CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

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Schweizer Zementlieferungen

Schweizer Zementlieferungen im ersten Quartal fast stabil

Die Absätze der schweizerischen Zementindustrie sind im ersten Quartal 2020 fast stabil geblieben. Gegenüber dem Vorjahresquartal nahmen die Lieferungen um 0,2 Prozent ab, wie der Verband Cemsuisse am Donnerstag meldete.

09.04.2020 12:15

Gemessen an den gesamten Lieferungen wurden die CEM II-Zemente mit 88,5 Prozent am stärksten nachgefragt, wobei deren Absatz ebenfalls stabil blieb. Der Anteil der CEM I-Zemente sank auf 7,5 Prozent.

40,1 Prozent der Zementlieferungen wurden mit dem Zug transportiert, die restlichen Transporte erfolgten über die Strasse. Fast drei Viertel des gesamten Zements ging an Transportbetonwerke. 17,8 Prozent wurde an Ortbetonanlagen von Grossbaustellen und 5,2 Prozent an Produzenten von Betonwaren geliefert.

tv/cf

(AWP)

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«Wir haben den Kursrückgang

«Wir haben den Kursrückgang von Roche für Nachkäufe genutzt»

Matthew Jennings, Investment Director bei Fidelity, erwartet weitere Dividenden-Kürzungen bei Firmen. Im cash-Interview sagt er aber auch, wer weiter zahlen wird - und bei welchen Titeln er in der Krise nachgekauft hat.

https://www.cash.ch/news/top-news/cash-interview-wir-haben-den-kursrueckgang-von-roche-fuer-nachkaeufe-genutzt-1522162

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IWF erwartet massiv steigende

IWF erwartet massiv steigende Verschuldung in fast allen Ländern

Der Internationale Währungsfonds rechnet wegen der immensen Folgen des Coronavirus mit einer massiv steigenden Verschuldung rund um den Globus.

15.04.2020 14:56

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet wegen der immensen Folgen der Coronavirus-Pandemie mit einer massiv steigenden Verschuldung rund um den Globus. Die genaue Höhe werde vor allem von der Dauer der Krise abhängen, teilte der IWF am Mittwoch mit. Wichtig sei auch, wie schnell und stark sich die Wirtschaft erholen werde, sobald sich die gesundheitliche Lage stabilisiere.

Aktuell schätzt der IWF die direkten finanziellen Auswirkungen auf 3,3 Billionen Dollar pro Jahr - für höhere Ausgaben im Gesundheitssystem sowie Hilfen für Unternehmen und private Haushalte. Weitere Billionen kämen für Kredite und Bürgschaften hinzu.

Sobald die Erholung komme, müsse es Fortschritte bei der Schuldentragfähigkeit geben, ergänzte der IWF. Verschlechterte Finanzkennziffern dürfte es in fast allen Ländern geben. 2019 summierten sich die Staatsschulden auf 83 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

USA-Schulden 131 Prozent des BIP

Dieser Wert dürfte laut IWF 2020 auf 96,4 Prozent ansteigen. Besonders schwierig dürfte die Lage vor allem für Schwellen- und Entwicklungsländer werden. Grosse Sprünge erwartet der IWF aber auch für die USA auf gut 131 Prozent 2020, Italien auf 155,5 Prozent und Spanien auf über 113 Prozent.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte zuletzt bereits gesagt, die Schuldenquote in Deutschland werde durch die Hilfspakete auf rund 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern. Momentan liegt das Verhältnis bei knapp 60 Prozent. Hinzu kommt dann noch das angedachte Konjunkturpaket nach der Krise.

Besonders hohe Haushaltsdefizite erwartet der IWF in den USA und China mit 15,4 beziehungsweise 11,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Europa werden Italien und Spanien, die von der Pandemie besonders stark getroffen sind, deutlich höhere Defizite anhäufen als etwa Deutschland. 

(Reuters)

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Schweizer Konsumentenstimmung

Schweizer Konsumentenstimmung wegen Corona auf Rekordtief

Die Stimmung der Konsumenten in der Schweiz war noch nie so schlecht wie heute. Das Coronavirus habe die Konsumentenstimmung auf historische Tiefstwerte sinken lassen.

15.04.2020 14:03

Das teilte das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) aufgrund provisorischer Daten am Mittwoch mit. So gehen die Befragten von einer schweren Rezession aus und beurteilen die eigene finanzielle Lage so negativ wie seit den 1990er-Jahren nicht mehr.

Das Seco publizierte die provisorischen Ergebnisse zur Stimmung im April aufgrund der aktuellen Lage ausserplanmässig. Gemäss den Daten fiel die Stimmung der Konsumenten auf -40,0 Punkte von einem Minus von 9,4 Punkten im Januar.

Die Erwartungen der Befragten für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung haben sich dabei sehr stark verschlechtert. Der entsprechende Teilindex ist auf rekordtiefe -83,6 Punkte (-7,1) abgestürzt. Auch für ihr eigenes Budget stellen sich die Befragten auf schlechte Zeiten ein. Der Teilindex zur erwarteten finanziellen Lage liegt neu bei -24,3 Punkten (-8,0).

Zudem wurde die Frage, ob derzeit ein guter Moment für grössere Anschaffungen sei, so negativ beantwortet wie noch nie. Dieser Teilindex steht bei -47,9 Punkten (-8,3). Dazu tragen laut Seco sowohl die aktuell sehr grosse Unsicherheit als auch die Schliessung zahlreicher Geschäfte bei.

Noch keine Angaben machte das Seco zu den Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Die definitiven Zahlen zur Konsumentenstimmung sind für den 5. Mai angesagt.

(SDA)

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Coronavirus: Finanzdelegation

Coronavirus: Finanzdelegation segnet weitere Notkredite ab

Der Bund kann dringend benötigtes Sanitätsmaterial und Medikamente beschaffen sowie die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen vorantreiben. Die Finanzdelegation (FinDel) hat am Mittwoch dringende Kredite in Höhe von 775 Millionen Franken freigegeben.

15.04.2020 13:34

Insgesamt hatte der Bundesrat vergangene Woche dem Parlament neue dringliche Kredite zur Bekämpfung der Corona-Pandemie von insgesamt 2,24 Milliarden Franken beantragt. Ein Drittel davon wurde nun von der FinDel als dringlich eingestuft, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Die Vorschüsse können sofort verwendet werden. Das Parlament wird Anfang Mai an der ausserordentlichen Session nachträglich darüber befinden.

Mit dem Geld sollen vor allem Masken und Desinfektionsmittel für die Bevölkerung und die Spitäler beschafft werden. Zudem sollen internationale Forschungsteams bei der schnellen Entwicklung eines Corona-lmpfstoffes unterstützt werden.

(AWP)

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Warum Sie möglichweise zu

Warum Sie möglichweise zu früh Aktien gekauft haben

Die historischen Corona-Kursstürze vom März haben geradezu zum Aktienkauf eingeladen. Mindestens eine Theorie besagt aber, dass nochmals Kurseinbrüche kommen werden.

15.04.2020 15:30

Von Marc Forster

Vier Handelswochen im Februar und März haben den SMI unter dem Eindruck der Coronavirus-Krise und der Angst von einem einem weitgehenden und längeren wirtschaftlichen Stillstand 27,5 Prozent an Wert einbüssen lassen. Seitdem hat sich der Schweizer Blue-Chip-Markt aber auch wieder um 17 Prozent erholt.

Wer also in einem günstigen Moment die richtigen Aktien oder Indexprodukte gekauft hat, kann sich schon heute – auch wenn die Coronavirus-Krise noch nicht überstanden ist – über satte Renditen freuen. Und doch: Vielleicht geschahen die Zukäufe zu früh.

Dies jedenfalls legt die Elliott-Wellen-Theorie nahe. Sie wurde vor rund neunzig Jahren vom amerikanischen Buchhalter Ralph Nelson Elliott entwickelt. Die Theorie zielt darauf ab, dass die Stimmung der Anleger zwischen Euphorie und Panik hin- und herschwankt.

Zwölf-Monats-Chart des S&P 500 zwischen Mai 2008 und Mai 2009.

Die Folge sind von Anlegermassen verursachte Wellen. Die Theorie besagt, dass mit einem Crash fünf Wellen entstehen, wovon zwei Korrekturen sind. Der Finanzdatendienst Bloomberg veranschaulicht dies anhand der Entwicklung des amerikanischen S&P 500 in der Phase der Finanzkrise 2007 bis 2009.

Erst wenn die Wellen durchgestanden sind, bewegt sich der Markt wieder. Gemäss den Charttechnikern Bloomberg zeigt die Entwicklung des S&P 500 seit Anfang 2020 erst vier Wellen.

Die Entwicklung des S&P 500 seit Anfang 2020 mit bislang vier Wellen.

Die erste Welle zeigt einen Kursrückgang um 13 Prozent, gefolgt von einer Erholung, die einen Kursgewinn von 6 Prozent ausmacht. Die dritte Welle stellt sich in Form eines Kursabsturzes um 29 Prozent dar, gefolgt von einem kräftigen Wiederanstieg um 23 Prozent. Eine fünfte Welle müsste gemäss Theorie also noch kommen. Diese würde wieder nach unten führen; Die Frage ist, um wieviel.

Die vom Elliott beschriebenen Muster gehören in die Sphäre der Charttechnik und sind daher grundlegend umstritten. Einige glauben daran, andere nicht. So verwendete der amerikanische Anlayst und Charttechniker Robert Prechter die Theorie Ende der 1970er Jahre für Prognosen zum Aktienmarkt in den 1980er Jahre. Mit dem Crash von 1987 bekam Prechter recht. 

Eine genaue Vorhersage von Kursentwicklungen erlaubt die Elliott-Wellen-Theorie dennoch nicht. Eine Hauptkritik an der Theorie besteht darin, dass die Annahmen zu vage seien. An Elliotts Theorie unbestritten ist indessen die psychologische Dimension des Massenverhaltens von Anlegern. Massive Marktvolatilität prägt denn auch die jetzige Börsenlage in Folge der Coronavirus-Krise.

Mit Material der Nachrichtenagentur Bloomberg

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Aktienanalysten überdenken

Aktienanalysten überdenken immer öfter ihre Verkaufsempfehlungen

Gleich bei mehreren Schweizer Aktien halten Analysten ihre Verkaufsempfehlungen nicht länger für angebracht. cash nennt die Namen und sagt, was sich hinter dem Sinneswandel verbirgt.

16.04.2020 08:11

Von Lorenz Burkhalter

In den letzten Wochen haben die meisten Schweizer Aktien eine kräftige Kurserholung durchlaufen. Viele von ihnen notieren mittlerweile weit über den langjährigen Tiefstkursen von Mitte März. So auch jene des Berner Telekommunikationskonzerns Ascom. War die Aktie kürzlich für weniger als 4,50 Franken zu haben, kostete sie zuletzt fast zwei Franken mehr.

UBS geht gleich zweimal über die Bücher

Das hält die UBS nicht davon ab, ihr Anlageurteil von "Sell" auf "Neutral" zu erhöhen. Das 12-Monats-Kursziel gibt die Grossbank neuerdings mit 6,50 (zuvor 8,50) Franken an. Ursprünglich geht die Verkaufsempfehlung in den November 2018 zurück, als die Aktie noch bei 15 Franken notierte. Um den Folgen der Covid19-Pandemie Rechnung zu tragen, streicht die UBS ihre diesjährigen Gewinnerwartungen um 90 Prozent zusammen. Sie geht davon aus, dass viele Spitäler angesichts der aktuellen Lage die Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe zurückstellen. Das wiederum könnte den Turnaround bei Ascom verzögern.

Auch die Aktie von Vifor Pharma stuft die UBS am Donnerstagmorgen von "Sell" auf "Neutral" herauf. Anders als bei Ascom erhöht sie das 12-Monats-Kursziel für das Pharmaunternehmen aus Bern sogar. Neuerdings lautet es 150 (zuvor 120) Franken. Die Grossbank rechnet im weiteren Jahresverlauf mit beträchtlichen Fortschritten bei der Medikamentenpipeline. Die vor ziemlich genau zwei Jahren ausgesprochene Verkaufsempfehlung scheint ihr vor diesem Hintergrund nicht mehr länger gerechtfertigt.

Späte Einsicht von J.P. Morgan bei Swisscom

Die Vifor-Aktie war zwischen Mitte Februar und Mitte März dieses Jahres von 190 auf 97 Franken eingebrochen, hat sich seither aber bereits wieder auf 140 Franken erholt.

Doch nicht nur die UBS kehrt von langjährigen Verkaufsempfehlungen ab. Denn J.P. Morgan wirft bei Swisscom das Handtuch. Nachdem die US-Investmentbank die Aktie des ehemaligen Monopolisten seit November 2014 unentwegt mit "Underweight" eingestuft hatte, erhöht sie ihr Anlageurteil auf "Neutral" und das Kursziel auf 521 (zuvor 490) Franken.

J.P. Morgan begründet diesen Schritt mit den defensiven Qualitäten des Unternehmens. Eine der Hauptattraktionen sei die sichere Dividende, die ihrerseits durch eine solide Bilanz verstärkt werde. Dass die US-Investmentbank die operativen Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre um bis zu 3 Prozent reduziert, fällt da nicht gross ins Gewicht.

Die Swisscom-Aktie zählt zu den wenigen Titeln aus dem Swiss Market Index (SMI) mit einer zumindest ausgeglichenen Kursbilanz seit Jahresbeginn. Allerdings notiert auch sie mit 515 Franken noch immer unter dem Rekordhoch von Mitte Februar bei knapp 580 Franken.

Beobachter zeigen sich überrascht, dass viele Banken ausgerechnet jetzt ihre Verkaufsempfehlungen überdenken. Sie spielen dabei einerseits auf die noch immer kaum abschätzbaren wirtschaftlichen Folgen der Covid19-Pandemie, andererseits aber auch auf die zuletzt wieder gestiegenen Aktienkurse an.

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Interpharma wirbt für offene

Interpharma wirbt für offene Grenzen für Waren und Güter

Der Branchenverband Interpharma hat sich für weiterhin offene Grenzen und gegen einen Protektionismus ausgesprochen.

16.04.2020 06:46

"Wir fordern von der Politik - national wie international -, dass die Grenzen offen bleiben." Dies sagte der Interpharma-Geschäftsführer René Buholzer zum "Blick" vom Donnerstag. Der Verband vertritt die Interessen der forschenden pharmazeutischen Industrie.

"Der Austausch von Waren und Gütern muss garantiert sein. Das Schlimmste wäre ein Aufflammen des Protektionismus, dann würden Lieferketten unterbrochen", betonte er. Anhand der Coronavirus-Testmaschine von Roche erläutert er dies exemplarisch: "Die Maschine kommt aus der Schweiz, die Tests aus den USA und das Verbrauchsmaterial aus Deutschland", sagte Buholzer. Geschlossene Grenzen würden Tests mit dieser Maschine verhindern, warnte er. Da die Pharmaindustrie ein Teil der kritischen Infrastruktur sei, sei den Pharmamitarbeitern derzeit der Grenzübertritt gestattet, erklärte er weiter.

Zur aktuellen Situation in der Branche sagte der Interpharma-Chef, dass die Produktion auf Hochtouren laufe und die Nachfrage nach Medikamenten stark angestiegen sei. "Gerade bei Patentgeschützten Medikamenten gibt es fast keine Engpässe", betonte Buholzer.

(AWP)

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Produzentenpreis-Index sinkt

Produzentenpreis-Index sinkt im März weiter

Die Schweizer Produzentenpreise sind im März 2020 wie schon im Vormonat gesunken, allerdings in etwas moderaterem Tempo als noch im Februar. Wegen der tieferen Ölpreise waren vor allem Mineralölprodukte billiger zu haben.

16.04.2020 09:00

Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise (PPI) fiel im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent auf den Indexstand von 99,4 Punkten, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum März 2019 lag das Preisniveau 2,7 Prozent tiefer.

Als Hauptgrund für den markanten Rückgang nennt das BFS die tieferen Preise für Mineralölprodukte. Diese Entwicklung dauert seit längerem an.

Für den Rückgang des Subindex Produzentenpreise gegenüber dem Vormonat (-0,1%) macht das BFS ebenfalls die Mineralölprodukte verantwortlich sowie die tieferen Preise für die Nahrungs- und Futtermittel sowie Automobile und Automobilteile. Teurer wurde dagegen Schrott.

Beim Subindex Importpreise (-0,8%) registrierten die Statistiker gegenüber dem Vormonat tiefere Preise für Mineralölprodukte, Erdöl und Erdgas. Preisrückgänge haben auch die Rubriken Bekleidung, Metalle und Metallhalbzeug, Nahrungs- und Futtermittel, Textilien, sonstige Fahrzeuge, Teile und Zubehör für Automobile sowie Lederwaren und Reiseartikel verzeichnet. Im Preis angestiegen sind einzig Kern- und Steinobst.

Weiter macht das BFS Aussagen zur Qualität der Resultate im Hinblick auf die aktuelle Pandemie. Die März Ergebnisse seien noch von sehr guter Qualität, da sie nach der üblichen Methodik in den ersten acht Tagen des Monats erhoben worden seien. Für den April sehe es dann aber weniger gut aus. Die Preiserhebungen dürften demnach deutlich schwieriger durchzuführen sein.

Der PPI gilt als Vorlaufindikator für die Entwicklung der Konsumentenpreise, da die Kosten der Produktion normalerweise auf die Konsumentenpreise abgewälzt werden. Er hat allerdings deutlich höhere Ausschläge bzw. ist aufgrund der hohen Abhängigkeit von Rohstoffen viel volatiler.

cf/rw

(AWP)

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Wie teuer sind Schweizer

Wie teuer sind Schweizer Aktien eigentlich?

Schweizer Aktienanleger finden sich in einem Blindflug durch die Coronavirus-Krise wieder. Den Gewinn- und Dividendenschätzungen ist nicht mehr zu trauen. cash wagt eine Standortbestimmung.

Aktualisiert um 07:25

Von Lorenz Burkhalter

Noch bis vor wenigen Wochen liess sich als Aktienanleger nachts ruhig schlafen. Und das nicht nur weil der Swiss Performance Index (SPI) beinahe täglich neue Rekorde schrieb. Vielmehr liess sich die Umsatz- und Gewinnentwicklung hiesiger Unternehmen in etwa abschätzen. Als Aktienanleger wusste man stets, wo man steht.

Seit das Coronavirus um sich greift, ist allerdings nichts mehr, wie es mal war. Die Zahl derjenigen Firmen, die ihre erst vor wenigen Wochen kommunizierten Jahresvorgaben kassieren oder zu Dividendenkürzungen gezwungen sind, steigt beinahe täglich. Das kommt nicht von ungefähr. Denn noch sind die wirtschaftlichen Folgen der Viruspandemie schlichtweg nicht abschätzbar. Und auf einzelne Branchen oder Unternehmen heruntergebrochen lassen sich erst recht keine zuverlässigen Aussagen machen.

Übliche Bewertungskennzahlen für einmal ohne Gewähr

Nicht, dass keine Umsatz- und Gewinnschätzungen vorliegen würden. Erhebungen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge errechnet sich bei den Firmen aus dem SPI auf Basis der diesjährigen Analystenschätzungen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18,5. Mit anderen Worten: Aktienanleger sind bereit, knapp das Neunzehnfache der diesjährigen Gewinne zu bezahlen. Von den nächstjährigen Schätzungen leitet sich sogar bloss ein KGV von knapp 16 ab. Das entspricht in etwa dem langjährigen Durchschnitt. Ähnliches gilt für die Dividendenrendite von 3,2 Prozent.

Doch sich darauf zu verlassen, könnte sich als Fehler erweisen. Aufgrund der Coronavirus-Problematik sind weder die Gewinnschätzungen, noch die Dividenden in Stein gemeisselt. Darüber, wo die Unternehmensgewinne Boden finden werden und wie rasch sie sich im weiteren Jahresverlauf beleben, entscheiden mehrere Faktoren. Beispielsweise wie lange die Wirtschaft noch auf ein Minimum heruntergefahren bleibt, wie die schrittweise Lockerung der bisherigen Massnahmen aussieht und ob eine zweite Coronavirus-Welle droht.

Gewinnrückgang (blau) und Dividendenkürzungen (braun) in früheren Krisen (Quelle: UBS, Thomson Datastream)

Erst kürzlich sorgten die Aktienstrategen der Credit Suisse für Aufsehen, als sie ihre diesjährigen Gewinnerwartungen für europäische Unternehmen um durchschnittlich 32 Prozent reduzierten. Für 2021 rechnen sie dann mit einer Gewinnbelebung um Umfang von 25 Prozent. Sogar von einem Gewinneinbruch in Höhe von 40 Prozent geht die britische Barclays aus. Die Grossbank orientiert sich dabei an den 600 Firmen aus dem breit gefassten Stoxx Europe 600 Index. Dieser Index umfasst auch unzählige Vertreter aus der Schweiz.

Allerdings lässt man bei der Credit Suisse durchblicken, dass die durchschnittlichen Gewinnerwartungen sämtlicher Aktienstrategen noch immer um bis zu 30 Prozent zu hoch angesetzt sein könnten. Mit anderen Worten: Noch haben nicht alle Banken ihre Hausaufgaben gemacht.

Wie sicher sind die Dividenden?

Bei den Unternehmen aus dem SPI dürfte der Gewinnrückgang vermutlich etwas zahmer ausfallen – den drei Indexschwergewichten Nestlé, Roche und Novartis und deren defensiven Geschäftsmodellen sei Dank. Doch selbst bei diesen Grosskonzernen haben noch immer kaum Analysten den Rotstift angesetzt.

Nicht nur bei den Gewinnerwartungen, auch bei den Dividendenerwartungen bestehen grosse Prognoseunsicherheiten. Je nachdem, ob UBS, Credit Suisse und Co. im weiteren Jahresverlauf auch die zweite Tranche der Dividendenzahlungen auszahlen, ändert sich das Bild grundlegend.

Die 2019 ausbezahlten Dividenden der im Euro Stoxx 50 Index vertretenen Firmen (dunkelblau), die Dividendenschätzungen der Bank of America Mitte Januar (hellgrau), die aktuellen Dividendenschätzungen der US-Investmentbank (hellblau) sowie die durchschnittlichen Markterwartungen (dunkelgrau) (Quelle: Bank of America, Thomson Datastream)

Die Aktienanalysten von Bank of America Merrill Lynch haben ihre Dividendenschätzungen für europäische Unternehmen vorsorglich zusammengestrichen. Für das Geschäftsjahr 2019 gehen sie neuerdings von einem Rückgang der Ausschüttungen gegenüber dem Vorjahr von 21 Prozent aus. Das liegt 16 Prozent unter den durchschnittlichen Dividendenerwartungen sämtlicher Banken. Auch in diesem Zusammenhang sind wohl weitere schmerzhafte Anpassungen notwendig.

Bank Vontobel mit drastischem Rezept

Zumindest eine Möglichkeit, sich als Aktienanleger orientieren zu können bleibt aber: Ein Unternehmen an seiner Substanz zu messen. Anders als Umsatz, Gewinn oder Dividende unterliegt der Buchwert für gewöhnlich selbst in Krisenzeiten nur geringen Schwankungen. Bei den SPI-Firmen liegt das Verhältnis zwischen der Börsenkapitalisierung und dem bereinigten Buchwert durchschnittlich beim Zweieinhalbfachen.

Mit einem noch drastischeren Rezept wartet die Bank Vontobel auf. Sie rät Aktienanlegern, sich vorderhand gar nicht mehr an Bewertungskennzahlen zu orientieren. Stattdessen setzt die Zürcher Bank in der Schweiz auf Aktien von Unternehmen mit einer soliden Bilanz und einer starken Marktstellung sowie auf solche von Firmen, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie Aktionärswerte schaffen können.

Ob diese Strategie aufgeht, wird die Zeit zeigen. Mittlerweile haben sich nämlich die Kurse genau dieser Aktien bereits wieder kräftig erholt. Ausserdem lassen sich auch bei diesen Unternehmen kaum Voraussagen für die kommenden Wochen machen.

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CS-Ökonomen senken BIP

CS-Ökonomen senken BIP-Prognose für 2020 auf -3,5 Prozent

Die Ökonomen der Grossbank Credit Suisse korrigieren ihre Konjunkturprognose für die Schweiz im laufenden Jahr kräftig nach unten.

16.04.2020 22:27

Sie erwarten nun für 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 3,5 Prozent. Bisher waren sie von einem Minus von 1,0 Prozent ausgegangen.

Mit dem Beginn der Lockerungen des "Lockdowns" sollte sich zwar auch die Wirtschaft wieder zu erholen beginnen, heisst es in einer am Donnerstag publizierten Analyse der Credit Suisse. Die Erholung dürfte aber vor allem in den auslandsorientierten Branchen langsamer ausfallen als bisher erwartet.

Der vom Bundesrat am Donnerstag publizierte Ausstiegsplan decke sich mit den früheren Annahmen der CS, dass die schärfsten Massnahmen nach zwei bis drei Monaten aufgehoben werden. Für den Bundesrat habe jedoch nach wie vor die Minimierung der Neuansteckungen Priorität. Es zeichne sich entsprechend ab, dass gewisse Einschränkungen noch länger Bestand haben würden.

Immer sichtbarere Auswirkungen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise würden nun in den Statistiken mehr und mehr sichtbar, stellt die CS fest. So dürfte die Schliessung des Wintertourismus und der Grenzen im März zu Umsatzrückgängen im Tourismus um teilweise mehr als 90 Prozent geführt haben. Aber auch die nicht von Reisebeschränkungen betroffene Luftfracht brach im März um 40 Prozent ein.

Insgesamt geht die CS davon aus, dass die Konsumnachfrage derzeit um rund 20 Prozent tiefer ist als vor dem Lockdown. Umgerechnet auf zwei Monate Lockdown entspreche dies einem Minus von rund 12 Milliarden Franken oder 3,1 Prozent der Wertschöpfung, die hierzulande in einem Jahr erwirtschaftet wird. Hinzu komme eine verlangsamte Zuwanderung.

Staat stabilisiert

Ein Teil des Konsums werde sich nach der Aufhebung des Lockdowns wieder normalisieren, dies nicht zuletzt dank der getroffenen Massnahmen wie Kurzarbeit und Überbrückungskredite. Trotz aller Massnahmen und einer dank negativer Teuerung steigenden Kaufkraft wird der private Konsum nach Ansicht der CS-Ökonomen im Jahresdurchschnitt um 2,1 Prozent abnehmen.

Für eine gewisse Stabilisierung werde der staatliche Konsum sorgen, der um 3 Prozent zunehmen dürfte. Derweil dürfte der Aussenhandel aufgrund einer rückläufigen Weltwirtschaft um 4 Prozent zurückgehen, wobei vor allem der Maschinenbau leiden dürfte. Auch die Investitionen dürften zurückgeschraubt werden, wobei die CS-Experten allerdings keinen massiven Einbruch erwarten.

Schiefes V

Ökonomen verwenden derzeit die Buchstaben V, W, U oder L für den Verlauf der Prognosen: Die CS sieht ein "schiefes V" als am realistischsten an. Für 2021 erwarten die CS-Experten eine "durchaus imposante" Erholung von 3,5 Prozent. Damit werde aber der Einbruch von 2020 nicht gänzlich wettgemacht. Entscheidend werde zudem sein, dass ein zweiter Lockdown vom Ausmass des aktuellen in Zukunft vermieden werden könne.

(AWP)

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Boris Zürcher: "Arbeitsmarkt

Boris Zürcher: "Arbeitsmarkt ist zum Erliegen gekommen"

Derzeit werden pro Werktag 1500 Personen arbeitslos, die Zahl der Kurzarbeitsgesuche schiesst noch immer in die Höhe. "Der Arbeitsmarkt ist zum Erliegen gekommen", konstatiert Boris Zürcher, Leiter Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

17.04.2020 14:51

Viele Personen, die Ende 2019 oder Anfang 2020 von sich aus und ohne Anschlusslösung gekündigt haben, stehen vor einem Problem: "Ihre Stelle gibt es nicht mehr", sagte Zürcher am Freitag vor den Bundeshausmedien. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften sei regelrecht eingebrochen.

"So etwas haben wir noch nie gesehen, auch in schweren Rezessionen nicht", sagte Zürcher. Die Massnahmen des Bundes zahlen sich laut dem Seco aber durchaus aus: Kurzarbeit wird intensiv genutzt, Entlassungen werden dadurch verhindert. Zudem hätten die Arbeitslosen durch die Verlängerung des Taggeldes um maximal 120 Tage "eine Auszeit bekommen".

Tessin Spitzenreiter bei Kurzarbeit

Aktuell ist für über ein Drittel der Arbeitnehmenden in der Schweiz ein Gesuch um Kurzarbeit gestellt worden. Wie viele Stunden effektiv abgerechnet worden sind, ist laut Zürcher noch unklar. Die Erfahrung der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 zeige aber, dass viele dieser Gesuche genutzt würden.

Spitzenreiter bei der Zahl der Kurzarbeitsgesuche ist weiterhin das Tessin, dort liegt für 52 Prozent der Arbeitnehmenden ein Gesuch vor. In fast allen Kantonen liegt die Quote bei über einem Drittel. Im Gastgewerbe wurde für drei Viertel der Arbeitnehmenden Kurzarbeit angemeldet.

(AWP)

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Wdh: Ein Jahr Verschnaufpause

Wdh: Ein Jahr Verschnaufpause für Schweizer Medtech-Branche

(Letzter Abschnitt gestrichen) - Gute Nachrichten für Schweizer Medtech-Branche: Nach den EU-Staaten hat am Freitag auch das EU-Parlament zugestimmt, die neuen EU-Regeln für die Zulassung von Medizinprodukten (MDR) um ein Jahr zu verschieben. Das gab EU-Parlamentspräsident David Sassoli bekannt.

17.04.2020 14:18

Das Inkrafttreten der neuen Regeln wäre für den 26. Mai dieses Jahres geplant gewesen. Auch für all jene Schweizer Medizinprodukte-Hersteller, die in die EU exportieren, galt dieses Datum als wichtige Deadline.

Nicht nur hätten sie bis zu diesem Zeitpunkt die Bedingungen der neuen EU-Regeln erfüllen müssen, sie hätten sich auch noch auf den Verlust ihres privilegierten Zugangs zum EU-Binnenmarkt vorbereiten sollen.

Grund dafür ist das institutionelle Rahmenabkommen, das nicht vom Fleck kommt. Die EU wollte daher nicht mehr automatisch bestehende Abkommen mit der Schweiz aktualisieren. Ersten "Opfer" wäre wohl jenes über technische Handelshemmnisse (MRA) gewesen, speziell die Regelungen für die Medizintechnikindustrie.

Wegen Corona verschoben

Doch die neue EU-Verordnung stellte die Medizintechnikbranche in ganz Europa vor Probleme. Denn es gibt zu wenig Zulassungsstellen, die die Produkte nach den neuen Regeln zertifizieren konnten. Die Coronakrise verschärfte nun dieses Problem.

Zudem sind viele der Medtech-Unternehmen, die Produkte wie Skalpelle, Hüftgelenke aber auch Mundschutzmasken herstellen, wegen Corona von unterbrochenen Lieferketten und Engpässen betroffen.

Daher forderte der europäische Dachverband Ende März von der EU-Kommission ein Moratorium. Die Brüsseler Behörde zeigte Verständnis dafür und legte umgehend einen Vorschlag vor.

Swiss Medtech: Zeit nutzen

Damit haben die Schweizer Unternehmen eine Verschnaufpause erhalten, um sich auf den Verlust ihres Privilegierten Zugangs zum EU-Binnenmarkt vorbereiten zu können.

Doch ob dies in einem Jahr überhaupt noch nötig sein wird, hängt davon ab, wie sich die Beziehung zwischen der Schweiz und der EU weiter entwickeln wird.

(AWP)

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Warnung an die Welt

Warnung an die Welt

Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wird durch die Corona-Epidemie, wie die Zahlen des ersten Quartals zeigen, arg gebeutelt. China demonstriert, was global noch bevorsteht.

17.04.2020 13:35

Von Peter Achten

Die am 17. April vom Chinesischen Nationalen Statistischen Amt veröffentlichten Zahlen zum ersten Quartal sind tiefrot. Nach einem dramatischen Zusammenbruch in den ersten zwei Monaten des Jahres stand Chinas Wirtschaft auch im März unter grossem Druck. Das Brutto-Inlandprodukt (GDP) für die ersten drei Monate beläuft sich auf 20,65 Billionen Yuan, umgerechnet 2,9 Billionen US-Dollar.

Das sind 6,8 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Der Dienstleistungssektor, sechzig Prozent des GDP, ist um 5,2 Prozent eingebrochen, der Industriesektor um 8,4 Prozent. Der Einzelhandel verzeichnet ein Minus von 19 Prozent. Der Aussenhandel ist um 6,4 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr eingebrochen.

Wanderarbeiter

Die städtische Arbeitslosigkeit wird vom Nationalen Statistischen Amt in Quartal 1 mit 5,9 Prozent angegeben, wobei die Wanderarbeiter nicht eingerechnet sind. Von den rund 250 Millionen Wanderarbeitern konnten bislang je nach Schätzung zwischen fünfzig und hundert Millionen wegen der noch immer bestehenden Reiserestriktionen nicht an ihre Arbeitsstellen zurückkehren.

Das Durchschnittseinkommen der Chinesinnen und Chinesen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent verringert, auf dem Lande gar um 4,7 Prozent. Der Konsumentenpreisindex CPI belief sich im März noch auf plus 4,3 Prozent nach 5,2 Prozent im Februar.

Gute Nachrichten verbreitet die Zentrale in Peking über die anstehenden Ernten. Für Weizen, Mais und Reis sind die Prognosen sehr gut. Der Eigenverbrauch Chinas ist gesichert. Wang Bing vom Handelsministerium beruhigt besorgte Bürgerinnen und Bürger. Vor Mangel müsse sich niemand fürchten, ebenso wenig vor Preiserhöhungen. Also kein Grund, so Wang, für Panik-Käufe.

Wachstumsziel

Die wirtschaftliche Situation war insgesamt noch nie derart unter Druck wie seit 1976 am Ende der Grossen Proletarischen Kulturrevolution (1966-76). Das jährliche Wachstumsziel ist zwar von der Regierung noch nicht definiert, weil der normalerweise ab 5. März tagende Nationale Volkskongress (Parlament) der Epidemie wegen auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist. Vor Corona rechneten die Partei-Ökonomen wohl mit einer Bandbreite von 5,5 bis 6 Prozent, nach einem Wachstum von 6,1 Prozent im Jahre 2019.

Zur Erreichung der beiden grossen, von der allmächtigen Kommunistischen Partei für 2020 gesetzten Ziele – Verdoppelung des GDP von 2010 und Sieg im Kampf gegen die Armut – bräuchte es ein Wirtschaftswachstum von 5,6 bis 5,7 Prozent. Unter normalen Umständen wäre dies ohne Probleme möglich gewesen. Doch diese Zahlen sind nun Schall und Rauch. Das Beratungsunternehmen Oxford Economics geht für China im Jahre 2020 von einem Wachstum von plus einem Prozent aus. Der Internationale Währungsfonds IMF, der noch Anfang Jahr das Wachstum Chinas mit 6 Prozent bezifferte, geht jetzt nur noch von plus 1,2 Prozent aus.

«Heftig und empfindlich»

Der grösste, kraftvollste Motor der Weltwirtschaft kommt nun also ins Stottern. Der chinesische Anteil am weltweiten GDP-Wachstum betrug 2019 knapp 40 Prozent und der Anteil am Welt-GDP belief sich auf 19 Prozent. Der Vize-Gouverneur der Chinesischen Volksbank (Notenbank), Liu Guoqiang,  macht denn auch klar: "Der vom Ausbruch der Epidemie verursachte Schock für die globale Wirtschaft wird heftig und empfindlich sein".

Im neuesten Report des IMF wird die Gefahr einer Welt-Rezession an die Wand gemalt mit -3 Prozentpunkten schlimmer als die grosse Depression der 1930er-Jahre. Für Chinas Wirtschaft hingegen ist Liu optimistischer. Die positiven Signale im März, so Liu, deuteten darauf hin, dass die Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft kurzfristig sein werden. Bei Lius Aeusserung wird man unwillkürlich an Maos Diktum aus der Kulturrevolution gemahnt: "Grosses Chaos erzeugt grosse Ordnung".

«Supergrosse Volkswirtschaft»

In Renmin Ribao (Volkstageszeitung), dem Sprachrohr der Kommunistischen Partei, wurde in einem Kommentar vom 23. März bereits die Vorteile einer "supergrossen Volkswirtschaft" hervorgestrichen: "Die Beharrlichkeit, die Zähigkeit der chinesischen Wirtschaft ist unverändert geblieben". Die Wirtschaft habe zwar durch die Epidemie "schwere Schläge einstecken müssen, aber sie bleibt stabil und robust".  Kurz, der "Aufwärtstrend der chinesischen Wirtschaft wird durch den Schlag des Corona-Virus nicht verändert".

Durch den Unterbruch der globalen Lieferketten allerdings ist die Nachfrage aus dem Ausland weggebrochen. Laut Volkstageszeitung haben 96,6 Prozent der grossen und mittelgrossen Unternehmen die Produktion wieder aufgenommen. Insgesamt sind in der ersten Hälfte April rund 80 Prozent der wirtschaftlichen Kapazität wieder am Laufen.

Die Angebotsseite von China ist mithin wieder verfügbar. Doch ausser Hygiene- und Atemschutzmasken sowie Medikamenten wird nicht mehr allzu viel nachgefragt. Der Aussenhandel indes spielt für China im Unterschied zu früher keine entscheidende Rolle mehr. Betrugen die Exporte 2008 noch 32,6 Prozent des GDP, waren es im vergangenen Jahr gerade noch 19 Prozent. Davon wiederum gingen nur zehn Prozent in die USA und nach Europa.

Harmonie und Stabilität

In der Tat, mit der "supergrosse Volkswirtschaft" hat China einen immensen Vorteil. Allerdings müssen sich Partei und Regierung vorsehen. Die immer wieder beschworene Harmonie und Stabilität des Landes wäre bei zu wenig Wachstum in grosser Gefahr. Schliesslich verspricht die Partei seit Beginn der Reform vor vierzig Jahren ein stetig besseres Leben für alle.

Dieses Versprechen konnte bis anhin mit den hohen Wachstumszahlen immer eingehalten werden. Ist das mit 1 Prozent Wachstum auch noch möglich? Viel hängt von den kommenden Monaten ab. Wird es eine U-förmige Erholung sein oder noch besser eine V-förmige? Bei beiden Varianten wäre Harmonie und Stabilität in nicht allzu grosser Gefahr. Sollte sich jedoch ein wie immer geartetes L-förmiges Wachstum ergeben, dann ist Gefahr im Verzug.

Doch so weit wird es wohl kaum kommen. Schindler-CEO Thomas Oetterli, stark präsent mit Schindler im attraktiven chinesischen Aufzugsmarkt, liess sich mit folgenden Worten zitieren: "China ist der erste Markt, der wieder zurückkommt, und der boomt". Der supergrosse Markt und die meist sachgerechten Entscheidungen der für die Wirtschaft zuständigen Partei-Kader jedenfalls werden eine eher U- als L-förmige Erholung der Wirtschaft erreichen.

Kooperation

Der Verlauf der Wirtschaftskrise in China ist eine Warnung an die Welt. Globale Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde. Doch US-Präsident Trump, unbelehrbar durch Fakten wie immer, wird wohl an seinem von ihm entfachten Handelskrieg festhalten. Keine multilaterale Kooperation, America First eben.

Zum Nachteil der USA und der Welt notabene. Auch der Rest der Welt und vornehmlich Europa, waren und sind ja bereits zur Corona-Zeit nicht gerade besonders kooperativ untereinander, um es milde auszudrücken. Jeder für sich.  Eine mögliche ökonomische Entkopplung in der Nach-Corona-Zeit wird deshalb China mit seinem grossen Markt sehr viel leichter verkraften als der Rest der Welt.    

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KOF-Umfrage: Pessimismus

KOF-Umfrage: Pessimismus macht sich in vielen Branchen breit

Die Schweizer Wirtschaft bricht wegen des Coronavirus in fast historischem Ausmass ein. Dafür gibt es immer mehr Hinweise. Die Zwischenergebnisse der neuesten KOF-Konjunkturumfrage vom April zeigen nun auch: In vielen Branchen macht sich Pessimismus breit.

17.04.2020 12:57

Viele Unternehmen stellen sich demnach auf einen deutlichen Nachfragerückgang in den nächsten Wochen ein. Zwar seien die Auftragsbestände in manchen Wirtschaftsbereichen momentan noch einigermassen stabil, heisst es in einer Mitteilung der Konjunkturforschungsstelle KOF vom Freitag. Aber auch in diesen Bereichen dürfte die Produktion in der nächsten Zeit gedrosselt werden.

Industrie erwartet bald starken Rückgang

Konkret kühlt die Geschäftslage etwa im Verarbeitenden Gewerbe deutlich ab. Sie sei momentan allerdings noch nicht so schlecht wie in der Finanzkrise 2009. Aktuell seien die Auftragsbestände noch recht stabil. Es gäbe somit noch Aufträge, die abgearbeitet werden könnten. Allerdings seien die Unternehmen mit Blick auf die kommenden Monate sehr pessimistisch.

Sie erwarten laut Umfrage nämlich einen deutlich stärkeren Rückgang der Bestellungen als etwa während der Finanzkrise zu Beginn des Jahres 2009. Auch die Produktionsplanungen sehen heftigere Einschränkungen vor als damals. Somit dürften die kommenden Monate für das Verarbeitende Gewerbe sehr schwierig werden, folgert die KOF. Die Unternehmen planten entsprechend auch vermehrt, die Zahl der Mitarbeitenden zu reduzieren.

Im Detailhandel verschlechtere sich die Geschäftslage ebenfalls erheblich, heisst es weiter. Da Kunden oftmals gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen bedient werden könnten, klagten viele Detailhändler über zu hohe Warenbestände. Auch mit Blick auf die nächsten Monate rechnen sie laut KOF mit deutlichen Umsatzrückgängen.

Dienstleistungssektor leidet massiv

Vor einer historisch schwierigen Situation steht gemäss der Umfrage zudem der ansonsten erfolgsverwöhnte Dienstleistungssektor. Die Geschäftslage sei deutlich schlechter als etwa in der Finanzkrise 2009, so die KOF weiter. Die Dienstleistungsunternehmen würden einen schärferen Nachfragerückgang erwarten als damals.

Dieser Pessimismus durchziehe dabei viele Bereiche des Sektors: Sowohl im Bereich Verkehr, Information, Kommunikation als auch in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen und persönliche Dienstleistungen seien die Nachfrageerwartungen deutlich negativer als während der Finanzkrise.

Diese Zwischenauswertung basiert laut KOF auf Antworten von Unternehmen zwischen Monatsbeginn und dem 14. April. Die detaillierte Auswertung wird am 6. Mai veröffentlicht.

uh/ys

(AWP)

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Schweizer IT-Branche hart von

Schweizer IT-Branche hart von Coronakrise getroffen

Die Coronakrise trifft die Schweizer IT- und Telekomunternehmen (ICT) hart. Laut dem Branchenverband Swico rechnen alle Segmente der Branche mit deutlichen Rückgängen beim Auftragseingang, dem Umsatz und den Bruttomargen.

17.04.2020 12:46

Wie düster es um die Stimmung in der ICT-Branche tatsächlich bestellt ist, kommt in dem von Swico monatlich erhobenen ICT Index zum Ausdruck. Dieser tauchte im April auf 66,2 Punkte, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Minus von 44 Prozent entspricht. Im Index berücksichtigten werden die Branchen ICT, Unterhaltungselektronik sowie Bildbearbeitung und Druck.

Die einzelnen ICT-Teilbranchen haben gemäss Swico zwar mit unterschiedlichen Auswirkungen der Coronakrise zu kämpfen, das Resultat sei aber für alle dasselbe: Eine signifikant pessimistische Stimmung hinsichtlich der zu erwartenden Marktentwicklung. Die Indizes der einzelnen Segmente sanken dabei zwischen 42,4 und 62,7 Punkte.

Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche sieht in der Krise aber auch Potenzial für die Branche. "Durch den Lockdown ist ein veritabler Digitalisierungsrutsch durchs Land gegangen" wird Bellaiche in der Mitteilung zitiert. Sie sei überzeugt, dass Die Schweiz in Sachen Digitalisierung nach der Corona-Krise nicht mehr wiederzuerkennen sein werde. Davon werde die ICT-Branche mittel- und langfristig profitieren.

sig/jb

(AWP)

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Börsenpsychologie: Warum

Börsenpsychologie: Warum Anleger zu Panik neigen – und was dagegen hilft

Wenn die Börsen gut laufen, lehnen sich Anleger beruhigt zurück. Doch fallen die Kurse, kommt oft blitzschnell Panik auf. Wie die Psychologie unsere Investment-Entscheide beeinflusst.

20.04.2020 07:15

Von Henning Hölder

Viele Anleger dürften es kennen: Sobald eine Aktie gekauft ist, schaut man regelmässig ins Depot und geht mit der Erwartungshaltung heran: Jetzt, da man sich die Aktie ins Depot geholt hat, soll sie gefälligst auch steigen. Tut sie es nicht oder fällt sie gar, tendiert man dazu, nervös und ungeduldig zu werden. Was folgt, sind emotionsgetriebene und meist wenig rationale Entscheidungen. 

Aktien kaufen ist leicht - und verkaufen?

Das Grundproblem: Eine Aktie kaufen ist in der Regel relativ leicht. Sich von ihr zu trennen, ist oft überraschend schwierig. Und wenn doch, tappt man oft in die klassische Falle und neigt zu hastigen Zu- und Verkäufen.

Warum? Weil der Markt einem heute einen neuen Aufwärtstrend und morgen wieder einen Abwärtstrend vortäuscht. Hier gilt die alte Börsenweisheit: Hin und Her macht Taschen leer.

Gier und Angst der Feind jedes Anlegers

Warum tun sich Anleger schwer damit, rational zu handeln? Für den deutschen Psychologen Arnold Kitzmann sind zwei Eigenschaften des Menschen dafür hauptverantwortlich: Gier und Angst. Die Gier verhindere, dass Anleger während einer Hausse den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg finden. Die Angst wiederum führe während einer Baisse zu einem übermässigen Ausverkauf an den Börsen.

Zudem liegt das Zaudern mit Entscheidungen in der Natur des Menschen. Joachim Goldberg, ein profilierter deutscher Finanzmarktanalyst, sagte mal in einem Interview mit cash.ch: "Der grösste Feind unserer Entscheidungen ist das Bedauern". Heisst: In dem Moment, in dem wir eine (Kauf-)Entscheidung getroffen haben, fangen wir sofort an, die Entscheidung zu hinterfragen.

Diese Punkte helfen, die Nerven zu bewahren

Dabei gilt an der Börse das Gleiche, was im Privat- oder auch Berufsleben gilt: Oft lohnt es sich, einmal durchzuatmen, bevor man hastig eine falsche Entscheidung trifft – etwa eine Kaufentscheidung zu schnell wieder rückgängig zu machen.

Wie verhindert man also als Anleger, ein Opfer seiner eigenen Emotionalität zu werden? Die Punkte können dabei helfen:

1) Machen Sie sich ein mentales Setup

Es ist wichtig, sich vor einer Krise darüber klar zu werden, welche Ziele man verfolgen will – und welche Risiken man dafür eingehen möchte. Wer sich von Beginn an eine klare Strategie zurecht legt, dem fällt es leichter, bei Börsen-Turbulenzen nicht zu überreagieren.

2) Legen Sie einen Anlagehorizont fest

Werden Sie sich im Klaren darüber, was Ihr Anlagehorizont ist. Wer einen Anlagehorizont von zehn oder 15 Jahren hat, braucht sich in der Regel keinen Sorgen darüber machen, dass zwischenzeitliche Verluste wieder aufgeholt werden. Konkretes Beispiel: Laut dem deutschen DAX-Rendite-Dreieck hat sich eine breit gestreute Investition in den DAX spätestens nach 13 Jahren immer ausgezahlt, auch wenn zum allerunglücklisten Zeitpunkt investiert wurde – etwa auf dem Peak kurz vor dem Crash 2008.

3) Legen Sie sich eine Exit-Strategie zurecht

Denken Sie nicht nur an die guten Zeiten an der Börse. Überlegen Sie sich, wie Sie vorgehen, wenn es zu Verwerfungen an den Börsen kommt. Dabei hilft es, sich vorher klare Vorgaben zu setzen. Bleib ich trotz Börsen-Gewitters eisern investiert oder steige ich aus, wenn es unruhig wird? Bei letzterem sollten Sie vorher festlegen, ab wann Sie aussteigen. Bei Verlusten von zehn Prozent? Oder 15 Prozent? Wer sich das vor der Krise überlegt, handelt weniger im Affekt.

4) Sehen Sie den Wert einer Aktie, nicht nur den Preis

Seien Sie sich stets bewusst, dass es völlig normal ist, dass es zwischen dem Preis eine Aktie und deren Wert massive Unterschiede geben kann. Der Preis spiegelt sich im Aktienkurs wider. Dabei handelt es sich um nichts anderes als die aktuelle Konsensmeinung aller Marktteilnehmer. Der Wert eine Aktie hingegen ist der tatsächliche, zu erwartende Nutzen des Investments. Dieser ergibt sich aus zukünftigen Kursgewinnen und Dividendenausschüttungen. Dies zu verinnerlichen hilft, um bei fallenden Kursen die Ruhe zu bewahren. Zudem können tiefe Kurse als Chance gesehen werden, Aktien zu einem günstigen Preis zu erwerben.

5) Bewahren Sie Ruhe

Die wohl grösste Herausforderung: Behalten Sie bei Marktverwerfungen die Nerven und halten Sie an Ihrer Strategie fest. Erinnern Sie sich, warum Sie die Aktie damals gekauft haben. Während Anleger in guten Zeiten dazu neigen, negative Punkte bei einer Aktie zu ignorieren, werden positive Punkte bei Krisen oft gänzlich weggewischt.  

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WHO sieht viele Staaten nicht

WHO sieht viele Staaten nicht gut auf Epidemien vorbereitet

Die Weltgesundheitsorganisation WHO attestiert vielen Staaten einem Medienbericht zufolge keine gute Pandemie-Vorbereitung.

19.04.2020 16:14

Die meisten Staaten weltweit seien schlecht bis mittelmässig auf Epidemien vorbereitet, zitiert der "Spiegel" aus einem Positionspapier für eine für Sonntag angesetzt Videokonferenz der Gesundheitsminister der G20-Staaten zur Corona-Krise. Den Vorsitz der G20, zu der auch die USA, China und Deutschland gehören, hat derzeit Saudi-Arabien. Die WHO antwortete der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfragen zu dem Positionspapier zunächst nicht.

Nur ein Drittel der Länder könne Seuchenausbrüche entdecken und darauf reagieren, heisst es laut "Spiegel" in dem Papier. Selbst hoch entwickelte Gesundheitssysteme hätten dann nur noch "begrenzte Kapazitäten", grundlegende Leistungen zu erfüllen. Dem Bericht zufolge prophezeit die WHO, in armen Ländern mit schwächeren Systemen würden die Folgen der Corona-Pandemie "verheerend sein".

Laut "Spiegel" moniert die WHO zudem, es mangele an gut ausgebildeten Mitarbeitern und Infrastrukturen in den Gesundheitssystemen und es fehlten robuste Lieferketten und Logistik, um dringend benötigte medizinische Ausrüstung zu beschaffen. Die internationale Zusammenarbeit funktioniere schlecht, vor allem weil "die WHO nicht in die Lage versetzt wird, Koordination und Kooperation zu ermöglichen".

WHO fordert entschlossene Reaktion

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag einen Stopp der Zahlungen seines Landes an die WHO angeordnet. Er machte die Organisation für die vielen Toten in der Krise mitverantwortlich und warf ihr vor, die Epidemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China dramatisch verschlimmert zu haben. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der "schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus" gespielt habe. So lange lägen die Zahlungen auf Eis. Trumps Schritt stiess international auf Kritik - zudem dem US-Präsidenten selbst vorgeworfen wird, die Krise über eine lange Zeit kleingeredet zu haben.

Die WHO fordert dem "Spiegel" zufolge, auf die Coronavirus-Pandemie müsse die Welt nun mindestens ebenso entschlossen reagieren wie auf die Finanzkrise von 2008. Unter anderem schlägt sie demnach vor, einen globalen Vorrat an medizinischer Ausrüstung anzulegen, die Forschung an Krankheitserregern zu intensivieren und eine "mobile globale Gesundheitstruppe" zu schaffen, die kurzfristig an Seuchenherde in aller Welt geschickt werden kann.

(AWP)

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Wachsende Unterstützung für

Wachsende Unterstützung für Klimaschutz-Projekte von KMU

Die Klimastiftung Schweiz hat 2019 ein weiteres Rekordjahr erlebt. Sie hat fast 170 Klimaschutz-Projekte von KMU unterstützt, mit insgesamt knapp 4,3 Millionen Franken. Die Summe an gesprochenen Fördergeldern wuchs damit im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent.

21.04.2020 08:15

Die Stiftung schreibt in einer Medienmitteilung vom Dienstag von einem "wegweisenden Signal für den Klimaschutz in der Schweiz und in Liechtenstein". Grund für die wachsende Fördersumme sei unter anderem die erneute Zunahme an Anträgen für Innovationsprojekte.

"Uns erreichen jedes Jahr mehr qualitativ hochstehende Fördergesuche für innovative Klimaschutzprojekte", lässt sich Ursula Finsterwald, Vizepräsidentin der Stiftung, zitieren. "Das ist ein positives Signal: Denn solche Innovationen sind ein wichtiger Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele." Der Schweiz blieben zehn Jahre, um ihren Treibhausgas-Ausstoss im Vergleich zu 1990 zu halbieren.

Mehr als 3,1 Millionen Franken investierte die Klimastiftung Schweiz letztes Jahr in Innovationsprojekte wie die Entwicklung intelligenter Glasfassaden (HyWin), die Herstellung neuartiger Recycling-Pressen für Pet-Flaschen (Revopack) oder die Umwandlung von Baustellen-Aushub in moderne Baumaterialien (Terrabloc).

Massnahmen zum Energiesparen

Ebenfalls zugenommen hat die Unterstützung für Vorhaben im Bereich der Energieeffizienz: Die Klimastiftung Schweiz schüttete 2019 erstmals mehr als eine Million Franken an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus, die im Betrieb Massnahmen zum Energiesparen umsetzen - zum Beispiel ihre Fenster oder das Dach ersetzen, ihre Gebäude besser dämmen oder die Geschäftsflotte auf Elektromobilität umrüsten.

Im Rahmen des Waldprogramms hilft die Stiftung zudem bei der Verjüngung alternder Wälder. Als vierter Pfeiler unterstützt die Klimastiftung Schweiz mit einem finanziellen Beitrag KMU, die eine Energieberatung mit der act Cleantech Agentur Schweiz oder der Energie-Agentur der Wirtschaft EnAW in Anspruch nehmen. Die vier Förderprogramme führt die Klimastiftung Schweiz auch 2020 weiter.

(AWP)

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Schweizer Exporte steigen im

Schweizer Exporte steigen im März dank starker Pharmabranche

Die Schweizer Exporttätigkeit hat im März wie auch im gesamten ersten Quartal saisonbereinigt wieder angezogen. Zu verdanken war dies einem klaren Wachstum der Chemie- und Pharmaausfuhren. In den anderen Branchen waren die Exporte dagegen im Umfeld der Coronakrise mehrheitlich rückläufig.

21.04.2020 08:30

Die Exporte erhöhten sich im März zum Vormonat saisonbereinigt um 2,2 Prozent auf 19,0 Milliarden Franken. Real - also preisbereinigt - resultierte dagegen ein Rückgang von 4,0 Prozent. Die Einfuhren schrumpften derweil nominal um 3,9 Prozent und erreichten damit einen Wert von 15,8 Milliarden Franken. Auf realer Basis gab es hier ein Minus von 6,7 Prozent.

Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 3,16 Milliarden Franken, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Dienstag zu entnehmen ist.

Das Exportplus im März und im gesamten ersten Quartal 2020 rührte laut EZV von den chemisch-pharmazeutischen Produkten her. Im gesamten Quartal lagen sie um 5,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Demgegenüber litten die Ausfuhren von Uhren (-2,9 Prozent), aber auch von Maschinen und Elektronik (-3,9 Prozent), Fahrzeugen (-15,7 Prozent) oder Metallen (-5,2 Prozent) unter dem weltwirtschaftlichen Umfeld. Geringer fiel der Rückgang bei den Präzisionsinstrumenten aus (-0,7 Prozent).

Nach Geographie legten die Ausfuhren nach Nordamerika (+7,8 Prozent) im ersten Quartal deutlich zu. Die Exporte nach Europa (+0,7 Prozent) stiegen derweil noch leicht an. Dagegen nahmen die Exporte nach Asien (-1,1 Prozent) ab. Dies vor allem dank einem kräftigen Minus der Ausfuhren nach Hongkong (-13,5 Prozent) und China (-8,0 Prozent).

Bei den Importen bildeten sich vor allem die Einfuhren aus Nordamerika (-11,1 Prozent) nach einem längeren Wachstum nun deutlich zurück, während die Einfuhren aus Europa (-0,7 Prozent) erneut tiefer ausfielen. Auch die Asien-Importe registrierten einen leichten Rückgang um 0,7 Prozent.

tp/rw

(AWP)

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Schweizer Biotechfirmen haben

Schweizer Biotechfirmen haben 2019 1,2 Milliarden Franken erhalten

Die Biotechnologie in der Schweiz hat 2019 floriert. Inländische Biotech-Firmen haben im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Franken erhalten. Und es wurden über 40 Start-ups in dem Bereich gegründet, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Swiss Biotech Report 2020 hervorgeht.

21.04.2020 13:31

Den Löwenantel davon hat die CRISPR Therapeutics AG mit 436 Millionen Franken erhalten. Zudem hätten AC Immune, Obseva, Auris Medical und Biocartis, ADC Therapeutics und Sophia Genetics ebenfalls Zugang zu frischem Kapital erhalten.

Die Schweizer Biotech-Industrie erwirtschaftete 2019 ausserdem einen Gesamtumsatz von 4,8 Milliarden Franken und damit 800 Millionen mehr als im Vorjahr. Dieser Umsatzanstieg sei hauptsächlich auf lukrative Kooperations- und Lizenzvereinbarungen für AC Immune, Basilea und CRISPR zurückzuführen sowie auf höhere Einnahmen von Biotechfirmen, die bereits Produkte und Dienstleistungen vermarkteten.

Viele Fonds beleben die Branche

Dank neuer spezialisierter und in der Schweiz beheimateter Fonds habe das Ökosystem seine Position als attraktives Finanzierungsfeld weiter ausbauen können. Beispiele dafür seien Medicxi, ND Capital, Pureos Bioventures oder Bernina BioInvest. Gleichzeitig sei auch die Zahl ausländischer Fonds kontinuierlich angewachsen. Schliesslich zeigten die Transaktionen von Amal, Novimmune und Therachon, dass auch die M&A-Aktivitäten sehr hoch waren.

Multinationale Biopharma-Unternehmen wie Biogen, CSL Behring, Novartis und Merck hätten ausserdem stark in den Ausbau der Produktionskapazitäten für die zunehmende Zahl der zugelassenen Biologika und Zelltherapien investert. Darüber hinaus nutzten Unternehmen wie SOPHiA Genetics, BC Platforms, Genedata, Insphero, GenomSys und SimplicityBIO verstärkt die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz.

Der Swiss Biotech Report 2020 beleuchtet die wichtigsten Trends, Innovationsfaktoren und Innovationsquellen und berichtet über Themen und Fakten zur Entwicklung der Schweizer Biotech-Industrie. Der Report wird von der Swiss Biotech Association in Zusammenarbeit mit EY und sieben weiteren Partnern veröffentlicht.

pre/kw

(AWP)

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Börsianer üben sich in

Börsianer üben sich in Konjunkturoptimismus

Börsianer blicken überraschend optimistisch auf die Aussichten für die deutsche Konjunktur.

21.04.2020 11:27

Das Barometer ihrer Erwartungen für die nächsten sechs Monate stieg im April um 77,7 auf plus 28,2 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter Analysten und Anlegern mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Anstieg auf minus 42,3 Zähler gerechnet. Die Lage bewerteten die Börsianer dagegen deutlich schlechter: Dieses Barometer brach um 45,4 auf minus 93,9 Zähler ein.

"Die Finanzmarktexperten sehen Licht am Ende eines sehr langen Tunnels", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Für das dritte Quartal rechneten sie wieder mit einem Wachstum der Wirtschaft. "Die Wirtschaftsleistung von vor der Coronakrise soll erst im Jahr 2022 wieder erreicht werden", fasste Wambach die Stimmung der Experten zusammen. 

(Reuters)

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Wie die Coronakrise unsere

Wie die Coronakrise unsere Arbeit künftig verändern könnte

Homeoffice und Heimunterricht: Die Coronakrise hat die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Was wird bleiben? Ein Interview mit Christoph Maeder, Professor für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Aktualisiert um 11:03

Die Coronakrise zwingt viele von uns zu Heimarbeit und Heimunterricht. Wie viel wird davon bleiben?

Christoph Maeder: Ich gehe davon aus, dass die Digitalisierung einen grossen Schub an Legitimation erhalten hat. Bis jetzt haben zwar alle davon gesprochen, wie wichtig und notwendig sie sei, doch keiner wusste genau, was das wirklich bedeutet und wie das konkret gehen soll. Mit Heimunterricht und Heimarbeit sehen wir aber, in welche Richtung es gehen könnte.

Was könnten Sie sich konkret vorstellen?

Vermutlich werden jetzt Unternehmen die Vorteile der Heimarbeit am Bildschirm erkennen und versuchen, davon zu profitieren. Ich bin überzeugt, dass dort, wo Firmen einen finanziellen Nutzen realisieren können, sich die Heimarbeit durchsetzen wird. Veraltete Arbeitsstrukturen mit Präsenzpflichten in Bürofluren werden sich auflösen.

Wo beispielsweise?

Überall dort, wo der Arbeitsort keine Rolle spielt. In der Soziologie sprechen wir von einer fortlaufenden Enträumlichung und Entgrenzung in der Arbeitswelt. Wenn Angestellte in einem Büro oder daheim auf einen Bildschirm schauen und damit vernetzt arbeiten, dann tun sie überall dasselbe. Der physische Ort, wo das geschieht, ist nicht mehr zentral, und es findet eine Nomadisierung der Arbeit statt. Damit können Firmen Kosten sparen, sie brauchen etwa weniger Büroräume. Für die Arbeitnehmenden kann das eine örtliche Befreiung bedeuten. Oder auch negative Auswirkungen haben, weil ein Teil der Kosten vom Unternehmen auf sie überwälzt werden kann, indem beispielsweise nur eine Pauschale für die IT bezahlt wird. Zudem ist bekannt, dass Menschen im Homeoffice mehr arbeiten, weil die Arbeits- und Freizeitgrenzen verwischen. Und das Unternehmen kann die Arbeitnehmenden überwachen, indem es die Zeit am Computer aufzeichnet und sie zum Beispiel nur nach diesen Zeiten entlohnt. Auf Bezahlung und Überwachung im Homeoffice muss ein Auge gehalten werden. Es wird eine Redefinition von neu auftauchenden Grenzen in der Arbeitswelt brauchen.

Und was ist mit der Schule?

Die Schule ist ein "Motor der Digitalisierung". Von dort kommt ein grosser Teil des Umgangs- und Anwendungswissens mit den Informationstechnologien. In der aktuellen Krise ist es überraschend und erfreulich gewesen, wie schnell an den meisten Orten die Informationstechnologien für den Heimunterricht eingesetzt werden konnten. Diese Erfahrung wird die Technisierung der Volksschule weiter vorantreiben. Zusätzlich gibt es aber noch ein weiteres wichtiges Argument, das für eine fortschreitende Digitalisierung spricht.

Welches?

Das Stichwort hier ist Prävention. Neue Pandemien sind in der Zukunft nicht auszuschliessen.

(SDA)

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Vermögensberater: Jetzt

Vermögensberater: Jetzt Aktien aus dem «Krisen-Epizentrum» kaufen

Die Erholungsrallye bei Aktien macht es unwahrscheinlich, dass US-Börsen die Tiefstände von Mitte März erneut testen werden. Das ist die Meinung einer Investmentberatungsfirma. Sie rät zum Kauf bestimmter Aktien.

Aktualisiert um 14:17

Es gibt überzeugende historische Präzedenzfälle, die dafür sprechen, dass der S&P 500 seinen Tiefpunkt erreicht hat, erklärte Tom Lee, Mitgründer von Fundstrat Global Advisors in New York. Die US-Benchmark hat mittlerweile die Hälfte ihrer Verluste seit dem Rekordtief von Mitte Februar wettgemacht.

Von den 10 Rückgängen um 30 Prozent oder mehr seit 1929 wurde nur bei vier das "endgültige Tief" nochmals getestet, erläuterte er. Und bei einem 50-prozentigen Rückgang sei das Risiko eines erneuten Einbruchs "weitgehend beseitigt". Der S&P 500 hat 28 Prozent gegenüber dem jüngsten Tief vom 23. März aufgeholt.

Lee, der mit 3450 Punkten die optimistischste Prognose für den Stand des S&P 500 zum Jahresende unter den von Bloomberg beobachteten Strategen abgegeben hat (Stand derzeit: 2823 Punkte), empfiehlt den Kauf des "Epizentrums der Krise". Damit meint er Aktien mit direktem Konsumentenbezug und begründet dies mit der "Implosion" des Konsumentenvertrauens auf ein Niveau, wie es seit der globalen Finanzkrise oder sogar seit 1979 nicht mehr gesehen wurde.

Lee empfiehlt speziell Aktien von Konzernen aus dem Nicht-Basiskonsumgüterbereich. Dieser besteht in der Regel aus Anbietern von Luxusprodukten, Autozulieferern und Hotelbetreibern, und er ist stärker inländisch orientiert als andere Teile der Wirtschaft. 

"Wenn die Verbraucherstimmung schlecht ist, ist dies historisch gesehen der beste Zeitpunkt, um Nicht-Basiskonsumgüter-Aktien überzugewichten", schrieb er.

Lee rechnet auch damit, dass US-amerikanische Technologie-, Gesundheits- und Finanzunternehmen davon profitieren werden, dass die Lieferketten aus China nach Amerika zurückkehren. Er geht davon aus, dass dies nach der Coronavirus-Krise ein Trend sein wird. Er erwartet, dass Wohnungsbau-, Einrichtungs- und Finanzunternehmen von einer Verlagerung zur Heimarbeit einen Schub bekommen werden. (Bloomberg/cash)

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Coronavirus: Kommission

Coronavirus: Kommission fordert teilweisen Krediterlass für Gastronomiebetriebe

(Ausführliche Fassung) - Wer auch Anfang Mai noch von den restriktiven Corona-Massnahmen des Bundes betroffen ist, soll nicht alle beantragten Notkredite zurückzahlen müssen. Das fordert die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK). Sie denkt dabei etwa an die arg gebeutelte Gastronomie.

21.04.2020 15:25

Für Betreiber von Restaurants, Bar und Nachtclubs hat der Bundesrat vergangene Woche noch kein fixes Datum für den Ausstieg aus dem Lockdown kommuniziert. Dies sorgte teils für harsche Kritik.

Die ständerätliche WAK will nun die Wogen etwas glätten. Betreiberinnen und Betreiber von Unternehmen, die über den 27. April hinaus geschlossen bleiben müssen, sollen einen Erlass des erhaltenen Covid-19-Kredits in Höhe von maximal drei Monatsmieten erhalten. Diesen Antrag beschloss die Kommission mit 9 zu 4 Stimmen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Konkurse vermeiden

Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass die Mieten für Unternehmen, die nur schwer Lösungen mit dem Vermieter finden, eine erhebliche Belastung darstellen. Es sei für sie deshalb wichtig, auf staatliche Unterstützung zählen zu können. Es gehe um die Vermeidung von Konkursen.

Der teilweise Erlass von den vom Bund verbürgten Überbrückungskrediten soll nur in Härtefällen zur Anwendung kommen. Nach Ansicht einer Kommissionsminderheit soll eine Lösung gefunden werden, bei der auch der Vermieter einen Beitrag leistet.

Hilfsprogramm für Touristiker

Einig ist sich die WAK, dass es rasche Unterstützungsmassnahmen für den Tourismus braucht. Mit 12 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung empfiehlt sie dem Bundesrat, den Partnern von Schweiz Tourismus mit einem einmaligen À-fonds-perdu-Betrag von 27 Millionen Franken zu helfen.

Das verschaffe der Branche etwas Planungssicherheit. Zudem brauche es eine an die einheimische Kundschaft gerichtete Werbekampagne, welche den hiesigen Tourismus fördere und die Tourismusbranche wirtschaftlich wiederbelebe, wenn nach dem Lockdown die Freizeit- und Ferienaktivitäten wiederaufgenommen werden könnten.

Alternative Lockerungen prüfen

Auch bei der Exit-Strategie fordert die WAK vom Bundesrat verschiedene Nachbesserungen. Die Tatsache, dass die Grossverteiler ab dem 27. April wieder ein breiteres Sortiment an Gütern des täglichen Bedarfs anbieten könnten, die anderen Geschäfte aber erst am 11. Mai 2020 wieder öffnen dürften, stösst der Kommission sauer auf. Diese "grobe Wettbewerbsverzerrung" müsse beseitigt werden.

Allgemein solle der Bundesrat ein alternatives Ausstiegsmodell prüfen, fordert die Kommission. Dabei solle der sehr unterschiedlichen epidemiologischen und gesundheitlichen Lage in den einzelnen Kantonen und Regionen verstärkt Rechnung getragen werden.

Mehr Macht für Kantone und Gemeinden

Daher empfiehlt die Kommission dem Bundesrat, der Gewerbepolizei in den Kantonen und Gemeinden eine bedeutendere Rolle beizumessen. Diese hätte die Aufgabe, für jedes Unternehmen, das wieder öffnen möchte, zu überprüfen, ob die allgemeinen und abstrakten Vorgaben des Bundes zum Gesundheitsschutz erfüllt sind.

Die WAK versucht es in einem ersten Schritt mit Empfehlungen. Sie behält es sich nach eigenen Angaben aber vor, nächste Woche parlamentarische Vorstösse einzureichen, sollten ihre Anliegen nicht ausreichend berücksichtigt werden. An ihre nächste Sitzung hat die Kommission auch Gesundheitsminister Alain Berset eingeladen.

(AWP)

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Kommt für Schweizer

Kommt für Schweizer Pharmazulieferer bald die nächste Goldgrube?

Schweizer Pharmazulieferern wurde ohnehin eine rosige Zukunft vorhergesagt. Jetzt wird im Zuge der Corona-Krise diskutiert, Produktionsketten aus Asien nach Europa zurückzuholen. Anleger wittern noch mehr Gewinne.

21.04.2020 20:00

Von Henning Hölder

Die Schweizer Pharmazulieferer gehören schon seit längerem zu den gefeierten Stars an der Börse. Insbesondere Branchenriese Lonza mit seinem breiten Portfolio an Produkten und Dienstleistungen für die Pharmaindustrie ist ein wahrer Liebling unter Analysten und Investoren. Seit Januar 2019 hat der SMI-Titel um rund 65 Prozent zugelegt. Und ein Ende ist nicht in Sicht – trotz Coronavirus.

Kursentwicklung der Lonza-Aktie seit Januar 2019, Quelle: cash.ch

Zulieferer wie Lonza, aber auch Siegfried, Bachem oder Dottikon, profitieren davon, dass Pharmariesen wie Roche und Novartis aus Kostengründen Teile ihrer Produktion an spezialisierte Drittfirmen auslagern. Diese Entwicklung könnte noch viele Jahre andauern.

Seit Corona rückt jetzt zudem eine alte Diskussion wieder in den Fokus, die das Geschäft der hiesigen Zulieferer weiter Auftrieb verleihen könnte: Die Rückholung von Teilen der Produktionsketten aus Asien.

Genauer: Die Produktion von Medikamenten, insbesondere Generika, soll wieder nach Europa verlagert werden, wird derzeit oft gefordert. Dabei geht es vor allem um das Thema Versorgungssicherheit und die Vermeidung von Lieferengpässen. Denn: Wirkstoffe für Generika werden nicht selten von nur einem einzigen Hersteller aus China oder Indien produziert – ein Umstand, der in Krisenzeiten zu grossen Problemen führen kann, wie in der Coronakrise den Leuten nun vor Augen geführt wird.

Blocher stünde bereit

Markus Blocher, Chef von Dottikon, ist diesbezüglich bereits auf den Bund zugegangen. Um einen Medikamenten-Engpass zu vermeiden, habe er dem Bund vorgeschlagen, dass Dottikon Produktionskapazitäten für den Krisenfall bereithalten könnte, wie er in einem Interview im Schweizer Radio SRF verriet. So könne man im Bedarfsfall wichtige Medikamente mit kurzer Vorlaufzeit produzieren. Für die dafür nötige Erweiterung der Produktionsanlagen müsse der Bund das Risiko aber abgelten, so Blocher. 

Offenbart sich hier also bald eine neue Goldgrube für Schweizer Pharmazulieferer? Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Hört man sich bei Analysten um, werden immer wieder vier Punkte genannt, warum die Aussicht auf eine Verlagerung von Produktionsketten von China nach Europa für die hiesige Pharmazuliefererbranche kaum gewinnbringend wäre – mindestens auf kurze bis mittelfristige Sicht.

Zulassung dauert

Erstens ist da der Prozess der Zulassung. Wenn heute ein Unternehmen entscheidet, ein Produkt herzustellen, welches zuvor nur in China produziert wurde, müsse es zunächst von der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewilligt werden, sagt Daniel Jelovcan, Analyst bei der Genfer Privatbank Mirabaud, gegenüber cash. "Das dauert mindestens zwölf bis 18 Monate", so Jelovcan. Anleger sollten daher kurzfristig nicht mit zusätzlichen Gewinnschüben rechnen.

Zweitens hat die Schweizer Pharmazuliefererbranche eine Art Luxusproblem. Um von einer Verlagerung der Produktionsketten von Asien nach Europa profitieren zu können, braucht es Kapazität – etwas, was Schweizer Pharmaproduzenten derzeit schlicht nicht haben. "Bei Lonza und Siegfried sind die Produktionskapazitäten stark ausgelastet, sodass man die Kapazitäten zuerst ausbauen müsste", sagt Matthias Müller, Pharma-Analyst bei der St.Galler Kantonalbank (SGKB). Heisst: Das kostet Zeit und Geld.

Und Jelovcan fügt hinzu: "Lonza hatte bis vorgestern über 40 nennenswerte Produktions-Anfragen, die mit einem potenziellen Covid-19-Mittel zusammenhängen." Das Basler Unternehmen hätte aber nur eine Handvoll annehmen können. Mit anderen Worten: Die Auftragsbücher der Pharmazulieferer sind proppenvoll. Weitere Aufträge, etwa aus dem Generika-Segment, braucht Lonza bis auf weiteres schlicht nicht.

Produktionsverlagerung sinnvoll?

Drittens stellt sich die Frage, welche Chancen eine Produktionsverlagerung von China nach Europa für hiesige Unternehmen überhaupt böte. Wichtig ist: Bei der derzeitigen Diskussion geht es primär um die Produktion von Generika – einem Geschäft mit äusserst tiefen Margen, welches nicht umsonst nach China ausgelagert wurde.

"Der Generika-Bereich ist wenig profitabel und daher für die Schweizer Pharmabranche eher uninteressant", sagt denn auch Müller. Im Geschäft mit Nachahmerprodukten sei der Biosimilar-Bereich um einiges interessanter. Allerdings finde hier die Produktion schon zu grossen Teilen in Europa statt, so Müller.

Therapien mit hohen Margen bevorzugt

Nicht umsonst hat sich die Schweizer Pharmabranche auf forschungsintensive Bereiche wie Immun-Therapien, Zell-Therapien oder biologisch hergestellte Medikamente konzentriert. Viele Therapien fokussieren sich zudem nicht selten auf die Behandlung von seltenen Krankheiten. Hier winken höhere Erträge. Im letzten Jahr sorgte Novartis mit dem wohl teuersten Medikament auf dem Markt für Aufsehen. Die neuartige Genersatztherapie Zolgensma erhielt in den USA die Zulassung. Deren Preis: über zwei Millionen Dollar.

In Asien liegt der Fokus – noch – woanders. "Von chinesischen Playern werden in erster Linie die einfachen sogenannten Small Molecules hergestellt", sagt Lorenzo Biasio, Aktienanalyst der Credit Suisse, gegenüber cash. Schweizer Pharmaunternehmen wie Lonza, Siegfried, Dottikon oder Bachem haben bei der Art von Molekülen, die sie herstellen, ein Alleinstellungsmerkmal. "Deren grosse Umsatztreiber sind typischerweise Moleküle mit komplexen Herstellungsverfahren, an denen sich auch mal ein weniger kompetenter Hersteller die Zähne ausbeisst ", so Biasio.

Eine Frage der Politik

Der vierte Punkt ist die politische Dimension der Diskussion. Damit die Produktion von in China hergestellten Medikamenten wieder nach Europa zurückkäme, bräuchte es dort Veränderungen, wo es am meisten wehtut: beim Preis. "Damit hiesige Pharmaunternehmen wieder gross in die Produktion von Generika, wie etwa viele Antibiotika oder Krebsmittel, einsteigen, müssten die Preise für solche Medikamente steigen", sagt Müller. Das sei politisch allerdings kaum vertretbar.

Der SGKB-Analyst glaubt daher kaum, dass Produktionen von China in die Schweiz verlagert werden. "Den Punkt mit der Versorgungssicherheit kann ich in der Diskussion sehr gut nachvollziehen. Die Umsetzung stelle ich mir aber äusserst schwierig vor", sagt Müller.

Schweizer Pharmazulieferer bestens aufgestellt

Insgesamt stellt sich heraus, dass der Mehrwert einer möglichen Verlagerung der Produktionsketten von China nach Europa für die Schweizer Pharmabranche – mindestens kurz- bis mittelfristig – überschaubar wäre. Gerade die Zuliefererbranche in der Schweiz ist exzellent aufgestellt und nur wenig an der Herstellung von Generika und Small Molecules interessiert.

Trotzdem darf man nicht vergessen: China schläft nie. Auch dort sieht man, welch hohe Margen das Geschäft mit Biopharmazeutika und Biotechnologien gemacht werden. Dennoch sollte das Schweizer Qualitätslabel auf Jahre hinaus noch ziehen.

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Welche Anlageklassen in den

Welche Anlageklassen in den Phasen des Konjunkturzyklus am besten performen

Je nach Konjunkturzyklus schneiden Anlagenklassen besser oder schlechter ab. Ein Überblick - und was das bis Ende 2020 für Anleger bedeutet.

23.04.2020 07:00

Von Manuel Boeck

Wenn keine Rezession droht, heisst es von Marktstrategen oft: Aktien kaufen und Anleihen meiden. Damit unterstellen sie einen Zusammenhang zwischen den Renditen auf den verschiedenen Anlageklassen und dem Konjunkturzyklus. 

Doch so einfach ist das nicht. Beispielhaft liebt der Energiesektor steigende Ölpreise, die meist während inflationären Phasen zulegen. Finanztitel hingegen lieben eine Umgebung, in der Wachstum und Inflation gleichzeitig anziehen. Es lohnt sich daher, die verschiedenen Phasen eines Konjunkturzyklus genauer zu betrachten.

Der Konjunkturzyklus kann anhand der Indikatoren Wachstum und Inflation hauptsächlich in vier Phasen eingeteilt werden. Erste Phase: Das inflationäre Wachstum. Hier ziehen Wachstum und die Inflation gleichzeitig an. Zweite Phase: Das disinflationäre Wachstum. Hier beschleunigt sich das Wachstum, während sich die Inflation vermindert. Dritte Phase: Deflationäre Stagnation. Hier geht das Preisniveau zurück und das Wachstum stagniert. Vierte Phase: Inflationäre Stagnation, auch Stagflation genannt. Hier stagniert das Wachstum und die Inflation nimmt zu.

In welchen Phasen bieten sich welche Anlageklassen als Investition an? Hier ein Überblick:

1. Phase - Inflationäres Wachstum: Alles auf Aktien

Im Umfeld des inflationären Wachstums lohnen sich Investitionen in Aktien, da einerseits die Umsätze der Unternehmen steigen, andererseits die Firmen Preiserhöhungen vornehmen können. Dies hat einen doppelt positiven Effekt auf die Gewinne. Auf Sektorebene profitieren vor allem Zykliker wie Industriewerte, zyklische Konsumwerte, Rohstoff- und Finanztitel überproportional.

In stark inflationären Phasen wertet sich "Papiergeld" kontinuierlich ab. Davon profitiert Gold aufgrund seiner Funktion als Inflationsschutz. Trotzdem: "Dass Gold in einem inflationären Umfeld eine gute Anlage sein soll, ist ökonomisch schwer zu begründen", sagt Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank zu cash. Seit dem starken Anstieg des Goldpreises während der Hochinflation in den 70er-Jahren habe das gelbe Metall jedoch den Mythos des Inflationsschutzes und diesen seither nicht mehr verloren.

2. Phase - Disinflationäres Wachstum: Aktien und Unternehmensanleihen

Das disinflationäre Wachstum ist für Aktien nur bedingt positiv. Denn Value-Aktien schlagen sich in einem disinflationären Umfeld eher schlecht, während Wachstumswerte im Technologie- oder Gesundheitssektor outperformen. Auch für Aktien von Unternehmen im nichtzyklischen Konsumsektor ist dieses Umfeld günstig. Dies zeigt sich exemplarisch in der Entwicklung seit 2009, das diesem Umfeld entsprochen hat.

In der disinflationären Phase können auch Unternehmensanleihen wie auch Hochzinsanleihen profitieren. Einerseits sinken aufgrund des Konjunkturwachstums die Kreditaufschläge, und zweitens halten sich die Notenbanken mit Zinssenkungen zurück. Daneben performen in diesem Umfeld auch Immobilienanlagen sowie Infrastrukturanlagen gut. Trotz fehlender Inflation steigen in diesem Wachstumsumfeld die Zinsen im Geldmarktbereich. Dies erhöht die Opportunitätskosten für Gold.

3. Phase - Deflationäre Stagnation: Cash ist Gold

Cash gewinnt während einer deflationären Deflation laufend an Kaufkraft, falls es nicht negativ verzinst wird. Aktien zeigen in diesem Umfeld keine gute Performance, da die nominelle Gewinnentwicklung der Unternehmen schwach ist. Doch Deflation ist ebenso kein gutes Umfeld für den Goldpreis. Laut Anastassios Frangulidis, Chefstratege von Pictet Asset Management, wird die Deflation – abgesehen von exogenen Schocks - durch eine Geldpolitik verursacht, die für die Bedürfnisse der Volkswirtschaft hohe Realzinsen toleriere.

Bei den Anleihen sind vor allem sichere Staatsanleihen gesucht. Da die meisten Notenbanken ein Inflationsziel von 2 Prozent anstreben, wird die Geldpolitik in einem deflationären Umfeld extrem expansiv. "Die Zinsen werden gesenkt und teilweise sogar in den negativen Bereich gedrückt. Davon profitieren Staatsanleihen", sagt Matthias Geissbühler, Anlagechef bei Raiffeisen.

4. Phase - Inflationäre Stagnation: Jetzt schlägt die Stunde für Gold

Inflationäre Stagnation begünstigt Goldanlagen. Gold gehöre dann zu den Gewinnern, weil die Realverzinsung meistens tief sei, so Frangulidis. Gold profitiert als Inflationsschutz und ist zudem krisenresistent. Im Allgemeinen suchen die Investoren in diesem Umfeld nach Realwerten wie Immobilien oder nicht zinssensitiven Aktien.

Innerhalb der Aktien profitieren die Unternehmen mit einer hohen Preissetzungsmacht. Stucki von der St.Galler Kantonalbank sagt zudem: "Wird die Inflation durch höhere Rohwarenpreise getrieben, ist der Grundstoff- und Energiesektor interessant. Steigende Zinsen helfen auch den Finanzwerten." Bargeld ist in einem solchen Umfeld bestenfalls ein "relativer" Gewinner gegenüber Anleihen.  Denn in einem inflationären Umfeld findet eine Geldentwertung statt. Wenn aber die Inflation stark ansteigt, würde dies tendenziell mit Zinserhöhungen einhergehen, was vor allem für Anleihen negativ wäre.

Was heisst das für das restliche Anlagejahr 2020?

Für Anastassios Frangulidis befinden wir uns momentan in einer rezessiven Phase. "Wahrscheinlich im Verlauf der zweiten Hälfte des Jahres, falls wir keine weiteren negativen Nachrichten hinsichtlich der Corona-Epidemie erleben, werden wir in die Aufschwungsperiode eintreten. Diese wird in ihrer Anfangsphase keine inflationären Charakteristiken aufweisen."

Für Matthias Geissbühler ist eines klar: "Aufgrund des Coronavirus und der drastischen Massnahmen wie Ladenschliessungen, Ausgangsverbote, Quarantänen oder komplette Lockdowns befindet sich die Weltwirtschaft auf dem Weg in eine tiefe Rezession." Raiffeisen Schweiz rechnet mit deutlichen Wachstumseinbrüchen im zweiten Quartal. Das Hauptszenario sei ein U-förmiger Konjunkturverlauf. "Wir rechnen daher nach dem rabenschwarzen zweiten Quartal mit einer Stabilisierung der Konjunktur im dritten Quartal und einer Rückkehr zu bescheidenem Wachstum im vierten Quartal." Inflation sei derzeit kein Thema.

In den letzten Jahren befand man sich im Bereich eines disinflationären Wachstums, sagt Thomas Stucki. "Ich gehe davon aus, dass die Inflation in den nächsten Jahren zunimmt, da die Produktionsprozesse teurer werden und die Transportkosten steigen." Ob das höhere Inflationsumfeld mit Stagnation oder Wachstum verbunden sei, lässt sich für die nächsten Monate nicht sagen, wobei das Wachstum mit der Zeit zunehmen wird.

Frangulidis und Geissbühler rechnen nach einer rezessiven Phase im 2020 zuerst mit einem disinflationärem Wachstum, was für Wachstumsaktien und Unternehmensanleihen positiv ist. Stucki hingegen geht von einem anderen Szenario aus. In diesem wird entweder eine Stagflation oder ein inflationäres Wachstum nach der Rezession eintreffen. In beiden Phasen liegen die Anleger mit Gold und Energietiteln nicht falsch.

Hilfreiche Indikatoren

Welche Prognose eintrifft, können Anleger selber verfolgen. Als wirtschaftliche Vorlaufindikatoren für Inflation und Wachstum sind die Einkaufermanagerindizes und Daten zum Konsumentenvertrauen geeignet. Ebenfalls wichtige Indikatoren sind die Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten. In Inflationsphasen steigen in der Regel auch die Preise der meisten Rohstoffe stark an.

Dazu sind zum Beispiel Kupfer und andere Industriemetalle als Anlagen geeignet. Kupfer gibt aber auch einen Hinweis auf das Wirtschaftswachstum. Der Kupferpreis sinkt, wenn die Wirtschaft ins Trudeln gerät. Denn dann wird von Investoren Kupfer meist abgestossen und stattdessen Gold gekauft. Und: Der "Baltic Dry Index" gibt die Entwicklung der Preise für Frachtraten von Containerschiffen wieder.

Die Entwicklung des Kupferpreises seit 2007 (Quelle: Bloomberg).

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Wdh: Meldestelle für

Wdh: Meldestelle für Geldwäscherei mit Rekordzahl an Verdachtsfällen

(Wochentag im ersten Absatz korrigiert) - Bei der Meldestelle für Geldwäscherei des Bundes (MROS) sind im vergangenen Jahr so viele Verdachtsmeldungen eingegangen wie noch nie: Mit 7705 nahm die Zahl der Verdachtsfälle gegenüber dem Vorjahr um etwa einen Viertel zu (2019: 6126).

23.04.2020 11:11

4074 dieser Meldungen konnte die MROS im vergangenen Jahr bearbeiten, knapp die Hälfte davon (2024) wurde an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet, 2050 nicht, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht.

Die Senkung der Weiterleitungsquote auf 46 Prozent zeige, dass die MROS ihre Filterfunktion wahrnehme und so sicherstelle, dass nur die Informationen, welche für eine schweizerische Strafverfolgungsbehörde relevant sind, übermittelt würden, schreibt die Meldestelle dazu.

3631 Verdachtsfälle von 2019 waren Ende des Jahres noch in Bearbeitung; gemeinsam mit jenen aus den Vorjahren blieben damit 6095 Meldungen pendent. Das ist etwa ein Fünftel mehr als Ende 2018.

114 Mal Terrorismusverdacht

Die Summe der 2019 gemeldeten Vermögenswerte unter Geldwäscherei-Verdacht belief sich bis Ende November auf 12,9 Milliarden Franken. Am 22. November stellte die MROS intern auf ein neues Informationssystem um, die Zahlen zu den Vermögenswerten sind deshalb nur bis zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt.

Wie in den Vorjahren stammten diese Vermögenswerte vorwiegend aus mutmasslichen Betrugs- oder Korruptionsdelikten, schreibt die MROS. Fast alle Meldungen seien von Banken oder Zahlungsverkehrsdienstleistern gemacht worden. Im Unterschied zu den Banken sei die Zahl der Meldungen von Vermögensverwaltern, Treuhändern, Anwälten und Notaren auch in den letzten Jahren nicht angestiegen.

114 Meldungen (Vorjahr: 132) erhielt die MROS wegen Verdachts auf Terrorismusfinanzierung. Nur gerade 13,4 Prozent dieser Meldungen gelangten an die Justizbehörden. Auslöser der Meldungen waren in mehr als drei Viertel der Fälle Zeitungsberichte (35 Prozent), Transaktionsmonitoring (24 Prozent) oder Informationen Dritter (19 Prozent).

(AWP)

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Bundesökonomen erwarten

Bundesökonomen erwarten drastischen BIP-Rückgang in der Schweiz

(Zusammenfassung) - Das Coronavirus wird die Schweizer Wirtschaft sehr hart treffen. Die Ökonomen des Bundes rechnen mit dem stärksten Rückgang seit der Ölkrise Mitte der 70er-Jahre.

23.04.2020 15:18

Konkret schätzt die Expertengruppe des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), dass das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 6,7 Prozent schrumpfen wird. Bei ihrer letzten Einschätzung vor fünf Wochen war sie noch von einem Rückgang von 1,3 Prozent ausgegangen.

Und 2021 dürfte sich die Wirtschaft nur langsam erholen. Das unterstellte Wachstum von 5,6 Prozent entspreche einem relativ geringen Anstieg, erklärte das Seco am Donnerstag in einem Communiqué.

Denn die Schweizer Wirtschaft werde von einem tieferen Stand aus starten. Ende 2021 werde die Schweizer Wirtschaft also ihr Niveau von 2019 noch nicht erreicht haben.

Bereinigt um Sportevents würde die die Schweizer Wirtschaft im kommenden Jahr übrigens nur um 5,2 Prozent wachsen.

Am Arbeitsmarkt wird die Krise ebenfalls deutliche Spuren hinterlassen: Die durchschnittliche Arbeitslosenquote dürfte von 3,9 Prozent im laufenden Jahr auf 4,1 Prozent in 2021 ansteigen. Zum Vergleich: 2019 lag die Arbeitslosenquote im Jahresmittel bei 2,3 Prozent.

Privater Konsum bricht weg

Insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2020 sei mit einem sehr starken Rückgang des BIP zu rechnen, erklärten die Seco-Ökonomen. Denn die einschneidenden Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie hätten zu einem abrupten Rückgang der Produktion und des Privatkonsums geführt.

Das Seco denkt daher, dass der private Konsum im laufenden Jahr um 7,5 Prozent zurückgehen und damit stärker als das BIP schrumpfen wird. Zu Zeiten der Finanzkrise 2009 hatten ausgabefreudige Konsumenten noch dafür gesorgt, dass die Wirtschaftsleistung nicht noch stärker abgerutscht war.

Heute aber hätten Herr und Frau Schweizer das Portemonnaie weniger locker in der Hand. Nicht erstaunlich angesichts der steigenden Arbeitslosenzahlen. Und wer in Kurzarbeit ist, hat auch weniger Geld am Ende des Monats übrig. Zudem dürften die Vorsichtsmassnahmen, um Ansteckungen zu vermeiden, die Konsumneigung ebenfalls dämpfen, erklärte das Seco.

Export bricht ein

Gleichzeitig habe sich auch die internationale Lage rapide verschlechtert und internationale Lieferketten wurden durcheinandergewirbelt. Die Exporte von Schweizer Firmen werden daher laut den Seco-Schätzungen dieses Jahr um satte 10,7 Prozent einbrechen.

Die Produktionskapazitäten hierzulande werden also eine ganze Weile bei weitem nicht ausgelastet sein. Die Unternehmen würden wegen der Unsicherheit auch deutlich weniger investieren (Ausrüstungsinvestitionen: -16%). Einzig die Staatsausgaben werden in diesem Jahr um geschätzte 2 Prozent steigen.

Hohe Prognoseunsicherheit

Die Unsicherheit der Prognosen ist ausserordentlich gross, betonen die Seco-Ökonomen. Vieles hänge davon ab, wie lange die Eindämmungsmassnahmen im In- und Ausland bestehen blieben. Würden diese zum Beispiel ab Ende Mai vollständig aufgehoben, dann würde sich die Schweizer Wirtschaft ab der zweiten Jahreshälfte 2020 zügig erholen.

In einem anderen Szenario rechnet das Seco erst mit einer schrittweisen Lockerung der Massnahmen ab Juni und darüber hinaus mit ökonomischen Zweitrundeneffekten. Dazu zählten Entlassungswellen, Insolvenzen oder Kreditausfälle in grosser Zahl. Dann würde die Erholung schwach ausfallen.

Die aktuelle Prognose unterstelle nun eine Entwicklung, die zwischen diesen beiden Szenarien liege. Die schnelle Wiederbelebung der Schweiz Konjunktur bereits ab dem zweiten Semester 2020 ist also noch nicht in Stein gemeisselt.

ra/mk

(AWP)

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«Mit der Krise werden die

«Mit der Krise werden die Schwachen schwächer und die Starken stärker»

Die Zeit nach der Krise werde mühsam, sagt Didier Saint-Georges vom Fondshaus Carmignac. Der Anlageexperte rühmt aber auch die Vorzüge defensiver Aktien und sagt, wieso China im Vorteil ist und wie Tech profitieren wird.

https://www.cash.ch/news/politik/didier-saint-georges-mit-der-krise-werden-die-schwachen-schwaecher-und-die-starken-staerker-1530042

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