CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

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SNB: Drei Prozent BIP

SNB: Drei Prozent BIP-Schrumpfung 2020, bis drei Prozent Wachstum 2021

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird bei den Wirtschaftsaussichten optimistischer. An den nunmehr seit sechs Jahren geltenden Negativzinsen rütteln die Währungshüter nicht. Und: Die SNB wird weiter Euros kaufen.

Aktualisiert um 11:26

Die Währungshüter rechnen für das ablaufende Jahr nach wie vor mit einer tiefen Rezession in der Schweiz, sind aber nicht mehr gar so pessimistisch. Sie rechnen nun mit einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) um rund 3 Prozent. Bislang war sie von einem Einbruch von rund 5 Prozent ausgegangen.

Für das kommende Jahr wird die Rückkehr zu Wachstum vorhergesagt. Die erstmalige Prognose für 2021 lautet auf +2,5 bis +3 Prozent. Dies gab die SNB im Rahmen ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung bekannt, zu der auch ein Wirtschaftsausblick gehört.

Schon das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) hatte vergangene Woche die Prognose etwas aufgebessert. Die Ökonomen des Bundes gehen von einer Schrumpfung von 3,8 Prozent für 2020 aus. Im Juni hatten sie noch -6,8 Prozent erwartet. Die Seco-Prognose für 2021 enhält nun die Voraussage von 3,8 Prozent Wachstum. Im Juni, ausgehend von einer grössen Schrumpfung, hatten die Bundesexperten 4,9 Prozent vorausgesagt. 

Negativzins bleibt, Bilanz kurz vor Billionengrenze

Die SNB belässt ihren Leitzins sowie den Zins auf Sichtguthaben bei -0,75 Prozent, wie sie am Donnerstag im Rahmen der geldpolitischen Lagebeurteilung mitteilte.

Negativzinsen kennt die Schweiz seit nunmehr sechs Jahren. Die Nationalbank kündigte in ihrer Dezember-Lagebeurteilung 2014 die Einführung von Negativzinsen an. Kurz darauf, am 15. Januar 2015, liess sie die Untergrenzepolitik Euro-Franken fallen. Seitdem sind ist der "Strafzins" Teil des SNB-Instrumentensortiments, das eine weitere Aufwertung des Frankens verhindern soll. 

Die Negativzinsen haben längst auch den finanziellen Alltag der Schweiz erreicht. Eine Reihe von Banken erhebt Negativzinsen auf Kundenguthaben auf bestimmter Höhe, vereinzelt werden auch ganze Guthaben mit dem Negativzins belegt. Auch Sparmodelle wie beispielsweise der Vorsorgeplan Säule 3a leiden klar unter der mittlerweile sehr schwachen Verzinsung der langfristig ausgerichteten Sparguthaben.

Weitere Interventionen 

Der Euro tendiert zum Franken im Moment wenig verändert bei einem Wechselverhältnis von 1.0810. Die SNB betonte bei ihrer jetzigen Standortbestimmung ausserdem ihre Absicht, bei Bedarf weiterhin "verstärkt" am Devisenmarkt zu intervenieren. Denn sie sieht den Franken als nach wie vor "hoch bewertet" an. Die SNB wird also weiterhin Devisen kaufen, vor allem auch Euros.

 

Deviseninterventionen - USA stufen Schweiz als Währungsmanipulator ein https://t.co/vUknRxF6a6 pic.twitter.com/g9clFITyVN

— cash (@cashch) December 16, 2020

 

Die in den vergangenen Jahren dadurch enorm aufbelähte Bilanz der SNB steht kurz vor der Billionengrenze. Zuletzt belief sich der Stand auf 970 Milliarden Franken. 

Die Währungspolitik der SNB stösst im Ausland auf Kritik. Die USA hatten erst am Vortag die Schweiz auf eine Liste von Währungsmanipulatoren gesetzt, u.a. weil die SNB im ersten Halbjahr am Devisenmarkt mit 90 Milliarden Franken stark interveniert hatte.

Zweite Welle beeinflusst Inflation

Die neue bedingte Inflationsprognose ist etwas tiefer als im September. Für 2020 geht die SNB neu von einer Inflation von -0,7 Prozent aus (alt: -0,6). Der Hauptgrund dafür ist die erneute Verschlechterung der Wirtschaftslage als Folge der zweiten Pandemiewelle, wie die SNB schreibt. Für 2021 werden nun 0,0 Prozent (alt: +0,1 Prozent) und für 2022 unverändert +0,2 Prozent vorhergesagt.

Die bedingte Inflationsprognose beruht wie immer auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum bei -0,75 Prozent bleibt.

(AWP/cash)

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SNB schreitet bei Umstellung

SNB schreitet bei Umstellung auf Saron weiter voran

SNB-Direktoriumsmitglied Andréa Maechler hebt die baldige Ablösung des Franken-Libors durch den Saron hervor. Wie sie am Donnerstag laut Redetext betonte, rückt die Ablösung rasch näher.

17.12.2020 11:13

So wurde im November vom Administrator des Libors ein Konsultationsverfahren zur Einstellung des Franken-Libors per Ende 2021 lanciert. "Den Marktteilnehmern in der Schweiz verbleiben somit voraussichtlich noch rund 12 Monate, um die notwendigen Arbeiten für einen reibungslosen Übergang zum Saron abzuschliessen", so Maechler in der Rede.

Dagegen werde der US-Dollar Libor voraussichtlich für die wichtigen Laufzeiten bis Mitte 2023 verlängert. Das habe aber keinen Einfluss auf den Franken-Libor.

"Für einen geordneten Übergang ist eine möglichst frühzeitige Umstellung auf den Saron am Kredit- und am Derivatmarkt zentral", betonte das SNB-Direktoriumsmitglied. Am Kreditmarkt nehme das Angebot an Saron-basierten Produkten inzwischen zu, wie die Saron-basierten Hypotheken verschiedener Banken zeigten. Anders sehe die Lage am Derivatmarkt aus. Hier sei der Saron-basierte Markt weiterhin deutlich weniger liquide als sein Pendant.

Pandemie sorgt für wechselhafte Stimmung

Mit Blick auf die Finanzmärkte beton Maechler die sehr wechselhafte Stimmung der Investoren. Sie hätte unter dem Einfluss der Pandemie und der damit verbundenen Massnahmen bzw. deren Lockerungen gestanden. In diesem Umfeld habe die Geld- und Fiskalpolitik beiderseits des Atlantiks eine wichtige Rolle gespielt.

"Nachdem die US Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) im Zuge der Turbulenzen im März umfangreiche Massnahmen zur Stabilisierung der Märkte ergriffen hatten, haben sie seither die expansive Ausrichtung ihrer Geldpolitik bestätigt", fügte Maechler an.

Ein Blick auf die Zinsmärkte mache denn auch deutlich, dass am Markt auch weiterhin von einem tiefen Zinsumfeld in Zukunft ausgegangen werde.

hr/uh

(AWP)

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ZKB-Research-Chef: «Schweizer

ZKB-Research-Chef: «Schweizer Technologie-Aktien sind spannend»

Der neue ZKB-Research-Chef Omar Brem setzt bei Aktien auf Firmen mit strukturellem Wachstum. Tech-Aktien müsse man nicht nur in den USA suchen, sagt er im Interview. Teil IV der cash-Jahresendserie «Coronajahr 2020».

https://www.cash.ch/news/top-news/omar-brem-im-interview-zkb-research-ch...

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Banken drücken bei Aktien

Banken drücken bei Aktien-Neueinschätzungen kräftig auf die Tube

Vor dem Wochenende gehen Banken gleich bei vier bekannten Schweizer Aktien mit Neubeurteilungen an den Start. Allerdings kommt nicht jede dieser Aktien gleichermassen gut an.

18.12.2020 07:50

Von Lorenz Burkhalter

Als ob der grosse Derivat-Verfall heute Freitag nicht schon genug für Kursbewegungen sorgen würde, melden sich gleich mehrere Banken mit der Erst- oder Neueinschätzung von Aktien zu Wort.

Am fleissigsten ist oder war die Credit Suisse. Im Rahmen einer Ersteinschätzung preist sie die Aktie von Ina Invest mit "Outperform" und einem Kursziel von 22,40 Franken zum Kauf an. Die Grossbank hebt einerseits das qualitativ hochwertige Portfolio, andererseits aber auch der klare Fokus auf ESG-Standards hervor.

Bei der Aktie des ehemaligen Mutterhauses Implenia nimmt die Credit Suisse hingegen die Wiederabdeckung mit "Neutral" und einem Kursziel von 25 Franken auf. Sie beurteilt das Kerngeschäft des Baukonzerns zwar als robust, zweifelt gleichzeitig jedoch an der Erreichbarkeit der sich selbst gesteckten Mittelfristziele.

ABB-Aktie sorgt nicht für Begeisterungsstürme

Mit einem Minus von fast 33 Prozent seit Anfang Januar zählt die Implenia-Aktie zu den hiesigen Börsenverlierern.

Auch zu ABB wartet die Grossbank mit einer Neueinschätzung auf. Wirklich heiss auf die Aktie des schweizerisch-schwedischen Industriekonzerns ist sie allerdings nicht. Das Anlageurteil lautet "Neutral" und das Kursziel bloss 24 Franken. Die Credit Suisse hält den satten Bewertungsaufschlag gegenüber ihrem Branchenfavoriten Siemens für nicht gerechtfertigt und gibt dessen Aktie deshalb ganz klar den Vorzug.

Ungewöhnlich für diese Jahreszeit

Für die vierte Wortmeldung sorgt Research Partners. Die kleine Analyse-Boutique nimmt die Erstabdeckung der Aktie von Flughafen Zürich mit "Kaufen" und einem Kursziel von 185 Franken auf. Research Partners findet sichtlich gefallen an der staatlich gesicherten Monopolstellung der Flughafenbetreiberin sowie an der dadurch guten Vorhersehbarkeit beim Tagesgeschäft. Dasselbe gilt für die attraktive Dividendenpolitik. Im Laufe des Jahres 2021 sei mit einer Rückkehr in die Gewinnzone zu rechnen, sofern sich die Passagierzahlen erholen, so heisst es weiter.

Händler schliessen nicht aus, dass sich im Tagesverlauf weitere Analysten zu Wort melden könnten. Sie zeigen sich überrascht von dieser Flut an Erst- oder Neueinschätzung, ist das für diese Jahreszeit doch sehr ungewöhnlich.

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US-Botschafter relativiert

US-Botschafter relativiert Einstufung der Schweiz als Währungsmanipulator

Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der Schweiz, Edward McMullen, hat die US-Einstufung zur Schweiz als Währungsmanipulator relativiert. Die bilateralen Beziehungen zwischen den Ländern hätten sich nicht geändert.

18.12.2020 07:24

Dies sagte er in einem Interview vom Freitag mit "Le Temps". An den Beziehungen würde auch die Klassifikation der Schweiz in einem Bericht des US-Finanzministeriums als Währungsmanipulator nichts ändern, betonte der US-Spitzendiplomat.

Es sei "ein rein mechanischer Entscheid", sagte er weiter. "Es gibt drei Kriterien, die definieren, ob ein Land seine Währung manipuliert oder nicht. Dies basiert auf Fakten. Die Schweiz hatte bereits zwei Kriterien erfüllt und nunmehr erfüllt sie drei", erklärte McMullen weiter. Die Vereinigten Staaten seien daher verpflichtet, diese Einstufung so vorzunehmen, fügte er hinzu.

Der Ton macht die Musik

Der Botschafter bekräftigte aber, dass es ihm gelungen sei, die Verantwortlichen im US-Finanzministerium über das besondere Umfeld der Schweiz zu informieren, was sich in dem Bericht bereits widerspiegele. "Vergleichen Sie es mit dem Ton, den dieselbe Regierung verwendet hat, als China vor einigen Monaten auf derselben Liste stand", fragte der US-Regierungsvertreter in Bern rhetorisch. Die USA respektieren und bewunderten die Schweiz, unterstrich der US-Botschafter in der Schweiz zudem.

Neben alldem zeigte er sich au für ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Schweiz zuversichtlich. "Es gibt auch einen langen Dialog über das Freihandelsabkommen, der fortgesetzt wird", sagte er diesbezüglich. McMullen habe vergangene Woche im Weissen Haus ein "sehr positives" Gespräch zu diesem Thema geführt, hiess es weiter. "Ob im Kongress, im Senat oder im Aussenministerium - wir sind vom Wert dieses Freihandelsabkommens überzeugt", betonte er.

(AWP)

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«Die ökonomische Bewältigung

«Die ökonomische Bewältigung der Corona-Krise sollte uns keine Sorgen bereiten»

Der Lausanner Ökonomieprofessor und Mitglied der Coronavirus-Taskforce des Bundes, Marius Brülhart, sieht die grosse Schuldenlast der Schweiz als nicht so problematisch an.

20.12.2020 16:27

"Fast kein anderes Land der Welt hat so viel fiskalische Munition, um die Volkswirtschaft zu stützen. Rechnen wir noch ein moderates Wirtschaftswachstum von einem bis drei Prozent jährlich hinzu, wird erst recht klar, dass uns die ökonomische Bewältigung der Krise keine Sorgen bereiten sollte", sagte der Wissenschaftler gegenüber dem "SonntagsBlick". Der Bund könne sich heutzutage fix für 50 Jahre zu einem negativen Zins verschulden. "Stellen sie sich ein solches Hypothekenangebot vor", betonte er.

Fiskalpolitisch bestünde für die Schweiz überhaupt kein Problem, sich noch weiter zu verschulden, sollte es nötig sein, sagte er. Gegenüber der "NZZ am Sonntag" betonte Brülhart, dass die Wirksamkeit von Eigenverantwortung mit Blick auf die jüngsten Coronavirus-Infektionszahlen überschätzt werde. "Alle Länder mühen sich ab, die Balance zu finden zwischen Eigenverantwortung und Zwang. Es geht weder ohne das eine noch ohne das andere", sagte er.

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Konjunkturexperten bei BIP

Konjunkturexperten bei BIP-Prognosen eine Spur optimistischer

Die Konjunkturexperten zeigen sich für das kommende Jahr eine Spur optimistischer. Die von der KOF befragten Ökonomen haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Schweiz im kommenden Jahr leicht erhöht.

22.12.2020 09:48

Konkret gehen sie nun von einem Wachstum des BIP (Bruttoinlandprodukts) von 3,4 Prozent aus, wie die Konjunkturforschungsstelle (KOF) am Dienstag in ihrem quartalsweise erhobenen KOF Consensus Forecast mitteilte. Bei der letzten Befragung im Oktober waren es noch 3,3 Prozent.

Die vom 2. bis zum 16. Dezember befragten 16 Experten sind auch mit Blick auf die realen Anlageinvestitionen und die Arbeitslosigkeit etwas zuversichtlicher geworden. Für erstere wird eine Zunahme um 3,3 Prozent prognostiziert (Oktober: +2,2 Prozent), wobei hier vor allem die Einschätzungen zur Unterkategorie der Ausrüstungsinvestitionen revidiert wurden.

Für die Arbeitslosenquote gemäss Definition des Seco sieht die Prognose einen durchschnittlichen Wert von 3,8 (3,9) Prozent vor. Dafür dürfte die Arbeitslosigkeit in 5 Jahren nun bei 3,1 Prozent liegen statt wie zuvor bei 2,9 Prozent, zumindest gemäss den Vorhersagen.

Für das sich dem Ende zuneigende Jahr 2020 haben sich die Prognosen für das BIP-Wachstum ebenfalls verbessert. Neu wird nur noch mit einer Abnahme der Wirtschaftstätigkeit um 3,5 Prozent gerechnet, nachdem dieser Wert vor drei Monaten noch bei 4,2 Prozent gelegen hatte.

(SDA)

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Trotz Corona-Krise steigt die

Trotz Corona-Krise steigt die Zahl der Börsengänge weltweit

Trotz der Corona-Krise haben in diesem Jahr einer Studie zufolge weltweit mehr Unternehmen den Gang an den Aktienmarkt gewagt als 2019. Die Zahl der Börsengänge stieg um 15 Prozent auf 1322, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervorgeht. Das weltweite Emissionsvolumen kletterte um 26 Prozent auf 263 Milliarden Dollar und damit auf den höchsten Wert seit 2010. Allerdings trauten sich lediglich 12 deutsche Firmen aufs Börsenparkett.

22.12.2020 08:24

"Auf den ersten Blick erscheint es widersinnig, dass in einem so schwierigen Jahr wie 2020 Börsengänge derartig boomen", sagte EY-Experte Martin Steinbach. Ein wichtiger Treiber sei aber weiterhin die "enorm hohe Liquidität, die im Markt ist und nach Anlagemöglichkeiten sucht." Die Pandemie führte zudem zu einem Digitalisierungsschub, von dem gerade Börsengänge von Technologieunternehmen profitiert hätten.

Den Angaben zufolge entfielen 33 Prozent der weltweiten Emissionserlöse auf Börsengänge von Technologieunternehmen, die 24 Prozent aller Transaktionen ausmachten. An zweiter Stelle standen IPOs (Initial Public Offering - Erstangebot von Aktien) von Unternehmen aus dem Gesundheitssektor.

Aufbruchstimmung herrschte vor allem in den USA und China. Das Emissionsvolumen in den Vereinigten Staaten stieg um 69 Prozent auf 86 Milliarden Dollar. Die Zahl der Transaktionen kletterte um 32 Prozent auf 222. China - einschliesslich Hongkong - verzeichnete ein Wachstum des Emissionsvolumens um 51 Prozent auf 116 Milliarden Dollar, die Zahl der Börsengänge legte um 41 Prozent auf 514 zu. Weltweit grösster Börsengang war demnach der des chinesischen Chip-Herstellers Semiconductor Manufacturing International mit 7,6 Milliarden Dollar.

In Deutschland sieht EY noch Luft nach oben. Den Angaben zufolge fanden zwölf Unternehmen auf verschiedenen Wegen den Weg an den Aktienmarkt. Davon gingen neun in Frankfurt an die Börse und erlösten dabei insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Drei Firmen entschieden sich für einen Börsengang in New York. Darunter war das Tübinger Biotechunternehmen Curevac, das an einem Corona-Impfstoff arbeitet.

"Der deutsche IPO-Markt hatte gerade im ersten Halbjahr mit Gegenwind zu kämpfen", erläuterte Steinbach. Wegen der Kursschwankungen zu Beginn der Pandemie hätten einige Unternehmen ihre Börsenpläne vorerst auf Eis gelegt. Im zweiten Halbjahr hätten Aktivitäten wieder angezogen. Börsengänge spielen in Deutschland allerdings seit Jahren kaum eine Rolle. Viele Unternehmen finanzieren sich traditionell lieber über Kredite ihrer Hausbanken oder geben Anleihen heraus./mar/DP/mis

(AWP)

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Die heimlichen Schweizer

Die heimlichen Schweizer Gewinner-Aktien im Corona-Jahr 2020

Logitech, Lonza oder Zur Rose sind die viel zitierten Corona-Gewinner-Aktien in der Schweiz. Doch abseits des «Mainstreams» haben sich viele andere Schweizer Titel prächtig erholt. Welche sich noch immer zum Kauf eignen.

22.12.2020 21:55

Von Daniel Hügli

LogitechLonza und einige andere: Seit dem Ausbruch der Pandemie stehen fast immer die gleichen Aktien auf den Top-Listen des Börsenplatzes Schweiz. Woche für Woche, Monat für Monat. Die Unternehmen profitieren von "Bleib-zu-Hause"-Zwang der Leute in Zeiten von Home Office und Corona-Einschränkungen.

Weniger bekannt sind die Schweizer Aktien, die in den Kurstableaus der letzten Wochen und Monaten selten oder gar nicht unter den Top Ten oder Top Twenty erschienen sind. Dennoch gehören auch sie zu den Gewinnern des Anlagejahres 2020 und der Corona-Pandemie. Einerseits, weil der Einfluss der Seuche auf das Geschäftsmodell anfänglich überschätzt wurde. Andererseits, weil einige Firmen in den letzten Wochen die Investoren mit positiven Gewinnwarnungen überrascht haben. Hier ein Überblick der heimlichen Schweizer Corona-Aktien-Gewinner nach Branchen und Regionen:

Immobilien-Gewinner: Plazza und Fundamenta

Bei den Schweizer Immobilienaktien tut sich eine grosse Schere auf. Arrivierte Firmen wie SPS mit ihrem hohen Anteil an Büro- und Detailhandelsliegenschaften stehen noch immer unter Druck. Immobilienfirmen mit viel Wohnliegenschaften dagegen sind viel besser durch die Krise gekommen. Der Aktienkurs der Zürcher Plazza zum Beispiel nähert sich nach einem 15-Prozent-Anstieg seit März wieder dem Rekordstand von 307 Franken.

Die Zuger Fundamenta Real Estate, ebenfalls im Wohnimmobilienbereich tätig, wechselte Ende 2018 von der Berner Börse an die SIX. Der Kurs hat sich seither kontinuierlich nach oben entwickelt. Einen zusätzlichen Schub erhielt die Aktie Anfang November, als die Luzerner Kantonalbank eine 30-Prozent-Beteiligung übernahm. Plazza und Fundamenta haben zwar relativ hohe Bewertungen (ein Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, von je rund 30 für 2021). Die Aktien sind aber relativ sichere Investments. Vorsicht: Die Handelsvolumen sind tief, was zu Ausschlägen bei Käufen führen kann.

Aktienkurs von Fundamenta seit der Kotierung an der SIX Ende 2018 (Quelle: cash.ch)

Asien-Gewinner: Richemont und DKSH

Ja, auch der Luxusgüterhersteller Richemont zählt neuerdings zu den Corona-Gewinner-Aktien. Der Titel stürzte im Frühjahr um rund 40 Prozent ab, doch nun notiert er wieder auf einem Jahreshoch. Richemont profitiert eindeutig vom frühen konjunkturellen Aufschwung in Asien. Vor ein paar Wochen überraschte der eher träge Konzern gar mit einer 500-Millionen-Franken-Offensive im Online-Handel. Angesichts der fortgeschrittenen Kurserholung bei Richemont und der mittlerweile sehr stolzen Bewertung drängt sich für opportunistische Anleger derzeit eher ein Engagement bei Swatch auf, wo mehr Erholungspotenzial drin liegt.

Ein Profiteur der Erholung in Fernost ist auch der Expansionsdienstleister DKSH, der 96 Prozent des Umsatzes im Raum Asien-Pazifik erwirtschaftet. Die Aktie ist von 41 Franken zu Corona-Tiefzeiten auf 65 Franken heute geklettert. Das Rekordhoch von 93 Franken ist Anfang 2018 verbürgt. Die Anleger-Hoffnungen ruhen weiterhin auf Verwaltungsratspräsident und (erfolgreichen) ex-Straumann-CEO Marco Gadola, dass diese Höhen wieder erklommen werden. Experten erwarten zwischen 2021 und 2024 ein jährliches Umsatzwachstum von 5 Prozent. Das hat DKSH seit sechs Jahren nicht mehr erreicht. Fazit: "Buy".

Industriegewinner: Georg FischerZehnderSFS 

Fast müsste man meinen, Anleger könnten nichts falsch machen, jetzt Aktien des Industrieunternehmens Georg Fischer zu kaufen. Die Aktie zieht seit dem Absturz Mitte März fast ununterbrochen nach oben (siehe Grafik unten) und befindet sich nun auf dem höchsten Stand seit September 2018.

Anleger vermuten natürlich, dass Georg Fischer ebenfalls bereits deutlich vom konjunkturellen Aufschwung profitiert, obwohl seit den Halbjahreszahlen keine diesbezüglichen Neuigkeiten bekannt wurden. Das Unternehmen muss den Kursanstieg spätestens bei den Jahreszahlen am 3. März bestätigen. Und man bedenke: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit dem Aktienanstieg auf sehr stolze 60 gestiegen.

Positive Gewinnwarnungen zum Geschäftsgang 2020 haben in den letzten Wochen aber andere Industriefirmen wie Zehnder und SFS geliefert. Die Aktie des Raumklimaspezialisten Zehnder hat seit Mitte Juli über 40 Prozent zugelegt. Der Titel ist mit einem KGV von unter 20 für 2021 attraktiv bewertet. Die Aktie der Rheintaler Firma SFS befindet sich wie Georg Fischer auf dem höchsten Stand seit Herbst 2018 - und wie Georg Fischer profitiert SFS von der Erholung im Autozulieferergeschäft. Die Bewertung ist bei SFS allerdings um einiges attraktiver als bei Georg Fischer.

Aktienkurs von Georg Fischer in den letzten drei Jahren (Quelle: cash.ch).

Medizin-Gewinner: BB Biotech und IVF Hartmann

Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech erlitt im dritten Quartal einen Verlust von fast 400 Millionen Franken nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden Franken im zweiten Quartal. Das hängt auch damit zusammen, dass für das Portfolio eher Small- und Mid-Caps abseits des Covi-19-Hypes gesucht wurden. Dennoch hat die Aktie seit März über 40 Prozent zugelegt und nähert sich nun dem Allzeithoch aus dem Jahr 2015. Wer die Kosten für das Portfolio-Management nicht scheut und risikofähig ist, setzt als Biotech-Anleger auf diesen Titel. Zudem lockt eine attraktive Dividendenrendite von rund 5 Prozent.

Ebenfalls über 40 Prozent zugelegt hat seit der März-Delle IVF Hartmann aus Neuhausen. Die Firma, welche Produkte für die Wundversorgung und Desinfektionsmittel herstellt, erhöhte Anfang November die Gewinnprognosen für 2020. IVF Hartmann geht davon aus, dass die Pandemie  auch mittelfristig einen zusätzlichen Nachfrageschub auslösen wird. Das ist allerdings schwer einschätzbar. Anleger schauen auch ein wenig besorgt auf das gestiegene KGV, und die Dividendenrendite von 1,5 ist auch nicht der Knüller. 

Nischen-Gewinner: BKW und Sensirion

Der Energiekonzern und -dienstleister BKW hat seit der Corona-Starre im März rund 35 Prozent zugelegt. Die Aktie steigt aber schon seit Anfang 2015 kontinuierlich, der Wert hat sich seither vervierfacht. Ohne Frage: Dem Konzern, geführt seit 2013 von Suzanne Thoma, geht es ausgezeichnet. 2019 resultierte ein Rekord auf Stufe Betriebsergebnis. Nachdem das AKW Mühleberg vor einem Jahr abgeschaltet wurde, konzentriert sich BKW immer mehr auf Grossaufträge im Dienstleistungsgeschäft wie zum Beispiel bei der Giga-Factory von Tesla in Deutschland. Das KGV befindet sich weiter unter 20. BKW hat weiteres Potenzial.

Die Aktie von Sensirion, dem Sensorenherstellers aus Stäfa, hat sich seit Mitte März zeitweise fast verdoppelt und steht nun deutlich über den Vor-Corona-Kursniveaus. Letzte Woche wurde die Gewinnprognose angehoben, bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Profitiert hat die Firma unter anderem von der Nachfrage nach Durchflusssensoren, die in Beatmungsgeräten von Corona-Patienten zum Einsatz kommen. Medtech macht jedoch nur einen kleineren Teil des Umsatzes des Unternehmens aus, das seit März 2018 an der Schweizer Börse ist. Bei Sensirion gilt für Anleger wie bei vielen jungen Tech-Unternehmen: Geeignet für Risikofähige mit Langfrist-Horizont.

Aktienkurs von BKW in den letzten drei Jahren (Quelle: cash.ch).

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State-Street-Anlagechef:

State-Street-Anlagechef: «Beteiligungsgesellschaften haben volle Kassen für Aktienkäufe»

Rick Lacaille, Anlagechef des weltweit drittgrössten Vermögensverwalters State Street Global Advisors, erwartet steigende Aktienmärkte. Statt Bitcoin aber kauft er Gold, und bei Anleihen hat er einen mutigenTip: China.

https://www.cash.ch/news/top-news/rick-lacaille-state-street-anlagechef-...

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Fünf Lehren, die Anleger aus

Fünf Lehren, die Anleger aus dem verrückten Börsenjahr 2020 ziehen können

Das verrückte Börsenjahr 2020 bietet Erzählstoff für ein ganzes Jahrzehnt. Anleger können aus dem Pandemiejahr viele Erkenntnisse mitnehmen. Eine Übersicht.

23.12.2020 21:06

Von Henning Hölder

Ein einzigartiges Börsenjahr geht bald zu Ende: Auf den historischen Corona-Crash im März mit dem wohl kürzesten Bärenmarkt aller Zeiten folgte eine Rekord-Aufholrally, wie sie kaum einer erwartet hatte. Hinzu kamen Firmen-Skandale wie Wirecard oder Aktien von Pleite-Unternehmen, die gestern in den Himmel gejubelt wurden und am nächsten Tag in den Keller rauschten. Wer 2020 an der Börse dabei war, hat Dinge erlebt, die normalerweise wohl für ein ganzes Jahrzehnt reichen.

Der Vorteil: Anleger können aus diesem verrückten Börsenjahr 2020 wichtige Erkenntnisse mitnehmen, die hilfreich für das ganze Börsenleben sind. Fünf Dinge, die Anleger aus diesem Jahr mitnehmen können.

Lehre 1: Im Crash die Basisinvestments halten und keine Panikverkäufe tätigen

Börsianer haben es im März dieses Jahres wahrlich nicht einfach gehabt. Angesichts der heftigen Kurstürze an den Börsen konnte man zwischenzeitlich den Eindruck gewinnen, die Welt würde zugrunde gehen. Bei Tagesverlusten von bis zu zehn Prozent kann auch der abgeklärteste Langfrist-Investor in Panik verfallen und plötzlich den Verkaufsknopf drücken. Wenn sich vor einem der tiefe Abgrund auftut, helfen auch die vielen Ratgeber nicht mehr, in denen es immer wieder heisst: Im Crash cool bleiben und keine Panik-Verkäufe tätigen.

Doch das Börsenjahr 2020 zeigte mal wieder, dass es die beste Variante ist, auf seinen Basisinvestments sitzen zu bleiben, wenn an den Märkten das Gewitter tobt. Zur Erinnerung: Der Swiss Performance Index (SPI) notiert derzeit bei knapp 13'000 Punkten – und damit praktisch exakt auf dem Stand von Anfang Jahr. Die US-Märkte befinden sich sogar wieder auf ihren Allzeithochs. Heisst: Wer 2020 ruhig geblieben ist, verlor - gemessen am Gesamtmarkt - praktisch nichts. Wer aber nervöse Finger bekommen hat und den Verkaufsknopf drückte, konnte teils böse bestraft werden. 

Lehre 2: Kurzfristige Aktienkursprognosen sind unmöglich

Jeder Anleger träumt davon, jene Zauberformel zu kennen, die einem sagt, wann der beste Zeitpunkt ist, eine Aktie zu kaufen - und wann man verkaufen sollte. Die Wahrheit ist aber: So eine Formel gibt es nicht. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die Kurse weiter fallen oder wann der perfekte Zeitpunkt zum Wiedereinstieg ist. Sogenanntes Market-Timing funktioniert in den seltensten Fällen. Wer mitten im Crash panikartig sein Depot leert und seine Aktien zu Schleuderpreisen auf den Markt wirft, dem ist meist nicht bewusst, dass ihm die schwerste Entscheidung noch bevorsteht: Wann steige ich wieder ein?

Die Rekord-Erholungsrally Ende März bis April hat praktisch jeden Experten auf dem falschen Fuss erwischt. Angesichts des Corona-bedingten wirtschaftlichen Komplett-Stillstands und den düsteren Prognosen im Hinblick auf die Konjunktur konnte niemand mit einer derartigen V-Erholung an den Börsen rechnen. Da viele den Wiedereinstieg verpassten, folge im Frühling das, was Marktbeobachter als die "meistgehassten Rally aller Zeiten" bezeichnetet. Die Lehre daraus: Market-Timing am besten gar nicht erst versuchen. Den perfekten Ausstiegs- beziehungsweise Einstiegspunkt zu erwischen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Lehre 3: Nur in Firmen investieren, deren Geschäftsmodell man versteht

Bei Börsen-Crashs ruhig zu bleiben, ist natürlich einfach gesagt, aber im Ernstfall schwierig umzusetzen. Doch im Corona-Crash konnte die Einhaltung einer relativ trivial klingenden Grundregel dabei helfen, Ruhe zu bewahren: Wer als Anleger nur in Firmen investiert, deren Geschäftsmodell er kennt und von denen er selbst überzeugt ist, kann eine Krise weitaus entspannter aussitzen. Wer eine Kaufentscheidung nur aus reinem Bauchgefühl getroffen hat, kam beim Corona-Crash ordentlich ins Schwitzen.

Die Krise hat gezeigt, dass Firmen, die auf stabilen Füssen stehen, bei einem Crash vorübergehend zwar ebenfalls mit nach unten gezogen werden. Anschliessend können sich solche Titel allerdings relativ rasch wieder aus ihren Tiefs befreien. So konnten sich in der Schweiz Aktien wie die des Duft- und Aromahersteller Givaudan oder des Bauzulieferers Sika – beides keine typischen Corona-Profiteure – nach massiven Abverkäufen im März schnell wieder erholen und sogar starke Kursgewinne verzeichnen. Heisst: Stimmt das Geschäftsmodell und ist die Bilanz gesund, lässt sich der Crash als Aktionär entspannt aussitzen.

Lehre 4: Auf kurzfristige Hypes aufspringen, kann sehr teuer werden

2020 schlug die Stunde der sogenannten Robinhood-Trader. Der Corona-Crash lockte neue, meist unerfahrene Händler in den Markt. Angestachelt durch Beiträge und Diskussionen in Foren stürzten sie sich auf einzelne Titel, deren Kurse anschliessend in die Höhe schossen. Je höher der Kurs solcher Titel steigt, desto mehr juckt es naturgemäss anderen Anlegern in den Fingern, auch noch auf den Zug aufzuspringen – auch wenn sich der Hype um die Aktie fundamental kaum erklären lässt.

An Absurdität kaum zu überbieten ist der Fall Hertz: Nachdem der US-Autovermieter im Mai Insolvenz anmelden musste, rauschte die Aktie folgerichtig in den Keller. Doch dann folgte eine fundamental nicht erklärbare Rally mit 900 Prozent Kursanstieg. Robinhood-Trader hatten sich auf die Titel des gefallenen Autoriesen eingeschossen, liessen sie aber nach etwa 10 Tagen wieder fallen wie eine heisse Kartoffel. Hertz ist nur ein Beispiel. Mit Aktien von KodakNikola MotorAmerican Airlines und vielen anderen haben Robinhooder ähnliches angestellt.

Lehre 5: Keine Position im Depot sollte «too big to fail» sein  

Es steht in jedem Börsen-Ratgeber dieser Welt und trotzdem machen Anleger immer wieder den gleichen Fehler: Sie diversifizieren ihr Depot nicht. Das heisst, sie setzen zu viel Geld in wenige oder gar nur eine Aktie. Dabei hat 2020 uns Anlegern mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt, dass keine Position im Depot so gross sein sollte, dass ein Totalverlust das Gesamt-Portfolio ins Wanken bringt.

Wie wichtig diese Regel ist, zeigte der Wirecard-Skandal im Juni. Der an der Börse gefeierte Zahlungsdienstleister aus Deutschland war auch bei Schweizer Anlegern ein äusserst beliebter Titel. Doch als im Juni ans Licht kam, dass Wirecard jahrelang Bilanzen frisiert hatte, standen jene Aktionäre, die (zu) gross auf Wirecard gesetzt hatten, vor einem Scherbenhaufen. Für Positionen im Depot gilt also dasselbe wie für Grossbanken: Sie dürfen nicht "too big to fail" sein.

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Schweiz Tourismus will mit

Schweiz Tourismus will mit Übersicht Klarheit schaffen

Schweiz Tourismus will mit einer schweizweiten Übersicht über die kantonalen Regelungen Klarheit für Wintersportler schaffen. Denn die Gäste seien verunsichert, die Unübersichtlichkeit stelle eine grosse Hürde für die Ferien- und Ausflugsplanung dar.

24.12.2020 09:30

Die Gäste im Schweizer Winter seien angesichts der laufend wechselnden Öffnungszeiten von Restaurants und Skigebieten verunsichert, schreibt Schweiz Tourismus in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Der Bundesrat habe mit Beschluss vom 18. Dezember schweizweit die Restaurants sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Gleichzeitig erlaube er aber den Kantonen mit positiver epidemiologischer Entwicklung punktuelle Erleichterungen wie beispielsweise Restaurantöffnungen, oder im umgekehrten Fall zusätzliche Einschränkungen wie die Schliessung von Skigebieten.

Schweiz Tourismus will laut eigenen Angaben für die Gäste Barrieren abbauen, indem auf der Webseite www.myswitzerland.com/offen mit einem einfachen visuellen System eine umfassende, schweizweite Übersicht über die verschiedenen kantonalen Regelungen zur Verfügung gestellt wird. Diese Übersicht soll laufend aktualisiert und ergänzt werden und umfasst Links zu den verschiedenen Leistungsträgern und zum ebenfalls tagesaktuellen Schneebericht.

www.myswitzerland.com/offen

mk/

(AWP)

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Das sind die besten und

Das sind die besten und schlechtesten Börsenplätze im Corona-Jahr 2020

Die Schweiz rutscht 2020 im Ranking der weltweit besten Börsenplätze weit ab. In den Top Ten finden sich Exoten wie auch alte Bekannte. Doch den Gewinner dürfte kaum einer auf der Rechnung gehabt haben.

28.12.2020 06:50

Von Henning Hölder

Wer hätte das noch im März gedacht: Der Welt-Aktienindex MSCI World weist im Corona-Jahr 2020 ein Jahresplus von etwa 13 Prozent auf. Und das trotz der Pandemie, die weltweit grosse Teile der Wirtschaft zum Stillstand brachte und dies weiter tut. Die Märkte erholten sich vom Corona-Tief im März weitaus schneller als von Beobachtern erwartet. Ein Blick auf die Performance der einzelnen Länder-Indizes zeigt, wo dieses Jahr die meisten Gewinne gemacht wurden – und in welchen Ländern die Aktionäre am wenigsten Freude hatten.

Die Schweiz befindet sich 2020 bei Weitem nicht in der Spitzengruppe. Reichte es im letzten Jahr immerhin noch für den 17. Platz, rutscht der Swiss Market Index (SMI) im Corona-Jahr auf Platz 40 ab. Der Schweizer Leitindex weist auf Jahressicht immerhin nur ein knappes Minus auf, was mit seinem defensiven Charakter zu erklären ist.

And the winner is…

Ganz zuvorderst rangiert ein Börsenplatz, den wohl kaum jemand auf der Rechnung hatte. Um ganze 45 Prozent konnte der Nigeria Stock Exchange All-Share zulegen. Beobachter erklären sich die massive Überperformance mit den 2020 besonders tiefen Renditen auf kurzfristige nigerianische Staatsanleihen. Das würde die Investoren in den Aktienmarkt treiben. 

Dem einen oder anderen bekannt sein dürfte der Online-Händler Jumia mit Sitz in Lagos. Das "Amazon Afrikas" profitierte ebenfalls vom Onlineboom in der Pandemie und konnte sage und schreibe 500 Prozent zulegen. Allerdings sackte die Aktie 2019 wegen Betrugsvorwürfen auch tief ab.

Die Top-Aktienplätze 2020 weltweit 

Aktien-Index (Land)  in %
1. Nigeria Stock Exchange All-Share (Nigeria) +44,5
2. KOSPI (Südkorea) +27,7
3. OMX Copenhagen 20 (Dänemark) +27,2
4. BIST 100 (Türkei) +24,1
5. S&P MERVAL Index (Argentinien) +23,9
6. Taiwan Taiex Index (Republik China (Taiwan) +19,3
7. S&P 500 (USA)  +14,2
8. S&P NZX 50 (Neuseeland) +13,7
9. S&P BSE Sensex (Indien) +13,5
10. Nikkei 225 (Japan) +12,7
22. Dow Jones Industrial (USA) + 5,6
32. DAX (Deutschland) +2,5
40. SMI (Schweiz) -1,9

Quelle: Bloomberg, cash.ch.

Bereits mit etwas Abstand, aber noch immer mit einer stattlichen Performance, folgt der südkoreanische Kospi auf Platz zwei. Der mit vielen zyklischen Titel gespickte Index legte insbesondere seit den Impfstoff-News Anfang November eine Rally hin. Das Aushängeschild Samsung Electronics konnte in diesem Jahr 39 Prozent zulegen.

Auf Platz Drei – und damit noch auf dem Treppchen - befindet sich der OMX Copenhagen 20 aus Dänemark. In Dollar gerechnet schnitt der Index weltweit sogar am besten ab. Im OMX befinden sich unter anderem der Pharmamulti Novo Nordisk, der Reedereiriese Maersk sowie der weltgrösste Windkraftanlagenbauer Vestas. Vor allem die letzten beiden Titel konnten in 2020 satte Kursgewinne verzeichnen. Der türkischee Bist 100 hat es trotz Währungskrise auf Platz vier geschafft.

Der US-Index S&P 500 rangiert sich mit einer Jahresperformance von rund 14 Prozent auf Platz sieben. Der Dow Jones schafft es mit einem Plus von 5,5 Prozent auf Platz 22. Der deutsche Leitindex Dax schafft es immerhin auf eine positive Jahresperformance (+2,5 Prozent) und landet auf Rang 32.

And the losers are…

Am unteren Ende des Tableaus finden sich exotische Indizes wie der Mauritius Stock Exchange (-25 Prozent), der südafrikanischen JSE 30 (-24 Prozent) oder der EGX 30 (-23.5 Prozent) aus Ägypten.

Doch mit dem spanischen IBEX 35 rangiert auch ein prominenter Börsen-Index in den "Flop Ten". Die spanische Wirtschaft leidet besonders unter der Corona-Pandemie. Für das Gesamtjahr 2020 wird in Spanien mit dem stärksten Konjunktureinbruch aller EU-Länder gerechnet.

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Schweizer Bevölkerung will

Schweizer Bevölkerung will mehr digitale Dienste vom Staat

Die Digitalisierung erhöht den Druck auf die staatlichen Behörden.

28.12.2020 06:46

Eine deutliche Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer erwartet von den Behörden mehr digitale Dienstleistungen, wie aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte hervorgeht.

Ob Parkbussen bezahlen oder Autobahnvignetten beziehen. Die Schweizer Bürgerinnen und Bürger wollen solche Dienste online abwickeln können. Ein Drittel der befragten Personen kann sich sogar vorstellen, via Videokonferenz zu heiraten.

Eine grosse Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich schweizweit einheitliche digitale Lösungen von ihren Behörden, etwa für die elektronische Übermittlung von Steuerdaten, die An- und Abmeldung am Wohnsitz oder für eine elektronische Identifizierung via E-ID.

Drei Viertel der befragten Personen sind jedoch nicht bereit, für diese digitalen Dienste mehr zu bezahlen. Nur für die Möglichkeit, den Reisepass oder den Personalausweis online bestellen zu können, signalisiert eine knappe Mehrheit ihre Zahlungsbereitschaft.

Grosse Bedenken haben die Befragten beim Datenschutz und bei der Cyber-Sicherheit. Sie seien die grösste Hürde für die Bevölkerung, um digitale Dienste vom Staat stärker zu nutzen. Gerade vor der Volksabstimmung über die E-ID am 7. März 2021 müsste diese Bedenken ernst genommen werden, so Reto Savoia, CEO von Deloitte Schweiz.

Die Corona-Pandemie habe das Vertrauen in die digitalen Dienste nicht geschwächt. Im Gegenteil: Drei Viertel der Bevölkerung habe die Meinung dazu nicht geändert. Bei 10 Prozent sei das Vertrauen sogar gestiegen, vor allem bei Jungen und in den grossen Städten.

Die Umfrage von Deloitte fand in der zweiten Maihälfte 2020 statt. Sie ist laut dem Unternehmen repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Region. Befragt wurden 1500 Personen im erwerbsfähigen Alter von 16 bis 64 Jahren mit Wohnsitz in der Schweiz.

(AWP)

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Wdh: Drei Viertel der

Wdh: Drei Viertel der Schweizer Unternehmen für bilateralen Weg

(Wiederholung vom Wochenende) - Rund drei Viertel aller Schweizer Unternehmen befürworten gemäss einer Umfrage auch in der Corona-Krise die Fortsetzung des bilateralen Weges mit der Europäischen Union. Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen würden ein Rahmenabkommen unterstützen, wenn es zur Abstimmung käme.

28.12.2020 05:55

Ergänzt mit einem institutionellen Abkommen böten die Bilateralen "die mit Abstand attraktivste Option für die Mehrheit der Unternehmen", zeigt eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse und der Alliance Economie-Politique bei über 1000 Unternehmen.

Die dieses Jahr im November zum dritten Mal durchgeführte europapolitische Befragung der Schweizer Unternehmen zeige eine auch in Krisenphasen gefestigte Haltung der Unternehmen gegenüber den Beziehungen der Schweiz zur EU.

Für über 70 Prozent der befragten Unternehmen seien die aktuellen bilateralen Verträge mehrheitlich vorteilhaft. Dass die Zustimmung etwas geringer ausfalle als im Vorjahr, sei möglicherweise auf die aktuelle Krise zurückzuführen.

In der Corona-Krise habe das Bedürfnis der Unternehmen nach einer raschen Lösung mit der EU für die Weiterentwicklung der Bilateralen leicht abgenommen. Die Befürchtung, dass die Schweiz international den Anschluss verliere, sei etwas weniger ausgeprägt als im Vorjahr. Aber immerhin jedes zweite Unternehmen teile diese Befürchtung nach wie vor.

Eine Kündigung der Verträge oder ein EU-Beitritt sind laut Umfrage chancenlos. So sei der Rückhalt für die Fortsetzung der Bilateralen ein deutliches Signal gegen Experimente in der Europapolitik mit ungewissem Ausgang. Angesichts der globalen Pandemie falle die Beurteilung des institutionellen Abkommens überraschend positiv aus, heisst es weiter.

Rund jedes zweite Unternehmen ist zudem gemäss Mitteilung der Auffassung, dass der Bundesrat keine Verbesserungen gegenüber dem vorliegenden Abkommen aushandeln kann.

(AWP)

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Wdh: Weniger Flugreisende

Wdh: Weniger Flugreisende über die Festtage in Zürich und Genf

(Wiederholung vom Wochenende) - Für einmal keine endlosen Warteschlangen an den Flughäfen und kein Gedränge bei den Terminals: Die Flughäfen Zürich und Genf meldeten rund 80 Prozent weniger Passagiere über die Festtage im Vergleich zum Vorjahr.

28.12.2020 05:55

Der Flughafen Zürich verzeichnete zwischen dem 17. und 26. Dezember rund 70 Prozent weniger Flüge und 80 Prozent weniger Passagiere im Vergleich zum Vorjahr. Waren es 2019 noch 5800 Flugbewegungen - dazu gehören Abflüge und Landungen in Zürich - sind es dieses Jahr nur 1800.

Das teilte Philip Gentsch vom Flughafen Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Den Rückgang erklärt sich Gentsch mit den Corona-Reiserestriktionen. Gewisse Destinationen dürften gar nicht angeflogen werden, sagte er.

Am Flughafen Genf betrug der Rückgang der Passagierzahlen gar 84 Prozent. Zwischen dem 23. und 27. Dezember sind etwas mehr als 47'000 Passagiere ab oder nach Genf geflogen - im Vorjahr waren es fast 300'000 im gleichen Zeitraum.

Keine Überlastung im Zug

Auch die Züge waren über Weihnachten nicht überlastet. Die SBB meldeten "normalen Betrieb". Viele Leute seien zu Hause geblieben, sagte ein Sprecher. Zudem sei das Wetter nicht so schön gewesen, dass es einen Grossandrang gegeben hätte.

(AWP)

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Wdh: Schweizer Detailhandel

Wdh: Schweizer Detailhandel leidet auch im Weihnachtsgeschäft

(Wiederholung vom Wochenende) - Die neuen Corona-Beschränkungen vermasseln dem Schweizer Detailhandel das Weihnachtsgeschäft. Viele Läden blieben auf ihrer Ware sitzen, heisst es in der "NZZ am Sonntag" (NZZaS). Nun bliesen sie im Januar zu einer Schnäppchenjagd.

28.12.2020 05:55

Nachdem der Bund und die meisten Kantone lange Zeit nichts von Einschränkungen im Detailhandel hätten wissen wollen, hätten sich ausgerechnet im Dezember die Ereignisse überschlagen, heisst es in der Zeitung. So wurden im für den Handel wichtigsten Monat Dezember die Sonntagsverkäufe gestrichen, die Anzahl Personen pro Quadratmeter heruntergefahren und die Ladenöffnungszeiten gekürzt.

Franz Carl Weber bleibt auf Spielzeugen sitzen

Allein die Spielwarenkette Franz Carl Weber sei auf 1,5 Millionen unverkauften Produkten sitzen geblieben, sagt CEO Roger Bühler in der NZZaS. Er habe sich darauf eingestellt, dass die Einschränkungen im Detailhandel erst nach Weihnachten kämen. Insgesamt hätten ihn die bundesrätlichen Massnahmen von Anfang Dezember 2,4 Millionen Franken an Umsatz gekostet.

Gemäss einer Schätzung einer Schätzung von Martin Brown, Finanzprofessor an der Universität St. Gallen, liegt das Weihnachtsgeschäft 2020 trotz Online-Boom 5 bis 10 Prozent unter demjenigen von 2019. Zudem bleibt unsicher, wann im Detailhandel wieder Normalität einkehrt - trotz beginnender Impfkampanien. "Im Frühling war nach dem Lockdown eine Erholung zu beobachten. Wann und ob es diese bei der zweiten Welle gibt, ist noch sehr offen", so Brown in der NZZaS.

Rabattschlacht im Januar

"Wir erwarten erste Anzeichen der Erholung im Frühling", heisst es in der NZZaS von Seiten der Warenhauskette Manor. Bis aber wieder "einigermassen Normalzustand" herrsche, werde es wohl Sommer oder Herbst. Der Franz Carl Weber plant derweil Spielnachmittage für Kinder, um das Geschäft wieder anzukurbeln. Geschäftsführer Bühler prognostiziert, dass es im April damit loslegen kann.

Allgemein dürfte es laut NZZaS im Januar und aber zu einer Rabattschlacht der Läden kommen. Diese müssten die zu viel eingekaufte Ware loswerden. Zudem verschöben sie Produkte aus Aargauer und Solothurner Filialen - wo die Geschäfte geschlossen sind - in andere Kantone. Der Ausverkauf werde in den Städten zu mehr Rummel führen, als Epidemiologen lieb ist.

jl

(AWP)

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Wdh: Weniger Menschen auf den

Wdh: Weniger Menschen auf den Schweizer Skpisten über die Festtage

(Wiederholung vom Wochenende) - Über die Festtage waren weniger Menschen auf den Schweizer Skipisten als erwartet. Die Schneesportgebiete Lenzerheide/Arosa und Adelboden-Lenk waren nur zur Hälfte ausgelastet. Dafür konnten die Corona-Schutzmassnahmen gut eingehalten werden.

28.12.2020 05:55

Im Schneesportgebiet Lenzerheide/Arosa waren über die Festtage etwas weniger als halb so viele Gäste unterwegs wie im Jahr davor. Die Kapazität des Gebietes liegt bei 21'000 Gästen. Erlaubt wäre eine Auslastung bis zu 70 Prozent. Diese lag am Wochenende jedoch nur bei 50 Prozent, in den Tagen davor sogar darunter.

"Die Leute sind sehr zurückhaltend", sagte Peter Engler, CEO der Lenzerheide Bergbahnen AG, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ausgeblieben seien vor allem Schweizerinnen und Schweizer sowie Zweitwohnungsbesitzer. Der Zugang der ausländischen Touristen sei sowieso beschränkt.

Man habe auf etwas mehr Gäste gehofft, sagte Engler. Dafür hätten jene, die kommen, genug Platz. Das Schutzkonzept funktioniert laut Engler gut. Es habe nirgends Probleme mit dem Anstehen gegeben und die Gäste hielten sich an die Vorgaben.

Wenig Spitaleintritte

Ähnlich ist die Situation im Berner Oberland. "Die Festtage inklusive den 26. 12. waren unter den Erwartungen", teilte Matthias Werren, Sprecher der Skiregion Adelboden-Lenk, mit. Obwohl das Wetter am Samstag schön gewesen sei, hätten sich nur zwischen 50 und 60 Prozent der üblichen Gästezahlen im Mittelgebiet bewegt.

"Dies hat zur Folge, dass wir einen sehr ruhigen und Corona-mässig sehr disziplinierten Betrieb anbieten konnten", so Werren weiter. Positiv daran sei auch, dass die Unfallzahlen, insbesondere die jene der Spitaleintritte sehr tief seien.

Dies bestätigte Christian Dubois vom Waadter Skigebiet Villars, Gryon und Les Diablerets. Die Skifahrer seien vorsichtiger als sonst, wohl wissend, dass die Spitäler bereits überfüllt seien, sagte Dubois. Bisher habe es nur kleinere Verletzungen gegeben.

Aussergewöhnlich sei zudem, dass in den ersten drei Wochenenden der Saison kein Helikopter gerufen werden musste. Das Skigebiet verzeichnete am Samstag rund 9700 Gäste, was weder eine unter- noch eine überdurchschnittliche Zahl ist.

Die Kantone Graubünden, Wallis, Bern, Waadt und Tessin liessen ihre Skigebieten über die Festtage geöffnet. Demgegenüber stellten die Bergbahnen in der Zentral- und Ostschweiz den Betrieb wegen der Corona-Pandemie ein.

80 Prozent weniger Flugpassagiere

Über die Festtage gab es auch weniger Flugreisende als sonst. Der Flughafen Zürich verzeichnete zwischen dem 17. und 26. Dezember rund 70 Prozent weniger Flüge und 80 Prozent weniger Passagiere im Vergleich zum Vorjahr. Waren es 2019 noch 5800 Flugbewegungen - dazu gehören Abflüge und Landungen in Zürich - sind es dieses Jahr nur 1800.

Das teilte Philip Gentsch vom Flughafen Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Den Rückgang erklärt sich Gentsch mit den Corona-Reiserestriktionen. Gewisse Destinationen dürften gar nicht angeflogen werden, sagte er.

Am Flughafen Genf betrug der Rückgang der Passagierzahlen gar 84 Prozent. Zwischen dem 23. und 27. Dezember sind etwas mehr als 47'000 Passagiere ab oder nach Genf geflogen - im Vorjahr waren es fast 300'000 im gleichen Zeitraum.

Keine Überlastung im Zug

Auch die Züge waren über Weihnachten nicht überlastet. Die SBB meldeten "normalen Betrieb". Viele Leute seien zu Hause geblieben, sagte ein Sprecher. Zudem sei das Wetter nicht so schön gewesen, dass es einen Grossandrang gegeben hätte.

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Aktienkauf: Tipps für

Aktienkauf: Tipps für Einsteiger und Erfahrene

Der Handel mit Aktien erfreute sich gerade im Corona-Jahr steigender Beliebtheit. Es gibt den einfachen Aktienhandel und solchen mit Raffinessen. Die Übersicht.

28.12.2020 00:02

Wer längerfristig ein Vermögen aufbauen will, kommt an Aktien nicht vorbei. Zwar kommt es immer wieder zu grösseren und längeren Börseneinbrüchen. Zuletzt war dies 2007 bis 2009 im Zuge der Finanzkrise der Fall. Der Corona-Absturz im Jahr 2020 verlief zwar schockartig, schlussendlich verlief er wegen der schnellen Erholung aber relativ milde.

Das zeigt: Die Börse hat sich noch von jeder Krise oder von jedem Crash wieder aufgerappelt. Seit 1926 weisen Schweizer Aktien im Durchschnitt eine jährliche Aktienrendite von 7,6 Prozent auf, wie eine Studie der Bank Pictet zeigt. Da haben Sparkonti und Obligationen eindeutig das Nachsehen.

Die Aktieninvestments können den Profis einer Bank überlassen werden. Immer mehr Anleger wollen aber selber entscheiden, welche Aktien sie kaufen und verkaufen. Und sie wollen die Aufträge auch selber aufgeben.

Dazu braucht es - neben etwas Börsenwissen - ein Aktiendepot bei einer Bank, die Online-Trading anbietet. Der Online-Aktienhandel ist wesentlich günstiger als telefonische Börsenaufträge. Allerdings spielen die Höhe der Courtage (Gebühr bei Börsengeschäften, hier gehts zum Vergleich) und die Depotgebühr eine wesentliche Rolle bei der Wahl eines Anbieters. Bei Aktien zeigt sich, dass vor allem Grossbanken sehr viel höhere Depotgebühren verlangen als kleinere Anbieter (zum Vergleich).

Auch der Vergleich bei den Courtagen zeigt, wie stark die Kosten bei einzelnen Anbietern variieren. Während grössere Institute für einen Auftrag mit Transaktionsvolumen von 50'000 Franken bis zu 400 Franken Courtage verlangen, bieten andere Banken günstigere Courtage-Gebühren für Einzel-Trades an. cash - banking by bank zweiplus setzt dagegen auf einen Einheitstarif von 29 Franken pro Trade.

Haben Sie die passende Bank gefunden und die nötigen Zugangsdaten erhalten, kann der Handel beginnen. Doch wer noch keine Trading-Erfahrung besitzt, kommt bei der Orderplatzierung - also wenn eingegeben wird, wie viele Aktien von welcher Firma gekauft oder verkauft werden sollen – ins Grübeln: Man kann auswählen zwischen "Bestens", "Limitiert", "Stopp-Loss", "Stopp-Limit". Was bedeuten diese Ausdrücke überhaupt?

Das ist die einfachste Form des Aktienhandels. Anleger, die eine Aktie oder eine andere Wertschrift so schnell wie möglich verkaufen oder kaufen wollen, setzten auf diese Variante. Es werden weder Höchst- noch Mindestkurse gesetzt, sondern bloss die Anzahl Aktien eingegeben, die gekauft oder verkauft werden soll. Der Vorteil: Dieser Auftrag kann praktisch immer durchgeführt werden. Dem steht der grosse Nachteil gegenüber, dass kein Schutz gegenüber Kursverlusten beziehungsweise überhöhten Kaufpreisen besteht. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn Aktien mit tiefem Handelsvolumen gehandelt werden. Oder falls Aufträge erteilt werden, wenn der Börsenplatz der gehandelten Aktie geschlossen ist.

Negativ-Beispiel Bestens-Auftrag: Ein Anleger besitzt Aktien des Immobilienentwicklers Orascom und gibt nach Börsenschluss den Verkauf von 100 Titeln via Bestens-Auftrag ins Orderbuch ein. Bei einem Beispielpreis von 14,85 Franken pro Aktie hätte der Verkauf ihm also theoretisch 1'485 Franken eingebracht. Eine Börsenkorrektur über Nacht (etwa in den USA oder in Asien) vermiest den Anlegern aber die Laune, und die Aktien von Orascom eröffnen am Folgetag an der Schweizer Börse 8 Prozent tiefer bei 13,75 Franken. Erst jetzt wird der am Vorabend aufgegebene Auftrag abgewickelt, nämlich zum tieferen Preis von 13,75 Franken pro Aktie. Der Anleger erhält deshalb nur 1'375 Franken anstatt den erhofften 1'485 Franken.

  • Limitierter Auftrag

Um solche Überraschungen zu vermeiden, kann bei der Orderplatzierung eine Limite gesetzt werden. Der Kauf oder Verkauf wird nur unter den festgelegten Preisbedingungen ausgeführt. Das heisst, es wird eine Kurslimite gesetzt und ein Zeitfenster definiert. Es macht für Anleger Sinn, sich so gegen überhöhte Kaufpreise respektive zu tiefe Verkaufspreise zu schützen.

Beispiel limitierter Verkauf-Auftrag: Für den Verkauf der 100 Orascom-Aktien hätte der Anleger in oben erwähnten Beispiel eine Verkaufslimite festgelegen können. Zum Beispiel bei 15 Franken. Da der Kurs bei Börseneröffnung am Folgetag unter dieser Limite zu liegen kam (13,75 Franken), wäre kein Verkauf ausgelöst worden. Die Aktie wäre solange beim Anleger geblieben, bis die Schwelle von 15 Franken erreicht oder überschritten wird.

Beispiel limitierter Kauf-Auftrag: Eine Anlegerin interessiert sich für Aktien von Julius Bär. Sie hält den Titel mit einem Beispielkurs bei knapp 38 Franken jedoch für zu teuer. Sie entscheidet sich dafür, eine Korrektur abzuwarten und setzt eine Limite bei 32 Franken für den Kauf von 20 Aktien. Die Transaktion wird erst dann aufgeführt, wenn die Aktie tatsächlich auf 32 Franken oder darunter fällt.

  • Stop-Loss

Stop-Loss kommt nur beim Verkauf zum Einsatz und wird dann ausgelöst, wenn die Aktie eine bestimmte Schwelle (Triggerpreis) unterschreitet. Diese Auftragsart wird genutzt, um allfällige Verluste einzugrenzen und macht vor allem für Anleger Sinn, die den Aktienkurs nicht regelmässig verfolgen. Der Nachteil hier: Falls sich ein Kurs im freien Fall befindet, ist eine Preisbildung oft nicht möglich. 

Beispiel Stop-Loss: Ein Anleger besitzt schon seit einem Jahr Aktien der Firma XY. Die Aktie konnte in diesem Zeitraum um 160 Prozent zulegen und notiert bei 113 Franken. Der Anleger will die Aktie eigentlich noch nicht verkaufen, da er weitere Anstiege für möglich hält, möchte sich jedoch gegen einen möglichen Absturz absichern. Er erstellt deshalb einen Stop-Loss-Auftrag mit einem Triggerpreis bei 100 Franken. Sollte diese Marke nach unten durchbrochen werden, wird die XY-Aktie automatisch verkauft.

  • Stop-Limit

Die eben erwähnte Variante Stop-Loss hat einen kleinen Haken: Der Verkauf erfolgt "bestens". Es ist möglicherweise keine Preisbildung möglich. Der Auftrag wird erst ausgeführt, wenn der Handel wieder stabil ist - das kann auch deutlich unter der angegebenen Schwelle sein. Als "Schutz gegen unten" schafft hier der Stop-Limit-Auftrag (auch limitierter Stop-Loss genannt) Abhilfe: Im Unterschied zum Stop-Loss wird der Auftrag nur bis zu einer vordefinierten unteren Limite verkauft. Fällt der Kurs darunter, wird der Verkauf gestoppt.

Beispiel Stop-Limit: Der Anleger kann bei der Aktie XY auch einen Stop-Limit-Auftrag erstellen. Dazu setzt er neben dem Triggerpreis, den er auf 100 Franken festgelegt hat, auch eine untere Limite. Zum Beispiel bei 90 Franken. Der Verkauf wird dann ausgelöst, wenn die XY-Aktie unter 100 Franken fällt. Bei einem Aktienkurs unter der festgelegten Limite von 90 Franken wird der Verkauf jedoch gestoppt.

Komplexere Ordermöglichkeiten umfassen unter anderen Trailing Stop, Trailing Stop-Limit, Market-to-Limit, One-cancels-Others, Order-on-Event oder Iceberg-Order. Sie sind jedoch nicht auf allen Trading-Plattformen verfügbar.

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«Wir wollen unser Schicksal

«Wir wollen unser Schicksal selber bestimmen»

Der Chef der Börsenbetreiberin SIX Jos Dijsselhof will mit dem Ausbau der Gruppe an Schlagkraft gewinnen und sich auch davor wappnen, selbst gefressen zu werden.

29.12.2020 08:27

"Ein zusätzlicher Handelsplatz wie der Kauf der spanischen Börse BME bringt vor allem viel mehr Volumen bei deutlich geringer steigenden Kosten", sagte der Niederländer am Dienstag im Gespräch mit dem "Blick".

Grösse spiele für Börsenbetreiber etwa mit Blick auf den rasanten technologischen Wandel eine Rolle. "Je grösser eine Börsenbetreiberin ist, desto einfacher wird es, Geld für künftige Investitionen zu erwirtschaften", so Dijsselhof weiter. Zudem diene Grösse auch zur Verteidigung gegen andere Börsenplätze. "Wir wollen unser Schicksal selber bestimmen."

Die Systeme der Schweizer Börse hätten dem Ansturm der Anleger während der Coronakrise gut standgehalten, so der SIX-Chef zu den in diesem Jahr teils grossen Marktvolumen. "Selbst im März und April, und auch im November, als es Tage mit sehr hohen Volumen gab, waren die Server weit von ihren Kapazitätsgrenzen entfernt."

Die in den letzten Jahren in die Infrastruktur getätigten Investitionen zahlten sich aus. "Unsere Systeme kommen mit jedem Marktvolumen klar - und auch mit starken Kursschwankungen." Ein wichtiger Faktor in den Serverräumen der SIX mit immer kompakteren und leistungsfähigeren Systemen seien starke Ventilatoren, welche das System kühlen würden.

(AWP)

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Drei Möglichkeiten, wie Sie

Drei Möglichkeiten, wie Sie von Dividenden profitieren können

Auf Anlagefonds setzen, ETF kaufen oder lieber selber Aktien erwerben? Bei Dividenden können Anleger unterschiedlich vorgehen. Ein Ratgeber.

30.12.2020 07:34

Von Daniel Hügli

Die jährlichen Gewinnausschüttungen der Firmen sind unter Anlegern in den letzten Jahren zum regelrechten "Renner" geworden. Das liegt einerseits an der stetigen Gewinnsteigerung der Unternehmen. Andererseits aber auch am sinkenden Zinsniveau, das festverzinsliche Formen der Geldanlage (wie Obligationen oder Geldkonten) unattraktiver machte.

Die Dividendenrenditen - sie errechnet sich mit der ausbezahlten Dividende geteilt durch den Aktienkurs - sind in den letzten Jahren mitunter markant gestiegen. So haben von den 20 Unternehmen im Swiss Market Index nur noch wenige Aktien eine Rendite von unter 2 Prozent. Was bei Einzelanlegern gefragt ist, ruft in der Regel auch die Finanzindustrie auf den Plan. Sie warf vor allem zwischen den Jahren 2012 und 2016 eine beträchtliche Anzahl Dividendenfonds auf den Markt. 

Doch braucht man überhaupt Dividendenfonds? Können Anleger nicht selber Fondsmanager spielen und mit Stock-Picking gut rentierende Aktien ins Portfolio holen? Um dies beantworten zu können, spielen die Faktoren Kostenbewusstsein, Alter des Anlegers und Erfahrenheit am Aktienmarkt zentrale Rollen. Hier die drei Varianten für dividenden-orientierte Anleger.

1) Dividenden-Anlagefonds

Hier sorgt sich einer oder mehrere Fondsmanager um die Zusammensetzung des Fonds. Dieser sollte mindestens etwa 30 dividendenstarke Aktien umfassen, damit die Risikostreuung gewährleistet ist. Anleger sollten auch darauf schauen, dass in den Fonds nicht zu viel Risiko steckt in Sachen Regionen (zum Beispiel zu hohe Gewichtung auf Schwellenländer) oder bei Sektoren wie etwa zu viele Bankaktien.

Die grosse Mehrheit der Dividenden-Anlagefonds trägt das Label "Ausschüttend". Das heisst, sie zahlen den Anlegern die im Fonds erzielten Dividenden aus. Das geschieht jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Die "thesaurierenden" Fonds sind aus Sicht des langfristig orientierten Sparers vorteilhafter. Hier werden die ausgeschütteten Dividenden sogleich wieder in die entsprechenden Aktien reinvestiert. Nur so kommt langfristig ein Zinseszinseffekt voll zum Tragen.

Der Unterschied zwischen "ausschüttend" und "thesaurierend" darf nicht unterschätzt werden. Einer der grössten Dividendenfonds Europas, der die Dividenden jeweils freigibt, hatte in den letzten zehn Jahren rund 35 Prozent Performance. Hätte der Fonds thesauriert, also die Dividenden wieder investiert, hätte die Performance 85 Prozent betragen.

Ein Nachteil der aktiv gemanagten Fonds - welcher Art auch immer - sind die Kosten. Sie betragen im Schnitt etwa 1,5 Prozent. Es gibt nur sieben aktiv gemanagte Dividendenfonds, die sich nur auf Schweizer Firmen konzentrieren. Dividenden-Anlagefonds eignen sich für Anleger, welche ein Portfolio lieber in Händen von Profis sehen und die auch einen internationalen Anlagehorizont haben. Bekanntere Dividendenfonds sind etwa der "DWS Top Dividende" oder der "UBS (CH) Equity Fund - Swiss High Dividend".

2) ETF-Dividendenfonds

Die Exchange Traded Funds (ETF) auf Dividendenebene orientieren sich an Aktienindizes. Den "Euro Stoxx Select Dividend 30 ETF“ zum Beispiel bilden mehrere Produkte von verschiedenen Banken nach. Dieser Index beziehungsweise die ETF der Anbieter beinhalten die dividendenstärksten Unternehmen der Eurozone, sie werden nach der Höhe der Dividendenrendite gewichtet. 

Die ETF-Dividendenfonds mögen einfach und übersichtlich sein, doch sie haben einen Nachteil. Sie sind weitgehend starr und ermöglichen kein aktives Aktien-Management. Am Index wird in der Regel nur einmal pro Jahr etwas geändert. Das ist ein Nachteil, gerade wenn sich bei einer Firma negative Änderungen in Sachen Dividende abzeichnen. Aktiv verwaltete Fonds können hier umgehend reagieren.

Vorteile bei den ETF-Dividendenfonds sind die ETF-typischen tiefen Kosten, sie bewegen sich im Schnitt zwischen 0,2 und 0,5 Prozent. ETF-Dividendenfonds sind gerade für jüngere und kostenbewusste Anleger geeignet, die sich noch mitten in der Sparphase befinden. Bekanntere ETF-Dividendenfonds sind  der "SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF" oder der "iShares Swiss Dividend ETF".

3) Selber Dividenden-Titel kaufen

Ob man genügend Kenntnisse vom Aktienmarkt hat, ob man der Finanzindustrie und deren Kosten misstraut, oder ob man einfach Spass am eigenständigen Investieren hat: Es gibt genügend gute Gründe, weshalb Anleger ihre eigenen Dividenden-Manager sind. Aktien mit hoher Dividendenrendite zu identifizieren ist nicht besonders schwierig. Allerdings müssen Anleger die üblichen "Musts" beim Dividendeninvestieren beachten. Die wichtigsten: Eine hohe Dividende ist nicht immer gut. Manchmal schütten Unternehmensinhaber aus Eigeninteresse zu viel Geld aus (sie selber sind ja auch Aktionäre) und höhlen somit die Firma aus.

Anleger setzen daher lieber auf Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell und Wettbewerbsvorteilen gegenüber der Konkurrenz. Diese Firmen haben in der Regel auch eine Geschichte von stetig steigender Dividendenzahlungen. Der Pharmakonzern Roche zum Beispiel erhöht seitJahrzehnten ununterbrochen jährlich seine Dividende.

"Self-Made-Investieren" bei Dividenden bringt indes auch Nachteile. Investoren müssen das Geschehen am Markt beobachten und zweifelhaft gewordene Aktien verkaufen und neue Gelegenheiten entdecken. Zudem tendieren Schweizer Anleger dazu, vorwiegend auf einheimische Titel zu setzen. Damit entgehen ihnen attraktive Dividenden-Investments im Ausland. Die Schweiz rangiert bei Dividendenrenditen im europäischen Vergleich schliesslich nur im Mittelfeld.

Ein Nachteil ist je nach Blickwinkel auch, dass die allermeisten Privatanleger nicht "thesaurierend" handeln. Die Ausschüttungen werden in der Regel als Cash-Bestand behalten und/oder für andere Investments gebraucht. Das unabhängige Dividendenanlegen eignet sich am besten für börsenerfahrene, ältere Anleger, für welche die Sparphase nicht mehr Priorität hat.

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JP Morgan sieht

JP Morgan sieht Übernahmewelle auf die Schweiz zurollen

Nach einem Einbruch im laufenden Jahr rechnet die US-Investmentbank JP Morgan 2021 mit deutlich mehr Firmenübernahmen in der Schweiz.

30.12.2020 07:35

"Zum Jahresende war selten so viel los wie jetzt", sagte Schweiz-Chef Nick Bossart in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir erwarten für 2021 eine starke Zunahme der M&A-Volumen in der Schweiz." Eine ganze Reihe von Firmen arbeite an Deals, mit denen sie ihr Geschäft auf eine neue Grundlage stellen wollten. "Kleinere, aber auch ganz grosse Firmen treiben zur Zeit solche transformativen Transaktionen voran. Es gibt kaum Sektoren, wo nichts läuft." JP Morgan ist einer der führenden Berater in dem Geschäft.

Die Coronavirus-Krise habe dazu geführt, dass von Mitte März bis Anfang Mai viele Fusions- und Übernahme-Projekte abrupt gestoppt worden seien, so der Banker. Dem Datenanbieter Dealogic zufolge sank die Zahl Übernahmen mit Schweizer Beteiligung bis gegen Ende November auf 401 von 522 im Vorjahr. Weil Gross-Transaktionen ausblieben, sackte das Volumen gar um über 60 Prozent ab.

"Inzwischen hat die Aktivität wieder kräftig angezogen", sagte Bossart. Unsicherheitsfaktoren seien in den Hintergrund getreten. So sei dank der Impfungen das Licht am Ende des Covid-Tunnels erkennbar. Dennoch dürfte der Kostendruck für viele Firmen zunehmen. Mit Zusammenschlüssen im Heimmarkt könnten sie gegensteuern. Mit Covid-19 sei aber auch die Bedeutung der Digitalisierung sprunghaft angestiegen. "Viele Firmen werden sich hier verstärken müssen", sagte Bossart.

SPACs nehmen auch die Schweiz ins Visier

Der Bewertungs-Unterschied zwischen stark wachsenden und eher stagnierenden Firmen sei kaum je so gross gewesen wie heute. "Das wird den M&A-Markt weiter beflügeln. Wer mit dem bestehenden Geschäft zu wenig wächst, kauft zu." Und schliesslich hätten viele mögliche Käufer wie Private Equity-Firmen volle Kriegskassen. Dazu kämen sogenannte SPACs (Special Purpose Acquisition Vehicles). Diese sammeln mit einem Börsengang Geld ein und gehen erst danach auf die Suche nach einem Unternehmen, das sie mit dem Erlös kaufen können. In den USA boomt das Geschäft mit solchen leeren Firmenmäntel. So will etwa das Männermagazin "Playboy" durch die Hintertür an die Börse zurückkehren.

US-SPACs hätten den eigenen Markt schon stark nach Zielen abgesucht, erklärte Bossart. "Solche Spacs schauen sich auch in der Schweiz nach Zielen um." Von möglichem Interesse seien Divisionen, die grosse Firmen abstossen wollten. Gleichzeitig prüften Banken zusammen mit Geschäftsleuten, selbst ein SPAC an die Schweizer Börse zu bringen. "Das steht bei vielen für 2021 auf der Agenda." Zwar gebe es technische Hürden. So müsse eine Gesellschaft, die an die SIX wolle, Finanzzahlen der vergangenen drei Jahre vorlegen. Das könne ein SPAC nicht leisten. "Aber ich gehe davon aus, dass da Lösungen gefunden werden."

(Reuters)

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Die Tops und Flops des

Die Tops und Flops des Schweizer Börsenjahres 2020 – und wie es 2021 weitergeht

Ein denkwürdiges Schweizer Börsenjahr ist zu Ende. Welche Titel am besten performten, welche am stärksten unter die Räder kamen – und wie die Chancen für 2021 stehen.

31.12.2020 08:09

Von Henning Hölder

2020 war ein einzigartiges Börsenjahr. Der historische Corona-Crash hat März den Schweizer Aktienmarkt binnen weniger Wochen um bis zu 30 Prozent einbrechen lassen. Doch es sollte sich als den wohl kürzesten Bärenmarkt der Geschichte herausstellen. Es folgte eine Erholungsrally, mit dessen Geschwindigkeit kaum ein Experte gerechnet hatte. Zuerst zogen Wachstumstitel, allen voran die sogenannten Corona-Profiteure, den Markt nach oben. Im November sorgten dann die positiven Impfstoff-Nachrichten dafür, dass eine breite Masse von Substanz- und zyklischen Werten nachzog.

Am Ende des Jahres 2020 springt, gemessen am Swiss Performance Index (SPI), ein Plus von immerhin rund 4 Prozent heraus - trotz teilweiser Corona-bedingter Stilllegung der Wirtschaft. cash.ch nennt die grössten Tops und Flops 2020 unter den Blue Chips und am breiten Markt und zeigt, ob sich für 2021 ein Kauf noch (oder eben wieder) lohnt.

Kursentwicklung des Swiss Performance Index (SPI) im Jahr 2020, Quelle: cash.ch.

SMI Tops

Lonza (+62 Prozent): Der Zweitplatzierte aus dem letzten Jahr hat es 2020 auf das Siegerpodest geschafft. Lonza profitierte als Pharmazulieferer dieses Jahr massiv von der Corona-Pandemie. Mit ModernaAstraZeneca und Altimmune produziert das Basler Unternehmen Impfstoffe von gleich drei namenhaften Herstellern. Während Moderna und Astrazeneca bereits erste Zulassungen für ihre Impfstoffe erhielten, erwartet Altimmune erste Studienresultate im Frühjahr 2021. Auch wenn angesichts der Kursteigerungen der letzten beiden Jahre einigen Aktionären schwindelig sein mag, dürfte die Reise 2021 noch nicht zu Ende sein. Lonza hatte bereits vor Corona pralle Auftragsbücher und generiert auch heute ausserhalb des Pandemie-Geschäfts laufend neue Aufträge.

Sika (+34 Prozent): Der Bauchemiespezialist Sika ist ebenfalls ein Liebling der Schweizer Anleger. Kein Wunder, hat doch das Unternehmen mit Hauptsitz in Baar in der Corona-Pandemie gezeigt, dass es trotz Krise liefern kann. Verbesserungen der lokalen Management-Strukturen, eine Steigerung der Effizienz im operativen Geschäft sowie ein solides Cash-Management sorgten im Jahr 2020 gar für die Erschliessung von weiteren Marktanteilen. Auch für die Sika-Aktie dürfte es langfristig weiter nach oben. Das Unternehmen hält an der ambitionierten "Strategie 2023" weiter fest. Pro Jahr sollen sechs bis acht Prozent Umsatzwachstum her, das bekräftige CEO Paul Schuler kürzlich. Die Aktie ist weiterhin ein Kauf.

Die Rangliste im SMI

Quelle: Bloomberg

SMI Flops

Swiss Re (-23 Prozent): Unter den Schweizer Blue Chips hatte Swiss Re das schlimmste Jahr. Der Rückversicherer aus Zürich litt unter den Versicherern am meisten unter den versicherten Pandemieschäden. Seit November bewegt sich der Aktienkurs wieder auf leicht höherem Niveau, verliert auf Jahressicht aber immer noch 23 Prozent. Bei Swiss Re scheint der grosse Ausverkauf vorüber zu sein. Nach den hohen Corona-Belastungen im 2020 dürfte sich die Lage im kommenden Jahr weiter normalisieren und zu deutlich besseren Resultaten führen. Die Erholung im nächsten Jahr ist noch nicht im Aktienkurs eingepreist. Geduldige Anleger greifen zu.

Credit Suisse (-12,5 Prozent): Neben Versicherern kam es im Coronajahr auch für Bank-Titel insgesamt knüppeldick. Bemerkenswert: Trotz ähnlicher Geschäftsmodelle schneidet unter den beiden Schweizer Grossbanken UBS (+2,4 Prozent) deutlicher besser ab als Rivalin Credit Suisse (-12,5 Prozent). Beide sind global führend im Private Banking und im Investment Banking engagiert. Doch das Geschäftsmodell der CS ist weitaus aggressiver aufgestellt. Die zweitgrösste Schweizer Bank geht mehr Risiko ein, was 2020 Kosten für Rückstellungen verursacht hat. Genau darin könnte 2021 durchaus Aufholpotenzial liegen – in Form von rückläufigen Risikoaufschlägen. Insgesamt bleiben Bank-Aktien aber weiterhin vergleichsweise wenig attraktiv. 

SPI Tops

Relief Therapeutics (+26'800 Prozent): Hoffnungen auf ein mögliches Corona-Medikament haben der Aktie des Genfer Biotechunternehmens Relief Therapeutics im Frühjahr 2020 einen Raketenstart beschert: In der Spitze stand ein Kursgewinn von sage und schreibe 78'000 Prozent. Grund für die Euphorie ist der entzündungshemmende Wirkstoff Aviptadil. Dieser hat in einer Gruppe von schwer kranken Coronapatienten die Sterberate merklich reduzieren können. Doch am letzten Handelstag des Jahres kam noch ein Nackenschlag für die Aktionäre: Die US-Gesundheitsbehörde lehnte die erhoffte Notfallzulassung ab. Die Aktie brach um 30 Prozent ein. Auf Jahressicht bleibt aber noch immer ein stattliches Plus von 26'800 Prozent. Anleger hoffen auf positive Studienresultate Ende Januar. Die Aktie bleibt nur für Zocker geeignet.

Kursentwicklung von Relief Therapeutics im Jahr 2020, Quelle: cash.ch.

Perfect Holding (+376 Prozent): Mit der Perfect Holding befindet sich neben Relief ein zweiter Penny Stock auf dem Treppchen der besten Schweizer Aktien 2020. Der Dienstleiter im Bereich der Geschäftsfliegerei bietet das Chartern von Flügen sowie den An- und Verkauf von Flugzeugen an. Die Firma macht allerdings seit Jahren Verluste. Die Aktie erhielt durch eine Einigung mit Kreditgebern Aufwind. Doch auch hier gilt: nur für Risikofreudige Anleger.  

Zur Rose (+165 Prozent): Die Versandapotheke mit Sitz in Frauenfeld ist einer der grossen Corona-Gewinner. Bis im Juli stieg der Kurse von 108 Franken auf über 300 Franken. Zur Rose profitiert als "Stay-at-Home-Aktie" massiv vom Home-Shopping-Trend. Im Sommer tauchte die Aktie zwischenzeitlich, weil die Halbjahreszahlen enttäuschten. Zur Rose macht trotz Corona-Pandemie weiter Verluste und setzt alles auf Wachstum. Die langfristige Wachstumsgeschichte ist denn auch weiterhin in Takt. Die weiter fortschreitende Digitalisierung wird der Online-Apotheke weiter zugutekommen. Nicht zuletzt die durch 2022 geplante Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland wird weiter für viel Wachstumsphantasie sorgen. Die Devise: Langfristig dranbleiben, aber jederzeit mit Rücksetzern rechnen.

Die Top-Ten und die Flop-Ten im SPI

Quelle: Bloomberg

SPI Flops

Santhera (-76 Prozent): Das Jahr 2020 war für das Baselbieter Biotechunternehmen von Rückschlägen gezeichnet. Im Oktober musste Santhera endgültig sein Puldysa-Projekt begraben. Ein Medikament, das gegen abnehmender Atmungsfunktion helfen sollte, erzielte keine Wirkung. Der Aktienkurs brach in der darauffolgenden Woche um fast 50 Prozent ein. Santhera will sich jetzt neu aufstellen: Das Unternehmen entlässt die Hälfte der Mitarbeiter und setzt seine Hoffnungen neu auf ein neuartiges Steroid gegen den erblichen Muskelschwund DMD. Das Unternehmen benötigt aber dringend frisches Geld. Der Aktienkurs ist massiv nach unten geprügelt, das mögliche Aufholpotenzial umso grösser. Doch Achtung: Die Aktie ist nichts für vorsichtige Anleger, ein Totalverlust immer möglich.

LM Group (-44 Prozent): Kaum ein Sektor litt 2020 derart unter der Corona-Krise wie die Reise-Branche. Auch LM Group, zu der das Online-Reiseportal lastminute.com gehört, spürt bis heute die Reisezurückhaltung, sowohl geschäftlich als auch privat. Doch im Gegensatz zu anderen Unternehmen in der Reisebranche wie etwa Airlines ist LM Group dank weitaus geringerer Fixkosten finanziell solide aufgestellt - und damit auch für die zweite Welle gerüstet. Der Aktienkurs profitierte bereits von der Impfstoff-Nachricht. Doch für 2021 besteht weiteres Aufholpotenzial. Kaufen.

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Investoren überdenken Rolle

Investoren überdenken Rolle von Bonds, Technologie-Aktien und ESG

2020 war ein Jahr wie kein anderes. Globale Vermögensverwalter von BlackRock bis zu JP Morgan haben ihre Erkenntnisse für Investoren zusammengefasst. Hier sind einige ihrer Überlegungen.

30.12.2020 16:30

Angesichts einer Gesundheitskrise von beispiellosem Ausmass rutschten globale Aktien in einem Rekordtempo in einen Bärenmarkt ab und erholten sich anschliessend dank Zentralbankgeldern auf neue Höchststände. Die Anleiherenditen fielen auf ungeahnte Tiefstwerte. Die weltweite Reserve-Währung stieg auf Allzeithochs und fiel dann auf das schwächste Niveau seit mehr als zwei Jahren zurück.

Gegen Ende des turbulenten Jahres 2020 haben globale Vermögensverwalter von BlackRock bis zu JPMorgan ihre Erkenntnisse für Investoren zusammengefasst. Hier sind einige ihrer Überlegungen:

Überdenken Sie die Rolle von Anleihen in Portfolios

Die massiven Stimuli, die die politischen Entscheidungsträger weltweit zur Verfügung stellten, nachdem die Märkte im März einfroren, führten zu einem Zusammenbruch der seit langem bestehenden negativen Korrelation zwischen Aktien und Anleihen. Die Rendite 10-jähriger US-Bonds stieg innerhalb einer Woche von 0,3 Prozent auf 1 Prozent, während gleichzeitig die Aktienmärkte weiter absackten.

Trotz eines anziehenden Wachstums müssen sich die Anleger auf länger anhaltende Niedrigzinsen einstellen. Daher sind nun Zweifel aufgetaucht, ob Industrieländer-Staatsanleihen weiterhin sowohl Schutz und Diversifizierung bieten als auch Anleger zufriedenstellen können, die nach Einkommenszuwächsen suchen. Es gibt auch eine Diskussion über die traditionelle Anlagestrategie, 60 Prozent der Mittel in Aktien und 40 Prozent in Anleihen zu investieren, obwohl diese Taktik sich im Laufe des Jahres als robust erwiesen hat.

“Wir erwarten im nächsten Konjunkturzyklus aktivere fiskalpolitische Impulse als jemals zuvor in der jüngeren Geschichte, da Geld- und Fiskalpolitik auf eine Linie gebracht werden”, sagt Peter Malone, Portfolio-Manager bei JPMorgan in London. “Die zukünftigen Erträge aus einem einfachen, statischen Aktien-Anleihe-Portfolio werden wahrscheinlich begrenzt sein.”

Einige Giganten der Wall Street empfehlen den Anlegern eine risikofreudige Haltung einzunehmen, um sich an die veränderte Rolle von Anleihen anzupassen. Unter anderem riet das BlackRock Investment Institute in einer Note Anfang Dezember den Anlegern, auf Aktien und hochrentierliche Anleihen zu setzen.

“Kämpfe nicht gegen die Fed “

Nur wenige hätten mit einer raschen Trendwende an den Märkten im Jahr 2020 gerechnet. Als sich Covid-19 ausbreitete, sackte der S&P 500 in nur vier Wochen um 30 Prozent ab. Das war ein viel schnellerer Einbruch als in früheren Bärenmärkten, in denen es bis zum Tiefpunkt im Schnitt eineinhalb Jahre dauerte.

Dann, als Regierungen und Zentralbanken die Volkswirtschaften mit Liquidität fluteten, erholten sich die Aktienkurse in einem ebenso erstaunlichen Tempo. Innerhalb von etwa zwei Wochen stieg die US-Benchmark gegenüber dem Tief vom 23. März um 20 Prozent.

Wenn die Märkte sich so schnell bewegen, hätte jemand mit Barbeständen “die Rally verschlafen und hätte Probleme gehabt, den Rückstand aufzuholen”, sagte Mahesh Patil, Co-Chief Investment Officer bei AMC in Mumbai.

Ein wenig gegen den Strom zu schwimmen, sei hilfreich, erklärte Patil. Er fügte hinzu, dass es für Anleger besser sei, nicht zu viel Cash zu halten. Sie sollten sich auch auf ein Bottom-up-Portfolio konzentrieren, damit sie sowohl Aufwärts- als auch Abwärtszyklen meistern können, empfahl er.

Die rasche Markterholung hat laut SooHai Lim von Barings die Richtigkeit des alten Sprichworts „Kämpfe nicht gegen die Fed “ bewiesen. Dennoch warnten einige Fondsmanager, dass Anleger schnelle Hilfen durch die Zentralbanken nicht als selbstverständlich ansehen sollten.

Teflon-Tech

Die schwindelerregende Rallye der Tech-Aktien in diesem Jahr bot Anlegern eine einmalige Gelegenheit. Die zehn grössten US-Unternehmen, die am stärksten zu den Gewinnen im S&P 500 beigetragen haben, sind allesamt technologiebezogene Aktien, angefangen vom Cloud-Computing-Pionier Amazon bis zum Chiphersteller NVIDIA.

Selbst mit einer kurzen Pause im November, als positive Studienergebnisse eines Covid-19-Impfstoffs eine Rotation in die Nachzügler, die zyklischen Aktien, auslösten, erwies sich Technologie als der Sektor mit der besten Performance in Asien und Europa. Anhänger der Substanzwertstrategie erlebten mehrere Fehlstarts im Laufe des Jahres.

“Unterschätzen Sie niemals den Einfluss von Technologie”, sagte Alan Wang, Portfolio-Manager bei Principal Global Investors in Hong Kong. Dank der niedrigen Fremdkapitalkosten wurde “eine Menge neue Technologie neu bewertet und diese (Pandemie) hat den Unternehmen eine grossartige Gelegenheit verschafft, unser Leben neu zu erfinden.”

Innovative Aktien werden jetzt auf der Grundlage immaterieller Faktoren wie Firmenwert und geistiges Eigentum bewertet und nicht nach traditionellen Methoden wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, sagte Wang. Er rät Anlegern, solche Bewertungsstrategien anzuwenden.

Bargeld ist Trumpf für Unternehmen

Die Pandemie und die Geschwindigkeit, mit der sie die Märkte durcheinander wirbelte, hat den Anlegern gezeigt, dass sie an Unternehmen mit starken Bilanzen festhalten sollten, die Turbulenzen in unsicheren Zeiten standhalten können.

2020 wurden zwei wichtige Lektionen bestätigt, die Tony DeSpirito von BlackRock im Laufe der Jahre gelernt hat: Anleger sollten Stresstests bei Unternehmen durchführen, um festzustellen, ob die Gewinne und Bilanzen dieser Unternehmen stark genug sind, um Rezessionen in normalen Zeiten zu überstehen. Und sie sollten die Anlagerisiken diversifizieren und auch die Quellen des Alpha-Potenzials erhöhen.

Achten Sie auf Kollateralschäden

Die entschlossenen Rettungspläne der politischen Entscheidungsträger hatten für Investoren in einigen Sektoren ihren Preis. Europäische Bankaktien sackten ab, nachdem die Geldinstitute angewiesen wurden, Dividenden auszusetzen, um Kapital zu erhalten. In Asien verzeichneten Immobilienwerte in diesem Jahr nach Energieaktien die zweitschlechteste Performance. In einigen Märkten wie Singapur wurden Gesetze verabschiedet, in denen Vermieter aufgefordert wurden, bestimmten Mietern Erleichterungen zu gewähren.

SooHai Lim von Barings sagte, er werde ein höheres Risiko einpreisen, wenn er in bestimmte Sektoren wie Banken investiert, die “definitiv stärker regulatorischen Eingriffen ausgesetzt sind”.

ESG-Einsatz verdoppeln

ESG-bezogene Vermögenswerte verzeichneten während der Volatilität in vielen Bereichen des Marktes eine Outperformance, was Skeptiker eines Besseren belehrte. So ist zum Beispiel ein FTSE-Index globaler Aktien mit signifikantem Engagement in Umweltmärkten in diesem Jahr um 35 Prozent gestiegen und hat damit die globale Aktienbenchmark um mehr als 20 Prozentpunkte übertroffen.

“Die Covid-Krise hat die Notwenidkgeit eines schnellen Wandels stark in den Mittelpunkt gerückt. Wir beobachten, dass Kunden aller Art ihre langfristigen Ziele und die von ihren Investitionen geforderten Ergebnisse neu bewerten”, sagt Harriet Steel, Leiterin Geschäftsentwicklung bei Federated Hermes.

Tatsächlich hat die Pandemie zu massiven Zuflüssen in ESG-Produkte geführt. Globale Fonds, die in Strategien im Zusammenhang mit sauberer Energie, Klimawandel und ESG investieren oder diese anwenden, haben ihr verwaltetes Kapital 2020 gegenüber dem Vorjahr um etwa 32 Prozent auf einen neuen Rekord von 1,82 Billionen Dollar gesteigert, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten.

“Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass alles möglich ist”, sagte Michael Antonelli, Managing Director und Marktstratege bei Baird. “Dinge, von denen ich niemals dachte, dass sie passieren würden, sind in der Tat eingetreten.”

(Bloomberg)

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