CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

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Ganz Italien wird nun zur Sperrzone

Die italienische Regierung weitet die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus. Es gebe keine Zeit zu verlieren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Premier Giuseppe Conte am Montagabend.

Internationale Zug- und Flugverbindungen sowie der öffentliche Nahverkehr sollen nicht ausgesetzt werden. Dafür bleiben Schulen, Universitäten und Kindergärten in ganz Italien bis mindestens 3. April geschlossen. Auch alle Sportveranstaltungen, eingeschlossen die Spiele der Serie A, werden ausgesetzt. Rund 60 Millionen Menschen sind von den Massnahmen betroffen.

9172 Infektionen wurden in Italien bis Montag erfasst, das sind fast 1800 Fälle mehr als am Vortag, wie aus den Zahlen des Zivilschutzes hervorgeht. Die Zahl der Toten erhöhte sich von 366 auf 463, davon allein 333 in der Lombardei mit ihrer Metropole Mailand. 724 Patienten sind wieder genesen.

Conte, der sich mit der EU-Kommission auf zusätzliche Defizitflexibilität in der Grössenordnung von 7,5 Milliarden Euro zur Eingrenzung der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf die italienische Wirtschaft geeinigt hat, will von Brüssel noch mehr Spielraum fordern.

 

Erstmals starben am Montag auch in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus. Beide Todesfälle wurden am Montag in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben.

Unterdessen meldete auch Zypern seine ersten Coronavirus-Fälle. Bei zwei Menschen habe sich eine Infektion mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 bestätigt, teilte das zyprische Medien- und Informationsamt am Montag mit. Damit gibt es nun in allen Mitgliedsstaaten der EU Infektionsfälle.

In China starben weitere 22 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus. Die Zahl neu Infizierter sank nach offiziellen Angaben weiter auf landesweit 40 Fälle. Es wird jedoch eine hohe Dunkelziffer vermutet. An Covid-19 sind in China bislang mehr als 3000 Menschen gestorben. Über 80'735 Infektionen wurden nachgewiesen, jedoch gelten mehr als 58'000 Patienten mittlerweile als geheilt.

Im Iran habe sich innerhalb von 24 Stunden die Zahl der Toten von 194 auf 237 erhöht, sagte Ministeriumssprecher Kianush Dschahanpur am Montag in Teheran. Die Zahl der offiziell erfassten Ansteckungen im Land kletterte auf 7161 – 595 mehr als am Vortag.

Die meisten Coronavirus-Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die innerhalb von wenigen Tagen verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

Shok

Das Frühjahr und der Sommer mit wärmeren Temperaturen dürften die Ausbreitung des Coronavirus entgegen erster Experteneinschätzungen nicht sehr stark verlangsamen. Es sei wohl damit zu rechnen, "dass wir direkt in eine Epidemiewelle hineinlaufen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, am Montag in Berlin. "Das heisst, wir müssen damit rechnen, dass ein Maximum von Fällen in der Zeit von Juni bis August auftreten wird", ergänzte Drosten in einem NDR-Podcast.

In Foggia in Süditalien fuhren derweil Armee-Panzer durch die Stadt, nachdem rund 50 Insassen aus einem Gefängnis geflohen waren.

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Diese Schweizer Aktie

Diese Schweizer Aktie übersteht bis jetzt den schlimmsten Coronavirus-Sturm

Ein Schweizer Gesundheitsunternehmen profitiert von der Coronaviruskrise. Allerdings gibt es Fragezeichen beim Nachfrageboom nach gewissen Produkten.

09.03.2020 22:55

Von Manuel Boeck

Das Coronavirus ist mit voller Wucht an den Weltbörsen angekommen. Negativ betroffen sind auch die Aktien der allermeisten Schweizer Unternehmen. Einzig Swisscom und Lonza verbuchen im Swiss Market Index SMI noch Gewinnzuwächse im laufenden Jahr. Doch es gibt auch Aktien von Schweizer Unternehmen, die gerade wegen der Coronakrise zulegen.

Der Medizinalbedarfhersteller IVF Hartmann gehören in diese Kategorie. Die Aktien stehen in diesem Jahr 15 Prozent im Plus und gehören mit der Aktienperformance 2020 zu den Top Zehn des breiten Schweizer Börsenindex SPI. Nur das Biotechnologieunternehmen Relief Therapeutics, der Finanzdienstleister Leonteq, das Vermarktungsunternehmen Highlight Event and Entertainment, das Energieunternehmen BKW und die Immobiliengesellschaft Intershop haben eine bessere Aktienperformance.

IVF Hartmann ist der führende Schweizer Hersteller von Produkten für Wundversorgung. Das im schaffhausischen Neuhausen beheimatete Unternehmen gehört mit einem Anteil von 66,3 Prozent der deutschen Hartmann-Gruppe. Zu den Kunden gehören vor allem Schweizer Gesundheitseinrichtungen wie Spitäler, Alters- und Pflegheime, Spitex, Apotheken und Drogerien.

Mundmasken und Desinfektionsmittel gefragt

Zwei Geschäftsfelder von IVF Hartmann profitieren hauptsächlich von der Coronakrise: Risikoprävention und Desinfektion. Die Hinweise im Onlineshop von IVF Hartmann deuten darauf hin, dass die Firma die grosse Nachfrage infolge des Coronavirus nicht decken kann. "Aufgrund Corona-Virus teilweise lange Lieferzeiten", steht bei Hand- und Flächendesinfektionsmittel. Das gleiche gilt für Mundmasken.

IVF Hartmann bestätigt: "Die Nachfrage nach Desinfektions- und Schutzprodukten ist seit dem Ausbruch des Coronavirus gestiegen. Wir haben deshalb beispielsweise die Produktion von Desinfektionsmitteln bei Bode in Hamburg hochgefahren", schreibt die Firmaauf Anfrage von cash.ch. Zudem sei die Belieferung von Rohstoffen, Halbfertigprodukten und Handelswaren durch die jetzige Situation erschwert. Zu ihren Kunden, zu Lagerbeständen oder der Nachfrage nach einzelnen Produkten gibt IVF Hartmann keine Auskunft. Laut Firmenangaben trägt die Konzernaktivität "Infektionsmanagement" 36 Prozen zum Umsatz bei.

Wegen der schwierigen Liefersituation ist es auch fraglich, ob die im Aktienpreis enthaltenen Fantasien nicht etwas übertrieben sind. So produziert IFV Hartmann die Schutzmasken nicht in Neuhausen, und Deutschland hat unlängst ein Ausfuhrverbot für medizinische Schutzausrüstung verhängt. In der Coronakrise machen sich nationale Egoismen bemerkbar. Inwiefern sie die Lieferketten von IVF Hartmann gefährden, ist Spekulation.

Anhaltender Negativtrend beim Gewinn

Eine weniger erfolgreiche Geschichte als der Nachfrageüberschuss durch die Coronakrise bieten die Unternehmenszahlen der jüngsten Vergangenheit. Im ersten Halbjahr 2019 verbuchte IVF Hartmann zwar mehr Umsatz, hatte aber weniger Gewinn gegenüber der Vorjahresperiode. Der Gewinn ging wegen des anhaltenden Preisdrucks und wegen Währungseffekten um 4,4 Prozent zurück. Auch schon 2018 ging der Jahresgewinn um 12,1 Prozent gegenüber 2017 zurück.

Kursverlauf der IVF Hartmann-Aktien seit Anfang 2017 (Quelle: cash.ch).

Die negative Gewinntendenz widerspiegelt sich in der Aktienkursentwicklung der letzten Jahre. Vom Höhepunkt von 219,5 Franken im März 2017 sind die Aktien auch mit der Bewertung vom Montag 21 Prozent entfernt. Die Aktien haben alleine in den Jahren 2017 bis 2020 23 Prozent ihres Werts verloren.

IVF Hartmann veröffentlicht am 11. März die Jahreszahlen. Dann wird sich einerseits zeigen, ob die Negativtendenz beim Gewinn anhält. Andererseits sollte der Ausblick darüber Auskunft geben, wie stark das Unternehmen wirklich von der Coronakrise profitiert. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von teuren 31,5 und einer Dividendenrendite von lediglich 1,4 Prozent ist die Aktie per se nicht unbedingt attraktiv.

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Fracking-Industrie vor Ruin?

Jetzt steht die Fracking-Industrie, die Präsident Donald Trump mit harter Unterstützung für eine Steigerung der Produktion fossiler Brennstoffe ausbauen wollte, vor einem möglichen Ruin. Die Ausbreitung des Coronavirus, das die als COVID-19 bekannte Krankheit verursacht, führt zu Flugunterbrechungen und zur Einstellung der Fabrikproduktion in China, während konkurrierende Hersteller den Markt überversorgen, um ihren Anteil zu verteidigen. Fracking, ein ballyhooed, aber finanziell fragiler Sektor, hatte Mühe, mit Rohölverkäufen von 50 USD pro Barrel über Wasser zu bleiben. Wenn die Preise bei 30 USD bleiben oder sogar auf 20$ fallen, können US-Fracker einfach nicht mithalten.

„Es ist ein finanzielles Blutbad“, sagte Clark Williams-Derry, Analyst am Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse. „Bei den Ölpreisen auf dem aktuellen Niveau besteht ein echtes Risiko, dass viele von ihnen einfach bankrott gehen.“

 

 

Scratch one-s head Das ist auch für die Zulieferer nicht gut.

 

 

 

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Ist die Talsohle an den

Ist die Talsohle an den Börsen nun erreicht?

Wie der cash Insider berichtet, sind am Schweizer Aktienmarkt erste mutige Käufer am Werk. Aber wird ihr Mut auch belohnt? - Und: Die Zeit für einen Rückzug der Swatch Group von der Börse ist gekommen.

https://www.cash.ch/insider/schweizer-aktienmarkt-ist-die-talsohle-den-boersen-nun-erreicht-1495626

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Wie weiter? Das sagen

Wie weiter? Das sagen Strategen und Analysten zur Marktlage

Von Börsentrends bis Zinsentwicklung: Anlagestrategen äussern sich zur angespannten Lage an den Märkten.

10.03.2020 10:04

Die aktuellen Marktverwerfungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sind dem Vermögensverwalter Blackrock zufolge nicht mit jenen im Zuge der Finanzkrise 2008 vergleichbar. "Die Wirtschaft steht auf soliderem Fundament und, ganz wichtig, das Finanzsystem ist deutlich robuster als im Zuge der Krise 2008", so Blackrock. Angesichts dessen "sollten Anleger den Kopf nicht hängen lassen, eine langfristige Perspektive einnehmen und investiert bleiben" – auch wenn die Auswirkungen des Virus‘ wahrscheinlich "umfangreich und scharf" ausfallen würden.

Blackrock hat seine "moderat risikofreudige Sichtweise vor zwei Wochen auf ein neutrales Niveau" heruntergefahren, weil es kurzfristig wahrscheinlich zu einer "tiefgreifenden wirtschaftlichen Verlangsamung" kommen werde. Grund dafür seien die harten Massnahmen zur Eindämmung der Virus-Verbreitung. In Anbetracht dieser Gemengelange hält Blackrock an Aktienpositionen entsprechend der Vergleichsindizes fest, mit Übergewichten in eher defensiven Aktien von Unternehmen hoher Qualität und in Werten mit relativ geringer Schwanungsbreite.

+++

Die Marktstörungen wegen des Coronavirus treffen vor allem Banken und Vermögensverwalter, schreibt die Bank Vontobel. Da das potenzielle Ausmass der Konjunkturverlangsamung unsicher sei, sind deren Schätzungen und Kursziele zurzeit "bewegliche Ziele".

+++

Die Stimmung der Anleger ist in den vergangenen Wochen aufgrund der globalen Ausbreitung des Coronavirus und den hohen Einbussen an den Aktienmärkten regelrecht eingebrochen, schreibt die Zürcher Kantonalbank. Mit Ausnahme der USA und der Schweiz signalisieren die Umfragewerte für alle Länder und Regionen eine Rezession. Das ist aus heutiger Sicht übertrieben. Viele Anleger rechnen aber offensichtlich damit, dass die Eindämmungs- und wirtschaftlichen Stimulierungsmassnahmen der Regierungen erfolglos bleiben werden und die Ausbreitung des Virus nachhaltige wirtschaftliche Schäden verursachen wird.

+++

Die Credit Suisse (CS) erwartet im zweiten Quartal einen Zinsschritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf minus 1 Prozent. Der nun signifikant schwächere Ausblick für die globale Wirtschaft habe die Verunischerung an den Märkten geschürt, was die Nachfrage nach dem Schweizer Franken erhöhe. Bis auf weiteres werde die SNB an den Devisenmärkten intervenieren, wie sie das seit Anfang Jahr und beim Durchbrechen der Marke von 1,08 Franken pro Euro schon vermehrt getan habe, schreibt die CS. Kurzfristig werde die SNB nicht mit einer Znssenkung reagieren. Aber sie wird sich laut CS dem internationalen Druck einer geldpolitischen Lockerung nicht entziehen können, die SNb wird daher im zweiten Quartal den negativzins auf minus 1 Prozent absenken. Voraussetzung dafür sei aber eine gleiche Massnahme der Europäischen Zentralbank.

+++

Pimco rechnet "eher nicht" mit einem Zinsschritt der EZB am Donnerstag und erwartet, "dass der EZB-Rat den Zinssatz für die Einlagefazilität unverändert bei minus 0,5 Prozent belassen wird". Der Rat würde damit dem Umstand Rechnung tragen, dass jede Senkung des Leitzinses in diesem negativen Bereich nur begrenzt wirksam ist – ihr Grenznutzen also abnimmt. Für EZB-Präsidentin Christine Lagarde sei dies jedenfalls der erste ernsthafte Test. Pimco glaubt, dass die EZB dabei den Hebel sowohl auf der Kredit- als auch auf der Makro-Seite ansetzen wird.

(cash)

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Schweizer shoppen für über 10

Schweizer shoppen für über 10 Milliarden Franken im Internet

Der hiesige Onlinehandel hat im vergangen Jahr floriert. Für insgesamt 10,3 Milliarden Franken kauften Herr und Frau Schweizer 2019 im Internet ein, wie es in einer Mitteilung des Verbands des Schweizerischen Versandhandels (VSV) vom Mittwoch hiess.

11.03.2020 13:15

Im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine Zunahme von 8,4 Prozent. Umsatzstärkste Sortimente seien die Heimelektronik sowie die Mode (inkl. Schuhe) gewesen, hiess es weiter.

Wenig im Internet gekauft würden hingegen nach wie vor Lebensmittel. Nur 2,8 Prozent des Gesamtvolumens seien hier im Netz eingekauft worden. Allerdings waren es vor fünf Jahren erst 1,8 Prozent.

Lebensmittel aus dem Internet wegen Corona

Die Zunahme über Zeit sei somit deutlich, sagte Patrick Kessler vom VSV an einer Medienkonferenz in Zürich. Und 2020 dürfte sich der Lebensmittelbereich erneut klar positiv entwickeln, so Kessler.

Denn aufgrund der Krise um die Coronavirus-Pandemie würden viele Leute ihre Nahrungsmittel im Internet bestellen. Oftmals seien bei den grossen Anbietern derzeit kaum noch Lieferfenster verfügbar. Doch seien diesem Wachstum auch gewisse Grenzen gesetzt.

"Mit einer Verdopplung oder Verdreifachung der Umsätze rechne ich nicht", sagte Kessler. Ausserdem sei die derzeitige Unsicherheit für den Detailhandel als Ganzes schlecht. Viele Konsumenten beschränkten ihre Einkäufe in einer Krise nämlich auf das Notwendigste.

Die Hoffnung sei daher, dass es nach Ende der Corona-Krise zu einem "Rebound-Effekt" komme. Es gebe dann wahrscheinlich eine "Phase der Freude", in der die Leute mehr konsumierten.

Bei der direkt betroffenen Migros heisst es auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP, dass sich die Situation in den Filialen derzeit stabilisiere. Im Online-Bereich allerdings bleibe die Nachfrage sehr hoch, sagte ein Sprecher. "Bei Leshop kommt es zu Lieferverzögerungen von zurzeit rund drei Tagen."

Schweizer Shops profitieren stärker

Nach Regionen betrachtet sind die Schweizer Onlineshops stärker gewachsen als die ausländischen Internetshops. Die Menge der Kleinwarensendungen aus Asien sei gar erstmals seit vielen Jahren gesunken. Die Leute hätten gemerkt, dass die Qualität der direkt in China bestellten Produkte oft mangelhaft sei.

Insgesamt kauften Schweizer 2019 für 8,3 Milliarden in lokalen Onlineshops ein und für rund 2 Milliarden in ausländischen, wie Luca Giuriato, Forscher beim Institut GfK vor den Medien in Zürich ausführte.

Besonders erfolgreich sei hierzulande die Migros-Tochter Digitec Galaxus gewesen, ergänzte Kessler. Diese hatte beim Umsatz im vergangenen Jahr erstmals die Grenze von einer Milliarde Schweizer Franken geknackt.

Retouren primär bei Mode

Immer wieder ein Thema im Versandhandel seien ausserdem die Retouren, ergänzte Kessler. Allerdings sei dies nur ein Problem bei der Mode. Dort kämen 40 bis 45 Prozent der Waren zurück. "Das gehört im Fashion-Bereich zum Geschäftsmodell und lässt sich kaum ändern".

Der gesamte Detailhandel in der Schweiz - inklusive dem stationären Handel - setzte gemäss den Forschern der GfK 91,6 Milliarden Franken um. 9,1 Prozent dieser Ausgaben hätten die Schweizer im Internet getätigt, sagte Giruiato. Zusätzlich gaben Schweizer 2019 schätzungsweise 10 Milliarden Franken im Ausland aus.

Studie Anfang Jahr durchgeführt

Durchgeführt wurde die Erhebung vom VSV in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut GfK und der Schweizerischen Post im Januar und Februar dieses Jahres. Als "Inlandsumsatz" galten dabei in Schweizer Franken verkaufte Artikel, inklusive einer Retourenmöglichkeit in der Schweiz sowie im Normalfall einer .ch-Domain. Analysiert wurden nur Verkäufe an Privatkunden.

kw/rw

(AWP)

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Seco-Direktorin:

Seco-Direktorin: Vereinfachung bei Kurzarbeit beschlossen

Wegen des Coronavirus greift der Bund den Unternehmen unter die Arme: Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco habe Vereinfachungen bei der Kurzarbeit beschlossen, gab Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch am Mittwoch an einer Medienkonferenz mehrerer Bundesämter zur Coronavirus-Krise bekannt.

11.03.2020 12:56

So sei entschieden worden, die Voranmeldefrist für Kurzarbeit von 10 auf 3 Tage herunterzusetzen. Dagegen habe man eine Verkürzung der Karenztage nicht diskutiert, weil dies eine Verordnungsänderung durch den Bundesrat erfordere. Zudem gebe es Vereinfachungen bei der Voranmeldungen von Kurzarbeit. Hier würden nur zwingenden Angaben geprüft, sagte die Seco-Direktorin.

jb/rw

(AWP)

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Nächster Freitag ist der 13.

Die Zutaten wären da für einen Black Friday

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Der Bär ist da

Der US-Aktienmarkt befindet sich in einem Bärenmarkt. Der Leitindex Dow Jones Industrial gibt am Mittwoch 5,9% nach und verliert gegenüber dem Rekordhoch vom 12. Februar mehr als 20%.

Der längste Bullenmarkt in der Geschichte der Wallstreet ist vorbei. Nach einem schwachen Handel am Mittwoch schliesst der US-Aktienmarkt gemessen am Leitindex Dow Jones (Dow Jones 23553.22 -5.86%) Industrial gegenüber dem Rekordhoch vom 12. Februar mehr als 20% im Minus. Damit erfüllt er die Bedingung eines Bärenmarktes.

Das Aus des Bullenmarktes ist keine Überraschung. Bereits am Montag stand er kurz vor dem Ende, konnte sich aber noch in den nächsten Handelstag retten. Das blieb ihm am Mittwoch verwehrt. Der Bullenmarkt, der am 9. März 2009 begonnen hatte, ist Geschichte. Eindrücklich am längsten Bullenmarkt ist aber nicht nur die Dauer – der Dow Jones Industrial hat sich in elf Jahren mehr als vervierfacht.

https://www.fuw.ch/article/der-baer-ist-da/

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Es bahnt sich ein neuer Crash an der Schweizer Börse an

Julius Bär berechnet den SMI vorbörslich um 4,3 Prozent tiefer. Der Leitindex fällt weit unter 9000 Punkte.

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SMI im freien Fall – unter 8600

Der Schweizer Aktienmarkt crasht am Donnerstag erneut. Es droht ein tiefroter Tag an der Börse. Dufry brechen ein.

(AWP/SPU) Am Schweizer Aktienmarkt kommt es am Donnerstag zum nächsten Crash. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8698.19 -4.96%) verliert bei Eröffnung 4,4%. Im frühen Handel fällt auch die Marke von 8700, wenige Minuten später rutscht der SMI auch unter 8600. Anleger werfen ihre Bestände panikartig auf dem Markt, kaum Käufer absorbieren die Masse an Verkaufsaufträgen. An das Allzeithoch von 11’270 Punkten, welches erst vor drei Wochen markiert wurde, mag sich kaum noch jemand erinnern.

In Frankfurt stürzt der Dax (DAX 9850.6 -5.63%) unter die Marke von 10’000 Punkte. Die Kurse brechen ein, nachdem die Vorgaben aus Asien und den USA sehr negativ sind. Direkter Auslöser der starken Kursverluste waren die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zur Bekämpfung der Corona-Krise: Dieser verkündete am Mittwochabend (Ortszeit) unter anderem ein 30-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus Europa.

Enttäuscht reagierten die Analysten auch auf Trumps Pläne zur Eindämmung der wirtschaftlichen Effekte der Pandemie, welche ihnen zu wenig weit gehen. Nicht hilfreich ist auch, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus zur weltweiten Pandemie erklärt hat. Im Tagesverlauf steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Allgemein wird erwartet, dass die Währungshüter Massnahmen ergreifen werden, um die wegen des Coronavirus angeschlagene Wirtschaft zu stützen. Dies wiederum könnte den Franken noch weiter stärken und die Schweizerische Nationalbank ihrerseits zum Eingreifen zwingen.

Besonders stark unter Druck sind erneut die beiden Titel der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 181 -6.29%) und Richemont (CFR 54.64 -6.15%) sowie die Grossbankenaktien UBS (UBSG 8.654 -4.94%) und Credit Suisse (CSGN 8.236 -6.24%).

Ähnlich unter Druck sind auch Zykliker wie ABB (ABBN 16.925 -5.5%), Adecco (ADEN 39.48 -5.8%) oder LafargeHolcim (LHN 37.6 -5.46%).

Etwas besser schlagen sich defensive Titel wie Swisscom (SCMN 489.6 -2.9%), die als einzige SMI-Papiere weniger als 4% nachgeben.

Ausverkauf bei Dufry

Vifor Pharma (VIFN 141.65 -6.19%) büssen trotz starker Zahlen ein. Das Unternehmen hat 2019 die eigenen Ziele übertroffen. Ausserdem kündigte es am Morgen den Abgang des Firmenurgesteins Etienne Jornod an.

Am breiten Markt geben Dufry (DUFN 39.5 -15.13%) stark nach, nachdem das Geschäft im Februar wegen des Coronavirus eingebrochen ist. Die Papiere des Flughafens Zürich sind ähnlich unter Druck nach bereits rückläufigen Passagierzahlen. Im Februar sank die Zahl der Reisenden um 1,2% auf 2,01 Mio. Im Januar waren es noch plus 0,7% gewesen. Effekte durch das Coronavirus werden aber erst ab den Märzzahlen sichtbar.

Meyer Burger (MBTN 0.2026 -20.17%) stürzen weiter ab. Der Solarzuliefer weist für 2019 einen hohen Verlust aus. CEO Hans Brändle und VRP Remo Lütolf treten zurück.

Asien unter Druck

Massive Verluste sind auch im asiatischen Handel zu verzeichnen gewesen. In Tokio sinkt der Nikkei 225 um 4,4%. Der Shanghai Composite gibt 1,9% nach, der Hang Seng in Hongkong 3,7%. In Seoul büsst der Kospi 4,4% ein.

Franken stärker

Der Euro steigt am Donnerstag leicht. Die europäische Gemeinschaftswährung wird bei 1.1295 $ gehandelt. Der Franken profitiert im Zuge der Coronakrise einmal mehr von seiner Rolle als sicherer Hafen. Am Vortag hat die Weltgesundheitsbehörde WHO den Ausbruch des Coronavirus als Pandemie eingestuft. Zum Schweizer Franken verliert der Euro Terrain und notiert zuletzt bei 1.0557 Fr. Der Dollar liegt mit 0.9346 Fr. nach wie vor deutlich unter der Marke von 94 Rappen.

Ölpreis tiefer

Der Ölpreis sinkt am Donnerstag nach einem angekündigten Einreisestopp für Europäer in die USA. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 35.92 -4.44%) fällt auf 34 $. Der Goldpreis zeigt sich wenig verändert bei 1637 $ pro Feinunze.

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SMI: nächstes Ziel unter 7500

Der Swiss Market Index dürfte auch durch seinen – noch – intakten langfristigen Trend nicht dauerhaft von einem weiteren Absturz abgehalten werden

Der SMI (SMI 8578.09 -6.28%) testet nun die um 8500 verlaufende Untergrenze des bis 2013 zurückreichenden Trendkanals (blau), der Richtung und Tempo seit vielen Jahren zuverlässig vorgab. Hier könnte er sich eventuell kurzzeitig stabilisieren. Es ist aber zu befürchten, dass angesichts der schlechten Stimmung am Markt die einstmals positive Tendenz bald in einen neuen, nur noch seitwärts weisenden Basistrend wechselt. Dann stehen die horizontalen Wendezonen (grau) um 8200/8300 und 7200/7500 im Fokus, die momentan als langfristig wahrscheinliche Zielpunkte betrachtet werden müssen.

 

 

Bereits vor dem Wochenende verlaufen die nächsten Orientierungsmarken auf der Unterseite nur noch um 8300/8500 am unteren Rand des Crash-Kanals (rot), der aus den Südgrenzen von Einbrüchen in den Vorwochen abgeleitet ist

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Alles wird verscherbelt

Die Finanzmärkte sind in Panik. SMI verliert 10%. Selbst Staatsanleihen und Gold sind vor Verlusten nicht gefeit – und Kryptowährungen noch weniger.

https://www.youtube.com/watch?v=d_PVCUXcihI

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Pleitegeier
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Aussitzen

falls man Aktien von gesunden Firmen hat und das Geld nächstens nicht braucht: aussitzen und nicht jeden Tag die Kurse anschauen, ist schlecht für den Blutdruck Wink

 

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Pleitegeier hat am 12.03.2020

Pleitegeier hat am 12.03.2020 15:43 geschrieben:

falls man Aktien von gesunden Firmen hat und das Geld nächstens nicht braucht: aussitzen und nicht jeden Tag die Kurse anschauen, ist schlecht für den Blutdruck Wink

 

Meine Puts auf den SMI sind ordentlich im Plus. Einer hat Verfall März.

Und ein Rebound liegt in der Luft. Brüte über einen einjährigen Call nach.

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Flippi
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Leerverkäufe verboten !

Elias hat am 12.03.2020 15:56 geschrieben:

Pleitegeier hat am 12.03.2020 15:43 geschrieben:

falls man Aktien von gesunden Firmen hat und das Geld nächstens nicht braucht: aussitzen und nicht jeden Tag die Kurse anschauen, ist schlecht für den Blutdruck Wink

 

Meine Puts auf den SMI sind ordentlich im Plus. Einer hat Verfall März.

Und ein Rebound liegt in der Luft. Brüte über einen einjährigen Call nach.

Das nenn ich mal einen mutigen Schritt: Leerverkäufe sind für 6 Monate verboten - leider nur in Südkorea !!

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Flippi hat am 13.03.2020 08

Flippi hat am 13.03.2020 08:55 geschrieben:

Das nenn ich mal einen mutigen Schritt: Leerverkäufe sind für 6 Monate verboten - leider nur in Südkorea !!

 

Weil Naked Short Selling in der Schweiz verboten ist, braucht es immer eine Gegenpartei, die bereit ist, Aktien aus ihrem Besitz auszuleihen. Für institutionelle Anleger wie Pensionskassen kann dies zu heiklen Situationen führen. Der Leerverkäufer setzt mit Aktien der PK auf sinkende Kurse. Ob sich da die Einnahmen von rund 0,4% des Aktienwerts rechtfertigen lassen, ist fraglich.

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2020 schrumpfende Wirtschaft wegen Corona

Raiffeisen erwartet 2020 schrumpfende Wirtschaft wegen Corona

Die Coronavirus-Pandemie dürfte für eine tiefe Delle in der Schweizer Wirtschaft sorgen. Laut den Raiffeisen-Ökonomen könnte die Wirtschaftsleistung 2020 um 0,2 Prozent schrumpfen.

Damit sind die Ökonomen von Raiffeisen die ersten, welche für das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) in diesem Jahr eine rückläufige Entwicklung erwarten. Das Wort Rezession nehmen sie allerdings nicht in den Mund.

Bislang hatten sie noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent gerechnet. Seither hat sich die Situation aber massiv verändert: während in China die drastischen Eindämmungsmassnahmen die Neuinfektionen mittlerweile offenbar sehr stark hätten sinken lassen, nähmen die Fallzahlen ausserhalb Chinas rasant zu, heisst es in der Raiffeisen-Mitteilung vom Freitag.

Auch in der Schweiz würden die Einschnitte für das öffentliche Leben schrittweise hochgefahren, was in der Wirtschaft Spuren hinterlassen werde. Neben den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werde die Schweizer Wirtschaft auch von möglichen Engpässen bei den globalen Lieferketten und dem wegbrechenden Weltwirtschaftswachstum belastet, sagte Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff im Communiqué.

Erholung dank Konjunkturprogrammen

In China schreite die Normalisierung nur langsam voran. In vielen Bereichen würden die Ausfälle jedenfalls nicht auf- bzw. nachgeholt werden können. Und eine sehr ähnliche Entwicklung stehe den anderen betroffenen Volkswirtschaften bevor. Die zahlreichen angekündigten Konjunkturprogramme würden erst nach dem Auslaufen der einschränkenden Massnahmen richtig zur Entfaltung kommen. Eine kräftige Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte und ein stärkeres Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr seien damit wahrscheinlich.

Für 2021 prognostiziert Raiffeisen momentan ein Wachstum von 1,6 Prozent. Der Ausblick bleibe aber äusserst ungewiss. Die Risiken für einen noch grösseren Wachstumseinbruch lägen derzeit höher als die Chancen für einen glimpflicheren Ausgang.

(AWP)

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Zinsen nahe null: Die US

Zinsen nahe null: Die US-Notenbank Fed wechselt jetzt in den Krisenmodus

Im Kampf gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie senkt die US-Notenbank Fed den Leitzins auf fast null und schnürt in Abstimmung mit Währungshütern weltweit ein Krisenabwehr-Paket.

Aktualisiert um 07:06

Sie kappte den geldpolitischen Schlüsselsatz außer der Reihe zum zweiten Mal binnen zwei Wochen zur Stützung der Wirtschaft und der Finanzmärkte. Die neue Spanne liegt bei null bis 0,25 Prozent - einen vollen Prozentpunkt niedriger als bisher, wie die Fed am Sonntagabend mitteilte. Sie wird zudem zur Stützung der Wirtschaft in den kommenden Wochen mindestens 700 Milliarden Dollar in die Hand nehmen.

US-Notenbankchef Jerome Powell sprach von einer "herausfordernden Situation": Das Virus habe tiefgreifende Auswirkungen für die Menschen in den USA und der gesamten Welt". Das Frühjahrs-Quartal werde in den USA wahrscheinlich schwach ausfallen. Dennoch seien negative Zinsen für die USA kein Thema, betonte Powell. Die Notenbank habe noch genügend geldpolitischen Spielraum und Instrumente, um der Krise zu begegnen.

Die Fed will nun 500 Milliarden für Staatsanleihen aufwenden und zusätzlich für 200 Milliarden Dollar Hypothekenpapiere kaufen. Mit ähnlichen Kaufprogrammen in großem Stil hatte die US-Notenbank bereits im vorigen Jahrzehnt die Rezession nach der Weltfinanzkrise erfolgreich bekämpft.

Zudem vereinbarten die Währungshüter in Washington mit der EZB sowie den Zentralbanken in Kanada, Großbritannien, Japan und der Schweiz, günstige Dollar-Kreditgeschäfte anzubieten. Damit soll das Finanzsystem global gestärkt und die Versorgung von Banken und Firmen mit der Weltleitwährung gesichert werden.

"In den Finanzmärkten soll für Ruhe gesorgt werden"

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht das koordinierte Vorgehen positiv. "Ein verlässlicher Zugang zu Liquidität in US-Dollar ist für viele Banken und Unternehmen jetzt besonders wichtig, auch im Euroraum", erklärte Weidmann. Die Maßnahme leiste dazu einen wichtigen Beitrag. "Die großen Notenbanken der Welt nehmen ihre Verantwortung wahr und handeln in enger Abstimmung."

"Mit der neuerlichen Fed-Zinssenkung und dem Signal, dass die großen Zentralbanken der Welt nun senden, sollen die negativen Folgen der Corona-Virus-Verbreitung bekämpft werden; vor allem in den Finanzmärkten soll für Ruhe gesorgt werden", sagte Ökonom Thorsten Polleit von Degussa-Goldhandel.

Die sechs Notenbanken vereinbarten, zusätzlich zu bereits angebotenen Kreditgeschäften mit einwöchiger Laufzeit nun auch wöchentlich Dollar mit einer Laufzeit von 84 Tagen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich anzubieten. Zudem sollen die Preise bei den bestehenden Dollar-Devisentauschabkommen um einen Viertel Prozentpunkt gesenkt werden.

"Die neuen Preiskonditionen und Laufzeitangebote werden solange wie nötig in Kraft bleiben, um das reibungslose Funktionieren der US-Dollar-Finanzierungsmärkte zu stützen", erklärte die EZB. Die Veränderungen sollen mit den nächsten geplanten Geschäften in der Woche ab dem 16. März in Kraft treten. Mit dem Schritt wollen die sechs Notenbanken erreichen, dass Banken und Unternehmen zu günstigen Konditionen an Dollar gelangen.

Der Kurs der US-Währung war in den vergangenen Wochen im Zuge der Viruskrise kräftig gestiegen. Die Vereinbarung soll laut EZB zum Abbau von Anspannungen auf den globalen Finanzierungsmärkten beitragen. Negative Folgen für die Kreditversorgung von Haushalten und Firmen im In- und Ausland sollen abgemildert werden.

Lob von Donald Trump

US-Präsident Donald Trump, der die Fed seit langem zu einer lockeren Linie drängt, nannte die Aktion der US-Notenbank "großartig". Noch vor kurzem hatte er die Notenbank als zu zögerlich gerügt und ihr Verhalten "erbärmlich" genannt. Die Fed begründete ihr Krisenpaket damit, dass die Auswirkungen des Coronavirus die wirtschaftliche Aktivität kurzfristig belasteten und ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung bedeuteten. Die neue Spanne werde so lange auf diesem Niveau bleiben, bis die Wirtschaft die jüngsten Entwicklungen überstanden habe und wieder auf Kurs sei, ihre Ziele für Beschäftigung und Preisstabilität zu erreichen.

Zuletzt hatte die Fed die Leitzinsen am 3. März um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Es war die erste Zinssenkung seit der Finanzkrise 2008 außerhalb eines regulären Treffens ihrer Mitglieder. Die nächste Zins-Sitzung war für Dienstag und Mittwoch angesetzt. Wie Powell mitteilte, wurde diese vor dem Hintergrund der Viruskrise auf Sonntag vorgezogen.

(Reuters)

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Konzertierte

Konzertierte Zentralbankaktion kann Investoren nicht beruhigen

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich ein weiterer tiefroter Wochenstart ab. Laut dem vorbörslichen Kurs der IG Bank dürfte der Leitindex SMI bei rund 8'155 Punkten und damit 2,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag eröffnen. Damit würde er sein bisheriges Jahrestief von 8'169 Zählern nochmals unterschreiten.

16.03.2020 07:24

Die Coronakrise spitzt sich zu und damit die Angst vor einer weltweiten Rezession. Daher haben sich verschiedene Zentralbanken zu einer koordinierten Aktion entschieden, um die Versorgung mit globaler US-Dollar-Liquidität zu stärken.

Die Hauptakteurin war aber die US-Notenbank Fed, die überraschend zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen die Zinsen gesenkt hat. Die neue Spanne liegt bei null bis 0,25 Prozent - einen Prozentpunkt niedriger als bisher.

Ihr Ziel ist es, die US-Wirtschaft vor den Folgen der Pandemie zu schützen. "Die Auswirkungen des Coronavirus werden die wirtschaftliche Aktivität kurzfristig belasten und ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung bedeuten", begründete das Fed ihre Entscheidung.

Darüber hinaus werden die monatlichen Wertpapierkäufe auf längere Laufzeiten und zusätzliche Wertpapiere ausgedehnt. Die amerikanischen Banken erhalten zusätzliche Liquiditätsspritzen in grossem Stil.

Ausserdem haben verschiedene Zentralbanken, darunter auch die SNB, eine koordinierte Aktion zur Stärkung der globalen Liquiditätsversorgung via die bestehenden US-Dollar-Swapabkommen angekündigt.

Der Zinsschritt des Fed wird am Montagmorgen eher zurückhaltend aufgenommen. Die Futures für die Wall Street sackten in der Nacht so weit ab, dass die Schutzmechanismen ausgelöst und der Handel gestoppt wurde. Auch am Montagmorgen deuten die Futures weiterhin nach unten und auch in Europa sind die Vorzeichen für den Handelsstart klar negativ.

In Asien tendieren die meisten Börsen mittlerweile tiefer. "Das, was wir hier sehen, hat nichts mit Stimulieren zu tun, dies ist der verzweifelte Schritt, um die Katastrophe zu verhindern", kommentierte ein Marktteilnehmer.

Auch am Devisenmarkt zeigt sich die Flucht in sichere Häfen. Der Franken hat zum US-Dollar und Euro seit Freitagabend leicht zugelegt.

hr/uh

(AWP)

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Schweizer Börse fällt auf Tief von 2016

Rien ne va plus

Als zusätzlichen Belastungsfaktor für die Märkte sehen Händler die jüngsten Konjunkturdaten aus China. Dort sind die Industrieproduktion als auch die Detailhandelsumsätze viel schlechter als befürchtet ausgefallen. Es seien die ersten harten Daten, die den Anlegern einen Eindruck davon vermitteln, wie stark die Wirtschaft von der Pandemie betroffen sein könnte, meinte ein Händler. Vor allem dürfte die geringere chinesische Produktion schwerwiegende Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der meisten internationalen Unternehmen haben, womit sich der erneute Ausverkauf zum Teil erkläre.

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Pressekonferenz der Regierung nicht vor 15 Uhr?

Informiert der Bundesrat heute wieder?

Sicher ist: Die Kritik am Bundesrat nimmt mit jeder Stunde, die er nicht die Bevölkerung informiert, zu. Auch Spekulationen dürften ohne Information seitens des Bundesrats zunehmen.

Von links bis rechts fordern Politiker mittlerweile weitergehende Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Auf Youtube existiert bereits ein Livestream, der eine Pressekonferenz der Regierung ankündigt. Diese soll heute, aber nicht vor 15 Uhr stattfinden.

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Keine Hektik

Man muss ja zuerst auch gewisse Entscheidungsgrundlagen haben, damit man sinnvolle Entscheide treffen kann. 
Einfach mal kommunizieren, damit kommuniziert ist, bringt nun auch nichts. 
Das Leben ist keine App, wo alles in Sekundenschnelle entschieden werden kann. 
Slow down, beobachten und dann der Situation angepasst entscheiden. Mit Schnellschüssen kann man mehr Schaden anrichten. 

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Handel an der Wallstreet unterbrochen

Breaking News

Stark unter Druck gerät erneut auch die Wallstreet geraten. Der Handel wird um 14.35 Uhr für 15 Minuten unterbrochen. Der Dow Jones (Dow Jones 23185.62 9.36%) rauscht 10% in die Tiefe. Der S&P 500 (SP500 2711.02 9.29%) geht in die Knie, der breit gefasste Markt verliert 8%. Der Nasdaq Composite der Technologiebörse notiert 6% schwächer.

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SMI setzt sich deutlich von

SMI setzt sich deutlich von den Tiefstständen ab

Der Schweizer Aktienmarkt startet mit deutlichen Kursabschlägen in die neue Börsenwoche. In der letzten Stunde hat sich der Leitindex SMI allerdings klar von den Tiefstständen abgesetzt und die Marke von 8'100 Punkten zurückgewonnen. Unterstützung bietet die Wall Street, wo sich die wichtigsten Indizes nach einer zwischenzeitlichen Aussetzung des Handels ebenfalls von den Tiefstständen loslösen konnten.

16.03.2020 15:48

Insgesamt bleibt die Ausverkaufsstimmung an den Märkten weltweit jedoch bestimmend. Die Sorge, die Auswirkungen der Corona-Pandemie könnten die Weltwirtschaft in eine tiefgreifende Rezession führen, belastet den Handel mit Aktien stark. Hinweise darauf, wie stark das Virus auf die Konjunktur drückt, haben schwache Daten aus China zur Industrieproduktion und zum Detailhandel gezeigt.

Der SMI verliert gegen 15.40 Uhr noch 2,95 Prozent auf 8'120,59 Punkte nachdem er am frühen Nachmittag bis auf 7'650 Zähler zurückgefallen war. Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte umfasst, büsst noch 4,79 Prozent auf 1'177,58 Punkte und der breite SPI um 3,32 Prozent auf 9'887,33 Zähler ein.

Bei den Blue Chips stehen nach wie vor Finanztitel wie Swiss Life (-13%), Julius Bär (-12%) oder Swiss Re (-11%) stark unter Druck. Auf der Gegenseite klettern hingegen Roche um 2,3 Prozent in die Höhe. Der Pharmakonzern hatte vor dem Wochenende noch mit einem Coronatest positive Schlagzeilen gemacht. Mit dem von den US-Behörden zugelassenen Test können Patienten deutlich schneller auf die Erkrankung getestet werden.

mk/yr

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Aymo Brunetti: «Jetzt muss

Aymo Brunetti: «Jetzt muss man Geld in die Hände nehmen»

Für Aymo Brunetti, Professor für Volkswirtschaft an der Uni Bern, muss verhindert werden, dass gesunde Firmen wegen der Corona-Krise Konkurs gehen, wie er im cash-Interview sagt.

https://www.cash.ch/news/politik/cash-interview-aymo-brunetti-jetzt-muss-man-geld-die-haende-nehmen-1501252

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IWF stellt Billionen

IWF stellt Billionen-Finanzhilfe wegen Krise bereit

Zur Bewältigung der Coronavirus-Krise bietet der Internationale Währungsfonds (IWF) betroffenen Ländern massive Finanzhilfen an. Die Kreditkapazität von einer Billion US-Dollar des Fonds könne zur Unterstützung von Mitgliedstaaten eingesetzt werden, die mit der Ausbreitung des Virus kämpfen, teilte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva am Montag in einem Blogeintrag mit.

16.03.2020 15:01

Sie machte jedoch deutlich, dass Regierungen gefordert seien, finanzpolitische Massnahmen zu ergreifen. Weltweit abgestimmte Konjunkturhilfen würden Stunde für Stunde dringender. Der IWF habe flexible Notfallkredite im Volumen von 50 Milliarden Dollar zur raschen Verwendung für Schwellen- und Entwicklungsländer parat. 10 Milliarden Dollar könnten zum Nullzins vergeben werden./hbr/DP/jha

(AWP)

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Auswirkungen der Coronakrise

Auswirkungen der Coronakrise im Tessin auf halbe Milliarde Franken geschätzt

Die Coronakrise hat das Tessin schwer getroffen. Der Schaden ist schwierig abzuschätzen, aber die Wirtschaft befürchtet Einbussen von einer halben Milliarde Franken. Gerade Kleinunternehmen könnten grosse Liquiditätsprobleme bekommen.

16.03.2020 12:45

Eine Schätzung des Schadens sei verfrüht, sagte Stefano Modenini, Direktor des Tessiner Industrieverbands (Aiti), am Montag der Zeitung "Corriere del Ticino". Aber Szenarien mit Einbussen von einer halben Milliarde über einige Wochen hinweg seien inzwischen durchaus realistisch.

Kleine Unternehmen seien besonders gefährdet: "Von 40'000 Unternehmen haben etwa 36'000 weniger als zehn Mitarbeitende, und genau diese Unternehmen sind von einer größeren Liquiditätskrise bedroht", sagte Modenini.

Um das Phänomen einzudämmen, befürwortet Aiti die Schaffung eines Sonderfonds, der den Konkurs von Unternehmen verhindern und Arbeitsplätze erhalten soll.

Das Konjunkturpaket des Bundes von 10 Milliarden Franken reiche möglicherweise nicht aus, wenn sich die Situation im Rest des Landes verschlechtere, sagte Modenini.

Dem schliesst sich auch die kantonale Handelskammer (Cc-Ti) an. Er hoffe, dass die 10 Milliarden nur ein "erstes Paket" seien, sagte deren Direktor Luca Albertoni.

buc/fr/tt/uh

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SNB dürfte noch stärker

SNB dürfte noch stärker interveniert haben - "Testfall für Geldpolitik"

(Mit weiterer Experteneinschätzung ergänzt) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte sich zuletzt erneut mit Devisenmarktinterventionen gegen den stärker werdenden Franken gestemmt haben. Laut Experten steht viel auf dem Spiel.

16.03.2020 12:35

Auf stärkere Interventionen deuten die Sichtguthaben hin, über welche die SNB wöchentlich Rechenschaft ablegt. Konkret stiegen diese letzte Woche um 4,5 Milliarden auf 603,0 Milliarden Franken. Dies war der stärkste Anstieg seit März 2017.

Sie nahmen somit in den letzten vier Wochen um knapp 13 Milliarden zu. In den vier Wochen davor waren sie erst um gut 4 Milliarden angestiegen.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Höhere Beträge "durchaus denkbar"

Für den Credit-Suisse-Ökonomen Maxime Botteron sind die neusten Zahlen denn auch "ein klares Zeichen von Devisenkäufen". Und er geht davon aus, dass die Notenbank weiter am Markt intervenieren wird. "Noch grössere Interventionsvolumen sind durchaus denkbar", so seine Einschätzung.

Ähnlich sieht dies Caroline Hilb von der St. Galler Kantonalbank. Die aktuellen Interventionen seien im Rahmen dessen, wie es auch bei anderen Sonderereignissen wie dem Brexit oder den Wahlen in Frankreich der Fall gewesen sei. "Wir gehen davon aus, dass die Interventionen auch diese Woche andauern", so die Expertein.

Vor der Lagebeurteilung

Denn diese Woche sei wegen der ordentlichen Lagebeurteilung der SNB, welche am Donnerstag ansteht, sowieso speziell, meint Hilb. Es sei zu erwarten, dass die SNB rigoros eingreifen werde.

Denn das aktuelle Umfeld mit den "tektonischen Veränderungen" in der Zinslandschaft - ausgelöst durch die US-Notenbank - sei generell ein "Testfall" für das geldpolitische Konzept der SNB, welches auf Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen fusse.

Der Grund für die Interventionen ist, dass sich der Franken wegen der Unsicherheiten rund um das Coronavirus markant verteuert hat. Der EUR/CHF-Kurs notiert aktuell deutlich unter der Marke von 1,06, welche von einigen Marktteilnehmern als mögliche "Verteidigungslinie" der SNB gesehen wird.

rw/uh

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Börsengeschäft macht

Börsengeschäft macht mittlerweile Hälfte des Geschäfts der SIX aus

Bei der Börsenbetreiberin SIX hat das Börsengeschäft nach dem Verkauf des Kartengeschäfts an Gewicht zugelegt: Mittlerweile macht das Wertschriftengeschäft in etwa die Hälfte des Umsatzes und des Gewinns aus. Dazu hat auch indirekt der Streit mit der EU beigetragen.

17.03.2020 08:20

Insgesamt hat sich der Gruppenumsatz - nach dem Verkauf des Payment-Geschäfts an die französische Worldline im November 2018 - in etwa halbiert. Der Betriebsertrag der SIX erreichte im vergangenen Jahr 1,13 Milliarden Franken nach 1,94 Milliarden Franken im Vorjahr.

Im verbliebenen Geschäft konnte die SIX allerdings wachsen: Denn ohne den Kartenbereich wären es 2018 lediglich 1,12 Milliarden Umsatz gewesen. Daraus ergebe sich für 2019 ein Plus von 1,2 Prozent, teilte die Gruppe am Dienstag mit.

Investitionen in die Zukunft

Auf der Gegenseite legten die Betriebskosten ebenfalls leicht zu (+0,5%). Von regulatorisch bedingten erheblichen Aufwänden ist die Rede sowie von substanziellen Investitionen im Rahmen der 2018 eingeleiteten Neuausrichtung des Unternehmens. Unter anderem wurde in die Innovationssparte und in die Division für Bankendienstleistungen Geld gesteckt. Ein weiteres grosses Projekt ist die geplante digitale Börse, die SIX Digital Exchange (SDX).

Das Betriebsergebnis EBITDA stieg im weitergeführten Geschäft damit um 4,4 Prozent auf 213,5 Millionen Franken. Der EBIT legte gar um fast ein Viertel auf 168,0 Millionen zu. Denn die SIX profitierte indirekt vom weiter wachsenden Kartengeschäft - über die Beteiligung an Worldline von rund 27 Prozent. Der Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen lag bei knapp 70 Millionen Franken nach einem Fehlbetrag im Vorjahr.

Unter dem Strich verdiente die SIX 120,5 Millionen Franken. Das ist ein Bruchteil des Riesengewinns 2018, als der Verkauf des Kartengeschäfts ihr ein Plus von knapp 3 Milliarden Franken bescherte. Im Vergleich zum verbliebenen Geschäft stieg das Ergebnis jedoch um 27 Prozent an, wie es hiess.

ys/tt/jb

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