über die Jahre, und die zentrale Frage richtet sich nach dem Risiko. Wer grössere Verluste verkraften kann oder wer sehr langfristig anlegt und investierte Gelder nicht sofort braucht, kann ruhig mehr Risiko nehmen.

Weil Aktien von den gängigen Anlageklassen die schwankungsanfälligste Kategorie darstellen, ist der Aktienanteil im Portfolio der wichtigste Gradmesser für das Risiko. Sinnvoll ist, derzeit mindestens 60 Prozent der Anlagen in Aktien zu halten, denn die übrigen Anlageklassen werfen immer noch wenig ab.

Konkret sind dies in erster Linie Obligationen, die unter Tiefzinsen leiden. Rohstoffe und vor allem Immobilien sind insgesamt ertragreicher, aber kaum ein Normalsparer und -anleger wird dort im grossen Stil Direktinvestments tätigen. Abhilfe schaffen hier Exchange Traded Funds (ETF), also an der Börse handelbare und leicht investierbare Fonds, die Indices in allen Anlageklassen abbilden.

Sparkonten vergleichen

Die Zinsen von Sparguthaben bei den Banken sind verschwindend klein geworden. Institute, die über 0,2 Prozent bezahlen, muss man schon fast suchen. Vergleiche bieten unter anderem die Portale moneyland.ch, Vermögenspartner oder Verivox.

Gewisse Banken werben auch mal mit 0,4 Prozent Zins. Aber eine überdurchschnittliche Verzinsung ist eher ein Lockangebot für Neukunden und gilt oft nur begrenzt. Dennoch: Ein Kontowechsel mag tatsächlich noch zu einer besseren Verzinsung verhelfen.

Negativzinsen vermeiden

Wegen der Tiefzinsen haben Banken in den letzten Jahren die Gebühren erhöht – oft auf den Jahreswechsel hin. Zudem steigt die Zahl der Banken, die auch Retailkunden den gültigen Leitzins der Schweizerischen Nationalbank von -0,75 Prozent belasten. Zu den Instituten, die diese Praxis (in den meisten Fällen) bei mindestens sechsstelligen Kontoständen eingeführt haben, zählen die Postfinance, die Zürcher Kantonalbank, die Graubündner Kantonalbank, die Migros Bank oder die Alternative Bank.

Die Liste der Banken mit Negativzinsen

Es empfiehlt sich, die Gebühren genau anzuschauen und bei der Hausbank auch nach den Negativzinsen zu fragen. Dem Vernehmen nach lassen die meisten Banken mit sich reden, bevor ein solcher "Strafzins" tatsächlich angewandt wird.

Danach kann man immer noch abzuwägen, ob höhere Beträge transferiert werden sollten.

Gebühren beachten

Anlagekunden zahlen ihren Finanzinstituten eine Courtage. Hier sind die Kosten sehr unterschiedlich. Vermögensverwaltungsmandate richten sich an reiche Kunden und sind der "Mercedes" unter den Anlagestrategien, bei entsprechend hohen Kosten. Strukturierte Produkte und aktiv gemanagte Anlagefonds bringen in aller Regel höhere Gebühren mit sich.

Anlagepakete bei Banken bergen oft das Risiko, dass solche teuren Produkte drin enthalten sind. Wer sparen will, greift auf günstigere ETF zurück, oder probiert es gar mit automatisierten Anlagestrategien, wie Robo Advisors sie bieten.

Vorsorge einzahlen

In der Säule 3a kann jede einzelne Person dieses Jahr maximal 6826 Franken einbezahlen (Selbständigerwerbende ohne Pensionskasse 34'128 Franken). Auch hier sind die Zinsen äusserst mager: Bei der Crédit Agricole Next Bank gibt es noch 0,35 Prozent, aber die meisten Anbieter liegen darunter. Die höchsten Zinsen gibt es oft bei kleinen Regionalbanken, wie der Vergleich zeigt:

Säule 3a-Konten: Vergleich der Zinssätze

Bank Zins
Crédit Agricole next Bank (Suisse) 0,35 Prozent
Bank CIC, WIR bank 0,3 Prozent
AEK Bank 1826, Alpha Rheintal Bank, Bank Cler, 
Bank EKI, Clientis BS Bank Schaffhausen, Credit Suisse, 
Graubündner Kantonalbank, GRB Glarner Regionalbank, 
Raiffeisen, Migros Bank, Regiobank Männedorf,
Schaffhauser Kantonalbank, Sparkasse Schwyz
0,2 Prozent
Postfinance, Bank Thalwil, EFG Bank AG,
Urner Kantonalbank, Thurgauer Kantonalbank
0,15 Prozent
UBS, Bank Sparhafen Zürich, Schwyzer Kantonalbank 0,1 Prozent
St. Galler Kantonalbank, Zürcher Kantonalbank 0,05 Prozent

Quelle: Vermögenspartner AG, moneyland.ch

Dennoch: Wer Anfang Jahr einbezahlt, profitiert vom Zins. Ausserdem können 3a-Beiträge im Jahr der Einzahlung in der Steuererklärung angegeben werden. So wird die Steuerrechnung reduziert.

In der dritten Säule können Beträge auch in Aktien und anderen Wertschriften angelegt werden. Gerade wegen der sehr tiefen Zinsen bietet diese Variante im Moment potentiell viel mehr Ertrag als reines 3a-Sparen. Allerdings stellt auch bei Wertschriften in der dritten Säule die Frage nach der Wahl der Anlageklassen, dem Anlagehorizont und der Risikofähigkeit, wie bei allen anderen Wertschriften-Investments.

Steuern einzahlen

Auch bei den Steuern gibt es einen Zins, nämlich den Ausgleichszins: Für all jene, die das vom Staat beanspruchte Geld rechtzeitig überweisen. Und wie bei allen Zinsen ist dieser Ausgleichszins äusserst tief. Der Kanton Zürich, der 2019 noch 0,5 Prozent bezahlte, gewährt ab diesem Jahr noch 0,25 Prozent. In den anderen Teilen der Schweiz ist es nicht viel anders.

Wer Anfang Jahr im Kanton Zürich 10'000 Franken einzahlt, bekommt bei 0,5 Prozent Ausgleichszins bis Ende September pro rata temporis noch 18,75 Franken gutgeschrieben. Nicht viel, aber immerhin. Und: Steuern, genauso wie quartalweise oder halbjährlich zu entrichtende Krankenkassenprämien oder Mietnebenkosten, zahlt man am besten sofort ein. So ist man diesen Brocken los und gewinnt mehr Übersicht über die Finanzplanung.

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«Wait and See» –

«Wait and See» – Investorenstimmen zum Irankonflikt

Die Finanzmärkte geraten am Mittwoch erneut ins Minus, nachdem der Iran Vergeltung gegen die USA für die Tötung des hochrangigen iranischen Militärs Suleimani übte. Die Einschätzungen zur Lage von Strategen.

08.01.2020 11:04

Als Vergeltung für den Tod von General Kassem Soleimani hat der Iran in der Nacht auf Mittwoch die US-Truppen im Irak angegriffen und damit die Furcht vor einem Krieg in Nahost geschürt. US-Präsident Donald Trump hatte den Iran vor Vergeltungsangriffen gewarnt und mit "harten und schnellen" Gegenangriffen gedroht. 

Investoren überprüfen nun die geopolitischen Risiken für ihre Portfolios. Hier Einschätzungen zur Lage:

Bleibende Spannungen

Patrick Armstrong, Chief Investment Officer bei Plurimi Wealth: "Wir denken, dass die Spannungen für den Rest des Jahres im Hintergrund weiter bestehen bleiben."

Zentralbanken im Fokus

Viktor Shvets, Asienstratege bei Macquarie Commodities: "Meine einfache Sicht ist: Zentralbanken fluten das System mit Liquidität. Solange dies der Fall ist, erwarten Aktieninvestoren, dass die Zentralbanken ökonomische und die Politik geopolitische Probleme lösen. Dies ist der Grund, warum die Aktienmärkte ruhig bleiben."

Unvorbereitete Märkte

Doug Ramsey, Chief Investment Officer bei Leuthold Group: "Der Markt war in einem Zustand, in welchem er mit keinerlei Art von schlechten Nachrichten umgehen konnte. Wir planen nicht, bei einem weiteren Abfall der Märkte einzukaufen. Eher sind wir geneigt, bei einem Anstieg im ersten Quartal zu verkaufen."

Absicherungen

Jackson Wong, Asset Management Director bei Amber Hill Capital: "Wir sichern die Risiken in unserem Portfolio ab. Hauptsächlich kaufen wir mehr Derivate, um uns gegen weiteres Absinken des Markts zu schützen."

Fokus US-Aktien

Stefan Hofer, Chief Investment Strategist bei LGT Bank Asia: "Ich würde immer noch US-Aktien kaufen. Wenn wir die ganzen politischen Risiken beiseite lassen, ist die USA der Ort zum Investieren."

«Wait and See»

Raymond Chen, Portfolio Manager bei Keywise Capital Management: "Es ist ein kurzfristieger Event inmitten einer ökonomischen Erholung. Es ist möglich, dass weitere Fehleinschätzungen von beiden Seiten passieren werden. Ich warte und sehe, wie die Dinge sich entwicklen."

Ölpreis

Tom Holland, Gavekal Research: "Die Wahrscheinlichkeit einer Spirale in einen offenen Krieg bleibt klein. Als Ergebnis bleibt es wahrscheinlich, dass die momentane geopolitische Risikoprämie auf kurze Frist nachlassen wird. Auch mit weiterem kriegerischen Gepolter wird der Ölpreis der Marke Brent unter 75 Doller bleiben."

Weitere geopolitische Risiken

Kay Van-Petersen, Global Macro Strategist bei Saxo Capital Markets in Singapur: "Das grösste Risiko besteht darin, dass ein weiterer geopolitischer Event dem Iran-Konflikt folgt." Dabei bezieht er sich auf Risiken bezüglich Nordkorea oder China und Taiwan.

(Bloomberg/cash)

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Höhere Hürden für Direct

Höhere Hürden für Direct Listings an der SIX

An der Schweizer Börse SIX gelten ab sofort höhere Hürden für sogenannte Direct Listings. Konkret braucht es für einen Gang an die Börse neu zwingend eine Bank oder eine Wertpapierhaus im Sinne des Finanzinstitutsgesetzes, welche das Kotierungsgesuch einreichet. Bislang war dazu lediglich ein Listing Agent, zumeist ein Anwalt, nötig gewesen.

08.01.2020 12:30

Anfang Januar seien neue Regeln in Kraft getreten, bestätigte SIX-Sprecher Julian Chan der Nachrichtenagentur AWP einen Bericht der "Finanz und Wirtschaft" vom Mittwoch. Die Änderung sei von der Finma und dem Regulatory Board genehmigt worden. Letzteres setzte sich aus Vertretern von Banken, Emittenten, SIX und Rechtsanwälten zusammen.

Gemäss dem Zeitungsbericht erhoffen sich die Beteiligten, dass die Firmen nun vor dem Gang an die Börse besser durchleuchtet werden. Denn in der Vergangenheit seien via Direct Listing Gesellschaften ohne Qualitätscheck "durch die Hintertür" und mit wenig nachvollziehbaren Emissionspreisen an die SIX gekommen. Entsprechend sei auch die Performance dieser Titel zumeist tiefrot gewesen.

Beispiele für Direct Listings in vergangener Zeit sind Achiko, Asmallworld, Blackstone Resources, Igea Pharma, Rapid Nutrition und Wisekey.

rw/uh

(AWP)

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Euler Hermes erwartet

Euler Hermes erwartet weltweite Pleitewelle

Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet in diesem Jahr mit einem weltweiten Anstieg der Insolvenzen um rund sechs Prozent. Das wäre der vierte Anstieg in Folge, teilte die deutsche Regionalorganisation des weltweiten Konzerns am Donnerstag in Hamburg mit. Gegenüber dem Vorjahr mit neun Prozent mehr Insolvenzen habe sich der Anstieg zwar etwas verlangsamt, dafür sei er jedoch fast überall zu beobachten. In vier von fünf Ländern sei mit mehr Firmenpleiten zu rechnen. "Das bedeutet, dass Exportrisiken praktisch überall lauern", sagte Ron van het Hof, Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Einen sicheren Hafen gibt es kaum noch."

09.01.2020 12:17

Die Ursachen für den weltweiten Anstieg der Insolvenzen sieht die Allianz-Tochter in der anhaltenden Konjunkturschwäche, vor allem in den Industriestaaten und dem produzierenden Gewerbe. Auch die Folgen aus Handelskonflikten, politischen Unsicherheiten und sozialen Spannungen würden die Unternehmen in diesem Jahr in Atem halten. Spitzenreiter bei den erwarteten Insolvenzen ist Chile mit einem Zuwachs von 21 Prozent, vor der Slowakei und Indien mit zwölf und elf Prozent. Auch in China werden die Insolvenzen um zehn Prozent steigen. In Europa ebenso wie in Deutschland erwartet Euler Hermes ein Plus von drei Prozent. Damit steigen die Insolvenzen in Deutschland erstmals seit zehn Jahren wieder an./egi/DP/jha

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Uni Zürich lanciert Zentrum

Uni Zürich lanciert Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft

Die Universität Zürich (UZH) lanciert ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft. Diese interdisziplinäre Plattform vereine kritische Richtungen akademischer Forschung und Lehre, um die Finanzwirtschaft mit den Bedürfnissen der Gesellschaft und des Ökosystems in Einklang zu bringen, teilte die UZH am Donnerstag mit.

09.01.2020 11:54

Das neue Center of Competence for Sustainable Finance (CCSF) beschäftigt sich beispielsweise mit folgenden Fragen: Wie können private Vermögen, Konsumverhalten, aber auch Finanzmärkte ein nachhaltiges Finanzsystem fördern? Wie lassen sich mit Nachhaltigkeit verbundene finanzielle Risiken erfassen? Welche Rolle spielt der Klimawandel für eine nachhaltige Wirtschaft und welche Herausforderungen ergeben sich für Unternehmen der Finanzbranche und politische Entscheidungsträger?

Lanciert wird das Zentrum am 16. Januar anlässlich der UZH-Konferenz zu "Climate Change & Financial Risk" mit Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz. Als designierter Beiratsvorsitzender des CCSF werde Stiglitz dessen Forschungsagenda massgeblich prägen, heisst es weiter.

cf/

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Breite Weitergabe von

Breite Weitergabe von Negativzinsen an Sparer wird wahrscheinlicher

Immer weniger Schweizer Banken schliessen laut dem neuen Bankenbarometer des Beratungsunternehmens EY Negativzinsen für ihre Kunden aus.

09.01.2020 11:28

Insgesamt hätten sich gerade noch 21 Prozent der befragten Banken kategorisch gegen eine Weitergabe von Negativzinsen an ihre Kunden ausgesprochen, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bankenbarometer. Nach der Einführung der Negativzinsen durch die Nationalbank im Jahr 2015 hatten noch 70 Prozent eine Belastung der Sparkunden ausgeschlossen.

Immerhin gehen die EY-Experten davon aus, dass Kleinkunden mit Guthaben unter 100'000 Franken noch für eine längere Zeit nicht mit Negativzinsen belastet werden, wie EY-Partner Patrick Schwaller sagte.

Die Umfrage zeige aber, dass eine Mehrheit der Banken (55 Prozent) vor habe, den Schwellenwert für die Anwendung von Negativzinsen zu reduzieren. Das war deutlich mehr als im Vorjahr (33 Prozent). Derzeit warteten die Institute wohl noch auf ein Institut, dass sich als "First Mover" vorwage, glaubt Schwaller.

Noch eher "Wunschdenken" dürften dagegen negativ verzinste Hypotheken bleiben: Diese wurden von einer klaren Mehrheit (83 Prozent) der befragten Institute als nicht realistisch erachtet.

Eingetrübte Geschäftsaussichten

Entgegen den Erwartungen vieler Bankinstitute sei im vergangenen Jahr eine "Normalisierung" der Geldpolitik wieder in die Ferne gerückt, kommentiert EY. Damit sähen sich die Banken noch länger mit Negativzinsen und flachen Zinskurven konfrontiert, was die Zinsmargen weiter schmelzen lasse.

Das schwierigere Umfeld lastet zunehmend auf den Geschäftsaussichten der Schweizer Bankbranche. In der Umfrage rechnete nun bereits ein Drittel der Institute (33 Prozent) auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Rückgang ihrer Ergebnisse.

Fast schon "dramatisch" sei der Stimmungseinbruch bei inlandorientierten Kantonal- und Regionalbanken, so EY: So erwarteten nun 44 Prozent der Kantonalbanken und 50 Prozent der Regionalbanken in den nächsten 6 bis 12 Monaten einen Rückgang ihrer operativen Ergebnisse. Dagegen zeigten sich die Privat- und Auslandbanken ähnlich optimistisch wie noch im Vorjahr.

Das EY Bankenbarometer basiert auf der Befragung von 100 Geschäftsleitungs-Mitgliedern von Schweizer Banken. Dabei handelt es sich um Privatbanken, Auslandsbanken, Regionalbanken und Kantonalbanken, zudem wurden auch die Schweizer Einheiten der Grossbanken UBS und CS befragt.

(AWP)

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Rohstoffe 2020: Die möglichen

Rohstoffe 2020: Die möglichen Gewinner und Verlierer

Rohstoffpreise geraten im Kontext des Irankonflikts wieder in den Fokus. Der Ausblick für Öl, Kupfer, Gold, Kaffee, Eisen und Schweinefleisch bringt potenzielle Gewinner und Verlierer hervor.

09.01.2020 10:30

Nachdem Rohstoffpreise letztes Jahr eine einen Zuwachs von 10 Prozent im Durchschnitt verzeichneten, ist der Ausblick auf 2020 gefragt. Dabei wird dieser überschattet vom Irankonflikt. In der Nacht auf Mittwoch hat der Iran als Vergeltung für den Tod von General Kassem Soleimani die US-Truppen im Irak angegriffen und damit die Furcht vor einem Krieg in Nahost geschürt.

US-Präsident Donald Trump hatte den Iran vor Vergeltungsangriffen gewarnt und mit "harten und schnellen" Gegenangriffen gedroht. Momentan stehen die Zeichen wieder auf Deeskalation. Trump kündigte weitere Sanktionen gegen den Iran an, aber keine militärische Vergeltung für den iranischen Angriff auf US-geführte Stützpunkte im Irak.

Ölpreis im Griff des Irankonflikts

Die bestehenden Einschätzungen für die zukünftige Preisentwicklung des Öls werden durch den Irankonflikt in Frage gestellt. Zuvor standen die Bemühungen der OPEC, das Ölangebot zu drosseln, im Vordergrund. Vor diesem Hintergrund hatten Analysten den Ölpreis der Marke WTI um 59 Dollar vorhergesagt.

Die weitere Entwicklung des Ölpreises wird von den Entwicklungen der kommenden Wochen abhängen, einschliesslich potenzieller Risiken für das Rohöl, welches über die Strasse von Hormus verschifft wird. Spannungen zwischen Iran und den USA hatten schon vor dem aktuellen Konflikt die Ölmärkte kurzfristig beeinflusst. Doch die momentane Auseinandersetzung besitzt ein grösseres Schadenspotential.

Gute Aussichten für Kupfer

Der Handelskrieg zwischen den USA und China beeinflusste den Kupferpreis im 2019, als Hersteller ihre Lagerbestände abbauten. Der Ausblick für 2020 gestaltet sich jetzt wegen dem vorläufigen Waffenstillstand im Handelskonflikt besser. Ebenfalls haben potenzielle Produktionskürzungen von chinesischen Kupferproduzenten bei gleichzeitig sinkenden weltweiten Lagerbeständen einen Einfluss auf die zukünftige Preisentwicklung.

Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und Standard Chartered sind alle "bullish" für Kupfer. Sie prognostizieren ein Wiedererstarken der globalen Kupfernachfrage. Citigroup geht davon aus, dass alleine die Nachfrage aus China um 2,6 Prozent anziehen wird.

Goldenes Versprechen

Gold bereitete den Bullen unter den Anlegern im Jahr 2019 grosse Freude. Unterstützt wurde das Rallye durch das Fed, welches die Zinsen senkte. Ebenfalls trugen die Handelsspannungen dazu bei, dass Anleger in Gold investierten. Dieser Anstieg ist nach Einschätzung von Goldman Sachs, Citigroup und UBS nicht vorbei. Sie gehen alle von einem Goldpreis von 1600 Dollar aus.

Der Ausblick, dass das Fed die Zinsen unverändert lässt, ist neben dem Irankonflikt ebenfalls positiv für den Goldpreis. Unter den Edelmetallen muss auch Palladium beachtet werden, welches wegen des globalen Angebotsdefizits auf über 2000 Dollar steigt.

Unsicherheit beim Kaffeepreis

2019 war für Anleger in Kaffee das Beste in fünf Jahren. Der Fokus liegt nun auf Brasilien, dem wichtigsten Produzenten und Exporteur. Nachdem 2019 die Ernte durch das Wetter geschädigt wurde und die Qualität schlecht war, werden allfällige weitere Produktionsprobleme das Angebotsproblem weiter verschärfen.

Viele Kaffeeproduzenten sind immer noch in Finanznöten und werden vielleicht Investitionen in ihre Anlagen zurückfahren, was das Angebot weiter verschmälern könnte. Gegenteilig dazu könnte eine weitere Abwertung des brasilianischen Reals den Anreiz bieten, das Angebot in den kommenden Jahren zu erhöhen.

Schlechter Ausblick für Eisen

Nach einem turbulenten Jahr wird erwartet, dass der Eisenpreis im 2020 abrutschen wird. Das Material, welches für die Stahlproduktion gebraucht wird, verbuchte im 2019 den grössten Preisanstieg in drei Jahren. Das bestehende Angebotsdefizit wird sich 2020 durch die brasilianische und australische Eisenproduktion verkleinern. Es wird zusätzlich erwartet, dass die Stahlnachfrage in China wegen des verlangsamenden Wachstums fallen wird.

Gesuchtes Schweinefleisch

Der Handel von Schweinefleisch war 2019 geprägt durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Der Ausbruch hob die globalen Fleischpreise auf ein Fünfjahreshoch. Die weitere Preisentwicklung für Schweinefleisch hängt stark davon ab, ob sich die Schweinepest weiterverbreitet.

(Bloomberg/cash)

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Umsätze im Schweizer

Umsätze im Schweizer Detailhandel im November gesunken

Die Schweizer Detailhändler haben im November etwas weniger verkauft. Die Umsätze nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent ab, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag bekannt gab. Real, also Preisveränderungen herausgerechnet, waren die Umsätze der Detailhändler allerdings um 0,4 Prozent höher.

09.01.2020 08:59

Kalenderbereinigt - nicht jeder Monat hat gleich viele Verkaufs- und Feiertage - war das Wachstum schwächer. So gesehen gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent (nominal) zurück bzw. waren unverändert (real).

Saisonbereinigt, also zum Vormonat, sanken die nominalen Detailhandelsumsätze im Berichtsmonat um 0,3 Prozent, real waren es -0,1 Prozent. Die saisonbereinigte Berechnung wird von Beobachtern vor allem im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung der Schweizer Wirtschaft genauer angesehen.

Nach Warengruppen berechnet nahmen - auf kalenderbereinigter Basis - die nominalen Umsätze in der Gruppe Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren zum entsprechenden Vorjahresmonat um 0,3 Prozent und in der Gruppe Bekleidung, Schuhe um 1,3 Prozent ab. In den übrigen Warengruppen ergab sich derweil ein Plus von 0,4 Prozent. Der Umsatz mit Treibstoffen sank derweil um 9,0 Prozent.

uh/rw

(AWP)

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An der Börse einmal so

An der Börse einmal so richtig Geld «verdienen»

Wer in die Aktienwelt reinschnuppern möchte, kann auf cash.ch kostenlos sein Aktiendepot verwalten - auch wenn es nur ein virtuelles ist. Auch gestandene Börsenprofis können sich das Tool zunutze machen.

26.08.2019 23:00

Von Henning Hölder

Seit rund zehn Jahren bewegen sich die Aktienmärkte aufwärts. Im Jahr 2019 erreichte der Swiss Market Index (SMI) sogar eine Jahresperformance von 27 Prozent. Viele Börseninteressierte schauen diesem Aufschwung fasziniert zu - sie getrauen sich aber nicht, aktiv daran teilzunehmen. Wohl aus Angst, beim Börsenhandel handwerkliche Fehler zu machen und Geld zu verlieren.

Diese "Zaungäste" müssen aber nicht total im Abseits stehen. Wer in die Aktienwelt reinschnuppern möchte, kann auf cash.ch kostenlos sein eigenes virtuelles Aktiendepot verwalten. Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren findet rein virtuell statt. Man kann also auf "spielerische" Art viel Geld verdienen - und natürlich auch verlieren. Gewinne und Verluste sind also nicht echt.

Aber auch gestandene Börsenprofis können sich das Tool von cash.ch zunutze machen. Indem sie sich zum Beispiel Aktien von Unternehmen ins imaginäre Portfolio legen, die sie real (noch) nicht kaufen wollen - zum Beispiel etwa, um die Wertentwicklung der gekauften Aktie zu beobachten. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Vorgehen:

Warum ein virtuelles Portfolio?

Mit Aktienspielen wie dem virtuellen cash-Portfolio können Anfänger mit dem Handel mit Wertpapieren auf Tuchfühlung gehen ohne sich gleich den Risiken des Börsengeschehens aussetzen zu müssen. Unerfahrene Trader können sich so langsam herantasten und mit der Zeit sogar eigene Anlagestrategien verfolgen und ausprobieren. Anfängern kann das Aktienspiel somit als eine Art Feuertaufe dienen.

Allerdings gilt zu beachten: Ein virtuelles Aktiendepot kann zwar rein technisch als Äquivalent zu einem echten Depot gesehen werden. Trotzdem ist der Handel mit echten Aktien – also mit echtem Geld – dann doch noch ein anderes Paar Schuhe. Denn: Mit virtuellem Geld handelt es sich lockerer, Verluste wiegen emotional nicht so schwer, was das Kauf- und Verkaufsverhalten beeinflusst. Doch um mal ein wenig in die Aktienwelt reinzuschnuppern, ist ein solches Portfolio genau das Richtige.

Wie erstelle ich ein virtuelles Portfolio?

Um auf cash.ch ein virtuelles Portfolio zu erstellen, brauchen Sie zunächst ein cash-Profil. Falls Sie das noch nicht haben, können Sie ganz einfach eines erstellen. Dazu besuchen Sie die cash-Homepage, gehen oben rechts auf "Logins" und klicken dann auf "Neu? Hier registrieren" (siehe Bild 1). Dort können Sie das kostenlose Basic-Abo abschliessen.

Bild 1: cash-Registration. Um sich auf cash.ch zu registrieren, klicken Sie auf "Neu? Hier registrieren". 

Wenn Sie registriert sind, können Sie ganz einfach ein (oder mehrere) Portfolios anlegen. Gehen Sie hierzu erneut oben rechts auf "Mein Cash" und klicken Sie dann auf "Mein Portfolio". Hier klicken Sie auf den "Portfolio Manager" (siehe Bild 2). Anschliessend gelangen Sie zum Punkt "Neues Portfolio erstellen". Geben Sie dazu den gewünschten Namen des Portfolios und wählen Sie die gewünschte Währung.

Bild 2: Beispiel eines Portfolios. Gehen Sie auf "Portfolio Manager", um weitere Portfolios zu erstellen. 

Wie kaufe ich Aktien?

Bevor Sie Aktien kaufen können, müssen Sie Cash in Ihr Depot einzahlen – rein virtuell natürlich. Dazu gehen Sie in Ihrer Portfolio-Übersicht auf "Alle Funktionen" und klicken auf "Cash einzahlen" (siehe Bild 3). Anschliessend geben Sie einen beliebigen Betrag ein. Tipp: Geben Sie Beträge ein, die ihrer persönlichen Vermögenssituation entsprechen. Nur dann macht ein Börsenspiel auch richtig Sinn. 

Bild 3: Cash-Einzahlung. Um Bargeld einzuzahlen, in der Portfolio-Üversicht erst auf "Alle Funktionen" und dann auf "Cash einzahlen" klicken. 

Um nun Aktien für ihr virtuelle Aktiendepot zu kaufen, gehen Sie einfach auf die Detailansicht des gewünschten Wertpapiers auf cash.ch als würden Sie dessen Kurs checken wollen. In der Detailansicht der Aktie klicken Sie oben rechts den Punkt "Meine Funktionen" und dann auf "Zum Portfolio" (siehe Bild 4).

Bild 4: Aktienkauf. Um Aktien zu kaufen, im Factsheet auf "Zum Portfolio" klicken. 

Jetzt müssen Sie noch angeben, in welches Portfolio Sie die Aktie aufnehmen wollen und anschliessend angeben, wie viele Aktien Sie erwerben möchten. Jetzt noch auf "hinzufügen" klicken und die Aktie ist in Ihrem Depot.

Was sind die weiteren Funktionen?

Das virtuelle Portfolio bietet noch weitere Funktionen. So können Sie, statt Aktien gleich zu kaufen, diese erst einmal auf die Watchlist setzen und deren Verlauf beobachten. Zudem können Sie sogenannte Alerts setzen. Heisst: Sie können einstellen, dass Sie benachrichtigt werden (per Mail oder bei Bezahlabos auch via SMS), sobald eine Aktie einen von Ihnen bestimmten Wert über- oder unterschreitet.

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Arbeitslosenquote steigt im

Arbeitslosenquote steigt im Dezember saisonal bedingt auf 2,5%

In der Schweiz hat sich die Lage am Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr weiter aufgehellt. Die Arbeitslosenquote liegt so tief wie zuletzt vor rund zwanzig Jahren. Im Dezember nahm die Arbeitslosigkeit allerdings saisonbedingt leicht zu.

10.01.2020 08:16

In der Dezember-Statistik zog die Arbeitslosenquote zum Jahresende hin auf 2,5 nach 2,3 Prozent im November an, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Um saisonale Faktoren bereinigt verharrte sie bei 2,3 Prozent. Ökonomen hatten im Vorfeld mit diesen Quoten gerechnet.

Insgesamt waren Ende Dezember 117'277 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeitslos gemeldet. Das sind 10'947 mehr als noch im Vormonat. Der Grund sind primär saisonale Faktoren, die tendenziell in der kalten Jahreszeit zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um rund 2'400 Personen.

Weiter hat das Seco im Berichtsmonat 192'955 Stellensuchende gezählt, das sind 10'528 mehr als im Vormonat. Derweil sank die Zahl der als offen gemeldeten Stellen um 2'448 auf 29'720. Davon unterlagen 17'577 Stellen der im Juli 2018 eingeführten Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8 Prozent. Seit Beginn des Jahres gilt 5 Prozent neu als Grenzwert.

Tiefe Quote 2019

Über das ganze Jahr 2019 gesehen ist die Arbeitslosenquote von einem bereits tiefen Niveau aus weiter zurückgegangen. Im Durchschnitt lag sie bei 2,3 Prozent nach 2,5 Prozent im Jahr davor. Derart tiefe Werte wurden zuletzt Anfang der 2000er-Jahre gemessen. Damals fiel die Arbeitslosenquote gar unter die Marke von 2 Prozent, ehe der Wert 2004 bis fast auf 4 Prozent kletterte.

Die gute Entwicklung des letzten Jahres am Schweizer Arbeitsmarkt lässt sich auch anhand der Entwicklung der Arbeitslosenzahl ablesen. Die jahresdurchschnittliche Zahl der als arbeitslos registrierten Personen fiel 2019 laut Seco um knapp 10 Prozent auf 106'932 zurück.

Der Schweizer Arbeitsmarkt habe sich im vergangenen Jahr als widerstandsfähig erwiesen, schreibt das Seco. Insbesondere in der ersten Jahreshälfte nahm die Zahl der Arbeitslosen trotz trüberen Wirtschaftsaussichten stark ab und lag Ende Juni erstmals seit September 2008 unter der Marke von 100'000. Gegen Ende des Jahres stieg die Arbeitslosigkeit vorwiegend aufgrund saisonaler Effekte wieder an.

Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt entlastet zudem die Kassen des Bundes. Das Rechnungsjahr 2019 schloss der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung laut Mitteilung mit einem Überschuss von 1,60 Milliarden Franken ab und so konnten die noch bei der Bundestresorie offenen Darlehen restlos zurückbezahlt werden.

mk/ra

(AWP)

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Für erste Schweizer Aktien

Für erste Schweizer Aktien naht die Stunde der Wahrheit

Sika, SMI-Star des Jahres 2019, hat als erste Schweizer Grossfirma Jahresumsatzzahlen veröffentlicht - und die Anleger enttäuscht und nervös gemacht. Ein Vorgeschmack auf die Resultate des grossen Rests? Eine Vorschau.

Aktualisiert um 06:30

Von Lorenz Burkhalter

Für die Schweizer Aktienanleger hat das neue Börsenjahr begonnen, wie das alte endete: Mit steigenden Aktienkursen. Doch diese wollen verdient sein. Wenn die hiesigen Unternehmen über die nächsten Wochen ihre Jahresergebnisse vorlegen, wird man besonders genau hinschauen. Fast noch wichtiger als das Abschneiden im zurückliegenden vierten Quartal sind die zukunftsgerichteten Aussagen – von Informationen rund um die Dividende für das vergangene Jahr gar nicht zu sprechen.

Wie immer, wenn harte Fakten auf vorgefasste Meinungen treffen, dürften den Aktien der jeweiligen Unternehmen grössere Kursbewegungen sicher sein. Mit anderen Worten: Es naht die Stunde der Wahrheit - wobei die enttäuschenden Jahresumsatzzahlen von Sika schon mal für Nervosität sorgen.

Sika zeigt: Die Erwartungen sind hoch

Denn bei den Unternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI) läutete der Bauchemiespezialist aus Baar ZG die Jahresberichterstattung am Donnerstag mit einem ernüchternden Zahlenkranz ein. Auf den ersten Blick konnte sich das Umsatzwachstum von fast 15 Prozent zwar sehen lassen.

Die milliardenschweren Firmenübernahmen ausgeklammert, steigerte Sika den Umsatz aus eigener Kraft allerdings bloss um 3 Prozent und verfehlte die diesbezüglichen Analystenerwartungen klar. Im Schlussquartal tendierte das organische Wachstum dann sogar fast gegen Null. Der Broker Kepler Cheuvreux sprach von der "grössten Enttäuschung seit Jahren".

Was die effektive letztjährige Gewinnentwicklung anbetrifft, so hüllt man sich beim Unternehmen selbst vorerst noch in Schweigen und vertröstet auf die Veröffentlichung des detaillierten Jahresergebnisses am 21. Februar.

Nachdem die Sika-Aktie die letztjährige SMI-Gewinnerliste mit einem satten Plus von 46 Prozent unangefochten anführte, geriet sie aufgrund der Umsatzenttäuschung (cash berichtete) unter Verkaufsdruck und büsste zeitweise fast 4 Prozent ein. Das zeigt, wie ambitioniert die Erwartungen mittlerweile sind.

Hoch sind die Erwartungen auch, wenn der Risikokapitalspezialist Partners Group und der Sanitärtechnikkonzern Geberit am 16. Januar mit ersten Eckdaten zum letzten Jahr und tags darauf der Luxusgüterhersteller Richemont mit seinem Zwischenbericht für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2019/20 aufwarten.

Reduzierte Erwartungen bei Richemont

Analysten gehen davon aus, dass  Partners Group die verwalteten Kundenvermögen erneut kräftig steigern konnte. Erst kürzlich bekräftigte die US-Investmentbank J.P. Morgan ihre Kaufempfehlung für die Aktie des Risikokapitalspezialisten und erhöhte das Kursziel auf 1000 (zuvor 900, derzeit: 913) Franken. Auch die Credit Suisse empfiehlt die Aktie neuerdings mit einem Kursziel von 1000 Franken zum Kauf.

Etwas zurückhaltender sind die Analysten für die Umsatzentwicklung bei Geberit und Richemont. Aufgrund der Proteste im Schlüsselmarkt Hongkong wurden die Umsatzschätzungen für Richemont im Vorfeld des Zwischenberichts mit dem Rotstift überarbeitet. Folglich sollten die Erwartungen mittlerweile an einem realistischeren Punkt angelangt sein. Bei Geberit hingegen sorgt die Umsatzenttäuschung des Branchennachbars Sika für eine gewisse Zurückhaltung. Das gilt insbesondere für die zukunftsgerichteten Aussagen.

Spannend wird es, wenn sich die UBS am 21. Januar als eine der ersten Grossbanken in Europa zu Wort meldet. Das Interesse gilt an diesem Tag vor allem der Höhe der Jahresdividende. Hält die Grossbank ihr ursprüngliches Versprechen, müsste sie die Jahresdividende eigentlich um 5 auf 70 Rappen je Aktie erhöhen.

Seit einem milliardenschweren Gerichtsurteil eines französischen Gerichts gegen die UBS ist allerdings nichts, wie es mal war. Ein Berufungsprozess wird für Juni erwartet. Im ungünstigsten Fall droht sogar ein langjähriger Rechtsstreit. 2019 zählte die UBS-Aktie zu den Schlusslichtern im SMI. Die Aktionäre der beiden Rivalen Julius Bär und Credit Suisse werden am 21. Januar wohl ebenfalls genau hinschauen, was sie dann im Februar in etwa erwarten könnte.

Stapeln Roche und Novartis erneut tief?

Als man sich am Hauptsitz von Lonza den 21. Januar für die Veröffentlichung des Jahresergebnisses ausgesucht hat, dürfte den Firmenverantwortlichen wohl nicht klar gewesen sein, die Firma an diesem Tag im Schatten der UBS stehen wird. Neben wichtigen Erkenntnissen zum abgelaufenen sowie zum neuen Jahr erhoffen sich die Analysten Neuigkeiten rund um die Suche nach einem Nachfolger für den ausscheidenden Firmenchef Mark Funk.

Die Stunde der Wahrheit naht erst Ende Januar. Am 29. Januar wartet der Pharmakonzern Novartis mit dem Jahresergebnis auf, gefolgt tags darauf vom Platzrivalen Roche. Gemeinsam sind die beiden Unternehmen beim SMI für fast 40 Prozent der Gesamtkapitalisierung verantwortlich. Mit anderen Worten: Bewegen sich die Schwergewichte, bewegt sich der gesamte Aktienmarkt.

Und gleich noch etwas haben die beiden Unternehmen gemeinsam: Ihre Aktionäre gelten als erfolgsverwöhnt, erhöhten doch sowohl Roche als auch Novartis in den vergangenen 12 Monaten gleich mehrmals in Folge ihre Jahresvorgaben. Gut möglich, dass die Basler Pharmakonzerne bei den Zielvorgaben auch 2020 so früh im neuen Jahr wieder tiefstapeln. Wie schon vor einem Jahr sollten sich Anleger davon nicht allzusehr irritieren lassen.

Die Aktionäre von Nestlé müssen sich hingegen noch bis Mitte Februar in Geduld üben. Dann wird sich zeigen, ob sich beim an der Börsenkapitalisierung gemessen grössten Schweizer Unternehmen im Schlussquartal die erhoffte Wachstumsbeschleunigung einstellte. Die Erwartungen sind hoch, auch was das Jahr 2020 anbetrifft.

Anders als bei den drei Schwergewichten dürften die Jahresabschlüsse des Aromen- und Duftstoffherstellers Givaudan und des Genfer Warenprüfkonzerns SGS zwar bei den betroffenen Aktien für grössere Kursbewegungen sorgen, nicht aber beim SMI.

Ähnliches lässt sich über die anstehenden Ergebnisse der Unternehmen aus der zweiten und dritten Linie sagen, unter ihnen etwa die beiden Schokoladehersteller Lindt & Sprüngli und Barry Callebaut, der Lausanner Peripheriegerätehersteller Logitech, der Tesla-Zulieferer Bossard oder die Industrie-Urgesteine Rieter, Bucher oder Mikron.

Auch sie alle müssen den hohen Erwartungen irgendwie gerecht werden. Nicht weniger bedeutend als die Geschäftsentwicklung im Schlussquartal sind mögliche Aussagen zur zukünftigen Dividendenpolitik sowie zum neu anlaufenden Geschäftsjahr.

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