CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

366 posts / 0 new
Letzter Beitrag
Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Schweizer Industrie sieht das

Schweizer Industrie sieht das Schlimmste noch kommen

Die vollen negativen Folgen für die Schweizer Industrie werden sich erst nach dem zweiten und dritten Quartal zeigen, wie der Branchenverband Swissmem schreibt.

11.05.2020 09:45

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) hat im ersten Quartal die Auswirkungen der Covid-19-Krise zu spüren bekommen. Auftragseingang und Umsatz bildeten sich zurück.

Voll treffen werden die Folgen der Pandemie die Branche aber erst im zweiten und dritten Quartal. Konkret sanken in der MEM-Industrie die Auftragseingänge im ersten Jahresviertel gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent und die Umsätze um 5,7 Prozent.

Damit sei zu Beginn dieses Jahres der negative Trend fortgeschrieben worden, der schon Mitte 2018 eingesetzt habe, teilte der Branchenverband Swissmem am Montag mit. Dessen Ursachen lagen laut den Angaben in der schwachen Konjunktur sowie der weiteren Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro.

Exporte eingebrochen

Stark rückläufig waren in der Berichtsperiode die Ausfuhren, die gegenüber dem ersten Quartal 2019 um 8,4 Prozent auf 15,8 Milliarden Franken abnahmen. Dieser Exportrückgang ist den Angaben zufolge primär die Folge der stark sinkenden Auftragseingänge im Vorjahr. Darin erkennbar sind aber auch erste Konsequenzen des Lockdowns in den Absatzmärkten, wie es weiter heisst.

Die Zahlen für das erste Quartal zeigen aber in erster Linie das Bild vor dem Lockdown. Dessen Konsequenzen würden die Industrie nämlich erst im zweiten und dritten Quartal voll treffen, so die Mitteilung.

So weisen auch die Ergebnisse der jüngsten Swissmem-Umfrage unter den Mitgliedfirmen deutlich auf eine negative Entwicklung hin: So gehen 70 Prozent der befragten Gesellschaften von einem Rückgang der Auftragseingänge aus dem Ausland aus. Ende 2019 waren es nur 28 Prozent gewesen.

Zudem erhalten derzeit fast die Hälfte der MEM-Firmen (48 Prozent) wegen der Pandemie Stornierungen. Diese Umsätze werden in den kommenden Monaten wegfallen. Stornierungen und wegbrechende Aufträge hätten zur Folge gehabt, dass 80 Prozent der MEM-Unternehmen Kurzarbeit beantragen mussten, so der Verband weiter.

Aufhebung der Industriezölle gefordert

In der gegenwärtig schwierigen Situation fordert die Branche von der Politik eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Aufhebung der Industriezölle.

Der Wegfall dieser Zölle würde gemäss Swissmem allein für die MEM-Industrie eine jährliche Kostenersparnis von rund 125 Millionen Franken sowie erhebliche administrative Erleichterungen bringen. Swissmem fordert deshalb, dass der National und Ständerat diesen Vorschlag des Bundesrates in der Sommersession gutheissen, damit die Aufhebung der Industriezölle auf Anfang 2021 in Kraft treten kann.

Daneben wünscht er sich eine Lockerung der Reisebeschränkungen, eine Verlängerung der Frist für die Einreichung von Gesuchen für Überbrückungskrediten bis Ende 2020 sowie eine Erhöhung der Bezugsdauer für Kursarbeitsentschädigungen auf 18 Monate.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Seco schätzt

Seco schätzt Produktionsausfall während striktem Lockdown auf rund 25 Prozent

Die Produktionsausfälle in der Schweiz während der Periode des strikten Lockdowns wegen der Corona-Pandemie belaufen sich laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im April auf rund 25 Prozent. Dies entspricht 21 bis 30 Milliarden Franken. Das Seco bestätigte auf Anfrage einen "NZZ"-Bericht vom Montag.

11.05.2020 13:00

Das Seco hat die konkreten Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Schweizer Volkswirtschaft untersucht. Die Konjunkturspezialisten passten laut der Meldung der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Montag ihre Prognosen an.

Die Experten schätzten anhand vom Ausmass der Kurzarbeit, der Umsätze und Exporte sowie der Ergebnisse von Umfragen, wie stark die Wirtschaftsleistung in den einzelnen Sektoren im April beeinträchtigt war.

Gemäss der Gewichtung der Sektoren mit ihrem Anteil am Bruttoinlandprodukt des Jahrs 2017 ergibt sich ein Ausfall zwischen 20 bis 28 Prozent der unter normalen Umständen zu erwartenden Wirtschaftsleistung. Der Produktionsausfall für das Gesamtjahr - falls es zu keinem weiteren Lockdown komme - wird mit 30 bis 80 Milliarden Franken angegeben.

mk

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Können Schweizer

Können Schweizer Immobilienaktien wieder brillieren?

Die Coronakrise trübt den Ausblick für Schweizer Immobilienaktien: Nicht jede der grossen Immobilienfirmen ist derzeit für eine Erholung positioniert. Einen Blick wert sind daher auch kleinkapitalisierte Titel.

12.05.2020 06:30

Von Marc Forster

Immobilienaktien hinken dem Markt hinterher. Der Branchenindex SXI Real Estate All Shares der Schweizer Börse, der 16 Immobilienaktien umfasst, liegt 11 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. Beim Swiss Performance Index beträgt der Verlust nur noch 5,9 Prozent. Der Immo-Index wiederum hat sich seit dem Tiefpunkt der Börsen in der zweiten Märzhälfte um 9,4 Prozent erholt – beim SPI sind es 21 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte es noch anders ausgesehen. So hatte der Index eine Jahresrendite von 37 Prozent erreicht, angetrieben vor allem durch die tiefen Zinsen, die Immobilieninvestments tendenziell immer zuträglich sind. Der Gesamtmarkt legte im sehr guten Börsenjahr 2019 mit gut 30 Prozent ebenfalls massiv zu, aber etwas weniger deutlich als das Immobiliensegment.

Der Branchenindex SXI Real Estate All Shares seit Anfang 2019 (Grafik: cash.ch)

Auch defensive Qualitäten von Immobilieninvestments waren es, die vergangenes Jahr zu einen Kursschub führten. "Aktuell dominiert bei gewissen Anlegern hingegen die Sorge, dass das kommerzielle Immobiliensegment wegen der Corona-Krise leiden werde", sagt Ken Kagerer, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). 

Die jetzigen Aussichten für Immobilienunternehmungen hängen wohl zu einem grossen Teil davon ab, in welchen Nutzungsbereichen und an welchen Lagen die jeweiligen Gesellschaften investiert sind. "Detailhandelsobjekte sind angesichts des nun möglicherweise beschleunigten strukturellen Wandels und der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am stärksten unter Druck", sagt Kagerer.

Auch Büroimmobilien sind gewissen Risiken ausgesetzt, vor allem an peripheren Lagen. Mit Wohnimmobilien hingegen, insbesondere an guten Lagen, können die Immobiliengesellschaften ihren defensiven Charakter am ehesten ausspielen. 

Bei den vier grossen Gesellschaften Swiss Prime Site, PSP Swiss Property, Allreal und Mobimo sowie bei den zwei kleineren und erst kurze Zeit kotierten Aktiengesellschaften Investis und Fundamenta sehen die Aussichten wie folgt aus: 

Swiss Prime Site (SPS) – zu viel Detailhandel

Der Kurs der grössten kotieren Schweizer Immobiliengesellschaft verläuft noch deutlich schlechter als der Branchenindex: Die Aktie ist rund 3 Prozent weniger Wert als zum Zeitpunkt des grossen Marktknicks im März. Ein wesentlicher Grund ist der Immobilienmix.

Über zwei Drittel des Portfolios von SPS sind Geschäfts- und Detailhandelsimmobilien, darunter das Warenhaus Jelmoli. Die Verzettelung in verschiedene Bereiche – SPS war bis vor kurzem mit der Tertianum-Gruppe im Alterswohnen engagiert – gilt ohnehin eher als Bremse für eine bessere Aktienperformance. Mit dem Verkauf des Tertianum-Betriebs nähert sich SPS auch eher dem Charakter eines "Pure Players". 

Mit Coronakrise und Rezession wird die Lage jetzt allerdings schwieriger. Auch die geplante Jelmoli-Niederlassung im "Circle" des Flughafens Zürich hat zuletzt zu kritischen Fragen geführt.

PSP Swiss Property – Home Office als Problem?

Die Nummer Zwei PSP tendiert an der Börse um 4,6 Prozent höher als beim Tiefpunkt im März. Bei PSP macht der Anteil der Büroliegenschaften fast zwei Drittel des Liegenschaftenparks aus. Der Detailhandel hat einen deutlich geringeren Anteil, was PSP gegenüber einer Swiss Prime Site etwas weniger rezessionsanfällig macht.

Ob nun das in der Corona-Krise gut erprobte Home Office bald zum Massenauszug aus Büros führen wird, ist fraglich. Klar ist trotzdem: Das Geschäftssegment ist konjunkturanfälliger als Wohnliegenschaften. "PSP ist prinzipiell im Geschäftsimmobilienbereich sehr gut aufgestellt, einzig die vielen Fälligkeiten von Mietverträgen stellen im aktuellen Umfeld ein gewisses Risiko dar", sagt ZKB-Analyst Kagerer. Dies könne möglicherweise dazu führen, dass inskünftig wieder mit "zumindest leicht" erhöhten Leerständen zu rechnen sei.

Allreal – stabiles Geschäftsmodell

Die Allreal-Aktie ist gut 9 Prozent mehr wert als zum Markt-Tiefpunkt im März. Das solide kapitalisierte Unternehmen hat noch im März gute Zahlen vorgelegt. Zudem ist bei Allreal die Generalunternehmung ein wesentlicher Teil des Geschäfts, wodurch die ganze Wertschöpfungskette innerhalb der Gruppe liegt.

Allreal ist von der Bewertung her interessant. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 (Bloomberg) ist Allreal etwa so bewertet wie Swiss Prime Site und PSP, aber günstiger als Mobimo, wo das KGV bei 17 liegt. Damit dürfte die Gesellschaft von den vier grossen Schweizer Immobilienaktien die besten Kursaussichten haben. 

Mobimo – beneidenswert viele Wohnimmobilien

Die Mobimo-Aktie hat sich in den vergangenen ein-einhalb Monaten immerhin um fast 14 Prozent steigern können. Das relativ starke Vertrauen der Anleger in die Gesellschaft hat einen Grund: Fast 40 Prozent der Mieteinnahmen kommen aus den weniger konjunkturanfälligen Wohnliegenschaften.

Unmittelbar vor der Krise war prognostiziert worden, dass die Mieteinnahmen bei Mobimo 2020 im höheren einstelligen Bereich zulegen könnten. Selbst wenn diese Zahl nun geringer ausfällt – was selbst bei einer Rezession nicht zwingend der Fall ist – hat das Unternehmen mit Sitz in Luzern eine stabilere Position, als sie die grossen Branchennachbarn haben.

Investis – viele Wohnungen, aber tiefe Börsenliquidität

Die 2016 kotierte Gesellschaft unterhält vor allem Wohnimmobilien in der Genferseeregion. Der Erfolg an der Börse zeigte sich daran, dass der Kurs zwischen Anfang 2019 und dem Beginn der Corona-Verwerfungen Mitte Februar um fast die Hälfte anstieg. Aber auch seit dem Beginn der Erholung im März ging der Kurs wieder 15,5 Prozent nach oben.

Bei einem Free Float von weniger als 20 Prozent bei einer Kapitalisierung von rund einer Milliarde Franken ist die Liquidität an der Börse eingeschränkt. Mit den Westschweizer Wohnimmobilien hat Investis aber eine solide Basis im Geschäft. Zudem stellt die Gesellschaft den Aktionären mit der Zeit höhere Ausschüttungen in Aussicht. Trotz Rezessionssorgen sind diese realistisch.

Fundamenta – klein, aber auf Stabilität getrimmt

Die Marktkapitalisierung der Fundamenta Real Estate liegt unter 400 Millionen Franken. Damit zählt die Zuger Gesellschaft ebenfalls zu den Werten mit deutlich eingeschränkter Liquidität. Dafür liegen nur etwa ein Drittel der Aktien in der Hand von Grossaktionären. Die bewirtschafteten Immobilien bestehen aus Wohnhäusern mit Wohnungen in der mittleren Preisklasse in der Deutschschweiz. Diese gelten als relativ wenig anfällig auf die konjunkturelle Entwicklung.

Fundamenta, erst 2018 an die Börse gekommen, befand sich geschäftlich zuletzt auf einem deutlichen Wachstumskurs. An der Börse verläuft der Kurs zum Teil seitwärts, wobei es in der zweiten Hälfte 2019 zu einem stärkeren Anstieg gekommen ist. Seit März hat sich der Kurs um 7,8 Prozent erholt. Gegenüber den stark geschäftsimmobilienlastigen grösseren Gesellschaften ist die auf Wohnbauten spezialisierte Fundamenta durchaus einen Blick wert.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Kommission lehnt

Kommission lehnt Steuerbefreiung für grüne Finanzprodukte ab

Nachhaltige Finanzprodukte sollen nicht von der Verrechnungs- und der Stempelsteuer befreit werden. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK) hat eine entsprechende Motion aus dem Ständerat zur Ablehnung empfohlen.

13.05.2020 12:17

Der Entschied fiel mit 14 zu 10 Stimmen bei einer Enthaltung, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Motionär Ruedi Noser (FDP/ZH) will Kapitalanlageprodukte, welche eine nachhaltige Entwicklung fördern, von der Verrechnungs- und der Stempelsteuer befreien.

Die Mehrheit der WAK begründe ihre Ablehnung in erster Linie damit, dass der Begriff des nachhaltigen Finanzprodukts schwer zu definieren sei, heisst es in der Mitteilung. Diese schwierige Definierbarkeit könne zu einer steuerlichen Begünstigung des Greenwashings führen. Zudem befürchte die Mehrheit einen erheblichen administrativen Zusatzaufwand.

Die Minderheit ist gemäss Mitteilung hingegen der Auffassung, dass sich die Schweiz mit dieser Massnahme in einem Nischenbereich positionieren und so ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken könnte. In der Schweiz wachse der Markt für nachhaltige Anlagen stark an, argumentiert Noser. Das Gesamtvolumen sei 2018 um 83 Prozent auf 716,6 Milliarden Schweizer Franken angestiegen.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Nationalratskommission

Nationalratskommission unterstützt Blockchain-Vorlage

Die Schweiz soll sich als Standort für die Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologie (DLT) weiterentwickeln können. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK) hat die vom Bundesrat mit diesem Ziel vorgeschlagenen Gesetzesänderungen mit wenigen Änderungen angenommen.

13.05.2020 12:17

Die Gesamtabstimmung fiel nach Angaben der Parlamentsdienste vom Mittwoch einstimmig aus. Nach Ansicht der WAK sei erhöhte Rechtssicherheit insbesondere angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise für die Schweizer Start-ups sehr wichtig, heisst es in der Mitteilung.

Ändern will die Kommission die Vorlage betreffend Datenzugang und Ombudsstellen. Einstimmig hiess sie eine neue Bestimmung gut, gemäss welcher jeder Dritte, der eine entsprechende gesetzliche oder vertragliche Berechtigung an den Daten nachweist, den Zugang zu diesen Daten oder deren Herausgabe verlangen kann.

Weniger Bürokratie

In Sachen Ombudsstellen hat sich die WAK mit 18 zu 5 Stimmen entschieden, das Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg) so anzupassen, dass sich Finanzdienstleister, die ausschliesslich institutionellen oder professionellen Kundinnen und Kunden Finanzdienstleistungen erbringen, keiner Ombudsstelle anschliessen müssen. Damit will sie kleine DLT-Handelssysteme administrativ entlasten.

Mit 14 zu 10 Stimmen abgelehnt hat die Kommission den Antrag, im Interesse des Konsumentenschutzes von DLT-Handelssystemen zusätzliche Offenlegungen zu verlangen. Nach Ansicht der Mehrheit ist dieser Aspekt privatrechtlich hinreichend geregelt.

Schweiz will sich positionieren

Der Nationalrat wird die Vorlage voraussichtlich in der Sommersession als Erstrat behandeln. Der Bundesrat hatte diese ausgearbeitet, um die Voraussetzungen zu verbessern, dass die Schweiz die Chancen der Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologie nutzen kann. Die Vorlage hat aber auch das Ziel, in diesem Bereich die Integrität und Reputation des Finanz- und Wirtschaftsstandorts Schweiz zu gewährleisten.

Im Finanzmarktinfrastrukturrecht soll eine neue Bewilligungskategorie für DLT-Infrastrukturanbieter geschaffen werden. Weiter schlägt der Bundesrat vor, das Wertpapierrecht anzupassen, um den Handel von Rechten mittels manipulationsresistenter elektronischer Register auf eine sichere rechtliche Basis zu stellen. Schliesslich soll die Aussonderung kryptobasierter Vermögenswerte aus der Konkursmasse gesetzlich geklärt werden.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Wall-Street-Banken uneins

Wall-Street-Banken uneins über zukünftige Richtung der Märkte

Selbst die grössten Banken der Wall Street sind sich uneins, wohin die Märkte gehen werden. Doch einige sehen die Aufwärtsbewegung intakt und rechnen mit weiteren Kursgewinnen.

Aktualisiert um 10:31

Zwar sind die meisten Risikoaktiva weit von ihren Tiefstständen von Mitte März entfernt, als die Unsicherheit über die globalen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs ihren Höhepunkt erreichte. Jedoch besteht wenig Einigkeit darüber, was nun folgt. Im Zentrum der Debatte steht die langfristige Wirksamkeit der massiven Anreize von Zentralbanken und Regierungen.

Wenn 8 Billionen Dollar immer noch nicht ausreichen

Für die Citigroup ist der "rätselhafte" Anstieg der Aktienkurse unverständlich. "Eine umfassende Reaktion der Politik, angeführt von einer ausreichenden, von den Zentralbanken zur Verfügung gestellten Liquidität, hat wahrscheinlich zur Marktbewegung beigetragen", schrieben die Ökonomen Igor Cesarec und Catherine Mann in einer Notiz am Donnerstag. "Da jedoch nicht klar ist, ob die Märkte unbefristet gestützt werden können, ist Vorsicht geboten. Risikoaktiva könnten letztlich anfällig sein, wenn die kalte, harte wirtschaftliche Realität erneut zuschlägt."

Im anderen Lager sieht JPMorgan die Aufwärtsbewegung der Börsen als gerechtfertigt an - und erwartet, dass sie weiter gehen kann.

"Zwar ist der Zusammenbruch der Wirtschaftstätigkeit von historischem Ausmass, aber das gilt auch für die globale politische Reaktion, um die Auswirkungen abzufedern und eine Erholung zu unterstützen", schrieben Strategen um Marko Kolanovic in einer Notiz. "Wir gehen davon aus, dass sich risikoreiche Vermögenswerte im Zuge der Wiedereröffnung der Volkswirtschaften und der beispiellosen politischen Unterstützung weiter erholen werden. Allerdings erwarten wir eine Abschwächung der Gewinndynamik."

Der MSCI AC World Index ist seit dem 23. März um etwa 25 Prozent gestiegen, nachdem sich die Anlegerstimmung nach einer Reihe weltweiter politischer Massnahmen zur Dämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie verbessert hat. Die globale Benchmark war gegenüber dem Hoch vom Februar um bis zu 34 Prozent gefallen, als die Besorgnis über das Virus einen Höhepunkt erreichte.

Zukünftige Entwicklung

Goldman Sachs und Morgan Stanley sehen die Kursgewinne weitgehend als intakt an - mit gewissen Vorbehalten.

Goldman führt den Marktanstieg auf eine Stabilisierung der Virusinfektionsraten und eine Verbesserung der Massnahmen gegen Finanzierungs-und Liquiditätsstress zurück. Die Bank hat bereits darauf verwiesen, dass die Aktienkurse die makroökonomische Entwicklung über einen Zeithorizont von zwei Jahren einpreisen und Investoren über den grossen wirtschaftlichen Schaden hinausschauen können.

"Die Märkte werden weiterhin schlechte Nachrichten über das Ausmass des wirtschaftlichen Abschwungs ignorieren, wenn sie weiterhin an ihrer Ansicht festhalten können, dass ein beträchtlicher Teil des jüngsten Schadens bis Ende nächsten Jahres rückgängig gemacht wird", schrieben die Goldman-Strategen um Zach Pandl in einer Notiz.

Morgan Stanley hat auch kein Problem mit der Diskrepanz zwischen der Wertentwicklung der Vermögenswerte und den Fundamentaldaten. Die Bank verweist darauf, dass die Märkte tendenziell einen Vorlauf vor der Wirtschaft haben und mehr auf Veränderungsraten als auf das absolute Niveau schauen.

"Unterschiede zwischen Markt und Volkswirtschaft sind bei wirtschaftlichen Extremen häufig", schrieben die MS-Strategen, darunter Andrew Sheets, in einer Notiz. "Die Änderungsrate ist entscheidend - eine U-förmige Erholung ist in Ordnung, ein W nicht."

(Bloomberg)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Firmenkonkurse im April wegen

Firmenkonkurse im April wegen Betreibungsstopp gesunken - Pleitewelle erwartet

Weil Firmen während einiger Wochen nicht betrieben werden durften, ist die Zahl der Firmenpleiten im April 2020 deutlich gesunken. Hinter der oberflächlichen Entspannung lauert aber der äusserst hungrige Pleitegeier, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

13.05.2020 09:45

Auf den ersten Blick sehen die Insolvenzzahlen gut aus, denn diese gingen den Angaben zufolge seit Anfang Jahr um 20 Prozent und im Monat April sogar um 65 Prozent zurück.

Doch der Rückgang ist nicht die Folge einer guten wirtschaftlichen Lage, sondern begründet sich mit der bundesrätlich verordneten Rechtsstillstand im Betreibungswesen und den darauffolgenden Betreibungsferien. Diese dauerten vom 19. März bis am 19. April. Mit anderen Worten, Konkurse wurden nur aufgeschoben aber nicht aufgehoben.

Bisnode erwartet deshalb in den nächsten Monaten eine massive Zunahme der Firmenpleiten. Denn auch wenn Corona-Kredite in vielen Fällen eine unmittelbare Zahlungsunfähigkeit fürs Erste hätten abwenden können, so hätten doch diverse Branchen durch das staatliche Veranstaltungs- und Versammlungsverbot massive Umsatzeinbussen erlitten, heisst es weiter.

Wie schlecht die Stimmung bei den Unternehmern ist, zeige auch die Zahl der Neugründungen. Diese ging im April gemäss Bisnode um ganze 25 Prozent zurück.

sig/tp

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
UN: Weltwirtschaft könnte

UN: Weltwirtschaft könnte 2020 wegen Corona um 3,2 Prozent schrumpfen

Die Vereinten Nationen dämpfen ihre Wirtschaftsprognose wegen der Corona-Pandemie deutlich. Die Weltwirtschaft könnte in diesem Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen, hiess es in einer Mitteilung zum UN-Halbjahresbericht zur wirtschaftlichen Situation weltweit. Schlimmstenfalls sei sogar ein Rückgang von 4,9 Prozent denkbar. Mit einer schrittweisen Erholung werde erst von 2021 an gerechnet, hiess es in dem Ausblick.

13.05.2020 20:00

Vor der Krise waren die UN noch von einem Wachstum um 2,5 Prozent ausgegangen. Bereits Anfang April trübte sich die Einschätzung deutlich ein, damals ging die Organisation von minus 0,9 Prozent aus.

Die Pandemie habe eine Gesundheits- und Wirtschaftskrise unbekannten Ausmasses entfesselt, betonten die UN in New York. Zwar sei die Zahl der Neuinfektionen und die der Todesfälle im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 in den vergangenen Wochen zurückgegangen. Über den künftigen Verlauf der Pandemie und ihre wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen bestünden aber weiterhin Unsicherheiten.

"Ohne schnelle Durchbrüche bei der Impfstoff- und Therapieentwicklung wird die Welt nach Covid-19 wahrscheinlich erheblich anders sein", so die Vereinten Nationen. Es drohten eine langsame Erholung und ein anhaltender Wirtschaftseinbruch - mit zunehmender Armut und Ungleichheit./lkl/DP/he

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Schweizer Finanzchefs sorgen

Schweizer Finanzchefs sorgen sich um ihre Lieferketten

Weil Schweizer Firmen so stark auf externe Partner angewiesen sind, wollen Finanzchefs hierzulande augrund der Coronakrise vor allem die Supply-Bereiche stärken.

14.05.2020 12:48

Schweizer Firmen sind besonders stark auf ihre Lieferketten angewiesen und versuchen diese in Zeiten von Corona besonders zu stärken. "Es gibt klare Tendenzen, dass die Schweizer ihre Supply Chains sehr klar analysieren und auch Veränderungen in diesem Bereich in Betracht ziehen", sagte Reto Brunner vom Beratungsunternehmen PwC. Das ergibt sich aus der neuesten CFO-Befragung des Unternehmens, bei der über 800 Finanzchefs von grossen Firmen aus der ganzen Welt teilgenommen haben.

Drei Viertel der Schweizer Finanzchefs gab an, dass ihre Firma als Reaktion auf die Krise zusätzliche Beschaffungsoptionen prüft. Zudem wollen viele der Befragten die Einsicht in ihre Lieferantennetzwerke erweitern und die Standorte ihrer Zulieferer diversifizieren. Alle drei Optionen werden von Schweizer Finanzchefs wesentlich häufiger in Betracht gezogen als von ihren Kollegen aus anderen Ländern.

Das Resultat wiederspiegle klar, wie international Schweizer Unternehmen aufgestellt seien, so Brunner: "Viele sehr erfolgreiche Unternehmen in der Schweiz sind in der Supply Chain stark vernetzt und haben einen grossen Sourcing-Anteil. Sie sind angewiesen auf die globalen Zulieferer."

Strategisch Planen

Brunner geht davon aus, dass die Talsohle der Krise nun überschritten ist, auch wenn weitere Wellen nochmals herbe Rückschläge bedeuten könnten. Für Firmen gelte es nun, wieder längerfristig und strategisch zu planen. "In den letzten sechs Wochen wurde stark taktisch gearbeitet. Jetzt stellen sich viele die Frage, wie das 'New Normal' aussieht." Als Firma müsse man sich überlegen, wie man etwa die Geschäftsmodelle anpassen müsse, um auch nach der Krise wieder erfolgreich zu sein - ohne Anspruch darauf, dass alles wieder wie vorher sein wird.

Gerade im Bereich des Beschaffungsmanagements, gelte es nun zusätzliche Fragen zu stellen: "Es kommt eine ganz andere Risikokomponente hinzu: Man muss auch prüfen, wie stark die Lieferkette und einzelne Zulieferer von einem Lockdown betroffen sind und wie sich dies auf die lokalen Märkte in einer Pandemie auswirkt."

Vertrauen in Mitarbeitende gross

Die CFOs aus der Schweiz haben im globalen Vergleich mehr Vertrauen in ihre Mitarbeitenden. Sie erwarten grösstenteils, dass die Produktivität ihrer Firma auch dann aufrechterhalten wird, wenn die Mitarbeitenden von zuhause aus arbeiten. "In der Vergangenheit sahen wir bei Firmen häufig eine gewisse Vorsicht, was das Homeoffice angeht", sagte Reto Brunner. Durch die Krise habe das Homeoffice an Anerkunnung gewonnen. Inzwischen gaben mehr als zwei Drittel der Schweizer Befragten an, Fernarbeit auch künftig erlauben zu wollen, global nur die Hälfte.

Dass Schweizer Finanzchefs ihren Mitarbeitenden tendenziell eher zutrauen, von zuhause auch gute Arbeit zu leisten, verortet Brunner auch in der Kultur der Schweizer Arbeitswelt: "Es gehört im Grundsatz zur Attitüde von Schweizer Arbeitnehmenden, gewissenhaft und professionell zu arbeiten."

CFOs in der Schweiz sind aber auch ganz allgemein in der Krise optimistischer als anderswo, wie die Befragungen der letzten Wochen von PwC zeigten. Während andere den Kopf in den Sand stecken, zeigte sich der Grossteil der Befragten optimistisch, was die Auswirkungen der Krise auf das Geschäft angeht. Laut Brunner ist das auf zwei Aspekte zurückzuführen: "Einerseits sind Schweizer Unternehmen - durch Finanzkrise, Frankenschock, Handelskrisen etc. - krisenerprobt, was ihnen einen gewissen Grundoptimismus gibt."

Andererseits sei die Schweiz sehr innovativ, was sich auch an der hohen Anzahl an Patenten und Startups hierzulande zeige, sagte Brunner. "Die Schweiz kann sich gut neu erfinden. Das hilft ihr auch in der Krise."

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Swissmechanic erwartet wegen

Swissmechanic erwartet wegen Corona weiteren Einbruch im 2. Quartal

Das Geschäftsklima für kleine und mittlere Industriebetriebe (KMU) hat sich wegen der Coronakrise deutlich verschlechtert. Und es dürfte noch schlimmer werden. Insgesamt gibt sich die MEM-Branche aber trotzdem zuversichtlich, die Krise meistern zu können.

14.05.2020 11:48

Das Swissmechanic-Wirtschaftsbarometer Mai 2020 zeige, wie dramatisch sich die Lage der befragten Unternehmen im April verschlechtert habe, heisst es in der am Donnertag veröffentlichten Umfrage des KMU-Verbands der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) bei über 400 Unternehmen. Die Branche habe aber rasch auf die Krise reagiert.

67 Prozent der Firmen hätten Kurzarbeit und 34 Prozent einen staatlichen Überbrückungskredit beantragt. Zudem traten die Betriebe auf die Kostenbremse. 72 Prozent hätten einen Einstellungs- und 68 Prozent einen Investitionsstopp vorgenommen. Nur 16 Prozent hätten Entlassungen ausgesprochen, hiess es.

Weitere Verschlechterung im 2. Quartal

82 Prozent der befragten KMU rechnen damit, dass die Aufträge im zweiten Quartal weiter einbrechen würden. Die reibungslose Produktion sei beeinträchtigt. 42 Prozent der befragten Unternehmen berichteten von Unterbrüchen in den Lieferketten, 25 Prozent von Personalausfällen in Folge von Krankheit, Quarantäne oder Betreuungspflichten.

Zudem litten die KMU unter einem ausgeprägten Nachfrageeinbruch. Aufgrund der globalen Rezession, des starken Anstiegs der Unsicherheit und des erhöhten Liquiditätsbedarfs treten die Kunden der MEM-Branche auf die Investitionsbremse.

Starke Erholung in den Jahren 2021 und 2022

Die Branche blickt aber auch mit etwas Zuversicht nach vorne. Falls die Pandemie unter Kontrolle bleibe, könnte es in den kommenden Jahren zu starken Nachholeffekten kommen. Nur eine kleine Minderheit, nämlich 6 Prozent, der über 400 befragten Unternehmen sehe mittelfristig ein ernsthaft erhöhtes Konkursrisiko auf sich zukommen. Dies zeige, dass die Firmen über den gegenwärtigen Sturm hinausblicken.

Das Hilfspaket des Bundes, bestehend aus Überbrückungskrediten sowie der Ausweitung der Kurzarbeitsentschädigung, hat vielen KMU geholfen, kurzfristig über die Runden zu kommen. Das Schlimmste wurde damit vorerst abgewendet. Swissmechanic fordert angesichts der Unsicherheit über die weitere Entwicklung, die Laufzeit der Überbrückungskredite auf 8 bis 10 Jahre zu verlängern und die verbürgten Kredite als Kredite mit notrechtlichem Rangrücktritt zu betrachten, um die Gefahr von Überschuldungen zu minimieren.

pre/jb

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Weltwirtschaft könnte wegen

Weltwirtschaft könnte wegen Corona bis zu 8,8 Billionen Dollar einbüssen

Die Coronavirus-Krise wird der Weltwirtschaft in diesem Jahr Einbussen von 5,8 bis 8,8 Billionen Dollar bringen. Dies geht aus einer aktualisierten Schätzung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) vom Freitag hervor.

15.05.2020 06:31

Das wären 6,4 bis 9,7 Prozent des globalen Bruttoinlandproduktes. Die Prognose ist pessimistischer als noch im April. Damals hatte die ADB globale Verluste von zwei bis 4,1 Billionen Dollar vorhergesagt. Inzwischen haben die Experten die Folgen der weitreichenden Coronavirus-Restriktionen in ihre Rechnungen einbezogen, wie es am Freitag weiter hiess.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Parketthandel an der Wall

Parketthandel an der Wall Street wird Ende Mai fortgesetzt

Der traditionelle Parketthandel an der New Yorker Wall Street soll nach mehr als zweimonatiger Unterbrechung wegen des Coronavirus-Pandemie wieder beginnen. Es steht das Datum am 26. Mai im Raum.

15.05.2020 06:31

Dabei sollen aber Auflagen zum Schutz vor dem Virus gelten, wie Börsenchefin Stacey Cunningham am Donnerstag (Ortszeit) in der Zeitung "Wall Street Journal" ankündigte. Die Zahl der Händler soll reduziert werden. Ausserdem müssten sie Atemschutzmasken tragen und Abstand voneinander halten.

Der Parketthandel an der Wall Street war Mitte März ausgesetzt worden, nachdem einer der dort Beschäftigten positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der elektronische Handel wurde jedoch stets fortgesetzt.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Switzerland Innovation

Switzerland Innovation startet Ausschreibung für Innovationsprojekte

Die Stiftung "Switzerland Innovation" startet eine Ausschreibung zur Förderung von Innovationsprojekten. Diese solle sich den drängendsten Problemen der Gegenwart annehmen, wie die Stiftung am Freitag mitteilte.

15.05.2020 08:20

Ausgangslage dieser ersten Ausschreibung sind Gesundheit, Klimaschutz oder nachhaltiges Wachstum sowie andere grundlegende wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Themen der UNO-Agenda 2030. "Switzerland Innovation" will Innovationsprojekten mit einem von sechs ausgewählten UNO-Zielen zum Durchbruch verhelfen.

Um sich für einen Zuschuss zu qualifizieren, müsse das vorgeschlagene Projekt auf eine fortgeschrittene Technologie setzen, die innerhalb der nächsten drei Jahre zur Reife und Anwendung gelange. Die Initiative unter dem Namen "SI Tech4Impact" will fünf bis sieben Projekte mit einem einjährigen Zuschuss von jeweils bis zu 100'000 Franken unterstützen.

Finanziert werden die Fördermittel von den Partnern ABB, Credit Suisse, Mobiliar, Economiesuisse, Interpharma, Schindler, Swiss Re Foundation, Swisscom, UBS und Zurich Versicherungen. Die operative Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit der "Tech4Impact"-Initiative der EPFL, also der eidgenössischen technischen Hochschule in Lausanne.

cf/ra

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Klaus Wellershoff: «Wir

Klaus Wellershoff: «Wir rauschen momentan in die grösste Rezession unserer Lebzeit»

Der Ökonom Klaus Wellershoff befürchtet in der Coronakrise am meisten, dass Gesellschaften instabil werden infolge Vertrauensverlust in die Institutionen. Er empfiehlt im cash-Interview, die Aktienquote tief zu halten.

https://www.cash.ch/news/politik/cash-interview-klaus-wellershoff-wir-rauschen-momentan-die-groesste-rezession-unserer-lebzeit-1546722

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Bundesamt für Landwirtschaft

Bundesamt für Landwirtschaft erteilt Selbstversorgung eine Absage

Der Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), Christian Hofer, hat einer Selbstversorgung der Schweiz eine Absage erteilt. "Die Schweiz hat zu wenig Land, um sich selbst zu versorgen", sagte er der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Montag.

18.05.2020 06:43

"Wir werden immer abhängig sein vom Ausland", betonte der Direktor. "Wir müssen gute Beziehungen zum Ausland pflegen", mahnte er.

Hofer widerspricht in dem Interview auch dem Präsidenten des Bauernverbandes Markus Ritter, der mindestens gleich viel bis bisher im Inland produzieren will. "Nur die Kalorien zu zählen, welche die Landwirtschaft produziert, ist gefährlich", entgegnete der BLW-Direktor auf eine entsprechende Frage. Eine Ernährungssicherheit sei viel mehr als dies. Die Schweiz müsse das landwirtschaftliche Wissen erhalten und das Land müsse schauen, dass die Böden fruchtbar blieben, betonte Hofer.

Erhöhung der Importe

"Weniger Massenproduktion, mehr Qualität. Auf diesem Weg gehen wir weiter", hiess es vom BLW-Direktor Hofer zudem. Ganz punktuell könne es sogar Sinn ergeben, mehr zu importieren, erklärte er. "Weil wir so die Umwelt schonen." Und falls irgendwann wieder eine Krise komme, könne die Schweiz auf fruchtbarem Böden anbauen.

Die aktuelle Krise habe zudem gezeigt, dass die Strategie der Versorgungssicherheit funktioniere, sagte er. "Wir mussten nie auf die Pflichtlager zurückgreifen", so Hofer gegenüber der "NZZ". Die Schweiz habe aber auch Schwachstellen erkannt - so komme das Saatgut für Gemüse zu 100 Prozent aus dem Ausland, erklärte er. "Auch beim Dünger, beim Treibstoff und bei Pflanzenschutzmitteln sind wir angewiesen auf Importe." Die Lieferungen solcher Güter seien aber durchaus ins Land gekommen, und es habe keine Engpässe gegeben, hiess es.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Schweiz soll Grossbritannien

Schweiz soll Grossbritannien genau beobachten

Zurzeit verhandelt Grossbritannien gleichzeitig mit der EU und den USA über ein Handelsabkommen.

17.05.2020 16:11

Ein Gedankenspiel mit Rolf Weder, Professor für Aussenwirtschaft und Europäische Integration an der Universität Basel, was das für die Schweiz bedeuten könnte. Das Vereinigte Königreich profitiert von den durch den EU-Austritt erlangten Freiheiten und verhandelt auch mit den USA über ein Freihandelsabkommen. "Damit sendet London Richtung Brüssel das Signal aus: Wir haben Alternativen zu euch", sagt Weder.

Ausserdem hatte auch die EU dereinst selbst versucht, ein umfassendes Handelsabkommen - bekannt unter dem Akronym TTIP - mit Washington auszuhandeln. Das Vorhaben wurde aber wegen grossem öffentlichem Widerstand auf Eis gelegt.

"Auch Bern will schon lange ein Freihandelsabkommen mit Washington", sagt Weder. Dieses sei jedoch am Widerstand vor allem der Bauern gescheitert. "Gesamtwirtschaftlich würde sich ein Freihandelsabkommen mit den USA positiv auswirken." Daher sei die Schweiz gut beraten, das Verhalten von Grossbritannien genau zu beobachten.

Unterschiedliche Standards kein Problem

Für das Vereinigte Königreich ist die EU immer noch der wichtigste Handelspartner. Gemäss dem britischen statistischen Amt exportierte es 2019 Güter und Dienstleistungen im Wert von 296,8 Milliarden Pfund in die EU. In die USA waren es im gleichen Zeitraum 133,7 Milliarden Pfund.

Entsprechend seien die Briten bei den Verhandlungen mit den USA nicht unter Zeitdruck - im Gegenteil, wie der Aussenhandelsspezialist sagt. "Sie können es köcheln lassen, das stärkt ihre Position gegenüber der EU." Bedingung sei natürlich, dass die Verhandlungen zwischen Brüssel und London nicht ergebnislos abgebrochen werden.

Käme es schliesslich zu Handelsabkommen mit den USA und der EU, dann sei dies kein Problem. Ein Land könne mehrere Freihandelsabkommen mit Partnerländern haben, die über unterschiedliche Standards verfügen, sagt Weder mit Blick auf die Schweiz. Sie hat zurzeit etwa 35 Freihandelsabkommen, die meisten im Rahmen der Europäischen Freihandelszone EFTA, zu der auch Norwegen, Liechtenstein und Island gehören.

Deshalb sieht der Ökonom im Falle Grossbritanniens auch mögliche unterschiedliche Sozial- und Umweltstandards in den verschiedenen Abkommen nicht als Problem.

Anschluss der Schweiz an Freihandelsabkommen denkbar

Falls Grossbritannien sich entscheiden sollte, seine Standards weiterhin an denjenigen der EU zu orientieren, um einen besseren Zugang zum EU-Binnenmarkt zu erhalten, kann es trotzdem mit den USA ein Freihandelsabkommen abschliessen, das unter Umständen tiefere Standards hat. Ursprungsregeln werden verhindern, dass Güter aus den USA über Grossbritannien in die EU gelangen.

Käme tatsächlich ein Freihandelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA zustande, stellt sich für Weder die Frage, ob es für die Schweiz nicht von Vorteil wäre, sich anzuschliessen - eventuell über eine reformierte EFTA.

"Diese Länder würden dann wirtschaftlich miteinander kooperieren, ohne politisch integriert zu sein, wie das in der EU der Fall ist." Dies würde den Wettbewerb in Europa beleben. und der alternative Club könnte ein "attraktives Gefäss für andere Länder" sein.

EU ist ohne Druck nicht reformfreudig

"Für die EU selbst wäre es natürlich eine Herausforderung." Gleichzeitig könnte es eine positive Auswirkung haben. "Denn wie wir feststellen müssen, ist die EU nicht sehr reformfreudig, möglicherweise aber hilft der Druck von aussen. Und das wäre gut für ganz Europa", sagt Weder.

Natürlich aber werde die EU es den Briten nicht leicht machen, weil sie die Reihen innerhalb der EU geschlossen halten wolle. "Ausserdem hätten bei erfolgreichen Verhandlungen zwischen London und Washington die Firmen in der EU einen Nachteil zu den britischen Firmen beim Zugang zum US-Markt", fügt Weder an.

Ob und mit wem Grossbritannien am Ende ein Freihandelsabkommen abschliessen wird, ist zurzeit offen. Am Freitag ging erneut eine Verhandlungsrunde zwischen Brüssel und London ohne nennenswerte Fortschritte zu Ende. Zudem lehnen es die Briten bis jetzt ab, die Übergangsphase zu verlängern, die mehr Zeit für eine Einigung brächte.

Damit steigt allenfalls der Druck auf die EU, Konzessionen zu machen. Aber auch ein No-Deal-Brexit im Dezember wird dadurch wahrscheinlicher. Bei letzterem würden dann nur noch die Marktzugangsregeln der Welthandelsorganisation (WTO) zwischen der EU und Grossbritannien gelten. Die WTO hat jedoch in den letzten Jahren stark an Bedeutung eingebüsst.

"Gerade im Falle eines No-Deal-Brexit wäre es wichtig für die Briten, sich für eine Stärkung der WTO einzusetzen", sagt Weder. Eine starke WTO sei auch im Interesse der Schweiz.

(SDA)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Europas Bankaktien so billig

Europas Bankaktien so billig wie nie zuvor – aber niemand kauft sie

Wer dachte, dass Reise-Aktien unter der Pandemie leiden, sollte einen Blick auf europäische Banken werfen. Doch gerade die UBS gilt bei Analysten eigentlich als krisenresistenter Titel.

18.05.2020 13:36

Während sich jeder andere Sektorindex seit den März-Tiefs erholt hat, finden die Banken immer neue Tiefststände. Obwohl sie auf dem niedrigsten Niveau aller Zeiten notieren und Geldinstitute von Bank of America bis hin zu Oddo BHF Kaufempfehlungen abgegeben haben, stossen die Bankaktien auf wenig Interesse bei den Anlegern. Nachdem der Markt wieder vorsichtig wird, hat sich der Fokus auf die hohe Risikovorsorge der Branche, die düsteren Gewinnaussichten und den möglichen langfristigen Schaden durch das Virus verlagert.

Der Euro Stoxx Banks Index, eine Messgrösse für Bankaktien im Euroraum, fiel letzte Woche auf ein Allzeittief. Der breitere Stoxx 600 Bank Index, zu dem auch eine Reihe von britischen, schweizerischen, skandinavischen und polnischen Kreditinstituten gehören, kam einem Rekordtief sehr nahe. Letzterer ist in diesem Jahr um 43% gesunken, in Europa die schlechteste Branchenperformance zusammen mit Tourismuswerten.

Es stellt sich die Frage: Wie viel Abwärtspotenzial ist bereits eingepreist? Banken sind auf dem Papier billiger als je zuvor, wobei das geschätzte Preis-Buch-Verhältnis der Branche das niedrigste aller Zeiten ist, nachdem es kürzlich unter das Niveau der weltweiten Finanzkrise gefallen ist. Nadege Dufosse, Leiter Asset Allocation bei Candriam Investors, sagte: „In Europa könnten Banken und Autos gemessen am Wert die attraktivsten Sektoren sein, die bei einer beginnenden Normalisierung in Betracht gezogen werden sollten.“

Höhe der Verluste entscheidend

Ein entscheidender Faktor ist die Höhe der Verluste, die Banken aufgrund der Coronavirus-Krise erleiden könnten. Zwangsläufig sind solche Prognosen mit grosser Unsicherheit verbunden. Doch sagen Analysten von Barclays Plc immer noch, dass zwischen den Verlusterwartungen und der Risikovorsorge der Banken im ersten Quartal eine ziemliche Lücke besteht.

“Dies deutet darauf hin, dass entweder noch viel mehr auf uns zukommt oder dass der Markt und unsere Szenario-/Stresstests das Endergebnis bei weitem überschätzen”, schrieben Analysten um Amit Goel. Es gibt auch eine breite Spanne dessen, was einzelne Bankaktien bereits einpreisen.

Laut Bank-of-America-Stratege Sebastian Raedler spiegeln die Bankwerte zwar die derzeitige Schwäche der Wachstumsdynamik im Euroraum nicht vollständig wider, es bestehe jedoch Potenzial für eine kurzfristige Rally der Aktien. “Wir bleiben in europäischen Banken übergewichtet”, schrieb der Stratege am Freitag in einer Notiz. Seine Prognosen für eine Erholung der PMIs im Euroraum und einen Anstieg der Bundrenditen bedeuten für Bankaktien ein Aufwärtspotenzial von 30% oder mehr bis Anfang des vierten Quartals.

Aufwärtstrend? 

Der jüngste Renditeanstieg der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen hatte keinen Einfluss auf die relative Performance der Banken, da die Anleger auf eine stärkere Bewegung auf dem Rentenmarkt warten.

Raedler betonte, dass Banken tendenziell von sinkenden US-Hochzinsanleihe-Spreads profitieren, und sagte, dass eine allmähliche Erholung der globalen Wachstumsdynamik, der Spielraum für höhere Ölpreise und die Unterstützung durch die US-Notenbank eine Reduzierung der Hochzins-Spreads in den nächsten sechs Monaten signalisieren.

Der BofA-Stratege ist nicht der einzige, der einen Aufwärtstrend für den abgeschlagenen Sektor vorhersagt. Bottom-up-Analysten gehen davon aus, dass die Aktien des Stoxx-600-Banks-Index in den nächsten 12 Monaten um 39% steigen werden. Das ist der höchste Wert unter allen Sektoren, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Kurszielen hervorgeht.

JPMorgan Chase & Co. rät wie Barclays zu Selektivität bei Engagements in dem Sektor und nennt Gewinn und Kapitalstärke als die wichtigsten Überprüfungskriterien. Analysten um Kian Abouhossein empfehlen KBC Group NV, BNP Paribas SA, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA und UBS als Werte, die auch dann gut abschneiden könnten, wenn Risiken auftreten.

(Bloomberg)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Tops und Flops: Auffällige

Tops und Flops: Auffällige Schweizer Aktien Mitte Mai

Im wackligen Schweizer Aktienmarkt fällt die Orientierung derzeit nicht leicht. cash.ch ordnet daher die Chancen und Risiken bei drei Gewinnern und drei Verlierern der vergangenen fünf Handelstage ein.

18.05.2020 21:20

Von Marc Forster

Während der SMI ziemlich unberechenbar irgendwo über der Linie von 9500 Punkten hin- und hertänzelt, lösen Käufe und Verkäufe bei einzelnen Aktien ziemliche Kursausschläge aus. In den meisten Fällen ist die Coronavirus-Krise der zentrale Grund. Manche Unternehmen bringen Eigenschaften mit sich, die im weiteren Verlauf der Krise noch Vorteile bringen können.

Folgende sechs in diesen Tagen auffällige Aktien hat cash.ch daraufhin untersucht, ob noch Sprit im Tank ist: 

Obseva - Good News reichen für Kurshöhenflug

Wer schlicht keinen Kratzer von der Coronavirus-Krise abbekommt, kann an der Börse jubeln. Und genau so wird die Biotechfirma Obseva derzeit wahrgenommen. 17 Prozent mehr Kurswert in nur fünf Tagen sprechen für sich.

Das Unternehmen forscht gegen Krankheiten und medizinische Komplikationen, die Frauen befallen können oder die mit der Schwangerschaft zu tun haben. Obseva schreibt keinen Gewinn. Im ersten Quartal reduzierte sich das Minus aber etwas. Die finanziellen Mittel des Biotechunternehmens dürften für das laufende Jahr ausreichen.

Aber wie alle Biotech-Aktien ist Obseva sehr volatil. Zur Erinnerung: Im November 2019 tauchte der Kurs an einem Tag um 38 Prozent, weil das Unternehmen mit seinem wichtigsten Produkt, dem Fruchtbarkeitsmittel Nolasiban, in einer zulassungsrelevanten Studie floppte. Im Moment setzen Investoren ihre Hoffnungen vor allem in die Obseva-Entwicklung Linzagolix. Dieses Medikament wirkt gegen eine bestimmte Art von Gebärmuttertumoren. Bei Obseva kann das Kursglück derzeit noch schneller drehen als bei anderen Aktien.

Beste und schlechteste Kurse von SPI-Aktien in den vergangenen fünf Handelstagen (Grafik: Bloomberg).

Zur Rose - Online-Boom in der Coronakrise hilft

Während sehr viele Unternehmen unter der Coronakrise massiv leiden, steigt bei der Versandapotheke Zur Rose das Bestellvolumen. Dass Zur Rose Krisengewinner ist, belegen auf den ersten Blick die Kurszahlen: Investoren haben die Aktie in den letzten fünf Handelstagen um fast 10 Prozent nach oben getrieben.

Stoff, aus dem Investorenträume sind, sind vor allem auch die 62 Prozent, welche die Aktie seit Anfang Jahr zugelegt hat. Der Swiss Performance Index (SPI) entwickelt sich mit einer Year-to-Date-Bilanz von -6,6 Prozent im Vergleich dazu immer noch negativ.

Die Zur-Rose-Aktie hat wegen der Coronakrise klar eine Auftriebphase. Dies muss man auch nicht kleinreden, denn es zeigt, was für ein Potential im Geschäftsmodell mit dem Online-Medikamentenhandel steckt. Die Kursentwicklung ist aber immer noch sehr empfindlich auf schnell auftretende Probleme. Zur Rose ist defizitär und die Expansion in den Märkten Schweiz und vor allem Deutschland kostet. Die kritische Grösse für ein Wachstum aus eigener Kraft hat Zur Rose im Moment nicht.

«Fear of Missing Out»: Der Optimismus an den Börsen ist gefährlich

VZ Holding – Finanzplanung ist ein Zukunftsgeschäft

Die Krise zeigt wieder einmal, wie schnell Leute Angst vor der Zukunft bekommen. Finanzplaner sind heute mehr als sonst gefragt, weil sie eine gewisse Sicherheit bei den persönlichen Geldangelegenheiten vermitteln können. Die VZ Holding berät Privatpersonen bei Vorsorge- und Vermögensthemen, vermittelt Versicherungsprodukte und Hypotheken und verwaltet Gelder. Das alles ist stark wachstumsverdächtig.

Klingt fast schon wie ein Geheimtipp. Ein Kursschub von 8 Prozent in einer Woche und von 24 Prozent seit Anfang Jahr verdeutlichen allerdings, dass Investoren VZ und das erfolgreiche Geschäftsmodell dahinter entdeckt haben. Vontobel betrachtet VZ unter den Schweizer Finanzgesellschaften als eines der Unternehmen mit der risikoärmsten Bilanz.

Die VZ-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten (Grafik: bloomberg.com)

LafargeHolcim - Philippinen-Rücksetzer ist nicht so tragisch

Der in der vergangenen Woche berichtete, vorerst geplatzte Verkauf der Philippinen-Ländergesellschaft des weltumspannenden Zementkonzerns ist nicht so tragisch. Ein Kursverlust von 5,8 Prozent seit der vergangenen Woche ist zwar viel, aber kein Beinbruch. 

Den Verkaufsgewinn von etwa 2 Milliarden Dollar hätte das Management zum Schuldenabbau genommen. Aber: Das Philippinen-Geschäft wird LafargeHolcim vielleicht immer noch los. Und Schulden abbauen – ein grosses Thema bei der SMI-Gesellschaft – wird auch auf andere Weisen möglich sein.

Der Philippinen-Rücksetzer kratzt etwas am Erfolgsimage von CEO Jan Jenisch. Ein grösseres Problem ist natürlich die Rezession. Doch LafargeHolcim ist effizienter aufgestellt als vor einigen Jahren und wird besser darin, Cash-Flow zu generieren. Die Baukonjunktur in Asien könnte sich von der Coronakrise schneller erholen, als dies einige befürchten. Die vielen positiven Kommentare und Ratings der Analysten zur Aktie haben durchaus ihre Berechtigung.

Die Kurse der 20 SMI-Aktien in den vergangenen fünf Handelstagen (Grafik: Bloomberg).

Cembra – Aktionäre sind sich anderes gewohnt

Aktionäre der Cembra Money Bank kannten bei ihrem Papier für Jahre vor allem eine Richtung – nach oben. Dazu gibt es noch massig Dividende. Doch die Coronakrise hat die Erfolgssträhne nun beendet. Die Rezession verdirbt den Leuten die Lust am konsumieren, und das belastet Kreditverleiher wie Cembra. Geschäftsziele für 2020 führt die Bank nicht mehr auf.

In den letzten fünf Tagen ist der Kurs um 10 Prozent zurückgegangen. Vom Kursstand von Anfang Jahr sind noch drei Viertel übrig. Ein Grund mag sein: Bankaktien ergeht es im Moment besonders schlecht.

Trotzdem glaubt die Zürcher Kantonalbank (ZKB), dass die Krise Cembra nützen könnte: Vor allem dank der günstigen und einfach konzipierten Migros-Kreditkarte, die über die Bank läuft. Das Unternehmen ist stark beim Eigenkapital und grosszügig bei der Dividende (Rendite: 4,7 Prozent). Cembra ist heute eine Qualitätsaktie und wird an der Börse wieder gefragt sein. Und jetzt ist sie gerade günstig, was sie zuvor lange nicht gewesen ist.

Günstiger geworden: Noch hat Cembra den Corona-Absturz nicht aufgeholt (Kurs 12 Monate, Grafik: Bloomberg).

Klingelnberg - Von der Auto- und der Coronakrise erfasst

Mit dem Maschinenbauer Klingelnberg ist nach wie vor kein Staat zu machen. Seit dem IPO Mitte 2018 ist es mit dem Kurs fast nur nach unten gegangen, die Bilanz ist -71 Prozent. Allein seit Anfang Jahr hat sich der Kurs fast halbiert. Die Coronakrise wird rote Zahlen bringen, bereits wurden 200 Stellen gestrichen. In den vergangenen fünf Tagen ist es mit dem Kurs um 16 Prozent zurückgegangen: Der Markt behandelt Klingelnberg in etwa so schlecht wie den Krisenkonzern Aryzta.

Ein Chaos wie bei Aryzta muss bei Klingelberg aber nicht aufgeräumt werden. Die Maschinen des deutsch-schweizerischen Unternehmens, die gerade und kegelförmige Zahnräder herstellen können, gehören einem hohen Industriestandard ab. Nicht geholfen hat Klingelnberg allerdings, dass viele der Kunden Autohersteller sind. Diese waren schon vor Corona in der Krise.

Mit Maschinen für das Wälzschleifverfahren für Stirnräder will Klingelnberg in einem anderen Markt Fuss fassen. Ein guter Schritt mit guten Erfolgsaussichten, selbst wenn die Konkurrenz stark ist. Derzeit zu Klingelnberg eine Prognose zu machen ist allerdings schwierig.  

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Ehemaliger SNB-Präsident Roth

Ehemaliger SNB-Präsident Roth warnt vor Griff nach der Notenpresse

Ex-Nationalbankchef Jean-Pierre Roth warnt davor, Gelder der Nationalbank zur Bewältigung der Kosten der Corona-Krise einzusetzen.

24.05.2020 16:16

Um das gewaltige Loch zu stopfen, das die Coronakrise in die Kassen des Bundes reisst, fordern Politiker und Ökonomen Gelder und Zahlungen der Nationalbank. Das sei "ein gefährlicher Griff nach der Notenpresse", warnt der frühere SNB-Präsident Jean-Pierre Roth in der "Sonntagszeitung".

Jede Gewinnausschüttung einer Zentralbank führe zu einer Zwangs-Geldschöpfung, so Roth weiter, der die SNB von 2001 bis 2009 präsidierte. "Eine Übertragung von zum Beispiel 25 Milliarden Franken würde eine starke Ausdehnung der Liquidität in der Wirtschaft bedeuten." Das wäre auch dann so, wenn es sich um eine einmalige Aktion handle.

Eine solche Transaktion erhöhe die Geldmenge um 25 Milliarden Franken und zwinge die Nationalbank dazu, 25 Milliarden ausserhalb ihrer Geldpolitik in die Wirtschaft zu pumpen, erklärt Roth weiter. "Das wäre ein eklatanter Verstoss gegen das in der Verfassung festgelegte Prinzip, wonach die Nationalbank ihre Geld- und Währungspolitik als unabhängige Zentralbank zu führen hat."

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Nur weil Aktien abstürzen,

Nur weil Aktien abstürzen, sind sie nicht zwangsläufig billiger

Wenn sich der Kurs einer Aktie halbiert, wird aus ihr nicht zwingend ein Schnäppchen – zumindest nicht im Verständnis der Börsianer.

24.05.2020 15:30

Von Claude Chatelain

Manche sagen sich: Das Coronavirus hat für einen Kurssturz an den Aktienmärkten gesorgt. Die Aktien sind deshalb billig, also decken wir uns mit Dividendenpapieren ein. Aber sind die Aktien wirklich billiger geworden?

Vor Ausbruch der Corona-Krise kosteten die Aktien der Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re bis zu 117 Franken. Heute ist das gleiche Papier für gut 60 Franken zu haben, also für etwa den halben Preis. Ein Schnäppchen also? So etwas wie ein Ausverkauf? Der Betrag von 117 Franken durchgestrichen, neuer Preis: 60 Franken!!!

Ausverkauf vielleicht schon, aber Schnäppchen nicht unbedingt.

Ob eine Aktie als teuer oder als billig gilt, hängt nicht vom absoluten Kaufpreis ab. Massgebend ist vielmehr, wie viel Potenzial man einer Aktie zutraut. Börsianer orientieren sich für die Beurteilung an Kennziffern. Eine der wichtigsten ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Dividiert man den Kurs durch den geschätzten Gewinn pro Aktie, so ergibt sich eben das KGV. Banker sprechen von Price-Earnings-Ratio, P/E-Ratio oder ganz einfach P/E. Englisch ist nun mal die Sprache der Finanzwelt.

Das KGV gibt also an, mit dem Wievielfachen des auf sie entfallenden Gewinns eine Aktie aktuell bewertet wird. Mit steigenden Kursen steigt bei gleich bleibendem geschätztem Gewinn das KGV. Ein hohes KGV deutet auf eine teure Aktie hin.

Wobei auch diese Aussage zu relativieren ist. Bei Roche beträgt das KGV rund 22, bei Swisscom 15, und bei der UBS liegt es zwischen 7 und 8. Und doch kann man nicht daraus schliessen: Roche ist teuer, Swisscom ist fair bewertet, und UBS ist ein Schnäppchen.

Massgebend ist immer auch der Wirtschaftszweig, in welchem ein Unternehmen tätig ist. Branchen ohne Wachstumsfantasie haben tiefere KGV. Umgekehrt gelten Firmen mit einem hohen Wachstumspotenzial und einem hohen KGV nicht unbedingt als teuer, wenn man eben davon ausgeht, dass ihre Gewinne in Zukunft nur so sprudeln. Dass die Grossbanken derzeit tiefe KGV aufweisen, hängt mit ihren hohen Risiken zusammen und dem Fakt, dass Investoren am Modell der Universalbank zweifeln.

Schliesslich kommen noch weitere Aspekte hinzu: In Zeiten tiefer Zinsen sind Obligationen uninteressant. Also fliesst das Geld eher in Aktien, was ein höheres KGV rechtfertigt. Zudem ist das KGV immer auch im langfristigen Vergleich zu beurteilen.

Wir fassen zusammen: Wenn die Aktie von Swiss Re nur noch halb so viel kostet wie vor zwei Monaten, so ist das damit zu erklären, dass die Investorengemeinde rund um den Globus davon ausgeht, dass die zukünftigen Gewinne nicht so hoch ausfallen werden, wie man sich das Ende Februar noch erhofft hatte.

"Alles Quatsch", sagte mir ein Rentnerkollege, mit dem ich mich etwa über Aktienmärkte austausche. "Für mich ist eine Aktie teuer, wenn sie keine Dividenden ausschüttet." Päng. Der sitzt.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Anlegen im Alter: Fünf Aktien

Anlegen im Alter: Fünf Aktien für ein Pensionierungs-Portfolio

Aktienanleger wissen: Risikoreiche Anlagen sollten im Alter laufend reduziert werden. Das ist aber kein Grund, nach der Pensionierung ganz auf Aktien zu verzichten. Fünf Ideen für ein Alters-Portfolio.

25.05.2020 21:05

Von Marc Forster

Es gehört zu den unumstösslichen Gegebenheiten des menschlichen Lebens, dass bei 30-Jährigen der Anlagehorizont ein ganz anderer ist als bei über 60-Jährigen. Ist man jung, kann man noch viele Börsenkrisen überstehen. Im Pensionsalter wirken sich Börsenschwankungen leider empfindlicher aus: Zeit die man hat, um Kursverluste aufzuholen, wird kürzer.

Eine Faustregel meint, man solle pro Jahr nie mehr als vier Prozent des Vermögens verbrauchen. Dies mag leichter gesagt sein, als getan. Bringen Aktien aber auch Einkommen, schmilzt ein Vermögen weniger schnell. Also: Dividenden sind besonders wichtig. 

Defensive Aktien wiederum reduzieren das Risiko, dass man Aktien im dümmsten Moment verkaufen muss. Sie schwanken aller Erfahrung nach weniger unberechenbar als risikoreichere Investments. 

Defensive Evergreens im Schweizer Markt sind die Pharmatitel Roche, Novartis und Lonza sowie der Nahrungsmittelmulti Nestlé aus dem SMI. cash.ch schlägt aber noch fünf weitere Titel vor, die eine solide Entwicklung versprechen: Drei Titel aus der Schweiz und zwei aus dem US-Markt.

SGS: Die Öl-Abhängigkeit sinkt

Der früher "Surveillance" genannte Konzern gilt als "Semi-Zykliker". Das wechselnde wirtschaftliche Glück von Unternehmen und die Konjunkturlage gehen am Warenprüfer nicht ohne Spuren zu hinterlassen vorbei. Allerdings hat die SGS das Exposure zum volatilsten Geschäftsfeld, der Ölindustrie, in den vergangenen Jahren abgebaut.

Der SGS nützt es, dass die Regulierung zunimmt und Prüfungen und Zertifizierungen von Waren und Anlagen regelmässig wiederholt werden müssen. Das Unternehmen kauft immer mal wieder zu und hat so Potential, seien Wert zu steigern. Der Aktienkurs hat sich in den zehn Jahren vor Beginn der Coronakrise verdoppelt. Durch den Krisen-Kurseinbruch ist SGS günstiger, aber nicht per se weniger attraktiv geworden (Kurs-Gewinn-Verhältnis laut Bloomberg: 25). Und: Die Dividendenrendite liegt derzeit bei überdurchschnittlichen 3,6 Prozent.

Swisscom: Ohne den «Obligationen-Ersatz» geht es nicht

Ein Kursrenner ist die Schweizer Telecom-Nummer-Eins nicht. Der Kurs steht nur 37 Prozent höher als vor zehn Jahren. Allerdings: Mit Bankaktien konnte man im in der gleichen Zeit bis 80 Prozent des Investments verlieren. 

Swisscom-Aktien werden mit der Dividende im Hinterkopf gekauft. Im Moment erlauben die jährlichen Ausschüttungen eine Rendite von 4,5 Prozent. Die gut zur Hälfe vom Bund kontrollierte Swisscom ist und bleibt ein "Obligationen-Ersatz". Beachten muss man allerdings auch: Eine Dividendenerhöhung hat es bei Swisscom seit Jahren nicht mehr gegeben. Anleger müssen wegen der schrumpfenden Margen im Swisscom-Heimmarkt eher mit einer Dividendenkürzung rechnen.

Lange galten auch Versicherer wie Zurich oder Swiss Re als solide Dividendentitel. Die Coronakrise hat dieses Image leider etwas angekratzt (cash berichtete).

Banque Cantonale Vaudoise: Nicht wie andere Bankaktien

Zu Bankaktien wird selten geraten, wenn es um mittel- und langfristige Qualitätsanlagen geht. Die Kursperformance vor allem grösserer Schweizer Aktien war in den vergangenen Jahren schwach. Bei Banken bestehen immer noch viele Risiken.

Eine Ausnahme bildet die Banque Cantonale Vaudoise, kurz BCV. Eine Auszeichung in der Branche ist die Verdoppelung des Aktienkurses seit der Finanzkrise. Im Moment liegt der Kurs schon wieder höher als vor dem Anfang der Coronakrise. Die BCV hat einen guten Mix aus Kleinkunden- und Firmengeschäft und betreut auch onshore Privatkunden. Die Staatsgarantie des Waadtlandes wurde in den letzten Jahren nicht strapaziert. Aber vor allem: Mit 4 Prozent Rendite ist die Westschweizer Staatsbank eine bewährte und beliebte, gute Dividendenzahlerin.

McDonalds: Fast Food hin oder her, die Aktie ist gesund

Im Rentenalter (und eigentlich schon vorher) wird der Arzt von übermässigen Genuss von saucentriefenden Burgern und Pommes Frites mit Mayonnaise abraten. Aber die Aktie von McDonalds kann man sich dennoch gönnen. Selbst ein Monument ungesunden Essens wie McDonalds hat – zumindest etwas mehr – auf die Gesundheitsschiene umschwenkt.

Die Dividendenrendite des US-Unternehmens ist mit 2,7 Prozent eher durchschnittlich. Fast Food ist weltweit aber dermassen beliebt, dass das US-Unternehmen zu einer krisenfesten Anlage wird. Selbst nach den Corona-Verwüstungen an der Börse ist die Aktie noch doppelt so viel wert wie vor fünf Jahren. 

Coca-Cola: Dividendenpolitik hebt das Getränke-Imperium in den Adelsstand

Langlebigkeit und Solidität im Geschäft findet man häufig bei Konsumgütern. Und wenn es ein Produkt gibt, das seit über 100 Jahren sinnbildlich für Konsum steht, ist es Coca-Cola. Das Unternehmen trägt die Distinktion eines "Dividenden-Aristokraten", ist also eine Gesellschaft, die während mindestens 25 Jahren schon ihre Ausschüttungen regelmässig erhöht hat. Bei Coca-Cola ist dies schon seit 1920 der Fall. Die Dividendenrendite beträgt derzeit 3,6 Prozent.

Die Coronakrise hat den über die Jahre stetig steigenden Kurs um ein Drittel einbrechen lassen – dies bringt aber auch Gelegenheiten. Laut Finanzchef John Murphy kann Coca-Cola auch einen schweren Schock verkraften. Fan der Coca-Cola-Aktie ist übrigens auch Warren Buffett: Der Starinvestor wird im August 90 Jahre alt – so falsch kann man als Pensionär mit Coca-Cola demnach nicht liegen.  

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Aussenhandel bricht im April

Aussenhandel bricht im April deutlich ein

Der Lockdown hat den Schweizerischen Aussenhandel im April stark zurückgebunden. Die Ausfuhren sanken saisonbereinigt um 11,7 Prozent und die Einfuhren um 21,9 Prozent. Die Uhrenexporte sind mit Minus von rund 80 Prozent gar regelrecht eingebrochen.

26.05.2020 08:00

ra/rw

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Aktienrally verpasst? Bei

Aktienrally verpasst? Bei diesen Aktien gibt es noch Rabatte

Wer vor zwei Monaten die Gelegenheit für günstige Zukäufe oder Einstiege verpasst hat, dürfte sich über die jüngste Rally ärgern. Doch cash zeigt fünf Aktien, deren Erholung erst noch bevorsteht.

26.05.2020 22:15

Von Henning Hölder

Eine Umfrage der Bank of America zeigt es: Die allermeisten Börsen-Profis haben die jüngste Aktienmarkterholung verpasst. Zwei Drittel der von der Bank of America befragten Fondsmanager gaben an, dass sie von einer U- bis W-förmigen Entwicklung der Kurse ausgegangen seien.  

70 Prozent waren in der Umfrage der Meinung, dass stattdessen eine "Bärenmarktrally" stattfinde, also eine Kurserholung in einem gesamthaft schwächer werdenden Markt. Die Folge: Die Profis haben sich überwiegend defensiv positioniert, halten grosse Teile in Cash und sie sind so stark in Anleihen investiert wie seit dem Sommer 2009 nicht mehr. Damit ging die Aktienrally der letzten zwei Monate weitestgehend an ihnen vorbei.

Diese Nachricht dürfte Privatanleger nicht beruhigen, die sich derzeit darüber ärgern, den Tiefpunkt an den Börsen im März nicht für Einstiege genutzt zu haben. Doch es gibt noch eine gute Nachricht: Auch nach zwei Monate steigender Kurse an den Börsen gibt es noch Aktien, deren Erholung erst noch bevorsteht.

Cembra – der gefallene Star

Bevor die Corona-Krise auch den Schweizer Aktienmarkt durchgeschüttelt hat, war Cembra unter Anlegern und Analysten ein kleiner Star. Noch Mitte Februar konnte die Konsumkreditbank die ohnehin positiven Analysteneinschätzungen für Umsatz und Gewinn übertreffen. Die Integration des akquirierten Mitbewerbers Cashgate verlief tadellos, man hatte ein neues Kreditgeschäft für KMU lanciert und für Ende Jahr wurde das erste Kreditkartenprodukt mit der Partnerin Migros Bank angekündigt.

Kursentwicklung der Cembra-Aktie in den letzten zwölf Monaten, Quelle: cash.ch.

Doch die Corona-Krise und düstere Aussichten für den Konsum haben die Aktie zweitweise um 40 Prozent abstürzen lassen. Vor allem die mangelnde Nachfrage nach Fahrzeugfinanzierungen und Privatkrediten machen Anlegern Sorgen. Dabei gibt es gute Gründe für eine baldige Erholung der Cembra-Aktie.

Das Unternehmen ist äusserst solide kapitalisiert und dürfte eine gewisse Durststrecke bei den Konsumkrediten wegstecken können. Zudem beträgt das wachsende Kreditkartengeschäft mittlerweile ein Drittel zum Ertrag bei. Wird die Wirtschaft weiter geöffnet, winken hier weiter steigende Erträge. An den langfristigen Wachstumsaussichten bei Cembra hat sich wenig geändert. So günstig wie jetzt war der ehemalige Börsen-Star lange nicht zu haben.

AB InBev – starke Marktstellung, exzellenter Cashflow

Dem belgischen Getränke-Multi gehören acht der zehn weltgrössten Biermarken. In sieben der zehn grössten Biermärkte hat Anheuser-Busch (AB) InBev die Pole-Position inne. Unter anderem deswegen wird der Konzern auch als das "Coca Cola der Bierbranche" bezeichnet. Soll heissen: Die Marktstellung von AB InBev ist enorm. Daran ändert auch der Absturz an der Börse nichts. Noch immer notiert die Aktie mehr als 40 Prozent unter ihrem Vor-Corona-Kurs.

Kursentwicklung der Aktie von AB InBev seit Anfang Jahr, Quelle: cash.ch.

Der Getränkemulti steht zweifelsohne vor Herausforderungen, die sich folgerichtig im Aktienkurs widerspiegeln. So ist die Verschuldung aufgrund der vielen Akquisitionen enorm hoch. Die Rohstoffpreise sind zuletzt gestiegen und die Schwellenländer-Währungen, in denen Ab InBev einen Grossteil seines Umsatzes verrechnet, haben zuletzt deutlich abgewertet. Die durch das Coronavirus geschlossenen Bars und Restaurants gaben der Aktie den jüngsten Tiefschlag.

Doch die langfristigen Aussichten sind aufgrund der enormen Markmacht und der stabilen Nachfrage weiterhin intakt. Der Konzern wirtschaftet extrem profitabel. Die operative Gewinnmarge beträgt 31 Prozent und wird jedes Jahr gesteigert. Kaum ein anderes Unternehmen generiert so viel Cashflow. Zum Vergleich: Die ebenfalls sehr profitable Nestlé weist eine Marge von 17 Prozent auf. Zudem macht Ab InBev grosse Fortschritte im Schuldenabbau. Selten gab es einen Konsumgüter-Multi so günstig wie jetzt.

Flugzeugbauer Airbus & Boeing – antizyklisch investieren

Zugegeben, die Reisebranche gleich derzeit einem Trümmerhaufen. Weltweit stehen ganze Flotten still. Laut Schätzungen sind während der Corona-Krise etwa 90 Prozent des weltweiten Flugverkehrs weggebrochen. Was einige Airlines fast in die Pleite treibt (siehe Lufthansa-Rettung), verunsichert auch die Aktionäre von Flugzeugbauern. Airbus und Boeing notieren trotz allgemeiner Aktienrallye noch immer 55 respektive 60 Prozent unter ihren Vorkrisenniveaus.

Und mag ein Investment in die Reiseverkehrsbranche derzeit noch so nach einem Himmelfahrtskommando klingen - auf langfristige Sicht gibt es Gründe für einen jetzigen Einstieg. Stichwort antizyklisches Investment. Auch wenn die Corona-Krise nachhaltig für sinkende Passagierzahlen sorgen sollte, wird es nach wie vor neue Flugzeuge brauchen.

Experten gehen sogar davon aus, dass die Flugzeugbauer einen Schub erhalten werden, da die Airlines aus Kosten- und Umweltgründen dazu angehalten sind, ihre alten Kerosinschleudern gegen neue, energiesparsamere Modelle zu ersetzen. Und da führt für die Airlines weiter kein Weg an Airbus und Boeing vorbei. Deren Burggräben sind so tief wie in kaum einer anderen Branche.

Berkshire Hathaway – Warren Buffett mit grossem Rabatt

Auch die Aktie der von Warren Buffett geführten Berkshire Harthaway rauschte in der Corona-Krise rund 30 Prozent in die Tiefe. Die Erholung blieb bis heute weitestgehend aus. Vor einigen Wochen trennte sich die weltweit grösste Investment-Gesellschaft von sämtlichen Positionen in Airlines.

Trotzdem sollte es nicht verwundern, wenn die Aktie bald zur Erholung ansetzt. Der Wert des Portfolios – und damit der innere Wert der Aktie – hat sich durch die Krise nicht so dramatisch verändert, wie es der Kurs suggeriert. Die mit Abstand grösste Position Apple (41 Prozent des Depots) bewegt sich wieder auf Vorkrisenniveau. Andere Positionen wie Coca Cola haben zwar tatsächlich gelitten, dürften langfristig aber wieder rentieren.

Wer Warren Buffetts Berkshire Hathaway schon immer mal mit Rabatt haben wollte, sollte jetzt noch zuschlagen.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Martin Neff: «Ich halte böse

Martin Neff: «Ich halte böse Überraschungen für möglich»

Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff schliesst eine schnelle Erholung der Wirtschaft aus, wie er im cash-Interview sagt. Er erklärt die Börsenerholung und findet nachträgliche Kritik am Bundesrat nun «fast schon schäbig».

https://www.cash.ch/news/top-news/cash-interview-martin-neff-ich-halte-boese-ueberraschungen-fuer-moeglich-1552870

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Wirtschaftskrise ist laut KOF

Wirtschaftskrise ist laut KOF-Direktor noch längst nicht ausgestanden

Trotz der ersten positiven Effekte durch gelockerte Massnahmen im Zuge der Coronakrise ist die Schweizer Wirtschaft weit von einer Normalisierung entfernt. Die Konsumentenstimmung im Inland muss sich laut KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm zuerst richtig erholen.

28.05.2020 06:40

Zusätzlich habe die Schweiz als Exportland das Problem, dass die internationale Konjunktur noch lange nicht wieder so laufe wie vor der Krise, sagte Sturm in einem Interview mit dem Tamedia-Medien (Donnerstagausgabe).

In vielen Ländern sei die gesundheitliche Krise noch nicht überwunden. Das gelte nicht zuletzt für die USA, Grossbritannien und für Länder der Europäischen Union, die für die Schweizer Unternehmen wichtige Absatzmärkte seien.

Rezession unvermeidlich

Eine Rezession sei unvermeidlich. Zwar dürfte es im Detailhandel und bei einzelnen Dienstleistungsbranchen eine Erholung geben. In der Industrie sei jedoch zu befürchten, dass die Krise erst richtig begonnen habe. Die Auftragsbücher leerten sich.

Und dort, wo es Aufträge gebe, komme es zu Produktionsengpässen, weil Lieferketten unterbrochen seien und deshalb Vorleistungsprodukte fehlten. In diesen Branchen werde die Krise noch sehr viel länger dauern, prognostiziert Sturm.

Die Massnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft, die Bund und Kantone ergriffen hätten, bereits wieder aufzuheben, sei problematisch. Ein zu rasches Ende könne zu Arbeitslosigkeit führen. Nicht alle Unternehmen dürften rasch aus der Kurzarbeit herauskommen.

Motor wieder in Gang bringen

Der Staat sollte sich überlegen, wie er den Motor der Wirtschaft wieder in Gang bringen könne, sagte Sturm. Zum Beispiel könnte die Nationalbank eine Erhöhung der Sozialbeiträge verhindern, indem sie die Arbeitslosenversicherung stütze.

Auch könnte das in der Not geschaffene Instrument der Kredite vorläufig beibehalten werden, um auf diese Weise Investitionen der Unternehmen anzukurbeln. Trotz aller Bemühungen werden die Arbeitslosigkeit steigen. Die KOF rechnet in diesem Jahr im Schnitt mit einer Quote von 3,6 Prozent und für 2021 mit 4,3 Prozent.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Dividendenerwartungen haben

Dividendenerwartungen haben sich stabilisiert

Die Coronavirus-Krise zwingt europäische Unternehmen dazu, ihre Dividendenpläne zu überdenken. Das hat auch Folgen für die Erwartungshaltung an der Börse. Eine britische Grossbank gibt nun aber Entwarnung.

28.05.2020 08:24

Von Lorenz Burkhalter

In vielen Teilen der Welt ist die Anzahl der Neuerkrankungen am Coronavirus stark rückläufig. Dennoch finden sich auch in Europa viele Unternehmen im "perfekten Sturm" wieder. Nicht wenige haben deshalb schon vor Wochen in den Überlebens-Modus geschaltet. Dazu zählt auch, die ursprünglichen Dividendenpläne über den Haufen zu werfen. Gerade bei den Banken geschah dies nicht ganz freiwillig, sondern auf Druck der Regulatoren hin.

Dass Unternehmen ihre Dividende kürzen oder gar ganz streichen, ist und bleibt ein zentrales Thema an den Aktienmärkten. Das kommt nicht von ungefähr. Denn je nach Betrachtungszeitraum tragen Dividenden bei Aktien bis zu zwei Dritteln zur Gesamtrendite bei. Mit anderen Worten: Dividenden sind aus Sicht eines Aktienanleger sehr viel mehr als bloss ein Apropos.

Zumindest für Europa lässt sich nun aber Entwarnung geben. Wie die britische Barclays am frühen Donnerstagmorgen in einem Strategiepapier schreibt, haben sich die Dividendenerwartungen in den letzten Wochen stabilisiert. Das gilt auch für die Erwartungen an die Dividenden für das laufende Jahr, welche erst im nächsten Frühling zur Auszahlung kommen. Dabei stützen sich die Autoren der Grossbank einerseits auf die Dividenden-Futures, andererseits aber auch auf Erhebungen der Beratungsfirma Markit ab.

Die Schweiz steht vergleichsweise gut da

Durchschnittlich waren die Dividendenerwartungen über die grössten europäischen Unternehmen hinweg seit Jahresbeginn um 33 Prozent rückläufig. Dass sich die Erwartungen bei den Firmen aus dem Gesundheitssektor dabei mehr oder weniger stabil entwickelten, dürfte niemanden überraschen. Bei Unternehmen aus den Wirtschaftszweigen Grundstoffe, Industrie und Finanzen gingen die Dividendenerwartungen hingegen um durchschnittlich rund 40 Prozent zurück. Anders als in den USA zählen die Technologiefirmen in Europa zu den Verlierern. Bei ihnen gingen die Dividendenerwartungen um mehr als 60 Prozent zurück.

Anleger, die auf Schweizer Aktien setzen, kommen hingegen mit einem blauen Auge davon. Alleine schon aufgrund der Dominanz der drei konjunkturresistenten Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis waren die Dividendenerwartungen am Schweizer Aktienmarkt nur leicht rückläufig. Selbst bei den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse oder den Versicherern Zurich Insurance und Swiss Life setzten die Analysten bisweilen nicht den dicken Rotstift an. Ob das so bleibt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
KOF-Konjunkturforscher

KOF-Konjunkturforscher erwarten Einbruch im Tourismus

Nach einem Rekordjahr kommt nun der Absturz im Schweizer Tourismus. Die Coronapandemie sorgt laut einer Studie der KOF für einen bespiellosen Einbruch. Eine Entlassungs- und Konkurswelle dürfte folgen.

28.05.2020 13:43

Dabei sei der Start in die vergangene Wintersaison noch vielversprechend verlaufen, teilte die der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) am Donnerstag in einem Communiqué mit. Die Coronapandemie habe den Tourismus dann zum Stillstand gebracht. Im März hätten praktisch alle ausländischen Gäste die Schweiz die Schweiz verlassen. Die Übernachtungen in den Hotels brachen um 62 Prozent ein.

Im April wurde es noch schlimmer. 90 Prozent der Auslastung in den Hotels sei weggefallen, sagte KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm in einer Online-Medienkonferenz. Im Mai dürfte der Einbruch 80 Prozent betragen haben. Für die gesamte Wintersaison 2019/2020 bedeute dies einen Rückgang der Zahl der Logiernächte um 23 Prozent gegenüber der Vorjahressaison, stellte die KOF fest.

Die Zahl der Übernachtungen dürfte auf 12,9 Millionen gefallen sein. Dies sind 3,8 Millionen Übernachtungen weniger als im Winter 2018/19. Ohne Coronavirus hätte es ein Wachstum gegeben, sagte Sturm.

Düstere Aussichten im Sommer

Für den Sommer sieht es trotz der allmählichen Lockerungen noch düsterer aus. Hier prognostiziert die KOF einen Einbruch von 37 Prozent. Dass die Schweizer ihre Ferien in diesem Sommer vermehrt im eigenen Land verbringen werden, könne den Wegfall der ausländischen Touristen nicht wettmachen. Für die Sommersaison rechnet die KOF mit einem Taucher der Übernachtungen auf 14,2 Millionen von 22,6 Millionen im Vorjahr.

Besonders betroffen seien die Städte. Hier dürfte sich die Auslastung wegen des Veranstaltungsverbots, des Einbruchs der Geschäftsreisen und Verhaltensänderungen mehr als halbieren. Die Städte würden nicht davon profitieren, dass die Schweizer vermehrt im eigenen Land Ferien machen würden, sagte KOF-Tourismusexperte Florian Hälg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Die Nachfrage der Schweizer in Stadthotels dürfte um ein Fünftel sinken.

Dramatisch ist der Einbruch bei den Touristen aus fernen Ländern, deren Übernachtungen von 6,6 Millionen im Vorjahr auf noch 1,7 Millionen zusammenschmelzen dürften. Darunter würden vor allem jene Hotels leiden, die sich auf asiatische Gäste spezialisiert hätten, sagte Sturm. Asiaten würden häufiger in Städten übernachten als in den Bergen. Erleichterungen für die Reisebeschränkungen für Länder ausserhalb Europas dürften erst im Herbst kommen.

Bei den inländischen Touristen dürfte es im Sommer dagegen eine starke Erholung geben, sagte Sturm. Im Juli und August rechnet die KOF mit einem Plus von 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon würden vor allem der Alpenraum und das Tessin profitieren.

Dennoch werde die inländische Nachfrage den Ausfall der Auslandsnachfrage im Sommer bei weitem nicht kompensieren können. Während die Zahl der Übernachtungen in den Städten mehr als halbieren werde, betrage der Rückgang in den Bergen rund 20 bis 30 Prozent, schätzt die KOF.

1,8 Milliarden Umsatzverlust

Im gesamten Tourismusjahr 2020 werde die Zahl der Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent sinken. Während das Minus bei der inländischen Nachfrage mit 14 Prozent vergleichsweise gering ausfalle, sei der Rückgang im internationalen Geschäft massiv (-45 Prozent).

Gesamthaft rechnet die KOF wegen des Coronavirus mit einem Verlust von 14,3 Millionen Übernachtungen im Tourismusjahr 2020 gegenüber dem Szenario ohne Pandemie. Die Schweizer Hotels dürften 1,8 Milliarden Franken Umsatz einbüssen.

Steile Erholung reicht nicht

Im nächsten Jahr werde es dann wieder steil bergauf gehen. Die Übernachtungen im Winter dürften um ein Viertel zulegen, im Sommer gar um knapp 60 Prozent, schätzt die KOF. Trotz der markanten Erholung werde auch 2021 das Niveau von 2019 noch nicht wieder erreicht, sagte Sturm. Das dürfte bis 2022 dauern.

Zuerst werde sich die Nachfrage in Europa erholen. Bei den Gästen aus fernen Ländern werde der Anstieg in Asien schneller vor sich gehen als bei den amerikanischen Gästen. Die Zahl nordamerikanischer Touristen dürfte auch 2022 noch nicht das Niveau von 2019 erreichen, sagte Sturm.

Dies hat massive Auswirkungen auf die Branche. Der KOF-Direktor rechnet mit einer Konkurswelle in der Schweizer Tourismusbranche. "Wir gross die Welle ist, trauen wir uns nicht zu sagen." Es werde zu einer schmerzhaften Strukturbereinigung kommen.

Auch eine Entlassungswelle sei zu befürchten. Derzeit seien 200'000 Angestellte auf Kurzarbeit. Das seien drei Viertel des Personalbestands der Branche. Keine andere Branche sei so stark getroffen von der Pandemie. Das Geschäftsklima sei eingebrochen. "Das haben wir nicht mal zu Zeiten des Frankenschocks in den Jahren 2011 und 2015 gesehen", sagte Sturm.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
2020 trotz Rally

2020 trotz Rally schlechtestes Börsenjahr seit langem

Trotz der jüngsten Kurserholung steuern die weltweiten Aktienmärkte einer Reuters-Umfrage unter Marktstrategen zufolge auf ihr schlechtestes Jahr seit etwa einem Jahrzehnt zu. Unter dem Strich dürften alle 17 Leitindizes, die im Zentrum der Erhebung standen, 2020 mit einem Minus abschliessen.

28.05.2020 15:34

Elf der Barometer dürften sich so schwach entwickeln wie seit Anfang des Jahrzehnts nicht, acht davon sogar so schwach wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr, ergab die Umfrage unter mehr als 250 Analysten in Asien, Europa und Amerika. Immerhin 70 Prozent der Experten gehen aber davon aus, dass die Tiefstpunkte vom März nicht mehr unterschritten werden. Damals waren die Kurse binnen weniger Tage kollabiert.

Seither haben sie einen grossen Teil der Verluste wieder aufgeholt. Die Analysten verwiesen jedoch auf die Risiken, wie eine zweite Welle mit Coronavirus-Neuinfektionen, die Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäfte der Firmen, die Spannungen zwischen den USA und China sowie die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA.

"Ich wiederhole ein weiteres mal, dass die Märkte die Realität nicht vernünftig abbilden, und die Macht der Märkte liegt nicht in ihrer Höhe, sondern in ihrer ehrlichen Preisfindung", sagte Michael Every, Stratege bei der Rabobank. "Sie sollen der kleine Junge sein, der darauf hinweist, dass der Kaiser nackt ist. Wenn sie das nicht tun, sind sie für nicht viel gut."

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Domtom01
Bild des Benutzers Domtom01
Offline
Zuletzt online: 11.08.2020
Mitglied seit: 09.01.2014
Kommentare: 3'278
heute verkaufen

Wieder mal Zeit, Gewinne zu realisieren. Nur meine Meinung

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 31.07.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Diese Frühzykliker unter den

Diese Frühzykliker unter den Schweizer Aktien werden schon jetzt interessant

Die Zeit nach der Finanzkrise von 2008 machte es vor: Frühzyklische Aktien stiegen in der damaligen Erholung enorm. cash.ch nimmt fünf Aktien unter die Lupe und beantwortet die Frage, ob sie einmal mehr profitieren.

02.06.2020 22:05

Von Manuel Boeck

"Frühzykliker" sind die ersten, die von einer Erholung profitieren. Denn diese Unternehmen stehen am Anfang der Produktionskette. Ihnen kommen höhere Investitionen und Ausrüstungskäufe der Unternehmen direkt zugute. Die Frühzykliker sind schon früh im anziehenden Konjunkturzyklus an den Börsen gefragt.

Es ist kein Zufall, dass frühzyklische Werte schon kurz nach dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise 2008 eine Rally erlebten. Dieses dauerte bei der am Schweizer Aktienmarkt mehrheitlich bis ins 2011. Erst dann stoppte die Euro-Schuldenkrise die nach oben laufenden Kurse.

Die Aktien von ABB, Bossard, Clariant, Phoenix Mecano und Tornos legtenzwischen 2009 und 2011 eine beeindruckende Erholungsrally hin.Sie legten zwischen 51 und 174 Prozent zu. Im Nachgang der Finanzkrise stiegen der SMI und der SPI dagegen nur um 20 beziehungsweise 30 Prozent an. 

Auch seit dem Tiefstand in der Corona-Krise am 23. März haben diese fünf Aktien aufgeholt. Eine Outperformance gegenüber dem Markt ist nicht nicht bei allen ersichtlich, allerdings handelt es sich im Vergleich zu 2009  bis 2011 auf eine wesentlich kürzere Betrachtungsfrist: 

Titel Performance (1. Januar 2009 - 1. Januar 2011) Performance (23. März 2020 - 2. Juni 2020)
ABB +51 Prozent +32 Prozent
Bossard +156 Prozent +47 Prozent
Clariant +174 Prozent +27 Prozent
Phoenix Mecano +95 Prozent +15 Prozent
Tornos +80 Prozent +26 Prozent
Swiss Market Index (SMI) +20 Prozent +22 Prozent
Swiss Performance Index (SPI) +30 Prozent +24 Prozent

 

Die Aktien sollten aber im Auge behalten werden. Gemäss den Analysten vom Raiffeisen sollte der Boden in der Corona-Krise im zweiten Quartal erreicht sein. Daher wäre aufgrund der Erfahrung aus der Weltfinanzkrise eigentlich spätestens jetzt der Zeitpunkt zum Einstieg gekommen.

ABB - Trendwende in Sicht

Die Aktien des Traditionskonzerns ABB erreichten im Januar 2018 ihren Höchststand seit der Finanzkrise. Seitdem haben sie sich in einem Abwärtstrend befunden und gut einen Viertel ihres Werts verloren.

Die konjunkturelle Verlangsamung hat ihre Spuren schon vor dem Corona-Einbruch im März hinterlassen. Seit Jahresbeginn stehen die Aktien 16 Prozent im Minus. Über diese negative Bilanz kann auch die kräftige Erhollung seit Mitte März mit einem Plus von 32 Prozent nicht hinwegtäuschen.

Der Kursverlauf bei ABB seit November 2017 (Grafik: cash). 

Der Technologiekonzern musste die Ziele für das laufende Geschäftsjahr aufheben. Doch die Mittelfristziele blieben bestehen und das Unternehmen schlug sich im ersten Quartal besser als erwartet. Zudem könnten die bestehenden kostensenkenden Programme die Marge in Zukunft verbessern.

Das Margenwachstum ist auch das Hauptargument für die Analysten der Grossbank Barclays, die Aktien von ABB Anfang Mai mit einem Preisziel von 24 Franken und dem Rating "Übergewichten" zu versehen. Das entspricht immerhin einem Aufwärtspotenzial von 22 Prozent. Sollte der Tiefpunkt der Rezession schon erreicht sein, sollte das anziehende Wachstum die Marge steigen lassen und der ABB-Aktie zusätzlichen Schwung verleihen.

Bosshard - Abwärtstendenz trotz hoher Marge

Das auf industrielle Verbindungstechnik spezialisierte Unternehmen Bossard reagierte auf die Corona-Krise mit einer Dividendenkürzung und Kurzarbeit. Doch Bossard war schon vor der Corona-Krise wegen der konjunkturellen Verlangsamung unter Druck. Die Aktien verloren seit ihrem Allzeithoch im Januar 2018 kontinuierlich an Wert. Insgesamt ging es trotz Erholungsrally seit Mitte März um 43 Prozent abwärts.

Das Geschäftsmodell von Bossard zeichnet sich im Branchenvergleich dennoch durch eine hohe Profitabilität aus. Die operative Marge soll auch in der Corona-Krise im Bereich zwischen 10 und 13 Prozent zu liegen kommen. Dies deutet darauf hin, dass Bossard die Kosten im Griff behält. Trotzdem verfügt das Geschäftsfeld von Bossard über vergleichsweise tiefe Eintrittsbarrieren, was die hohe Marge bei zunehmender Konkurrenz in der Zukunft gefährden könnte.

Die Analysten von Baader Helvea und UBS glauben auch nicht, dass der Aktienpreis die kommenden Quartale reflektiert. Sie gehen von einem Preisziel von 110 und 107 Franken aus, was heute einem Kursrückgang von 20 und 22 Prozent entspricht. Ein Einstieg ist daher auch bei der heutigen Bewertung nicht empfehlenswert.

Clariant - Schöngeschrumpft für die Übernahme

Der Chemiekonzern Clariant schrumpfte sich in den vergangenen Jahren schön und konzentriert sich nun auf seine profitablen Kerngeschäfte. Den Anlegern hat dies bis jetzt wenig genützt. Auch bei Clariant herrscht seit Januar 2018 ein negativer Trend beim Aktienwert. Letzterer hat sich bis heute um einen Drittel reduziert.

Und: Seit dem zweiten Quartal 2018 und mit Ausnahme des Ausreissers im vierten Quartal 2019 konnte Clariant mit ihren Ergebnissen die Erwartungen am Markt nicht mehr erfüllen. So sind die Aktien von Clariant gemäss einem Analystenbericht von JPMorgan wegen der zu hohen Erwartungen immer noch ein wenig zu teuer gegenüber dem restlichen Sektor. Die Analysten von JPMorgan sehen daher ein Preisziel von 17.99 Franken als realistisch, was nur 2 Prozent unter dem momentanen Preis liegt.

Was den Anlegern laut den Analysten von JPMorgan helfen könnte: Clariant gilt als Übernahmekandidat. Wer will, kann hier eine Wette auf ein Take-Over wagen. Und auch von einem kommenden Konjunkturaufschwung könnte Clariant wie in der Vergangenheit überdurchschnittlich profitieren.

Phoenix Mecano - Wie der Name sagt, «aus der Asche»?

Der Gehäuse- und Komponentenbauer Phoenix Mecano ist wegen Corona schwach ins Jahr gestartet. So erreichten die chinesischen Standorte wegen der Quarantänemassnahmen nur etwa die Hälfte des üblichen Produktionsniveaus. Doch die konjunkturelle Verlangsamung ist schon seit Anfang 2018 bemerkbar. Knapp 40 Prozent verloren die Aktien in den letzten drei Jahren. Und seit dem Tiefpunkt am 23. März konnten die Aktien nur 15 Prozent zulegen.

Der Kursverlauf bei Phoenix Mecano seit November 2017 (Grafik: cash). 

Gemäss den Analysten der UBS ist der Boden bei der Kursentwicklung noch lange nicht erreicht. Diese bekräftigen ihre Empfehlung "Verkauf" mit einem Preisziel von 300 Franken. Eine weitere Kurskorrektur von 21 Prozent ist gemäss den UBS-Analysten daher noch möglich.

Die UBS-Analyse kommt nicht aus dem Nichts: Auch das Industrieunternehmen Phoenix Mecano erlitt wie viele andere Unternehmen im Startquartal 2020 einen Gewinneinbruch und kürzte daraufhin die Dividende. Der Umsatz und der Auftragseingang konnten hingegen gesteigert werden. Im Moment ist bei Phoenix Mecano abwarten die richtige Strategie. Spätestens die Halbjahreszahlen versprechen mehr Durchblick.

Tornos - Zwei Krisen auf einmal

Der Werkzeugmaschinenbauer Tornos durchläuft eine zweifache Krise: Die Auto- und Corona-Krise. Doch auch wie bei den anderen Frühzyklikern geht es beim Aktienkurs schon seit Anfang 2018 nur in eine Richtung: Nach unten. Die Aktien verloren seit April 2018 alles in allem 68 Prozent an Wert. Allein in diesem Jahr geht es trotz Erholungsrally um 29 Prozent abwärts.

Das Unternehmen mit dem Ankeraktionär Walter Fust erwartet im ersten Halbjahr wegen des Auftragseinbruchs in der Corona-Krise einen markant tieferen Umsatz und einen Reinverlust. Trotzdem zeugt die Eigenkapitalquote mit 64 Prozent von finanzieller Unabhängigkeit. Und das Unternehmen hat in den letzten Jahren unter CEO Michael Hauser Kosten und Kapazitäten gesenkt und neue Maschinen entwickelt.

So könnte das stark zyklische Unternehmen nach dem Durchschreiten der Talsohle stark zulegen. Dennoch: Ein Engagement bei Tornos-Aktien bleibt Investoren mit einer überdurchschnittlichen Risikofähigkeit vorbehalten. Tritt der Aufschwung ein, winken dafür umso höhere Gewinne.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Seiten