CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

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26 Millionen Arbeitslose

26 Millionen Arbeitslose allein wegen Corona und die US-Börsen steigen?

Obwohl die Horror-Meldungen über den US-Arbeitsmarkt seit Wochen kein Ende nehmen, steigen die Kurse. Die Gründe reichen von Anreizen der Finanzindustrie bis hin zum menschlichen Verhalten.

24.04.2020 10:55

Die Arbeitslosigkeit in den USA steigt in der Corona-Krise weiter an. In der Woche bis zum 18. April wurden 4,4 Millionen Neuanträge registriert, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit haben innerhalb von fünf Wochen mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren. Das entspricht insgesamt einer Arbeitslosenrate von 15 Prozent.

Doch wer kauft in einem solchen Umfeld Aktien? Viele Investoren glauben, dass sich die Wall Street komplett von der Main Street gelöst hat. Die Entwicklung an den Finanzmärkten reflektiert nicht die Situation in der Realwirtschaft. Es wird weiterhin gekauft, wie an der Kursentwicklung des amerikanischen Leitindex Dow Jones ersichtlich ist.

Dow Jones seit Jahresbeginn (Quelle: cash.ch).

Das Finanzmarktportal marketwatch erachtet folgende Gründe als entscheidend für die Kauflust der Anleger.

1. Die rosarote Brille

Für die Karriere eines Analysten an der Wall Street ist es nicht förderlich, in einem steigenden Aktienmarkt bearish zu sein. Seine Absicherung: Wenn der Markt dann fällt, ist es nicht seine Schuld. Er konnte ja die Effekte der Corona-Krise nicht vorhersagen.

2. Short-Squeeze-Rally

65 Prozent aller Gewinne im Dow Jones seit dem Tiefpunkt Mitte März beruhen auf Short Squeezes. Short Squeeze ist die Angebotsknappheit eines Wertpapiers, das zuvor in grosser Anzahl leerverkauft wurde. Nach den Leerverkäufen müssen die daraus resultierenden offenen Positionen wieder glattgestellt werden. Doch aufgepasst: Ein Short Sqeeze hat eine begrenzte Dauer.

3. Entscheidend ist, wer arbeitslos wird

Die Mehrheit der Menschen, die ihren Job verlieren, verdienen weniger als der Durchschnitt im Dienstleistungssektor. Diese investieren wegen fehlender Ressourcen typischerweise nicht in den Aktienmarkt.

4. Anleger am Aktienmarkt sind nicht arbeitslos

Aktienanleger haben tendenziell noch ihre Arbeitsstelle. Diese investieren mittels der privaten Altersvorsorge immer noch am Aktienmarkt.

5. Menschliches Verhalten ändert sich langsam

Die Geschichte lehrt uns, dass sich das menschliche Verhalten nicht zu Beginn einer Krise sofort ändert. Es braucht Zeit. Die Investoren sind noch nicht in der Corona-Krise angekommen.

6. Fondsmanager haben keine andere Wahl

Trotz besseren Wissens haben einige Investoren und Fondsmanager keine andere Wahl, als die Risiken zu übersehen und Aktien am steigenden Markt zu kaufen. Denn es wird von den Fondsmanagern erwartet, dass diese mit ihren Investitionen die Börsen-Indizes schlagen.

7. Legitime Begründungen zum Kauf

Viele Investoren sehen auch legitime Begründungen für ihre Investitionen. Die geld- und fiskalpolitischen Massnahmen wie auch das Potenzial für eine Heilung oder Impfung für den Corona-Virus werden dabei als Gründe genannt.

Mit Material des Finanzportals marketwatch.

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Firmenkonkurse im März noch

Firmenkonkurse im März noch rückläufig

Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm. Weil Firmen während einiger Wochen nicht betrieben werden durften, sank die Zahl der Firmenpleiten im März 2020 deutlich. Danach dürfte die Zahl der Insolvenzen aber massiv steigen.

24.04.2020 09:35

Schuldnerinnen und Schuldner in der Schweiz durften auf Anordnung des Bundesrates zwischen dem 19. März und dem 19. April nicht betrieben werden. Daher verwundert es nicht, dass die Zahl der Firmenkonkurse im März um 13 Prozent gesunken ist. Über 412 Betriebe wurde der Konkurs eröffnet, teilte der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Freitag mit.

Für die Zeit danach erwartet Bisnode eine massive Zunahme der Insolvenzen. Einerseits aus Nachholbedarf - vor allem aber aufgrund der schwerwiegenden Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf die Wirtschaft.

Auch die Zahl der neu gegründeten Firmen werde voraussichtlich abnehmen. Laut Bisnode liessen Unternehmer im März 3'743 neue Firmen im Handelsregister eintragen. Das sind 5 Prozent weniger als im Vorjahr.

ra/kw

(AWP)

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Wo Manager mit eigenen Aktien

Wo Manager mit eigenen Aktien gehandelt haben

Während der Zahlensaison der Unternehmen handeln Firmenchefs traditionell oft mit Aktien des eigenen Konzerns. Besonders spannend ist diesmal, inwieweit die Corona-Krise die Management-Transaktionen beeinflusst.

27.04.2020 07:07

Von Marc Forster

Wenn Firmenlenker und Topmanager – also Verwaltungsräte oder Mitglieder der Geschäftsleitung – von in der Schweiz kotierten Unternehmen mit Aktien des eigenen Hauses handeln, müssen sie dies der Börsenaufsicht melden. Die SIX Exchange Regulations wiederum veröffentlicht diese Angaben im Internet.

Besonders, wenn die Chefs im grossen Stil Aktien ihrer Firma kaufen oder verkaufen, wird es für Privatanlegerinnen und -anleger interessant. Es lässt sich genüsslich darüber spekulieren, weswegen die Topshots, die ihre Unternehmen ja gut kennen sollten, sich von grossen Aktienpaketen trennen. Oder sich solche ins persönliche Portfolio holen.

Spuhler und Stadler Rail beobachtet

Beobachtet – und auch interpretiert – wurden in den vergangenen Wochen etwa Transaktionen bei Stadler Rail. Am 16. und am 18. März wurden zunächst für 1,12 Millionen Franken und später für 1,84 Millionen Franken Aktien gekauft. Der Aktienkurs war um beide Zeitpunkte herum wegen der Coronakrise unter 40 Franken gefallen. Vermutet wird hinter den Käufen Firmenpatron Peter Spuhler.

Auch vier Verkäufe aus der Stadler-Chefetage zwischen 300'000 und 1,59 Millionen Franken seit dem 14. April halten Analysten auf Trab. Die bisher letzte Transaktion ist mit dem Datum des vergangenen Freitags eingetragen.

Hintergrund: Eine Aktionärsgruppe um Spuhler hat sich jüngst aufgelöst. Rund ein Jahr nach dem Börsengang des Eisenbahnbauers machten Stadler-Führungsmitglieder und Grossaktionäre ihre Anteile zu Geld. Beim Kurs von 42,80 Franken liegt der Preis der Aktie höher als bei der Zuteilung: Damals beim IPO (Initial Public Offering) war die Aktie 38 Franken wert.

In den gemeldeten Transaktionen taucht auch oft Lindt & Sprüngli auf. Seit Anfang Jahr gibt es 31 Meldungen, wonach Partizipationsscheine des Schokoladenimperiums verkauft wurden. Die meisten davon im März und im April. Der Lindt-PS steht 5,7 Prozent über dem Wert vom Jahresanfang. Seit dem Jahrestief im März ist der Kurs um 22 Prozent nach oben gegangen.

Berichtsaison spielt mit

Die Höhe der Transaktionen erstreckt sich von knapp 80'000 Franken bis gut 2,4 Millionen Franken. Dies muss aber nicht heissen, dass die Lindt-Oberen Ernst Tanner, Dieter Weisskopf und Co etwas Schlimmes für ihre Firma befürchten – auch wenn in der Coronakrise Vertrieb und Konsum von Schokolade leiden werden und bei 31 Verkäufen nur ein einziger Zukauf aus der Lindt-Führungsetage gemeldet wurde.

Bei Aktienverkäufen mag eine Rolle spielen, dass die Manager Geld für private Ausgaben brauchen, oder dass im Zuge ihrer persönlichen Vermögensverwaltung Käufe und Verkäufe getätigt werden. Ein zentraler Grund dürfte allerdings sein: Wenn Unternehmen in den Monaten Februar bis Mai ihre Jahresbilanzen vorlegen, kommt es traditionell auch zu mehr Management-Transaktionen.

Dann erhalten Manager oft Aktien und Optionen als Teil ihrer Vergütung. In dieser Phase trennen sich die Nutzniesser dieser Vergütungsprogramme gerne von früher erhaltenen Aktien. Bei Lindt wie bei vielen anderen Unternehmen sind zugeteilte Aktienoptionen für meist mehrere Jahre für den Handel gesperrt.

Und viele Schweizer Aktien sind heute trotz des Corona-Tiefschlags immer noch mehr wert als vor zwei oder drei Jahren. Eine grössere Zahl von Titelverkäufen gab es in den vergangenen fünf Wochen auch bei Givaudan, Kardex, Zurich, Kühne+Nagel, Logitech sowie den Kantonalbanken des Waadtlandes und des Wallis. Auch bei Tecan und Adecco trennten sich Manager mehrfach von Aktien.

Wegmarke: SMI-Tiefst im März

Kasse gemacht wurde ebenso in mehreren Transaktionen beim Biotechunternehmen Relief Therapeutics, wo Hoffnungen auf einen Coronavirus-Wirkstoff den Kurs im Lauf des März kurzzeitig um das 20-fache nach oben schnellen liess. Auch bei Relief Therapeutics wurde im Gegenzug kein einziger Kauf vermeldet.

2020 spielt natürlich die Krise in die Sphäre der Managementtransaktionen hinein. Im Lauf des 16. März erreichte der SMI seinen Tiefststand bei 7650 Punkten. Dies rückt speziell die Käufe der Manager in ein interessantes Licht.

Denn so unsicher die Lage war: So billig hatte es Aktien zuvor lange nicht mehr gegeben. Die tiefen Kursstände wurden offenbar rege genutzt: Die Suche bei SIX ergibt ganze 345 Käufe in den vergangenen fünf Wochen. Das ist fast ein Drittel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Bei EFG und Swatch langt jemand kräftig zu

Dauergast in den SIX-Meldungen ist auch die Vermögensverwaltungsbank EFG International. Seit Ende Februar wurden 36 Kauftransaktionen registriert - und kein einziger Verkauf.

Spekulationen zufolge kauft der reichste Mann Griechenlands und EFG-Verwaltungsrat Spiro Latsis zu. Dessen Familie dominiert das Aktionariat der Privatbank, Latsis hält aber auch unter eigenem Namen einen Anteil an der Firma. Von Latsis' in Monaco beheimateter Finanzgesellschaft ist für den März eine Beteiligungsveränderung notiert. Die Aktie hat seit ihrem Tief im März immerhin ein Drittel an Wert zugelegt.

In anderen Dimensionen schweben 12 Zukäufe eigener Namen- und Inhaberaktien von Seiten der Führung des Uhrenkonzerns Swatch: Von Anfang bis Ende März sammelten sich Transaktionen über rund 165 Millionen Franken an. Bei beiden Swatch-Aktienklassen sind die Kurse historisch tief. Das Gerücht hält sich bis heute, dass die Familie Hayek den Konzern letztlich von der Börse nehmen will. Bei Tiefstkursen könnten sie die Gelegenheit beim Schopf gepackt haben, um ihre Macht im Konzern zu vergrössern. 

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UBS prognostiziert starken,

UBS prognostiziert starken, aber relativ kurzen Einbruch der Wirtschaft

(Ausführliche Fassung) - Die Ökonomen der UBS erwarten für die Schweizer Wirtschaft wegen des Coronavirus eine scharfe, aber nicht allzu lange dauernde Rezession. Vor allem das Instrument der Kurzarbeit sowie die vom Bund garantierten Überbrückungskredite an Unternehmen sollten eine baldige Erholung ermöglichen.

27.04.2020 12:25

"Die Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus hat zur ersten staatlich angeordneten Rezession der modernen Wirtschaftsgeschichte geführt", meinte Daniel Kalt, Chefökonom UBS Schweiz, mit Blick auf die aktuelle Entwicklung am Montag an einem Call für Medien. Wahrscheinlich sei es gar eine der schärfsten Rezessionen, welche die Schweiz je gesehen habe. Speziell sei vor allem auch, dass die Wirtschaft weltweit praktisch gleichzeitig einbreche.

Nur Staatskonsum positiv

Im Detail erwarten die Ökonomen der Grossbank für das laufende Jahr 2020 in ihrem Basisszenario neu einen Einbruch des hiesigen Bruttoinlandproduktes (BIP) um 4,6 Prozent. Der private Konsum und die Investitionen dürften gemäss der neuen Prognose je rund 5 Prozent schrumpfen, die Exporte gar um 10 Prozent. Einzige positive BIP-Komponente ist der staatliche Konsum, der rund 2 Prozent zulegen sollte.

Entsprechend dürfte auch die Arbeitslosigkeit deutlich ansteigen und dieses Jahr einen Durchschnitt von 4,0 Prozent erreichen, dies im Vergleich zu 2,3 Prozent im letzten Jahr. Die Arbeitslosigkeit steigt gemäss den UBS-Berechnungen derzeit um rund 1200 bis 1500 Personen pro Tag. Das Problem sei derzeit aber vor allem, dass praktisch keine neuen Stellen geschaffen würden - und nicht dass es Massenentlassungen im grossen Stil gebe. "Im Normalbetrieb werden täglich 1'300 Stellen geschaffen. Diese Zahl tendiert jetzt wohl gegen Null", sagte Kalt.

Das Basis-Szenario der UBS entspricht einer sogenannten "U"-Rezession, d.h. es gibt keine unmittelbare Erholung nach dem Einbruch wie etwa bei einer "V"-Rezession, aber auch keine langwierige Baisse wie bei einer Rezession in Form eines "L". Letzteres haben man beispielsweise Mitte der 70er-Jahre im Rahmen der Ölkrise gesehen, erklärte UBS-Ökonom Alessandro Bee. Damals stagnierte das BIP nach einem starken Einbruch 1975 im darauf folgenden Jahr.

Erholung ab viertem Quartal

Lange gedauert habe es auch nach der Immobilienkrise in den frühen 90er-Jahren, bis sich die Wirtschaft wieder erholt habe. Der Fokus der Wirtschaftspolitik müsse daher jetzt darauf liegen, die Grundlagen für eine rasche Erholung zu schaffen. Gelinge dies, könne ein Teil des jetzt entstehenden wirtschaftlichen Schadens kompensiert werden.

Die UBS gibt sich relativ optimistisch, dass das gelingt. Mit der Ausweitung der Kurzarbeitsentschädigung sowie den via Banken an Tausende von KMU gewährten Überbrückungskrediten habe der Bund zu wirksamen Instrumenten gegriffen und damit den Grundstein für eine Erholung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte gelegt. "Wenn wir Glück haben, dann haben wir im vierten Quartal annähernd das Umsatz-Niveau von vor der Krise", sagte Kalt.

2021 sollte das BIP gemäss den neuen Prognosen dann bereits wieder einen Anstieg um knapp 4 Prozent (3,9%) zeigen. Damit wäre Ende 2021 zwar noch nicht der ganz BIP-Einbruch wieder wettgemacht, aber doch ein guter Teil davon. Ökonom Bee betonte allerdings, dass die Prognosen sehr unsicher seien, da man mit Fragen wie "Wie verbreitet sich ein Virus?" oder "Kommt eine zweite Welle?" relativ wenig Erfahrung habe.

Weitere Stützungsmassnahmen würden drin liegen

Falls die Erholung nicht so schnell voran kommt wie erhofft, könnte der Bund laut UBS wohl auch mit weiteren fiskalpolitischen Stützungsmassnahmen Unterstützung bieten. Das bisherige Fiskalpaket aus Kurzarbeitsentschädigung und Kreditgarantien sowie einigen weiteren Unterstützungsmassnahmen beträgt 62 Milliarden bzw. rund 9 Prozent des BIP. "Wir schätzen, dass die Schweiz weitere 125 Milliarden Franken (17% des BIP) ausgeben kann, ohne ihr AAA-Kreditrating zu verlieren", meinte Kalt.

Beim Blick über 2021 hinaus meinten die UBS-Ökonomen ausserdem: "Die Coronakrise wird kaum neue Trends auslösen, vielmehr wird sie die bestehenden Entwicklungen verstärken - sie kann ein Katalysator für den Strukturwandel sein."

Die erfolgreichen Branchen der letzten Jahre - die Pharmaindustrie, die Gesundheitsbranche und die Informationstechnologie - würden kaum unter der Krise leiden. Währenddessen würden die bisherigen krisenanfälligen Branchen Tourismus, Gastronomie und Detailhandel in der Rezession massiv an Substanz einbüssen. "Der Strukturwandel in der Schweizer Wirtschaft dürfte damit in den kommenden Jahren deutlich an Fahrt gewinnen", ist das Fazit.

uh/kw

(AWP)

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Jedes zweite KMU hat laut

Jedes zweite KMU hat laut Umfrage Kurzarbeit beantragt

Die Corona-Krise trifft die KMU und damit das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft hart. Laut einer Umfrage des Schweizerischen KMU-Verbands (SKV) und der Generali-Versicherung fürchtet fast die Hälfte der befragten Firmen trotz Kurzarbeit den Konkurs, sollte die Krise länger anhalten.

27.04.2020 10:20

Fast die Hälfte der Befragten hat zudem schon Kurzarbeit beantragt und ein Viertel der KMU erwartet Umsatzeinbrüche von mindestens 50 Prozent, so der Befund der am Montag veröffentlichten Umfrage.

Zudem schätzt ebenfalls jedes zweite KMU den Konkurs als wahrscheinlich ein, wenn die Massnahmen noch länger anhalten. Befragt wurden zwischen dem 3. und 17. April 2020 insgesamt 716 KMU.

Knapp ein Drittel der befragten Firmen gab dabei an, Überbrückungskredite des Bundes in Anspruch genommen zu haben. Bei 7 Prozent der Befragten mussten angesichts der Situation zudem bereits Kündigungen ausgesprochen werden.

Um nach der ab heute Montag schrittweise erfolgenden Lockerung wieder Fuss zu fassen, setzen viele KMU laut Umfrage auf verstärktes Marketing. Knapp ein Viertel will etwa mit Sonderaktionen und Rabatten Kunden zurückgewinnen.

sta/rw

(AWP)

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Eurokurs: Arrangieren sich

Eurokurs: Arrangieren sich die Schweizer Firmen mit einem noch stärkeren Franken?

Der Frankenwechselkurs zum Euro nähert sich Schritt für Schritt der Parität. Laut einer Umfrage der UBS haben die Schweizer Unternehmen Wege gefunden, bis zu einem gewissen Grad mit einer starken Landeswährung zu leben.

27.04.2020 15:24

Von Manuel Boeck

Seit Jahresbeginn hat der Euro gegenüber dem Schweizer Franken 3 Prozent verloren. Doch schon seit April 2018, als der Kurs bei 1,20 Franken pro Euro stand, wertet sich der Franken kontinuierlich auf. Das Kurspaar steht seit Wochen bei der Marke von 1,05. 

In den letzten Monaten musste sich die Schweizerischen Nationalbank noch mehr gegen eine Erstarkung des Frankens wehren. Auch letzte Woche setzte die SNB am Devisenmarkt wohl erneut eine zweistellige Milliardensumme gegen eine Aufwertung der Landeswährung ein. Die Sichtguthaben von Banken und Bund bei der Zentralbank stiegen in der Woche zum 24. April auf 650,7 Milliarden Franken. Der Zuwachs von 13,4 Milliarden Franken binnen einer Woche ist der stärkste seit dem Frankenschock Anfang 2015. 

Ein Wechselkurs von 1,03 Franken realistisch

Viele Analysten gehen davon aus, dass die SNB damit einen Euro-Wechselkurs unter 1,05 Franken verhindern will. Und dass die Notenbank dazu vor allem auf Eingriffe am Devisenmarkt setzt und nicht ihren bereits rekordtiefen Leitzins von minus 0,75 Prozent weiter absenkt. Doch reicht das?

Im heutigen Umfeld erlaube die SNB einen langsamen Fall des Wechselkurses, indem sie mit kleineren Volumen interveniere, schreibt dazu zwar die Investmentbank Morgan Stanley in einem Bericht vom Montag. Der Druck durch die Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) und Investoren, die auf einen fallenden Wechselkurs wetten, sei einfach zu gross. So addieren sich die für 2020 anvisierten Wertpapierkäufe der EZB auf rund 1,1 Billionen Euro. In diesem Umfeld sei ein Wechselkurs von bis zu 1,03 Franken pro Euro nicht mehr auszuschliessen. Auch die UBS sieht den Franken noch in diesem Quartal bis auf 1,04 ansteigen.

Schweizer Unternehmen arrangieren sich mit starkem Franken

Doch können sich Schweizer Unternehmen mit einem solch starken Franken arrangieren? Die UBS geht in einer Mitteilung vom Montag davon aus. Zwar stürze die Schweizer Wirtschaft wegen der Corona-Krise in eine tiefe Rezession. Doch spiele die Geldpolitik über den Wechselkurs aktuell und möglicherweise auch in der Zukunft eine weniger bedeutende Rolle als noch in den letzten Jahren.

Die UBS hat für ihre Einschätzung 811 exportierende Unternehmen in der Schweiz befragt. Die Unternehmen haben Wege gefunden, bis zu einem gewissen Grad mit einem starken Franken zu leben. Beispielsweise wird das "natural hedging" betrieben, was die Absicherung durch die Gestaltung der realwirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens bedeutet. Dazu gehört zum Beispiel die Auslagerung von Produktionskapazitäten in Absatzländer.

Die Unternehmen beschäftigt vielmehr die ausländische Konjunktur. Während sich die SNB gegen die Aufwertung des Frankens wehren kann, ist sie gegen einen globalen Konjunktureinbruch machtlos.

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Bund spricht offenbar

Bund spricht offenbar Milliarden für Swiss und andere flugnahe Betriebe

Die Swiss und andere flugnahe Betriebe wie etwa die Flugsicherung Skyguide oder der Bodenabfertiger Swissport sollen wegen der Coronakrise Milliardenhilfen vom Bund erhalten.

28.04.2020 07:53

Alleine die Swiss solle mit 1,5 Milliarden Franken unterstützt werden, schrieben die Tamedia-Zeitungen am Dienstag. Das Geld komme in Form von Krediten von den Banken, für die der Bund bürge, hiess es weiter. Die Rückzahlung hänge von den künftigen Gewinnen der Swiss ab. Das Geld kann der Bund gestützt auf die Luftfahrtverordnung sprechen.

Für die flugnahe Betriebe seien Kredite und Garantien in der Höhe von 0,5 Milliarden Franken vorgesehen. Dabei will der Bund laut dem Bericht auf Notrecht verzichten und den Weg über das Parlament wählen, um die für die Hilfen nötige Gesetzesgrundlage zu schaffen. Dieses soll in der Sommersession darüber entscheiden.

Die Verhandlungen seien noch nicht ganz abgeschlossen, schrieben die Zeitungen weiter. Insbesondere werde noch darüber verhandelt, ob und welche Garantien es für die zukünftige Flottengrösse der Swiss geben werde. Derzeit hat die Schweizer Airline 91 Maschinen, die wegen der Pandemie grösstenteils am Boden stehen.

Auch solle noch sichergestellt werden, dass die Hilfe des Bundes nicht in der Swiss-Mutter Lufthansa versickere. Stattdessen solle die Anbindung der Flughäfen Zürich und Genf sowie die Arbeitsplätze in der Schweiz garantiert werden. Die Swiss solle in den kommenden drei Jahren schrittweise wieder auf die heutige Grösse hochgefahren werden, hiess es weiter.

Bei der Swiss und anderen angefragten flugnahen Betrieben war bislang keine Stellungnahme erhältlich.

Lufthansa erhält Staatsmilliarden

In Deutschland haben sich die Lufthansa und die Bundesregierung laut einem Medienbericht auf einen Rettungsplan geeinigt. Der Bund beteilige sich mit rund 9 Milliarden Euro an dem Konzern, berichtete das Online-Wirtschaftsmagazin "Business Insider" am Dienstag unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Dafür erhalte der Staat eine Sperrminorität und ein bis zwei Verwaltungsratsmandate. Auf diese Eckpunkte hätten sich Vertreter von Bundesregierung und Lufthansa bei einer Verhandlungsrunde am Montagnachmittag geeinigt. Die Lufthansa lehnte einen Kommentar ab.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr wolle den Deal im Laufe des Tages mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Olaf Scholz besiegeln, hiess es in dem Bericht weiter. Dass das Paket dabei nochmal aufgemacht werde, gelte laut Verhandlungskreisen als unwahrscheinlich.

Am Vortag erst hatte die EU-Kommission die deutschen Staatshilfen für den Ferienflieger Condor in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro genehmigt.

Viele Länder helfen Airlines

Auch andere Länder greifen ihren hart getroffenen Fluggesellschaften unter die Flügel. Frankreich stützt die Air France mit 7 Milliarden Euro Kredithilfen. Die niederländische Regierung stellte der Schwestergesellschaft KLM 2 bis 4 Milliarden Euro in Aussicht. "Wir müssen unsere nationale Fluggesellschaft retten", hatte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Freitag gesagt.

Air France-KLM erklärte, der staatliche Kredit werde als Aktionärsdarlehen für vier, maximal sechs Jahre gewährt. Die Finanzhilfe müsse noch von der EU-Kommission gebilligt werden. Air France-KLM erwäge zudem eine Erhöhung des Aktienkapitals und der französische Staat prüfe eine Beteiligung daran, erklärte das Unternehmen. Le Maire versicherte, eine Verstaatlichung sei dabei nicht geplant. Der französische Staat ist derzeit mit 14,3 Prozent grösster Aktionär von Air France-KLM.

Auch die seit Jahren hochdefizitäre italienische Fluggesellschaft Alitalia soll ein weiteres Mal vom Staat gerettet werden. Die Regierung in Rom will die insolvente Airline im Frühsommer verstaatlichen. Eine neue Gesellschaft mit öffentlichen Geldern solle innerhalb der ersten Juni-Wochen entstehen und Alitalia übernehmen, hatte Arbeitsminister Stefano Patuanelli am Donnerstag gesagt.

Die finnische Regierung will der Fluggesellschaft Finnair Staatsgarantien im Umfang von 600 Millionen Euro gewähren. Der norwegische Staat hatte am Donnerstag angekündigt, 6 Milliarden norwegische Kronen (553 Millionen Franken) als Staatsgarantien für die Fluggesellschaften im Lande zur Verfügung zu stellen, die Hälfte davon soll an Norwegian gehen. Die Airline SAS bekommt Unterstützung von allen drei skandinavischen Ländern.

Die angeschlagene US-Fluggesellschaft United Airlines hat sich mit einer Kapitalerhöhung in der Corona-Krise eine Milliarde Doller abgeholt.

(AWP/SDA)

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Schweizer Börse trennt sich

Schweizer Börse trennt sich von 11 Millionen Worldline-Aktien

Die Schweizer Börse SIX macht einen Teil ihrer Beteiligung an Worldline flüssig.

27.04.2020 21:00

Die SIX hat im Rahmen einer Privatplatzierung 11 Millionen Aktien des französischen Zahlungsverkehrs-Unternehmen zum Kauf angeboten. Das Geld will die SIX für den geplanten Kauf der spanischen Börse aufwenden, teilte diese am Montagabend mit. Für die Bolsas y Mercados Espanoles (BME) hat die SIX letzten Herbst 2,8 Milliarden Euro geboten.

Gemäss Angaben aus Bankkreisen sind die Worldline-Anteile zwischen 60,82 und 62,00 Euro das Stück zu haben. Das Angebot sei bei der Schwelle von 61,20 Euro mehrfach überzeichnet. Nach dem Verkauf des Aktienpakets von 6 Prozent werde die SIX noch 16,3 Prozent an Worldline halten, so die Mitteilung weiter. Worldline bleibe für SIX eine strategische Investition.

Neben dem Erlös aus den Worldline-Aktien will SIX den Kauf der BME aus eigenen liquiden Mitteln, einer Fremdkapitalfinanzierung sowie aus dem Erlös einer sogenannten "Equity-Collar-Transaktion" in Bezug auf Worldline finanzieren.

Die SIX hatte letzten Oktober 19 Prozent ihrer Worldline-Anteile über die besagte Transaktion abgesichert. Diese Absicherung werde nun vorzeitig aufgelöst.

(AWP)

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Schweiz exportierte 2019 so

Schweiz exportierte 2019 so viel Kaffee wie nie zuvor

Die Schweizer Kaffee-Exporteure haben ein Rekordjahr hinter sich. 2019 wurden 83'819 Tonnen verarbeiteter und gerösteter Kaffee im Wert von 2,5 Milliarden Franken ausgeführt. Die Schweiz gehört seit mehr als zehn Jahren zu den fünf grössten Kaffee-Exportländern der Welt.

28.04.2020 14:01

In der Schweiz verarbeiteter Kaffee ist nicht nur im Inland äusserst beliebt, sondern findet auch ausserhalb der Landesgrenzen immer mehr Abnehmer. Waren es im Jahr 2006 lediglich 12'747 Tonnen Kaffee, die aus der Schweiz ausgeführt wurden, stieg die Menge zuletzt auf fast das Siebenfache an, erklärte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag.

Grosser Handelsüberschuss

Dabei stieg der Gegenwert des exportierten Kaffees noch schneller an als die Anzahl Tonnen. Im Jahr 2006 waren es gerademal 202 Millionen Franken, die in Form von Kaffee die Grenzen passierten. Im vergangen Jahr stieg dieser Wert mit 2,5 Milliarden Franken um mehr als den Faktor zehn.

Beim ausgeführten Kaffee handle es sich zudem laut EZV mit 98 Prozent der Ausfuhrmenge überwiegend um gerösteten Kaffee.

Eingeführt wurden derweil im Jahr 2019 insgesamt 187'591 Tonnen Kaffee im Gegenwert von 745 Millionen Franken. Die Importe seien damit seit der Jahrtausendwende mengenmässig um etwa das Anderthalbfache angestiegen. Bei dieser Menge handle es sich indes mit 93 Prozent zum Grossteil um ungerösteten Kaffee.

Hoher Handelsüberschuss

Da der importierte Kaffee dann hierzulande verarbeitet, geröstet und anschliessend wieder exportiert wird, ergibt sich ein Handelsüberschuss. Im letzten Jahr betrug dieser laut EZV 1,8 Milliarden Franken.

Der durchschnittliche Preis des eingeführten Kaffees schlug dabei im Schnitt mit 4 Franken und beim ausgeführten Kaffee mit 30 Franken pro Kilogramm zu Buche.

sta/ra

(AWP)

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Swiss Medtech-Umfrage: Knapp

Swiss Medtech-Umfrage: Knapp ein Drittel Firmen noch nicht bereit

Wären die neuen EU-Regeln für Medizinprodukte am 26. Mai dieses Jahres in Kraft getreten, wären 28 Prozent der Schweizer Medizintechnik-Firmen noch nicht bereit für eine Umstellung gewesen. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des Branchenverbands Swiss Medtech.

29.04.2020 07:02

Laut dem Verband hätten die Unternehmen zusammen "einen Umsatzverlust von schätzungsweise 0,8 Milliarden Franken im ersten Jahr erlitten", heisst es in der am Mittwoch publizierten Umfrage. Dank der Tatsache, dass die neue EU-Regelung ein Jahr später in Kraft treten wird, reduziere sich dieser Anteil "auf neun Prozent beziehungsweise 0,4 Milliarden Franken", schreibt Swiss Medtech in einer Mitteilung.

Die Umfrage, die noch vor dem Ausbruch von Corona durchgeführt wurde, zeige zudem, dass der administrative Aufwand zur Erfüllung der Drittstaatenanforderungen die Branche initial 114 Millionen Franken und jährlich wiederkehrend 75 Millionen Franken koste würde, heisst es weiter.

Um ein Jahr verschoben

Die EU-Staaten und das EU-Parlament hatten wegen der Corona-Pandemie Mitte April die neue EU-Regelung um ein Jahr verschoben. Damit tritt diese erst am 26. Mai 2021 in Kraft.

Mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Regeln bereits in diesem Jahr hätten die Schweizer Medtech-Firmen nicht nur die Bedingungen der neuen EU-Regeln erfüllen müssen, was wegen zu wenig Zulassungsstellen, die die Produkte zertifizieren müssen, Probleme bereitete.

Sie hätten sich zudem auch auf den Verlust ihres privilegierten Zugangs zum EU-Binnenmarkt vorbereiten müssen. Denn um weiter problemlos in die EU exportieren zu können, muss das Abkommen über technische Handelshemmnisse (MRA) aktualisieren werden. Zurzeit ist jedoch unklar, ob die EU dazu einwilligen wird. Das hängt von den Entwicklungen beim institutionellen Rahmenabkommen ab.

Firmen müssen sich vorbereiten

Peter Biedermann, Geschäftsleiter von Swiss Medtech, warnt deshalb: "Will die Branche den Warenexport in die EU lückenlos und unabhängig von der politischen Situation EU-Schweiz sicherstellen, muss sie auf diese Eventualität vorbereitet sein."

Der Grossteil der Schweizer Medizintechnikbranche könne die Anforderungen der EU bis Mai 2021 schaffen, falls das Abkommen mit der EU über technische Handelshemmnisse nicht aktualisiert werde, heisst es weiter.

An der politischen Forderung, dass das Abkommen über technische Handelshemmnisse unabhängig vom Rahmenabkommen rasch aktualisiert werde, halte Swiss Medtech nachdrücklich fest, schrieb der Verband weiter. Denn die anhaltende Rechtsunsicherheit gefährde die Investitions-Attraktivität massiv.

(AWP)

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Bundesrat Maurer sieht langen

Bundesrat Maurer sieht langen Weg beim Schuldenabbau

Die Schweiz sollte nach Ansicht von Bundesrat Ueli Maurer die massive Zunahme der Verschuldung um 30 bis 50 Milliarden Franken wegen der Coronakrise über die nächsten Jahre wieder abbauen.

29.04.2020 06:49

Die Krise habe gezeigt, wie wichtig es sei, den Haushalt im Lot zu halten. Das Ziel sei es, so rasch wie möglich zum Normalbetrieb zurückzufinden, sagte der Finanzminister in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (Mittwochausgabe). Ihm schwebe vor, dass das Jahr 2020 ein Sonderfall sei. Dafür brauche es eine separate Lösung.

Die Neuverschuldung sei im laufenden Jahr derart gross, dass sie nicht so schnell wieder abgebaut werden könne. Sonst müssten bei den Budgets der kommenden Jahre extreme Abstriche gemacht werden.

SNB-Ausschüttungen für Schuldenabbau

Er schlage vor, dass künftig sämtliche Ausschüttungen der Nationalbank verbindlich für den Abbau der Corona-Schulden verwendet würden. Hinzu kämen ausserordentliche Einnahmen von einigen hundert Millionen Franken etwa aus dem Verkauf der Mobilfunklizenzen.

Es könnte sein, dass der Abbau gut und gerne 25 Jahre dauern werde. Sollte es nicht schnell genug vorwärts gehen, müsste mittelfristig vielleicht doch ein fixer Anteil des jährlichen Budgets für den Schuldenabbau reserviert werden.

Das würde den Spardruck aber stark erhöhen. "In den nächsten Jahren würde ich davon absehen, weil nun zuerst wieder Ruhe ins System kommen muss", sagte Maurer weiter. Die Schuldenbremse zu lockern und einen Teil der Schulden stehen zu lassen, sei keine Option.

Vorerst kein Sparpaket

Wenn das Jahr 2020 gesondert behandelt werde, könne die Schweiz schon ab 2021 wieder im normalen Modus der Schuldenbremse operieren. So wie es heute aussehe, brauche es für 2021 nicht einmal ein Sparpaket. Die Schuldenbremse lasse ein Defizit zu, wenn die Wirtschaft nicht rund laufe.

Es gebe allerdings noch etliche Fragezeichen. Noch sei nicht bekannt, wie stark die Steuereinnahmen sinken würden. Ab 2022 könnte ein grösseres Sparpaket zum Thema werden. Umso wichtiger sei ein mehrjähriges Moratorium für neue Ausgaben.

Stellenabbau beim Zoll

Sparpotenzial sieht Maurer etwa in der Bundesverwaltung, die Speck angesetzt habe. Mit der Digitalisierung entstünden neue Möglichkeiten. So könnten etwa beim Zoll 300 Stellen gestrichen werden. Auch die Ablösung der Software in der Bundesverwaltung erhöhe die Effizienz der Arbeitsschritte. Damit lasse sich das Ausgabenwachstum zumindest verlangsamen.

Auf die Frage, ob er so lange im Amt bleibe, bis die Neuverschuldung wieder abgebaut sei, sagte Maurer: "25 Jahre wären auch für mich eine etwas lange Zeit. Aber ich habe schon vor, so lange zu bleiben, bis die Finanzen so aufgegleist sind, dass ich sie ordentlich einem Nachfolger übergeben kann. Sicher ist, dass ich diese Legislatur bis 2023 beenden werde."

(AWP)

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Christian Angermayer: «Wir

Christian Angermayer: «Wir werden ab nächstem Jahr den Börsenboom 2009-2019 reloaded sehen»

Der bekannte Investor Christian Angermayer, ein Freund von Silicon-Valley-Ikone Peter Thiel, prangert im cash-Interview die Massenhysterie wegen Covid-19 an und prognostiziert für Aktien ein erneutes Boom-Jahrzehnt.

https://www.cash.ch/news/politik/cash-interview-christian-angermayer-wir-werden-ab-naechstem-jahr-den-boersenboom-2009-2019-reloaded-1533858

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Swiss könnte bei Totalausfall

Swiss könnte bei Totalausfall an die Eidgenossenschaft fallen

Als Sicherheit für die Kreditgarantien des Bundes für die Swiss dienen deren Aktien. Im Extremfall würde die Fluggesellschaft ein Schweizer Staatsunternehmen, wie der Tages-Anzeiger schreibt.

30.04.2020 07:23

Als Garantie für den 1,5-Milliarden-Franken-Bankkredit an die Swiss, für welchen die Eidgenossenschaft zu 85 Prozent bürgt, dient das gesamte Aktienkapital der Swiss. Dies schreibt der "Tages-Anzeiger" in seiner Ausgabe vom Donnerstag.

In den Ausführungen des Bundesrats zu den Massnahmen zur Unterstützung der Luftfahrtunternehmen in der Coronakrise ist davon die Rede, dass eine Kapitalbeteiligung an der Swiss nicht angestrebt werde, weil deren Erfolg im Wesentlichen mit der starken Integration in die Lufthansa-Gruppe verbunden sei. Dennoch würden die Darlehen durch Aktien von Swiss abgesichert.

Laut "Tages-Anzeiger" hat sich der Bund nun aber als Garantie für die 1,275 Milliarden Franken, für die er beim zur Liquiditätssicherung aufgesetzten Kredit an die Swiss und ihre Schwester Edelweiss bürgt, das gesamte Aktienkapital gesichert. Das Eidgenössische Finanzdepartement bestätigte dies gegenüber der Zeitung.

Im Fall, dass die gewährten Kredite nicht mehr bedient werden können, erhielte die Schweiz eine eigene Airline, folgerte der "Tages-Anzeiger". Dies sei zwar höchst unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

(AWP)

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EZB hält Leitzins im Euroraum

EZB hält Leitzins im Euroraum auf Rekordtief von null Prozent

Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.

30.04.2020 13:52

Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt, wie die Notenbank mitteilte.

(AWP)

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Schweizer Finanzchefs immer

Schweizer Finanzchefs immer weniger besorgt über Auswirkungen von Corona

Schweizer Finanzchefs zeigen sich zunehmend weniger beunruhigt über die Auswirkungen der Coronakrise auf ihre Firma. Gleichzeitig glauben sie aber immer seltener an eine schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb.

30.04.2020 12:06

Noch weniger als die Hälfte (47%) der CFOs in der Schweiz macht sich gemäss einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens PwC grosse Sorgen über die Coronakrise. Das ist gegenüber den letzten beiden Befragungen vor einem Monat (74%) und vor zwei Wochen (58%) ein markanter Rückgang, wie PwC am Donnerstag mitteilte.

Wie schon in der letzten Erhebung zeigte sich, dass sich die Schweizer Finanzchefs zusammen mit ihren Kollegen aus Deutschland und Dänemark weltweit am wenigsten Sorgen über die Krise machen. In der ganzen Welt liegt die Besorgnisquote über die Auswirkungen von Corona bei den Finanzchefs nämlich bei 70 Prozent.

Weitere 40 Prozent der Schweizer CFOs gaben an, dass sich die Krise in bestimmten Regionen in ihrem Geschäft zeigt. Für 13 Prozent hat der Ausbruch der Pandemie hingegen keinen grossen Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit.

Die Angst vor den Auswirkungen hat indessen wenig zu tun mit den erwarteten Umsatzrückgängen. 80 Prozent der Befragten in der Schweiz - und damit genau gleich viele wie im weltweiten Vergleich - rechnen mit tieferen Umsätzen, während nur 10 Prozent gar keinen Umsatzeinbruch oder sogar höhere Einnahmen erwarten.

Vergleichsweise wenig finanzielle Massnahmen

Laut der Studie gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen den Grad der Besorgnis über Corona und den geplanten finanziellen Massnahmen, die getroffen werden.

Die Schweizer Finanzchefs, die insgesamt wenig besorgt sind als ihre Kollegen andernorts, haben gemäss der Mitteilung viel weniger häufig finanzielle Massnahmen geplant. 13 Prozent der Befragten gaben an, wegen der Coronakrise keinerlei Anpassungen im Finanzbereich ihrer Unternehmen vorzunehmen.

Zudem sagten 57 Prozent aus, dass sie an ihrer M&A-Strategie festhalten, 17 Prozent stellten ein vermehrtes Bedürfnis nach Geschäftsübernahmen fest. Das sei ähnlich wie in Dänemark und Deutschland, wo die Finanzchefs ebenfalls vergleichsweise wenig Angst vor der Krise haben, hiess es in der Studie.

Keine baldige Rückkehr in Sicht

Indessen zeigt sich aber auch, dass die Befragten in Bezug auf die Rückkehr zum Normalbetrieb immer pessimistischer werden. Inzwischen glauben nur noch die Hälfte der Schweizer Finanzchefs, dass in ihrer Firma innerhalb von drei Monaten nach dem Ende der Pandemie wieder Normalbetrieb herrscht.

Bei den Befragungen vor zwei Wochen (72%) und vor einem Monat (90%) glaubten noch deutlich mehr Finanzchefs an eine Erholung innerhalb von drei Monaten. 13 Prozent der Befragten gaben aktuell gar an, dass es über ein Jahr dauern dürfte, bis sich in ihrem Betrieb wieder "Business as usual" einstellt.

Für die Studie befragte PwC zwischen dem 20. und 22. April 871 Finanzchefs aus verschiedenen Branchen in 24 Ländern und ermittelte, wie sie auf den Ausbruch der Coronapandemie reagieren. Aus der Schweiz nahmen 30 CFOs von grossen Schweizer Unternehmen an der Studie teil.

tv/tp

(AWP)

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KOF-Konjunkturbarometer

KOF-Konjunkturbarometer bricht im April ein - Wirtschaft im Krisenmodus

Die Corona-Krise und der Lockdown schlagen massiv auf die Schweizer Konjunktur durch. Das zeigt sich im monatlich veröffentlichten Barometer der Konjunkturforscher der ETH Zürich. Das Stimmungsbild ist im April regelrecht eingebrochen.

30.04.2020 09:30

Das KOF-Barometer fiel im Vergleich zum Vormonat um 28,2 auf 63,5 Zähler, wie die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) am Donnerstag schreibt.

Krisenmodus

So einen starken Einbruch gab es noch nie. Zum Vergleich: Im Februar 2015 etwa, nach Aufhebung des Frankenmindestkurses, sank das Barometer um lediglich um 10,0 Punkte. Seinerzeit lagen die Tiefstwerte bei knapp 87 Punkten.

"Die Schweizer Wirtschaft ist im Krisenmodus", resümieren die KOF-Ökonomen. Noch tiefer als heute lag das Barometer nur in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 während der Finanzkrise.

Der jetzige Einbruch kommt allerdings nicht überraschend. Einige von der Nachrichtenagentur AWP befragten Ökonomen hatten sogar einen noch tieferen Wert erwartet. Die Zahl war aber im Vorfeld offensichtlich schwierig zu prognostizierten, wie die grosse Bandbreite der Schätzungen zeigt (55 bis 70 Punkte).

Einbruch auf breiter Front

Und der Einbruch ist auf breiter Front erfolgt. "Fast alle" Indikatorengruppen das Barometer wiesen stark nach unten, hiess es weiter. Am härtesten habe es das Verarbeitende Gewerbe und die übrigen Dienstleister erwischt.

Im Verarbeitenden Gewerbe haben sich die Perspektiven jedoch je nach Branche unterschiedlich entwickelt. Besonders stark verschlechtert hätten sich diese für den Bereich "Holz, Glas, Steine und Erden", den Metallbereich, die Elektroindustrie sowie das sonstige Verarbeitende Gewerbe.

Dagegen lägen die Indikatoren in den Bereichen Chemie, Pharma, Kunststoffe sowie Textil und Bekleidung nur vergleichsweise leicht im Minus. Im Bereich Nahrungs- und Genussmittel seien die Perspektiven sogar leicht günstiger geworden.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Konjunktur. Es handelt sich um einen Sammelindikator, der sich aus einer Vielzahl von Einzelindikatoren zusammensetzt. Diese werden über statistisch ermittelte Gewichte zu einem Gesamtindikator zusammengefasst.

ra/gab

(AWP)

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Das sagen Experten zum

Das sagen Experten zum Zinsbeschluss der EZB

Die EZB hat an ihren Leitzinsen nicht gerüttelt, will aber notfalls mit zusätzlichen Anleihenkäufen die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise eindämmen. Die Reaktion von Experten.

30.04.2020 14:10

Die Währungshüter kündigten nach ihrer Ratssitzung am Donnerstag an, sie stünden uneingeschränkt bereit, ihre Anleihenkäufe bei Bedarf erneut auszuweiten. Zudem kündigten sie neue günstige Liquiditätsspritzen für Banken an. Den Schlüsselzins zur Versorgung der Institute mit Geld beließ die EZB bei 0,0 Prozent. Analysten sagte dazu in ersten Reaktionen:

ALEXANDER KRÜGER, BANKHAUS LAMPE:

"Die EZB hat das Umfeld günstiger Finanzierungsbedingungen heute mit mehreren Einzelmaßnahmen gestärkt. Zudem betonte die Notenbank, ihr Pandemie-Notkaufprogramm bei Bedarf zeitlich und hinsichtlich seiner Zusammensetzung jederzeit erweitern zu können. Es zeigt sich, dass die EZB alles unternimmt, um die geldpolitische Transmission ohne Wenn und Aber zu sichern. Angesichts der großen Konjunkturrisiken, insbesondere hinsichtlich einer zweiten Infektionswelle, scheinen neue Maßnahmen auch nicht weit weg zu sein. Die EZB wird an ihrem ultra-expansiven Kurs auch dann festhalten, sollte die Inflationsrate irgendwann urplötzlich über ihr Preisziel steigen."

UWE BURKERT, LBBW-CHEFÖKONOM:

"Die EZB hat noch eine volle Breitseite Liquidität auf die Märkte abgefeuert. Wir hatten eigentlich erwartet, dass die EZB nach den bisherigen Maßnahmen erst einmal abwartet, aber flexibel bleibt und gegebenenfalls zwischen den Terminen neue Maßnahmen ergreift, falls erforderlich. Was wir jetzt haben, kommt einer weiteren Zinssenkung gleich. Natürlich ist die wirtschaftliche Lage dramatisch schlecht, aber das ist ja der medizinischen Situation und den damit verbundenen Maßnahmen geschuldet.

Ohne allmähliches Ende des Lockdowns keine Konjunkturerholung. Daran werden auch die EZB-Beschlüsse nichts ändern. Das sieht mir ein wenig nach Panik aus, wo es eigentlich gar nicht am Platze war. Allerdings werden die heutigen Maßnahmen die Schuldenaufnahme der Euro-Staaten nochmals verbilligen. So gesehen ist dies eher eine Steilvorlage für die Finanzminister als für die Finanzmärkte. Bedenklich auch, wie das Prinzip abgeräumt wurde, nach Kapitalschlüssel zu kaufen. Nach der Pandemie wird man in Frankfurt, Brüssel und Berlin eine umfassende Bestands- und Schadensaufnahme vornehmen müssen."

RALF UMLAUF, HELABA:

"Die EZB überrascht zwar nicht mit den Zinsniveaus und den Anleihekäufen, wohl aber mit neuen Refi-Operationen und der Tonlage. Weitere Lockerungen der Konditionen der TLTRO III und neue PELTROs wurden beschlossen und zielen darauf ab, dem Bankensektor zu helfen. Refinanzierungen deutlich unterhalb des Einlagenzinses werden möglich, was Unterstützung bietet.

Auf der sich anschließenden Pressekonferenz dürfte EZB-Präsidentin Christine Lagarde einen schweren Konjunktureinbruch konstatieren und auf die Notwendigkeit extremer Maßnahmen verweisen. Auch die Bereitschaft, nötigenfalls nochmals die Geldpolitik zu lockern, wird wie schon im Statement unterstrichen. In den kommenden Jahren und nach dem Überwinden der Pandemie wird die Herausforderung sein, einen geordneten Rückzug aus den Extremmaßnahmen zu starten. Dies wird wohl auch in Abhängigkeit zu den Geldmengenentwicklungen und dem zugrundeliegenden Inflationspotenzial geschehen. Auf absehbare Zeit ist damit aber nicht zu rechnen."

FRIEDRICH HEINEMANN, ZEW-INSTITUT:

"Auch wenn die EZB das EZB-Kaufprogramm PEPP heute noch nicht weiter aufgestockt hat, spielt es derzeit eine Schlüsselrolle, die Euro-Zone vor einer neuen Schuldenkrise zu bewahren. Die umfangreichen Käufe von südeuropäischen Staatsanleihen durch das Eurosystem sind am geringen Zinsaufschlag von italienischen Staatsanleihen ablesbar. Die Renditen bleiben moderat, obwohl sich die Bonität des Landes rasant verschlechtert und die Tendenz bei den Ratings in Richtung Ramschniveau zeigt. Hinter den niedrigen Risikoaufschlägen steckt die Erwartung der Investoren, dass die EZB bereit ist, italienische Anleihen ohne Limit zu kaufen und das PEPP auch um Billionen aufzustocken, solange die Corona-Rezession wütet."

(Reuters)

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Schweizer Aktien: Die Tops

Schweizer Aktien: Die Tops und Flops im April

Wer hätte das gedacht? Auf den Börsenabsturz im März folgt im April ein regelrechtes Rally an der Schweizer Börse. Das sind die Gewinner und Verlierer im Swiss Market Index im April.

30.04.2020 18:09

Der Aktienmarkt kannte im April fast nur eine Richtung. Seit Anfang Monat legte der Schweizer Leitindex SMI um 7 Prozent zu. Die Marke um 10'000 Punkte geriet dabei wieder in Reichweite. Dies, obwohl die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise noch unbekannt sind und sich erst in den nächsten Monaten zeigen werden. So sind auch die zahlreich präsentierten Quartalsberichte der Unternehmen vorsichtig zu interpretieren. 

Der Aktienmarkt war und ist hingegen getrieben von den News über die Beendigung der Lockdown-Massnahmen und der Hoffnung auf ein Medikament gegen das Corona-Virus. Und auch das Notenbankgeld und die staatlichen Interventionen sorgen für gute Stimmung. In diesem Umfeld geht beinahe vergessen, dass der Ölmarkt wegen der eingebrochenen Nachfrage beinahe kollabierte. Und das Problem ist noch nicht gelöst.

Bei der SMI-Sektorenbetrachtung zeigt sich, dass Bankentitel und zyklische Werte zu Gewinnern im Monat April gehörten. Im März, als der Markt fiel, war es gerade umgekehrt. Der Zementhersteller LafargeHolcim hatte mit 19 Prozent Zuwachs im April die beste SMI-Performance:

Performance der SMI-Titel im April 2020 (Quelle: Bloomberg).

Nicht überraschend ist hingegen die gute Performance der Pharmabranche. Sind es doch gerade Unternehmen wie Roche oder Novartis, die gerade in der Corona-Krise sogar noch profitieren konnten. cash hat die Performance von zwei Top und zwei Flop-SMI-Titeln untersucht.

SMI - die Tops

UBS (+19 Prozent): Die Aktien der Grossbank UBS konnten im April dank einem Endspurt mit plus 19 Prozent die zweitbeste SMI-Performance hinlegen. Die UBS übertraf mit ihren Ergebnissen für das erste Quartal die Erwartungen. Die Aktie stieg erstmals seit sieben Wochen auf über 10 Franken. Wegen ihres Geschäftsmodells und ihres Risikoprofils scheint die Bank besser gegen die Krise gerüstet ist als andere Grossbanken. So dürfte auch ihr Rückstellungsbedaraf im Kreditgeschäft geringer sein als bei Credit Suisse. Aber: Dennoch wird das Zinsgeschäft auf unbestimmte Zeit wegen den tiefen Zinsen leiden. Zudem ist das verwaltete Vermögen im ersten Quartal gegenüber Jahresende um 11 Prozent gefallen. Dies schlägt sich auf den zukünftigen Ertrag nieder.

Adecco (+17 Prozent): Der Kursgewinn des Personalvermittlers im April mag überraschen, hat Adecco am 22. April doch zusätzlich die Dividende ausbezahlt. Adecco ist in einem Geschäftsbereich tätig, der sehr sensitiv auf konjunkturelle Veränderungen reagiert. Mit den Adecco-Aktien setzt man immer auch auf die Konjunkturentwicklung, und der erwartete Ertragsrückgang fürs ganze Jahr scheint eingepreist. Trotzdem ist Vorsicht angebracht: Mit der Konjunktur kann noch vieles passieren, und der Adecco-Kursgewinn relativiert sich auch angesichts des Absturzes um 50 Prozent im März. So resultiert seit Anfang Jahr immer noch ein sattes Minus von 30 Prozent.

SMI – die Flops

Zurich (-5 Prozent): Die schlechte April-Performance der Zurich-Aktien hat einen einfachen Hauptgrund: Auf den 3. April fiel das Ex-Dividende-Datum, die Auschüttung wird vom Kurs abgezogen. Dies erklärt aber noch nicht vollständig, warum die Aktie eine Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt zeigt. Bei den Versicherungen fällt generell ins Gewicht, dass im ersten Quartal in Folge der Corona-Krise wohl Buchverluste auf Aktien- und Anleiheninvestments weggesteckt werden müssen. Erst das Quartalsupdate von Zurich vom 14. Mai wird diesbezüglich mehr Klarheit bringen.

Nestlé (+3 Prozent): Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist "das" defensive Schwergewicht unter den SMI-Titeln. Auch hier fällt das Ex-Dividende-Datum vom 27. April in den Betrachtungszeitraum. Ein weiterer Grund für die "mittelmässige" Performance ist die Tatsache, dass die Aktien von Nestlé historisch über eine geringe Volatilität verfügen. Bei einem Börseneinbruch stürzen sie nicht so fest ab wie der Gesamtmarkt und bei einem Börsenrally hält sich der Kursgewinn in Grenzen. Es mag trotzdem erstaunen, dass Nestlé trotz der Corona-Krise an seinen Prognosen festhält: Der Konzern will das organische Wachstum und die Betriebsgewinnmarge auch 2020 weiter steigern. Und das Management von Néstle sieht sich für den weiteren Verlauf der Corona-Krise gewappnet. Vieles scheint schon in den Aktien eingepreist ist, sie handeln nur noch 1 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. Bei der nächsten Kurskorrektur kann bei Nestlé zugekauft werden.

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Botschafter: "Schweiz und EU

Botschafter: "Schweiz und EU sind eine Schicksalsgemeinschaft"

Die Coronakrise hat die Schweiz und die EU-Mitgliedstaaten zusammengerückt. In der ersten Phase der Krise hat jeder Staat notfallmässig eigene Massnahmen ergriffen. Im weiteren Verlauf haben die Schweiz, Deutschland und Frankreich sich dann solidarisch unterstützt.

01.05.2020 08:34

Das schreiben der deutsche Botschafter Norbert Riedel und der französische Botschafter Frédéric Journès in einem Gastbeitrag, den die beiden Tageszeitungen "Tages-Anzeiger" und "Le Temps" am Freitag veröffentlicht haben.

Als gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit erwähnen die beiden Botschafter die gemeinsame Reaktion der Spitäler aller drei Länder auf den Gesundheitsnotstand im Nordosten Frankreichs. Anfang April seien die Spitäler und die Kantone der Schweiz sowie deren Pendants aus Deutschland und Frankreich der Region Grand Est zu Hilfe geeilt.

Gemeinsame Massnahmen

Darüber hinaus hätten die drei Länder gemeinsam Massnahmen eingeleitet, um in der Lage zu sein, die Gesundheitskrise zu bewältigen und die Wirtschaft in Schwung zu halten. Auch das Thema Grenzgänger, die aus beruflichen Gründen Landesgrenzen überqueren mussten, sei einvernehmlich und mit weiteren Staaten gelöst worden.

Ein weiteres Beispiel der guten Zusammenarbeit seien die Rückholflüge für Bürgerinnen und Bürger aus der EU und assoziierten Staaten auf der ganzen Welt gewesen, darunter eine Anzahl Schweizer Staatsangehörige. Diese Flüge hätten dank EU-Geldern durchgeführt werden können. Auch die Schweiz hat bei ihren Rückholflügen Staatsangehörige von EU-Staaten zurück in die Heimat gebracht.

Wirtschaft in Schwung bringen

Jetzt müsse es gelingen, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Dabei stehe eine koordinierte Wiedereröffnung der Grenzen im Zentrum. Das Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz sei ein echter gemeinsamer Lebensraum.

"Vielleicht erschüttert die Coronakrise auch Überzeugungen, die dazu geführt haben, das wir in den letzten 30 Jahren verschiedene Wege gegangen sind", schreiben die beiden Botschafter. Der Graben schwinde. Es sei allen Beteiligten bei der Zusammenarbeit während der Krise deutlich bewusst geworden, dass die Schweiz und die EU-Staaten eine Schicksalsgemeinschaft seien.

(AWP)

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Im Schweizer Tourismus droht

Im Schweizer Tourismus droht eine Konkurswelle

3200 Betriebe mit 30'000 Arbeitsplätzen sind im Schweizer Tourismus wegen der Coronapandemie bedroht.

01.05.2020 08:51

Die Hotellerie rechnet im Mai mit einer Auslastung von rund 9 Prozent. In den Sommermonaten werden 20 bis 24 Prozent erwartet. Eine Hochrechnung aufgrund der Umfrageresultate kommt zum Schluss, dass sich die Verluste für den Schweizer Tourismus zwischen März und Juni auf 8,7 Milliarden Franken summieren könnten. Das schreiben die Branchenverbände in einer Mitteilung.

Trotz Kurzarbeitsentschädigung und Überbrückungskrediten droht vielen Betrieben das Aus. 23 Prozent der befragten Unternehmen schätzen das Konkursrisiko als hoch ein. Betroffen ist vor allem die Westschweiz, das Tessin und die Region Basel.

Die Branchenverbände fordern daher von der Politik die Ausweitung der finanziellen Unterstützung. Als Möglichkeit wird die "Anpassung der Mehrwertsteuer" genannt. Die Forderung, diese für die Tourismusbranchen für eine gewisse Zeit auszusetzen, steht schon länger im Raum. Zudem fordern die Branchenverbände Planungssicherheit im Hinblick auf die Sommersaison und ein Impulsprogramm, um die Nachfrage anzukurbeln.

Die Umfrage wurde von den Branchenverbänden HotellerieSuisse, GastroSuisse, Seilbahnen Schweiz und dem Verband Schweizer Tourismusmanager durchgeführt, zusammen mit Schweiz Tourismus und dem Institut Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis. 3500 Unternehmen beteiligten sich vom 20. bis 23. April an der Analyse zu ihrer aktuellen Lage.

(SDA)

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KMU-Einkaufsmanagerindex im

KMU-Einkaufsmanagerindex im April eingebrochen

Die Geschäftslage von kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) in der Schweiz hat sich im April wegen der Corona-Pandemie stark verschlechtert. Der entsprechende Einkaufsmanager-Index (KMU PMI von Raiffeisen) ist auf 30,6 von zuvor 41,4 Punkten eingebrochen. Ein Wert von unter 50 Punkten bedeutet, dass die Wirtschaft oder der Sektor schrumpft.

01.05.2020 10:30

Der Mitte März beschlossene Lockdown der Schweizer Wirtschaft habe zunächst insbesondere personenbezogene Dienstleistungsunternehmen hart getroffen, so die Ökonomen der Genossenschaftsbank in einer Mitteilung vom Freitag. Für das verarbeitende Gewerbe habe es derweil kein generelles Betriebsverbot gegeben.

Nun habe die Corona-Krise aber auch die Schweizer Industrie mit voller Wucht getroffen. Über 70 Prozent der befragten Unternehmen meldeten den Angaben zufolge ein niedrigeres Produktionsvolumen als im Vormonat, so dass der entsprechende Subindex auf 20,0 von 37,7 Punkten absackte.

Ein mittelgrosser Hersteller von Präzisionsgeräten aus der Region Brugg/Zurzach beispielsweise habe die Umsetzung der Hygienemassnahmen als Grund dafür genannt, dass die Produktion um ein Drittel zurückgefahren werden musste. Einige andere befragte Betriebe hätten gar einen vollständigen Produktionsstopp gemeldet, darunter auch grössere KMU. Ein grösseres Maschinenbauunternehmen aus der Region Lugano etwa habe die Produktion wegen Corona-Fällen in der Belegschaft einstellen müssen.

Seit November unter 50

Die Industrie ist derweil stärker von Kurzarbeit betroffen als der Dienstleistungssektor. Insgesamt sind im April laut Zahlen des Seco für über 43 Prozent der Beschäftigten in der Industrie Kurzarbeitsanträge gestellt worden, was über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 35 Prozent liegt. Der KMU PMI Subindex für die Beschäftigung zeigt die Entwicklung deutlich: er sank im April auf 26,8 von 43,8 Zählern noch im März.

Über dem Wachstums-Schwellenwert von 50 Punkten notierte der Gesamt-Index für die KMU zuletzt im November 2019. Der KMU-Sektor befindet sich somit bereits seit fünf Monaten auf Schrumpfkurs.

Der PMI oder Einkaufsmanager-Index für die gesamte Schweizer Wirtschaft wird erst am kommenden Montag veröffentlicht. Der Wert für die Industrie dürfte dabei laut einer Befragung von AWP in den Bereich von 35 bis 38 Punkten von 43,7 Punkten im März sinken. Den Wert für den Dienstleistungssektor sehen die befragten Ökonomen im Bereich von 14,5 bis 25,0 Punkten. Er war bereits im März auf 28,1 von 51,9 Punkten regelrecht abgestürzt.

uh/jl

(AWP)

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Grossinvestor sieht normale

Grossinvestor sieht normale Dividendenzahlungen bei Banken nicht vor 2022

Mit einer Rückkehr des Bankensektors zu normalen Dividendenzahlungen ist nach Einschätzung des Grossinvestors Deka nicht vor 2022 zu rechnen.

Aktualisiert um 07:45

Deka-Fondsmanager Andreas Thomae erwartet angesichts der Coronakrise, dass sich das Verbuchen von Kreditausfällen zwei Jahre lang hinziehen wird.

Die Europäische Zentralbank hat die Banken in Europa aufgefordert, vorerst bis diesen Oktober auf Dividenden für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 zu verzichten. “Es sieht momentan aber nicht so aus, als ob man da mit viel rechnen sollte, weil sich die Krise ja noch etwas länger hinzuziehen scheint”, sagte Thomae im Bloomberg-Interview mit Blick auf 2019. Auch für das Geschäftsjahr 2020 blieben die Dividenden unsicher. “Wir werden erst wieder mit normalen Dividendenzahlungen für 2021 rechnen können, die dann in 2022 ausgezahlt werden.”

Wegen des Ausbruchs der Coronavirus stehen weite Teile der Wirtschaft still, wodurch es zu Umsatzausfällen kommt. Inwieweit Unternehmen ihre Verbindlichkeiten bedienen können, ist in vielen Fällen unklar. “Die Loan-Loss-Welle wird bis ins Jahr 2021 hineinreichen, auch weil die EZB hier den Banken eine gewisse Flexibilität dabei einräumt, wann sie das verbuchen müssen - anders als in den USA”, sagte Thomae.

Die Dividenden-Empfehlung der EZB soll dabei helfen, die Kapitalbasis der Banken in der aktuellen Krise zu stärken. “Von den geplanten Dividendenzahlungen in Höhe von 35 Milliarden Euro wurden 30 Milliarden nicht ausgezahlt”, sagte EZB-Bankenaufseher Andrea Enria vergangenen Monat in einem Interview, das auf der Webseite der Notenbank veröffentlicht wurde. “So ist es uns gelungen, 30 Milliarden Euro Kapital in den Bilanzen der Banken zu erhalten.”

Angesichts der aktuellen Lage regte Thomae auch Anpassungen bei der variablen Vergütung der Banken an: "Es wäre gut, wenn die Bonis jetzt runtergehen. Wenn man weniger verdient, muss auch weniger ausgezahlt werden”. Er sei dafür, dass das Management ein Zeichen setze, fordere aber keine komplette Streichung der Boni.

(Bloomberg)

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Corona-Krise beschert

Corona-Krise beschert Schweizer Automarkt Rekordeinbruch

(Neu: Auto-Schweiz-Präsident im 6. Abschnitt nach dem Lead) - Die Coronavirus-Pandemie stürzt die Schweizer Automobilbranche in eine tiefe Krise. Die Anzahl neu zugelassener Autos ist laut dem Importeurverband Auto-Schweiz im April auf den tiefsten Stand seit der Ölkrise in den 1970er Jahren gesunken.

03.05.2020 17:26

Seither habe es keinen Kalendermonat gegeben, in dem in der Schweiz weniger als 10'000 Neuimmatrikulationen registriert wurden seien, teilte der Branchenverband am Sonntag mit.

Konkret seien im April mit 9'382 neuen Fahrzeugen 67,2 Prozent weniger frisch zugelassene Personenwagen auf den Strassen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein unterwegs gewesen als im Vorjahresmonat. Der kumulierte Rückgang seit Jahresbeginn liege damit bei 35,6 Prozent.

Waren es in den ersten vier Monaten 2019 noch 100'685 Einlösungen, so betrug dieser Wert im laufenden Jahr lediglich 64'834. Seit Beginn der Schliessung durch die Behörden seien damit an einem durchschnittlichen Arbeitstag rund 800 Autos weniger zugelassen worden als üblich.

Rückstand kaum mehr aufzuholen

Wenig Hoffnung gebe es ausserdem auch für den Rest des Jahres. Auto-Schweiz revidiert die Prognose für die Einlösung neuer Personenwagen im Jahr 2020 auf 240'000 Fahrzeuge. Dies entspräche eine Rückgang zum Vorjahr von rund 23 Prozent und würde das schlechteste Auto-Jahr seit viereinhalb Jahrzehnten markieren.

Die Monate März bis Juni gehörten zudem über das Jahr hinweg gesehen zu den wichtigsten Monaten im Fahrzeuggeschäft, betonte der Verband. Durch die Schliessung hätten viele Händler und Importeure aber so enorme Umsatzverluste erlitten, dass sie kaum mehr aufzuholen seien.

Auto-Schweiz-Präsident François Launaz bezifferte in einem Interview mit dem "Sonntagsblick" den Umsatzverlust während der Schliessung bisher auf 1,2 Milliarden Franken. "Normalerweise verkaufen wir zur Hochsaison von März bis Mitte Juni etwa 1'500 Autos pro Tag."

Wieder günstigere Autos gefragt

Es sei aus heutiger Sicht aber noch nicht abschliessend abschätzbar, ob es im weiteren Jahresverlauf Nachholkäufe geben werde. Die Corona-Krise dürfte laut Auto-Schweiz aufgrund des zurückhaltenden Konsumklimas zudem dazu führen, dass die Kunden in den kommenden Monaten eher günstigere Modelle ohne Elektromotor kaufen würden.

Rein elektrische oder Hybrid-Fahrzeuge standen 2019 bei Autokäufern noch hoch im Kurs. Mehr als jedes zehnte im letzten Jahr neu zugelassene Auto wurde nicht mehr ausschliesslich von einem Verbrennungsmotor angetrieben.

Auto-Schweiz hält daher mit Blick nach vorne fest, dass es für die gesamte Branche sehr wichtig sei, Verkaufsräume wie vorgesehen am 11. Mai wieder öffnen zu können, um noch grösseren Schaden von der Fahrzeugbranche abzuwenden und Arbeitsplätze zu sichern.

sta/jb

(AWP)

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Auffällige Schweizer Aktien

Auffällige Schweizer Aktien Anfang Mai

Die Coronakrise wütet weiter. Während sich einige Aktien dem Sturm nicht entziehen können, profitieren andere von Impfstoff-Hoffnungen oder einer langsamen Rückkehr zur Normalität. Wer derzeit besonders auffällt.

04.05.2020 21:50

Von Marc Forster

Klar, die Coronakrise ist aus dem Aktiengeschehen im Moment nicht wegzudenken. Trotzdem bewegt sich am Markt nicht alles in die gleiche Richtung. cash.ch hat sich mit den Gründen für die auffälligen Kursbewegungen befasst. Dabei stechen folgende fünf Aktien ins Auge. 

Lonza – Eine ewige Top-Aktie macht Freude

Die Aktie von Lonza stellt im Rebound nicht nur die anderen SMI-Titel in den Schatten – sie hat auch gleich ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktie ist 37 Prozent mehr wert als vor einem Jahr. Ausser Roche und Givaudan kann niemand im SMI eine derart positive 52-Wochen-Bilanz vorweisen. Im Gegenteil: So gibt es Verluste von fast 40 Prozent (Swatch).

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41 (Bloomberg) ist der Zulieferer von Pharma-, Biotech und Kosmetikindustrie hoch bewertet. Doch dies könnte weitgehend irrelevant sein: Mit der Ankündigung, dass Lonza das US-Unternehmen Moderna bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs unterstützt, hat die Aktie neuen Schub erhalten.

Krise hin oder her, Lonza bleibt eine der Top-Aktien im SMI. Zum einen gibt das Pharmaunternehmen wie schon seit Jahren wenig Grund zur Kritik. Zum anderen profitiert Lonza, wenn Geld in Aktien fliesst: Letzteres ist der Fall - und wird auch weiterhin der Fall sein. 

Alcon - Turnaround-Kurs erst einmal auf Stopp

Ein Minus von 9 Prozent in nur einer Woche bei einer Aktie fällt auf, selbst wenn der Markt generell wieder unter Druck kommt. Am Ex-Dividendenhandel, der dieser Tage zu automatischen Kursrückgängen führt, kann es nicht liegen: Der seit knapp 13 Monaten kotierte Augenkonzern und Ex-Novartis-Teil Alcon zahlt gar keine Dividende.

Schon unter normalen Umständen hat es die im Turnaround steckende Gruppe schwer, Aktionäre zu überzeugen: Jeder Anschein eines Rückschlags wird bestraft. Wegen der Coronakrise hat Alcon nun noch ganz andere Probleme und muss die Liquidität schützen, wodurch sich unter anderem der Dividendenverzicht erklärt.

Solange im Riesenmarkt USA das Coronavirus weiter wütet, bleibt die Lage schwierig.  Alcon wird weiter von der Krise gebremst werden. Das Unternehmen, das beispielsweise Kontaktlinsen herstellt, ist nicht allein: Mehrere Medtech-Unternehmen haben schon Gewinnwarnungen ausgegeben.

AMS - Hoch in der Gunst der Anleger

Ein Fünf-Tage-Plus von 22 Prozent ereignet sich aller Erfahrung nach fast nur bei deutlich spekulativ angetriebenen Aktien. Deswegen haben erst längerfristige Kursbewegungen eine gewisse Aussagekraft. Betrachtet man bei AMS die Performance seit Anfang Jahr, steht da ein Minus von 52 Prozent. Die 52-Wochen-Kursbilanz ist gar noch etwas schlechter (58 Prozent).

AMS macht ihrem Ruf als volatile Aktie also weiterhin alle Ehre. Der Grund für den jüngsten Kursanstieg sind die gute Zahlen, die vergangene Woche vorgelegt wurden. Die Coronakrise zeigt wenig Spuren beim Sensorhersteller. Ebenso gut kommt an, dass das Hin und Her um die Osram-Übernahme in den Hintergrund getreten ist. AMS-Aktionäre sind, wenn sie es denn sind, nachhaltig begeistert. Der Höhenflug dürfte wohl noch einen Moment lang anhalten.

Autoneum - Lockdown-Lockerungen helfen

Autoneum hat die meisten grossen Autobauer als Kunde – aber wenn alle ihre Produktion stoppen, nützt dem Spezialisten für Lärm- und Hitzedämmungen auch diese Diversifikation wenig. Doch weltweit ist man weitgehend in die Phase der Lockdown-Lockerungen eingetreten. Dass bei den Kunden die Produktion von Autos langsam wieder hochgefahren wird, hat der Autoneum-Aktie innert einer Woche ein Plus von fast 13 Prozent beschert.

Autoneum ist gut geführt und ein Qualitätshersteller. Doch die Coronakrise belastet schwer. Das Unternehmen muss seine Reserven schützen. Nach einen Kurssturz von 57 Prozent in den Monaten Februar und März scheint viel Negatives eingepreist zu sein, aber sicher sein können sich Anleger nicht: Das Ausmass der Krise ist noch immer schwer abschätzbar.

Unter normalen Umständen würde bei einem so tiefen Fall an der Börse ein Unternehmen wie Autoneum schon von verhalten guten Nachrichten an der Börse profitieren. Doch die Umstände sind und bleiben alles andere als normal. 

SNB - So viel Stabilität lässt staunen

Die Schweizerische Nationalbank ist bekanntlich kotiert. Ihre Aktie hat innert Wochenfrist 5 Prozent verloren. Mit dem Milliardenverlust, den die Notenbank vergangene Woche bekannt gegeben hat, hat dies nur bedingt zu tun: Bei der SNB wechseln sich von Quartal zu Quartal hohe Gewinne und Verluste ab, die auf die Bewertungen der massiven Währungs- und Wertschriftenbestände der SNB zurückgehen. Mehr schon dürfte der Kursrückgang innert weniger Tagen damit zu tun haben, dass Ende April die Dividende ausgeschüttet und damit der Kurs um 15 Franken gestutzt wurde.

Seit Jahresbeginn ist der Kurs mit einem Minus von 12 Prozent relativ stabil. Die SNB-Aktie hat heute insgesamt einen spekulativen Charakter. Dies war nicht immer so: Vor Ende 2016 hatte die Aktie den Charakter einer Obligation, Schwankungen gab es fast keine. Doch seit rund dreieinhalb Jahren jagen sich steile Kursgewinne und tiefe Kursrückgänge. Seit dem Märzknick hat sich der Kurs um die Hälfte erholt: In Krisenzeiten scheint eine Notenbank ein gewisses Vertrauen zu verströmen.

Der Kurs der SNB-Aktie in den vergangenen fünf Jahren (Grafik: cash.ch):

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Konsumentenstimmung in der

Konsumentenstimmung in der Schweiz geprägt von Angst um Arbeitsplatz

Die Stimmung der Schweizer Konsumenten ist auf einem historischen Tiefpunkt.

05.05.2020 08:24

Die Befragten gehen von einer schweren Rezession aus und beurteilen die eigene finanzielle Lage so negativ wie seit den 90er-Jahren nicht mehr. Damals erlitt die Schweizer Wirtschaft eine langwierige Rezession mit einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Laut Seco ist die Stimmung der Konsumenten im April auf -39,3 Punkte von einem Minus von 9,4 Punkten im Januar abgesackt. Vor allem die Erwartungen der Befragten für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung hat einen herben Dämpfer erlitten. Der entsprechende Teilindex ist auf rekordtiefe -78 Punkte (-7,1) zurückgegangen.

Sorgen um Arbeitsplatz

Aber auch die Erwartungen für den Arbeitsmarkt haben sich deutlich verschlechtert. So ist der Index zur erwarteten Arbeitslosigkeit innerhalb eines Quartals so stark angestiegen wie noch nie seit Beginn seiner Erhebung 2007 und hat fast das historische Maximum der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht, wie es in der Mitteilung des Seco hiess.

Entsprechend stellen sich die Befragten auch mit Blick auf ihre eigenen Budgets auf schlechte Zeiten ein. Der Teilindex zur erwarteten finanziellen Lage liegt neu bei -23,6 Punkten (-8,0). Vergleichbare Werte wurden laut Seco bislang nur Anfang der 1990er-Jahre verzeichnet.

Die Frage, ob derzeit ein guter Moment für grössere Anschaffungen sei, wurde so negativ beantwortet wie noch nie. Dieser Teilindex steht bei -48 Punkten (-8,3).

(AWP)

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Auch die zehn reichsten

Auch die zehn reichsten Aktionäre der Schweiz mussten beim Corona-Crash Federn lassen

Die Verluste der zehn reichsten Aktionäre in der Schweiz beliefen sich zeitweise auf 33 Milliarden Franken. Die jüngste Erholung hat die Einbussen jedoch gemildert.

05.05.2020 13:40

Von Stefan Lüscher

Am 19. Februar war die Börsenwelt noch in Ordnung, der Blue-Chip-Index SMI stand auf historischem Höchst. Dann riss die Corona-Pandemie die globalen Aktienmärkte in die Tiefe. Innert knapp fünf Wochen büsste der SMI 27,5 Prozent ein. Der Crash hat in den Portfolios der Privatanleger wie auch in jenen der Reichsten tiefe Spuren gezogen. Nach Berechnungen von BILANZ haben die zehn reichsten Aktionäre in der Schweiz in dieser Periode zusammen nicht weniger als 33 Milliarden Franken an Buchverlusten erlitten.

Am heftigsten erwischte es den Brasilien-Schweizer Jorge Lemann (80). Der Kurssturz seiner Beteiligungen am Bier­giganten AB InBev sowie an Restaurant Brands und Kraft Heinz schmälerte den Wert seines Depots um 6,85 Milliarden. Ebenfalls schwere Verluste mit Bieraktien fuhr Charlene de Carvalho-Heineken ein: Vom 19. Februar bis zum 12. März, dem Tag des dies­jährigen Tiefstkurses dieser Titel, schmolz die Börsenkapitalisierung ihres Anteils an Heineken um 4,03 Mil­liarden.

Der Crash verschonte auch die Pharmabranche nicht. Das Roche-Paket der Familien Hoffmann und Oeri war innert drei Wochen 6,08 Milliarden weniger wert.

Die Reichsten hielten an Beteiligungen fest

Im Gegensatz zu Privatanlegern halten die zehn reichsten Aktionäre ihre Betei­ligungen nicht nur der Rendite wegen. Bei der Familie Hoffmann und Oeri, ­Thomas Schmidheiny, den Hayeks oder den Familien Schindler und Bonnard werden die Aktienpakete über Genera­tionen weitergereicht. Familienvertreter sind oftmals auch aktiv in die Führungsverantwortung der betreffenden Unternehmen einge­bunden.

Während viele Investoren in Panik dem Aktienmarkt den Rücken gekehrt haben, hielten die Reichsten an ihren Beteiligungen fest. Das hat sich bereits zu einem ­guten Teil bezahlt gemacht. Seit dem Tiefststand des SMI im Corona-Crash am 23. März vermochte sich der Index wieder um 20 Prozent zu erholen.

Das Minus hat sich wieder verkleinert

So schmolz der Buchverlust der Roche-Erben auf noch 1,33 Milliarden Franken. Das Aktienpaket von Klaus-Michael Kühne (82) am Logistikkonzern Kühne + Nagel war zum Tiefstkurs 2,43 Milliarden weniger wert, inzwischen hat sich das ­Minus auf 1,12 Milliarden verkleinert. Bei der Familie Schindler und Bonnard, Mehrheitseigner des Aufzüge- und Rolltreppenherstellers Schindler, schmolz der Verlust von 2,14 auf noch 0,52 Milliarden.

Thomas Schmidheiny (75) registriert mit seinem Paket an Lafarge-Holcim eine Einbusse von 0,64 gegenüber einst 1,06 Milliarden, und der einstige Buchverlust des Anteils der Familie Hayek an der Swatch Group ist von 1,05 auf 0,61 Milliarden geschmolzen.

Bei den Blochers hat sich der heftige Verlust, gemessen am Tiefstkurs, über die gesamte Periode betrachtet sogar in einen minimen Gewinn verwandelt.

Die zehn reichsten Aktionäre beklagen zwar immer noch saftige Kursverluste. Allerdings hat die freundliche Börsenstimmung der letzten Wochen diese Ein­bussen abgebaut. Waren ihre Beteiligungen am 19. Februar zusammen 105 Milliarden Franken wert, stellte sich dieser Betrag am 20. April auf 89  Milliarden. Die Buchverluste haben sich also um die Hälfte abgebaut – von einst 33 auf noch 16 Milliarden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf bilanz.ch unter dem Titel: «So hart traf der Corona-Crash die zehn reichsten Aktionäre der Schweiz». 

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Coronavirus: Jeder fünfte

Coronavirus: Jeder fünfte Angestellte hat Angst vor einer Entlassung

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Schweizer Wirtschaft und den Arbeitsmarkt sind drastisch. Fast ein Fünftel der Schweizer hat einer repräsentativen Umfrage zufolge Angst vor einer Entlassung. Das fand das Beratungsunternehmen Deloitte in einer Umfrage heraus.

06.05.2020 06:53

Knapp ein Fünftel der Angestellten hält es für wahrscheinlich, den Job zu verlieren und fast ein Viertel der Selbständigen rechnet mit einem Konkurs, teilte Deloitte am Mittwoch mit.

Und die Berater gehen davon aus, dass eine schnelle Erholung der Wirtschaft kaum realistisch ist. Es werde lange dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht sei.

Weitreichende Folgen für Angestellte

Gemäss der Mitte April erhobenen Umfrage bei 1500 Personen im erwerbsfähigen Alter hat die Corona-Krise die Arbeitssituation von 63 Prozent der Befragten negativ beeinflusst. Konkret musste etwa mehr als die Hälfte (54%) das Pensum reduzieren.

27 Prozent der Befragten mussten ihre Überstunden abbauen und 24 Prozent ihre Ferien vorbeziehen, erklärte Deloitte. Und 2 Prozent aller Angestellten wurden gar entlassen. Besonders hart getroffen hat es naturgemäss die Branchen Gastronomie und Tourismus.

Und die Krise ist laut Deloitte noch lange nicht ausgestanden. Zwar rechne mit 71 Prozent eine deutliche Mehrheit der Angestellten nicht mit einer Entlassung. Dennoch hielten 12 Prozent dieses Szenario für "eher wahrscheinlich" und 7 Prozent sogar für "sehr wahrscheinlich".

Viele Verlierer bei den Selbständigen

Von der Krise stark betroffen sind die Selbständigen: Gemäss Umfrage mussten bisher 18 Prozent ihren Betrieb schliessen. Bei 21 Prozent seien die Umsätze auf null gefallen und weitere 38 Prozent hätten tiefere Umsätze gemeldet. Für 77 Prozent aller Selbständigen habe die Krise also deutlich negative Folgen.

Und die Zukunftsaussichten beim Kleingewerbe und den Freelancern sind ebenfalls düster. 24 Prozent der verbliebenen Selbständigen halten es gemäss der Deloitte-Umfrage für "sehr" oder "eher" wahrscheinlich, dass sie Konkurs anmelden müssen.

ra/

(AWP)

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Bargeld ist bei Schweizern

Bargeld ist bei Schweizern nach wie vor beliebt

Bargeld ist zwar immer noch des Schweizers beliebtestes Zahlungsmittel. Kontaktlose Zahlungen mit Karten werden in der Schweiz aber immer populärer und auch Zahlungen mit dem Handy - zum Beispiel via Twint - nehmen zu.

06.05.2020 08:14

Auf Bargeld als Zahlungsmittel nicht verzichten wollen 78 Prozent der vom Forschungsinstitut Ipos im Auftrage des Vergleichsportals Moneyland befragten Personen. Bei Kreditkarten sind es 69 Prozent und bei Debitkarten (Maesro-Karten) 51 Prozent, wie der am Mittwoch veröffentlichten Studie zu entnehmen ist. An dieser namen 1500 Personen im Alter zwischen 18 nd 74 Jahen in der Deutsch- und Westschweiz teil.

Mit etwas grösserem Abstand folgt das Zahlungsmittel Twint, auf das 26 Prozent der Befragten nicht mehr verzichten möchten. "Als deutlich verzichtbarer" beurteilen gemäss der Umfrage Schweizer dagegen das Bezahlen mit der Revolut-Karte (6%), Apple Pay (5%) oder Google Pay (4%).

Smartphone wird immer häufiger zum Zahlen genutzt

Doch obwohl Bargeld weiterhin einen hohen Stellenwert als Zahlungsmittel geniesst, wird in der Schweiz immer häufiger kontaktlos bezahlt. Im Allgemeinen nutzen bereits heute deutlich mehr als die Hälfte der Karteninhaber ihre Karten kontaktlos. Mit Kreditkarten zahlen schon 51 Prozent der Bevölkerung kontaktlos im Laden. Mit der Maestro-Karte sind es 40 Prozent.

Immer öfter wird an den Kassen auch mit dem Smartphone bezahlt. Covid-19 dürfte diesen Trend noch verstärken: "Es ist davon auszugehen, dass in der Schweiz in den kommenden Jahren markant mehr mit dem Smartphone bezahlt wird", ist Daniel Dreier von Moneyland überzeugt.

An erster Stelle steht bei den sogenannten Mobile-Zahlungsmitteln Twint. Bereits 38 Prozent der Befragten zahlen damit. Dahinter folgt Apple Pay, das aber erst von 10 Prozent genutzt wird.

Twint bei Jungen beliebt

Dabei verwenden bereits 57 Prozent der 18- bis 25-Jährigen Twint als Zahlungsmittel, bei 26- bis 49-Jährigen sind es 40 Prozent und bei den 50- bis 74-Jährigen dagegen nur 24 Prozent.

Noch kaum zum Zahlen gebraucht werden dagegen "Smart Watches". So nutzen gerade erst 3 Prozent der Befragten Garmin Pay und Swatch Pay. Bitcoin nutzen nur 5 Prozent als Zahlungsmittel im Laden.

In der Präferenz des Zahlungsmittels gibt es wesentliche Unterschiede bei den Altersgruppen. Während die Kreditkarten-Nutzung mit ansteigendem Alter tendenziell zunimmt, ist es bei Prepaidkarten umgekehrt. In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen nutzen 44 Prozent Prepaidkarten im Laden (in unterschiedlicher Häufigkeit), während es bei den 26- bis 49-Jährigen noch 22 Prozent und bei den 50- bis 74-Jährigen nur noch 19 Prozent sind.

Mit zunehmendem Alter zahlt die Schweizer Bevölkerung im Geschäft seltener kontaktlos oder mit dem Smartphone. Beispiel Apple Pay: Während 17 Prozent der jüngsten Altersgruppe Apple Pay nutzt, sind es bei den 26- bis 49-Jährigen noch 11 Prozent und bei den 50- bis 74- Jährigen nur 7 Prozent.

sig/yr

(AWP)

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So wählen Sie die richtigen

So wählen Sie die richtigen Schweizer Versicherungsaktien aus

Die Coronakrise hat den an sich defensiven Versicherungsaktien hart zugesetzt. Doch auch bei diesem beliebten Schweizer Aktiensegment trennen sich Spreu vom Weizen: Welche Titel sich noch lohnen.

06.05.2020 20:30

Von Manuel Boeck und Marc Forster

Während der Swiss Performance Index (SPI) seit Jahresbeginn 7 Prozent im Minus ist, liegen die Aktienkurse der grossen Schweizer Versicherungen zwischen 22 und 39 Prozent tiefer. Als defensive Bollwerke hätten die Versicherer dem Börsensturm besser standhalten sollen - so könnte man meinen. 

Denn die Corona-Epidemie gilt nicht als physisches Ereignis. Unterbrüche in den Lieferketten und abgesagte Veranstaltungen sind oftmals nicht versichert. Und auch das Lebensversicherungsgeschäft ist nicht stark betroffen. Einzig für das Kreditversicherungsgeschäft sind Schadenzahlungen zu einem späteren Zeitpunkt zu erwarten. Schwerer wiegen die Folgen der erneuten Zinsenkungen sowie in der Nichtlebensversicherung die Rezession.

Der entscheidende Grund für den Kurseinbruch liegt allerdings im Anlagebereich. Bei den für Versicherer wichtigen Anleihen hat der Riskozuschlag im März zugenommen - und die Bewertung der Obligationen fiel damit. Dazu schätzt Morgan Stanley, dass allein US-Anleihen im Wert von 500 Milliarden bis zu einer Billion Dollar unter ein anlagewürdiges Rating fallen könnten: Für die Versicherer ist dies ein ernstzunehmendes Problem. 

Im einzelnen sehen Situation und die Aussichten der Versicherer wie folgt aus: 

Swiss Re - Es ist wieder der Wurm drin

Der Kurs der Swiss Re hat sich in der Coronakrise von 117 Franken Mitte Februar auf 52,70 Franken Mitte März mehr als halbiert. Die Erholung auf heute 66 Franken ist nur moderat ausgefallen, auch wenn hier der April-Dividendenknick der guten Dividendenzahlerin noch eine Rolle spielt.

Im europäischen Versicherungsindex von Bloomberg belegt die Swiss-Re-Aktie bei der Jahresperformance den fünftletzten Platz (siehe Grafik unten). Ein vertrauter Ort: Bis zum Aktienboom 2019 hatte die Swiss Re Branchennachbarn an der Börse häufig hinterhergehinkt.

Die Swiss Re ist stark gegenüber Grossschäden exponiert und wird beispielsweise für gewisse Kosten der Verschiebung der Olympiade in Tokio aufkommen müssen. Ihr hohes Engagement im amerikanischen und britischen Anleihenmarkt ist in der jetzigen Krise ein Risiko. Ein Aktienrückkaufprogamm ist verschoben worden, die üppige Dividende (derzeitige Rendite: 9 Prozent) könnte in Gefahr kommen. Der Kursverlauf der Swiss Re ist klar gebremst. 

Zurich - Dividendenbefürchtungen könnten übertrieben sein

Auch Zurich hat den Börsenwert im Coronacrash fast halbiert: Von 440 Franken brach der Kurs auf 249 Franken ein. Derzeit beläuft sich der Kurs auf knapp 300 Franken. Der grösste Schweizer Versicherungskonzern ist am stärksten im umkämpften Schaden- als im Lebensversicherungsgeschäft tätig. Befürchtet wird, dass dieses auf die eine oder andere Weise mit der Konjunkturentwicklung korrelieren wird, zumal die Zurich über die Farmers-Genossenschaft im US-Markt exponiert ist.

Auch die Aussicht auf eine noch länger anhaltende Tiefzinsphase belastet die Zurich. Dennoch hat sich der Konzern in den vergangenen Jahren als widerstandfähig erwiesen. Befürchtungen in Sachen Dividendenkürzung (heutige Rendite: 6,9 Prozent) sind zwar berechtigt – das Management hat aber früher schon gezeigt, dass es eine hohe Ausschüttung als zentral erachtet. Im direkten Vergleich zu Swiss Re ist Zurich das erfolgversprechendere Investment.

Bâloise - Solide, aber es fehlt ein erkennbarer Kurstreiber

Im Bloomberg-Branchenindex belegt die Bâloise Group bei der Jahresperformance Platz 8 von 31 europäischen Versicherern und Rückversicherern. Vom Kurssturz im März hat sich die Aktie immerhin um etwa die Hälfte erholt. Dies bringt aber den Verdacht mit sich, dass einiges an positiven Aspekten der Bâloise schon eingepreist sind.

Die Gruppe ist vor allem in gesättigten, europäischen Märkten tätig. Dies ist durchaus solide, was bedeutet, dass die Bâloise einen starken Stabilitätsanker besitzt. Andererseits fehlt ein klar erkennbarer Kurstreiber. Starke Kurssteigerungen werden wohl noch eine Weile auf sich warten lassen.

In den Top Ten des europäischen Bloomberg-Versicherungsindex' in diesem Jahr rangiert die Bâloise, in den Flop Ten die Swiss Re (Grafik: Bloomberg).

Swiss Life - Qualität fällt nicht so schnell zurück

Nach 2012 stieg der Kurs der Lebensversicherers und Vorsorgedienstleisters von einem Niveau bei 100 Franken auf über 500 Franken im vergangenen Februar an. Getrieben wurde der Kurs durch die Ausrichtung des Geschäfts auf profitablere Leben-Produkte, eine Verschlankung des Konzerns und zuletzt auch eine steigende Dividende. Diese positiven Faktoren prägen Swiss Life weiter.

Nach der März-Kurshalbierung hat sich die Aktie dennoch nur moderat erholt. Befürchtet werden wegen der Rezession Einbussen im Pensionskassengeschäft. Für die grösste Immobilienbesitzerin im Land lauern noch andere Risken: Falls die politischen Forderungen nach Mietreduktionen durchkommen, drohen tiefere Einnahmen. Eine anhaltend schlechte Wirtschaftslage kann zu Bewertungsverlusten bei den Immobilien führen.

Insgesamt bleibt die Aktie aber ein interessantes Investment. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 ist die Aktie günstig bewertet, ausserdem dürften Lebensversicherungen die Krise insgesamt besser überstehen als das Sachgeschäft.

Helvetia - Südeuropa ist ein Klotz am Bein

Die Erholung nach dem Coronaabsturz bei der Helvetia hat sich bisher als schwach erweiesen. Von 148 Franken rauschte der Kurs innert vier Handelswochen auf 66 Franken. Bei jetzt 84 Franken hat der Kurs noch nicht mal ein Drittel des Verlustes wieder wettgemacht.

Der europäisch ausgerichtete Konzern zieht wegen seiner grossen Engagements in Spanien und Italien das Misstrauen der Anleger auf sich: Das sind nicht nur zwei der mit am schwersten vom Coronavirus ins Elend gezogenen Länder: In den zwei Mittelmeernationen dürfte auch die Wirtschaftskrise noch grosse Schäden anrichten. Der Abschluss neuer Versicherungsverträge wegen Corona ist in Spanien offenbar fast zum Stillstand gekommen.

Dies hängt der Helvetia-Versicherung und ihrer Aktie gegenüber anderen Schweizer Versicherern bis auf weiteres einen Nachteil an. Sollte sich die Krise als weniger dramatisch erweisen, könnte die Aktie aber eine ansehnliche und rasche Kurssteigerung erfahren. 

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Arbeitslosenquote steigt in

Arbeitslosenquote steigt in Coronakrise markant an

Der Schweizer Arbeitsmarkt hat im April die Folgen der Coronakrise zu spüren bekommen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,3 von 2,9 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte. Es ist der höchste Wert seit Frühling 2017.

07.05.2020 08:10

Um saisonale Faktoren bereinigt lag die Quote bei ebenfalls 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent im Vormonat.

Der Anstieg kommt nicht überraschend: Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten im Vorfeld grösstenteils sogar mit noch höheren Werten gerechnet, wobei die Bandbreite der Prognosen und somit die Unsicherheit recht hoch gewesen war.

Insgesamt waren Ende April 153'413 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeitslos gemeldet. Das waren 17'789 mehr als noch im Vormonat.

Anstieg bei allen Gruppen

In sämtlichen Untergruppen stieg die Arbeitslosenquote, bei den Jugendlichen (15-24-Jährige) auf 3,3 von 2,8 Prozent und bei den Älteren (50-64-Jährige) auf 3,0 von 2,7 Prozent. Sie nahm bei den Schweizern (2,4% nach 2,1%) und bei den Ausländern (5,8% nach 5,2%) zu, sowie bei den Frauen (3,1% nach 2,7%) als auch bei den Männern (3,5% nach 3,1%).

Weiter hat das Seco im Berichtsmonat 231'196 Stellensuchende gezählt, das waren 17'299 mehr als im Vormonat. Die Zahl der als offen gemeldeten Stellen nahm auf der anderen Seite um 13'057 auf 18'415 ab. Davon unterlagen 4'663 Stellen der im Juli 2018 eingeführten Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer bestimmten Arbeitslosenquote.

Seit Januar 2020 gilt neu ein Schwellenwert von 5 Prozent, zuvor lag er noch bei 8 Prozent. Wegen des Coronavirus und seiner Folgen hat der Bundesrat jedoch die Stellenmeldepflicht ab dem 26. März 2020 für sechs Monate aufgehoben, wie das Seco betont

Kurzarbeit schon im Februar angestiegen

Wie üblich wurden auch Angaben zur Kurzarbeit gemacht. Offiziell liegen allerdings erst die Werte für den Februar vor. Damals waren laut den Angaben 4'048 Personen (+331) in 227 Betrieben (+49) von Kurzarbeit betroffen.

Hier gab es in den letzten Tagen neuere Angaben. So waren Anfang Mai 1,91 Millionen Menschen in 187'000 Betrieben für Kurzarbeit angemeldet, wie Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch am letzten Montag gesagt hatte.

Kurzarbeit gilt als ein Instrument gegen die sonst drohenden Massenentlassungen. Entsprechend ist der Hauptzweck dieser Massnahme, Arbeitsplätze zu erhalten.

Die Zahl der Menschen, welche im Verlauf des Monats Februar - neuere Zahlen liegen dazu ebenfalls noch nicht vor - ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung ausgeschöpft hatten und ausgesteuert wurden, beziffert das Seco auf 2'351.

rw/jr

(AWP)

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