Coronavirus und die Auswirkungen auf die SIX

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Banken sehen langsames

Banken sehen langsames Abflauen der Nachfrage nach Corona-Krediten

(Meldung durchgehend ergänzt mit Angaben der Banken) - Die Schweizer Banken dürften die stärkste Nachfragewelle nach Covid-19-Krediten an Schweizer KMU mittlerweile hinter sich haben. In den vergangenen acht Tagen waren die Institute und ihre Mitarbeitenden mit der Bearbeitung von zehntausenden von Anträgen nach Liquiditätskrediten stark gefordert. Die Nachfrage bleibt weiterhin hoch.

03.04.2020 16:00

Insgesamt haben die Bankinstitute in der Zeit vom 26. März bis zum 2. April insgesamt 76'034 Covid-19-Kredite mit einem Volumen von rund 14,3 Milliarden Franken vergeben, wie das Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) am Freitag bekannt gab. Der geschätzte durchschnittliche Bürgschaftsbetrag des Bundes habe sich dabei auf 188'000 Franken betragen.

Sonderschichten und Pensionierte

Alle angefragten Bankinstitute berichten auf Anfrage über eine hohe Arbeitsbelastung zur Bearbeitung der Kreditanträge. Viele Raiffeisen-Banken hätten ihre Teams im Bereich Firmenkunden verstärkt, hiess es bei der Genossenschafts-Bank. Raiffeisen habe bis am frühen Freitagmorgen etwa 1,2 Milliarden Franken an rund 12'500 Kreditsteller ausgezahlt. Immerhin gehe die Anzahl eingehender Antragsgesuche seit Mitte Woche zurück, so eine Sprecherin.

Auch bei der Baselbieter Kantonalbank (BLKB), die Covid-19-Kredite von rund 100 Millionen Franken vergaben hat, wurde das Team personell "dem Ansturm angepasst und aufgestockt", wie eine Sprecherin sagte. Man habe in der Unternehmenskundenberatung zur Unterstützung aber auch pensionierte Kundenberatende zurück in den Einsatz geholt.

Ähnlich sieht es bei Valiant aus. Die Mitarbeitenden hätten abends und am Wochenende Sonderschichten gemacht, um die Anträge auch schnell zu verarbeiten, sagte ein Bankensprecher. Valiant hat bisher Covid-Kredite über 200 Millionen Franken vergeben. An Spitzentagen seien über 500 Anträge pro Tag bearbeitet worden, am Donnerstag seien es noch 140 gewesen, so der Sprecher.

Roboter angelernt

Noch deutlich grössere Dimensionen vermelden die beiden Grossbanken. Die UBS hat bisher KMU-Liquiditätskredite über rund 1,8 Milliarden Franken vergeben, bei der CS ist ein Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden.

Bei der UBS waren laut einem Sprecher 300 zusätzliche Mitarbeitende im Einsatz, derzeit seien es noch 100. Die grösste Schweizer Bank hat für die Bearbeitung der Antragsflut darüber hinaus auch 100 "Roboter" im Einsatz, die von Menschen "angelernt" werden mussten. Anfänglich seien bei der UBS täglich 6000 Anträge eingetroffen - mittlerweile seien es noch etwa 2000 pro Tag.

Falsch ausgefüllte Formulare

Erschwert wird der Verarbeitungsprozess bei allen Instituten durch nicht korrekt ausgefüllte Formulare. Dies führe dazu, dass rund 25 Prozent der Kredite abgelehnt werden müssten, erklärte etwa ZKB-Chef Martin Scholl am Freitag in einem Interview mit der NZZ: Das bereite der Bank viel Zusatzarbeit.

Bei der UBS hiess es sogar, dass rund ein Drittel der eingereichten Formulare der KMU zurückgesendet werden mussten. Nachdem der Bund das Formular auf der Webseite angepasst habe, sei die Anzahl der fehlerhaft eingereichten Anträge merklich kleiner geworden, heisst es derweil bei der Credit Suisse.

Auch einige Betrüger

Etwas anders geht man bei der Valiant vor: Der Bank sei es wichtig, mit jedem KMU zu sprechen, sagte der Sprecher - was zu sehr wenigen "falschen Formularen" aber auch zu einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von rund 2 Stunden führt. Die Ablehnungsquote sei bei Valiant aber kleiner als 1 Prozent: Darunter seien KMU, die schon vor der Coronakrise Schwierigkeiten hatten oder auch Betrüger.

Die Banken sähen, ob die Kunden ehrlich seien, mahnte auch ZKB-CEO Scholl gegenüber der NZZ. Die Firmen sollten in dieser Hinsicht "die IT-Systeme der Banken nicht unterschätzen", zumal bei Betrug im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe drohe, warnte er. "Aber eines kann klar gesagt werden: Die absolute Mehrheit der Unternehmen handelt sehr korrekt."

tp/uh

(AWP)

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Coronavirus: Probelauf für

Coronavirus: Probelauf für Ostern weitgehend geglückt - Kontroverse um Lockerung

Trotz schönen Wetters sind viele in der Bevölkerung am Wochenende daheimgeblieben. In den nächsten Tagen dürfte die Diskussion um die Lockerung der restriktiven Massnahmen zunehmen. Eine Tageszusammenfassung.

05.04.2020 18:02

Trotz sonnigem und warmem Wochenend-Wetter haben die meisten Menschen in der Schweiz die Behörden-Anordnungen befolgt und sind zuhause geblieben. Eine Trendwende bei den Fallzahlen ist genau einen Monat nach dem ersten Coronavirus-Todesfall nicht abzusehen.

Derweil entwickelt sich eine politische Kontroverse um eine vorzeitige schrittweise Lockerung der Massnahmen. Gesundheitsminister Alain Berset dürfte jedoch entsprechende Ansprüche am Sonntag gleich im Keim erstickt haben.

Eine Lockerung der Coronavirus-Massnahmen auf den 20. April hält er nämlich für "illusorisch". Erst wenn die Zahl der Hospitalisierungen nicht mehr ansteige, könne man daran denken, sagte er im Interview mit der "Sonntagszeitung". Die Erfahrung zeige, wer zu früh nachgebe, verlängere die Krise. Der Zeitpunkt der Lockerung sei nicht nur ein politischer Entscheid, er hänge auch von der Wissenschaft ab. Das Virus gebe das Tempo vor, so Berset.

Aus heutiger Sicht sei es aber nicht möglich zu sagen, ab wann erste Lockerungen verantwortbar seien. "Um es klar zu sagen: Es wird keinen Exit oder Ausstieg geben, sondern einen Übergang mit gewissen Lockerungen", betont Berset.

Läden und Betriebe wieder öffnen

Genau dies forderten am Wochenende die FDP sowie Wirtschaftskreise und stiegen damit auf den Zug auf, den die SVP vor ein paar Tagen in Bewegung gesetzt hat. Geschäfte und Betriebe, die die Sicherheitsmassnahmen des BAG einhalten könnten, müssten nach dem 19. April geöffnet werden.

Gewerkschaften und Grüne forderten vom Bundesrat am kommenden Mittwoch zumindest, Varianten für eine klare Exit-Strategie vorzulegen. Bersets Partei, die SP, dagegen warnte vor verlockenden Schnellschüssen. Die vorsichtige Politik des Bundesrates habe sich bisher ausbezahlt und müsse fortgeführt werden.

21'100 Infizierte in einem Monat

Genau einen Monat nach dem ersten gemeldeten Todesfall ist in der Schweiz die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen bis am frühen Sonntagabend um 822 auf 21'100 Fälle gestiegen. Die Kantone meldeten neu insgesamt mindestens 676 Tote - 55 mehr als am Vortag.

Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die offiziellen Angaben der Kantone stützte. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 mit 559 an.

Die neusten Fallzahlen zeigen, dass die Zahl der Infektionen weiterhin stetig zunimmt. Mittlerweile weist die Schweiz eine der höchsten Raten an Neuansteckungen in Europa auf.

Hunderte Bussen und Ermahnungen

Trotz Sonnenschein und mancherorts frühsommerlichen Temperaturen über 20 Grad sind die Menschen am Wochenende nicht in Scharen ins Freie geströmt. In der ganzen Schweiz waren Polizisten unterwegs, um die BAG-Regeln durchzusetzen. Sie mussten immer wieder Gruppen ermahnen werden, sich aufzulösen und den Abstand einzuhalten.

In rund 130 Fällen musste die Kantonspolizei Basel-Stadt Uneinsichtigkeit feststellen und mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken wegen eines Verstosses gegen das Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum reagieren. Seit dem 21. März sind am Rheinknie rund 200 Bussen verteilt worden.

Im Kanton St. Gallen ist die Polizei wegen der Vorschriften gegen die Coronavirus-Pandemie innerhalb eines Tages über hundert Mal ausgerückt. Über das Wochenende stellte die St. Galler Stadtpolizei über 120 Ordnungsbussen aus, wie sie am Sonntag mitteilte.

«Keine 10 Prozent Verkehr» am Gotthard

Auf der Nord-Süd-Achse am Gotthard blieb es sehr ruhig. Ein Sprecher der Kantonspolizei Uri gab das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn mit "keine 10 Prozent" des üblichen Ausmasses an. Es habe "keine Sekunde" Stau gegeben. "Die Leute bleiben zuhause."

Am Flüelapass GR wiederum war der Ansturm so gross, dass die Kantonspolizei Graubünden am Sonntag die Zufahrt sperren musste.

Fortgesetzt wurde das Reptriierungsprogramm für Schweizer im Ausland: Am Sonntag wurden dutzende auf dem Kontinent Australien gestrandete Menschen repatriiert. Eine vom Aussendepartement gecharterte Maschine der Fluggesellschaft Edelweiss mit 194 Passagieren an Bord landete laut Angaben des Flughafens um 06.20 Uhr in Zürich. Im Flieger befanden sich 172 Passagiere aus der Schweiz sowie 22 Personen aus anderen europäischen Ländern.

(AWP/cash)

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Oxfam fordert schnelle

Oxfam fordert schnelle Finanzierung von Hilfe in Krisenregionen

Die Hilfsorganisation Oxfam hat eine schnelle Finanzierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Krisenregionen gefordert. Sie reagierte damit auf einen Aufruf der Vereinten Nationen. Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt massive Ressourcen für arme Länder mobilisieren, um die Menschen dort im Kampf gegen das Virus zu unterstützen", teilte die Leiterin der Corona-Hilfsmassnahmen bei Oxfam, Marta Valdes Garcia, am Montag mit. "Denn niemand ist sicher, bis wir alle sicher sind."

06.04.2020 12:37

Viele Regierungen konzentrierten sich laut Valdes Garcia darauf, die Ausbreitung von Corona in ihrer eigenen Bevölkerung einzudämmen. "Doch sie dürfen die Millionen besonders schutzbedürftiger Menschen in Flüchtlingscamps, Krisenregionen und armen Ländern nicht vergessen", sagte sie. Massnahmen wie die Versorgung mit sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen, Hygiene und Gesundheitsprävention seien nun von entscheidender Bedeutung.

Als Beispiele nannte die Organisation etwa das überfüllte Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch sowie das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Zehntausende Menschen lebten auf engstem Raum, benutzten dieselben Duschen und Toiletten. "In einigen Teilen des Lagers teilen sich 325 Menschen einen Wasserhahn, Seife gibt es nicht", teilte Organisation mit.

UN-Generalsekretärs António Guterres hatte vergangene Woche einen UN-Plan vorgestellt, um der Corona-Krise und ihren sozialen sowie wirtschaftlichen Folgen zu begegnen. Im Zentrum stehe dabei die Zusammenarbeit und geteilte Verantwortung der Länder der Welt. Nach UN-Angaben brauche es gerade für die Unterstützung der ärmeren Staaten bei der Bekämpfung der Pandemie ein Hilfspaket im Bereich von mehreren Billionen Dollar./stz/DP/jha

(AWP)

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Das halten cash-Leser von

Das halten cash-Leser von einer Verlängerung des «Lockdowns» in der Schweiz

Soll der der «Lockdown» in der Schweiz nach dem 19. April so wie jetzt weitergehen? Das wollte cash.ch von seinen Lesern wissen. 12'000 Teilnehmende haben bei der Online-Umfrage mitgemacht. Das Resultat ist knapp.

https://www.cash.ch/news/politik/online-umfrage-das-halten-cash-leser-von-einer-verlaengerung-des-lockdowns-der-schweiz-1519076

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ursinho007
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Rationales Denken

Zum Teil habe ich schon das Gefühl, dass rationales Denken in der Krise leidet. Beispiel gefällig: Die Zahnarztpraxen dürfen ungehindert geöffnet sein, ein Möbelgeschäft aber nicht. Dabei ist die Ansteckungsgefahr beim Zahnarzt sicher um ein x-faches höher. Sogar beim Coiffeur dürfte das Risiko wesentlich kleiner sein. Entweder darf der Möbelladen und der Coiffeur unter Einhaltung der Hygiene auch geöffnet haben, wenn nicht, müsste der Zahnarzt auch schliessen und nur noch ein Notfalldienst gestattet sein.

Diesen Sachverhalt lässt auch bei der Börse feststellen. Viele Kurs sind mehr emotional bedingt und weniger rational.

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cashspotter
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ursinho007 hat am 06.04.2020

ursinho007 hat am 06.04.2020 15:42 geschrieben:

Zum Teil habe ich schon das Gefühl, dass rationales Denken in der Krise leidet. Beispiel gefällig: Die Zahnarztpraxen dürfen ungehindert geöffnet sein, ein Möbelgeschäft aber nicht. Dabei ist die Ansteckungsgefahr beim Zahnarzt sicher um ein x-faches höher. Sogar beim Coiffeur dürfte das Risiko wesentlich kleiner sein. Entweder darf der Möbelladen und der Coiffeur unter Einhaltung der Hygiene auch geöffnet haben, wenn nicht, müsste der Zahnarzt auch schliessen und nur noch ein Notfalldienst gestattet sein.

Diesen Sachverhalt lässt auch bei der Börse feststellen. Viele Kurs sind mehr emotional bedingt und weniger rational.

So viel ich weiss dürfen Zahnärzte auch nur noch Notfalleinsätze anbieten, alle "normalen" Behandlungen müssen nach hinten verschoben werden.

In meinen Augen auch nachvollziehbar, starke Zahnschmerzen sind unerträglich....Corona hin oder her.

Aber in einem bin ich mit dir einverstanden, der Aufwärtsdrend ist in keinem Verhältnis zur momentanen und vor allem kommenden, wirtschaftlichen Situation.

ursinho007
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cashspotter hat am 06.04.2020

cashspotter hat am 06.04.2020 18:05 geschrieben:

So viel ich weiss dürfen Zahnärzte auch nur noch Notfalleinsätze anbieten, alle "normalen" Behandlungen müssen nach hinten verschoben werden.

Da es jede Praxis darf, wo ist die Kontrolle? Es müsste doch wie am Sonntag und Feiertagen sein, wo nur ein echter Notfalldienst herrscht.

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Elias
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Rational: die Pandemie dauert bis 2021

Ziel: Durchseuchung von 60% - 70%

Bei einer Reproduktioinsrate < 1 können es die Spitäler bewältigen

Bei mehr als 1.1% reichen weder Mensch noch Maschinen

Ausser es wird ein Impfstoff  gefunden. Dann geht es schneller

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Elias
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Ausgangssperre: Migros stellt Mitarbeitern Passierscheine aus

Migros-Angestellte haben einen Passierschein erhalten. Dieser soll bei einer möglichen Ausgangssperre zum Einsatz kommen. Laut Bund ist der Schein rechtlich nicht haltbar.

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Wie gefährlich ist diese Bärenmarktrallye?

Bei den Gewinnschätzungen gibt es Luft nach unten

Was könnte einen nächsten Absturz verursachen? Für Raiffeisen-Anlagechef Matthias Geissbühler ist eines klar: "Die harten Makrodaten in den kommenden Wochen werden extrem schlecht sein und die globale Wirtschaft wird im zweiten Quartal 2020 in eine tiefe Rezession fallen." 

Entsprechend erwartet die Raiffeisen Schweiz weitere Gewinnwarnungen und Dividendenkürzungen. Während der deutliche Einbruch der Wirtschaft mittlerweile "Konsens" sei, so Geissbühler, müssten die Gewinnschätzungen noch weiter nach unten revidiert werden. Zusätzlich könnten demnächst erste grössere Kreditausfälle im Hochzinsanleihen-Bereich anfallen.

Sicher ist die Antwort der Wirtschaftspolitik auf die aktuelle Krise beispiellos. Allein in der Schweiz wurden Wirtschaftshilfen im Wert von 40 Milliarden Franken gesprochen. Und die USA geht mit einem Zwei-Billionen Budget in den Kampf gegen die Corona-Krise. Doch die Finanzmarktkrise von 2008 lehrt uns, dass zwischen Beschluss der Wirtschaftshilfen Ende 2008 und dem Tiefststand der Aktienmärkte im März 2009 drei Monate lagen. Der US-Beschluss in der jetzigen Krise ist gerade zwei Wochen alt. Im Median dauerte es sogar 148 Handelstage, bis der amerikanische S&P 500 nach Beginn eines wirtschaftlichen Abschwungs nicht mehr fiel.

Mindestens zehn Prozent Korrekturpotenzial vorhanden

Zweitens stellt sich die Frage, wie gross ein Kurssturz sein könnte. Für Frangulidis ist es vorstellbar, dass die Tiefpunkte vom März nochmals getestet werden. Geissbühler hingegen ist optimistischer: Aufgrund der massiven geld- und fiskalpolitischen Massnahmen geht er davon aus, dass die Tiefststände nicht mehr getestet werden. "Von den aktuellen Niveaus ist aber mit einem nochmaligen Taucher um bis zu zehn Prozent zu rechnen. Dies wäre im Rahmen einer ordentlichen Bodenbildungsphase auch normal und würde nochmals Kaufgelegenheiten eröffnen."

Unausgesprochen bleibt also das Szenario, dass die Tiefpunkte vom März nicht nur getestet, sondern nochmals durchbrochen werden könnten. Die Eintretenswahrscheinlichkeit mag geringer sein als bei den beiden obigen Szenarien, doch auszuschliessen ist sie nicht. Zumal eine V-förmige Erholung der Wirtschaft immer unwahrscheinlicher wird. So meinte die frühere Fed-Chefin Janet Yellen in einem Interview mit CNBC, dass sie einen weit schlimmeren Ausgang der Krise als eine V-Erholung befürchte.

Hände weg von den Zyklikern

"Im Szenario eines erneuten Kurseinbruchs wären die Verlierer einmal mehr die zyklischen Sektoren, wie die zyklischen Konsumgüter oder der Finanzsektor", sagt Frangulidis. Hingegen defensive Sektoren wie der Gesundheitssektor oder die nicht zyklische Konsumgüter würden besser abschneiden.

Für Geissbühler käme in einer zweiten Korrekturphase ein weiteres Element dazu: Vor allem Firmen mit einer schlechten Bilanz und geringen Liquiditätspolstern würden überproportional leiden. Qualitätstitel mit soliden Bilanzen und dominierenden Marktstellungen könnten sich hingegen relativ gut halten. Denn Unternehmen, welche sich stark verschuldet haben, werden in der aktuellen Situation Mühe haben, mehr Fremdkapital zu erhalten. Und wenn, dann zu höheren Kosten.

Im SMI stuft Geissbühler Adecco als grossen möglichen Verlierer ein. Denn die Arbeitslosenzahlen würden in den kommenden Monaten in Europa weiter ansteigen und Neueinstellungen fänden wohl bis auf weiteres keine mehr statt. Auch temporäre Arbeitskräfte brauche es zur Zeit nicht.

Für Frangulidis sind es Unternehmen im zyklischen Konsumgüterbereich wie Richemont oder Swatch oder im Finanzsektor eine UBS oder Credit Suisse, die am stärksten betroffen sein könnten.

 

Ganzer Beitrag: https://www.cash.ch/news/top-news/corona-krise-wie-gefaehrlich-ist-diese-baerenmarktrallye-1520134

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Die ökonomische Antwort auf die Krise

Erinnern Sie sich an den «Weissen Hai»? Im Kinoklassiker aus den Siebzigern lauert die unbekannte Gefahr vor den Stränden von Amity Island. Der lokale Polizeichef verfügt ein Badeverbot, um Anwohner und Feriengäste zu schützen. Das wird jedoch von den lokalen Wirtschaftsvertretern ausgehebelt, die um ihre Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft bangen. Bis der Hai zuschlägt und es Opfer gibt.

Parallelen zur gegenwärtigen Debatte über Verbote und ihre Folgen sind nicht zu übersehen. Je länger sich die Schliessungen im Kampf gegen das Coronavirus hinziehen, umso grösser fallen die wirtschaftlichen Schäden aus. Dänemark und Österreich planen nun, die Einschränkungen zu lockern. Die eine Seite applaudiert, weil sie die drakonischen staatlichen Einschränkungen schon seit längerem kritisiert. Die andere fürchtet, dass die Lockerung zu früh kommt und die Krankheitsfälle wieder zunehmen könnten. In dem Fall sähen sich die Befürworter einer Lockerung umgehend dem Vorwurf ausgesetzt, fahrlässig gehandelt zu haben. Im Zentrum steht ein «Trade-Off» zwischen dem Schutz der Bevölkerung und ökonomischem Interesse.

Aber befinden wir uns wirklich in einer Lage, in der nur ein Entweder-oder zur Option steht? Im Film macht sich der Polizeichef auf, den Hai persönlich zu besiegen. Und es wäre nicht Hollywood, wenn ihm das am Ende nicht gelänge. Die Realität in Zeiten der Corona-Krise ist komplexer. Es geht nicht darum, ob Gesundheit oder Ökonomie vorgeht. Vielmehr muss eine Strategie gefunden werden, die den Schutz vor einer Erkrankung unverändert hoch hält (oder sogar erhöht) und gleichzeitig den wirtschaftlichen Schaden gegenüber der aktuellen Situation deutlich verringert.

Der US-Ökonom Paul Romer sagt, dass er die Lösung dafür gefunden hat. Er empfiehlt, die Kapazitäten, um die Bevölkerung auf das Coronavirus zu testen, massiv auszubauen und zu verbessern. Und das sehr schnell.

Er kommt zum Schluss, dass ein Land wie die USA permanent etwa 7% der Einwohner Tests unterziehen muss, um die Ansteckung wirksam in den Griff zu bekommen. Ob das möglich ist? Romer ist überzeugt davon. Aber bevor wir zu diesem Punkt kommen, lohnt es sich, anzuschauen, wie Romer zu dieser Zahl gelangt.

Die Kalkulation

Er geht davon aus, dass das Virus sich mit einer Geschwindigkeit von 2,5 ausbreitet. Infiziert sich eine Person, dann haben es bald 2,5 Personen und so weiter. Entscheidend ist daher, die Ansteckungsquote auf unter 1 zu reduzieren. Nur so kann eine Gesellschaft mit dem Virus leben. Um zu erreichen, dass die Ansteckungsrate von 2,5 auf 0,75 zurückgeht, muss sichergestellt sein, dass täglich durchschnittlich 70% der Infizierten in eine 14-tägige Quarantäne geht.

Und wie lässt sich das erreichen? Indem sich 7% der Bevölkerung einem Test unterziehen. Er nutzt dazu eine simple Multiplikationsformel:

7% der Bevölkerung  x  Fehlerquote der Tests von 30%  x  14 Tage. Also: 0,07  x  0,7  x  14 = 0,69.

Werden jeden Tag 7% der Landesbevölkerung auf das Coronavirus getestet – wobei diese Tests nur etwa 70% der Fälle zutage fördern – und wandern dann die Infizierten für 14 Tage in Isolation, dann ist garantiert, dass landesweit 69% der Covid-19-Träger täglich in Quarantäne treten und so die ursprüngliche Ansteckungsrate von 2,5 auf 0,75 abnimmt.

Vertrauen in die Innovation

Ist Romers Ansatz realistisch? Gegenwärtig werden 10- bis 20-mal weniger Tests durchgeführt, als seine Kalkulation vorsieht. Romer hält das für machbar. Mit gezielten Investitionen in die Informationsverarbeitung könne bereits in ein, zwei Monaten ein enormer Effizienzgewinn erzielt werden. Man dürfe das nicht verwechseln mit dem Ausbau der Speicherkapazität von Batterien oder der Verschiebung von Masse zwischen Kontinenten, die sich viel langsamer potenzieren lasse.

Romer sollte wissen, wovon er spricht. Seit Jahrzehnten erforscht er den Zusammenhang zwischen Wissen, Innovation und wirtschaftlichem Potenzial. 2018 erhielt er dafür den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. In der Corona-Krise berät er derzeit den Gouverneur von New York, Andrew Cuomo.

Keine Zeit verlieren

Entscheidend ist, dass keine Zeit verloren wird. Je länger die Wirtschaft stillsteht, umso grösser ist die Gefahr, dass permanente Wohlstandsverluste eintreten. Unternehmen gehen in Konkurs, Arbeitnehmer verlieren ihre Stelle.

Romer rät deshalb davon ab, sich mit Alternativen wie digitalem sozialem Tracking über Apps und Handydaten aufzuhalten. Der soziale Konsens dafür fehle, und es werde nur eine politische Debatte über Datenschutzrechte losgetreten, die Monate daure und Zeit koste. Bis heute fehle zudem der mathematische Beweis, welchen Vorteil die digitale Strategie bringe.

Auch die Überlegung, die Immunität zu testen, hält Romer für zu wenig effizient. Staaten streben an, die Infektionsrate gering zu halten. Werde getestet, ob Menschen immun sind, weil sie Antikörper gegen das Virus gebildet haben, betreffe das folglich immer nur einen geringen Teil der Bevölkerung. Werde Immunität zur Bedingung erklärt, um Menschen wieder zur Arbeit gehen zu lassen, dann würden zu wenige davon profitieren. Und das verschleppe die dringend benötigte Wirtschaftserholung.

Der Ökonom ist sich deshalb sicher: Die Übertragungsrate des Virus unter den Faktor 1 zu bekommen, ist die wirksamste Strategie – auch langfristig. Nur wenn permanent und umfassend auf Neuinfektionen getestet wird, lässt sich das Virus unter Kontrolle bringen – auf Monate und gar auf Jahre hinaus. Dann lassen sich auch mit gutem Gewissen, die Ausgehverbote und Schliessungen lockern, damit die Wirtschaft endlich wieder Tritt fasst.

https://www.fuw.ch/article/nmtm-die-oekonomische-antwort-auf-die-krise/

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Virus bei Geheilten in Südkorea erneut ausgebrochen

In Südkorea ist nach Angaben von Behörden bei 91 von einer Coronavirus-Infektion genesene Menschen die Krankheit Covid-19 erneut ausgebrochen. Der Direktor des Koreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung KCDC, Joeng Eun-kyeong, erklärt, es sei eher wahrscheinlich, dass das Virus "reaktiviert" worden sei, als dass es sich um Neuinfektionen handele.

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swissrain
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Historiker Niall Ferguson zum Weiteren

Hier ein zentraler Teil im Bericht des Historikers: 

"Der Spass ist erst mal vorbei

Einige Banken haben von einer V-förmigen Erholung schwadroniert. Diese Vorhersage war nach 2009 falsch, und 2020 wird sie ebenfalls falsch sein. Die Form, die wir vor Augen haben, ähnelt eher einer auf dem Kopf stehenden Quadratwurzel oder einem Schildkrötenrücken. Und die Erholung wird sicher eher mit der Geschwindigkeit einer Schildkröte als mit der eines Hasen verlaufen.

Entscheidend ist, dass es in der ausgedehnten Periode «nach der Sperre, vor dem Impfstoff» unausweichlich zu einer Kapazitätsverringerung in allen Sektoren der Wirtschaft kommen wird, die von einem gewissen Level sozialer Nähe abhängig sind – etwa Einzelhandel, Luftverkehr, Bildung, Live-Unterhaltung, Hotels und Restaurants. Eine Wirtschaft ohne Menschenansammlungen ist kein «neuer Normalzustand». Sie könnte eher der neuen Anomie ähneln, um Emile Durkheims Ausdruck für das Gefühl der Desintegration zu verwenden.

Für die meisten Menschen ist das Wort «Spass» fast synonym mit «Menschenansammlungen». Das kommende Jahr wird sowohl im psychologischen als auch im wirtschaftlichen Sinn eine Zeit der Depression werden."

https://www.nzz.ch/feuilleton/niall-ferguson-coronavirus-stuerzt-weltwirtschaft-in-eine-krise-ld.1551518?mktcid=smch&mktcval=twpost_2020-04-13

gertrud
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Irrsinn

Corona, die Arbeitslosen und die Börse: Das zeigt den ganzen Irrsinn in einem Screenshot

ursinho007
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Auch in der Krise

gertrud hat am 13.04.2020 07:28 geschrieben:

Corona, die Arbeitslosen und die Börse: Das zeigt den ganzen Irrsinn in einem Screenshot

Tja, leider, liebe gertrud, in der Krise oder vielleicht muss man sogar sagen vor allem in der Krise: Die Reichen werden immer Reicher und die Armen immer Ärmer.

Ob das immer so weiter gehen kann? Man müsste meinen irgendwo gibt es eine Grenze, wo schwere soziale Unruhen eintreten werden. Davor müssen wir uns vielleicht noch mehr fürchten als vor der Coronakrankheit. In den USA sollen ja der Schusswaffenverkauf markant zugenommen haben.

Hoffen wir, es kommt nicht so weit!

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Zyndicate
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Bei der Lockerung des Corona-

Bei der Lockerung des Corona-«Lockdowns» in der Schweiz geht es vor allem um eins: Transparenz

In weniger als zwei Wochen soll die Schweiz schrittweise in die Nach-Corona-Zeit gehen. Eine Krisenkommunikation ohne Doppeldeutigkeiten ist für die Wirtschaft unabdingbar.

13.04.2020 22:13

Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash

Es ist ja in den letzten Wochen so etwas wie eine Eltern-Kinder-Beziehung zwischen dem Bundesrat und der Schweizer Bevölkerung entstanden. Die Eltern sagen ihren Schützlingen, wie sie sich in der Coronakrise zu verhalten haben ("Bleiben Sie zu Hause. Alle"). Es gibt Lob ("Die Bevölkerung hat sich grossartig verhalten"), aber stets ein unterschwelliger Wink mit dem Zaunpfahl ("Wir müssen diszipliniert bleiben und den ganzen Weg gehen").

Leadership und eine klare, unmissverständliche Kommunikation sind in Krisenzeiten unabdingbar. Das mag autoritär tönen, gilt aber auch für einen liberalen Staat wie die Eidgenossenschaft, die mit Notrecht notabene gleich sieben Grundrechte eingeschränkt hat. Umso wichtiger, dass diese Krisenkommunikation glaubwürdig rüberkommt. Das scheint grösstenteils gelungen zu sein. Dennoch beschlichen mich einige Zweifel in den letzten Wochen.

Da wurde Mitte März der Bevölkerung versichert, es seien in der Schweiz genügend Vorräte angelegt, auch bei Medikamenten. Kurz darauf schränkte der Bundesrat die Abgabe von Medikamenten kurzerhand ein. Die Situation in Tessinern Spitälern sei "dramatisch", sagte ebenfalls Mitte März Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), der um seinen Job nicht zu beneiden ist. Tags darauf kam die verstimmte Replik des Medizinischen Leiters der Kantonsspitäler Tessin via Zeitung: "Wir sind längst noch nicht am Anschlag".

Ein Journalist wollte von Koch kürzlich auch wissen, wie hoch die Sterblichkeitsrate der hospitalisierten Corona-Patienten über 65 Jahre sei. "Das weiss ich nicht", sagte der BAG-Mann. Das ist zwar ehrlich, aber irritierend.

Schliesslich die Kontroverse mit den Schutzmasken. Deren Nutzen sei wissenschaftlich nicht erwiesen, so der Standpunkt des BAG in den letzten Wochen. Nun schliesst Bundesrat Alain Berset eine bundesrätliche Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit nicht mehr aus. Der Hintergrund dabei, den mittlerweile fast alle wissen: In der Schweiz gibt es gar nicht ausreichend Schutzmasken für die Bevölkerung.

Ist solches Herumlavieren Teil eines Manövers, um Panik in der Bevölkerung zu verhindern? Das wäre zu Beginn einer Notlage allenfalls noch nachvollziehbar.

Nun aber beginnt ab 26. April die Phase der Lockerung des "Lockdowns". Für die Schweizer Wirtschaft sind diese Schritte von enormer Bedeutung. Der graduelle Wiedereinstieg ins "normale" Leben bringt aber noch viel mehr Unabwägbarkeiten und Unsicherheiten als der Lockdown selber. Weshalb dürfen Geschäfte gewisser Branchen früher öffnen als andere? Weshalb sollen wir unsere Smartphone-Daten preisgeben, um Infizierte zu erkennen? Warum sollen Firmen bei ihren Mitarbeitern laut BAG keine Corona-Tests durchführen, obwohl in der Schweiz mittlerweile genügend Test-Kits vorhanden sind?

Antworten auf diese Fragen erfordern maximale Transparenz und ertragen keine Doppeldeutigkeiten. Sonst läuft man in Gefahr, die Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen.

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Presse: China testet zwei

Presse: China testet zwei neue Corona-Impfstoffe an Menschen

China lässt einem Medienbericht zufolge zwei experimentelle Impfstoffe zur Bekämpfung des neuen Coronavirus für Humantests zu. Die Impfstoffe würden von einer in Peking ansässigen Einheit der Sinovac Biotech und dem Institute of Biological Products, einer Tochtergesellschaft der staatlichen China National Pharmaceutical Group in Wuhan entwickelt.

14.04.2020 07:10

Dies berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. Im März hatte China bereits grünes Licht für eine klinische Studie eines vielversprechenden Impfstoff-Kandidaten gegeben, der von der chinesischen Akademie für Militärmedizin und dem Biotechunternehmen CanSino Bio entwickelt worden war.

Auch der US-Arzneimittelentwickler Moderna hatte im März erklärt, er habe mit den Humantests für einen Impfstoff begonnen.

(AWP)

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Swiss-Re-VRP: Coronavirus

Swiss-Re-VRP: Coronavirus-Impfstoff erst im Frühjahr 2021

Der Rückversicherer Swiss Re rechnet mit einem Impfstoff gegen die Coronavirus-Pandemie erst im Frühjahr 2021. Dies sagte der Verwaltungsratspräsident (VRP) des Rückversicherers, Walter Kielholz, den "Zeitungen der CH-Media" vom Dienstag.

14.04.2020 06:20

Die Welt werde erst zum Normalzustand zurückkehren, wenn es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, betonte der 69-jährige Manager. "Vorher gibt es wohl wirksame Medikamente, welche die Symptome bekämpfen. Aber der entscheidende Punkt, das 'End Game', ist der Impfstoff, den man zuerst bei Risikogruppen und dann beim medizinischen Personal und schliesslich bei möglichst allen Menschen einsetzen wird", sage Kielholz.

Der Impfstoff müsse vorher breit getestet werden, damit kein "Pfusch" entstehe und die Bevölkerung das Vertrauen habe und sich impfen lasse.

Bis ein solcher Impfstoff aber verfügbar ist, sieht Kielholz in der Schweiz die Stunde der Vereinfacher gekommen. "Rechte sagen, man müsse die Grenzen gleich für immer dichtmachen." Sie ignorierten aber, dass sie im Spital von Ausländern behandelt würden. "Grüne freuen sich, dass nicht mehr geflogen wird. Und für die Linken steht der Schuldige sowieso fest: Der Kapitalismus hat versagt", erklärte der VRP der Swiss Re weiter. "So kocht jeder sein Süppchen", betonte er.

Öffnen weiterer Geschäfte

Zudem kritisierte der Manager, dass sicher derzeit die Experten aus der Medizin überall inszenierten. "Ihr Wissen ist gefragt, aber zunehmend stellt sich die Frage: Wer regiert eigentlich das Land", sagte Kielholz. Er glaube, dass derzeit eine Gegenbewegung einsetze und die Politik wieder selbst über die Entwicklung im Land entscheiden wolle.

Eine baldige Lockerung der Coronavirus-Massnahmen kann sich der Swiss-Re-VRP obendrein gut vorstellen. "Warum beispielsweise Juweliergeschäfte oder Möbelhäuser geschlossen bleiben müssen, leuchtet mir nicht ein. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften könnten sie den Betrieb wieder aufnehmen. Das gilt auch für andere Geschäfte, etwa Kleiderläden", führte Kielholz gegenüber "CH-Media" weiter aus.

(AWP)

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Coronavirus: Jeder dritte

Coronavirus: Jeder dritte Angestellte im Kanton Zürich hat Kurzarbeit

Im Kanton Zürich ist wegen der Coronavirus-Pandemie bereits jeder dritte Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen. Das Amt für Wirtschaft hat bereits die Gesuche von 28'085 Betrieben bewilligt, die insgesamt 345'460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemeldet haben.

15.04.2020 14:20

Kurzarbeit haben vor allem Erwerbstätige aus dem Gastgewerbe, dem Detail- und Grosshandel, dem Baugewerbe, aber auch die Unterhaltungs- und Erholungsbranche sind stark betroffen, wie aus den am Mittwoch publizierten Zahlen des Kantons hervorgeht.

Vermehrt Junge auf dem RAV

Obwohl die Regierung wiederholt an die Unternehmen appellierte, die Angestellten nicht zu entlassen, sind die Arbeitslosenzahlen bereits deutlich gestiegen. Rund 11'000 Personen haben sich im März neu auf dem RAV angemeldet, mehr als doppelt so viele wie in den vergangenen Monaten. Die Arbeitslosenquote ist um 0,5 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent gestiegen. Das ist mehr als in der gesamten Schweiz.

Auf dem RAV landen für einmal vor allem jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu einem Alter von 30 Jahren. Von Arbeitslosigkeit besonders betroffen sind vor allem das Gastgewerbe, und der Wirtschaftszweig Kunst, Unterhaltung und Erholung.

(AWP)

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Arznei des US-Konzerns Gilead

Arznei des US-Konzerns Gilead zeigt Erfolge bei Covid-19

Ein Medikament des US-Pharmakonzerns Gilead Science zeigt einem Medienbericht zufolge Erfolge bei der Behandlung von Covid-19-Patienten. In einer Studie der Universitätsklinik in Chicago führte das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel Remdesivir zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome der Lungenkrankheit.

17.04.2020 08:24

In der Folge konnten fast alle Patienten in weniger als einer Woche entlassen werden, wie aus einem am Donnerstagabend veröffentlichten Bericht der Onlineplattform für Medizinnachrichten, Stat, hervorgeht. Die Aktien des Unternehmens stiegen nach US-Börsenschluss um 16 Prozent.

Gilead erklärte, die Daten müssten noch analysiert werden, um daraus Schlüsse zu ziehen. Die Uniklinik wies in einer E-Mail daraufhin, dass Teildaten von einer laufenden Studie nicht genutzt werden sollten, um daraus Ergebnisse herzuleiten. Informationen aus einem internen Forum für Wissenschaftler seien ohne Erlaubnis veröffentlicht worden.

Der Pharmakonzern rechnet damit, erste Ergebnisse aus der laufenden Phase-3-Studie Ende des Monats bekanntgeben zu können. Die Universitätsklinik in Chicago ist eines von 152 Krankenhäusern, die an der Gileads-Studie mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten teilnehmen. Laut der Nachrichtenplattform Stat wurden in Chicago 113 Menschen im Rahmen der Studie behandelt.

(AWP)

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Tamedia-Umfrage:

Tamedia-Umfrage: Maskenpflicht findet in der Schweiz breite Zustimmung

Die Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sollte nach dem Willen einer Mehrheit der Schweizer Bevölkerung mit einer generellen Maskenpflicht in der Öffentlichkeit einhergehen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Tamedia-Umfrage hervor.

20.04.2020 07:15

Sechs von zehn befragten Personen sprachen sich in der Umfrage dafür aus, dass das Tragen von Masken in der Schweiz verpflichtend wird, sobald genügend Schutzmasken verfügbar sind. Ein Obligatorium fände derzeit bei der Basis aller Parteien eine Mehrheit.

Parteien von rechts bis links halten nichts von einer staatlich verordneten Durchseuchung. Eine knappe Mehrheit lehnt es ab, dass der Staat Ansteckungen in Kauf nimmt mit dem Ziel, dass die Bevölkerung immun wird.

Ja zur Impfpflicht

Hingegen stösst die Nutzung anonymisierter Bewegungsdaten in grossen Teilen der Bevölkerung auf Akzeptanz. Sollte dereinst ein Impfstoff vorliegen, würden Wähler aller Parteien eine Impfpflicht befürworten.

Der Bundesrat erhält von der Bevölkerung gute Noten. Die Massnahmen zum Gesundheitsschutz und zur Unterstützung der Wirtschaft werden als angemessen beurteilt. Auch die schrittweise Lockerung der Massnahmen stösst bei den befragten Personen auf Zustimmung.

Die rasche Wiedereröffnung von Geschäften und Coiffeursalons beurteilt die Bevölkerung positiv. Nur knapp jeder Dritte möchte, dass Restaurants schon in den nächsten Wochen wieder Gäste bewirten dürfen. In der SVP-Basis wollen dies nur 35 Prozent, bei der FDP sind es 32 Prozent und bei der CVP 29 Prozent.

Kinos und Zoos sollen warten

Eine Wiedereröffnung von Freizeitbetrieben wie Kinos oder Zoos befürworten nur gerade 13 Prozent und eine Aufhebung des Veranstaltungsverbots nur 6 Prozent. Romands und Tessiner sind dabei noch deutlich zurückhaltender als die Deutschschweizer.

Die Tamedia-Umfrage wurde am 15. April 2020 auf den Online-Plattformen der Tamedia-Zeitungen und von "20 Minuten" durchgeführt. Insgesamt nahmen 40'835 Personen aus allen Landesteilen daran teil. Die Umfrage erfolgte in Zusammenarbeit mit den Politologen Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen.

mk

(AWP)

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Mindestens 15

Mindestens 15 deutschsprachige Firmen suchen Corona-Mittel

Mindestens 15 Unternehmen im deutschsprachigen Raum arbeiten an Medikamenten gegen das neue Coronavirus, 7 an Impfstoffen. Das geht aus einer Mitteilung der drei Pharmaverbände vfa, Bio Deutschland und Pharmig vom Sonntag hervor. Dabei erhoben die Verbände keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mit einer interaktiven Karte im Internet zeigen sie, an welchen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Coronavirus geforscht wird und was die Unternehmen genau machen. Die Karte werde stetig aktualisiert. Die Unternehmen würden intensiv untereinander und mit weiteren Firmen kooperieren.

19.04.2020 16:52

fdu/DP/mis

(AWP)

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Kein Impfstoff vor Ende 2021

Wohl kein Coronavirus-Impfstoff vor Ende 2021

Roche-Chef Severin Schwan hat die Hoffnungen auf eine baldige Verfügbarkeit eines Coronavirus-Impfstoffs gedämpft.

Er persönlich halte den Zeithorizont von zwölf bis 18 Monaten angesichts der zu bewältigenden Herausforderungen für ehrgeizig. Üblicherweise dauere die Entwicklung eines Impfstoffs Jahre. Das wahrscheinlichste Szenario sei leider, dass vor Ende 2021 kein Impfstoff verfügbar sei, erklärte Schwan.

Der Roche-Chef übte heftige Kritik an den bislang auf den Markt gebrachten Tests zum Nachweis der Immunität gegen das Virus. Es gebe Tausende Coronaviren und die Schwierigkeit sei, den richtigen zu erkennen. Das erfordere umfangreiche Testreihen und Validierungen. "Es ist ethisch sehr fragwürdig, mit diesem Zeug auf den Markt zu gehen", sagte Schwan.

Roche will bis Anfang Mai einen Coronaviris-Antikörpertest auf den Markt bringen und ab Juni monatlich eine hohe zweistellige Millionenzahl bereitstellen.

Solche Tests gelten als ein Schlüsselfaktor, um die einschneidenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie zurückfahren zu können. Der Weltmarktführer bei Krebsmedikamenten ist auch der weltgrößte Anbeter von Geräten und Materialien zu diagnostischen Tests. 

 

(Reuters)

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Das restliche Anlagejahr 2020

Das restliche Anlagejahr 2020 

"Für Anastassios Frangulidis befinden wir uns momentan in einer rezessiven Phase. "Wahrscheinlich im Verlauf der zweiten Hälfte des Jahres, falls wir keine weiteren negativen Nachrichten hinsichtlich der Corona-Epidemie erleben, werden wir in die Aufschwungsperiode eintreten. Diese wird in ihrer Anfangsphase keine inflationären Charakteristiken aufweisen."

Für Matthias Geissbühler ist eines klar: "Aufgrund des Coronavirus und der drastischen Massnahmen wie Ladenschliessungen, Ausgangsverbote, Quarantänen oder komplette Lockdowns befindet sich die Weltwirtschaft auf dem Weg in eine tiefe Rezession." Raiffeisen Schweiz rechnet mit deutlichen Wachstumseinbrüchen im zweiten Quartal. Das Hauptszenario sei ein U-förmiger Konjunkturverlauf. "Wir rechnen daher nach dem rabenschwarzen zweiten Quartal mit einer Stabilisierung der Konjunktur im dritten Quartal und einer Rückkehr zu bescheidenem Wachstum im vierten Quartal." Inflation sei derzeit kein Thema.

In den letzten Jahren befand man sich im Bereich eines disinflationären Wachstums, sagt Thomas Stucki. "Ich gehe davon aus, dass die Inflation in den nächsten Jahren zunimmt, da die Produktionsprozesse teurer werden und die Transportkosten steigen." Ob das höhere Inflationsumfeld mit Stagnation oder Wachstum verbunden sei, lässt sich für die nächsten Monate nicht sagen, wobei das Wachstum mit der Zeit zunehmen wird.

Frangulidis und Geissbühler rechnen nach einer rezessiven Phase im 2020 zuerst mit einem disinflationärem Wachstum, was für Wachstumsaktien und Unternehmensanleihen positiv ist. Stucki hingegen geht von einem anderen Szenario aus. In diesem wird entweder eine Stagflation oder ein inflationäres Wachstum nach der Rezession eintreffen. In beiden Phasen liegen die Anleger mit Gold und Energietiteln nicht falsch."

https://www.cash.ch/news/top-news/boerse-welche-anlageklassen-den-phasen-des-konjunkturzyklus-am-besten-performen-1523146

Was mir durch den Kopf geht: Die Welt wird sich wieder öffnen müssen. Wie wir aus der Schweiz wissen, die nun hier in der Avant-Garde liegt mit ihren Beschlüssen zu einer Öffnung, fühlen sich alle dazu gedrängt.

Nun kostet ein gerettetes Menschenleben nach Schätzungen 6.5 Mio. USD an wirtschaftlicher Einbusse. Nota bene, hier gemeint Menschenleben, die am Ende ihres Lebens stehen, also mit Vorerkrankungen, wie der Corona-Delegierte der Schweiz, Daniel Koch, einmal sagte. Bei diesem Befund werden die Länder bald wieder öffnen, um die Leben der Gesunden zu erhalten. 

Man möchte also annehmen, dass ab dem dritten Quartal wieder eine Erholung kommt, mit oder ohne Impfstoff oder potenten Medikamenten, welche Aktien würden dann am besten laufen? Ich stelle mir die kollektive psychologische Situation nach einer Zeit von Stress vor. Es kommt eine Erleichterung und gar Euphorie über die Menschen. Dazu unten angehängt ein Bild aus dem Victory Day in New York 1946. 

Einige Aktien haben durch den Corona-Schock und das Erliegen des Flugverkehrs und den Zusammenbruch der Kauflust besonders gelitten. Flughafen Zürich, Dufry, Swatch, aber auch Wachstumstitel, AMS, als eines von vielen Beispielen. Insofern eben meine Frage, welche Aktien würden auch sogar bei nur einer moderaten Erholung florieren? Angezielt wenigstens eine Verdoppelung des gegenwärtigen Kurses bis Ende 2020 und mit Wunschdenken eine Verdreifachung bis Ende 2021. (Wissend, dass Voraussagen schwierig sind, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen ...) 

 

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Europas Fluglinien könnten

Europas Fluglinien könnten 2020 über Hälfte ihres Geschäfts verlieren

Die Corona-Krise könnte Fluggesellschaften in Europa 2020 laut ihrem Weltverband mehr als die Hälfte ihres Geschäfts und in der Folge noch mehr Jobs kosten als zuletzt gedacht.

23.04.2020 15:40

Allein in Deutschland seien dadurch eine halbe Million Arbeitsplätze bei Airlines und verwandten Bereichen wie der Touristik in Gefahr, teilte der Weltluftfahrtverband IATA am Donnerstag in Genf mit. Europaweit hält der Verband jetzt den Verlust von 6,7 Millionen Jobs für realistisch, 1,1 Millionen mehr als Ende März prognostiziert.

Am härtesten getroffen würde davon das Urlaubsland Spanien, wo die IATA rund 900'000 Arbeitsplätze gefährdet sieht, gefolgt von Grossbritannien mit über 661'000. Österreich wäre mit 485'000 und Deutschland mit knapp 484'000 gefährdeten Jobs ähnlich stark betroffen. Grundlage der IATA-Prognose ist, dass die starken Reisebeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie drei Monate lang anhalten und schrittweise erst für Inlandsflüge, dann für Kontinentalflüge und erst zum Schluss für Langstreckenflüge gelockert werden.

"Da Airlines in einer beispiellosen Liquiditätskrise stecken, brauchen wir dringend finanzielle und regulatorische Unterstützung von Europas Regierungen", sagte IATA-Europachef Rafael Schvartzman. Nach den jüngsten Berechnungen des Verbands könnten Europas Airlines in diesem Jahr Umsatzverluste von 89 Milliarden US-Dollar (82 Mrd Euro) drohen. Die Zahl der Passagierkilometer dürfte dabei 55 Prozent niedriger liegen als im Vorjahr. Dies ist nicht deckungsgleich mit der Zahl der Fluggäste. Wenn zwei Fluggäste 500 Kilometer weit fliegen, ergibt dies genauso viele Passagierkilometer, wie wenn ein Fluggast 1000 Kilometer weit fliegt.

Für Deutschland geht die IATA davon aus, dass die hiesigen Airlines in diesem Jahr 103 Millionen weniger Fluggäste befördern könnten als im Vorjahr. Dies entspreche einem Umsatzrückgang von etwa 17,9 Milliarden Dollar.

(AWP)

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Trump will Desinfektionsmittel direkt spritzen lassen

Aber erst an den Republikanern ausprobieren Biggrin

 

US-Präsident Donald Trump hat mit eigenwilligen Ideen für mögliche Therapieansätze gegen das Coronavirus für Aufsehen gesorgt. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend im Weißen Haus ermunterte der US-Präsident Forscher unter anderem dazu, Möglichkeiten zu prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen. Außerdem sinnierte er über Optionen, starkes Licht „in den Körper“ zu bringen, um Corona-Infektionen zu behandeln. Das sorgte für beißenden Spott, etwa in den Reihen der Demokraten.

Bleiche als Anti-Corona-Mittel?

Trump nahm die Ausführungen eines Regierungsexperten zum Anlass für seine ungewöhnlichen Vorschläge. Dieser hatte zuvor erklärt, dass Bleich- und Desinfektionsmittel den Erreger Sars-CoV-2 zum Beispiel auf trockenen metallischen Flächen wie einer Türklinke rasch abtöteten. Trump nahm darauf Bezug und sagte: „Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten - durch spritzen oder fast säubern ... wäre interessant, das zu prüfen.“ Das sei natürlich Ärzten zu überlassen. „Aber es klingt für mich interessant.“ Experten zufolge können Seife, Desinfektions- und Bleichmittel das Virus bei äußerer Anwendung - also beim Händewaschen oder Putzen - zuverlässig abtöten. Es gibt jedoch bislang keine nachweislich wirksamen Medikamente oder Techniken, die den Erreger in infizierten Patienten ausschalten können.

https://rp-online.de/politik/ausland/so-verrueckt-sind-donald-trumps-eig...

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Gastrosuisse sieht

Gastrosuisse sieht Versicherer in der Pflicht für Corona-Schäden

Der Branchenverband Gastrosuisse sieht die Epidemie-Versicherer in der Pflicht für die Schäden der Gastgewerbe-Betriebe durch das Coronavirus aufzukommen. Das habe eine unabhängige Rechtsabklärung bei einer renommierten Anwaltskanzlei ergeben, teilte Gastrosuisse am Freitag mit.

24.04.2020 11:43

Der Verband habe die Versicherungsunterlagen von zwanzig Mitgliedsbetrieben durch die Anwälte überprüfen lassen. Das Ergebnis sei, dass die Versicherungen Leistungen wegen des Coronavirus ausschütten müssten, sofern der Betrieb eine entsprechende Versicherung abgeschlossen habe.

Der Verband greift in einer Mitteilung namentlich die Versicherer AXA, Helvetia und Generali an. Diese weigerten sich oftmals, Leistungen zu erbringen. Sie verwiesen dabei auf das Kleingedruckte und versuchten, die Versicherungsbestimmungen zulasten ihrer Kunden zu interpretieren, so Gastrosuisse.

Gastrosuisse werde diese Gesellschaften jetzt zu Verhandlungen auffordern, um eine Lösung für die Branche zu finden, heisst es. Bis auf weiteres rate der Verband seinen Mitgliedern, keine neuen Versicherungen bei diesen drei Instituten abzuschliessen. Er erwäge sogar, den Mitgliedern den Abzug ihrer Portfolios bei den genannten Versicherern zu empfehlen.

Um eine derzeit laufende Abklärung des Ombudsmannes für Versicherungen nicht zu beeinträchtigen, werde Gastrosuisse seine Rechtsabklärung erst nach Vorliegen von dessen Bericht publizieren, heisst es in der Mitteilung weiter.

tp/kw

(AWP)

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Ab heute gibt es erste

Ab heute gibt es erste Lockerungen vom Corona-Lockdown

Ab heute Montag gibt es erste Lockerungen der Einschränkungen wegen der Covid-19-Pandemie. Was ab heute wieder erlaubt ist.

Aktualisiert um 06:48

Bau- und Gartenmärkte, Coiffeursalons, Therapiepraxen, Tier- und Zahnärzte sowie Kosmetik- und Tattoo-Studios dürfen wieder öffnen. Die Branchen haben eigene Schutzkonzepte gegen eine Übertragung des Coronavirus ausgearbeitet. Die Bau- und Gartenmärkte setzen wie der Detailhandel auf ein Tropfenzählersystem beim Einlass, das Einhalten der Mindestabstände und das bargeldlose Zahlen. Zudem versehen sie die Kassen mit Plexiglasscheiben. Um dem erwarteten Ansturm zu begegnen, wurden spezielle Wartezonen eingerichtet.

Für die Zahnarztpraxen hat die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft zusammen mit den Kantonszahnärztinnen und -ärzten ein Schutzkonzept erstellt. Die bereits unter normalen Bedingungen strengen Hygienestandards wurden mit zusätzlichen Massnahmen wie Triage von Risikopatienten oder Abstandhalten im Wartezimmer verstärkt. Schutzmaske ist bei den Zahnärzten ohnehin Routine.

Der Physiotherapeuten-Verband Physioswiss empfiehlt den Therapeutinnen und Therapeuten, bei der Arbeit Schutzmasken zu tragen. Klienten müssen keine Maske anziehen, ausser sie gehören einer Risikogruppe an. Weitere Auflagen gelten bei der Patientenzahl in der Praxis und im Wartezimmer. Behandlungen in Alters-, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen erfolgen nach deren Besuchsregeln.

In Tierarztpraxen und Tierkliniken ist neben den Distanz- und anderen Regeln neu, dass die Halter ihre Tiere draussen vor der Praxis oder Klinik den Veterinären übergeben und wieder abholen müssen.

Mit Schutzmaske beim Coiffeur

Coiffure Suisse, der Berufsverband der Coiffeure hat ein Zwei-Phasen-Konzept erstellt, das unter anderem auf Masken setzt. In der ersten Phase sollen die Coiffeure ihre Geschäfte teilweise öffnen können. Die Salons sollen zunächst - wegen des Sicherheitsabstandes - auf maximal der Hälfte ihrer Plätze bedienen, mit einem Teil der Belegschaft und höchstens einem Lernenden.

Coiffeure und Kunden müssen zudem Schutzmasken tragen. Weiter setzt das Konzept auf Einweghandschuhe für die Coiffeure, Einweg-Schutzumhänge für die Kundschaft und Desinfektion. Für Arbeiten im Gesicht - etwa Bartpflege, Rasur oder Kosmetik - sowie für Maniküre muss eine Plexiglasvisiermaske getragen werden.

Angehörige von Risikogruppen sind bei der teilweisen Eröffnung ausgeschlossen, und auch in Altersheimen dürften Coiffeure noch nicht arbeiten. In der zweiten Phase sollten die Salons wieder vollständig öffnen dürfen und sich dabei an die vom Bundesamt für Gesundheit vorgeschriebenen Massnahmen halten.

Der Verband Schweizerischer Berufstätowierer verlangt von den Stichkünstlern in seinem Schutzkonzept, eine Schutzmaske des Typs FFP2 zu tragen. Kunden erhalten eine Chirurgenmaske. Für Beratung und Erstkontakt gilt der Mindestabstand. Zudem erliess der Verband weitere Massnahmen wie konsequentes Desinfizieren von Oberflächen und Trennwänden oder Vorhängen zwischen den Arbeitsplätzen.

(AWP)

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US-Bundesstaat New York plant

US-Bundesstaat New York plant langsame Rückkehr zur Normalität

Der Gouverneur des besonders von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaates New York hat einen stufenweisen Plan für die Rückkehr zur Normalität angekündigt. "Wir wollen die Wirtschaft wieder hochfahren", sagte Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz, "aber wir müssen dabei behutsam und intelligent vorgehen." Firmen sollen zum Beispiel sicherstellen, dass in ihren Büros und Fabriken Abstandsregeln eingehalten werden können und dass sie genügend Atemmasken für ihre Angestellten haben.

27.04.2020 06:37

In weniger betroffenen Teilen des Bundesstaats könnten die ersten Unternehmen ab 15. Mai öffnen, sagte Cuomo - vorausgesetzt, die Lage bessere sich weiterhin. Zunächst sollen Bauarbeiter und Fabrikangestellte in ihre Jobs zurückkehren. Besonders schwierig wird die Öffnung Cuomo zufolge in der dicht besiedelten Millionenmetropole New York City werden. Dort hatte sich das neuartige Coronavirus deutlich schneller als in anderen Städten der USA verbreitet.

Am Höhepunkt der Epidemie starben im Bundesstaat New York täglich fast 800 Menschen, am Samstag fiel die Zahl der Toten nun unter 400. Cuomo fürchtete aber, dass sich das wieder ändern könnte, falls der Lockdown zu schnell enden sollte. "Machen wir jetzt einen Fehler", sagte er, "dann verspielen wir womöglich alle Erfolge."/beu/DP/zb

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Italien lockert seine Corona

Italien lockert seine Corona-Sperren schrittweise

Nach fast sieben Wochen Stillstand gibt die italienische Regierung den Startschuss für ein schrittweises Ende der strengen Corona-Sperren. Das Land lockert ab dem 4. Mai eine Reihe von Beschränkungen. Die angeschlagene Wirtschaft soll rasch, aber dennoch schrittweise starten. Und den Bürgern werden zum Beispiel wieder mehr Sport im Freien und mehr Mobilität in der eigenen Region erlaubt. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur Öffnung an.

27.04.2020 06:36

Ausserdem will die Regierung in Rom Preistreiberei bei Atemschutzmasken stoppen. Einfache chirurgische Masken sollten künftig nicht mehr als 50 Cent kosten, sagte der Regierungschef.

Rom hatte die besonders strikten Ausgangsverbote für die 60 Millionen Italiener am 10. März verhängt. Sie dürfen seither ihr Zuhause nur sehr eingeschränkt verlassen.

Der Regierungschef sagte, dass ab Mai Bewegungen innerhalb der eigenen Region möglich sind. Fahrten in andere Regionen bleiben aber zunächst weitgehend untersagt. Ausnahmen gelten, wenn jemand zum Beispiel auswärts arbeitet oder aus gesundheitlichen Gründen reist.

Conte mahnte, dass der Kampf gegen das Virus noch lange nicht geschafft sei. "Wir werden auch in den nächsten Monaten noch auf eine harte Probe gestellt", sagte der parteilose Premier. Er warnte davor, Erfolge im Kampf gegen die Lungenkrankheit zu verspielen. Seine Regierung, in der die Sozialdemokraten (PD) und die Fünf-Sterne-Bewegung die stärksten Kräfte sind, hatte seit Tagen an den Plänen gefeilt.

Italien registrierte seit Februar mehr als 26 600 Corona-Tote. Insgesamt zählte der Zivilschutz fast 200 000 Menschen, die sich offiziell mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert hatten. Nach Wochen des steilen Anstiegs der Zahlen gab es jetzt über eine längere Phase viele positive Signale.

"Wir können den Lockdown nicht weiter verlängern. Uns drohen ansonsten zu heftige Schäden im sozialen und wirtschaftlichen Bereich", hatte Conte bereits zuvor im Interview der Zeitung "La Repubblica" gesagt.

Im Einzelnen ist geplant:

ALLTAGSLEBEN - Grünanlagen werden geöffnet. Kinder dürfen wieder in Parks zum Spielen. Wer Sport draussen machen möchte, darf sich ab 4. Mai - anders als bisher - von der eigenen Wohnung weiter entfernen. Erlaubt ist nur Einzelsport, etwa Joggen. Wenn man nebeneinander läuft, soll man zwei Meter Abstand halten.

KULTUR - Am 18. Mai dürfen Museen, Ausstellungen und Bibliotheken wieder ihre Türen für Besucher öffnen.

BARS, RESTAURANTS - Auf ihren Kaffee in der Bar müssen die Italiener noch sehr lange verzichten. Erst am 1. Juni sollen Bars und Restaurants voll öffnen. Schon ab 4. Mai dürfen die Lokale Essen zum Abholen anbieten.

HANDEL UND LÄDEN - Der Grosshandel soll am 4. Mai wieder starten. Der Einzelhandel zieht am 18. Mai nach. Schon während des Lockdowns hatten die Läden des täglichen Bedarf, Apotheken und anderes offen. Vorgesehen ist, dass Friseure erst Anfang Juni wieder für Kunden da sind.

PRODUKTION UND BÜROS - Viele Bereiche der Wirtschaft sollen ab 4. Mai voll loslegen dürfen, etwa der Bausektor und viele Sektoren der Produktion. Der Ministerpräsident kündigte vorab an, dass "strategisch" wichtige Wirtschaftsaktivitäten rascher starten sollten, wenn möglich schon Anfang der Woche.

VERKEHR - Verkehrsministerin Paola De Micheli sagte am Wochenende, dass die Rückkehr vieler Menschen in die Betriebe grundlegende Veränderungen im öffentlichen Verkehr nötig mache. Dem Sender Rai News erläuterte sie am Samstag, Ein- und Ausgänge auf Bahnhöfen und Flughäfen müssten anders gesteuert werden - etwa durch "Einbahnstrassen". Büros sollten ihre Öffnungszeiten erweitern, um Stosszeiten zu vermeiden. Der verstärkte Einsatz von Fieber-Scannern auf Bahnhöfen und U-Bahnstationen ist im Gespräch. Beim Fliegen soll es eine Maskenpflicht geben./pky/DP/zb

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