CH-relevante Börsenthemen Jahr 2021

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CH-relevante Börsenthemen Jahr 2021

Bankexperten setzen auch 2021 vor allem auf Aktien

Die Covid-19-Pandemie dürfte die Wirtschaft und die Finanzmärkte in den kommenden Monaten weiterhin im Griff behalten.

24.11.2020 14:30

Die Aussicht auf mehrere Impfstoffe gegen und Medikamente zur Behandlung von Covid-19 geben aber Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität und hellen die Aussichten für die Weltwirtschaft auf. Kein Wunder zählen Aktien zu den bevorzugten Anlagemöglichkeiten im kommenden Jahr.

Die Experten der Banken Credit Suisse, Deutsche Bank und das UBS Asset Management erwarten 2021 eine Erholung der Weltwirtschaft. Die CS schätzt ein Wachstum von 4,1 Prozent. Wie dem am Dienstag veröffentlichten Investment Outlook 2021 der CS zu entnehmen ist, dürften die USA ein BIP-Wachstum von 4,2 Prozent, die Eurozone von 4,6 Prozent und die Schweiz von 3,5 Prozent erreichen. Angeführt werde die globale Entwicklung mit +7,1 Prozent von China, das auch 2020 ein Wachstum verzeichnet.

Aktien bleiben erste Wahl

Aktien dürften von den wegen der Pandemie ergriffenen Stimulusmassnahmen und der Konjunkturerholung Unterstützung erhalten. Vor allem im Vergleich mit den niedrig rentierenden Anleihen seien Aktien attraktiv, heisst es bei der CS. Dabei dürften Schwellenländeraktien aufholen. Aufwärtspotenzial gebe es auch bei deutschen Aktien. Zu den bevorzugten Sektoren zählt die Bank das Gesundheitswesen und Materialien. Auch in zyklischen Sektoren zeichneten sich zunehmend Gelegenheiten ab.

Die Deutsche Bank rät in ihrem Kapitalmarktausblick 2021 zu Aktien, die im Corona-Jahr 2020 am stärksten gelitten haben. "Die Letzten werden die Ersten sein", heisst es bei der Deutschen Bank anlässlich der Ausblicksveranstaltung 2021. Die Werte sollten sich erholen, die 2020 besonders gelitten hätten. Dazu zählten zyklische Aktien aus den Branchen Tourismus, Industrie, Automobil sowie Metall- und Bergbau. Die Bewertungsunterschiede zwischen Wachstumstiteln und Value-Aktien seien zu gross geworden, um sie zu ignorieren. Klassische Value-Branchen hätten in der Corona-Rezession massive Einbrüche verzeichnet.

Weniger gut könnten teure defensive Werte wie Gebrauchsgüter sowie Nahrungsmittel und Getränke laufen, so die DB. Bei Technologiewerten stimme zwar der langfristige Trend, kurzfristig könnten sie sich aber wegen der zum Teil hohen Bewertung in den kommenden Monaten schlechter entwickeln als Titel anderer Branchen. Entsprechend sei Europa interessanter als die USA, wo IT- und Internetwerte für rund 40 Prozent des Aktienmarktes stünden.

Im Fixed-Income-Segment erwartet die CS bei Kern-Staatsanleihen allenfalls niedrige Erträge. Dagegen seien Hartwährungsanleihen aus den Schwellenländern nach wie vor attraktiv. Investment-Grade-Unternehmensanleihen dürften weiterhin ein gutes Risiko-Ertragsprofil bieten. Bei Hochzinsanleihen würden bonitätsstärkere Segmente bevorzugt.

Rohstoffe mit guter Perspektive

An den Rohstoffmärkten erwartet die CS 2021 ein für Rohstoffe günstiges Umfeld, da die Weltwirtschaft wieder zu einem positiven Jahreswachstum zurückkehre. Während der Glanz des Goldes verblasse, sollten sich Industriemetalle auch laut DB besser entwickeln.

Im Bereich alternative Anlagen dürften Immobilien von der Konjunkturerholung und dem Tiefzinsumfeld profitieren. Dabei gibt die Bank Sektoren, die von einem strukturellen Wachstum profitieren, wie etwa Industrie- und Logistikimmobilien, den Vorzug.

Das UBS Asset Management weist im Ausblick auf die unterschiedliche Entwicklung der Aktien hin. Wegen der negativen Realzinsen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften werde es 2021 schwieriger Erträge zu erzielen. Anleger müssten diversifizieren. Negative Impulse könnten etwa unter anderem von fiskalpolitischen Enttäuschungen ausgehen, während dagegen ein breit verfügbarer Corona-Impfstoff oder die Verbesserung der sino-amerikanischen Beziehungen ein Aktienrally auslösen könnten.

(AWP)

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UBS Asset Management sieht

UBS Asset Management sieht fünf mögliche Überraschungen für das Anlagejahr 2021

UBS Asset Management rät institutionellen Anlegern, sich im Jahr 2021 auf fünf mögliche Szenarien einzustellen.

24.11.2020 13:55

Von Daniel Hügli

Das Krisenjahr dauert noch fünf Wochen, doch es häufen sich bereits die Ausblicke für das Anlagejahr 2021 der Banken und Vermögensverwalter. Auch UBS Asset Management, die Vermögensverwaltungssparte für institutionelle Investoren wie Pensionskassen oder Versicherer, wagt in ihrer Medienmitteilung vom Dienstag einen Blick ins neue Jahr.

Sie sieht darin fünf mögliche Überraschungen, welche für Investoren künftig einen neuen Rahmen geben könnten. "Die Covid-19-Pandemie hat uns alle schockiert, und deshalb lohnt es sich für Anleger, darüber nachzudenken, welche Überraschungen 2021 mit sich bringen könnte und was dies für ihre Investitionsentscheidungen bedeuten würde", wird Bill Gray, Leiter Investments bei UBS Asset Management, in der Mitteilung zitiert. Das sind die möglichen Überraschungen:

  • Einen Anstieg der Cyber-Kriminalität: Das Coronavirus und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen führten in der Pandmie zu erheblichen Anpassungen bei der Heimarbeit, das heisst es wird viel mehr Home Office gearbeitet. Einige Sektoren und Unternehmen könnten dadurch anfälliger werden für Störungen durch Cyber-Angriffe.

 

  • Eine Rally an den Aktienmärkten: Hochwirksame und schnell verteilte Impfstoffe gegen das Coronavirus würden
    eine schnellere Rückkehr zur Normalität ermöglichen bislang als erwartet. In Kombination mit einer nach wie vor ultralockeren Geldpolitik könnte dies zu einer Rallye an den Aktienmärkten führen.

 

  • Eine steuerpolitische Lähmung: Eine mögliche politische Lähmung in den USA und ein abgeschwächter Wille in Europa für fiskalpolitiche Stimuli könnten als "Überbrückung" bis zur Verbreitung der Impfstoffe ausbleiben. Dieses "Loch" könnte zu einem doppelten Einbruch ("Double-Dip") der Weltwirtschaft und der Märkte führen.

 

  • Eine Verlagerung hin zu Small Caps: Steuerrechtliche Änderungen und eine strengere Regulierung der "Big Tech"-Unternehmen könnten einen Wechsel der Investorengelder hin zu den kleinkapitalisierten Unternehmen führen.

 

  • Eine Erholung der Beziehungen zwischen den USA und China. Eine Normalisierung des Verhältnisses zwischen den Grossmächten USA und China hätte eine Verlagerung der Kapitalströme von den Industrie- hin zu den Schwellenländern zur Folge.

 

Eher als Einschätzung denn als Überraschung sieht UBS Asset Management 2021 die Infrastruktur als einen der Hauptnutzniesser von globalen Konjunkturpaketen. Tiefe Renditen auf Staatsanleihen entwickelter Nationen müsste Investoren überdies zu einem Umdenken bewegen. Anleger sollten sich mehr für Schuldtitel aus Schwellenländer interessieren, in in US-Dollar geführt sind. Dazu gehören insbesondere auch chinesische Staatsanleihen.

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Krisenjahr hin oder her: Die

Krisenjahr hin oder her: Die Stimmung für Aktien ist eindeutig bullish

Die Leserinnen und Leser von cash.ch gehen optimistisch ins neue Jahr. In der cash-Umfrage zur Aktienmarktentwicklung bis Mitte 2021 rechnet nur eine Minderheit mit sinkenden Kursen.

20.12.2020 20:05

Von Marc Forster

Was könnte 2021 alles schiefgehen? Die Impfungen gegen Covid-19 schlagen vielleicht in der breiten Masse nicht so gut an wie erhofft. Oder es kommt zu Mutationen beim Virus, die auch den Impfschutz schwächen könnten. Seit dem Wochenende sorgt bereits eine neue Art des Coronavirus in Grossbritannien und Südafrika, die weitaus ansteckender sein soll, für Verunsicherung. Das "Stop-and-go" mit Lockdowns, Lockerungen, gefolgt von weiteren Massnahmenverschärfungen ginge dann weiter. Dies würde nicht nur die Wirtschaft und die Gesellschaft belasten, sondern auch die Stimmung der Anleger. 

Möglicherweise laufen auch die Gewinne der Unternehmen nicht so gut wie erhofft. Die Bilanzsaison von Ende Januar bis Anfang April wird es zeigen. Aber wie dem auch sei, die Leserinnen und Leser von cash.ch, die an der Umfrage "Wo sehen Sie den SMI Mitte 2021?" teilgenommen haben, bleiben sehr optimistisch. 

Wo sehen Sie den SMI Mitte 2021?

16.12.2020 10:29

Der SMI hat sich seit März kräftig erholt steht jetzt bei etwa 10'350 Punkten. 2021 kann sich der Schweizer Leitindex auf verschiedene Weise weiterentwickeln. Sagen Sie in der Umfrage, welches Szenario Sie erwarten.  

Der SMI übertrifft sein bisheriges Rekordhoch von 11'270 Punkten.

35% (2039 Stimmen)

Der SMI wird zulegen, aber den Rekord nicht übertreffen

27% (1579 Stimmen)

Der SMI dürfte in etwa so hoch stehen wie jetzt

14% (818 Stimmen)

Der SMI wird tiefer liegen als jetzt, aber moderat

9% (515 Stimmen)

Der SMI wird deutlich unter 10'000 Punkte fallen

15% (842 Stimmen)

35 Prozent und somit die grösste Gruppe glaubt, dass der SMI bis in die Mitte des neuen Jahres das Rekordhoch vom Februar 2020 übertreffen wird. Der Schweizer Leitindex hatte dannzumal bei 11'270 Punkten gestanden, bevor die Coronakrise mit heftigen Kursverlusten zuschlug. Um den Stand vom Februar 2020 zu erreichen, müsste der SMI, der aktuell bei 10'523 Punkten steht, nur noch um rund 7 Prozent zulegen. 

27 Prozent erwarten einen etwas geringeren Anstieg des SMI. Bei SMI-Prognosen muss natürlich immer klar sein, dass es sich zum grossen Teil um eine Kursvoraussage der drei Schwergewichten NestléRoche und Novartis handelt. Alle drei haben ihren Kursrückgang vom März noch nicht wieder aufgeholt. Mit Nahrungsmitteln bei Nestlé und Medikamenten, Biotechforschung und Diagnostik bei den Pharmaaktien sind sie defensiv ausgerichtet. Sie sind führende Weltkonzerne und innovativ, und Potential haben alle drei.

Möglich ist aber, dass sich die Kurse der drei Konzerne kommendes Jahr nicht so rasch entwickeln und Mitte Jahr nicht viel höher stehen werden als heute. 14 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden glauben denn auch, dass der SMI Mitte Jahr etwa gleich hoch bewertet sein wird wie jetzt.

Doch die Erwartungen sind eindeutig hoch: Nimmt man die sehr optimistischen und die eher optimistischen Leserinnen und Leser zusammen, kommt man auf 62 Prozent. Knapp zwei Drittel. Stellt man die "Seitwärts-Prognostiker" noch dazu, kommt man auf 76 Prozent. 

Die Optimisten setzen auf die gleiche Karte wie viele Anlagechefs, Fondsmanager oder Aktienstrategen: Diese sind in der grossen Mehrheit bullish für 2021. Sie gehen davon aus, dass kotierte Firmen flexibel und innovativ genug sein werden, die Krise zu meistern, ihre Produkte weiterentwickeln werden und ihre Märkte verteidigen können. Die Pleitewelle wegen der Lockdowns, die steigende Arbeitslosigkeit und eine wachsende Verschuldung werden andere treffen, nicht die grossen Unternehmensgruppen an der Börse - so lautet die Annahme.

Aber es gibt ja nicht nur die rosaroten Brillen. In der cash-Umfrage bleiben 24 Prozent, die tiefere Kurse erwarten: 9 Prozent glauben an ein moderat tieferes SMI-Niveau, 15 Prozent an einen Fall deutlich unter 10'000 Punkte. Auch wenn diese Leserinnen und Leser bei der Abstimmung die vielen heutigen Risiken für die Konjunktur und den Finanzmarkt im Hinterkopf gehabt haben dürften und damit wohl einfach nur Realisten sind: Sie bilden (jetzt im Moment) eine kleine Minderheit. 

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Bei euphorischen Börsen

Bei euphorischen Börsen sollten bei Anlegern die Alarmglocken schrillen

Wenn an den Aktienmärkten aus Optimismus Euphorie wird, ist die Gefahr eines Absturzes am grössten.

20.12.2020 14:45

Von Claude Chatelain

Heute wollen wir trotz allem einen Blick aufs kommende Börsenjahr werfen. "Trotz allem" sage ich, weil ich von Börsenprognosen bekanntlich wenig halte. Vor einem Jahr gaben sich all die Börsen-Auguren verhalten optimistisch – wie fast immer. Ich schrieb aber an dieser Stelle: "Ich glaube an den Schwarzen Schwan." Gemeint ist jene Metapher, die für ein Ereignis steht, das man gemeinhin als unmöglich einstuft.

Dann grassierte die Pandemie, mit ihr kam der Lockdown und damit der freie Fall der Aktienkurse. Ich habe also mit dem Schwarzen Schwan ins Schwarze getroffen. Hat mir jemand gratuliert? Es wäre mir entgangen.

Gewiss, ich habe das mit dem Schwarzen Schwan nicht als Prognose verstanden, eher als Warnung. Ein Schulterklopfen habe ich sowieso nicht verdient. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Denn wer bei mir aufgrund dieses Volltreffers hellseherische Fähigkeiten vermutet, den will ich darüber aufklären, dass ich gefühlt 20 Jahre lang steigende Zinsen prophezeit habe, stattdessen sind sie stetig gesunken. Das tat ich zwar nicht öffentlich, aber für mich insgeheim, was ich hier, ehrlich wie ich bin, gerne zugebe.

Übrigens musste ich mir sagen lassen, dass die Pandemie kein Schwarzer Schwan sei. Es sei zumindest in der Wissenschaft bekannt, dass Pandemien auftreten könnten. Für mich ist das eine Wortklauberei. 99,9 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer hätten sich nicht im (Alb-)Traum vorstellen können, was sich eben im ablaufenden Jahr abgespielt hat. Soll mir jemand das Gegenteil beweisen.

Auch mit etwas anderem hätte man Ende 2019 wirklich nicht gerechnet: dass nach der genannten Pandemie mit den einhergehenden wirtschaftlichen Schäden und der grössten Rezession seit Jahrzehnten die massgebenden Börsenindizes wieder Kurs auf neue Höchststände nehmen würden. Das gilt für die bekannten amerikanischen Indizes wie Dow JonesS&P-500 wie für den Nasdaq. Aber auch der Swiss Market Index (SMI) ist nicht mehr weit von seinem historischen Höchststand vom 20. Februar entfernt. Derzeit liegt er höher als vor einem Jahr.

 

Was heisst das nun fürs kommende Jahr? Die Marktteilnehmer rechnen fast einhellig mit weiterhin steigenden Aktienkursen. Das gilt auch für Burkhard Varnholt, CIO der Credit Suisse (Schweiz) AG, dessen zum Teil philosophische, aber stets geistreiche und originelle "Wöchentliche Standpunkte" ich mir selten entgehen lasse. Vor Wochenfrist schrieb er: "Doch was uns besorgt, ist der zunehmende Konsens unter Marktteilnehmern. Das Leben lehrt, dass es erstens anders kommt und zweitens, als man denkt."

Es mag widersprüchlich erscheinen, ist aber wiederholt passiert: Wenn Optimismus in Euphorie mündet, ist die Gefahr eines Absturzes am grössten.

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Steigt der SMI auf 15'000 Punkte?

Die Markttechnikexperten von Julius Bär sorgen mal wieder mit einer gewagten Prognose für Gesprächsstoff. Diesmal mit einer zum SMI.

Die Technische Analyse ist die Disziplin, bei der man anhand von wiederkehrenden Kursmustern die zukünftige Entwicklung einzelner Aktien oder Indizes vorhersagt. Während die einen auf sie schwören und sie bei jedem ihrer Anlageentscheide hinzuziehen, wird sie von allen anderen eher belächelt. Und tatsächlich liesse sich etwas ketzerisch behaupten: Die Technische Analyse lässt uns heute wissen, was man gestern aufgrund von Informationen von vorgestern hätte besser machen können.

Letzterem würde der für Julius Bär tätige Mensur Pocinci wohl entschieden widersprechen. Schliesslich hat er sich in den letzten Jahren einen Namen auf diesem Gebiet gemacht. Einige sehen in ihm gar eine Koryphäe, wenn es um die Beurteilung wiederkehrender Kursmuster geht.

In einem mir zugespielten Kommentar wartet der bekannte Markttechnikexperte aus Schweizer Sicht endlich mal wieder mit erfreulichen Neuigkeiten auf. Seines Erachtens steht der Swiss Market Index (SMI) unmittelbar vor einem kräftigen Ausbruch nach oben. Er sieht das Börsenbarometer in einem ersten Schritt in die Region von 12'000 Punkten vorstossen. Längerfristig traut Pocinci ihm sogar einen Anstieg in die Nähe von 15'000 Punkten zu. Er rät Anlegern deshalb, bis über beide Ohren investiert zu bleiben.

Impulse erhofft sich der Markttechnikexperte von den Aktien von Nestlé, wie erst vor wenigen Tagen gemachte Aussagen vermuten lassen. Bei den Papieren des Nahrungsmittelgiganten aus Vevey macht er Anhaltspunkte für eine mittelfristige Bodenbildung aus. An ein dauerhaft überdurchschnittliches Abschneiden glaubt Pocinci allerdings nicht. Überzeugung sieht – unter uns gesagt - anders aus.

Der Nasdaq-100-Index (rot) lässt den SMI mit Dividenden-Korrektur (grün) im 5-Jahres-Vergleich weit hinter sich zurück (Quelle: www.cash.ch)

Langjährige Leserinnen und Leser meiner Kolumne wissen, dass ich viel von Pocinci und seinem Kompagnon Alexis Chassagnade halte. Die beiden waren es, welche vor fast drei Jahren einen Schrei des Entsetzens durch die Handelsräume hiesiger Banken gehenliessen, als sie den drei SMI-Schwergewichten NestléRoche und Novartis einen "langsamen Tod" prophezeiten.

Zugegeben, die drei Unternehmen gibt es zwar noch immer. Denn bekanntlich leben Totgeweihte auch an der Börse länger. Ihre Valoren auch. Jene von Roche kosten mittlerweile sogar 40 Prozent mehr als damals. Dennoch sollten die beiden Markttechnikexperten rückblickend mit ihrer Empfehlung, aus den drei Schwergewichten in einen börsengehandelten Fonds auf den Nasdaq-100-Index umzuschichten, Recht behalten.

Bleibt mir nichts weiter als zu hoffen, dass sie auch mit ihrer gewagten Prognose für den SMI goldrichtig liegen...

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Weshalb der Januar ein

Weshalb der Januar ein schwacher Börsenmonat wird - ein Szenario

Der Januar ist an der Börse eine extrem launische Diva. Mal schlagen Aktien nach oben aus, mal gehen sie drastisch zurück. Für die Ausgabe 2021 sieht es eher nach letzterem aus.

22.12.2020 10:02

Seit 2010 war der Januar der Monat mit den grössten Schwankungen im "MSCI All-Country World Index": Sechsmal gab es Gewinne, fünfmal Rückgänge, was einer durchschnittlichen absoluten Bewegung von 4,1 Prozent entspricht.

MSCI All-Country World Index aufs Jahr gesehenDer Januar ist der schwankungsanfälligste Monat im Börsenjahr (Quelle: Bloomberg).

Stellt sich die Frage: In welche Richtung schlägt der Januar Ausgabe 2021 aus? Fakt ist: Nach einem Anstieg von 70 Prozent seit dem Tiefststand im März notiert der "MSCI All-Country World Index" auf einem Allzeithoch. Wenn sich die Geschichte wiederholt, deuten die Fundamentaldaten darauf hin, dass eher eine Phase der Gewinnmitnahme als eine Fortsetzung der Rally zu erwarten ist.

Die Chancen stehen zwar gut, dass das neue Jahr mit einem Stimulus-Deal in Washington, einem Brexit-Abkommen und einer Impfkampagne beginnen wird. Nach einem so fantastischen Jahresendspurt und angesichts der vielen guten Nachrichten, die sich bereits in den globalen Aktienkursen niedergeschlagen haben, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rückschlag allerdings hoch. 

Warum? Fallzahlen beim Coronavirus könnten nach den Festtagen wieder emporschnellen. Denn viele Familien und Verwandte werden sich trotz aller Warnungen und Empfehlungen über die Festtage persönlich treffen. Mitte des nächsten Monats könnten dann wieder Bilder aus Krankenhäusern und alarmierende Meldungen über Kapazitätsbeschränkungen in den Spitälern die Nachrichten dominieren. Und der aktuelle Trend bei der Verbreitung der Viren deutet jetzt bereits auf noch schwerwiegendere Massnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie hin. 

Wieder schwächelnde Konjunkturdaten

Zu denken geben auch die jüngsten konjunkturellen Daten. Die letzten Zahlen zu Arbeitslosenansprüchen in den USA deuten darauf hin, dass die Erholung des US-Arbeitsmarkts ins Stocken gerät. Anfang Dezember war die Zahl der Arbeitslosenansprüche auf 853'000 angestiegen, was dem höchsten Stand seit fast drei Monaten entsprach. Die US-Detailhandelsumsätze haben zudem zwei aufeinanderfolgende Monate  enttäuscht.

Die europäische Autoverkäufe - ein wichtiger Wirtschaftsindikator - sind zudem nochmals weiter abgesunken. Sie fielen im November um 14 Prozent im Jahresvergleich, im Oktober wurden 7,8 Prozent weniger neue Autos als im Vorjahresmonat angemeldet. Der September bleibt im Jahr der Corona-Krise damit der bislang einzige Monat in diesem Jahr mit einem Anstieg.

Mit den positiven Katalysatoren bereits im Rückspiegel wird die Rallye der Risikoanlagen im neuen Jahr also nur schwer ihren Kurs halten können.

(Bloomberg/cash)

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Corona-Pandemie trübt

Corona-Pandemie trübt finanzielle Perspektive der Schweizer

Die Schweizer Bevölkerung schätzt die Entwicklung ihrer persönlichen Finanzen für 2021 pessimistischer ein als noch vor einem Jahr. Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren.

28.12.2020 07:00

Fast ein Fünftel der Erwachsenen in der Schweiz glaubt, dass sich ihre finanzielle Situation im kommenden Jahr verschlechtert, wie eine Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis zeigt. Das sind so viele wie noch nie in den letzten vier Jahren.

Vor einem Jahr waren noch 33 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer überzeugt, dass sich ihre finanzielle Lage 2020 verbessern werde. Diese Hoffnung hat mit der Corona-Pandemie einen Dämpfer erhalten. Im Hinblick auf 2021 sind es nur noch 25 Prozent.

Angst wegen Jobverlust

Dagegen gehen 18 Prozent davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation im neuen Jahr verschlechtern wird. Die Pessimisten nennen den unsicheren Arbeitsplatz als Grund. Gut zwei Drittel von ihnen geben Kurzarbeit, Jobverlust oder ein kleineres Arbeitspensum an.

Ende letzten Jahres hatten nur 13 Prozent eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation für das laufende Jahr erwartet. Davon nannte ein Drittel Gründe, die mit dem Arbeitsplatz zusammenhingen, hingegen 46 Prozent steigende Krankenkassenprämien.

"Weil wegen der Corona-Pandemie viele Haushalte weniger Geld haben und weil insbesondere viele Versicherte mit den höchsten Prämien die Kasse nicht wechseln, werden die Krankenkassenprämien im nächsten Jahr für viele Haushalte zu einer massiven Mehrbelastung führen", warnt Felix Schneuwly, Experte für Krankenkassen bei Comparis.

Sorgen wegen Corona-Krise

Mehr als vier von fünf Personen bereitet die anhaltende Corona-Krise Sorgen. Das sind deutlich mehr als bei der letzten Befragung durch Comparis im Mai. Vor allem in der Romandie sorgt sich die Bevölkerung wegen des Virus, nämlich 92 Prozent.

Die Konsumlust bleibt trotz der eingetrübten finanziellen Aussichten jedoch intakt. Hatten im März noch 42 Prozent angegeben, wegen der Pandemie auf grössere Anschaffungen wie einen Auto- oder Möbelkauf zu verzichten, so sank dieser Anteil bis Ende 2020 auf 36 Prozent.

mk/

(AWP)

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Auf diese neun Aktien setzt

Auf diese neun Aktien setzt der cash Insider im 2021

Der cash Insider stellt seine Schweizer Aktienfavoriten für das Börsenjahr 2021 vor. Ausserdem verrät er, welche beängstigenden Übertreibungen man auch als Schweizer Anleger im neuen Jahr unbedingt im Auge behalten muss.

Wenn ich jemandem Mitte März gesagt hätte, dass der Swiss Performance Index (SPI) mit einem leichten Plus aus dem Börsenjahr 2020 hervorgeht – ich wäre vermutlich für verrückt erklärt worden. Denn zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung unter den Marktakteuren pandemiebedingt nahe am Gefrierpunkt und liessen Rezessionsängste die Aktienkurse auch hierzulande purzeln.

Heute – gut neun Monate später und fast 4000 Punkte beim breit gefassten Börsenbarometer höher – kann von einem Stimmungstief keine Rede mehr sein. Gerade an der Leitbörse in New York kocht die Stimmung regelrecht über.

So ist dort das Put-Call-Verhältnis auf den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gefallen. Mit anderen Worten: Anstatt sich über Put-Optionen gegen Rückschläge abzusichern, spekulieren die Marktakteure lieber über Call-Optionen auf steigende Kurse. Und das am besten mit "weit aus dem Geld" liegenden Call-Optionen. Es liesse sich schon fast von grobfahrlässigem, wenn nicht gar gefährlichem Leichtsinn sprechen.

Nicht weniger von gefährlichem Leichtsinn zeugen die kreditfinanzierten Aktienkäufe. In New York schwoll die Summe sämtlicher auf Pump erworbenen Aktien alleine im Laufe des Novembers um fast 10 Prozent auf 722 Milliarden Dollar an. Auch das ist ein neuer historischer Höchstwert.

Auch die amerikanischen Aktienanalysten strotzen nur so vor Zuversicht und heizen damit die Stimmung – ob nun gewollt oder ungewollt – weiter an. Erhebungen der Nachrichtenagentur zufolge weisen neun von zehn Kurszielanpassungen für Aktien aus dem breit gefassten S&P 500 Index positive Vorzeichen auf. Das ist der höchste je gemessene Wert, höher als unmittelbar vor dem Börsenrücksetzer im Frühjahr 2018. Ähnliches lässt sich übrigens auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt beobachten.

Auch wenn die hiesigen Aktienindizes noch nicht wieder zu den Bestmarken von Ende Februar aufschliessen konnten, sind günstig bewertete Aktien auch hierzulande Mangelware. So hoch bewertet war der Schweizer Aktienmarkt noch nie zuvor.

Ich gehe zwar davon aus, dass die ab Mitte Januar anlaufende Jahresberichterstattung mehrheitlich für positive Zahlenüberraschungen sorgen dürfte. Inwiefern das für die drei Schwergewichte NestléRoche und Novartis gilt, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen. Gemeinsam sind sie beim SPI für knapp die Hälfte der Gesamtkapitalisierung verantwortlich und entscheiden deshalb massgeblich darüber, in welche Richtung sich das Börsenbarometer bewegen wird.

Die Valoren von NestléRoche und Novartis scheinen mir momentan eher moderat bewertet. Nachhaltig höhere Kurse sind wohl aber nur dann möglich, sollten mächtige ausländische Grossinvestoren die Indexschwergewichte – aus was für Gründen auch immer – wiederentdecken. Günstig bewertete Aktien sind ansonsten Mangelware. Meine Vermutung deshalb: Das einfache Geld ist gemacht. Etwas verdienen dürfte im nächsten Jahr nur noch, wer auf die richtigen Aktien setzt.

Etwas Sorgen bereitet mir die heissgelaufene Stimmung an der New Yorker Börse. Leider befürchte ich, dass sich diese spätestens ab Februar in einer schmerzhaften Korrektur entladen könnte. Eine solche bliebe auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt nicht ohne Folgen.

Alle diese Überlegung lasse ich auch bei meinen Schweizer Aktienfavoriten für das Börsenjahr 2021 einfliessen. Anders als in den letzten Jahren räume ich jeder Aktie ein unterschiedliches Gewicht ein und gehe mit einer taktischen Liquiditätsquote von 10 Prozent ins Rennen. Meine persönliche Favoritenliste sieht (nach Gewichtung absteigend) wie folgt aus:

Nestlé (Gewichtung: 15 Prozent)

Das Indexschwergewicht soll bei meinen Schweizer Aktienfavoriten für Stabilität sorgen. Noch immer trennen die Aktien gut 10 Prozent vom Rekordhoch vom Spätsommer 2019 bei etwas mehr als 113 Franken. Das völlig zu Unrecht, hat der Nahrungsmittelkonzern aus Vevey unter Firmenchef Mark Schneider doch an Profil gewonnen. Vermutlich hat sich das organische Umsatzwachstum im vierten Quartal weiter beschleunigt. So genau wissen wir das erst, wenn das Unternehmen am Morgen des 18. Februar das Jahresergebnis vorlegt. Ich wäre jedenfalls nicht überrascht, wenn es nicht nur mit einer Wachstumsbeschleunigung, sondern auch mit kräftigen Margenverbesserungen aufwarten würde. Ein grosses Lob gebührt Mark Schneider und seinem Geschäftsleitungskollegium auch für die sehr umsichtige Umsetzung des milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 23
Dividendenrendite: 2,7 Prozent

 

LafargeHolcim (Gewichtung: 15 Prozent)

Als ein allzu erfolgreiches Kapitel dürfte der Schulterschluss von Holcim mit der französischen Lafarge zu LafargeHolcim wohl nicht in die traditionsreiche Firmengeschichte des Zementherstellers aus Jona eingehen. Die ursprünglich ach so gerühmten Pläne bleiben den Erwartungen in verschiedenster Hinsicht bis heute vieles schuldig. Mit Jan Jenisch ist meines Erachtens jedoch der richtige Mann an der Konzernspitze. Der frühere Sika-Chef konnte bereits erste Erfolge feiern. Dennoch kosten die Aktien seines jetzigen Arbeitgebers noch immer fast 17 Prozent weniger als an dem Tag, an dem seine Verpflichtung bekannt wurde. Ich verspreche mir in den nächsten 12 Monaten weitere Verbesserungen beim Tagesgeschäft sowie Veränderungen im Firmenportfolio. Ausserdem dürfte der Zementhersteller als einer der Profiteure milliardenschwerer neuer Investitionen in die Infrastruktur hervorgehen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 14
Dividendenrendite: 4,1 Prozent

 

Stadler Rail (Gewichtung: 12,5 Prozent)

Anstatt den beiden anderen Indexschwergewichten Roche und Novartis räume ich lieber den Aktien von Stadler Rail ein ziemliches Gewicht bei meinen Aktienfavoriten ein. Da wären zum einen die randvollen Auftragsbücher in Höhe von mehr als 16 Milliarden Franken. Von diesen Aufträgen lässt sich auf Jahre hinaus zehren. Zum anderen dürfte der Hersteller von Schienenfahrzeugen von zusätzlichen staatlichen Milliarden in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs profitieren – während der Rivale Alstom nach der Übernahme der ähnlich gelagerten Geschäftsaktivitäten der kanadischen Bombardier erst einmal mit sich selber beschäftigt sein dürfte. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das Tagesgeschäft in der zweiten Hälfte dieses Jahres noch nicht die erhoffte Verbesserung erfahren hat. Die Talsohle dürfte jedoch durchschritten worden sein und Firmenpatron Peter Spuhler künftig endlich Turnaround-Erfolge feiern. Das macht diese Aktien im Hinblick auf das neue Jahr zu einem Muss. Eine mögliche Platzierung der Rest-Beteiligung durch die RAG-Stiftung dürfte hingegen rasch verdaut sein.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 21
Dividendenrendite: 2 Prozent

 

Zurich Insurance (Gewichtung: 10 Prozent)

Es ist schon ziemlich beeindruckend, wie widerstandsfähig das Tagesgeschäft von Zurich Insurance in Krisenzeiten ist. Selbst die pandemiebedingten Kosten steckt die Versicherungsgruppe bislang ziemlich gut weg. Die grosszügige Dividendenpolitik war zu keiner Zeit in Gefahr. Die kürzlich bekanntgegebene Übernahme des Sachversicherungsgeschäfts des Rivalen Metlife zeigt, in welche Richtung es unter Firmenchef Mario Greco auch im neuen Jahr gehen wird. Eine kräftige Gewinnerholung erhoffe ich mir insbesondere von Prämienverbesserungen im amerikanischen Firmenkundengeschäft. Hauptattraktion bleibt die attraktiv hohe Dividendenrendite.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 12
Dividendenrendite: 5,4 Prozent

 

Oerlikon (Gewichtung: 10 Prozent)

Treue Leserinnen und Leser meiner Kolumne wissen, dass ich die Aktien des Oberflächenspezialisten Oerlikon schon vor Jahresfrist zu meinen Favoriten zählte. Mit eher überblickbarem Erfolg. Wie andere Automobilzulieferaktien gerieten auch jene des hiesigen Industrie-Urgesteins unter die Räder. Zu Unrecht, wie ich finde. Denn spätestens seit dem Verkauf von Oerlikon Drive an den amerikanischen Rivalen Dana bewegt sich die Abhängigkeit von Kunden aus der Automobilindustrie in einem überblickbaren Rahmen. Ausserdem führt das Textilmaschinengeschäft über ein Eigenleben, was die Ergebnisschwankungen auf Konzernebene ausnivelliert. Kursseitiges Aufwärtspotenzial verspreche ich mir nicht zuletzt auch von den in der Vergangenheit eingeleiteten Sparmassnahmen sowie von der soliden Bilanz. Letztere lässt ergänzende Firmenübernahmen oder eine weitere Sonderdividende zu.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 25
Dividendenrendite: 2,2 Prozent

 

Credit Suisse (Gewichtung: 10 Prozent)

Als langfristige Anlage taugen weder die Aktien der UBS, noch jene der etwas kleineren Rivalin Credit Suisse. Keine der beiden Schweizer Grossbanken konnte in all den Jahren nachweislich Aktionärswerte schaffen. In der Vermögensverwaltung gehören die goldenen Jahre der Vergangenheit an – und das nicht erst seit dem "Aus" für das Schweizer Bankgeheimnis. Und im Investment Banking gräbt den hiesigen Grossbanken immer öfter die übermächtige Konkurrenz aus Übersee das Wasser ab. Nichtsdestotrotz sollten diese Valoren über die nächsten Monate von leicht steigenden Zinsen profitieren. Erst wollte ich aufgrund des defensiveren Geschäftsmodells eigentlich die Papiere der UBS für ein weiteres Jahr auf meiner Favoritenliste belassen. Wäre da nicht der anstehende Berufungsprozess in Frankreich. Dieser entscheidet darüber, ob die grössere der beiden Schweizer Grossbanken die in erster Instanz gegen sie verhängte Milliardenstrafe bezahlen muss oder nicht. Unnötig zu erwähnen, dass der Entscheid auch Folgen für die Ausschüttungspolitik der UBS hat. Ich gehe deshalb auf Nummer Sicher und starte mit den Aktien der Credit Suisse ins neue Börsenjahr.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 8
Dividendenrendite: 2,6 Prozent

 

Helvetia (Gewichtung: 10 Prozent)

Seit dem Kurssturz vom März dieses Jahres haben sich die Aktien von Helvetia nie mehr richtig erholt. Das mag nicht zuletzt mit dem eher enttäuschenden Wertschriftenergebnis der Versicherungsgruppe zu tun haben. Wie das Halbjahresergebnis vermuten lässt, verloren die Anlageverantwortlichen die Nerven, als die Aktienkurse pandemiebedingt ins Rutschen gerieten. Noch ist unklar, ob auch Folgen für das Tagesgeschäft erwartet werden müssen. Erweisen sich die damit verbundenen Ängste als übertrieben, winkt den Papieren eine kräftige Kurserholung. Den Abschlag gegenüber dem bereinigten Buchwert – Analysten schätzen den Buchwert auf rund 120 Franken je Aktie – macht Helvetia gar zu einem möglichen Übernahmeziel.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 10
Dividendenrendite: 5,5 Prozent

 

Valora (Gewichtung: 5 Prozent)

Valora ächzt noch immer unter den Folgen pandemiebedingter Restriktionen. Ob der Trend in Richtung Arbeiten von zu Hause aus von Dauer sein wird, bleibt abzuwarten. Falls ja, träfe das auch die Baselbieter Kiosk-Mutter. Von der Covid-19-Krise geht allerdings ein positiver Nebeneffekt aus: Die zuvor teils exzessiven Mietansätze an gut frequentierten Passantenlagen mässigen sich. Und obschon ich trotz Impfstoffen nicht mit einer raschen Rückkehr zur Normalität rechne, sehe ich in den Valora-Aktien eine nicht uninteressante Wette. Ich räume dieser bei meinen Favoriten denn auch nur ein Gewicht von 5 Prozent ein.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: 50
Dividendenrendite: 0 Prozent

 

Meyer Burger (Gewichtung: 2,5 Prozent)

Ist der Vorstoss Meyer Burgers in die Produktion von Solarmodulen von Erfolg gekrönt oder nicht? Das ist die alles entscheidende Frage. Fakt ist: Auf dem Weg zum Erfolg wartet auf Firmenchef Gunter Erfurt und seine Kollegen aus Geschäftsleitung und Verwaltungsrat viel Arbeit – auch Überzeugungsarbeit. Erste wichtige Meilensteine sind erreicht. Dazu zähle ich einerseits die im Sommer vollzogene Bilanzsanierung, andererseits aber auch der Kauf eines früheren Produktionsstandorts von Solarworld. So weit, so gut. Bis dort Solarmodule vom Fliessband laufen und diese auch Abnehmer finden, dürfte es noch dauern. Deshalb räume ich auch dieser Wette auf einen Green New Deal vorerst bloss ein Gewicht von 2,5 Prozent ein – stets mit dem Hintergedanken, eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch Aktien zukaufen zu können.

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021: n.a.
Dividendenrendite: 0 Prozent

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Wichtige Fragen und Antworten

Wichtige Fragen und Antworten zum Aktienhandel

Wie entstehen Preise bei Aktien? Was ist ein Premarket-Trading? Das Funktionieren der Börse ist keine Wissenschaft, Grundlegendes sollte man aber wissen.

30.12.2020 21:00

Von Marc Forster

Aktienbörsen sind so etwas wie ein Bazar: Waren, in diesem Falle Wertpapiere, werden angeboten, gekauft und wieder weiterverkauft. Dafür stellen Börsenbetreiber Regeln auf. Der Handel in der Schweiz erfolgt elektronisch: Niemand betritt das Börsengebäude, um dort wie in einem Supermarkt aus dem Gestell eine Aktie zu kaufen. Nein, Aufträge erfolgen per Telefon oder immer häufiger: Mit einem Mausklick im Internet.

Aber einer Anlegerin oder einem Anleger kann es ergehen wie im bunten Treiben auf dem Markt in einem fernen Land: Alles ist etwas verwirrend, irgendetwas funktioniert nicht, es gibt Verständigungsprobleme, man findet nicht auf Anhieb, was man sucht. Fragen oder Hindernisse stellen sich in den Weg. Dies sind die häufigsten:

Was ist vorbörslicher Handel?

In der Schweiz findet der vorbörsliche Handel (oder: Premarket Trading) zwischen 8.00 und 8.45 Uhr statt. Über die Bank Julius Bär ist dann der Handel mit SMI- und wichtigen SPI-Titeln möglich. Wichtig ist: In der Vorbörse handeln Anleger mit einer Bank und nicht mit der Börse.

Vorbörsliche Kurse werden per sofort veröffentlicht, unter anderen auch bei cash.ch. Durch den vorbörslichen Handel werden bereits ab 8.00 Uhr Kurse gestellt, was Anlegern vor dem Börsenstart um 9.00 Uhr wichtige Informationen gibt. Häufig, wenn auch nicht immer, ist die Tendenz für den Tageshandel durch die vorbörslichen Indikationen schon ablesbar.

Wie kommt ein Preis zustande?

Börsenmakler – im Tat und Wahrheit Computer – vergleichen Angebot und Nachfrage für eine Aktie. Alle Kauf- und Verkaufsaufträge, die im Orderbuch festgehalten sind, werden einbezogen. Der Computer achtet aber darauf, dass möglichst viele Aktien den Besitzer wechseln, sprich: Ein möglichst hoher Umsatz erzielt wird.

Der Preis respektive Kurs der Aktie wird dort gesetzt, wo unter Berücksichtigung der verschiedenen Order am meisten Aktien gehandelt werden können. Der Fachbegriff ist Matching. Matching ist aber nicht etwa eine Form vom Optimierung des Handels, sondern eine Befolgung strenger Regeln.

Im Aktienhandel gibt es einen Briefkurs (englisch: "Ask"), der den niedrigsten Preis anzeigt, zu dem ein Verkäufer eine Aktie anzubieten bereit ist. Dazu bildet sich auch ein Geldkurs (englisch: "Bid"). Das ist der höchste Kurs, den ein Käufer zu zahlen bereit ist. Die Differenz von "Bid" und "Ask" nennt sich Geld-Brief-Spanne oder Spread und bildet die Marge für den Verkäufer.

Welche Auftragsarten gibt es?

Wer Aktien kaufen oder verkaufen will, kann dies gegenüber der Handelsplattform mit oder ohne gewisse Vorgaben tun. Von einem Bestens-Auftrag ist die Rede, wenn keine bestimmten Höchst- oder Mindestkurse gesetzt werden – ein solcher Auftrag kann fast immer durchgeführt werden.

Limitierte Aufträge werden mit bestimmten Kursgrenzen erteilt. Wenn der Kurs einer Aktie im fraglichen Zeitraum ausserhalb dieser Limite liegt, findet kein Kauf oder Verkauf statt.

Daneben gibt es auch Stop-Loss-Aufträge als Schutz gegen starke Kursverluste. Dort wird ein "Auslöse-Trigger" in Form einer Kursmarke festgelegt. Diese kann "bestens" oder limitiert in Auftrag gegeben werden. Bei "bestens" wird eine Aktie sofort verkauft, sobald die Trigger-Marke erreicht ist und der beste zu erzielende Kurs verfügbar ist. Bei limitiertem Stop Loss wird ein limitierter Verkaufsauftrag erstellt, wenn die Auslöse-Marke erreicht ist.

Warum werden Aufträge nicht sofort ausgeführt?

Bei Kauf- und Verkaufsaufträgen, sei es bei Banken oder Brokern oder im Online-Börsenhandel, kann wegen des Matchings eine "Warteschlange" entstehen. Aufträge fliessen mit Zeitstempel ins Orderbuch ein. Dann werden eins ums andere Aufträge ausgeführt, wenn sich entsprechend Käufer oder Verkäufer finden. Aufträge im Orderbuch werden nach Zeiteingang und Limite sortiert.

Dieser Ablauf bringt es aber mit sich, dass ein Anleger bei Bestens-Aufträgen eine Aktie nicht immer genau zum gewünschten Preis bekommt oder abstossen kann. Auch bei Stop-Loss-Aufträgen kann nicht immer genau zu den per Limite festgelegten Preisen ge- oder verkauft werden. Aufträge mit Limiten könnten "zielgerichteter" ausgeführt werden.

Warum sehe ich nach Börsenstart manchmal keinen Kurs?

Bei der Handelseröffnung kann es zu Verzögerungen kommen, man spricht vom Delay Open. Dies geht so: Durch Angebot und Nachfrage kommt ein Preis zustande, der stark vom Referenzpreis abweicht. Damit meint man den letzten bezahlten Preis, bei der Eröffnung ist dies der Schlusskurs des vorangehenden Handelstages. Dies tritt oft ein, wenn ein Unternehmen wichtige Neuigkeiten bekannt gegeben hat und viele Aktien der Firma gehandelt werden.

In diesem Fall kann ein Börsenbetreiber wie die SIX Group den Handelsstart für eine Aktie um fünf oder 15 Minuten verzögern. Eine solche Verzögerung entsteht auch, solange kein Eröffnungspreis errechnet werden kann, weil nicht alle unlimitierten Aufträge ausgeführt sind.

Wieso kann sich der Handel verzögern?

Ein Unterbruch kann auch während des Handels durchgeführt werden – dann ist dies ein Stop Trading. Bedingt wird dies in der Regel durch grosse Aufträge: Speziell bei einer klein oder mittelgross kapitalisierten Firma kann die Aktie zum Beispiel durch einen einzelnen, grossen Verkaufsauftrag massiv unter Druck geraten.

In besonderen Fällen kann auch ein Unternehmen bei der Börsenaufsicht bzw. Suspension beantragen, dass eine Aktie vom Handel ausgesetzt wird. Dies geschieht an der Schweizer Börse allerdings selten.

Kann ich zwei verschiedene Preise in einem Kaufauftrag erhalten?

Es kann vorkommen, dass ein Käufer wegen der Verfügbarkeit zunächst nur einen Teil der georderten Aktien zum besten Preis erhält und den Rest (oder einen weiteren Teil) zum zweitbesten Preis. Jedenfalls wird gekauft, bis der Auftrag vollständig durchgeführt ist.

Was gilt es bei den Gebühren zu beachten?

Aktienhandel ist nicht gratis. Die Banken verlangen pro Kauf- und Verkaufsauftrag eine Gebühr, die sogenannte Courtage. Dabei gibt es in der Schweiz zwischen den Banken und Brokern grosse Gebührenunterscheide. Grossbanken verlangen in der Regel sehr viel höhere Gebühren als kleinere Anbieter. Einen Vergleich der Gebühren gibts hier.

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Dies sind die «heissesten»

Dies sind die «heissesten» Aktien-Tipps der Banken für 2021

So uneinig wie bei ihren Schweizer Aktienfavoriten für 2021 waren sich die Banken selten. cash sagt, welche Bank gleich mit 16 Empfehlungen ins Rennen geht und welcher Broker sich noch alles offen hält.

Aktualisiert um 07:14

Von Lorenz Burkhalter

Hätte man Mitte März jemandem gesagt, dass das Aktienjahr 2020 doch noch ein versöhnliches Ende nimmt – man wäre vermutlich für verrückt erklärt worden. Errechnete sich beim Swiss Performance Index (SPI) zu diesem Zeitpunkt ein sattes Minus von 27 Prozent, machte das Börsenbarometer im weiteren Jahresverlauf kontinuierlich Boden gut. Letztendlich geht der SPI sogar mit einem leichten Plus von fast 3 Prozent aus dem pandemiegebeutelten Aktienjahr 2020 hervor.

Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Börsengeschehen hierzulande beinahe schon übertrieben launisch war. Die Jahresgewinner trennen gefühlte Welten von den Verlierern der letzten 12 Monate (cash berichtete). Für das Aktienjahr 2021 sind die meisten Banken zwar vorsichtig optimistisch. Dennoch lassen viele von ihnen keinen Zweifel daran, dass nur Geld verdient, wer auch die richtigen Einzelaktien im Depot hat.

Dementsprechend breit ist das Spektrum an Einzelaktien, welche die Banken zum Kauf anpreisen. Dabei fällt auf, dass auf den Empfehlungslisten britischer und amerikanischer Banken kaum Aktien von Unternehmen aus der Schweiz zu finden sind. Von den 39 Titeln auf der Favoritenliste der britischen Barclays für Europa stammen mit RocheZur Rose und Nestlé gerade einmal drei aus der Schweiz. Das sind genauso viele wie auf der Liste von Aktien, um welche Anleger in den kommenden 12 Monaten besser einen grossen Bogen machen. Diese Liste umfasst neben jenen des Sensorenherstellers AMS auch die von UBS und Lindt & Sprüngli.

Nicht weniger mager ist die Ausbeute aus Schweizer Sicht bei den Favoriten der Citigroup. Nur gerade die Aktie der Credit Suisse schafft es unter die zehn europäischen Schlüsselkaufempfehlungen der mächtigen Investmentbank. Anders als noch vor einem Jahr sind die hiesigen Indexschwergewichte bei ausländischen Banken nicht mehr "en vogue". Die Empfehlungslisten sind "auf Aufschwung getrimmt". Und da sind defensive Qualitäten, wie sie NestléRoche und Novartis verkörpern, kaum gefragt.

Vontobel steigt gleich mit 16 Favoriten ins Rennen

Dem würde man bloss bei der Bank Vontobel widersprechen. Anders als ihre angelsächsischen Gegenspieler setzt sie zwar auf die Valoren von Roche und Nestlé. Allerdings geht die Zürcher Bank gleich mit 16 Favoriten ins Rennen. Das Titelspektrum reicht von "A" wie Also, über "S" wie Swiss LifeSika oder Straumann, bis hin zu "V" wie VAT Group. Da sind die beiden Indexschwergewichte Roche und Nestlé völlig in der Unterzahl.

Auf diese neun Schweizer Aktien setzt der cash Insider im 2021

Mit Partners GroupLafargeHolcim und SGS setzt die Bank Vontobel zudem auf die am häufigsten genannten Aktien. Als Risikokapitalspezialist profitiert die Partners Group vom Tiefzinsumfeld sowie vom Renditedruck grosser Pensionskassen und Versicherungen. Ein Muss ist die Partners-Group-Aktie auch für Mirabaud Securities und Stifel. Nur jene von LafargeHolcim wird noch häufiger genannt. Bei der Credit Suisse ist der Zementhersteller aus Jona der einzige Schweizer Vertreter auf der 21 Unternehmen starken Empfehlungsliste der Grossbank. Auf den Genfer Warenprüfkonzern SGS setzen neben Vontobel auch die Zürcher Kantonalbank sowie Mirabaud Securities. SGS und LafargeHolcim zählten bereits vor einem Jahr zu den am häufigsten genannten Aktien.

Mut beweisen die Bank Vontobel und die Zürcher Kantonalbank bei ihrer Empfehlung für die AMS-Aktie, halten sich doch hartnäckig Spekulationen, wonach der Sensorenhersteller aus dem österreichischen Unterpremstätten beim Grosskunden Apple künftig Umsätze verlieren könnte.

Nur wenige sich widersprechende Titelempfehlungen

Nicht weniger mutig ist Mirabaud Securities. Einerseits setzt die Tochter der gleichnamigen Genfer Privatbank mit Dufry auf einen der grössten Verlierer der Pandemie, andererseits mit Bachem und Gurit auf zwei Titel, die in den letzten 12 Monaten bereits sehr gut gelaufen sind und als überhitzt gelten. Die Bachem-Aktie notierte zuletzt um 155 Prozent über dem Stand von vor einem Jahr, jene von Gurit kostet immerhin 66 Prozent mehr.

Bank Schweizer Aktienfavoriten
Barclays Nestlé, Roche, Zur Rose
Citigroup Credit Suisse
Crédit Agricole Sika, UBS
Credit Suisse LafargeHolcim
Mirabaud Securities ABB, Bachem, Adecco, DKSH, Dufry, Gurit, LafargeHolcim, Logitech, Partners Group, SGS, Sonova, Ypsomed
Stifel Barry Callebaut, Conzzeta, Partners Group, SIG Combibloc, SoftwareOne, Straumann, Swissquote, Zur Rose
Vontobel Also, AMS, Cembra Money Bank, Idorsia, LafargeHolcim, Nestlé, Partners Group, PSP, Richemont, Roche, SGS, Sika, Straumann, Swiss Life, Temenos, VAT Group
Zürcher Kantonalbank Alcon, AMS, Ascom, Conzzeta, Helvetia, Nestlé, Schindler, SGS, Siegfried, SoftwareOne

So reichhaltig die Favoritenauswahl für 2021 auch sein mag, so wenig widersprechen sich die Empfehlungen. Uneinig sind sich die Banken bloss in Bezug auf die Aktien von UBS und Sonova. Während die französische Crédit Agricole die grösste Schweizer Bank in der Favoritenrolle wähnt, macht die britische Barclays kein Geheimnis aus ihrer negativen Haltung. Beim Hörgerätehersteller Sonova widerspricht hingegen die pessimistische Citigroup der optimistischen Mirabaud Securities.

Kepler Cheuvreux macht es ziemlich spannend

Das war vor einem Jahr ganz anders, als sich die (Analysten-)Geister gleich an mehreren Aktienfavoriten schieden. Und gleich noch einen Unterschied gibt es im Vergleich zum letzten Frühjahr: Spezialitäten – im Sinne von gewagten, weil beispielsweise schlecht handelbaren Favoriten – gibt es in diesem Jahr eigentlich keine.

Für Spannung bis zur letzten Minute sorgt Kepler Cheuvreux. Der bekannte Broker führt momentan DKSHGalenica, Nestlé, SFS GroupSwiss Life und VAT Group auf der Favoritenliste für die Schweiz. Allerdings will Kepler Cheuvreux die Liste erst in rund zwei Wochen überarbeiten. Es werde womöglich die eine oder andere Anpassung geben, so lässt man vorsorglich schon mal durchblicken.

Vielleicht zeichnen sich bis in zwei Wochen ja sogar schon erste konkrete Trends ab. Eine alte Faustregel besagt nämlich: So wie die ersten Januar-Tage sind, wird das ganze Börsenjahr.

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FDP-Präsidentin Gössi: Starke

FDP-Präsidentin Gössi: Starke Unterstützung der Wirtschaft für das CO2-Gesetz

Weite Kreise der Schweizer Wirtschaft unterstützen laut FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi das CO2-Gesetz. Zahlreiche Unternehmen und Verbände machten im Ja-Komitee mit, sagte Gössi in einem Interview mit der Tageszeitung "Blick" (Montagausgabe).

04.01.2021 07:05

Als Beispiele nannte Gössi Swissbanking, den Schweizerischen Versicherungsverband, Bauenschweiz und den TCS. Eine Allianz aus Erdölbranche, Strassenverbänden und Kaminfegern hatte das Referendum gegen das CO2-Gesetz lanciert unterstützt vom Gewerbe- und Hauseigentümerverband. Die FDP Schweiz hatte Ende Oktober 2020 an ihrer Delegiertenversammlung die Ja-Parole zum CO2-Gesetz gefasst.

Dass die Erdöllobby ihre Eigeninteressen vertrete, sei legitim, sagte Gössi. Und dass die Strassenverbände ihre Verbandsstrategie verteidigten, sei ebenfalls nachvollziehbar. Die FDP hingegen habe die Gesamtinteressen der Bevölkerung im Auge.

Katalysator als Innovationstreiber

Die Autobranche habe bereits bei der Einführung des Katalysators aufgeheult und den Untergang beschworen. Das Gegenteil sei eingetreten. Der Katalysator sei zum Innovationstreiber geworden. Dasselbe verspreche sie sich vom neuen CO2-Gesetz.

Mit dem neuen Gesetz und dem Klimafonds werde massiv in Forschung, Innovation und Entwicklung in der Schweiz investiert. Die Schweiz werde dadurch zum Klima-Hub. Davon profitiere die Wirtschaft. Und es entstünden Arbeitsplätze der neuen Generation.

Das CO2-Gesetz belohne mit Lenkungsabgaben umweltfreundliches Verhalten, sagte die FDP-Parteipräsidentin zur Kritik an den steigenden Kosten - maximal 12 Rappen mehr für Benzin, eine höhere Abgabe auf Heizöl und eine Flugticketabgabe.

Das Geld werde zum grossen Teil an die Bevölkerung zurückerstattet. Bei Benzin und Diesel habe das Parlament eine Deckelung für den Maximalaufschlag eingeführt. Der liege heute bei 5 Rappen. Die Importeure könnten die Abgabe selber um maximal 12 Rappen erhöhen. Mit diesen Mitteln würden Klimaschutzprojekte finanziert.

SVP lehnt CO2-Gesetz ab

Keine Sympathie geniesst das CO2-Gesetz bei SVP-Parteipräsident Marco Chiesa. Das Gesetz bringe zu viele Eingriffe und zu wenig für das Klima, sagte Chiesa in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (Montagausgabe). Die links-grüne Politik ziele allein auf das Portemonnaie der arbeitenden Bevölkerung.

Der Mittelstand und die Menschen in den Randregionen würden mit Hunderten Franken Zusatzabgaben pro Jahr belastet. Das lehne die SVP entschieden ab. "Wir müssen uns stattdessen auf technologische Fortschritte konzentrieren und entsprechende Anreize schaffen", sagte Chiesa. Mit einer links-grünen Politik lasse sich die Welt nicht retten.

mk/

(AWP)

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Schweizer Reisebranche führt

Schweizer Reisebranche führt Ferienmesse im Internet durch

Wegen der Kontaktbeschränkungen in der Coronapandemie führt die Schweizer Reisebranche ihre traditionelle Ferienmesse im Internet durch. Aussteller und Besucher würden sich im März per Avatar in einer 3D-Welt treffen, teilten die Messeveranstalter am Montag in einem Communiqué mit.

04.01.2021 12:45

An virtuellen Messeständen, bei Vorträgen sowie in speziellen Begegnungszonen könnten sich Reisehungrige inspirieren und beraten lassen. "Wir sind zuversichtlich, dass Reisen unter bestimmten Bedingungen bald wieder im grösseren Stil möglich sein werden und die Reiselust zurückkehrt", erklärte Messeinitiant Cäsar Bolliger. "Der Informationsbedarf seitens der Kunden ist momentan grösser denn je", äusserte sich der Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbandes (SRV), Walter Kunz.

Angesicht der von der zweiten Coronawelle geschüttelten Schweiz haben die Veranstalter einen mutmachenden Titel für die neue Messe gefunden: "Land in Sicht." Die Veranstaltung findet vom 4. bis 7. März statt.

Allerdings würden die virtuellen Messen das Erlebnis physischer Messen nicht ersetzen, erklärten die Initianten. Dies sei auch nicht das Ziel. "Wir machen aus der Not eine Tugend und wollen der Reisebranche trotz Corona eine Plattform bieten, auf der sie sich zeigen kann."

jb/ra

(AWP)

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Firmenkonkurse 2020 stark

Firmenkonkurse 2020 stark rückläufig

Noch schlägt sich die Corona-Krise dank den Hilfsmassnahmen der Schweizer Regierung nicht in den Zahlen zu Firmenpleiten und Neugründungen nieder. Im Gesamtjahr 2020 kam es hierzulande nur zu 3811 Unternehmensinsolvenzen. Das sind 880 weniger als 2019.

04.01.2021 12:35

Im Vergleich zum Vorjahr fand der stärkste Rückgang der Unternehmensinsolvenzen bei den Handwerksbetrieben (-174 Fälle) und im Gastgewerbe (-124) statt, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Montag mitteilte. Ebenfalls weniger Konkurse gab es im Detailhandel (-68) und im Grosshandel (-66).

Gemäss dem Communiqué von Bisnode müssen das allerdings nicht zwangsläufig gute Nachrichten sein. Vielmehr sei es möglich, dass mit den staatlichen Corona-Unterstützungen sogenannte "Zombie"-Unternehmungen geschaffen worden seien.

Gemeint sind Firmen, die ohne staatliche Finanzspritzen bereits in den Konkurs geschlittert wären. Der Zeitpunkt, an dem ihre Liquidität zu Ende gehe und eine Pleite nicht mehr abgewendet werden könne, sei jedoch vielleicht nur aufgeschoben worden, heisst es weiter.

Mehr Neugründungen

Im Jahr 2020 ging nicht nur die Zahl der Firmenpleiten zurück, auch die Zahl der Neugründungen stieg an. Insgesamt liessen Unternehmer 46'779 neue Firmen im Handelsregister eintragen, wie es im Communiqué weiter heisst. Dies sei eine Zunahme um fünf Prozent gegenüber 2019.

kw/tt

(AWP)

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Stimmung in Schweizer

Stimmung in Schweizer Wirtschaft trotz zweiter Welle verhalten optimistisch

Die zweite Coronawelle schadet der Schweizer Wirtschaft bis jetzt relativ wenig. Darauf deuten zumindest die neusten Stimmungsindikatoren hin.

04.01.2021 12:04

Im Industriesektor hellte sich die Stimmung zuletzt sogar deutlich auf. Der Einkaufsmanager-Index (PMI) für die Schweizer Industrie kletterte im Dezember auf den höchsten Stand seit September 2018.

Konkret stieg er saisonbereinigt auf 58,0 Punkte, wie die Credit Suisse, die den Index zusammen mit dem Branchenverband Procure.ch. berechnet, am Montag mitteilte. Werte von über 50 Punkten deuten auf Wachstum hin.

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise im letzten Frühling war der Index auf 40,7 Punkte gefallen. Dank der guten Stimmung wurde laut den Angaben auch der Trend zu einem Stellenabbau gestoppt.

Die Ökonomen der Credit Suisse erklären dies mit zwei Effekten. Erstens funktionierten nun im Gegensatz zur ersten Welle die Lieferketten. Und zweitens hätten wichtige asiatische Absatzländer - namentlich China, Japan und Südkorea - die Pandemie im Griff.

Von der Nachfrage aus Asien profitierten die Schweizer Industrieunternehmen direkt, weil mehr Bestellungen aus diesem Kontinent eintreffen. Wichtig sind aber auch indirekte Effekte. So profitieren zum Beispiel die Schweizer Autozulieferer davon, dass Asiaten mehr Autos aus Deutschland kaufen.

Dienstleistungssektor schwächer

Nicht gar so positiv ist die Situation im Dienstleistungssektor, der fast vier Mal so viele Beschäftigte zählt wie die Industrie. Der entsprechende PMI stieg zwar auf 49,2 von 48,0 Punkten im Vormonat, lag damit aber weiterhin unterhalb der Wachstumsschwelle. Der mehr auf den Binnenkonsum ausgerichtete Wirtschaftszweig werde von der zweiten Coronawelle ausgebremst, hiess es dazu.

Gleichwohl lag der Wert über den Erwartungen von Ökonomen. Und der Einbruch falle zudem deutlich milder aus als im letzten Frühling, hiess es. Damals sank der Dienstleistungs-PMI auf bis zu 21,4 Punkte. Offensichtlich wirkten sich die milderen staatlichen Massnahmen sowie das grössere Wissen bezüglich Schutz vor dem Virus bislang positiv aus, so die CS-Ökonomen.

Auf Kurs für Erholung

Schon vor den PMI hatte das KOF-Konjunkturbarometer, welches der zweite wichtige Frühindikator für die Schweizer Wirtschaft ist, einen relativ stabilen Konjunkturverlauf signalisiert. Der Dezember-Wert kam bei 104,3 Punkten zu liegen; im Mai war mit 52,4 Punkten ein historischer Tiefstand markiert worden.

Somit ist die Schweizer Wirtschaft auf Kurs, im laufenden Jahr zumindest einen Grossteil des Einbruchs des Vorjahres wettzumachen. Aktuell gehen Ökonomen in ihren Basisszenarien für 2021 von einem BIP-Wachstum von etwa 2,5 bis 3,5 Prozent aus, nachdem die Schweizer Wirtschaft im letzten Jahr um 3 bis 3,5 Prozent geschrumpft sein dürfte.

Allerdings setzen viele Ökonomen auch Fragezeichen und betonen die aktuellen Risiken. Dazu passt, dass die Stimmung bei den kleineren und mittleren Unternehmen aktuell schlechter ist als bei den grossen, wie eine ebenfalls am Montag publizierte Umfrage von Raiffeisen zeigt. Der sogenannte KMU-PMI verharrte deutlich unter der Wachstumsschelle bei einem Wert, der normalerweise eine Rezession anzeigt, wie die Ökonomen der Bankengruppe schrieben.

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KMU-Einkaufsmanagerindex gibt

KMU-Einkaufsmanagerindex gibt im Dezember nochmals nach

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) leiden auch zum Jahresschluss deutlich unter der zweiten Coronawelle. Der von Raiffeisen erhobene Einkaufsmanagerindex der Schweizer KMU ist entsprechend im Dezember den vierten Monat in Folge gesunken.

04.01.2021 10:05

Der Raiffeisen KMU PMI fiel im Dezember auf 43,3 von 44,0 Punkten im Vormonat, wie Raiffeisen am Montag mitteilte. Derart tiefe Werte zeigen in der Regel eine Rezession an, heisst es weiter. Die Verunsicherung sei nach wie vor gross.

Vor allem in der Produktion wiesen die KMU einen deutlichen Rückgang aus. Der entsprechende Subindex sank auf 40,2 von zuvor 43,5 Punkte. Auch der Beschäftigungsrückgang beschleunigte sich wie der Rückgang auf 41,4 Indexpunkte nach 47,0 Punkten im November zeigte.

Von allen Subkomponenten schlossen im Dezember lediglich die zum Einkaufslager und zu den Lieferfristen über 50 und damit erstmals seit Monaten wieder im Expansionsbereich.

Nichtsdestotrotz bleibe der Rückstand von Industrie-KMU zu Grossunternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe weiterhin frappant, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Dies mache der Vergleich mit dem PMI von procure.ch und Credit Suisse, der die Gesamtwirtschaft abbildet, besonders deutlich. Dieser ist nämlich im Dezember auf 58,0 Zähler gesteigen und damit noch stärker als die von AWP befragten Ökonomen vorhergesagt hatten.

Grundsätzlich zeichne sich ab, dass auch 2021 ein weiteres schwieriges Jahr für die KMU-Branche werde, heisst es bei Raiffeisen. So sprächen etwa die niedrigen und nach wie vor sinkenden Auftragsbestände gegen eine schnelle Erholung des Geschäftsverlaufs.

Eine wichtige Rolle werde ohne Frage der Roll-Out der Impfstoffe spielen.

hr/ra

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Marktmacht: Ist das Jahr 2021

Marktmacht: Ist das Jahr 2021 ein Wendepunkt für die Technologie-Giganten?

Alibaba, Facebook und andere: Die grossen Tech-Konzerne haben es mit ihrer Hybris weit getrieben - wohl zu weit. Denn einiges deutet darauf hin, dass 2021 ein Wendepunkt bei ihrer Marktmacht darstellt.

04.01.2021 21:09

Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash

Es war am 24. Oktober letzten Jahres. Jack Ma betrat die Rednerbühne am "Bund Summit" in Shanghai. Ma, Gründer und Master Mind des Internet-Riesen Alibaba, stand vor seinem wohl grössten Erfolg als Unternehmer. Die Alibaba-Tochtergesellschaft Ant Financial befand sich kurz vor dem Börsengang, nicht weniger als der weltgrösste sollte es werden. Das Initial Public Offering sollte Ma, mit 61 Milliarden Dollar Vermögen reichster Chinese, noch wohlhabender machen.

Also sprach Jack Ma, ein gewiefter Rhetoriker, an diesem Oktober-Tag vor Chinas Finanzelite. Und was er in den 20 Minuten sagte, hatte es in sich. China habe eine anachronistische behördliche Regulierung, was Innovationen im Keim ersticke. China habe viele grosse staatliche Banken, die grossen Flüssen oder Arterien ähnelten. China aber brauche mehr Seen, Tümpel, Ströme und alle Arten von Sümpfen im Finanzsystem, rief Ma den Zuhörern zu. Den Behörden- und Regierungsvertretern im Publikum soll der Atem gestockt haben.

Jack Ma hätte es eigentlich wissen müssen: Mit der kommunistischen Partei Chinas legt man sicher besser nicht an. Und schon gar nicht stellt man sie offen bloss.

Die Quittung folgte schon wenige Tage später. Die Regierung kündigte eine breit angelegte Kartell-Untersuchung gegen Alibaba und andere chinesische Online-Giganten an wegen Verdachts auf monopolistische Praktiken. Die Firmen waren der Führung in Peking schlicht zu mächtig, zu unkontrollierbar und wahrscheinlich auch zu überheblich geworden. Die Folgen: Ant musste den Börsengang absagen, der Aktienkurs von Alibaba sackte bis Jahresende einen Viertel ab und erleichterte Hauptaktionär Jack Ma um 11 Milliarden Dollar. Er darf das Land offenbar bis auf weiteres nicht mehr verlassen.

Gewiss: Jack Ma mag mit seinen Aussagen in Shanghai recht gehabt haben. Aber der Auftritt von Ma wird wohl als symbolisch in die Geschichte eingehen für die Hybris, also den Hochmut, welche die grossen Tech-Unternehmen auch in den USA in den letzten Jahren entwickelt haben. Grundhaltung: Von «Anything goes» bis zu «We don’t care». Facebook zum Beispiel kann oder will bis heute keine überzeugende Rechenschaft über die Nutzung seiner Nutzerdaten abliefern.

Das Jahr 2021 könnte nun eine Wende bringen. Die grossen Tech-Konzerne geraten nicht bloss in China mehr und mehr unter regulatorischen und juristischen Druck. Die Europäische Kommission will per Gesetz die Marktmacht der grossen Tech-Konzerne beschneiden, nachdem die EU in den letzten drei Jahren bereits milliardenschwere Bussen gegen die Konzerne verhängt hatte. In den USA, wo die Giganten noch wenig reguliert sind, haben im letzten Jahr 48 Bundesstaaten und die US-Bundeshandelskommission Klage gegen Facebook eingereicht. 

Die Beweggründe sind ähnlich wie in China: Facebook habe eine marktbeherrschende Stellung und soll widerrechtlich ein Monopol aufgebaut haben. Die Übernahmen von Instagram oder WhatsApp sollen für illegal erklärt werden. Im Oktober hatte das US-Justizministerium und elf Bundesstaaten auch die Alphabet-Tochergesellschaft Google verklagt. Zentraler Vorwurf auch hier: Möglicher Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Daraus könnte der grösste US-Wettbewerbsfall in den letzten 20 Jahren entstehen, sind sich Beobachter einig.

So ähnlich die Entwicklungen in China und in den USA sind: Die Reaktion der Börse könnte unterschiedlicher nicht sein. Während in China die Alibabas und Tencents an der Börse abstürzen, legen die Titel der US-Tech-Giganten weiter munter zu. Denn die Investoren wissen genau, welche Vorteile eine Zerschlagung von Facebook & Co. hätte. (Forcierte) Börsengänge von Instagram oder WhatsApp brächten erheblichen Mehrwert für die Aktionäre.

Eine wahre Anlegerperle wäre auch Youtube als eigenständiges börsenkotiertes Unternehmen. Morgan Stanley schätzte den Wert des Videoportals Mitte 2018 auf rund 160 Milliarden Dollar, das wird heute deutlich mehr sein. Gekauft hatte Google das Startup im Jahr 2006 noch für 1,65 Milliarden Dollar. Anleger hätten durch eine Regulation bei den Tech-Giganten für einmal kaum etwas zu verlieren.

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Schwindelerregende

Schwindelerregende Aktienkurse der Börsenneulinge sprechen für Blasenbildung

Der IPO-Markt spielt verrückt. So teuer waren neuemissionierte Aktien seit der Dotcom-Ära nicht mehr. Experten warnen deshalb immer lauter vor der Gefahr einer Marktkorrektur.

05.01.2021 10:15

Es ist immer schwer zu sagen, wann sich Marktrallies von logisch zu übertrieben entwickeln. Zum Jahresende 2020 war dies nahezu unmöglich. Die Zinssätze lagen nahe Null, und die US-Regierung gab weitere 900 Milliarden Dollar für die Wirtschaft frei. Aber die Vergangenheit bietet Anhaltspunkte, und eine Reihe der derzeitigen Marktbedingungen erfüllt Kriterien, die wahrscheinlich auf einer Blasen-Checkliste stehen würden.

So verwies eine 2019 veröffentlichte Studie von Forschern der Harvard University darauf, dass zwar nicht auf jeden Aktienanstieg eine Katastrophe folgt. Aber wenn dies der Fall ist, gibt es einige gemeinsame Merkmale wie beispielsweise erhöhte Aktienemissionen, eine gestiegene Volatilität sowie ein Sektor oder Index, der sich verdoppelt und doppelt so hoch ist wie der breitere Markt. Ein Häkchen in der Checkliste, noch eines und fast noch eines.

"Gibt es Marktbereiche, die sich in einer Blase befinden? Ja klar", sagte Peter Cecchini, Gründer von AlphaOmega Berater, im Bloomberg-Podcast "What Goes Up". "Dazu zählen offensichtlich viele spekulative Technologieunternehmen", fügte er hinzu.

«Verräterische Signale»

Aktienemissionen, Börsengänge und Blankoscheck-Unternehmen sind so populär geworden, dass sie 2020 einen Rekord nach dem anderen erzielten. US-Unternehmen haben im vergangenen Jahr neue Aktien im Wert von 368 Milliarden Dollar begeben, 54 Prozent mehr als beim vorherigen Hoch, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten.

Über IPOs wurden 180 Milliarden US-Dollar beschafft, das grösste Volumen überhaupt. Unternehmen wie SnowflakeAirbnb und DoorDash nutzen die Erholung der Aktienmärkte. Der Kursanstieg der Börsenneulinge am ersten Tag war der grösste seit zwei Jahrzehnten, sagt Bill Smith, CEO und Mitbegründer von Renaissance Capital.

"Das sind verräterische Signale", sagte Robin Greenwood, Professor an der Harvard Business School und Mitautor der Studie 2019. "Die Wahrscheinlichkeit einer Marktkorrektur ist heute viel grösser als im historischen Durchschnitt."

Eine Subkategorie von Börsengängen hat 2020 ebenfalls abgehoben, was die Sorgen noch verstärkte. Akquisitions-Zweckgesellschaften, so genannte SPACs, die den Erlös aus einer Aktienplatzierung für den Erwerb eines nicht börsennotierten Unternehmens verwenden, haben im Jahr 2020 rund 80 Milliarden Dollar beschafft, mehr als in den letzten zehn Jahren insgesamt. SPACs, die eine Übernahme getätigt haben, sind laut Untersuchungen von George Pearkes, globaler Makro-Stratege bei Bespoke Investment Group, im vergangenen Jahr um etwa 100 Prozent geklettert.

"Das ist ziemlich blasenhaft", schrieb er kürzlich in einer Notiz. Noch "bemerkenswerter" sei, dass SPACs, die noch keine Deals angekündigt haben, etwa 20 Prozent zugelegt haben, fügte er hinzu. "Offensichtlich ist dies ein ziemlich spekulatives Verhalten."

Zinssätze nahe Null als Schutz

Auch wenn bestimmte Vermögenswerte besorgniserregende Signale zeigen, kann es sein, dass der breitere Markt nicht sofort abgestraft wird. Zum einen hat die Federal Reserve versprochen, die Zinssätze nahe Null zu halten, sodass die überdehnten Aktienbewertungen im Vergleich zu den Anleiherenditen vernünftiger erscheinen.

Und die Harvard-Forscher sagen, dass der Nasdaq 100 sich zwar in einer historischen Aufwärtsbewegung befindet und sich innerhalb von nur zwei Jahren verdoppelt hat. Aber in Relation zum S&P-500-Index ist er im Vergleich zu früheren Blasen immer noch nicht exorbitant erhöht. Die marktbreitere Benchmark hat seit 2018 um 50 Prozent zugelegt und hinkt nicht stark genug hinter dem techlastigen Index her, um dieses Kriterium zu erfüllen.

Die Debatte über eine Blasenbildung köchelt schon seit Monaten, und hat viele Warnungen ausgelöst von Grössen wie David Einhorn von Greenlight Capital bis zu Strategen von Wolfe Research.

Probleme in den Randsegmenten

Der S&P 500 beendete das Jahr 2020 mit einem soliden, aber immer noch bescheidenen Plus von 16 Prozent, allerdings gab es in letzter Zeit Probleme in Randsegmenten des Marktes. Seit dem Höchststand im Dezember sind die Impfstoffhelden Moderna und BioNTech jeweils um 35 Prozent gefallen, ohne dass ein offensichtlicher Katalysator für die Verkäufe vorliegt. FuboTV, die bis zum 22. Dezember auf ein Plus von 596 Prozent kam, hat nach Ablauf der Sperrfrist für Aktienverkäufe fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Die Aktien der Versicherungsgesellschaft Lemonade schwankten heftig, als ähnliche Beschränkungen aufgehoben wurden.

Die Blasenwarnungen werden im Jahr 2021 wahrscheinlich lauter, wenn Unternehmen Gewinne liefern müssen, die die historisch gesehen überzogenen Bewertungen rechtfertigen. Der S&P 500 beendete das Jahr mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von fast 30. Das bedeutet, dass er in das neue Jahr höher als je zuvor seit 2000 starten wird. Der Nasdaq 100 kommt auf ein KGV von 40, ein Niveau, das seit zwei Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde.

Andere Preistrends haben ebenfalls für Verwunderung gesorgt. Bitcoins rekordmässiger Anstieg. Der erhöhte Handel von Privatanlegern, der bisher wenig bekannte Unternehmen aufgebläht hat. Das 750 Prozent-Kursplus bei Tesla Insgesamt schloss der Cboe Volatility Index nie unter 20, nachdem er im März auf 80 gestiegen war. Mit 23 bleibt er über seinem langjährigen Durchschnitt von 19,5.

"Angesichts spekulativer Triebkräfte nutzen die Leute mehr Möglichkeiten, schnell Geld zu verdienen. Das könnte gefährlich sein", sagte Marshall Front, Chief Investment Officer bei Front Barnett Associates. "Man weiss nie, wie lange die Party dauert, aber sie wird nicht gut enden."

(Bloomberg)

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Teuerung dürfte 2021 wieder

Teuerung dürfte 2021 wieder positiv werden

Das Leben in der Schweiz ist im vergangenen Jahr günstiger geworden. 2021 wird sich das kaum wiederholen.

05.01.2021 12:15

Die durchschnittliche Jahresteuerung betrug 2020 -0,7 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik am Dienstag mitteilte. Das letzte Mal war sie im Jahr 2016 negativ.

Gespürt haben dies Herr und Frau Schweizer primär an der Tankstelle sowie beim Kauf von Heizöl. Ein Hauptgrund für das rückläufige Preisniveau seien tiefere Preise für Erdölprodukte gewesen, so das BFS.

Zudem hätten sich in der Statistik tiefere Preise für Pauschalreisen und im Luftverkehr niedergeschlagen. Auf der anderen Seite seien die Preise für Wohnungsmieten und für Automobile gestiegen.

Eine Rolle spielte bekanntlich auch der Schweizer Franken, der mit seiner zeitweisen Stärke im Jahresverlauf die Inflation dämpfte. Dies trug - neben dem Erdöleffekt - dazu bei, dass sich hauptsächlich Importgüter verbilligten (-2,9%), während sich die Preise für einheimische Ware insgesamt kaum veränderten.

«Tiefpunkt ist erreicht»

Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Geschichte 2021 nicht wiederholen wird. "Wir sehen den Tiefpunkt der Jahresrate nun erreicht", heisst es in einem Kommentar von Raiffeisen. Das Institut erwartet für 2021 eine durchschnittliche Jahresteuerung von +0,2 Prozent. Andere befragte Experten schätzen Werte von ebenfalls +0,2 bis +0,5 Prozent.

Konkret wird unisono erwartet, dass die monatlich berechnete Inflation im Frühling ins positive Terrain vorstossen wird. Im letzten Jahr hatte die Inflation einzig im Januar leicht angezogen. Danach waren zeitweise Monatswerte von bis zu -1,3 Prozent erreicht worden.

Der Hauptgrund für die anziehende Inflation im Jahresverlauf 2021 sei aber weniger eine Preisdynamik, sondern die auslaufenden Ölpreis-Effekte aus dem Vorjahr, meint CS-Ökonom Maxime Botteron.

Alessandro Bee von der UBS erinnert daran, dass ein Fass Rohöl im letzten Frühling zeitweise um die 20 Dollar kostete, für den Frühling 2021 erwartet er nun Preise von um die 45 Dollar.

"Zudem rechnen wir mit einem leicht schwächeren Schweizer Franken, was die Deflationstendenzen der Auslandprodukte dämpfen dürfte", ergänzt David Marmet von der ZKB.

Etwas helfen könnte laut Raiffeisen-Experte Alexander Koch auch die Mineralsteuererhöhung, die bereits im Januar einen gewissen Effekt haben dürfte. Grosse Inflationssprünge seien aber nicht zu erwarten, meint er. "Die angeschlagene Konjunktur und vielerorts tief ausgelastete Kapazitäten bedeuten geringen Preisdruck."

Früherer Ausverkauf?

An der Prognose für eine baldige "Inflationswende" ändert auch nichts, dass die Jahresteuerung im Dezember 2020 überraschend tief ausfiel (-0,8%). Diese Entwicklung sollte laut den Effekten nicht überschätzt werden. "Ich kann mir gut vorstellen, dass der Detailhandel aufgrund der heutigen Ausnahmesituation schon früher als sonst die Preise senkte", meint etwa UBS-Experte Bee.

Die Prognosen für 2021 sind gleichwohl mit einer etwas höheren Unsicherheit behaftet. Das liegt auch daran, dass das Bundesamt für Statistik im Rahmen einer regelmässigen Revision den Warenkorb des Landesindex für Konsumentenpreise angepasst hat. Ab 2021 werden neu etwa Einweg-Hygienemasken, Glücksspiele oder Elektrofahrräder mitberücksichtigt.

Wer es ganz genau wissen will, kann im übrigen nun mit einem individuellen Teuerungsrechner seine "persönliche Inflation" berechnen. Die offizielle Inflation ist bekanntlich nur ein Durchschnitt, der für alle Haushalte gilt.

Wer also den Eindruck hat, dass die veröffentlichte Teuerung nicht mit seiner eigenen Erfahrung übereinstimmt, kann den Warenkorb hier seinen eigenen Ausgaben anpassen.

(AWP)

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ICT-Branche zeigt sich zum

ICT-Branche zeigt sich zum Jahresauftakt vorsichtig optimistisch

Die Schweizer ICT-Branche blickt insgesamt verhalten positiv ins neue Jahr. Der Swico ICT Index bewegt sich mit einem Stand von 100,1 Punkte knapp über der Wachstumsgrenze von 100 Punkten. Allerdings sind die Aussichten für die einzelnen Branchesegmente weiterhin sehr unterschiedlich.

05.01.2021 12:00

Dass sich der Index knapp in der Wachstumszone befinde, sei "sehr erfreulich", schrieb Swico in einer Mitteilung vom Dienstag. Noch im April war der Index auf 66,2 Punkte eingebrochen. Das sehr knappe Resultat zum Jahresanfang zeige aber auch, dass an den Märkten weiterhin Unsicherheiten herrsche und dass auf die Teilbranchen weiterhin grosse Anstrengungen warteten.

Am zuversichtlichsten zeigen sich weiterhin die Segmente IT-Services (105,7 Punkte) und Consulting (104,5). IT-Technologie (96,8) und -Software (93,9) bleiben beide knapp unter der Wachstumsgrenze.

Während die IT-Branche damit jedoch insgesamt optimistisch ins neue Jahr blickt, ist vor allem die Foto-, Film- und Druckbranche hart von der Krise getroffen. Sie musste deutliche Rückgänge in den Auftragseingängen und Umsatzerwartungen hinnehmen und hat daher ihre Wachstumsprognose um 3,2 Punkte auf tiefe 58,7 Punkte gesenkt.

Auch die Branche Heimelektronik ist weiterhin angeschlagen, hat jedoch zum Jahresauftakt mit plus 9,5 auf insgesamt 95,3 Punkte einen guten Sprung nach vorne gemacht. Sorgen darüber, ob weitere Lockdowns und somit die Schliessung von Geschäften drohten, dürften die Erwartungen hier noch etwas getrübt haben, schreibt Swico.

tt/cf

(AWP)

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CS-Studie erwartet nach Boom

CS-Studie erwartet nach Boom Umsatzrückgang der Lebensmittelläden

Nach den Hamsterkäufen während des Coronalockdowns liegt die Latte für die Schweizer Lebensmittelläden hoch. Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen deshalb bei diesen mit einem Umsatzrückgang im neuen Jahr.

06.01.2021 10:05

Im Bereich Nahrungsmittel und Near-Food dürften die Umsätze nach dem sehr starken Jahr 2020 um 6 Prozent sinken, heisst im Detailhandelsausblick der Grossbank für 2021, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Allerdings wäre damit auch das angebrochene Jahr immer noch besser als die Lage vor der Krise. Denn das Niveau von 2019 dürfte heuer um 3 Prozent übertroffen werden.

Die Umsatzentwicklung sei 2020 in vielen Segmenten so positiv gewesen, "dass ein Wiedererreichen der Werte im Jahr 2021 unter normalen Umständen unwahrscheinlich erscheint", schrieben die CS-Ökonomen. Dies umso mehr, als treibende Kräfte für den Detailhandel wie höhere Löhne und Zuwanderung ausblieben.

Dies würden vor allem diejenigen Segmente zu spüren bekommen, die 2020 gegenüber dem Vorjahr stark gewachsen seien: Neben dem Lebensmitteldetailhandel seien dies Do-it-yourself, Garten- und Autozubehör, Heimelektronik, Körperpflege und Gesundheit oder Freizeit.

Aufschwung bei Kleidern und Schuhen

"Hingegen erwarten wir, dass das Bekleidungs- und Schuhsegment nach überstandener Pandemie wieder etwas an Fahrt gewinnen dürfte", schrieben die CS-Ökonomen. Dies dürfte kleinere Rückschläge in den anderen Non-Food-Branchen, die 2020 teils stark profitiert hatten, kompensieren. Im gesamten Non-Food-Segment sollte es zu einem Umsatzplus um etwas über 2 Prozent führen. Damit würde das Vorpandemiejahr 2019 um rund 4 Prozent übertroffen.

Allerdings schränken die CS-Ökonomen die Aussagekraft ihrer Prognosen selber ein: Diese Prognosen würden auf Annahmen bezüglich der epidemiologischen Entwicklung basieren, "die mit hoher Unsicherheit behaftet sind, und sollten vor allem als grobe Richtungsweisung dienen". Denn mögliche Einschränkungsmassnahmen dürften nicht ausser acht gelassen werden.

Onlineboom geht weiter

Der Aufschwung des Onlinehandels dürfte weitergehen, dem die Coronakrise Rückenwind verliehen habe, hiess es. Die Umsätze der Bestellungen übers Internet dürften im abgelaufenen Jahr um 55 Prozent auf 16 Milliarden Franken geklettert sein.

Treiber seien die Schliessung der Nicht-Lebensmittelläden im Frühling gewesen und der Nachholkonsum. Zudem dürften gewisse Konsumenten den Menschenmengen in Einkaufsmeilen und Shoppingzentren bewusst ausweichen, um das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden, was den Onlinehandel weiter beflügle, hiess es.

Zalando geschrumpft

Nicht davon profitiert haben dürfte nach Schätzung der CS-Ökonomen der Modelieferant Zalando. "Bis September wurden über 17 Prozent weniger Warenwert an Rückfuhren verbucht als im Vorjahr. Wir gehen deshalb davon aus, dass Zalando 2020 "nur" knapp 750 Millionen Franken umgesetzt hat."

Hauptgrund dafür dürfte der reduzierte Bedarf an Kleidung und Schuhen gewesen sein. "Höhere Homeoffice-Anteile, abgesagte oder verschobene Anlässe und Events sowie eine gewisse Zurückhaltung bezüglich "unnötiger" Ausgaben während des Lockdowns hielten Konsumenten wohl davon ab, ihr Geld für die Neuausstattung ihrer Garderobe auszugeben", hiess es in der Studie.

(AWP)

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Bankaktien fester - höhere US

Bankaktien fester - höhere US-TB-Rendite stützt

Die Bankaktien zählen am Mittwoch an der knapp gehaltenen Schweizer Börse zu den stärksten Gewinnern. Höhere Renditen und ein erhebliches Aufholpotenzial stützen laut Händlern die Nachfrage.

06.01.2021 10:26

Die Aktien der Credit Suisse gewinnen um 10.10 Uhr 2,6 Prozent auf 11,845 Franken. UBS steigen 2,6 Prozent auf 13,09 Franken und Julius Bär ziehen um 1,8 Prozent auf 52,44 Franken an. Derweil gibt der Gesamtmarkt gemessen am SLI um 0,28 Prozent nach.

Händler begründen die Nachfrage nach den Bankaktien mit dem Anstieg der Anleiherenditen. In den USA werfe der zehnjährige Treasury Bond erstmals seit dem vergangenen März wieder eine Rendite von über einem Prozent ab. "Das gibt den Banken Rückenwind", sagt ein Händler.

Tiefe oder gar negativen Zinsen machen den Geldhäusern das Geschäftsleben seit Jahren schwer, was auch in einer unterdurchschnittlichen Kursperformance zum Ausdruck komme, heisst es weiter. "Mit anderen Worten, die Banken haben kursmässig in den vergangenen Jahren nicht gerade geglänzt. Das lässt Raum für neue (Kurs-)Hoffnung."

pre/hr

(AWP)

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Auto-Schweiz-Präsident sieht

Auto-Schweiz-Präsident sieht Handlungsbedarf der Politik bei E-Mobilität

Der Schweizer Automarkt ist 2020 wegen der Coronapandemie um knapp ein Viertel geschrumpft. Der Verband der Auto-Importeure erwartet nun für das laufende Jahr eine Erholung.

06.01.2021 11:55

Die erwartete Normalisierung und Nachholeffekte dürften nun 2021 zu einer höheren Nachfrage führen, sagt Auto-Schweiz Präsident François Launaz im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. Das Niveau von 2019 werde aber wohl nicht erreicht.

Die Zahl der Neuimmatrikulationen brach 2020 auf rund 237'000 von 311'000 im Vorjahr ein. Als Gründe für den Einbruch nannte er die Werksschliessungen der Autohersteller und der Schliessung der Show-Räume in der Schweiz.

"Die neue Krankheit hat die Konsumenten zudem stark verunsichert", so Launaz weiter. Auch die Firmenkunden hätten Vorsicht bei den Ausgaben walten lassen. "Jetzt können Konsumenten und Unternehmen die Lage klarer einschätzen und besser planen. Je nach dem weiteren Verlauf der Pandemie rechnen wir mit Neuzulassungen im laufenden Jahr von rund 270'000 Fahrzeugen."

"Mehr Ladestationen"

Ein Lichtblick waren die steigenden Zahlen bei den neu immatrikulierten E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Damit der Anteil der elektrischen Mobilität weiter steigen kann, sieht er die Politik gefragt. Bei den Rahmenbedingungen sieht der Präsident der Importeurs-Vereinigung Handlungsbedarf. "Mit Blick auf die Elektromobilität gibt es verschiedene Aspekte, bei denen es noch harzt. Man kann keine Elektrofahrzeuge verkaufen, ohne eine entsprechende Lade-Infrastruktur."

Der Bestand an Elektrofahrzeugen könne in der Schweiz relativ schnell auf eine halbe Million steigen. "Dafür muss aber die Politik ihre Aufgabe erledigen und die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Das bedeute mehr öffentliche Ladestationen und entsprechende Erleichterungen und Förderung bei privaten Ladestationen."

Kaufanreize und Preissubventionen seien nicht unbedingt nötig. "In der Schweiz gibt es eine hohe Kaufkraft. Das hat etwa auch der Erfolg von Tesla gezeigt. Inzwischen habe sich durch das breitere Angebot von immer mehr Herstellern die Preispalette insbesondere nach unten erweitert, sagte Launaz. Es müsste aber seiner Meinung nach bei der Besteuerung in der Schweiz eine Vereinheitlichung geben. Auch sei es widersinnig, dass man in der Schweiz für einen E-Geschäftswagen mehr Steuern zahle als für einen mit Verbrennungsmotor.

Launaz plädiert darauf, dass die Politik bei ihren Massnahmen nicht das Ziel aus dem Auge verliert. "Dekarbonisierung ist nur dann möglich, wenn der Strom auch aus erneuerbaren Quellen stammt. Es macht keinen Sinn, ein E-Auto mit Kohlestrom aus Deutschland zu fahren." Hier müsse die Schweiz noch mehr unternehmen.

2019 mussten die Schweizer Auto-Importeure wegen Verfehlen der CO2-Flottenemissionen rund 78 Millionen Franken zahlen. Die Sanktionen dürften laut Launaz 2020 noch deutlich höher ausfallen. "Der Richtwert wurde 2020 in einem Schritt auf jetzt 95 Gramm CO2 pro Kilometer von zuvor 130 Gramm gesenkt. Auch mit einem höheren Anteil an E- und Hybridautos lässt sich das nicht einholen."

(Das vollständige Interview ist auf dem Premium-Dienst von AWP erschienen.)

yr/rw

(AWP)

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Banken bleiben trotz

Banken bleiben trotz kurzfristiger Kreditausfälle langfristig positiv

Die Schweizer Banken zeigen sich trotz Coronakrise recht optimistisch. Kurzfristig erwarten zwar vor allem Regionalbanken vermehrt Kreditausfälle, weil manche KMU ihre Kredite nicht zurückzahlen können. Auf lange Sicht sind die Banken allerdings sogar noch positiver gestimmt als vor einem Jahr.

07.01.2021 12:45

So rechnen 84 Prozent der Banken damit, dass sich ihre operativen Geschäfte im Zeitraum von mehr als drei Jahren positiv entwickelt, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bankenbarometer des Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Und auch mittelfristig, also für die nächsten ein bis drei Jahre, gaben fast drei Viertel der befragten Banken an, sie seien zuversichtlich gestimmt. Für das aktuelle Jahr sind 57 Prozent der befragten Banken von einer guten Entwicklung ihres Geschäfts überzeugt.

Dabei sind die Erwartungen der Banken je nach Tätigkeitssektor sehr unterschiedlich. Privat- und Auslandsbanken sind über alle Zeithorizonte hinweg deutlich positiver eingestellt als die Kantonal- und Regionalbanken. Dies, weil sie nicht wie die Regionalbanken im Kreditgeschäft tätig sind, ihnen die Negativzinsen dadurch kaum etwas anhaben und sie zudem von der Volatilität an den Märkten profitieren.

Kreditausfälle bei Regionalbanken erwartet

Regionalbanken sehen ihre Entwicklung für das aktuelle Jahr am wenigsten rosig. "Zwei Drittel der Regionalbanken erwarten ein schwieriges 2021, weil sie weniger stark im Handelsgeschäft tätig sind und oftmals KMU finanzieren", sagte Patrick Schwaller von EY bei der Präsentation der Ergebnisse des Bankenbarometers. Und weil manche KMU die Krise nicht überleben dürften, rechnen die Banken damit, dass sie wegen Kreditausfällen kurzfristig Wertberichtigungen vornehmen müssen.

"Diese Ausfälle können aber absorbiert werden, unter den Banken herrscht keine Panik", sagte Schwaller. Denn die Banken seien aus einer starken Position in die Krise gegangen. Zudem hätten sich die Kreditausfälle in den letzten Jahren auf einem sehr tiefen Niveau bewegt, wodurch ein Anstieg dramatischer wirkt, als er ist. "Und langfristig rechnet nur die Hälfte der Banken mit steigenden Kreditverlusten, das sind sogar weniger als im Vorjahr", ergänzte Timo D'Ambrosio von EY.

Künftig dürften Banken laut der Umfrage allerdings etwas vorsichtiger werden bei der Vergabe von Krediten. So gaben fast zwei Drittel an, sie würden eine restriktivere Kreditvergabepolitik verfolgen. Laut D'Ambrosio überrascht diese Einschätzung im Hinblick auf die schnelle Umsetzung des Kreditvergabeprogramms und die regulatorischen Erleichterungen aufgrund der Coronapandemie nicht. "Aber es droht keine Kreditklemme für die KMU", sagte er. Denn die jetzt bestehende Kreditlimite würde nur zu etwa 71 Prozent ausgeschöpft.

Negativzinsen bei Sparern immer wahrscheinlicher

Die Coronapandemie hat den Druck auf die Banken, Negativzinsen auf die Sparer abzuwälzen, noch weiter verschärft, wie Schwaller sagte. Der grösste Teil der befragten Banken geht davon aus, dass die Zinsen auch in zehn Jahren noch negativ sein werden. Und inzwischen lehnen es nur noch 11 Prozent kategorisch ab, Negativzinsen an Privatkunden weiterzugeben. Vergangenes Jahr waren es mit 21 Prozent noch weitaus mehr.

"Das heisst aber nicht, dass Kleinsparer jetzt Negativzinsen zahlen müssen", sagte Schwaller. Vielmehr würden die Banken die Fälle individuell anschauen. Aus Gesprächen mit Banken gehe zudem hervor, dass sie eher versuchten, mit ihren Kunden andere Deals auszuhandeln, beispielsweise in dem die Kunden ein anderes Produkt wählen könnten.

Das EY Bankenbarometer basiert auf der Befragung von 100 Geschäftsleitungs-Mitgliedern von Schweizer Banken. Dabei handelt es sich um Privatbanken, Auslandsbanken, Regionalbanken und Kantonalbanken, zudem wurden auch die Schweizer Einheiten der Grossbanken UBS und CS befragt.

tv/uh

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Detailhandelsumsätze legen im

Detailhandelsumsätze legen im November zum Vorjahr zu

(Meldung mit Angaben zu einigen Warengruppen ergänzt) - Die Schweizer Detailhändler haben im November verglichen mit dem Vorjahr mehr verkauft, gegenüber dem Vormonat Oktober sanken jedoch die Umsätze. Steigende Corona-Fallzahlen und strengerer Massnahmen zur Pandemiebekämpfung insbesondere in der Westschweiz dürften belastet haben.

07.01.2021 10:58

Die Detailhandelsumsätze in der Schweiz sind im November kalenderbereinigt zum Vorjahr um 1,0 Prozent gestiegen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag schreibt. Zum Vormonat Oktober sanken die Umsätze laut Daten des BFS dagegen (saisonbereinigt) um 2,4 Prozent. Im Oktober hatten die Detailhändler sowohl verglichen mit dem Vorjahr als auch zum Vormonat deutlich mehr Umsatz erzielt.

Die Erholung im Detailhandel erhielt damit im November einen Dämpfer. Das dürfte auch mit der Verschärfung der Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu tun haben. Vor allem in der Westschweiz wurden zur Senkung der Infektionszahlen im Herbst Ladenschliessungen angeordnet, so im Kanton Genf.

Durchzogener Start ins Weihnachtsgeschäft

Wenig Unterstützung bot offenbar Ende November der Start ins Weihnachtsgeschäft mit den Rabattschlachten an "Black Friday" und "Cyber Monday". Die Non-Food-Umsätze sanken zum Vorjahr um nominal 1,7 Prozent und zum Oktober sogar um 3,2 Prozent.

In den verschiedenen Kategorien des Non-Food-Bereichs waren dabei grosse Unterschiede auszumachen. So nahmen die Umsätze im Internethandel verglichen mit dem Vorjahr um 15 Prozent zu und die Verkäufe von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik schnellten um 36 Prozent hoch.

Gut entwickelten sich auch die Umsätze der Kategorie Haushaltsgeräte, Textilien, Heimwerk- und Einrichtungsbedarf (+5,3%). Dagegen brachen die Verkäufe von Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren im stationären Handel um knapp 9 Prozent und jene mit den "sonstigen Gütern" um 10 Prozent ein.

Wachsende Lebensmittelverkäufe

Eine tragende Säule für den Detailhandel waren im Coronajahr die Lebensmittel - auch im November. Da legten die Umsätze mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren zum Vorjahr um 8,3 Prozent zu. Geschlossene Restaurants und die Sorge vor Corona-Ansteckungen dürften viele dazu bewegt haben, ihr Essen vermehrt am eigenen Herd zu kochen.

Mit Blick auf das starke Wachstum bei den Lebensmitteln rechnen die Ökonomen der Credit Suisse für 2020 mit einer Zunahme der Detailhandelsumsätze von 5,2 Prozent, wie sie in einer am Mittwoch publizierten Studie darlegten. Das BFS legt die Jahresstatistik zum Detailhandel am 1. Februar vor.

Für 2021 rechnen die CS-Ökonomen hingegen mit einem Rückgang der Detailhandelsumsätze um 1,7 Prozent. Steigende Arbeitslosenzahlen, stagnierende Löhne, eine wohl weiterhin rückläufige Migration dürften auf die Einnahmen der Detailhändler drücken. Und sollte bezüglich Corona Normalität einkehren, dürften wieder mehr Schweizerinnen und Schweizer für Einkäufe ins benachbarte Ausland reisen.

mk/rw

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Leicht rückläufige

Leicht rückläufige Steuerbelastung in den Kantonen und Gemeinden

Die öffentliche Hand knöpft den Steuerzahlern in der Schweiz im Durchschnitt nach wie vor knapp jeden vierten Franken ihres Einkommens ab. Steueroasen bleiben die Zentralschweizer Kantone, Steuerhöllen einige Westschweizer Kantone sowie Basel-Stadt.

07.01.2021 13:15

Insgesamt sei die Steuerbelastung im neusten Referenzjahr leicht rückläufig, teilte die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) am Donnerstag mit. Die Ausschöpfung des sogenannten Ressourcenpotenzials sank um 0,2 auf durchschnittlich 24,7 Prozentpunkte.

In 17 Kantonen hat die Steuerbelastung gemäss Steuerausschöpfungsindex 2021 abgenommen, am deutlichsten im Kanton Bern. Gestiegen ist die Belastung in acht Kantonen, am meisten in Freiburg und Schwyz. Das Ressourcenpotenzial widerspiegelt das wirtschaftliche Potenzial der Steuerpflichtigen.

Nach wie vor deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt liegen die Zentralschweizer Kantone. Am steuergünstigsten bleibt der Kanton Zug mit einer Belastung von elf Prozent. Am anderen Ende der Skala bleibt der Kanton Genf Spitzenreiter mit einem Abgabeanteil von 34,1 Prozent.

Grundlage für die Berechnungen des Steuerausschöpfungsindexes 2021 bildet der Mittelwert der Steuerbemessungsjahre 2015 bis 2017. Die EFV stützt sich dabei auf die Zahlen des Finanzausgleichs und der Finanzstatistik.

(AWP)

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«Wir haben US-Aktien

«Wir haben US-Aktien jahrelang übergewichtet. Davon nehmen wir 2021 Abstand»

Gérard Piasko, Anlagechef von Maerki Baumann, erklärt im cash-Interview, warum er jetzt auf Europa-Aktien setzt, welche Branchen 2021 vorne sein werden und warum Joe Biden nicht einfach durchregieren kann.

https://www.cash.ch/news/top-news/gerard-piasko-im-interview-wir-haben-u...

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Arbeitslosenquote in der

Arbeitslosenquote in der Schweiz steigt auf höchsten Stand seit vier Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat im Dezember klar zugenommen.

08.01.2021 07:50

Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat November auf 3,5 von 3,3 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Sie erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2017.

Die Arbeitslosenquote ist üblicherweise saisonalen Schwankungen unterworfen, weil es in den Wintermonaten etwa auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in der Gastronomie jeweils weniger Arbeit gibt. Die vom Seco um die saisonale Faktoren bereinigte Arbeitslosenquote verharrte im Dezember bei 3,4 Prozent.

Insgesamt waren in der Schweiz im Dezember 163'545 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 10'275 mehr als im Vormonat.

Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Zahl massiv höher, nämlich um 46'268 Personen. Die Arbeitslosenquote hatte damals - also in der Vor-Corona-Zeit - noch bei 2,5 Prozent gelegen.

3,1 Prozent im Jahresmittel

Die Folgen der Coronakrise auf den Schweizer Arbeitsmarkt lassen sich am ehesten an der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit ablesen. Die Arbeitslosenquote lag 2020 im Durchschnitt bei 3,1 Prozent nach 2,3 Prozent im Jahr zuvor. Ein so hoher Wert wurde letztmals im Jahr 2017 registriert.

Viele von der Coronakrise betroffene sind aber in Kurzarbeit gelandet. Offiziell liegen allerdings erst die Werte für den Oktober vor. Damals waren laut den Angaben 219'388 Personen von der Kurzarbeit betroffen nach gut 204'000 im September.

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise im April waren es gut eine Million gewesen. Der "massive" Einsatz der Kurzarbeitsentschädigung habe die negativen Auswirkungen der Krise auf die Unternehmen und die Arbeitnehmenden sehr stark abgedämpft, stellte das Seco fest.

Stabile Jugendarbeitslosigkeit

Aufgeschlüsselt nach Alter stieg die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen am wenigsten stark. Die Quote bei den 15- bis 24-Jährigen nahm zum Vormonat auf 3,4 von 3,3 Prozent zu.

Bei den 25- bis 49-Jährigen (0,8%) sowie den 50- bis 64-Jährigen (3,4%) nahm sie jeweils um 0,3 Prozentpunkte zu. Gestiegen ist sie auch bei den Ausländern (auf 6,4% von 5,8%), während sie bei den Schweizern (auf 2,5% von 2,4%) fast stabil geblieben ist.

Das Seco hat derweil im Dezember insgesamt 260'318 Stellensuchende registriert, 9'179 mehr als im Vormonat. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich auf der anderen Seite um 3'635 auf 25'226. Von diesen unterlagen gut die Hälfte der Meldepflicht.

(AWP)

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Schweizer Technologietitel

Schweizer Technologietitel auf Höhenflug - Halbleiterbranche boomt

Am Schweizer Aktienmarkt sind am Freitag die Titel von Technologieunternehmen besonders gefragt.

08.01.2021 11:51

Halbleiterhersteller und Zulieferer für die Halbleiterbranche erreichen starke Kursgewinne. Sie profitieren von guten Zahlen anderer Unternehmen. Um 11.20 gewinnen VAT am stärksten (+3,6 Prozent), gefolgt von Sensirion (+3,1 Prozent) und Inficon (+1,7 Prozent). Weiter gehören AMS (+1,0 Prozent) und Logitech (+0,6 Prozent) zu den Profiteuren der boomenden Halbleiterbranche.

Anders zeigten sich allerdings U-Blox, die 0,4 Prozent verlieren. Nachdem die Titel des Halbleiterherstellers in den vergangenen beiden Tagen noch knapp 13 Prozent angezogen hatten, wurde am Donnerstagabend bekannt, dass die britische Telit die Fusion mit U-Blox abgelehnt hat. Nun würden Gewinne eingestrichen, sagten Marktbeobachter.

 

Elektronik - Samsung steigert operativen Gewinn deutlich - Aktie auf Rekordhoch https://t.co/3TGy3kzaHA pic.twitter.com/Bqj52dKAdG

— cash (@cashch) January 8, 2021

 

Die gesamte Halbleiterbranche reitet unter anderem auf der Welle von starken Zahlen des südkoreanischen Tech-Riesen Samsung, einer optimistischen Umsatzprognose des US-Halbleiterspezialsiten Micron Technology und den damit verbundenen Kursgewinnen in der Halbleiterbranche weltweit. Auch der US-Technologiesektor präsentierte sich am Vortag wieder in starker Verfassung.

Kurzfristig sei der Trend sehr positiv, schrieb JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande in einer aktuellen Studie zum Halbleiterhersteller STMicro, der durch eine bessere Umsatzentwicklung als erwartet stark beflügelt wurde. Dies bedeute, dass trotz Gegenwind aufgrund von Abschreibungen sich die Margen im Jahr 2021 verbesserten.

(AWP)

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Die Schweizer Top- und Flop

Die Schweizer Top- und Flop-Aktien zum Jahresauftakt 2021

Einer Börsenregel zufolge gibt die Kursentwicklung der ersten fünf Handelstage die Richtung für das Gesamtjahr vor. Insofern kann das gut kommen. Denn das neue Jahr startet dort, wo das alte endete: Mit Gewinnen.

10.01.2021 20:58

Von Manuel Boeck

DIe Börsen sind gut bis sehr gut ins neue Jahr gestartet. Der deutsche Leitindex Dax stieg zeitweise auf ein Rekordhoch und gewann in der ersten Handelswoche des neuen Jahres 2,5 Prozent. Der koreanische Kospi sprang sogar 9,7 Prozent in die Höhe. Der Dow Jones und der Nasdaq 100 legten je rund 1,6 Prozent zu, der Swiss Market Index 0,9 Prozent.

Das Plus an den Börsen kann als gutes Omen für 2021 gedeutet werden. Denn einer alten Börsenregel zufolge gibt die Kursentwicklung der ersten fünf Handelstage die Richtung für das Gesamtjahr vor. Für den Dax traf dies in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte immerhin in 70 Prozent der Fälle zu. 

Klar: Die Anleger setzen bereits auf die Zukunft, die dank der Impfstoffe zumindest auf mittlere Frist rosig erscheint. Eine "Normalisierung" des gesellschaftlichen Alltags und damit der Wirtschaft ist allmählich absehbar. Als Konsequenz prognostiziert die Weltbank, dass die globale Wirtschaft 2021 4 Prozent wachsen wird - für das Corona-Jahr 2020 wird ein Rückgang von 4,3 Prozent erwartet.

cash.ch beleuchtet die grössten Tops und Flops an der Schweizer Börse Anfang Januar unter den Blue Chips und am breiten Markt - und beurteilt deren Perspektiven für den weiteren Verlauf des Jahres.

SMI Top-Aktien: Zykliker dominieren

LafargeHolcim (+ 8,1 Prozent): Der Baustoffproduzent legt im neuen Jahr den Vorwärtsgang ein und belegt im SMI-Ranking den dritten Platz. Anlegern und Analysten gefällt, dass LafargeHolcim für 3,4 Milliarden den US-Dachsystemanbieter Firestone kaufen will. Darauf haben allein am Freitag drei Analysten ihre Kursziele für die LafargeHolcim-Aktien erhöht. Ebenfalls positiv: Der neue US-Präsident Joe Biden hat ein zwei Billionen US-Dollar schweres Investitionsprogramm für die in Teilen marode Infrastruktur in Aussicht gestellt. Dieses Fiskalprogramm ist dank eines demokratisch dominierten US-Kongresses sehr realistisch. LafargeHolcim wird davon profitieren und bleibt im Wirtschaftsaufschwung eindeutig ein Kauf.

Credit Suisse (+6,1 Prozent) und UBS (+8,3 Prozent): 2020 war insbesondere für die Credit-Suisse-Aktionäre ein Jahr zum Vergessen – die Aktien belegten den drittschlechtesten Platz im SMI-Jahresranking. Ganz anders das Bild für die Grossbanken im neuen Jahr: Die UBS führt im neuen Jahr das SMI-Ranking an. Auch die Credit Suisse belegt aktuell einen Spitzenplatz. Der erwartete Wirtschaftsaufschwung treibt die Langfristzinsen bei US-Staatsanleihen nach oben, was dem Kreditgeschäft beider Grossbanken zugutekommt. Daher bleiben beide Grossbanken für mutige Investoren kurzfristig interessant, obwohl  das Handelsgeschäft in diesem Jahr bei beiden Grossbanken hinter 2020 zurückbleiben dürfte.

Tops und- Flops im Swiss Market Index (SMI) seit Jahresbeginn (Quelle: Bloomberg).

SMI Flop-Aktien - Defensive Schwergewichte ausgebremst

Nestlé (-2,8 Prozent): Der Appetit der Anleger auf Nestlé ist derzeit verflogen. Die Aktien belegen den letzten Platz im SMI-Ranking. Ein eigentlicher Kurstreiber ist beim defensiv ausgerichteten Titel nicht in Sicht. Zyklische Anlagen sind im momentanen Wirtschaftsumfeld schlicht attraktiver. Für Anleger eigenen sich die Wertpapiere aber als Stabilisator im Portfolio. Wer daher noch keine Nestlé-Aktien besitzt, für den bleibt ein Kauf in der momentanen Schwäche interessant.

Roche (-2,4 Prozent): Die Genussscheine von Roche haben es momentan schwer. Einerseits warnen Analysten von JPMorgan und Credit Suisse vor einem enttäuschenden Schlussquartal, andererseits steht wegen des demokratisch kontrollierten US-Senats für den weiteren Verlauf des Jahres eine stärkere Regulierung der Medikamentenpreise im Raum. Die Dollar-Schwäche ist ebenfalls nicht hilfreich. Roche ist gegenüber dem Greenback stark exponiert. Es würde nicht erstaunen, wenn sich die Aktien weiterhin schwächer als der Markt entwickeln. Ein Kauf ist momentan noch nicht zu empfehlen.

SPI Top-Aktien - Wirtschaftserholung beflügelt

Blackstone Resources (+21,3 Prozent): Das Unternehmen aus Baar hält Beteiligungen an Minengesellschaften, die Batteriemetalle wie Kobalt, Mangan, Molybdän, Grafit und Lithium fördern und teils auch in die Verarbeitung dieser Metalle investieren. Der ehemalige Penny Stock ist im neuen Jahr auf den ersten Platz im SPI-Ranking vorgestossen, nachdem die Aktien 2020 das Podest knapp verfehlt hatten. Insbesondere die Nachricht vom Montag, dass die EU mittels des Programms Horizon 2020 ein Batterieprojekt unterstützt, an dem Blackstone Resources beteiligt ist, hat die Aktien beflügelt. Zudem erhalten die Zuger eine Finanzierungshilfe über ein Wandeldarlehen in der Höhe von bis zu 20 Millionen Franken über eine Laufzeit von insgesamt drei Jahren. Da die Ertragsentwicklung bei Blackstone schwer prognostizierbar ist, bleiben die Aktien aber ein Zock.

U-Blox (+15,6 Prozent): Der im zürcherischen Thalwil beheimatete Chip- und Sensorenhersteller vermeldete im November eine Belebung in Unternehmensbereichen. Dies, nachdem im ersten Halbjahr 2020 die Farbe "rot" in den Büchern dominiert hatte. Am Mittwoch bekräftigte das Unternehmen die positive Einschätzung vom November nochmals. Diese Botschaft stösst bei den Aktionären auf Resonanz und hievte die Aktie auf den vierten Platz im SPI-Ranking. Eine erneute Korrektur kann gut als Einstiegschance genutzt werden.

Meyer Burger (+14,0 Prozent): Die Solarbranche boomt. Die Anleger scheinen momentan fest davon überzeugt, dass Meyer Burger davon profitieren wird. Die Aktien setzen auch im neuen Jahr den steilen, aber auch volatilen Aufwärtstrend fort. Zu Recht? Die Analysten sind sich uneins. Es bestehen berechtigte Zweifel, ob das Unternehmen mit seiner neuen Strategie - Meyer Burger will selbst Solarzellen und Solarmodule herstellen - auf lange Frist erfolgreich sein wird. Insbesondere die chinesische Konkurrenz mit ihren "Dumpingpreisen" könnte den Kursfantasien der Meyer-Burger-Aktionäre einen Strich durch die Rechnung machen.

Tops und- Flops im Swiss Performance Index (SPI) seit Jahresbeginn (Quelle: Bloomberg).

SPI Flop-Aktien - Unerfüllte Biotechwetten und Reisetitel

Addex Therapeutics (-19,6 Prozent): Die Aktien des Biopharmazie-Unternehmens, das Wirkstoffe zur Behandlung neurologischer Erkrankungen erforscht, sind die grossen Verlierer der ersten fünf Handelstage 2021. Die Anleger verlieren zunehmend das Vertrauen in das seit Jahren verlustschreibende Unternehmen. Addex musste im November den Beginn der zulassungsrelevanten Studie mit dem wichtigen Produktkandidaten Dipraglurant zur Behandlung von Parkinson-Patienten auf das erste Quartal 2021 verschieben. Und neues Kapital benötigt das Addex Therapeutics auch. Am Mittwoch gab das Unternehmen Details zur bereits angekündigten Kapitalerhöhung bekannt. Insgesamt sollen dem Unternehmen brutto rund 10 Millionen Dollar an frischem Kapital zufliessen. Die Aktien bleiben eine hochspekulative Wette.

Dufry (-5,9 Prozent): Zu Jahresbeginn stehen die Aktien des Reise-Detailhändlers unter Druck. Dies erstaunt nicht, da das Unternehmen der Corona-Pandemie unmittelbar ausgesetzt ist. Die Verlängerungen von Lockdowns oder auch die Verschärfung der Massnahmen haben starke Auswirkungen auf die Reisebranche und damit den Geschäftsverlauf von Dufry. Die Mitteilung vom Dienstag, wonach Dufry in China die staatliche Hainan Development Holdings als Partner an Bord holt, ist hingegen positiv zu bewerten. Der strategische Ausbau des China-Geschäfts gewinnt somit weiter an Fahrt. Es ist daher nicht verwegen, für ein sogenanntes "Recovery-Trade" eine Aktienposition aufzubauen. Je schneller geimpft wird, desto besser für Dufry.

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Vorsicht: Dividende ist nicht

Vorsicht: Dividende ist nicht gleich Dividende

Investoren stürzen sich in ihrer verzweifelten Suche nach Rendite oft blindlings auf Aktien mit hoher Dividende. Weshalb dies gefährlich sein kann. Und welche Firmen verlässliche Dividendenzahler sind.

10.01.2021 15:27

Die historisch tiefen Zinsen bedeuten seit langem Anlagenotstand für Investoren. Bei ihrer Suche nach Rendite sind die Anleger in den letzten Jahren immer häufiger auf Aktien mit hohen Dividenden gestossen. Logisch: Jahr für Jahr robuste Auszahlungen zu bekommen - das ist verlockend. Es wirkt wie ein Zins.

Doch Dividende ist nicht gleich Dividende: Denn das alleinige Lechzen nach möglichst viel Gewinnbeteiligung führt nicht selten in die falsche Richtung. Anleger müssen bei hohen Dividendenrenditen aufpassen. Denn eine zu hohe Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre kann die Substanz  einer Firma aushöhlen.

Hohe Dividenden können zudem auch ein Zeichen sein, dass Firmen ihre Probleme zuschütten und kritische Aktionäre zufriedenstellen wollen. Ebenso steht oft der Vorwurf im Raum, dass familiengeführte Unternehmen sich eher zu viel Dividende auszahlen, da die als Grossaktionäre Hauptprofiteure der Ausschüttungen sind.

Für Anleger ist deshalb neben der Höhe der Ausschüttung vor allem ihre Konstanz entscheidend. Nur Unternehmen, die auf einem gesunden Fundament stehen und einen regelmässig hohen Cashflow generieren, können die Dividende über einen langen Zeitraum garantieren. Hinzu kommt, dass die Beliebtheit von dividendenstarken Titeln vielerorts zu hohen Bewertungen der Aktien geführt hat. 

Auch Starinvestor Warren Buffett steht auf die Coca-Cola-Aktie

Neben Dividenden muss eine Aktie somit auch Potenzial in ihrem zukünftigen Kursverlauf aufweisen. Erst dann wird sie zur "Perle". Um solche Titel zu identifizieren, lohnt sich ein Blick auf den Ausschüttungsverlauf vergangener Jahre. Börsianer nennen Aktien "Aristokraten", wenn sie in den mindestens letzten 25 Jahren ihre Ausschüttung regelmässig erhöhten. "Könige" schafften das sogar während 50 Jahren.

Solche Musterschüler sind häufig in Branchen wie Nahrungsmittel oder Konsumgüter zu finden, wie zum Beispiel Coca-Cola. Von 1920 an erhielten die Aktionäre eine jährlich gesteigerte Dividende. Ausgezahlt wird diese seit nunmehr 100 Jahren. Kein Zufall also, dass Staranleger Warren Buffett ebenfalls Coke-Aktien in seinem Portfolio hat. 

Ähnlich beeindruckende Zahlen kann der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble liefern. Die Dividendenrendite – also das Verhältnis von Dividende pro Aktie zum Aktienkurs – liegt sogar noch höher. Weitere internationale Dividendenperlen sind DanoneNovo Nordisk oder McDonald’s.

Regelmässig höhere Dividenden sind positiv für den Aktienkurs

Die kanadische Bank of Montreal gibt ihren Eigentümern sogar seit 1829 Gewinnanteile ab. Und der Werkzeughersteller Stanley Black & Decker beweist seit 1877 Ausschüttungsdisziplin. Daten aus den USA zeigen überdies, dass Firmen, die ihre Dividenden regelmässig erhöhen, eine bessere Kursperformance hinlegen als der Gesamtmarkt.

Gleichzeitig kann eine Dividendenkürzung ein deutliches Warnsignal sein, sich von einem Investment zu trennen. Eine Studie zum amerikanischen Aktienmarkt über einen Zeitraum von 40 Jahren ergab eine deutlich schlechtere Performance von Aktien, die ihre Dividenden kürzen oder sogar streichen mussten. Auch am Schweizer Aktienmarkt gibt es Dividendentitel mit internationalem Top-Format.

Als Vorbild schlechthin galt lange Zeit Swisscom. Zwischen dem Börsengang 1998 und 2011 ist die Dividende kontinuierlich gewachsen und hat sich von 11 auf 22 Franken verdoppelt. Doch seither stagniert die Dividende. Mit einer Dividendenrendite von etwas über 4 Prozent ist Swisscom aber immer noch ein beachtenswerter Dividendentitel.

Ebenfalls interessant sind die Schwergewichte NestléNovartis und Roche. Nicht in erster Linie wegen der Höhe ihrer Ausschüttungen, sondern weil die Aktien defensiven Charakter haben und die Unternehmen einen soliden Cashflow erwirtschaften. Wer vor zehn Jahren eine Nestlé-Aktie gekauft und die Dividende jedes Jahr reinvestiert hat, konnte sein Geld locker ver­doppeln.

Dividendenfonds oder Indexfonds bieten sich an

Wie schnell sich Dividendenträume indes in Luft auflösen können, zeigte das Beispiel von Transocean. Die Ölservicefirma war 2014 noch die grosszügigste Firma des Swiss Market Index (SMI). Nach massiven Wertberichtigungen und Abschreibungen sowie einem heftigen Kurssturz wurde die Dividende von 3 Dollar auf 0,6 Dollar heruntergekürzt.

Wem die Beschäftigung mit Einzeltiteln zu aufwendig oder kompliziert ist, sollte einen Dividendenfonds oder einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) kaufen. Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX erstellt seit einigen Monaten einen Dividendenperlen-Index, der die zwanzig besten Aktien des Schweizer Aktienmarktes abbildet. Voraussetzungen: stabile Dividendenzahlungen und solide Rentabilität.

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Schweiz verliert weiter an

Schweiz verliert weiter an Standortqualität

Der Wirtschaftsstandort Schweiz verliert laut einer Studie im internationalen Vergleich weiter an Attraktivität. Von 21 untersuchten Industrienationen ist die Schweiz gegenüber 2018 um einen Platz auf Rang 6 abgerutscht. Vor 10 Jahren hatte sie noch Rang 2 belegt.

11.01.2021 07:15

Das geht aus einer Studie des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW hervor, die die Stiftung Familienunternehmen in Auftrag gegeben hat. Ganz vorne liegen die USA gefolgt von Grossbritannien und den Niederlanden.

Ein Blick auf die Stärken und Schwächen zeigt, dass die Schweiz noch immer gute Bedingungen bei den Steuern und der Infrastruktur aufweist. Bei den Steuern ist die Schweiz im internationalen Vergleich gar zuoberst auf dem Podest.

Regulierungen als Schwachpunkt

Trümpfe weist die Schweiz auch bei den Bedingungen für die Finanzierung und bei den Energiekosten auf, auch wenn sie hier nicht mehr herausragt. Schwachpunkte sind dagegen der Arbeitsmarkt und die Regulierungen.

Wesentlich schlechter als die Schweiz schneidet der Standort Deutschland ab. Das nördliche Nachbarland hat weiter deutlich an Boden verloren und ist gegenüber 2018 um drei Plätze auf den 17. Rang abgerutscht - und liegt damit so schlecht wie noch nie.

"Die Ergebnisse müssen aufrütteln", sagte Rainer Kirchdörfer aus dem Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. "In den vergangenen Jahren haben wir uns sehr stark auf die Verteilung des Wohlstands konzentriert. Jetzt kommt es dringend darauf an, Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen."

Hohe Steuern und Energiekosten

Kirchdörfer verwies auf vergleichsweise hohe Steuern und Energiekosten sowie eine oft unzureichende Infrastruktur. Als grosse Stärke des Standorts Deutschland gilt die finanzielle Stabilität von Staat und Privatwirtschaft sowie die damit verbundenen günstigen Finanzierungsbedingungen.

Die im Mittelstand stark vertretenen Familienunternehmen lassen den Länderindex seit 2006 ermitteln. Seitdem fiel Deutschland um fünf Plätze zurück. Schlechter hat sich kein anderer untersuchter Standort in diesem Zeitraum entwickelt.

Diverse Länder holen auf

Immer weiter nach vorne gearbeitet haben sich dagegen vor allem die Niederlande, Polen, Tschechien und die USA. Untersucht wurden dabei stets Standortfaktoren wie Steuern, Arbeitskosten, Produktivität, Regulierung, Finanzierung, Infrastruktur und Energie.

Leicht im Aufwind befindet sich Frankreich, dass seit 2018 zwei Plätze gutmachen konnte und nun hinter Deutschland auf Rang 18 zu finden ist. In Italien ist die Standortqualität dagegen seit mehreren Jahren stabil. Das südliche Nachbarland belegt Rang 21.

(AWP)

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