CH-relevante Börsenthemen Jahr 2021

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IWF will Prognose für

IWF will Prognose für Wachstum der Weltwirtschaft erhöhen

Nach der globalen Corona-Rezession im vergangenen Jahr startet 2021 die wirtschaftliche Aufholjagd - so sieht es zumindest der Internationale Währungsfonds (IWF).

06.04.2021 06:31

Dessen neue globale Konjunkturprognose, die am Dienstag (14.30 Uhr MESZ) vorgestellt wird, dürfte für dieses Jahr trotz der Pandemie ein rasantes Wirtschaftswachstum vorsehen. Im Januar hatte der IWF noch ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent erwartet. Nun sei mit einer "weiteren Beschleunigung" zu rechnen, kündigte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa bereits vergangene Woche an.

Vor allem in vielen Industriestaaten werde sich die Wirtschaft dank der Impfkampagnen in diesem Jahr erholen, sagte Georgiewa. Besonders stechen dabei die USA heraus, die weltgrösste Volkswirtschaft, die das globale Wachstum nach oben ziehen dürften. Ein Grund für das starke Wachstum dort ist das jüngst beschlossene Konjunkturpaket im Volumen von rund 1,9 Billionen US-Dollar (etwa 1,6 Billionen Euro). Das Hilfspaket entspricht fast zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung. Zudem geht es mit dem Impfen gut voran: Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu haben. Bislang erhielten rund 106 Millionen Menschen mindestens die erste Impfung.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) rechnet für die USA in diesem Jahr inzwischen mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,5 Prozent. Der IWF erwartete im Januar für die USA ein Wirtschaftswachstum von 5,1 Prozent und von 2,5 Prozent für 2022. Analysten rechnen für beide Jahre mit einer Erhöhung der Prognose.

Die Januar-Prognose war bereits optimistischer ausgefallen als die vorige vom Oktober 2020. Damals rechnete der IWF für die USA für 2021 noch mit einem Wachstum von 3,9 Prozent. Auch die globale Prognose ging im Oktober mit 5,2 Prozent von einem niedrigeren Wachstum aus.

Georgiewa warnte vergangene Woche, dass sich global eine Erholung in zwei Geschwindigkeiten abzeichnet: Entwicklungs- und Schwellenländern fällt es schwer, die Corona-Krise zu überwinden, weil sie nicht genügend finanziellen Spielraum für Massnahmen zur Stützung der Konjunktur haben. Zudem stehen die ärmeren Länder bei der Verteilung der Impfstoffe eher am Ende der Schlange. Die reichen Länder hingegen haben sich frühzeitig Impfstoffe gesichert und können es sich leisten, Schulden aufzunehmen, um die Konjunktur anzukurbeln.

China, die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft, die die Pandemie weitgehend unter Kontrolle hat, dürfte laut IWF 2021 erneut ein starkes Wachstum von rund acht Prozent erwarten. Die Eurozone sollte der IWF-Prognose vom Januar zufolge im laufenden Jahr um 4,2 Prozent wachsen. Für Deutschland wurde ein Wachstum von 3,5 Prozent erwartet.

Für 2022 wiederum hatte der IWF ein globales Wachstum von 4,2 Prozent prognostiziert. Für die Eurozone erwartete er ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent, für Deutschland nur 3,1 Prozent.

Die vergleichsweise hohen IWF-Prognosen sind zum Teil auch dadurch begründet, dass die entwickelten Volkswirtschaften im Vorjahr wegen der Corona-Krise eine Rezession von historischem Ausmass erlebten. Der IWF ging im Januar davon aus, dass die Weltwirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um rund 3,5 Prozent eingebrochen ist.

(AWP)

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Die Krux mit dem KGV – Drei

Die Krux mit dem KGV – Drei Beispiele anhand von Schweizer Aktien

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist bei Anlegern weithin gefragt, denn die Bewertungskennzahl bleibt bei vielen Aktientypen ein nützlicher Bestandteil der Analyse. Doch manchmal taugt sie schlicht nicht.

05.04.2021 20:15

Von Henning Hölder

Es gilt noch immer als eines der geläufigsten Mittel, um den Preis einer Aktie zu messen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es hat zumindest als Teil der Analyse weiterhin seinen Platz in der Bewertung von Aktien. Das KGV sagt aus, mit welchem Faktor des Jahresgewinns das Unternehmen bewertet wird. Ein Beispiel: Beträgt das KGV eines Unternehmens 10, bedeutet dies, dass aktuell 10 Prozent der Marktkapitalisierung einen Jahresgewinn ausmachen.

Allerdings sollten Anleger nicht blind auf tiefe KGV Ausschau halten. "Das KGV ist eine rein buchhalterische Grösse. Anleger sollten nicht allein anhand dieses Werts eine Kaufentscheidung treffen", sagt Jan Widmer, Fondsmanager bei der St. Galler Kantonalbank, gegenüber cash. So biete es sich an, neben dem KGV den Cashflow des Unternehmens anzuschauen. "Ein hoher Cashflow unterstreicht die Substanz und Leistungsfähigkeit des Unternehmens", so Widmer.

Niedriges KGV = günstige Bewertung?

In der Tat lässt sich allein am KGV nicht sagen, ob eine Aktie teuer oder eher günstig ist. Generell gilt: Jede Branche hat ihr eigenes KGV. In diesem Sinne sieht das auch Eric Steinhauser, Anlagechef bei der Privatbank Rahn+Bodmer. "In jeder Branche kommen bei den KGVs andere Massstäbe zum Zug. Es ist aber insgesamt noch immer ein wichtiges Element der Bewertung von Aktien", sagt Steinhauser gegenüber cash.

So lässt sich sagen: Firmen aus der Automobilbranche haben eher tiefes KGV, weil das Geschäft sehr kapitalintensiv ist und die Margen eher gering sind. Hier können KGV über 15 bereits teuer sein. Handkehrum wäre ein solches KGV für einen Wachstumswert aus der Technologiebranche äusserst günstig. Hier antizipiert der Markt die hohen Gewinne, die das Unternehmen in der Zukunft voraussichtlich erwirtschaften wird, was hohe KGVs vertretbar macht.

Ein Beispiel: Das KGV des Technologie-Riesen Amazon bewegt sich seit Jahren um etwa 80. Doch bisher hat das Unternehmen die hohe Bewertung stets gerechtfertigt.

Das KGV kann Anlegern also eine gute Orientierung geben, wenn Faktoren wie Branche und finanzielle Stabilität mitberücksichtigt werden. Folgende drei Aktien zeigen exemplarisch, wie und wann das KGV bei der Bewertung helfen kann, und wann es nichts taugt.

AMS: Günstige Bewertung, aber Achtung

Der Halbleiterhersteller AMS ist mit einem geschätzten KGV für 2021 von unter 13 für ein Tech-Unternehmen, welches in einem Wachstumsmarkt tätig ist, äusserst tief bewertet. "Vergleicht man AMS mit anderen Halbleiterherstellern wie etwa Infineon, ist die AMS-Aktie rein vom KGV mit einem Abschlag von etwa 50 Prozent massiv unterbewertet", sagt Steinhauser. Allerdings: Bei AMS drücken Fragen um die finanzielle Konstitution den Aktienkurs. "Die Bilanz von AMS ist eher schwach, die Verschuldung sehr gross", so Steinhauser.

Es stelle sich die Frage, wie viel Free Cashflow AMS erarbeiten könne, um den hohen Verschuldungsgrad zu reduzieren und die schwache Finanzierung zu verbessern. "Hinzu kommen andere offene Fragen: Wie gut funktioniert die Integration von Osram? Was ist mit der hohen Abhängigkeit zum Grosskunden Apple?", betont Steinhauser.

AMS zeigt also exemplarisch, dass ein günstiges KGV allein kein Kaufargument sein muss. In der Aktie stecken viele unsichere Variablen. Wenn diese voll aufgehen, ist die derzeitige Bewertung sogar fast ein Schnäppchen. Doch falls nicht, droht (noch mehr) Ungemach.

Arbonia: Geschätztes KGV für 2021 ist Kaufargument

Gemessen am geschätzten KGV für 2021 (unter 10) ist Arbonia aktuell günstig bewertet. Der Gebäudezulieferer befindet sich in seiner Restrukturierung auf gutem Weg. Für das Jahr 2020 meldete das Unternehmen zwar einen leichten Corona-bedingten Umsatzrückgang, doch beim operativen Ergebnis zeigten sich bereits positive Effekte aus der Umstrukturierung. So legte der Gewinn 2020 um 70 Prozent auf 45 Millionen Franken zu.

Bei der Arbonia-Aktie zeigt sich anhand des KGV, dass in dem Titel noch Luft nach oben ist. Und zwar wegen des positiven Ausblicks, der noch nicht im Kurs eingepreist zu sein scheint. Schaut man sich das rückwärtsgewandte KGV für 2020 an, zeigt sich ein Wert von etwa 27, was moderat, aber dennoch nicht günstig ist. Allerdings: Arbonia selbst hat einen zuversichtlichen Ausblick für 2021 herausgegeben. Analysten gehen von einem weiter stark wachsenden Gewinn aus. Je nachdem, wie hoch man diesen ansetzt, liegt das geschätzte KGV für die Aktie zwischen 8 und 10.

Kann Arbonia die Erwartungen beim Gewinn erfüllen, hat die Aktie noch viel Luft nach oben und kann als klar unterbewertet betitelt werden.

BB Biotech: KGV ultratief, aber kaum aussagekräftig

Gemessen am KGV (geschätzt etwa 6) erscheint die Aktie der Beteiligungsgesellschaft spottbillig. Das Unternehmen investiert in Biotechnologieunternehmen und ist damit in einem starken Wachstumsmarkt vertreten. Auch an der Börse ging es in den letzten sechs Monaten mit knapp 30 Prozent bergauf. Dennoch weisst BB Biotech eins der tiefsten KGVs auf dem Schweizer Aktienmarkt aus. Grund: Das KGV-Kriterium ist bei Beteiligungsgesellschaften selten ausschlaggebend.

"Bei einer Beteiligungsgesellschaft wie BB Biotech müsste man sich theoretisch jede einzelne Beteiligung anschauen und bewerten", sagt Widmer. Besser sei es, hier auf das den Nettoinventarwert des Beteiligungsportfolios, den Net Asset Value (NAV) zu schauen. Dieser "innere Wert" muss ins Verhältnis zum Kurs gesetzt werden. "BB Biotech müsste man eher wie einen Immobilienfonds betrachten", sagt Widmer. 

Der NAV lag bei BB Biotech Ende 2020 bei 71,3 Franken je Aktie, während der Kurs damals bei 74,15 Franken lag. Dies deutet auf eine leichte Überbewertung hin. Die Gesamtrendite entsprach 22 Prozent, was leicht unter der des Nasdaq Biotech-Index (+27 Prozent) lag. Dennoch: Von drei Analystenhäusern, die BB Biotech abdecken, empfehlen alle die Aktie zum Kauf.

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Globale Steuerreform in Sicht

Globale Steuerreform in Sicht - G20 verlängern Schuldenmoratorium

(Ausführliche Fassung) - Die führenden Wirtschaftsnationen (G20) nehmen Kurs auf eine weltweite Steuerreform noch in diesem Sommer. "Ich bin so zuversichtlich wie schon lange nicht mehr", sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch nach Beratungen der Finanzminister der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer. Im Sommer solle der Durchbruch gelingen. Auch Italiens Finanzminister Daniele Franco bekräftigte, eine Einigung bis Juli werde angepeilt. "Wir sehen eine Beschleunigung der Prozesse", sagte er in Rom. Die Finanzminister der G20 verständigten sich zudem auf eine weitere Unterstützung besonders armer Länder in der Corona-Pandemie.

07.04.2021 18:24

Bei der geplanten globalen Steuerreform geht es um zwei Säulen: eine globale Mindeststeuer für international tätige Konzerne und eine Digitalsteuer, durch die Internet-Riesen wie Amazon , Google oder Apple nicht nur am Firmensitz, sondern auch dort Steuern zahlen, wo sie ihre Umsätze erzielen.

Scholz sagte, die neue US-Regierung unter Präsident Joe Biden habe deutlich gemacht, dass sie einen internationalen Steuer-Wettbewerb nicht mehr hinnehmen wolle. Eine Einigung wäre ein Durchbruch für eine fairere Steuergestaltung. Franco erklärte, bis zum nächsten Finanzministertreffen solle es Ergebnisse geben. Dieses Treffen ist derzeit für den 9. und 10. Juli in Venedig geplant.

Auch Amazon-Chef Jeff Bezos sprach sich für höhere Steuern aus. "Wir unterstützen eine Anhebung des Unternehmenssteuersatzes", erklärte er auf dem Blog seiner Firma. Der weltgrösste Onlinehändler steht seit langem wegen Steuervermeidung in der Kritik. US-Präsident Biden will höhere Unternehmenssteuern nutzen, um Teile eines billionenschweren Investitionsprogramms zu finanzieren. In dem Zusammenhang hatte US-Finanzministerin Janet Yellen einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen gefordert.

Die Finanzminister der G20-Staaten kündigten zudem an, den ärmsten Ländern der Welt angesichts der anhaltenden Pandemie auch weiterhin einen Aufschub bei Zins- und Tilgungszahlungen zu geben. Das Schuldenmoratorium werde bis Jahresende verlängert, kündigte Scholz an. So sollen die Länder mehr Spielraum für Investitionen zur Bekämpfung der Corona-Krise bekommen. Der Aufschub allein reiche allerdings nicht aus, betonte der Vizekanzler. Nötig sei auch, manchen Ländern die Schulden zu erlassen. Dabei sollten private Gläubiger mindestens ebenso stark einbezogen werden wie die Gläubigerländer.

Ausserdem solle der Internationale Währungsfonds (IWF) "schon bald" eine Finanzspritze bekommen. Angestrebt würden rund 650 Milliarden Dollar (aktuell etwa 552,7 Mrd Euro), sagte Scholz. Auch dieses Geld soll unter anderem Schwellen- und Entwicklungsländern mehr Spielräume zur wirtschaftlichen Erholung und Bekämpfung der Corona-Pandemie geben.

Die Entwicklungsorganisation One begrüsste beide Beschlüsse. Der Schuldenstopp gebe armen Ländern kurzfristig mehr Spielraum, sagte die Interims-Direktorin von One Deutschland, Karoline Lerche. "Sie sollten nicht vor der Entscheidung stehen müssen, entweder Schulden zurückzuzahlen oder Menschenleben zu retten." Letztlich sei die Vereinbarung aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Laut One profitieren 45 Länder von dem Schuldenmoratorium. Sie könnten nun weitere Rückzahlungen von 9,9 Milliarden US-Dollar stunden und das Geld für die Gesundheitssysteme und zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft nutzen./tam/DP/fba

(AWP)

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Diesen Schweizer Aktien traut

Diesen Schweizer Aktien traut eine US-Bank nochmals deutlich höhere Kurse zu

Europäische Aktien haben das Jahresziel von Morgan Stanley nach nur drei Monaten erreicht. Die US-Bank hebt einige Schweizer Aktien als besonders vielversprechend hervor - eine Empfehlung dürfte allerdings überraschen.

08.04.2021 08:21

Von Lorenz Burkhalter

Gute drei Monate ist das neue Börsenjahr alt, da hat der viel beachtete MSCI Europe Index das Jahresendziel von Morgan Stanley bereits erreicht. Die US-Investmentbank traut dem Börsenbarometer deshalb nur unter den bestmöglichen Voraussetzungen einen weiteren Anstieg um bis zu 8 Prozent zu. Für sie steht deshalb fest: Geld verdient in den kommenden Wochen und Monaten nur noch, wer auf die richtigen Einzelaktien setzt.

Morgan Stanley hat deshalb eine Liste von europäischen Aktien mit Raum für deutlich höhere Kurse bei einem gleichzeitig überblickbaren Rückschlagspotenzial zusammengestellt. Dabei orientiert sich die US-Investmentbank an ihren bankeigenen "Best- und Worst-Case-Szenarien" für die jeweiligen Unternehmen.

Diese Liste umfasst knapp 60 Aktien, darunter folgende fünf aus der Schweiz:

Novartis

Unter den Aktien aus der Schweiz weist jene von Novartis aus Sicht von Morgan Stanley das günstigste Chancen-Risiko-Verhältnis auf. Offiziell deckt die US-Investmentbank den Gesundheitskonzern aus Basel mit "Overweight" und einem Kursziel von 102 Franken ab. Die Amerikaner glauben, dass 2021 ein Erntejahr für das Unternehmen wird. Unter den bestmöglichen Annahmen traut man der Aktie sogar einen Anstieg auf 134 Franken (+65 Prozent) zu. Dem steht ein Rückschlagspotenzial auf 71 Franken (-13 Prozent) gegenüber.

Lonza

Gut schneidet auch die Aktie von Lonza ab. Morgan Stanley sieht den Pharmazulieferer aus Basel über die nächsten Jahre kräftig wachsen. Aufgrund hoher Eintrittsbarrieren für mögliche Rivalen gebe es für die Grosskunden aus der Pharmaindustrie kein Vorbeikommen an diesem Unternehmen. Die US-Investmentbank errechnet auf Basis der bestmöglichen Annahmen ein Kursziel von 755 Franken (+41 Prozent), unter den schlechtmöglichsten hingegen eines von 459 Franken (-14 Prozent). Offiziell lautet das Anlageurteil "Overweight" mit einem Kursziel von immerhin 645 Franken.

SoftwareOne

Bei SoftwareOne sitzt die Enttäuschung über die verhaltene Geschäftsentwicklung in der zweiten Hälfte letzten Jahres und die eher vorsichtigen zukunftsgerichteten Aussagen noch immer tief. Trotz einer Reduktion der operativen Gewinnschätzungen um bis zu 10 Prozent preist Morgan Stanley die Aktie des Spezialisten für Softwarelizenzen offiziell mit "Overweight" und einem Kursziel von 30,50 (zuvor 33) Franken an. Unter den bestmöglichen Umständen halten die Amerikaner allerdings Kurse von bis zu 43 Franken (+76 Prozent) für möglich. Das Rückschlagspotenzial auf 17 Franken (-31 Prozent) ist allerdings auch nicht ohne.

Credit Suisse

Der wohl überraschendste Schweizer Vertreter auf der Liste ist die Aktie der Credit Suisse. Der milliardenschwere Verlust aus dem Archegos-Debakel und mögliche Kosten aus der Greensill-Affäre bescherten ihr in den letzten zwei Wochen schmerzhafte Kursverluste. Für Morgan Stanley scheint das jedoch kein Grund, um den Optimismus über Bord zu werfen. Die US-Investmentbank hält vorerst an der "Overweight" lautenden Kaufempfehlung sowie am Kursziel von 14 Franken fest, wobei die Bandbreite von 6 Franken (-41 Prozent) bis 20 Franken (+97 Prozent) variiert. Vermutlich spiegelt sich der Milliardenverlust noch nicht im Bewertungsmodell wieder.

Zur Rose

Unter den bestmöglichen Annahmen kommt Morgan Stanley bei der Aktie der Versandapotheke Zur Rose auf ein Kursziel von 700 Franken (+114 Prozent). Dem steht ein Rückschlagspotenzial auf 170 Franken (-51 Prozent) gegenüber. Offiziell preisen die Amerikaner die Aktie jedoch mit "Overweight" und einem Kursziel von 500 Franken an. Die Aktie von Zur Rose zählt zu den Schweizer Börsenüberfliegern der letzten Jahre.

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Das sind die meistgefragten

Das sind die meistgefragten Aktien bei cash

Am meisten gehandelt und am meisten gesucht: Diese Schweizer und internationalen Aktien waren bei cash.ch in der letzten Woche am beliebtesten bei den Trades und bei den Abfragen.

12.04.2021 07:55

Welche Aktien werden an einer Börse und auf Trading-Portalen besonders oft gehandelt? Diese Frage interessiert Investoren oft am meisten während eines Handelstages. Angebot und Nachfrage bei Aktien werden oft durch Trends und die Newslage bestimmt. Die Handelsvolumen sind bei grossen und bekannteren Unternehmen oft grösser als bei kleineren Firmen. Andererseits haben auch Aktien von kleineren Firmen, die gerade positiv oder negativ von sich reden machen, oft grosse Handelsvolumen. Eine Aktie, die häufig gehandelt wird, bedeutet also nicht automatisch, dass der Titel eine gute Anlage ist.

Unten aufgelistet die meistgehandelten Schweizer Aktien der letzten Woche (jeweils von Montag bis Donnerstag)und die meistgetradeten ausländischen Titel bei cash.ch. Das grösste Wirtschafts- und Finnazportal der Schweiz bietet mit dem Partner bank zweiplus seit 2012 Online-Trading an. Die Listen stellen keine Kaufempfehlung dar. Für die Auswertung der Top ten ist die Anzahl der effektiven Trades massgebend. 

In der dritten Tabelle sind die zehn meistgesuchten Aktien (Anzahl Abfragen) bei cash.ch dargestellt. 

*Gemessen an dem Zeitraum vom 6. April bis 8. April 2021

Meistgehandelte Schweizer Aktien bei cash

# Name Performance 1 Woche
1. Zurich Insurance -5.21%
2. Credit Suisse -3.58%
3. Swiss Re -0.17%
4. Relief Therapeutics -4.11%
5. Swisscom -5.05%
6. Meyer Burger +5.45%
7. Roche +1.39%
8. ams -3.92%
9. Novartis -0.31%
10. Lafarge Holcim +2.81%

Meistgehandelte internationale Aktien bei cash

# Name Performance 1 Woche
1. Apple +2.02%
2. Plug Power -8.39%
3. Tesla +2.31%
4. Volkswagen Vorzug -1.66%
5. Microsoft +5.57%
6. Nio -3.03%
7. Tencent Music +1.00%
8. Nikola -7.98%
9. Newmont -1.57%
10. BioNTech +7.26%

Meistbesuchte Aktienseiten bei cash

# Name Performance 1 Woche
1. Relief Therapeutics -4.11%
2. CS Group -3.58%
3. Meyer Burger +5.45%
4. UBS +0.37%
5. Zurich Insurance -5.21%
6. ams -3.92%
7. Roche +1.39%
8. Swiss Re -0.17%
9. ABB +2.57%
10. Novartis -0.31%

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Der Klima-Wächter unter den

Der Klima-Wächter unter den Anleihehändlern lehrt globalen Finanzgrössen das Fürchten

Ulf Erlandsson ist nicht der typische Klimaschützer, der auf Strassen-Demos geht. Sein Betätigungsort ist der Handelsraum.

11.04.2021 17:02

Er zwang Amundi, Europas grössten Vermögensverwalter, sich von Anleihen einer indischen Bank zu trennen, weil die ein Kohlebergwerk finanzierte. Er blamierte HSBC, weil sie es versäumt hatte, diese Bank in die Pflicht zu nehmen. Und er nötigte ein japanisches Kreditinstitut, aus der Finanzierung von Kohlekraftwerken auszusteigen.

Erlandsson sieht seine Art des Aktivismus, die von fast zwei Jahrzehnten an den Anleihemärkten geprägt ist, als neue Form des Bond-Wächtertums. In den 1980er Jahren nannte man “bond vigilantes” Investoren, die zügellose Schuldenstaaten über die Finanzmärkte unter Druck setzten. Erlandssons Druck richtet sich nicht auf fiskalische Disziplin, sondern darauf, sich den Risiken des Klimawandels und der Erderwärmung zu stellen. Investoren und Banker sollen ihre wirtschaftliche Macht nutzen, um die Finanzierungskosten für Umweltverschmutzer zu erhöhen und Unternehmen drängen, sich für eine kohlenstoffarme Zukunft neu zu erfinden.

Nachdem er im vergangenen Jahr eine gemeinnützige Organisation gegründet hatte, die von Rockefeller-Geldern unterstützt wird, ist der ehemalige Stratege für Kreditderivate bei Barclays und Manager von Anleihefonds zu einem unverblümten Kritiker des Finanzestablishments geworden. Er geisselt Unternehmen wie seinen ehemaligen Arbeitgeber Barclays dafür, dass sie nicht genug gegen die globale Erwärmung tun.

Erlandsson arbeitet mit einer Kombination aus öffentlicher Blossstellung, typischerweise in sozialen Medien, und Diplomatie durch die Hintertür. Er nutzt Kontakte, die er über Jahre hinweg beim Handel mit Anleihen aufgebaut hat, und überredet Investoren und Kreditgeber, aus Positionen, die den Klimawandel treiben, auszusteigen. Und er zögert nicht, Anwälte, andere Non-Profit-Organisationen oder Journalisten in seine Kampagnen einzubinden. Dass die Leute ihn als Unruhestifter sehen, ist ihm völlig klar.

“Wenn ich etwas sehe, das ich für falsch halte, habe ich eine niedrige Hemmschwelle, Ärger zu bereiten,” sagte der in Stockholm lebende Erlandsson. “Es gibt ein Sprichwort, das lautet: ‘nur tote Fische schwimmen mit dem Strom’. Zu den toten Fischen gehöre ich sicher nicht.”

Ende letzten Jahres erfuhr Erlandsson, 45, dass Indiens grösste Bank, die State Bank of India, plante, Adani Enterprises mit rund 650 Millionen Dollar (547 Millionen Euro) bei der Finanzierung einer umstrittenen Kohlemine im Norden Australiens zu helfen. Als früher Investor in grüne Bonds - Anleihen, die zur Finanzierung bestimmter umweltfreundlicher Projekte aufgenommen werden - erinnerte sich Erlandsson daran, dass die indische Bank bereits 2018 solche Anleihen begeben hatte. Er wusste auch, dass einer der prominentesten Fonds, der grüne Anleihen kauft - der Planet Emerging Green One Fonds von Amundi - die Anleihen hielt.

Er störte sich an dem Widerspruch, dass eine Bank, die Anleihen zur Finanzierung von Wind- und Solarprojekten in ganz Indien ausgibt, auch die stark umweltverschmutzende Carmichael-Mine in Australien finanziert. Also rief er die Investoren des EGO-Fonds an, um sie auf die bevorstehende Finanzierung hinzuweisen und sie an das Reputationsrisiko für einen grünen Investor zu erinnern, der mit diesem Geschäft in Verbindung gebracht wird.

“Ich sehe eine Menge Dinge, die einfach intellektuell inkonsistent sind”, sagte Erlandsson. “Wenn Leute sagen, dass sie das Richtige tun, es aber nicht tun, dann ärgert mich das gewaltig.”

Als er bei Amundi anrief, hatten mehrere der Investoren, mit denen er gesprochen hatte, das Problem bereits thematisiert und drohten, aus dem EGO-Fonds auszusteigen, falls Amundi nicht entweder sein Investment in State Bank of India veräussern oder das Unternehmen davon überzeugen würde, den geplanten Kredit zurückzuziehen. Innerhalb weniger Wochen verkaufte Amundi sein rund 20 Millionen Dollar schwere Anleihepaket.

«Intellektuell inkonsistent»

Joakim Blomqvist, Leiter Fixed Income und Devisen bei der schwedischen Pensionskasse AP3, war einer der EGO-Fonds-Investoren, die von Erlandsson kontaktiert wurden. Blomqvist sagte, dass Erlandssons Anruf eine Reihe von Ereignissen auslöste, die letztendlich zu Amundis Desinvestition führten, und dass seine Lobbyarbeit bei den Investoren wahrscheinlich massgeblich für die Entscheidung des französischen Fondsmanagers war.

Ein Sprecher von Amundi lehnte einen Kommentar ab. Ein Sprecher der State Bank of India reagierte nicht auf Bitten um einen Kommentar.

In einem offenen Brief, der von der ESG-Nachrichtenseite Responsible Investor veröffentlicht wurde, warf Erlandsson der in London ansässigen HSBC vor, es versäumt zu haben, sich mit der State Bank of India über die Carmichael-Finanzierung zu verständigen, da sie einer der führenden Zeichner der grünen Anleihe des indischen Kreditinstituts war.

In einem anderen Fall rügte Erlandsson die staatliche Japan Bank for International Cooperation für die Finanzierung eines Kohlekraftwerks in Vietnam. Er kritisierte die Geldgeber der Bank, HSBC und Barclays, dafür, dass sie den Anleiheinvestoren die offensichtlichen Klimarisiken nicht offengelegt haben. Nur zwei Monate nachdem Erlandsson vorschlug, die Bank auf eine schwarze Liste zu setzen, sagte das japanische Institut im März, dass es keine neuen Kohlekraftwerksprojekte finanzieren wolle.

Sprecher von HSBC und Barclays lehnten eine Stellungnahme ab.

Mit finanzieller Unterstützung des Growald Family Fund, einer Stiftung, die von Mitgliedern der Rockefeller-Familie gegründet wurde und sich auf den Klimawandel konzentriert, hat Erlandsson eine Research- und Advocacy-Firma gegründet.

Erlandssons Anthropocene Fixed Income Institute ist wie ein Klimaaktivist, der die Sprache der Finanzmärkte spricht. Es veröffentlicht alles, von technischem Research über Relative-Value-Klima-Trades mit Kreditderivaten bis hin zu Meinungen darüber, wie die Europäische Zentralbank ihre Anleihekäufe strukturieren sollte, um die Finanzierung von Kohlenstoffemissionen zu vermeiden. Das Institut ist auch sein Vehikel, um alles zu entlarven, was nach Greenwashing riecht.

Während er es liebt, Heuchelei zu entlarven, ist ihm bewusst, dass eine zu konfrontative Haltung seine Bemühungen untergraben könnte, Fixed-Income-Manager zu ermutigen, den Klimawandel zu unterstützen.

“Irgendwann wird man so sehr zum Unruhestifter, dass die Leute nicht mehr auf einen hören: Man wird zu einer Art Kassandra oder einem ‘wer hat Angst vorm bösen Wolf’-Jungen”, so Erlandsson. “Ich möchte nicht als blauäugiger Skandinavier wahrgenommen werden, der mit dem Finger auf alle anderen zeigt.”

(Bloomberg)

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«Schweizer Aktien spielen

«Schweizer Aktien spielen dieses Jahr nur in der zweiten Reihe»

Laut Burkhard Varnholt können Anlegerinen und Anleger mit der Schweizer Börse nicht viel falsch machen. Doch im Moment sind andere Märkte für den CS-Schweiz-Anlagechef zu interessant, also rät er zur Diversifikation.

https://www.cash.ch/news/top-news/burkhard-varnholt-schweizer-aktien-spi...

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Zehn solide Dividenden-Aktien

Zehn solide Dividenden-Aktien aus der Schweiz und dem Ausland

Dividenden-Aktien lohnen sich für Anleger nach wie vor. Sie bieten nebst Kursgewinnen regelmässige Einkünfte für Aktionäre. Vor allem die Schweiz bietet einige wahre Dividenden-Könige.

01.03.2021 08:04

cash - bank zweiplus

Dividenden-Aktien werden von Anlegern geschätzt, weil sie neben potenziellen Kursgewinnen ein regelmässiges Einkommen bieten - in Form von regelmässig ausgezahlten Gewinnbeteiligungen der Unternehmen. Die Schweiz bietet hier einige wahre Dividenden-Könige. Doch auch im Ausland werden Dividendenjäger fündig.

Swiss Re (Dividendenrendite 7 Prozent): Der weltweit zweitgrösste Rückversicherer hat zwar unter der Corona-Pandemie gelitten. Wegen des dicken Kapitalpolsters kommt der Schweizer Dividenden-König aber gut durch die Krise.

BB Biotech (Dividendenrendite 4 Prozent): Die Beteiligungsgesellschaft investiert in den Biotech-Sektor und profitiert damit von einem starken Zukunftstrend. BB Biotech bietet sowohl hohe Dividenden als auch Kurspotenzial.

Valiant (Dividendenrendite 5 Prozent): 2020 erhöhte die Retailbank die Dividende zum fünften Mal
in Folge. Die Bank erzielt in ihrem wichtigsten Geschäftsbereich, dem Zinsgeschäft, solide Erträge und verfügt über eine starke Kapitalbasis.

Orell Füssli (Dividendenrendite 5 Prozent): Das im Verlags-, Druckwesen und im Buchhandel tätige Unternehmen verfügt über eine starke Bilanz, liquide Mittel und punktet mit einer attraktiven Dividendenpolitik.

BASF (Dividendenrendite 5 Prozent): Die Aktie des deutschen Chemieriesen bietet derzeit die beste Dividendenrendite aller Dax-Werte. BASF setzt neu auf nichtzyklische Bereiche und Trends wie die Elektromobilität.


(Klicken, um Grafik zu vergrössern)
 

Unilever (Dividendenrendite 3 Prozent). Der niederländische Konsumgüter-Riese ist Top-Dividendenzahler und derzeit günstig bewertet. Der Konzern ist stark in den Wachstumsmärkten Afrika, China und Indien engagiert.

JP Morgan Chase (Dividendenrendite 3 Prozent): Trotz guter Dividenden ist die Ausschüttungsquote bei der ertragsstarken US-Grossbank vergleichsweise niedrig. Experten sehen viel Luft nach oben und sagen kräftige Dividendenerhöhungen voraus.

Johnson & Johnson (Dividendenrendite 2,5 Prozent): Der weltgrösste Pharmazie- und Konsumgüterhersteller aus den USA bietet sowohl Dividendenwachstum als auch einen stabilen Aktienkurs. Seit 56 Jahren wurde die Dividende stets erhöht.

Courtagenvergleich Schweiz

Einen Überblick über Courtagen der wichtigsten online-Trading-Anbieter in der Schweiz finden Sie im Courtagenvergleich von cash.

Roche (Dividendenrendite 3 Prozent): Der weltgrösste Pharmakonzern ist führend im Onkologie-Geschäft und verfügt in der Diagnostik über ein ertragsreiches Geschäft. Die Dividende wird seit drei Jahrzehnten stets erhöht.

Nestlé (Dividendenrendite 3 Prozent): Der Nahrungsmittelmulti hat seit mittlerweile über 60 Jahren die Dividende stabil gehalten oder erhöht. Nestlé ist grundsolide finanziert und treibt seine Portfoliobereinigung voran.

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Avenir Suisse ortet

Avenir Suisse ortet Ineffizienz bei IV - Appell an Bundesamt

24 Milliarden Franken pro Jahr kosten Heilung, Eingliederung und Berentung von Menschen mit Behinderung nach einer Schätzung der Denkfabrik Avenir Suisse. Wie Kosten gesenkt und Kommunikationsdefizite, Fehlanreize sowie Doppelspurigkeiten vermieden werden können, legt sie in einer Studie dar, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

13.04.2021 07:44

Die Bedeutung von Invalidität für die Systeme der sozialen Absicherung habe sich während der Corona-Krise verschärft, besonders im Bereich der psychischen Erkrankungen. Dies schreibt die nach eigener Darstellung klassisch liberale Denkfabrik Avenir Suisse mit Sitz in Zürich anlässlich der Präsentation ihrer Studie "Eingliedern statt ausschliessen: Gute berufliche Integration bei Invalidität lohnt sich".

Mit vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) zur Verfügung gestellten Zahlen will Avenir Suisse aufzeigen, wie die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in den Kantonen optimiert werden kann.

Davon würden nicht nur Erkrankte, sondern auch private und staatliche Leistungsträger profitieren, so Avenir Suisse. Neben der Invalidenversicherung (IV) seien private Akteure (Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Ärzte), private Institutionen (Krankentaggeldversicherer, Pensionskassen) und oft weitere staatliche Einrichtungen wie die Arbeitslosenversicherung oder die Sozialhilfe involviert.

Für die Avenir-Suisse-Studie wurden Personen von sechs Kohorten (2010-2015) vier Jahre nach ihrer Anmeldung bei der IV analysiert. Die Betrachtung pro Anmeldung statt pro Einwohner klammert soziodemografische Unterschiede zwischen den Kantonen aus und fokussiert auf die steuerbaren Aktivitäten der IV-Stellen.

Deutliche Unterschiede zwischen Kantonen

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen. So sind die Rentenquoten - das Verhältnis der zugesprochenen Renten pro Anmeldung - in der Romandie und im Tessin mindestens 27 Prozent höher als in der übrigen Schweiz, im Kanton Genf sogar um 41 Prozent. Die Differenzen spiegeln laut Avenir Suisse die Auslegungen des Bundesrechtes durch die kantonalen IV-Stellen und zum Teil durch die Kantonsgerichte. Sie seien aber auch das Resultat unterschiedlicher Eingliederungsstrategien.

Weiter zeige sich, dass die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Jura und Zug mehr als dreimal so viel ausgeben pro Massnahmenbezüger wie das Tessin. Doch nicht nur die Beträge pro Fall variierten stark, sondern auch die Zahl der Bezüger und der Integrationserfolg. So sei die Erfolgsquote in den Kantonen Solothurn und Wallis deutlich tiefer als im Kanton St. Gallen.

Bundesamt für Sozialversicherungen gefordert

Avenir Suisse fordert das Bundesamt für Sozialversicherungen auf, als Aufsichtsorgan die Gründe für diese Unterschiede zu untersuchen und die Basis für Vergleiche bei psychischen Krankheiten mit einer einheitlichen Nomenklatur zu legen. Um die Mittel effizienter einzusetzen, sollte ein Kostendach für alle beruflichen Massnahmen pro IV-Stelle, gestützt auf die Anzahl Anmeldungen pro Jahr, festgelegt werden, dies analog zur Regelung in der Arbeitslosenversicherung, schreibt die Denkfabrik.

Als Vorbild nennt Avenir Suisse den Kanton Aargau, wo aus Sicht der Denkfabrik Doppelspurigkeiten zwischen der IV, der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe zugunsten der Patienten überwunden werden. Unter dem Namen "Kooperation Arbeitsmarkt" bündelten die Ämter dort ihre Dienste unter einem Dach und vereinfachten so die Schnittstellen mit den Erkrankten und den Arbeitgebern.

Die kantonalen Parlamente und Regierungen seien gefordert, so Avenir Suisse, die Ziele und die Form der Zusammenarbeit zwischen den Institutionen zu überprüfen und an die lokalen Gegebenheiten anzupassen. Letztlich gelte es, von föderalen Erfolgsmodellen zu lernen.

(AWP)

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JP-Morgan-Stratege sieht

JP-Morgan-Stratege sieht Substanz-Aktien gegenüber Wachstums-Werten langfristig im Vorteil

Die Debatte Substanz- versus Wachstumsaktien ist eines der umstrittensten Themen an der Börse. JP Morgan sieht eine langfristige Verlagerung in Richtung Value.

13.04.2021 16:22

Geht es nach Marko Kolanovic, Chefstratege von JPMorgan, haben die globalen Märkte einen kritischen Wendepunkt erreicht. Von nun an würden Substanz-Aktien ("Value") über einen längeren Zeitraum die Wachstumswerte übertreffen, so Kolanovic in einem Interview. Die Rotation in Substanzwerte, getrieben durch die Erholung von der Pandemie, der sinkenden Volatilität sowie von der Unterstützung der Fiskal- und Geldpolitik, werde noch einige Zeit anhalten. "Das könnte eine langfristige Verlagerung in Richtung zyklische Werte auslösen" sagt Kolanovic.

Die Debatte "Substanz- versus Wachstumsaktien" ist eines der umstrittensten Themen in der globalen Strategengemeinschaft. Dies insbesondere seitdem der "Reflation-Trade", der zu einer Erholung der Value-Werte geführt hatte, in letzter Zeit ins Stocken geraten ist. In früheren Marktphasen gab es einen ungewöhnlichen Zusammenhang zwischen der Suche nach sicheren Häfen wie Gold und Stay-at-Home-Aktien, gefolgt von Wetten auf Zykliker und einer steigenden Renditekurve. Diese mehr oder weniger vorhersehbare Ära scheint für Kolanovic nun vorbei zu sein.

JP Morgan: Optimismus für die Märkte 

Die steigenden Renditen auf Staatsanleihen haben das Comeback der Substanz-Werte begünstigt. "Die US-Renditen werden auch künftig kein Problem für Value sein, solange sie unter 2,50 Prozent im zehnjährigen Bereich verbleiben" sagt Kolanovic. Die zehnjägrigen US-Bonds stiegen waren bis Ende März auf 1,77 Prozent gestiegen, was den höchsten Stand seit Januar 2020 markierte. Seitdem sind sie aber wieder auf rund 1,70 Prozent zurückgegangen. 

Graphik: Bloomberg

Doch JP Morgan setzt sich nicht nur bei der Bevorzugung von Value-Aktien von anderen Banken ab. Sie gehört auch zu den optimistischsten Geldhäusern an der Wall Street, was die allgemeine Entwicklung der Aktienmärkte angeht. Die Bank hat ein Jahresendziel für den breiten US-Index S&P 500 von 4400 Punkte ausgegeben. Die Median-Vorhersage liegt laut einer Umfrage von Bloomberg bei 4100 Punkten. Der Index schloss am Montag bei 4127,99 Punkten. 

"Die Fundamentaldaten verbessern sich, und wir haben Fiskal-Stimuli sowie eine unterstützende Geldpolitik. Zudem wird jetzt wird der nach und nach sinkender Volatilitätsindex (VIX) zusätzlich helfen", sagte Kolanovic.

Pessimistische Stimmen bei anderen Wall-Street-Banken 

Am Markt gibt jedoch auch pessimistische Stimmen, die es ganz anders sehen. Bank of America (BofA) und Citigroup prognostizieren beide, dass der S&P 500 bis Ende Dezember auf 3800 Punkte zurückfallen wird. BofA-Strategen, angeführt von Savita Subramanian, warnten in einer Notiz in diesem Monat vor "schlecht ausfallenden Erträgen", während ein Citi-Team unter der Leitung von Tobias Levkovich negative Aspekte wie hohe Bewertungen ins Feld führen. Zudem gebe es die Gefahr, das die Federal Reserve Ende Jahr versucht sein wird, die geldpolitischen Stimuli zurückzufahren, so die Citi-Bank. 

Mit Blick auf die Zukunft glaubt JP-Morgan-Stratege Kolanovic, dass sich das Momentum an den globalen Aktienmärkten gegen Ende des Jahres vom USA-Markt weg zu relativen Nachzügler-Märkten bewegen könnte.

"Da die USA in der Pandemie-Bekämpfung derzeit vorne liegen, ist die Wirtschaft derzeit auch stärker. Doch in der zweiten Jahreshälfte könnte es zu einem Comeback in Europa, Japan sowie in den Schwellenländer geben", sagte er.

(Bloomberg/cash)

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Stromverbrauch in

Stromverbrauch in Rechenzentren steigt weiter an

Der Stromverbrauch steigt wegen des regen Datenflusses bei digitalen Anwendungen weiter an. So verbrauchten die Rechenzentren und Serverräume in der Schweiz 2019 rund 2,1 Milliarden Kilowattstunden Strom. Rund die Hälfte davon könnte mit Effizienzmassnahmen gespart werden.

13.04.2021 15:00

Fast eine Milliarde Kilowattstunden oder rund 46 Prozent liessen sich durch Effizienzmassnahmen einsparen, schrieb das Bundesamt für Energie (BFE) am Dienstag in einer Mitteilung. Dies zeige eine neue Studie. Energie eingespart werden kann demnach in Rechenzentren und Serverräumen bei der Infrastruktur und IT.

Letztmals wurde der Stromverbrauch der schweizerischen Rechenzentren für das Jahr 2013 erhoben. Damals lag er laut BFE bei rund 1,7 Terrawattstunden (TWh), das seien 2,8 Prozent des Gesamtstromverbrauchs in der Schweiz. Die neue Studie weist nun für das Jahr 2019 einen Stromverbrauch der Rechenzentren und Serverräume von 2,1 TWh oder 3,6 Prozent des gesamten Schweizer Stromverbrauchs aus. Das entspreche etwa einem Viertel der Jahresproduktion des Kernkraftwerks Gösgen im Kanton Aargau.

Die Autoren rechnen für die nächsten Jahre mit einem weiteren Anstieg des Stromverbrauchs der Rechenzentren. Gründe dafür seien die weiter voranschreitende Digitalisierung durch Big Data, Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Cloud-Computing. Diese Anwendungen führten zu einem stark wachsenden Datenvolumen. Weiter sei damit zu rechnen, dass sich grosse Cloud-Anbieter in der Schweiz niederliessen, auch diese führten zu mehr Stromverbrauch.

Die Studie "Rechenzentren in der Schweiz - Stromverbrauch und Effizienzpotenzial" wurde von der TEP Energy GmbH und der Hochschule Luzern im Auftrag des BFE durchgeführt.

(AWP)

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Chipmangel hat weit über 2021

Chipmangel hat weit über 2021 hinaus bestand

Die Unternehmensberatung Roland Berger erwartet, «dass der Hableitermangel noch weit über das Jahr 2021 hinausreichen wird».

14.04.2021 06:54

Der Bedarf der Autoindustrie werde sich durch Elektrifizierung und automatisiertes Fahren bis 2025 massiv erhöhen: Heute seien in einem Premiumauto mit Verbrennungsmotor Halbleiter für 3000 Dollar verbaut. "Bei einem halbautonom fahrenden Elektroauto wird sich der Wert bis 2025 auf über 7000 Dollar je Fahrzeug mehr als verdoppeln", erklärten die Branchenexperten in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Zugleich rechnen die Unternehmensberater mit einer stärkeren Marktkonzentration bei den Chip-Herstellern. "Diese Konstellation erschwert die Beschaffung zusätzlich." Obendrein seien Smartphone- und Computerhersteller für die Halbleiter-Branche viel grössere Kunden als die Autobauer. Die Nachfrage nach Computern und Spielekonsolen ist während der Corona-Krise gestiegen, während viele Autohersteller ihre Chip-Bestellungen stark heruntergefahren hatten.

Wegen fehlender Halbleiter muss gerade Hyundai in Südkorea die Produktion des SUV-Modells Kona und des Elektroautos Ioniq 5 zeitweise stoppen. Volkswagen musste im März in Wolfsburg die Arbeit an zwei Montagelinien für die Modelle Tiguan, Touran und Tarraco eine Woche lang ruhen lassen. Toyota liess die Bänder im tschechischen Kolin wegen Chipmangels im März zwei Wochen lang pausieren.

(AWP)

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