CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

366 posts / 0 new
Letzter Beitrag
Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Börsencrashs: So lange

Börsencrashs: So lange dauerte es mit der Bodenbildung

Die Weltbörsen erlebten mehrere Abstürze in der Nachkriegszeit. cash zeigt, wie lange der jeweilige Bärenmarkt andauerte, wann die Bodenbildung erfolgte und wie lange es dauerte, bis die Verluste wettgemacht wurden.

17.03.2020 06:30

Von Henning Hölder

Vor der Corona-Krise kannte die Nachkriegsgeschichte vier Börsencrashs, die von höherer Bedeutung waren. Der Schwarze Montag von 1987, die geplatzte Dotcom-Blase im Jahr 2000 und die Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008. Hinzukommt der Crash in Japan von 1990, der ein relativ lokales Phänomen bleiben sollte.

cash blickt zurück und zeigt, wie lange der jeweilige Bärenmarkt andauerte, wann die Bodenbildung erfolgte und wie lange es dauerte, bis die Verluste wieder wettgemacht werden konnten. 

Schwarzer Montag (1987): Einmaliger (Tages-)Crash mit rascher Erholung

Der 19. Oktober 1987 ist bis heute so etwas wie die Mutter aller Tagescrashs an der Börse. Allein an diesem Tag brach der US-Leitindex Dow Jones um ganze 22,6 Prozent ein – bis heute ein absoluter Negativrekord in seiner über 130-jährigen Geschichte. Innerhalb von nur sechseinhalb Stunden wurde rund 500 Milliarden Dollar an Kapital verbrannt. Das entsprach damals etwa einem Viertel der Marktkapitalisierung.

Gleichzeitig war es auch der erste sogenannte Computer-Crash. Bei einem solchen Kurssturz beschleunigt der automatisierte Handel den Abverkauf zusätzlich. Dem Crash ging eine jahrelang anhaltende Börsen-Rally voraus. Allein in den zwölf Monaten zuvor stieg der Dow Jones um rund 50 Prozent. Den einen Auslöser für den Crash gab es allerdings nicht. Vielmehr war es ein Zusammenspiel von fallendem Dollarkurs, steigenden Zinsen und einem unerwartet hohen US-Handelsdefizits.

Kursentwicklung des Dow Jones zwischen 1986 und 1990. Gut zu sehen der Knick vom August 1987. Quelle: investing.com.  

Von seinem Hoch im August 1987 bei 2663 Punkten stürzte der Dow Jones auf ein Tief von 1833 Punkten im November gleichen Jahres. Die Bodenbildung war also bereits nach vier Monaten abgeschlossen – ein vergleichsweise kurzer Bärenmarkt. Knapp zwei Jahre später – im August 1989 – hat der Leitindex seine Verluste wieder komplett wettgemacht.

Der US-Technologieindex Nasdaq kam noch stärker unter die Räder. Er stürzte im gleichen Zeitraum rund 55 Prozent ab. Die Verluste holte er ebenfalls im November 1989 wieder auf. Wie der Schweizer Markt reagierte, ist schwierig auf vergleichender Basis zu evaluieren. Der Swiss Market Index wurde erst im Juni 1988 ins Leben gerufen.

Dotcom-Blase (2000): Langwierige Aufholjagd des Nasdaq

Rund 20 Jahre ist her, als sich der sogenannte Neue Markt wie in Luft auslöste. Ende der 1990er-Jahre kam die New Economy an ihren Höhepunkt. Das neu aufkommende Internet, welches neue Informationstechnologien hervorbrachte und die Globalisierung vorantrieb, versprach nicht enden wollendes Wachstum und grenzenlose Produktivitätsgewinne. Teilweise wurde sogar vom Abschied von Konjunkturzyklen phantasiert. Rezession? Ein Relikt der Vergangenheit, so der damalige Tenor.

Die Folge: Die Leute rissen sich um Aktien, wie man es bis dahin nicht kannte. Alles, was irgendwie mit Internet zu tun hatte, wurde fleissig gekauft. Auch jene Menschen, die bis anhin nie etwas mit der Börse zu tun hatten, wollten mit auf den Zug springen. Im März 2000 erreichte der Nasdaq sein Höchst mit 5132 Punkten. Von da an ging es aber steil bergab: Bis Oktober 2002 – also rund zweieinhalb Jahre – dauerte der Bärenmarkt an. Der Technologie-Index rauschte in dieser Zeitspanne um knapp 80 Prozent in die Tiefe und bildete bei etwa 1110 Punkten den Boden. Erst im Dezember 2014 – rund zwölf Jahre später – konnte der Nasdaq seine Verluste vollständig wieder aufholen.

Kursentwicklung des Nasdaq 100 zwischen 1997 und 2004. Quelle: investing.com. 

Der Dow Jones verlor im ähnlichen Zeitraum rund 35 Prozent an Wert, konnte seine Verluste aber bereits im September 2006 wieder wettmachen. Der Swiss Market Index (SMI) verlor durch die Dotcom-Blase mit über 50 Prozent ebenfalls stattlich, holte die Verluste aber ebenfalls im September 2006 wieder auf.

Finanzkrise (2008): SMI-Erholung dauert zehn Jahre

Die bisher schwerste Krise der Nachkriegszeit begann mit dem Platzen der Immobilien-Blase in den USA. Viele Haushalte mit geringem Einkommen hatten sich mit dem Kauf eines Eigenheims verschuldet. Aufgrund der Verfügbarkeit von billigem Geld vergaben die Banken Kredite im Überfluss. Aus der Immobilienkrise wurde schnell eine Bankenkrise. Die Pleite des US-Geldhauses Lehman Brothers – ein damals unvorstellbares Ereigniss – stürzte schliesslich die Weltwirtschaft in eine Rezession.

An den Aktienmärkten waren die Verluste durchgehend massiv. Der Dow Jones büsste zwischen Oktober 2007 bei einem Höchst von 13'930 Punkten bis März 2009 rund 53 Prozent an Wert ein und bildete bei 6470 Punkten seinen Boden. Der Bärenmarkt dauerte also knapp zweieinhalb Jahre an. Erst im Januar 2013 konnte der US-Leitindex seine Verluste wieder wettmachen. Der Nasdaq verlor im gleichen Zeitraum rund 51 Prozent, holte seine Verluste allerding bereits im Oktober 2010 wieder auf – US-Techriesen wie Alphabet (Google), Amazon und Apple sei Dank.

Kursentwicklung des SMI (rot) und Dow Jones von 2006 bis heute. Quelle: google finance. 

Der SMI verzeichnete vor der Krise im Mai 2007 sein Höchst bei 9450 Punkten und stürzte anschliessend bis Februar 2009 um rund 50 Prozent ab. Der Bärenmarkt dauerte in der Schweiz somit etwas weniger als zwei Jahre an. Bemerkenswert ist aber: Punktemässig konnte der SMI seine Verluste erst im Juli 2019 wieder aufholen. Im August 2015 war der Schweizer Leitindex zwar nah dran (bis auf zehn Punkte unter damaligem vom Mai 2007), doch Zweifel über die Robustheit der Konjunktur in Europa sowie die anhaltende Unsicherheit über den Zeitpunkt der Zinswende in den USA machten dem SMI einen Strich durch die Rechnung.

Sonderfall Japan: Der jahrzehntelange Bärenmarkt

All die Verwerfungen an den europäischen und den US-Aktienmärkten wirken etwas kleiner, wenn man sich die Turbulenzen am japanischen Aktienmarkt in den 1990er- und auch noch 2000er-Jahren anschaut. Allein zwischen Dezember 1989 und Juli 1992 fiel der japanische Leitindex Nikkei von knapp 39'000 Punkten auf nur noch 14'500 Punkte – ein Verlust von 62 Prozent. Doch der Boden war damit noch lange nicht gefunden. Praktisch jahrzehntelang darbte die japanische Wirtschaft und damit die Börsen dahin.

Kursentwicklung des Nikkei 225 von 1985 bis heute. Quelle: investing.com. 

Einen vorläufigen Boden fand der Nikkei erst im April 2003 bei etwa 7800 Punkten. Den endgültigen Tiefpunkt erreichte der Index – nach einigen Jahren der Erholung – sogar erst im Februar 2009 bei 7500 Punkten. Was war passiert? Die Japan-Krise war ein Lehrstück einer Spekulationsblase.

1985 verständigten sich die damaligen G5-Staaten (Frankreich, Deutschland, Japan, USA und Grossbritannien) im sogenannten Plaza-Abkommen auf die Abwertung des US-Dollars, wodurch unter anderem der Yen massiv aufwertete. Die Folge: Japaner und internationale Investoren warfen Ihr Geld in Anlagen, die ihren Wert in Yen hatten. Ein jahrelang heiss gelaufener Immobilien- und Aktienmarkt platze schliesslich, als die Notenbank der Spekulation durch höhere Zinsen ein Ende machen wollte.

Allerdings war der Knall so laut und langanhaltend, wie es wohl niemand für möglich hielt. Es folgte eine jahrzehntelange Deflation. Seinen Höchststand vom Dezember 1989 konnte der Nikkei bis heute nicht wieder erreichen.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Martin Neff: «Für die

Martin Neff: «Für die Zentralbanken wird die Luft nicht dünner. Sie geht aus»

Das Coronavirus bringt Zentralbanken ans Limit. Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff sagt im cash-Interview, wieso er keine neue SNB-Zinssenkung erwartet, ob Banken gefährdet sind und warum der Immobilienmarkt standhält.

https://www.cash.ch/news/politik/cash-interview-martin-neff-fuer-die-zentralbanken-wird-die-luft-nicht-duenner-sie-geht-aus-1502622

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Abgesagt oder per

Abgesagt oder per Fernabstimmung: GV-Saison unter dem Eindruck des Virus

Grosskonzerne wie ABB und SGS führen ihre Generalversammlungen durch, aber möglichst ohne physische Teilnahme. Clariant hat das Aktionärstreffen auf umbestimmt verschoben.

Aktualisiert um 07:45

ABB hat wegen der vom Bundesrat verordneten Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie seine Aktionäre aufgefordert, nicht persönlich zur jährlichen Generalversammlung am 26. März zu erscheinen. 

Sie sollten per Vollmacht an den unabhängigen Stimmrechtsvertreter abstimmen, teilte ABB mit. Die Möglichkeit, das zu tun, wurde bis zum 25. März verlängert. Auf der Generalversammlung werde es keine Reden des Präsidenten des Elektrotechnikkonzerns oder von Mitgliedern der Geschäftsleitung geben, eine Übertragung der Veranstaltung per Webcast sei nicht vorgesehen. 

Auch der Warenprüfkonzern SGS hält an der Generalversammlung kommende Woche fest. Allerdings wird diese wegen der aktuellen Coronavirus-Situation ohne die physische Anwesenheit von Aktionären durchgezogen.

Die GV werde wie geplant am 24. März in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Bundesrats durchgeführt, teilte SGS am Mittwoch mit. Die Aktionäre seien am (gestrigen) Dienstag informiert worden und könnten Stimminstruktionen einsenden, falls sie dies noch nicht bereits getan hätten.

Clariant verschiebt

Clariant verschiebt die ursprünglich auf den 30. März 2020 angesetzte jährliche Generalversammlung auf einen noch unbekannten Termin. Die Ausbreitung des Coronavirus und die jüngste Verordnung des Bundesrates hätten keinen Anlass mit persönlicher Teilnahme der Aktionäre ermöglicht.

Der Clariant-Verwaltungsrat sei jedoch der festen Absicht, eine Generalversammlung mit Anwesenheit der Aktionäre abzuhalten, teilte der Chemiekonzern am Mittwoch mit. Dies geschehe, "sobald es die Situation erlaubt".

"Wir bedauern die Verschiebung der Generalversammlung. Im Namen des Verwaltungsrates möchte ich allen Aktionären für ihr Verständnis in dieser aussergewöhnlichen Zeit danken", erklärte VR-Präsident und CEO ad interim Hariolf Kottmann.

(Reuters/AWP/cash)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Chef der Landesversorgung

Chef der Landesversorgung gibt Entwarnung für Lebensmittelhortung

Der Delegierte des Bundes für die wirtschaftliche Landesversorgung, Werner Meier, hat Entwarnung bezüglich der Knappheit von Nahrungsmitteln gegeben.

18.03.2020 07:25

"Die Panik an der Lebensmittelfront ist unnötig", sagte er den "Zeitungen der CH-Media" vom Mittwoch. Der oberste Verantwortliche für die Landesversorgung erklärte weiter, die Schweiz habe für den Notfall ausreichend Lebensmittel eingelagert. "Die Verantwortung liegt bei der Wirtschaft, der Bund unterstützt".

Die Wirtschaft verfüge in den Sektoren Ernährung, Heilmittel und Energie über Pflichtlagerbestände zwischen drei bis 4,5 Monaten. "Vorbereitete Massnahmen - zum Beispiel in den Bereichen Heilmittel und Logistik - werden umgesetzt", betonte Meier zum aktuellen Stand der Situation.

Auffüllen der Regale im Gang

In den Supermärkten bräuchte aber niemand Hamsterkäufe vornehmen. Die Detailhändler verfügten über genügend Nachschub und hätten mit Unterstützung des Bundes derzeit logistische Massnahmen getroffen, um ihre Regale wieder aufzufüllen, erklärte Meier.

Die Detailhändler hätten zudem keine Engpässe gemeldet, etwa weil die Grenzen geschlossen wurden, hiess es weiter. Die Massnahmen zur Grenzabschottung gelten ohnehin nur für den Personen-, nicht aber für den Warenverkehr, hob er in dem Interview hervor.

Unabhängig von der aktuellen Situation mit dem Coronavirus sollte jedermann allerdings dennoch einen Notvorrat für rund eine Woche zu Hause haben. Dazu gehören laut Meier haltbare Lebensmittel, Getränke und Güter des täglichen Bedarfs.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Colundro
Bild des Benutzers Colundro
Offline
Zuletzt online: 20.03.2020
Mitglied seit: 21.08.2014
Kommentare: 303
Sorry aber...

Sorry   bitte nicht falsch verstehen, aber rein geldtechnisch gibt es keine besseren Zeiten als ein Crash! Ich gehe seit Tagen um 12Uhr mit min. 100k rein und 2-4h später wieder raus. Jeden Tag schnell 3-10% Netto.

Ich weiss das klingt egoistisch und empathielos, aber warum sollte ich darauf verzichten...?

Immerhin arbeite ich seid 30 Jahren und bin ein klassischer Bünzli mit Frau, Kindern, Haus und bezahle brav all meine Rechnungen. Ich habe kein schlechtes Gewissen!

Es grüsst

Colundro

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Können sich Aktien-Anleger

Können sich Aktien-Anleger nun bald aus der Deckung wagen?

Anleger haben verlustreiche Wochen hinter sich. Doch am Markt werden langsam Stimmen lauter, die eine baldige Bodenbildung voraussagen. Das scheint kein abwegiges Szenario.

18.03.2020 22:10

Von Henning Hölder

Die Korrektur, die sich seit rund drei  Wochen an den Märkten vollzieht, ist heftig. Und sie ist kurz. Die nackten Zahlen zeigen es: Dow Jones seit Mitte Februar: -31 Prozent. Eurostoxx 50: -32 Prozent. Swiss Market Index (SMI): -28 Prozent. Das Coronavirus hält die Weltwirtschaft derart fest im Würgegriff, wie es sich noch vor wenigen Wochen kaum jemand vorstellen konnte. Die Anleger reagieren panisch und werfen praktisch alles auf dem Markt, was nicht Cash ist. Sogar Gold kommt unter die Räder.

Allein der Blick auf die Performance der SMI-Titel seit dem 24. Februar, als der Börsenabsturz begann, bietet ein Bild des Grauens. Die schlechteste Aktie in diesem Zeitraum, die Credit Suisse, hat mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

Performance der SMI-Titel seit dem 23. Februar 2020. Stand: 18.03.20, 12 Uhr. Quelle: Bloomberg

Doch allmählich werden am Markt Stimmen laut, die langsam eine Bodenbildung voraussagen. Optimistisch macht zum einen, dass China das Corona-Problem offenbar in Griff bekommen hat. Der Tenor: Sobald auch in Europa die Infektionsrate rückläufig ist, geht es an den Börsen wieder hoch. Dabei setzen Anleger auch auf das tonnenschwere Geschütz, das Notenbanken und vor allem die Regierungen auffahren.

Geldpolitik ist essentiell

Dabei zeigt sich: Grossangelegte fiskalpolitische Massnahmen von Regierungen sind in dieser Krise noch wichtiger als die Geldpolitik. "Wir haben es mit einem realwirtschaftlichen Schock zu tun, dieser ist anders als der Schock in der Finanzkrise 2008", sagt Caroline Hilb, Leiterin Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank, gegenüber cash. Daher sei es nicht verwunderlich, dass geldpolitischen Massnahmen alleine derzeit nicht greifen, so Hilb. "Es ist enorm wichtig und richtig, dass die Staaten jetzt alles tun, um die Einbussen der Unternehmen abzufedern."

Tatsächlich zeigen die Regierungen in der Krise grosse Bereitschaft, Geld in die Hand zu nehmen. Vergangene Woche kündigten viele Länder umfassende Massnahmenpakete an, die einem fiskalpolitischen "whatever it takes" gleichkommen. Es werden Bürgschaften ausgestellt, Steuerstundungen gewährt und Staatskredite vergeben – in Deutschland sogar "unbegrenzt", wie die Bundesregierung zuletzt verkündete. Die Schweiz stellt 10 Milliarden Franken Soforthilfe zur Verfügung, betont aber gleichzeitig, dass dies nur der Anfang sei.

Corona-Folgen «zum grossen Teil eingepreist»

Können sich Anleger jetzt langsam aus der Deckung wagen und am Aktienmarkt aktiv werden? Für Thomas Heller, Leiter Research bei der Schwyzer Kantonalbank, könnte die Zeit für Aktienkäufe bald gekommen sein. Die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie seien einschneidend und eine Rezession entsprechend kaum zu vermeiden.

"Die Fiskalpolitik stemmt sich verstärkt gegen das Virus und die Geldpolitik unterstützt nach Kräften. Das müsste zu einem grossen Teil in den aktuellen Kursen eingepreist sein", bestätigt Heller gegenüber cash.

Zudem sei positiv zu werten, dass die Bewertungen an den Aktienmärkten durch die Korrektur nun deutlich gesunken sind. Und: "Die Marktstimmung ist klar negativ, was oft ein Kontraindikator ist".

Neuinfektionen als Knackpunkt

Anastassios Frangulidis, Chefstratege von Pictet Asset Management, sieht ebenfalls einen enorm "überverkauften" Aktienmarkt, der regelrecht zum Kaufen einlade. "Rein vom Sentiment her verstehe ich, dass Anleger jetzt zugreifen wollen", sagt Frangulidis gegenüber cash. Allerdings rät er dazu, noch so lange abzuwarten, bis eine Abflachung der Neuinfektionsrate absehbar ist.

Zudem hat die Geldpolitik laut Frangulidis noch lange nicht alle Massnahmen ausgeschöpft. "Die Fed hat im Vergleich zu früheren Krisen erst etwa 50 bis 60 Prozent ihres Anpassungsprozesses vorgenommen." Erst wenn die Notenbanken bei etwa 80 Prozent angelangt sind, sollten Anleger wieder mehr Risiken eingehen, so Frangulidis. Was heisst das? Neben bereits erfolgten Zinssenkungen und der Ausweitung der Bilanz erwartet der Pictet-Experte vor allem noch weitere Massnahmen bei der Quantitativen Lockerung.

Bodenbildung in ein paar Wochen?

Nähern wir uns der Bodenbildung? "Sicher ist nur: In den nächsten beiden Wochen ist die Bodenbildung nicht abgeschlossen", sagt Hilb. Danach rechnet die Anlagestrategin allerdings mit einem Rückgang der Neuansteckungen, was sich positiv auf die Märkte auswirken dürfte. "Unser Vorteil ist, dass wir bereits seit Monaten beobachten können, wie China mit dieser Krise umgeht. Daraus konnten wir lernen und dementsprechend früher agieren."

Doch es gibt auch deutlich skeptischere Stimmen am Markt, wenn es um das Thema Einstieg in den Aktienmarkt geht. Für Stefan Frischknecht, Leiter Aktien Schweiz beim Fondsmanager Schroders, sind Zukäufe momentan noch mit extremen Unsicherheiten verbunden. Derzeit gebe es so viele verschiedene Kräfte, die an den Märkten ziehen, dass der richtige Punkt zum Einstieg schlicht nicht abzuschätzen sei. "Jeder, der sagt, er hätte die goldene Regel gefunden, betreibt – etwas überspitzt ausgedrückt – Scharlatanerie," sagt Frischknecht gegenüber cash.

Trotzdem sieht auch er Chancen am Markt. Die Panikindikatoren sind nahe an den Höchstständen. Das könne als "contrarian signal" verstanden werden, so Frischknecht, allerdings dürfe man sich nicht allein darauf verlassen. Zudem bergen die niedrigen Bewertungen grosses Potenzial am Aktienmarkt. "Jetzt einen Teil hinzuzukaufen, ist sicherlich nicht falsch. Wichtig ist aber, die Käufe über einen längeren Zeitraum zu tätigen", so der Fondsmager. 

Teilkäufe nicht falsch

Was heisst das für Anleger? cash empfiehlt insbesondere vorsichtigen Anlegern noch eine Weile abzuwarten. Erst wenn sich in Europa und in den USA eine Entspannung in der Corona-Krise abzeichnet, kann man guten Gewissens einsteigen. Für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont von mehr als zehn Jahren könnte es sich aber bereits jetzt lohnen, in einzelnen Dosen Zukäufe zu tätigen.

Für langfristige Investitionen sind die niedrigen Bewertungen am Aktienmarkt bereits jetzt ein valables Kaufargument. Es empfiehlt sich dabei, über einen längeren Zeitraum in kleineren Schritten sukzessive nachzukaufen. Dafür eignen sich vor allem Qualitätsunternehmen mit soliden Bilanzen, die im nicht-zyklischen Konsum tätig sind.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Schweizer Aussenhandel im

Schweizer Aussenhandel im Februar wieder rückläufig

Der Schweizer Aussenhandel ist nach einem positiven Jahresauftakt im Februar wieder geschrumpft. Besonders hart hat es die Uhrenindustrie getroffen. Was überrascht: Die Exporte der hiesigen Wirtschaft nach China stiegen im Berichtsmonat stark an.

19.03.2020 08:30

Die Exporte sanken im Februar saisonbereinigt (zum Vormonat) um 5,0 Prozent auf 18,6 Milliarden Franken. Real - also preisbereinigt - war der Rückgang mit minus 3,3 Prozent etwas geringer. Die Einfuhren schrumpften nominal um 1,4 Prozent und erreichten damit einen Wert von 15,6 Milliarden Franken. Auf realer Basis gab es hier ein Minus von 0,1 Prozent.

Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 2,02 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte.

Mehr China-Exporte nach Neujahresfest

Die Exporte nach China kletterten im Vergleich zum Januar um satte 40 Prozent. Das überrascht auf den ersten Blick, hatte doch die chinesische Regierung Ende Januar zur Eindämmung des Coronavirus drastische Massnahmen ergriffen, die weite Teile der chinesischen Wirtschaft im Februar lahmlegte und heute noch Lieferketten tangiert.

Doch im Vergleichsmonat Januar waren die China-Exporte um ein Drittel gefallen. Das hatte wie jedes Jahr vor allem mit dem chinesischen Neujahresfest zu tun - während der "goldenen Woche" kommt das Land jeweils mehr oder weniger zum Stillstand. Die EZV erwähnt das Coronavirus in seinem Communiqué übrigens mit keinem Wort.

Auf den drei grossen Absatzmärkten stiegen die Exporte aber auch einzig nach Asien (+2,6%). Derweil sanken die Exporte nach Europa (-8,6%) und nach Nordamerika (-9,1%) deutlich.

Uhrenindustrie leidet

Die Uhrenindustrie verzeichnete ihren niedrigsten Auslandumsatz seit September 2018. Im Februar sanken die Exporte von Zeitmessern "Made in Switzerland" um satte 11,7 Prozent.

In der mit Abstand wichtigsten Produktgruppe, den Chemisch-pharmazeutischen Waren, schrumpften die Ausfuhren um 6,7 Prozent. Grund hierfür war laut EZV eine rückläufige Nachfrage nach Medikamenten sowie nach Roh- und Grundstoffen.

Zugenommen haben hingegen die Ausfuhren von Maschinen und Elektronik (+1,2%), wobei dies ausschliesslich dem Bereich Elektronik (+4,3%) zu verdanken sei. Bei den "Maschinen und Elektronik" zeigten davor die Exporte seit Mitte 2019 leicht abwärts.

Die Schlagzahl der Meldungen rund um die Ausbreitung der Pandemie hat in Europa erst gegen Ende Februar an Geschwindigkeit aufgenommen - zuletzt mit rasender Geschwindigkeit. Mittlerweile wurde in quasi ganz Europa der Notstand ausgerufen und das öffentliche Leben heruntergefahren und damit auch die wirtschaftlichen Aktivitäten.

Dies dürfte sich daher in einem Monat in den März-Zahlen zum Aussenhandel in einem noch viel drastischeren Einbruch der Warenströme niederschlagen.

ra/rw

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'628
SNB erhöht den Negativzins-Freibetrag der Banken

Breaking News

SNB belässt den Negativzins bei –0,75%

Die Schweizerische Nationalbank erhöht den Negativzins-Freibetrag der Banken und prüft zusätzliche Massnahmen.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Lurch
Bild des Benutzers Lurch
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 10.11.2015
Kommentare: 100
Die Börsen werden wohl noch extrem kraschen!!!!
Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
V-Kurve? L-Kurve? Was die

V-Kurve? L-Kurve? Was die Rezessionsszenarien für den Aktienmarkt bedeuten

Die Rezession kommt. Doch es sind sehr unterschiedliche Verläufe möglich – und dies hat direkte Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Aktienmärkte.

20.03.2020 06:45

Von Marc Forster

Die Zukunft hängt an vier Buchstaben: Ökonomen sprechen bei den möglichen Rezessionsszenarien von einem V-förmigen oder U-förmigen Verlauf. Zwei weitere Entwicklungen könnten die Umrisse eines W oder L enthalten. Die vier Varianten sehen so aus:

V-Form

Ein steiler Absturz der Konjunktur mit einer baldigen, ebenso schnellen Erholung wurde bei Finanzkrise 2008 beobachtet. Derzeit hat China bereits Daten zum massiven Konjunkturrückgang vorgelegt. Die Frage ist nun, ob die Erholung ebenso schnell vorankommt. Nachdem die Neuinfektionen massiv zurückgegangen sind, kommt das wirtschaftliche Leben im Reich der Mitte wieder in Gang.

Der V-Verlauf wäre der das Beste in der jetzigen Lage. Definitiv einstellen würde sich dieses Szenario, wenn eine breit durchführbare Impfung oder ein Wirkstoff gegen das Coronavirus gefunden würden.

U-Form

Die Erholung nach dem Absturz kann sich hinziehen. Ein wesentlicher Faktor für die Länge einer möglichen Stagnationsphase in der aktuellen Krise ist, wie lange das Virus sich weiter ausbreitet und wie schnell die Stützmassnahmen von Regierungen und Notenbanken wirken. Die Prognosen sind sehr schwierig: Ein U-Verlauf wird von vielen Ökonomen derzeit aber als wahrscheinlichstes Szenario der nun beginnenden Rezession gesehen.

W-Form

Der W-Verlauf – rasche Erholung, erneuter Einbruch und erst dann eine belastbare Erholung –wäre das Szenario für den Fall, dass es so etwas wie eine zweite Welle bei den Coronavirus-Infektionen geben wird.

L-Form

Das Horrorszenario schlechthin. Eine langanhaltende tiefere Wirtschaftsleistung würde eine lange Stagnation nach dem Absturz bedeuten. Die extremste Version dieser Entwicklung wäre eine Depression, also eine Phase mit einer Pleitewelle und einer Massenarbeitslosigkeit, in der grundlegendes Vertrauen in eine wirtschaftliche Erholung verlorengeht. 

Die jetzt beschlossenen Milliardenpakete der Regierungen für die Wirtschaft sowie die Liquditätsmassnahmen für Banken und Realwirtschaft wollen das L verhindern – mit aller Kraft.

«Der Aktienmarkt preist ein U ein»

Diese möglichen Rezessionsverläufe sind für Anlegerinnen und Anleger ein wichtiger Anhaltspunkt für die weitere Entwicklung der Börsen. "Der Aktienmarkt preist derzeit das Risiko eines 'U' zumindest teilweise ein", sagt Daniel Kalt, Chefökonom und Anlagechef Schweiz bei der UBS, zu cash. Man sei nicht mehr weit davon entfernt, dass der Aktienmarkt den U-Verlauf komplett antizipiere.

Das Problem dabei: Das U kann langgezogen sein und sich zunächst wie ein L anfühlen. Immer wieder neue Ausbreitungen des Virus oder die Prognose, dass ein Grossteil der Bevölkerung über Monate die Infektion durchmacht, würden dieses "lange U" begünstigen.

Die Verunsicherung würde dann keinen schnellen Rebound im Aktienmarkt erlauben. Allerdings legen die derzeit erkennbaren Entwicklungen in China und anderen asiatischen Ländern wie Südkorea oder Singapur nahe, dass die Spitze der Neuinfektionen mit drastischen Massnahmen wie Lockdown und Ausgangssperre tatsächlich gebrochen werden konnte.

Märkte vor entscheidenden Tagen

Sollten der Lockdown und eventuell eine Ausgangssperre, wie sie in der Schweiz nun vermehrt diskutiert wird, Wirkung bei den Neuinfektionen zeigen, wäre dies ein gutes Signal an die Märkte. "Die nächsten sieben bis zehn Tage entscheiden", sagt Ökonom Kalt.

Entscheidend ist aus Kalts Sicht auch, wie sich die Realwirtschaft entwickelt. Eine grosse Konkurswelle und deutlich mehr Arbeitslosigkeit würden dazu führen, dass der aktuelle "erzwungene Konsumverzicht" teilweise weitergingen.

"Wenn wir im Mai oder Juni einiges wieder öffnen können, dann besteht hingegen eine Chance, dass die Leute den Konsum teilweise nachholen." Dies könne sogar bedeuten, dass am Schluss doch noch eine V-Entwicklung festgestellt werden könne.

Prognosesicherheit führt zu Rebound

Auf der anderen Seite müssen die Aktienmärkte aber auch Vertrauen fassen in die Massnahmen der Notenbanken. Die beiden überraschenden – und von manchen als überstürzt empfundenen – Zinssenkungen der amerikanischen Federal Reserve am 3. und am 15. März um insgesamt 150 Basispunkte auf 0,25 Prozent verfehlten diese Wirkung noch. Auf die nun anlaufenden massiven Liquiditätsmassnahmen sowie neu aufgelegten oder erweiterten Anleihenkaufprogramme reagieren die Märkte schon eher.

Klar ist aber: Erkennen die Märkte eine V-Entwicklung, dann kommt der Rebound am Aktienmarkt schnell. Aber auch die Gewissheit, dass ein U erkennbar wird, kann die Kurse rasch in einen Erholungsmodus schicken. Die Möglichkeit, sicherere Prognosen zu erstellen, wird für die Aktienmärkte auf jeden Fall von Vorteil sein.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Economiesuisse-Präsident

Economiesuisse-Präsident warnt vor Abwürgen der Wirtschaft durch Ausgangssperre

Die Schweizer Wirtschaft funktioniert laut Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer im Grossen und Ganzen noch - trotz den einschneidenden Massnahmen gegen das Coronavirus. Er warnt aber vor einer Ausgangssperre. Wenn die Wirtschaft komplett abgewürgt werde, käme sie nach der Krise kaum mehr auf die Beine.

20.03.2020 08:39

Er schätze, dass derzeit 80 Prozent der Wirtschaft weiterhin liefen, sagte Karrer im Interview mit den Zeitungen des Tamedia-Verlags. Dies sei nur dank der enormen Anpassungsfähigkeit der Unternehmer möglich.

"Eine totale Ausgangssperre wäre unverhältnismässig", sagte der Präsident des Wirtschaftsdachverbandes weiter. "Dort, wo es unter Einhaltung der Abstandsregeln möglich ist, sollen die Leute zur Arbeit gehen." Klar gehe es zuerst um den Schutz der Menschen und der Spitalinfrastrukturen, aber bald gehe es um die wirtschaftliche Struktur unseres Landes. "Die Wirtschaft braucht ein Zeichen des Bundesrates, dass er die Massnahmen auch wieder lockert, sobald das die Lage zulässt, damit es irgendwann wieder aufwärtsgeht."

Verlust von 100 Milliarden

Für die bereits von den Massnahmen betroffenen Branchen sei die Lage sehr hart. "Ich weiss von fast vollständigen Einnahmeausfällen." Der Wertschöpfungsverlust für die ganze Wirtschaft könne auf 100 Milliarden Franken ansteigen, und es könne bei zehn Prozent der Stellen zu Kurzarbeit kommen, je nachdem, wie lange die Krise andauere, sagte Karrer.

Er fordert von der Politik vor allem Nachbesserungen bei der Kurzarbeit. "Bei der Kurzarbeit erwarten wir eine Lösung für Selbstständig erwerbende und Inhaber von Unternehmen sowie eine deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel." Zu viele direkt von der Krise Betroffene seien heute von diesem guten Instrument ausgeschlossen. Zudem brauche es Liquidität. "Der Bund muss hier den Unternehmen helfen, und zwar sowohl mit Bürgschaften für Bankkredite als auch ganz direkt."

Von Konjunkturprogrammen hingegen hält Karrer wenig: "Aus den Ländern, in denen das gemacht wurde, wissen wir, dass solche Programme, egal wie viele Milliarden damit ausgegeben wurden, immer zu spät und am falschen Ort gewirkt haben."

tt/gab

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Swiss Re, Zurich und Swiss

Swiss Re, Zurich und Swiss Life sprechen mit Finma über Corona-Schock

Die führenden Schweizer Versicherungsgesellschaften befinden sich unterrichteten Kreisen zufolge in Gesprächen mit der Finanzaufsicht des Landes.

23.03.2020 07:23

Dabei geht es um die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf ihre Kapitalpuffer und Geschäftsaktivitäten, hiess es. Die Aufsichtsbehörde habe Swiss Re, Zurich Insurance Group, Swiss Life und andere heimische Versicherer kontaktiert, um Kapital- und Liquiditätsfragen nach dem Markteinbruch und vor einer erwarteten Welle von Ansprüchen im Zusammenhang mit Coronavirus-Todesfällen zu erörtern, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten.

Die Finma stehe wie in solchen Situationen üblich mit den Beaufsichtigten in "engem Kontakt", sagte ein Sprecher. Er fügte hinzu, dass die Behörde die Situation und mögliche Auswirkungen genau beobachte. Tendenziell seien die Versicherungsunternehmen stärker von Finanzmarktkorrekturen betroffen als von Schadensfällen.

Wie hoch sind dei Kosten?

Versicherer - sowie Rückversicherer, die ihre Verluste übernehmen - versuchen, die Kosten im Zusammenhang mit dem Virus abzuschätzen, der über 10'000 Menschen das Leben gekostet hat und in Teilen der USA und von Europa zu Ausgangssperren geführt hat. Die Branche hat sich seit dem Ausbruch von Sars in Asien im Jahr 2003 bemüht, ihre Exposition gegenüber Pandemien zu reduzieren. In den vergangenen Jahren geschah dies unter anderem durch straffere Policen, die übertragbare Krankheiten ausgeschlossen haben.

Seitens Zurich und Swiss Re wurde eine Stellungnahme abgelehnt. Swiss Life sagte, wie auch andere Versicherer in regelmässigem Austausch mit der Finma bezüglich der Geschäftsaktivitäten zu stehen. Prinzipiell würde sich das Unternehmen zum Austausch mit der Finma nicht äussern.

Versicherer, die in den Zuständigkeitsbereich der Finma fallen, haben Solvenzquoten, die im Schnitt weit über dem erforderlichen Minimum liegen, sagte die Behörde. Die über die Jahre aufgebauten Kapitalpuffer sind dafür vorgesehen, genutzt zu werden, falls es nötig werden sollte.

Anleger beunruhigt

Munich Re und Swiss Re, die zwei weltgrössten Rückversicherer, haben in den letzten Tagen versucht, die Anleger zu beruhigen, dass das Virus nur begrenzte Auswirkungen auf ihr Geschäft haben wird.

"Selbst im sehr unwahrscheinlichen Fall einer weltweiten Pandemie in der Höhe eines 200-Jahresereignisses würde Munich Re in der Leben- und Gesundheitsversicherung mit maximal 1,4 Milliarden Euro betroffen sein", schrieb die Gesellschaft am Mittwoch in ihrem Jahresbericht. Sie erwartet insgesamt "keine materiellen Auswirkungen" auf das Jahresergebnis durch die Folgen des Coronavirus.

(Bloomberg)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
SMI droht erneuter Einbruch

SMI droht erneuter Einbruch im Zuge der Corona-Wirren

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Montag erneut ein Kurseinbruch ab. Den Indikationen des Broker IG zufolge dürfte der Leitindex SMI zum Handelsstart um etwa 500 Punkte tiefer starten. Auslöser sind die Verhandlungen um das Coronavirus-Konjunkturpaket in den USA. Die Verhandlungen darüber waren am Wochenende ins Stocken geraten.

23.03.2020 06:58

IG erwartet den SMI gegen 6.30 Uhr bei 8'190 Punkten. Am Freitag hatte er sich bei einem Stand von 8'625 Zählern ins Wochenende verabschiedet. Insgesamt hat der Leitindex die Vorwoche mit einem Plus von 3,1 Prozent abgeschlossen. Es war die erste Gewinnwoche seit Mitte Februar.

Am Wochenende haben sich die beiden politischen Lager in den USA nicht endgültig auf das geplante Hilfspaket für die US-Wirtschaft einigen können. Die Demokraten im US-Senat blockierten das Paket am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer prozeduralen Abstimmung. Die Demokraten kritisieren an dem hauptsächlich von den Republikanern erstellten Paket, dass zu viel Hilfen für bestimmte Industrien vorgesehen seien und zu wenig Unterstützung für Arbeiter, Krankenhäuser und Bundesstaaten.

In den USA reagierten die Futures bereits heftig. So sackte etwa der Future-Kontrakt für den S&P 500 am späten Sonntagabend in Asien fünf Prozent und wurde dann vom Handel ausgesetzt. Die Wall Street hatte am Freitag nach dem europäischen Handelsschluss ihre Abgaben noch ausgeweitet.

In Asien reagierten Investoren am Montagmorgen entsprechend zurückhaltend. An den meisten Börsen geht es denn auch abwärts. Allerdings fallen die Abgaben teilweise nicht mehr ganz so dramatisch aus, wie zuletzt. Der japanische Nikkei-Index kann sich dem ganzen sogar widersetzen und zulegen.

"Die Stimmung ist schlecht", kommentiert ein Händler. "Bei den Investoren setzt nach und nach die Erkenntnis ein, dass sich eine weltweite Rezession nicht vermeiden lässt und die ersten Anzeichen dafür sind schon zu erkennen."

hr/rw

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'628
Eine erste Bank setzt bei Schweizer Aktien den dicken Rotstift a

Vontobel holt zum Rundumschlag aus und streicht über ihr gesamtes Schweizer Anlageuniversum hinweg die Kursziele zusammen

Bis vor wenigen Wochen schien die Börse die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie völlig auszublenden. Doch dann brachen sämtliche Dämme und die Aktienkurse gerieten rund um den Globus ins Rutschen.

Mittlerweile vergeht auch hierzulande kaum ein Tag, ohne dass nicht irgendein Unternehmen die Zielvorgaben kassieren oder die Produktion zurückfahren würde. Am heutigen Montag ist es der Automobilzulieferer Autoneum, der die erst kürzlich kommunizierten Jahresvorgaben aussetzt. Der Maschinenbauer Bobst und der Schraubenspezialist SFS Group sehen sich ihrerseits zu Produktionskürzungen gezwungen.

Während andere Banken ihre Kursziele in eher homöopathischen Dosen reduzieren, holt Vontobel in einem 29 Seiten starken Strategiepapier zum Rundumschlag aus. Ich zähle - über das gesamte Schweizer Anlageuniversum der Zürcher Bank hinweg - nicht weniger als 108 Kurszielreduktionen. Die Autoren haben die letzten paar Nächte wohl fleissig durchgearbeitet und ihre Bewertungsmodelle auf den neusten Stand gebracht.

Am einschneidendsten fallen die Kurszielreduktionen bei den Aktien von Adecco (von 61 auf 44 Franken), Flughafen Zürich (von 210 auf 50 Franken), Aryzta (von 0,75 auf 0,45 Franken), Credit Suisse (von 13 auf 8 Franken) und Autoneum (von 115 auf 76 Franken) aus.

Interessant ist, dass die Vontobel-Analysten bei den Aktien einiger Unternehmen selbst vom tieferen Kursziel aus noch einmal ein nicht unbeträchtliches Abwärtspotenzial sehen, sollte die Coronavirus-Krise in einem "U"-förmigen Wirtschaftsabschwung münden. Besonders übel würde ein solches Szenario den Papieren von Autoneum (-80 Prozent), Aryzta (-64 Prozent) oder Kudelski (-55 Prozent) mitspielen.

Bei jenen des Vermögensverwalters GAM (+44 Prozent) und der Versicherungsunternehmen Vaudoise (+27 Prozent), Swiss Life (+30 Prozent), Swiss Re (+45 Prozent) und Zurich Insurance Group (+17 Prozent) sehen die Analysten selbst in diesem eher düsteren Szenario noch Aufwärtspotenzial.

Vontobel wird nicht die letzte Bank sein, die den dicken Rotstift zückt. Vermutlich werden in den kommenden Wochen - spätestens nach der schon bald anlaufenden Quartalsberichterstattung - weitere einschneidende Kurszielreduktionen eintreffen.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Weitere Schweizer Ökonomen

Weitere Schweizer Ökonomen senken Wachstumsprognose wegen Coronavirus

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Schweizer Wirtschaft leidet unter den Folgen des Coronavirus. Weitere Prognostiker erwarten nun eine Rezession. Und ob die in Aussicht gestellten Staatshilfen für eine rasche Erholung ausreichen, wird in Frage gestellt.

23.03.2020 12:17

Konkret hat das Institut BAK Economics seine Vorhersage für das laufende Jahr massiv gesenkt. Es erwartet nun eine Schrumpfung des Bruttoinlandprodukts um 2,5 Prozent. Bisher war es von einem Wachstum von 1,3 Prozent ausgegangen.

Deutlich pessimistischer geworden sind auch die Ökonomen der Grossbank UBS, die noch vor knapp zwei Wochen ein Wachstum von 0,7 Prozent vorhergesagt hatten. Sie erwarten nun im laufenden Jahr im besten Fall einen BIP-Rückgang von 1,3 Prozent, halten aber wegen der "Wucht der Krise" eine Schrumpfung um bis zu 3 Prozent für noch realistischer.

Zuvor hatten schon andere Institute ihre Prognosen gekappt. So erwarten aktuell die Ökonomen des Bundes, der Nationalbank, der Credit Suisse und von Raiffeisen für 2020 ein rückläufiges Wachstum.

Hohe Prognoseunsicherheit

Wie alle anderen Institute betonen auch BAK Economics und die UBS die hohe Unsicherheit der Vorhersage: "Wir sind uns bewusst, dass sich die Lage in zwei Wochen ganz anders präsentieren kann", schreiben etwa die UBS-Experten. Es fehlten zudem die Erfahrungswerte für eine solche Krise.

Sicher sind sie sich aber, dass die Pandemie zu einem starken Einbruch des Schweizer Wachstums im ersten Halbjahr führen wird. Denn der aktuelle Abschwung betreffe die Binnen- als auch die Exportwirtschaft.

Es gebe ein "hohes Schadenspotenzial" für den März, den April und möglicherweise für den Mai. Entscheidend für die Gesamtjahresprognose sei, wann die Corona-Massnahmen wieder aufgehoben würden.

"Vollbremsung" im zweiten Quartal

Bei BAK Economics ist wegen der Schutzmassnahmen zur Eindämmung der Pandemie von einer "Vollbremsung" die Rede. Eine schwere Rezession sei daher nicht mehr zu vermeiden.

So wird für das zweite Quartal mit einem "rekordhohen Einbruch" des BIP um fast 6 Prozent gerechnet. Pro Woche Lockdown resultiere für die Schweizer Volkswirtschaft ein Verlust von rund 4 Milliarden Franken.

Ein Abschwung in dieser Breite stellt laut BAK ein Novum für die hiesige Wirtschaft dar. "In fast allen früheren Krisenzeiten war der private Konsum stets eine Stütze der Konjunktur gewesen", so die Mitteilung des Basler Instituts. Die Experten befürchten auch, dass die Arbeitslosenquote auf rund 3,5 Prozent steigen wird.

Langfristige Wirkung

BAK Economics und UBS erwarten aber beide, dass sich die Wirtschaft nach der Pandemie rasch erholen wird. Die UBS geht für 2021 von einer Wachstumsrate von 2,0 bis 2,2 Prozent aus, BAK Economics sogar von 4,3 Prozent.

"Die Schweizer Wirtschaft dürfte die Krise mit weniger Schäden überstehen als die anderer europäischer Staaten", heisst es bei der UBS. Begründet wird dies nicht zuletzt mit der Bedeutung der Pharmaindustrie, von der fast die Hälfte der Schweizer Exporte stamme und die sich als widerstandsfähig erweisen werde.

BAK betont jedoch, dass das Wachstum nicht darüber hinweg täuschen dürfe, dass die Corona-Krise sich langfristig auswirke: Auch Ende 2021 werde das BIP-Niveau in der Schweiz noch um rund ein Prozent tiefer liegen, als dies ohne die Pandemie möglich gewesen wäre.

Gefahr einer Pleitewelle

Entscheidend für eine Erholung sei zudem, so die UBS-Ökonomen, dass es weder zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit noch zu einer Pleitewelle kommt. In einem solchen Fall wäre die Erholung gefährdet, was zu einer länger andauernden Wirtschaftskrise führen könnte.

Dies könnte nämlich die Konsumentenstimmung beeinträchtigen: "Die Restaurants wären zwar wieder offen, aber die Konsumenten wollen kein Geld ausgeben, weil arbeitslos sind oder fürchten, es zu werden."

145 Milliarden "vorhanden"

"Eine starke Reaktion" des Staates, könne eine solche Krise verhindern, so die Experten der Grossbank. Finanzieller Spielraum sei vorhanden. Laut ihren Berechnungen liege eine Erhöhung der Schuldenquote um 20 Prozent oder 145 Milliarden Franken drin, ohne dass eine Bonitätseinbusse in Kauf genommen werden müsste.

Neben der Kurzarbeitsentschädigung stünden dabei die Überbrückungskredite im Fokus. Ob die vom Bundesrat dafür in Aussicht gestellten Mittel ausreichen, stellen die UBS-Experten indes in Frage. "Möglicherweise sind angesichts der dramatischen Umsatzeinbrüche in weiten Teilen der Wirtschaft mehr Mittel notwendig, um die befürchtete Konkurswelle abzuwenden."

rw/hr

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Schweizer Baubranche 2019 mit

Schweizer Baubranche 2019 mit mehr Firmen-Löschungen als Neugründungen

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der aktiven Firmen in der Schweizer Baubranche zwar erneut positiv entwickelt, erstmals seit fünf Jahren gab es jedoch mehr Konkurse und Löschungen als Neugründungen.

23.03.2020 12:00

Total waren Ende 2019 61'475 Firmen registriert, wie der Wirtschaftsauskunftsdienst CRIF am Montag schreibt. Die Zahl der Löschungen oder Konkurse übertraf dabei mit 5'449 die der Neugründungen um 748. Damit war das Saldo im Zeitraum seit 2015 erstmals negativ.

Regional betrachtet gibt es die meisten Unternehmen der Baubranche im Kanton Zürich (8'402), gefolgt vom Kanton Bern (6'111) und dem Kanton Waadt (6'017). In einzelnen Bereichen verfügen jedoch andere Kantone über mehr Firmen. So liegt im Hochbau der Kanton Waadt mit 632 Unternehmen an der Spitze vor dem Kanton Tessin mit deren 601. Im Holzbau hat der Kanton Bern die meisten Firmen (550) gefolgt von St. Gallen (285).

Nach Baubereichen aufgesplittet bilden den Angaben zufolge die Firmen im Bereich der Elektroinstallationen (6'166) die grösste Gruppe, gefolgt von der Malerei (3'765) und dem Allgemeinen Hoch- und Tiefbau (3'729).

In der Baubranche werden im Schnitt 40 Prozent der Rechnungen zu spät bezahlt. Nach den Angaben von CRIF gibt es dabei nach Branchen und Regionen klare Unterschiede. So sind es etwa im Tessin 50 Prozent der Firmen, welche unpünktlich bezahlen und im Kanton Zürich 43 Prozent.

yr/mk

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Langjährige Grossaktionäre

Langjährige Grossaktionäre sind auf dem Rückzug

In den letzten Tagen haben sich mächtige internationale Grossinvestoren selbst bei Vorzeigeunternehmen wie Straumann oder der Partners Group von Aktien getrennt. cash mit einem Überblick.

24.03.2020 08:28

Von Lorenz Burkhalter

Der Schweizer Aktienmarkt ist fest in der Hand ausländischer Investoren. Mächtige Vermögensverwalter wie Blackrock oder Fidelity entscheiden darüber, in welche Richtung sich die Kurse hierzulande bewegen.

Davon zeugen auch die tagtäglich von der Schweizer Börse SIX publizierten Beteiligungsveränderungen, wenn der Stimmenanteil besagter Investoren die vordefinierten Schwellenwerte über- oder unterschreitet. An normalen Tagen liegen solchen Beteiligungsveränderungen nur in den seltensten Fällen auch wirklich Titelkäufe oder –verkäufe, sondern vielmehr Wertpapierleihgeschäfte zugrunde.

Doch von "normal" kann in diesen Tagen keine Rede sein. So überrascht es nicht, dass der SIX auffällig viele Titelverkäufe gemeldet werden. Gerade bei den kleinen und mittelgrossen Unternehmen treten vermehrt auch langjährige Grossaktionäre den Rückzug an. Ganz freiwillig ist dieser Rückzug vermutlich nicht, zwingen Rücknahmen Fondsanbieter vom Schlag der Capital Group dazu, sich von Aktien zu trennen.

Selbst Straumann und Partners Group betroffen

Wie seit dem frühen Dienstagmorgen bekannt ist, trat der US-Fondsanbieter in den letzten Tagen bei Straumann als Verkäufer von Aktien in Erscheinung. Zu erkennen geben muss sich die Capital Group nur, weil der Stimmenanteil in Folge dessen unter den meldepflichtigen Schwellenwert von 3 Prozent sank.

Der Dentalimplantatehersteller aus Basel gilt als eine Erfolgsgeschichte, die in der Schweiz ihresgleichen sucht. Dennoch setzte der Börseneinbruch auch dieser Aktie zu. Mittlerweile trennen sie mehr als 40 Prozent vom Rekordhoch von Mitte Februar bei 1066 Franken.

Nicht viel besser erging es der Partners Group. Wie Straumann gilt auch der Spezialist für Risikokapitalanlagen als Börsenüberflieger der letzten Jahre. Erst kürzlich setzte das Vorzeigeunternehmen allerdings die diesjährigen Zielvorgaben aus. Ob das den weltgrössten Vermögensverwalter Blackrock dazu veranlasste, den Stimmenanteil von ursprünglich 6,14 auf 4,98 Prozent zu reduzieren, ist nicht bekannt.

Zuvor trennte sich Blackrock schon bei AMS von Titeln. Hielt der Vermögensverwalter vor wenigen Wochen noch 4,89 Prozent der Stimmen, waren es zuletzt noch 3,15 Prozent. Der Sensorenhersteller aus Unterpremstätten befindet sich in einer delikaten Situation. Er muss trotz Börsenturbulenzen für 1,65 Milliarden Euro neue Aktien ausgeben, um den Überbrückungskredit für die Übernahme von Osram Licht ablösen zu können. In den letzten Tagen klebte der Aktienkurs bei AMS hartnäckig in der Nähe des Bezugspreises von 9,20 Franken, den die Kapitalerhöhung für die neu auszugebenden Titel vorsieht (cash berichtete). Mit einem satten Minus von gut 76 Prozent alleine seit Ende Dezember führt die AMS-Aktie die diesjährige Verliererliste an.

Grossinvestoren nun bei so manch einer Firma unter der Radargrenze

Ebenfalls weit oben auf dieser Liste ist der Name des hochverschuldeten Backwarenherstellers Aryzta zu finden. Die Coronavirus-Pandemie werde wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsjahr haben, so warnt das Unternehmen am frühen Dienstagmorgen. Es ist, als habe JB Hambro dies kommen sehen. Denn gemäss einer Beteiligungsmeldung hat der britische Vermögensverwalter seine Beteiligung jüngst von 6,28 auf 4,92 Prozent reduziert.

Die genannten Beispiele bilden nur die Spitze des Eisbergs. Egal ob T. Rowe Price beim Vermögenverwalter GAM, Invesco beim Logistiklösungsanbieter Interroll oder T. Rowe Price bei der Versandapotheke Zur Rose: Internationale Grossinvestoren waren zuletzt Verkäufer von Nebenwerten aus der Schweiz. Und da sich viele dieser Grossinvestoren nun unter der meldepflichtigen 3-Prozent-Schwelle bewegen, werden wir wohl erst wieder von ihnen hören, wenn sie ihre Beteiligung wieder darüber erhöhen. Denn erst dann erscheinen sie wieder auf dem Radarschirm der Öffentlichkeit.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'628
Bärenmarktrally ist keine Bodenbildung

Der Swiss Market Index könnte sich noch einmal kurzzeitig erholen, bevor es wieder abwärtsgeht. 

Nach dem beträchtlichen Plus, das Inhaber von Short-Positionen angehäuft haben, wird es Zeit für Eindeckungskäufe. Dies kann den SMI temporär steigen lassen, ist aber kein Anzeichen für eine anhaltende Entspannung am Markt. Aktuell zeichnet sich nur eine Verflachung des Abwärtstrends ab (schwarz/schwarz punktiert). Im Idealfall ist sogar ein Anstieg an den Monatsdurchschnittspreis um 9200 möglich (blau). Doch schon die nächste markttechnische Wendezone um 9650 dürfte kaum mehr berührbar sein – wobei wegen der derzeit zu beobachtenden Bewegungsdynamik nichts unmöglich ist.

 

Auch aus einer mittel- bis langfristigen Perspektive macht eine kurze Unterbrechung des Ausverkaufs Sinn: Der SMI ist aus dem Schwankungskorridor dieser Zeitebene deutlich nach unten herausgefallen und hat den bereits etablierten Wendebereich knapp über der 8000er-Marke erreicht. Doch auch hier ist nicht mehr als eine vorläufige Atempause zu erwarten, erst um 7200/7500 könnte der Markt wieder deutlicher gekauft werden.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
CS-Ökonomen warnen vor zu

CS-Ökonomen warnen vor zu viel Pessimismus

(Zusammenfassung) - Die Ökonomen der Grossbank Credit Suisse sind trotz Coronavirus vergleichsweise optimistisch für die Schweizer Wirtschaft. Denn nach der Krise werden die Konsumenten Anschaffungen nachholen, und die Unternehmen werden wieder in Maschinen und Anlagen investieren.

24.03.2020 13:28

Mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 0,5 Prozent in 2020 bewegt sich die CS am oberen Ende der Bandbreite. Andere Ökonomen hatten ihre Prognosen in den letzten Tagen drastischer zurückgenommen: Die UBS (-3,0%), BAK Economics (-2,5%) oder das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco (-1,7%) rechnen mit deutlicheren BIP-Rückgängen.

Doch die Prognosen der CS sind nicht in Stein gemeisselt - zu schnell verändert sich die Lage tagtäglich. Es fehle an Erfahrungswerten für eine solche Krise. "Wir haben alle bisher verwendeten Modelle ausgeschaltet", sagte Claude Maurer, Leiter der Konjunkturanalyse Schweiz, am Dienstag an einer Telefonkonferenz.

Die nächste Abwärtsrevision zeichnet sich auch schon ab: Wenn die olympischen Sommerspiele in Tokio definitiv abgesagt werden, fallen Lizenzeinnahmen weg. Dann dürfte seine Prognose bei rund -1 Prozent liegen, sagte Maurer, der davon abriet, heute Zahlen bis auf die letzte Kommastelle zu analysieren.

"Alle Prognosen sind derzeit höchst unsicher", fasste Oliver Adler das Urteil der CS zusammen, der Chefökonom Schweiz bei der Grossbank. Er riet aber, nicht zu pessimistisch zu sein.

Konsum schrumpft - und fliesst ab

Denn flaue die Corona-Krise erst einmal ab, würden Konsumenten zumindest einen Teil des verpassten Konsums nachholen und die Unternehmen würden die zurückgehaltenen Investitionen wieder freigeben. Sie werden also wieder Maschinen und Anlagen kaufen. Aktuell würden die Unternehmen im "Überlebensmodus" verharren.

Der private Konsum in der Schweiz wird dennoch erstmals seit 1993 schrumpfen. Aktuell steht rund ein Drittel aller konsumierbaren Güter und Dienstleistungen gar nicht zur Verfügung, erinnerte Maurer. Und viele Dienste wie der Gang zum Coiffeur könnten nicht "nachgeholt" werden. In vergangenen Krisen war der Privatkonsum meist ein wichtiger Puffer für die Schweizer Wirtschaft.

Einen Aspekt strich Maurer zudem heraus: Viele Schweizer kaufen heute lieber online ein statt in einem Laden - Tendenz stark steigend. Und auf diesem Feld haben nicht-schweizerische Unternehmen eine starke Position - ein Teil des Konsums fliesst also ins Ausland ab. "Einige stationäre Detailhändler werden unter die Räder kommen", sagte daher Fredy Hasenmaile, der Leiter der Immobilienanalyse, voraus.

Dafür sei im Gegenzug der grenzüberschreitende Einkaufstourismus vollständig zum Stillstand gekommen, erinnerte Maurer. Diese Gelder bleiben also bis auf Weiteres in der Schweiz.

Kurzarbeit hilft

Dazu kommen die Ausfuhren von Medikamenten, die mittlerweile für 40 Prozent der in Franken gerechneten Exporte stehen. Die Pharmaindustrie leiste in schwierigen Zeiten einen Beitrag zur Stabilisierung der Schweizer Wirtschaft, betonte Ökonomin Tiziana Hunziker.

Schliesslich milderten staatliche Massnahmen die Auswirkungen des "Lockdown". Mit der Kurzarbeit habe der Bundesrat auf ein sehr wirksames Instrument zur Abfederung von kurzfristigen Schocks zurückgegriffen.

Die Arbeitslosigkeit wird nach Auffassung der CS daher nicht stark steigen: Bis Ende Jahr dürfte diese der Bank zufolge von heute 2,3 auf lediglich 2,9 Prozent steigen. Das ist wichtig: Für die Konsumlaune der Konsumenten ist die Sicherheit der eigenen Arbeitsstelle entscheidend.

Das Virus entscheidet

All diesen Aussagen liegt aber eine wichtige Prämisse zugrunde: Die Annahme, dass die Ausnahmesituation nur bis Mitte Mai andauert. "Bei einem langfristigen Schock wird auch unsere Prognose deutlich tiefer ausfallen", räumte Alder ein.

Eine tiefere Rezession kann also nur abgewendet werden, wenn der Coronavirus-Ausbruch rasch unter Kontrolle gebracht wird.

ra/ys

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Schweizer Konjunkturexperten

Schweizer Konjunkturexperten senken wegen Corona-Krise ihre Prognosen

Das Coronavirus und die Folgen der gegen die Ausbreitung des Virus ergriffenen Massnahmen werden in der Schweizer Wirtschaft deutliche Spuren hinterlassen.

24.03.2020 10:06

Davon gehen auch die von der Konjunkturforschungsstelle KOF vierteljährlich befragten Konjunkturexperten aus.

Die von Anfang bis Mitte März von der KOF befragten Ökonomen gehen davon aus, dass sich das BIP in der Schweiz 2020 zum Vorjahr um 0,2 Prozent zurückbilden wird. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten KOF-Konsensus hervor. Im Dezember, als noch niemand mit einer folgenschweren Pandemie gerechnet hatte, waren die Experten von einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 1,3 Prozent ausgegangen.

Der wachsende Pessimismus überrascht angesichts geschlossener Läden, Gastrobetrieben, Event-Absagen und erschwertem Handel mit dem Ausland nicht. Einige Ökonomen hatten ihre Prognosen in den letzten Tagen noch drastischer zurückgenommen: Die Grossbank UBS (BIP 2020: -3,0%), BAK Economics (-2,5%) oder etwa das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco (-1,7%) rechnen mit deutlichen BIP-Rückgängen.

Die Experten verwiesen allerdings in ihren Ausführungen auch auf die hohe Unsicherheit, die mit den Prognosen verbunden ist. Es fehle an Erfahrungswerten für eine solche Krise und entscheidend sei, wann die Coronavirus-Massnahmen aufgehoben würden, lautete der Tenor.

Einbruch im Export

Zurückrudern war bei den von der KOF befragten Konjunkturexperten in allen Teilbereichen angesagt: So rechnen sie bei Anlageinvestitionen im Jahr 2020 mit einem Rückgang um 0,6 Prozent nach einem Plus von 0,7 Prozent in der Dezember-Umfrage. Vergleichsweise gut sind die Prognosen für den Bau, wo zum Vorjahr keine Veränderung erwartet wird. Ein Minus von 1,0 Prozent ergibt sich aber bei den Ausrüstungsinvestitionen.

Eine deutliche Revision erfuhren die Annahmen zum Export: Erwartet wird neu ein Rückgang der Exporte (real) um 0,9 Prozent nach einem zuvor prognostizierten Plus von 2,6 Prozent. Und die Inflationserwartungen liegen neu ebenfalls tiefer: Neu rechnen die Experten nur noch mit einem leichten Anstieg der Konsumentenpreise von 0,1 nach zuvor einem Plus von 0,4 Prozent.

Die Prognose für die durchschnittliche Arbeitslosenquote liegt derweil für 2020 bei 2,7 Prozent nach 2,6 Prozent im Dezember und dürfte im Folgejahr auf 2,8 Prozent zunehmen.

Belebung ab 2021 erwartet

Doch bereits im Jahr 2021 ist Besserung und eine konjunkturelle Belebung in Sicht. In den erstmals für 2021 aufgestellten Prognosen gehen die Konjunkturexperten von einem BIP-Wachstum im Umfang von 1,3 Prozent aus. Treiber dazu sind Zunahmen bei den Ausrüstungsinvestitionen (+1,8%) und in der Exportwirtschaft (+3,3%).

Auch langfristig wird mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung gerechnet: Für die kommenden fünf Jahre sollte die Wirtschaftsleistung in der Schweiz gemäss dem KOF-Konsensus im Durchschnitt um jährlich 1,4 Prozent (Dezember-Umfrage: 1,5%) anziehen. Die erwartete Arbeitslosenquote liegt dabei mit 2,7 Prozent gar unter den im Dezember prognostizierten 2,9 Prozent.

Euro-Kurs unter Druck

In der KOF-Umfragen werden die Experten auch zu Annahmen bezüglich Entwicklungen an den Finanzmärkten befragt. Den Euro-Kurs etwa sehen sie in den nächsten drei Monaten bei 1,06 Franken und nach zwölf Monaten bei 1,08 Franken. Bislang hatte man mit Kursen von über 1,10 Franken gerechnet. Den Dollar sehen die Auguren bei 0,95 Franken nach drei und bei 0,94 Franken nach zwölf Monaten.

Die Zinserwartungen liegen derweil im März deutlich unter den Annahmen vom Dezember. Der Konsensus-Wert des 3-Monats-Libors in drei Monaten steht bei -0,82 nach zuvor -0,74 Prozent und in zwölf Monaten bei -0,79 nach -0,71 Prozent. Der Kassazins für 10-jährige Bundesobligationen wird in drei Monaten bei -0,63 Prozent und in zwölf Monaten bei -0,37 Prozent gesehen. Am Montag belief sich der Kassazins auf -0,416 Prozent.

Am Aktienmarkt wird für den breiten Swiss Performance Index (SPI) in drei Monaten ein Punktestand von 9'501 Zählern und nach zwölf Monaten 11'040 Stellen erwartet. Aktuell liegt der SPI bei gut 10'300 Punkten.

An der Umfrage nahmen laut den Angaben lediglich zwölf Ökonomen teilt. In der Dezember-Umfrage waren es noch 20.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'628
Wetten das?

Zyndicate hat am 24.03.2020 13:49 geschrieben:

 Denn nach der Krise werden die Konsumenten Anschaffungen nachholen, und die Unternehmen werden wieder in Maschinen und Anlagen investieren.

 

Da wette ich dagegen.

Die Kosten laufen ungebremst weiter. Die Einnahmen hingegen sinken wegen Kurzarbeit, Arbeitslosigket oder fallen bei Selbständigen teilweise oder ganz weg.

Nachgeholt kann nicht alles werden, auch wenn genügend Geld da wäre, weil z.B. die wenigsten Ostern im August feiern.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
SIX führt Saron Compound

SIX führt Saron Compound Indizes für verschiedene Laufzeiten ein

Die Schweizer Börse SIX führt Saron Compound Indizes für Laufzeiten von einem, drei und sechs Monaten ein. Diese "Saron Compound" Indizes würden den Markt für das Benchmarking und die Bestimmung der Beobachtungsperiode eines compounded Saron in Finanzprodukten wie Hypotheken, Einlagen, Obligationen, Floating Rate Notes, Overnight Indexed Swaps und Futures unterstützen, teilte die SIX am Mittwoch auf ihrer Homepage mit.

25.03.2020 08:30

Die Einführung dieser Indizes ab dem (heutigen) Mittwoch sei ein wichtiger Schritt für den Übergang zum Saron und weg vom Libor, erklärte SIX-Indexverantwortlicher Christian Bahr. Die Indizes böten wichtige Transparenz für Laufzeiten des Franken-Zinssatzes, die über die Overnight-Laufzeit hinausgingen.

Ablösung des Libor

Der Saron soll den Libor ablösen, der bisher für zahlreiche Finanzprodukte - darunter Interbankengeschäfte und Hypotheken - massgebend war. Beim Libor melden ausgewählte Banken die Zinssätze, zu denen sie sich gegenseitig unbesicherte Geldmarktkredite gewähren würden, nach London. Weil die Datenbasis für den Libor inzwischen zu dürftig ist, soll dieser jedoch per Ende 2021 auslaufen.

In der Schweiz kümmert sich die "Nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Franken" um die Ablösung. Sie hat den Saron als Nachfolge auserkoren. Dieser wird täglich auf Basis abgeschlossener Transaktionen und Kursen im Schweizer Geldmarkt berechnet und von der Schweizer Börse SIX administriert.

Aggregation aller täglichen Saron-Sätze

Konkret seien die neuen Saron Compound Indizes die Aggregation aller täglichen Saron-Sätze über die Laufzeit von einem, drei oder sechs Monaten und würden nachträglich berechnet. Die Laufzeit endet an jedem beliebigen Handelstag eines bestimmten Monats und beginnt an einem Handelstag einen, drei oder sechs Monate vorher.

Der Saron 1 IMM Compound Index stelle die Aggregation aller täglichen Saron-Sätze über eine Laufzeit von einem Monat dar und werde nachträglich berechnet, hiess es. Die Laufzeit für den Saron 1 IMM Compound Index beginnt am 3. Mittwoch eines bestimmten Monats und endet am 3. Mittwoch einen Monat später, nach dem International Monetary Market Calendar. Beim Saron 3 IMM Compound Index verhält es sich analog, nur endet die Laufzeit am 3. Mittwoch eines bestimmten Monats drei Monate später.

jb/ra

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Konjunkturstimmung der

Konjunkturstimmung der Analysten sinkt im März auf tiefsten Stand seit Frankenschock

Die Stimmung von Analysten mit Blick auf den Schweizer Konjunkturverlauf in den kommenden sechs Monaten ist im März wegen dem Coronavirus regelrecht eingebrochen.

25.03.2020 10:30

Der sogenannte CS-CFA-Society-Switzerland-Indikator, der die Erwartungen der Analysten misst, steht neu bei -45,8 Punkten, nachdem im Vormonat noch ein Wert von +7,7 erreicht worden war.

Er sei damit auf den tiefsten Wert seit dem Frankenschock im Frühling 2015 gefallen, teilte die Credit Suisse am Mittwoch mit. Damals wurden bis zu -73,0 Punkte erreicht.

Die Befragung für die aktuelle Auswertung fand zwischen dem 9. und 19. März 2020 statt. Ein Grossteil der 24 Umfrageteilnehmer habe die Einschätzungen somit noch vor der Bekanntgabe der drastischen Massnahmen durch den Bundesrat abgegeben, meint die CS zum aktuellen Wert.

Gleichwohl wurde auch die aktuelle konjunkturelle Situation in der Schweiz deutlich negativer gesehen als im Vormonat. Und auch für die wichtigen Wirtschaftsräume Eurozone, USA und China sind die Einschätzungen düster. Für China beispielsweise sei die Lage so schlecht wie noch nie beurteilt worden.

Tiefere mittelfristige Prognosen

Die Pandemie wird laut den befragten Experten aber auch den mittelfristigen Wachstumspfad der Schweizer Wirtschaft beeinflussen. Konkret wird im Schnitt für die nächsten drei bis fünf Jahre nur noch ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. Im letzten Dezember habe die entsprechende Prognose noch 10 Basispunkte höher gelegen.

Für die kurz- und langfristigen Zinsen erwarten die Umfrageteilnehmer ebenfalls einen globalen Rückgang. Dies stehe im Einklang mit den Schritten verschiedener Zentralbanken in den letzten Wochen.

Auch sei es wahrscheinlicher geworden, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinsen senken müsse. Mehr als die Hälfte der Experten geht gleichwohl bis Ende 2020 von einem unveränderten Leitzins aus. Rund ein Viertel erwartet aber eine Zinssenkung auf -1,00 Prozent.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Zahl der Stelleninserate geht

Zahl der Stelleninserate geht im März zurück - Logistikplaner gesucht

Der Schweizer Arbeitsmarkt kühlt sich im März leicht ab. So ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Schweiz gegenüber dem Vormonat erstmals im laufenden Jahr leicht gesunken. Im Jahresvergleich bleibt die Entwicklung aber robust.

25.03.2020 10:10

Gemäss dem am Mittwoch publizierten Michael Page Swiss Job Index ging die Anzahl der öffentlichen Stellenangebote im März im Vergleich zum Februar um 0,8 Prozent zurück. In den Monaten Januar und Februar zog dieser Wert noch um 0,5 bzw. starke 6 Prozent an.

Dank des Corona-bedingten Anstiegs des Einkaufs über Internet verzeichneten die Stellenangebote für Logistikplaner (+4,9%) das höchste monatliche Wachstum. Gesucht sind aber auch Fachleute in den Bereichen Versicherung (+4,5%), Immobilien (+3,8%), IT sowie im Finanz- und Buchhaltungswesen.

Regional gesehen legten einzig die Genferseeregion sowie die Nordschweiz im Monatsvergleich leicht zu. In den Regionen Mittelland, Zürich, Ost- und die Westschweiz wurden hingegen weniger Stellen ausgeschrieben. Die Deutschschweiz, auf die 90 Prozent der Stellenangebote entfallen, registrierte insgesamt ein Minus an Angeboten von 1 Prozent.

Auf Jahressicht, also im Vergleich mit März 2019, ergab sich noch immer ein solides Plus von 7,7 Prozent, wobei alle Regionen zum Wachstum beitrugen.

cf/ra

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Umfassender Corona-Shutdown

Umfassender Corona-Shutdown würde monatlich fast 30 Milliarden kosten

Ein umfassender Shutdown nach italienischem Vorbild würde in der Schweiz auf der Produktions- und Einkommensseite jeden Monat bis zu 30 Milliarden Franken kosten.

25.03.2020 09:45

Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Denkfabrik Avenir Suisse. Avenir Suisse hat darin gemäss eigenen Angaben "konservativ" berechnet, wie hoch die Kosten wären, wenn der Bundesrat jegliche nicht-essenzielle Produktion unterbinden und alle nicht lebensnotwendigen Betriebe hierzulande schliessen würde.

Für die Kurzarbeit und Überbrückungsliquidität würden monatliche Kosten von insgesamt 27,5 Milliarden Franken anfallen, wobei sich die Kosten gemäss der Mitteilung vermutlich irgendwo zwischen 27 und 30 Milliarden bewegen würden.

Gleichzeitig betrüge der monatliche Wertschöpfungsverlust, also die Einbussen auf Produktionsseite, etwa 28,8 Milliarden Franken. Das entspricht 4,3 Prozent des jährlichen Bruttoinlandprodukts der Schweiz.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Economiesuisse: Umsatz der

Economiesuisse: Umsatz der Schweizer Unternehmen im Schnitt um 20 Prozent eingebrochen

Die Coronavirus-Pandemie führt zu grossen wirtschaftlichen Schäden.

26.03.2020 11:25

Bei den Unternehmen sei der Umsatz jetzt schon um ein Fünftel eingebrochen, wie aus einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse hervorgeht.

"Es wird zudem erwartet, dass sich der Umsatzrückgang bis in zwei Monaten auf rund einen Drittel erhöht", schrieb Economiesuisse am Donnerstag in einem Communiqué. Ein grosser Anteil an Unternehmen habe heute bereits Absatzschwierigkeiten für ihre Produkte und Dienstleistungen in der Schweiz.

Zulieferbetriebe für Gastrounternehmen, Hotels, Veranstalter, Coiffeursalons usw. seien stark von den Verboten der Behörden betroffen. Die Textilindustrie könne einen grossen Teil der aktuellen Kollektion nicht mehr verkaufen. Das Gleiche treffe auf weitere Lieferanten des Detailhandels zu.

Und der Autohandel leide unter dem Produktionsstopp in Europa. Zahlreiche Autobauer wie BMW oder Porsche haben ihre Fabriken stillgelegt.

Immer mehr Absatzschwierigkeiten im Ausland

In den nächsten zwei Monaten steige der Anteil der Schweizer Unternehmen, die mit Absatzschwierigkeiten im Ausland kämpfen würden, von unter auf über ein Drittel, schrieb Economiesuisse.

Zudem machen den Firmen Lieferengpässe zu schaffen. Besonders betroffen sei die Exportindustrie: "Es wird erwartet, dass in zwei Monaten bis zu 85 Prozent aller Exportunternehmen in der einen oder anderen Form von Lieferengpässen betroffen sein werden", schrieb Economiesuisse.

Lieferengpässe gebe es beispielsweise bei den Produkten Aromen, Vitamine, Verpackungsmaterialien, Baumaterialien, Alkohol, Glyzerin, medizinische Güter, Seltene Erden, Magnete. Nach wie vor bestünden Lieferverzögerungen von Produkten aus Asien (China, Japan, Südkorea, Thailand, Indien).

Zunehmend träten aber auch Lieferengpässe bei europäischen Importen auf, vor allem aus Italien, aber auch aus Polen, Serbien, der Türkei, Österreich, Frankreich und Deutschland. Und schliesslich seien teilweise auch Schweizer Lieferanten in Verzug, schrieb Economiesuisse.

Stellen in Gefahr

Die Krise hat Folgen für das Personal. Fast zwei Drittel der Unternehmen würden Kurzarbeit zumindest teilweise nicht ausschliessen. 30 Prozent der Firmen würden gar Entlassungen in den nächsten zwei Monaten in Betracht ziehen.

Die Hilfsmassnahmen des Bundesrats kämen gerade noch rechtzeitig, schrieb Economiesuisse. Bereits heute hätten rund ein Drittel der Unternehmen Schwierigkeiten haben, die Liquidität im Betrieb sicherzustellen. Dieser Anteil werde auf sehr hohe rund 50 Prozent ansteigen.

Die Umfrage wurde vom 19. bis zum 23. März durchgeführt. Teilgenommen haben 84 Personen. Die Umfrage deckt laut Economiesuisse alle Landesteile der Schweiz ab.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
EY: Börsenkandidaten von

EY: Börsenkandidaten von Corona-Krise kalt erwischt

In der Schweiz hat im neuen Jahr bisher kein Unternehmen den Schritt aufs Börsenparket gewagt. Angesichts der Coronavirus-Krise könnten sich entsprechende Pläne in die zweite Jahreshälfte verschieben.

26.03.2020 11:12

"Börsenkandidaten und Investoren wurden von der Zuspitzung der Corona-Krise kalt erwischt", sagt Jolanda Dolente von EY in der Schweiz laut einer Mitteilung vom Donnerstag anlässlich einer Studie der Unternehmensberatung. Ihrer Beobachtung zufolge hätten eigentlich einige Unternehmen auch hierzulande kurz davorgestanden, ihre Börsenpläne öffentlich zu machen.

Der weltweite IPO-Markt sei zunächst zwar gut ins Jahr gestartet, so Dolente. "Die zunehmende Zuspitzung der Corona-Krise und die enorme Volatilität an Börsen bremste die IPO-Aktivität aber besonders im stark exportorientierten Europa."

Öffnet sich Fenster im H2?

Möglicherweise öffne sich in der zweiten Jahreshälfte das IPO-Fenster aber auch wieder. Gerade in Sektoren wie Gesundheit oder Technologie dürften in Europa und in den USA in den kommenden Monaten Unternehmen mit sehr belastbaren Geschäftsmodellen den Schritt aufs Parkett wagen, sagt Dolente.

Bereits bekannt sind die IPO-Pläne zweier Schweizer Unternehmen, welche sogar noch im ersten Halbjahr einen IPO durchziehen wollen. Der Mischkonzern Metall Zug will seine Haushaltgerätesparte V-Zug per 25. Juni an die Börse bringen. Der Baukonzern Implenia will als Ina Invest einen Teil des Entwicklungsportfolios abspalten und per 12. Juni ebenfalls an die SIX bringen.

Corona-Pandemie für viele überraschend

In den westlichen Ländern seien die IPO-Aktivitäten im Verlauf des März weitgehend zum Stillstand gekommen, heisst es in der Mitteilung von EY weiter. In Europa und den USA habe es in der zweiten Monatshälfte nur noch einen einzigen Börsengang gegeben - das IPO des schwedischen Medizintechnik-Unternehmens Monivent.

Der weltweite Ausbruch der Pandemie kam für viele Marktteilnehmer völlig überraschend: "Es herrschte lange die Erwartung, dass die Auswirkungen auf Asien beschränkt sein würden", fügt Experte Tobias Meyer von EY hinzu.

Erstaunlich dabei: Die asiatischen IPO-Märkte zeigten sich bisher hingegen immer noch bemerkenswert unbeeindruckt vom Ausbruch des Coronavirus. 68 Prozent aller weltweiten Börsengänge im ersten Quartal waren laut EY in Asien - besonders in Shanghai und an der jungen Technologiebörse STAR.

Weltweit wagten 2020 bisher 235 Unternehmen den Sprung aufs Börsenparkett und damit 11 Prozent als im Jahr zuvor. Das Emissionsvolumen kletterte insgesamt um 89 Prozent auf 28,5 Milliarden US-Dollar.

ys/ra

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Corona-«Lockdown»: Wie lange

Corona-«Lockdown»: Wie lange halten Staat, Firmen und Bürger durch?

Während Ökonomen und Wirtschaft eine Exit-Strategie wegen der Coronakrise fordern, befinden sich Regierungen im Dilemma. Wie lange kann die Wirtschaft stillstehen? Die Debatte beginnt, wie das Beispiel Deutschland zeigt.

Aktualisiert um 11:09

Noch vor der Verabschiedung des riesigen Massnahmen-Paketes zur Abfederung der Coronavirus-Krise setzte deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch ein Warnzeichen: Man müsse jetzt schon an die Zukunft denken - "an die Zeit nach Corona", mahnte er. AfD, FDP, Grüne und Linke fordern von der Regierung sogar ein klares Ausstiegszenario aus den Sondermassnahmen für Wirtschaft, Bürger und Politik.

Denn die Rettungsmassnahmen verschieben derzeit die Machtverhältnisse dramatisch von Unternehmen zum Staat und von der Opposition zur Regierung. Das Problem: Angesichts der dynamischen Verbreitung des Virus wissen weder Virologen, Politiker, Ökonomen noch Sozialwissenschaftler, wann ein Ausstieg eigentlich möglich sein wird - und wie dieser wegen der weiter hohen Ansteckungsgefahr aussehen kann.

Aber allen schwant, dass die Auswirkungen einer heruntergefahrenen Gesellschaft und Wirtschaft schon jetzt riesig und kaum lange durchzuhalten sind. "Aus meinen Gesprächen mit Unternehmen habe ich den Eindruck, dass es spätestens gegen Ende des zweiten Quartals trotz grosszügiger staatlicher Hilfen für viele Unternehmen eng werden könnte, wenn sich bis dahin nicht ein Ende des Shutdowns abzeichnet", sagt etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Warnung von Trump

Auch US-Präsident Donald Trump hat die Ausstiegs-Debatte befeuert. Obwohl die USA erst noch vor dem Höhepunkt der Corona-Epidemie stehen, warnte er bereits, dass man ein Land zerstören könne, wenn man den Wirtschaftskreislauf zu lange unterbreche. Also will Trump, dass die Beschränkungen in den USA nicht länger als bis zum 12. April gelten sollen.

Er ist damit nicht allein: Der Schaden für die deutsche Volkswirtschaft werde "nachhaltig und über Jahrzehnte nicht kompensierbar sein", wenn nicht spätestens nach Ostern die Wirtschaft wieder schrittweise hochfahren werde, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet der "Bild".

Nur fehlt bisher ein Konzept dafür. Der deutsche Gesundheitsminister Spahn sagte am Mittwoch zwar, dass er bereits jetzt an Ausstiegsplänen bastele - wie diese aussehen, sagte er aber wohlweislich nicht. "Wir nutzen diese Zeit, um Konzepte nicht nur zu entwickeln, sondern auch für die Umsetzung vorzubereiten, wie wir Beschränkungen schrittweise wieder aufheben können", sagte der CDU-Politiker lediglich und schob in der "Zeit" nach, dass ein Gesamtkonzept bis Ostern stehe.

Aber mit jeder Lockerung und jedem Schritt der Rückkehr zum öffentlichen Leben steigt das Risiko einer erneuten Ansteckungswelle. Spätestens dann brechen ethische Debatten los, was nun wichtiger sei: Der dauerhafte Verlust an Wohlstand oder der an Menschenleben. Und viele europäische Regierungen sind zudem noch dabei, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiter zu verschärfen oder gleich bis Juni zu verlängern.

Druck auf einen Exit wächst

Aber der Ruf nach Exit-Strategien wird lauter: Deutsche Bundestagsabgeordnete berichteten am Mittwoch im Gespräch mit Reuters, dass bei ihnen bereits jetzt vermehrt Kritik von Bürgern einlaufe, denen die Abschottung zu weit gehe. Alle möglichen Gruppen dringen auf eine zeitliche Befristung einzelner Massnahmen. Der Verband der Maschinenbauer (VDMA) etwa pocht darauf, dass klar sein müsse, wann der Staat aus möglichen Beteiligungen an Unternehmen wieder aussteigen wolle - bevor es diese überhaupt gegeben hat.

Und die Oppositionsparteien tragen zwar die Beschlüsse der Regierungskoalition mit. Aber die AfD etwa wird nicht für die Veränderung der Geschäftsordnung des Bundestages stimmen. Der Grund: Die anderen Parteien akzeptieren bis Ende September, dass für die Beschlussfähigkeit des Bundestages nur noch 25 Prozent der Parlamentarier anwesend sein müssen. Die AfD will dies nur bis Ende Mai akzeptieren.

Der neue Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, warnte jedenfalls in der "Bild" vor einer zu langen Zwangspause. "Länger als drei Monate sollten wir diesen Zustand der Wirtschaft nicht zumuten", sagte er. Auch ein deutscher Regierungsvertreter sagte zu Reuters, aus wirtschaftlicher Sicht wäre es wichtig, das öffentliche Leben nicht zu lange herunterzufahren. Für eine Lockerung müsse es dann jedoch den politischen Willen geben.

Das gehe aber wohl nur, wenn in grossem Umfang Tests für Corona-Infektionen zur Verfügung stünden. Nur dann könne man die gesundheitliche Gefahr einer Lockerung einschätzen. Aber wann diese Tests in ausreichender Anzahl zur Verfügung stünden, könne derzeit noch niemand sagen.

Kollektiver Lagerkoller der Bevölkerung?

Dazu kommt die psychologische Belastung von Millionen Menschen, die auf ihren gewohnten Alltag verzichten und die meiste Zeit in teilweise engen Räumen verbringen müssen. Deshalb waren etwa Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Scholz trotz der Forderung von Hardlinern gegen eine echte Ausgangssperre. Sie glauben nicht, dass die Menschen dies lange durchstehen würden.

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel verweist in der "Rheinischen Post" bereits auf eine "signifikante Zunahme" von häuslicher Gewalt. Die Schliessungen von Schulen und Universitäten bringe zudem die Generationen gegeneinander auf, weil vor allem alte Menschen an Corona sterben und sich viele junge Menschen offenbar nicht so stark betroffen fühlten. Und um welche Vergleiche es künftig auch gehen wird, machte AfD-Fraktionschef Alexander Gauland das bevorstehende Dilemma am Mittwoch im Bundestag deutlich. "Es ergibt keinen Sinn, die Anzahl der Corona-Toten auf Kosten möglicher Suizid-Opfer zu senken", sagte er.

(Reuters)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
SIX erhält grünes Licht für

SIX erhält grünes Licht für Übernahme der Börse Madrid

Die Schweizer Börse SIX hat grünes Licht für die Übernahme des Rivalen BME in Madrid erhalten. In trockenen Tüchern ist dir Transaktion aber noch nicht.

Aktualisiert um 10:59

Die spanische Börsenaufsicht (CNMV) genehmigte den 2,8 Milliarden Euro schweren Zukauf, teilte die SIX am Donnerstag mit. Bereits am Dienstag hatte die spanische Regierung die Transaktion gutgeheißen, nachdem die spanische Wettbewerbsbehörde (CNMC) schon im Februar zugestimmt hatte.

Die BME-Aktionäre haben nach der formellen Veröffentlichung dann 43 Tage Zeit, der SIX ihre Anteile für 33,40 Euro je Aktie anzudienen. Die SIX will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie erhalten. 

Für die SIX wäre es die grösste Transaktion in der Firmengeschichte und sie würde nach eigenen Angaben zum drittgrössten Marktinfrastrukturanbieter in Europa aufsteigen. Allerdings scheint nicht ausgeschlossen, dass noch eine Konkurrenzofferte abgegeben wird. Denn auch die Mehrländerbörse Euronext hatte ihre Fühler nach dem spanischen Wettbewerber ausgestreckt.

Interesse an der BME nachgesagt wurde in spanischen Zeitungen zudem der Deutschen Börse und der Hongkonger Börse. 

(Reuters)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 12.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Moody's bestätigt Ausblick

Moody's bestätigt Ausblick «stabil» für Schweizer Bankensystem

Für die Ratingagentur Moody' hat sich die Lage auf dem Schweizer Bankenplatz trotz Corona nicht fundamental verändert.

26.03.2020 10:05

Sie hält daher an ihrem Ausblick "stabil" fest, wie sie am Donnerstag mitteilte. Moody's erwartet, dass sich der Rückgang der Rentabilität und die Zunahme problematischer Kredite wegen der Coronakrise in Grenzen halten.

Für andere Bankenplätze ist die Agentur hingegen skeptischer. So senkte sie den Ausblick für das belgische, dänische, französische, holländische, italienische und spanische Bankensystem auf "negativ" von "stabil". Das Umfeld werde sich dort wegen dem Coronavirus erheblich verschlechtern.

Für das deutsche und britische Bankensystem bleibt der Ausblick "negativ". In beiden Ländern werde der Ausbruch des Coronavirus den Druck auf den Bankensektor nochmals verstärken, so die Mitteilung weiter.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Seiten