Schweizer Aktien und CHF, September 2014

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31.08.2014 17:04
#1
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Schweizer Aktien und CHF, September 2014


Es ist schon wieder Zeit für einen neuen Eröffnungsthread. Dabei gibt es eigentlich gar nichts Neues, denn makroökonomisch hat sich nichts verändert.

Aber der Reihe nach:

Fassen wir zuerst das grosse Bild zusammen, das im Wesentlichen seit über einem Jahr unverändert ist:

Die Zentralbanken drucken weiterhin frisches Geld, das irgend wo hin fliessen muss und Anleihen und Aktien sind offenbar die bevorzugten Parkplätze. Die Wirtschaft erholt sich, wenn auch nur anämisch.

Aktien sind zwar derzeit überbewertet aber weiterhin alternativlos. Wo wollte man sein Geld auch sonst parken ausser im Aktienmarkt? Gute Anleihen werfen - wenn überhaupt - so wenig Rendite ab wie ein Sparbuch nämlich unter 1%. Immobilien sind erstens nicht jedermanns Sache und in der Schweiz ebenfalls wieder auf sehr hohem Niveau. Rohstoffe bleiben weiterhin uninteressant, denn weit und breit ist keine Teuerung in Sicht.


Aus der etwas kürzeren Sicht von einigen Monaten:
Politische Börsen werden derzeit offenbar nicht gespielt. Die sich zuspitzende Kriegsgefahr rund um die Ukraine hätte zwar eigentlich das Potenzial für einbrechende Märtke gehabt aber offenbar glaubt niemand so recht an einen Krieg mit Einsatz von NATO-Truppen. Es gab zwar ab Mitte Juli einen kurzen Einbruch um etwa 5% an den Aktienmärkten aber der ist mittlerweile wieder ausgeglichen. SMI steht kurz unter seinem Allzeithoch vom Juni, der S&P500 sogar darüber.
Auch die klassischen Krisen-Assets Öl und Gold stehen immer noch dort, wo sie schon Anfang Jahr standen: Öl pendelt um die $100, Gold um die $1300. Von Krisen-Angst oder Kriegs-Angst also keine Spur.

Die aktuelle Marktstimmung kann man am treffendsten auf englisch mit dem Wort "complacency" umschreiben, was leo.org übersetzt als "Selbstzufriedenheit", "Wohlbehagen", "Gleichgültigkeit", "Nachlässigkeit". Kurz: Langeweile pur. Keine Begeisterung, keine Angst.

Wie geht es kurz- und mittelfristig weiter?

Man kann argumentieren, dass dieser Zustand der Lethargie durchaus die Basis bildet für überraschende Börsenbewegungen. Nach oben wie auch nach unten. Aber da man Schwarze Schwäne nie kommen sieht, kann man sie auch nicht prognostizieren und timen.
Der nächste grössere Impuls von dem wir wissen, liegt in weiter Ferne und betrifft eine eventuelle Zinserhöhung der Fed, die etwa für März 2015 erwartet wird. Selbst das erwartete Auslaufen von QE3 etwa im Oktober dürfte bereits vollständig eingepreist sein. Es bietet keinerlei Überraschungspotenzial.

Sofern sich also keine unerwarteten Schwarzen Schwäne zeigen, die Zinsen auf rekord-niedrigem Niveau bleiben und die Lage in der Ukraine überblickbar bleibt, spricht alles dafür, dass die Märkte auch im kommenden September ihren Trott begeisterungslos aber in der Tendenz steigend fortführen werden. Auch wenn es nach neuem ATH im S&P500 eine weitere Korrektur so gegen den 10. September geben dürfte.

Wie geht es langfristig weiter?

Wenn etwa im Januar 2015 die Wachstumszahlen Europas veröffentlicht werden, dürfte es nach meiner Einschätzung zu einem Schub nach oben kommen.

Wir erinnern uns, dass die USA per 1. August 2013 die Berechnungsmethode für das GDP geändert haben. Seither werden Produktion von Filmen oder Büchern, Forschung&Entwicklung etc. mit ins GDP eingerechnet, was diesem zwischen 1.7% und 3% bringt. (siehe hier: http://www.rottmeyer.de/neue-berechnungsmethode-steigert-das-us-bruttoin... ).
Über Sinn und Zweck dieser statistischen Anpassung kann man streiten. Ob also bereits die Produktion eines Filmes (der vielleicht nie geschaut wird) dem GDP etwas bringt oder erst dessen Verkauf, Kino-Einnahmen etc.
Wie auch immer. Die neue Berechnungsmethode ist nun mal Fakt.

Ab morgen, dem 1.9.2014, wird Europa ebenfalls mit diesen neuen Berechnungsmethoden arbeiten. Entsprechend werden die Zahlen für das Q3 2014 überraschend gut ausfallen.
Besonders interessant ist Italien (derzeit in der dritten Rezession seit 2008), das zusätzlich auch die Schattenwirtschaft mit einbezieht. Das sind namentlich die geschätzten Umsätze, die die Mafia mit Geldwäscherei, Drogenhandel und Prostitution erzielt. Da die Mafia bekanntlich keine Steuererklärung abgibt, die ihre illegale Tätigkeit belegen, wird es sich hierbei um reine Schätzungen der italienischen Statistiker handeln. Und da gibt es natürlich jede Menge Phantasiepotenzial.
Sollte sich also Italien im Januar unerwartet aus der Rezession katapultiert haben, wissen wir, woran das liegt Wink

Ein weiterer Punkt, der von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde, weil er etwa zeitgleich mit dem Abschuss der MH17 passierte:
Die BRICS-Staaten haben am 15. Juli 2014 als Konkurrenz zum IWF ihre eigene BRICS-Bank gegründet. Die BRICS-Staaten repräsentieren zusammen 40% der Weltbevölkerung und 25% des Welt-GDP. Somit ist das nicht zu unterschätzen. Vor allem, weil davon auszugehen ist, dass sich weitere Zweit- und Drittweltländer umorientieren dürften.

Ziel der BRICS-Bank (auch wenn das öffentlich nicht so ausgesprochen wird) dürfte sein, vom Dollar als Welt-Leit und -Handelswährung unabhängiger zu werden und den Handel entsprechend in Lokalwährungen (Rubel, Yuan ..) auszubauen. Entsprechend dürfte der nächste Schritt dahin gehen, einen Währungskorb zu schaffen, in dem neben Dollar, Euro, Pfund und Yen neu auch Renmimbi, Rubel, Real, Rand, Gold und evlt. Erdöl hinzu kommen.
Langfristig dürfte deshalb die Nachfrage nach Dollars sinken und somit auch sein Preis und seine Bedeutung.
Finanzielle Sanktionen der USA, wie sie gegen den Iran und neuerdings auch gegen Russland bestehen, verlieren dann an Biss.


Fazit
Um eine Analogie zum Wetter zu nehmen: Ich erwarte für den nächsten Monat weder eine Hitzewelle noch einen Sturm sondern meist freundliches, leicht bewölktes Wetter mit einigen kurzen Regenschauern ab und zu.

Happy Trades!
 

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01.10.2014 00:27
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Genau! Erinnert mich irgendwie an Jakob Kreuzfeld, Schweinegrippe, Vogelgrippe, SARS und wie sie alle hiessen. Vielleicht sucht man auch verzweifelt nach einem Nachfolger von AIDS, damit wir immer vor etwas Angst haben dürfen. Denn Angst ist ja so schön und beruhigend. Und schuld sind immer die schwarzenNeger (diesmal nicht Schwarzenegger). :evil:

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

01.10.2014 00:18
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Ebola interessiert niemanden und schon gar nicht in diesem Thread! 

30.09.2014 23:42
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Erster Patient in USA mit Ebola diagnostiziert

 

http://www.focus.de/gesundheit/news/us-gesundheitsbehoerde-erster-ebola-...

 

Das dürfte einer der letzten Beiträge sein für "September 2014" und ein Thema, das uns leider durch den Oktober 2014 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter beschäftigen wird.

 

Grüsse, Tengri

30.09.2014 23:02
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Elias hat am 30.09.2014 - 18:04 folgendes geschrieben:

in_God_we_trust hat am 30.09.2014 - 14:10 folgendes geschrieben:

Aber wohlgemerkt: In $ und € gerechnet ist der SMI schon lange auf ATH!

Wie hoch ist denn das ATH des SMI umgerechnet in Dollar und Euro?

 

Du solltest das selber ausrechnen können als Programmierer!

Gruss
iGwt

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30.09.2014 18:17
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Bald Kapitalkontrollen? Rubel fällt

Die russische Währung ist am Dienstag auf ein neues Rekordtief zum US-Dollar gefallen. Händler begründeten die jüngste Talfahrt mit einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über mögliche Kapitalkontrollen.

http://www.cash.ch/news/top_news/bald_kapitalkontrollen_rubel_faellt_-32...

 

Nachtigall, ick hör dir trapsen

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

30.09.2014 18:04
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in_God_we_trust hat am 30.09.2014 - 14:10 folgendes geschrieben:

Aber wohlgemerkt: In $ und € gerechnet ist der SMI schon lange auf ATH!

Wie hoch ist denn das ATH des SMI umgerechnet in Dollar und Euro?

 

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30.09.2014 14:10
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Elias hat am 30.09.2014 - 13:29 folgendes geschrieben:

Und seit 1998 bewegt sich der SMI zwischen 7'000 und 9'000 http://www.finanzen.net/index/SMI/Seit1988

 

Wenn Du so willst, hast Du recht, besonders wenn man weiss, dass zusätzlich noch der CHF/Gold etwa 70% an Wert eingebüsst hat, seit 1998!

Und trotzdem geht es uns Schweizern physisch heute viel besser als 1998. Der Wohlstand ist beinahe ins Unermessliche gestiegen! Der langsam fallende CHF wurde eben nicht gehortet, sondern sofort in neue und renovierte Immobilien, neue und modernisierte Firmen und andere Anschaffungen und Produkte verwandelt!

Man kann nicht alles haben. Die Währungen sind sowieso bloss Vehikel zur temporären Umwandlung von einem Produkt ins andere (verkaufen / kaufen).

Trotzdem hast Du recht. Die Unternehmen sind heute spottbillig, wenn Du sie in Goldunzen aufwiegst, verglichen mit 1998! Was man aber unbedingt beachten sollte, ist das P/E Verhältnis. Hierin sind sie relativ teuer.

Aber wohlgemerkt: In $ und € gerechnet ist der SMI schon lange auf ATH!

Gruss
iGwt

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30.09.2014 13:29
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in_God_we_trust hat am 30.09.2014 - 13:08 folgendes geschrieben:

wie soll ich mich noch an solches erinnern? Ich bin zufrieden, wenn ich mich noch recht gut an die Grundzüge der wirtschaftlichen und politischen Geschichtsschreibung erinnern kann!

Da bist du nicht der einzige hier im Forum, der nicht mehr weiss, was er zu welchen Themen gepostet hat.

Wie dem auch sei: In der Schule hat man gelernt, dass es kein ewiges Wachstum gibt. Der Nikkei hatte sein ATH 1987 (also vor bald 30 Jahre), beim SMI ist es auch schon 7 Jahre her.

Und seit 1998 bewegt sich der SMI zwischen 7'000 und 9'000 http://www.finanzen.net/index/SMI/Seit1988

 

 

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30.09.2014 13:08
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onenightinbangkok hat am 29.09.2014 - 22:08 folgendes geschrieben:

@IGwt: ....erinnerst du dich noch an unsere Diskussion über Brasilien vor knapp einem Jahr?! ...i do and who is right now?! 

Himmel, ich bin bald 60, wie soll ich mich noch an solches erinnern? Ich bin zufrieden, wenn ich mich noch recht gut an die Grundzüge der wirtschaftlichen und politischen Geschichtsschreibung erinnern kann!

Da musst Du mir wohl oder übel auf die Sprünge helfen.

Gruss
iGwt

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29.09.2014 22:08
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@IGwt: ....erinnerst du dich noch an unsere Diskussion über Brasilien vor knapp einem Jahr?! ...i do and who is right now?! 

29.09.2014 22:01
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Draghi setzt wohl auf Euro-Abwertung

Derzeit deuten die Umfragen auf rückläufiges Wirtschaftsvertrauen hin, und die Erholung der Wirtschaft im Euroraum schwächelt. In diesem Umfeld könnte sich der Wechselkurs als bester Ansatz bestätigen, die Preiserwartungen relativ rasch zu erhöhen. “Wechselkursentwicklung sind wichtiger geworden für die EZB als früher”, sagte Frederik Ducrozet, Volkswirt bei Crédit Agricole CIB in Paris. “Es gibt einen riesigen Abstand zwischen der offiziellen Haltung und dem, was sie beabsichtigen oder in der Praxis anpeilen.”

http://www.cash.ch/news/top_news/draghi_setzt_wohl_auf_euroabwertung-3248719-771

 

...meine Rede... siehe auch den (bisher) unbeachteten Dollar Thread!

29.09.2014 16:36
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MarcusFabian hat am 29.09.2014 - 16:06 folgendes geschrieben:

Elias hat am 29.09.2014 - 15:42 folgendes geschrieben:

Darum sind einige bereit, Negativzinsen zu bezahlen, weil das so gut rentiert.

Das ist ein durchaus berechtigter Einwand. Wer sind denn die Leute, die Geld dafür bezahlen, einem Staat Kredit gewähren zu dürfen? Private und Pensionskassen wohl eher nicht. Hedge-Fonds auch nicht. Banken? Andere Staaten?

 

 

 

Ausländer kaufen trotz Negativzinsen Eidgenossen

Wer sind diese Investoren?

Nach der Auktion stellt sich folgende Frage: Wer kaufte in derart grossem Stil Anleihen mit Negativrendite von -0,208 Prozent und einer knapp dreijährigen Laufzeit?

Laut einem beteiligten CS-Händler waren bei dieser Auktion viele ausländischen Investoren dabei.

Die Antwort von der Zürcher Kantonalbank lautet: «Interessant ist vor allem für die Investoren, die keinen Zugang zur Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben.» Dort lässt sich Geld zumindest mit 0 Prozent Zins parkieren.

Auch Banken kaufen Bundesanleihen fürs eigene Buch

Doch auch Schweizer Banken würden ihr Geld immer öfter in kurzlaufende Bundespapiere stecken, weiss man beim Genfer Bondhandelshaus Bridport. Denn die SNB goutiere das Horten grosser Bargeldbestände auf ihren Konten immer weniger.

«Die Negativ-Verzinsung ist eine Art Versicherungsprämie, die die Investoren in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung zu zahlen bereit sind», beobachtet man bei der Bundestresorerie.

Ganzer Beitrag http://www.finews.ch/news/finanzplatz/9478-rettungsring-in-der-geldflut-...

 

Es gibt weitere Beiträge dazu im Internet. Ich möchte die Community aber nicht mit Fakten langweilen.

 

 

 

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Benjamin Franklin

29.09.2014 16:06
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Elias hat am 29.09.2014 - 15:42 folgendes geschrieben:


Darum sind einige bereit, Negativzinsen zu bezahlen, weil das so gut rentiert.

 

 

Das ist ein durchaus berechtigter Einwand. Wer sind denn die Leute, die Geld dafür bezahlen, einem Staat Kredit gewähren zu dürfen? Private und Pensionskassen wohl eher nicht. Hedge-Fonds auch nicht. Banken? Andere Staaten?

 

29.09.2014 16:05
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Brasiliens Börse BOVESPA -4.5%!

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

29.09.2014 15:42
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MarcusFabian hat am 29.09.2014 - 15:32 folgendes geschrieben:

Kapital fliesst - bei gleichem Risiko - dort hin, wo es die bestmögliche Rendite findet. Das kann innerhalb eines Landes zwischen Aktien und Anleihen geschehen oder wie in diesem Fall auch bei unterschiedlichen Zinsen zwischen einzelnen Ländern.

Darum sind einige bereit, Negativzinsen zu bezahlen, weil das so gut rentiert.

 

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29.09.2014 15:32
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onenightinbangkok hat am 29.09.2014 - 14:45 folgendes geschrieben:

 

Steigende Zinsen gehen einher mit steigendem Vertrauen in die jeweilige Währung und damit Volkswirtschaft - 

Wirklich? Warum muss Argentinien höhere Zinsen zahlen als z.B. die Schweiz?

Antwort, weil in den Zinsen auch eine Risikoprämie eingerechnet wird! Wink

Aber zugegeben, im Falle der USA ist es anders: Wenn wir mal unterstellen, dass Kredite in den USA gleich sicher sind wie in Europa, Japan oder GB, dann führt eine Erhöhung des Zinsniveaus in den USA dazu, dass Kapital in die USA fliesst, um dort von den höheren Renditen zu profitieren.
Das kann bis zum Carry-Trade gehen (= Kredite werden billig in EU aufgenommen und in USA höher rentierlich investiert).

Kapital fliesst - bei gleichem Risiko - dort hin, wo es die bestmögliche Rendite findet. Das kann innerhalb eines Landes zwischen Aktien und Anleihen geschehen oder wie in diesem Fall auch bei unterschiedlichen Zinsen zwischen einzelnen Ländern.

Um Deine Frage nach der Bilanzierung von Vertrauen in eine Währung zu beantworten:
Sicherlich in der Sicherheit des jeweiligen Landes: Rechtssicherheit, soziale Ruhe, Kriegs- und Krisengefahr ...
In der wirtschaftlichen Stärke, Konjunktur und Struktur der Wirtschaft.
In der Leistungsbilanz (Handelsüberschuss vs. Handelsdefizit).
In der Geldpolitik (Geldmengenwachstum vs. Wirtschaftswachstum).

Es gibt positive und negative Faktoren. Es ist also für jeden was dabei.

 

 

29.09.2014 14:45
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Ich wusste, dass du dich an der Bemerkung "sinnvoll" stossen wirst lieber MF! Deine Argumente sind mir hinlänglich bekannt, aber jetzt  kommt etwas was du in all deinen Ausführungen zu Zinsen, Gold, Dollar usw. auslässt  - nämlich die Bilanzierung von "Vertrauen"!

Steigende Zinsen gehen einher mit steigendem Vertrauen in die jeweilige Währung und damit Volkswirtschaft - und umgekehrt! Deswegen beispielsweise steigt auch der Dollar und Gold sinkt - auch wegen des Vertrauens! Und dies hat mannigfache Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft - wo also bilanzierst du steigendes Vertrauen lieber MF?! 

Deshalb bleibe ich bei meiner Aussage, dass steigende Zinsen in diesem Fall volkswirtschaftlich sinnvoll sind! 

29.09.2014 14:26
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onenightinbangkok hat am 29.09.2014 - 13:36 folgendes geschrieben:

 

Die USA werden ihren Aufschwung bestimmt nicht  mit einer aggressiven Zinserhöhung abwürgen! Und ein moderater Zinstanstieg in den USA steht einem Bullenmarkt in keinster Weise entgegen - im Gegenteil er ist fundamental begründet und volkswirtschaftlich sinnvoll!

Mit dem ersten Satz bin ich einverstanden. Mit dem zweiten nicht.


Die Geldmenge hat sich seit 2009 verdreifacht und diese Geldmenge sind Schulden, die verzinst werden müssen. Das funktioniert im Moment, weil man bei 1.5% Zinsen drei mal so viele Schulden verzinsen kann wie mit 4.5% Zinsen. Wenn die Zinsen aber steigen, steigen sehr schnell auch die zu leistenden Zinszahlungen. Bei 2% Zinsen muss man dann so viel bezahlen wie zuvor bei 6%. Es ergibt sich also eine Hebelwirkung.

Das letzte was die Fed sich leisten (und Amerika zumuten) kann ist, dass der gesamte wirtschaftliche Anstieg über die Zinsen abgeschöpft wird. Das spricht dafür, dass die Zinsen nur sehr langsam und in extrem kleinen Schritten erhöht werden.

Der zweite Aspekt sind die Banken, für deren Rettung sich die Staaten ja so hoch neuverschuldet haben: Den Banken ist es grundsätzlich egal, ob sie für 1% Kredit bekommen und diesen für 3% weiter geben oder ob sie 3% Zins bezahlen und 5% bekommen. In beiden Fällen haben sie eine Gewinnmarge von 2%. Das Problem für die Banken ist, dass sie sich kurzfristig finanzieren und Kredite längerfristig weitergeben. Sie können also eine Zinserhöhung nicht an bestehende Schuldner weitergeben. Entsprechend müssen die Zinsen langsam genug steigen, damit die Banken nicht unter Wasser geraten und genügend Zeit haben, alte Kredite auslaufen zu lassen.

Deine Aussage, wonach ein moderater Zinsanstieg einem Bullenmarkt nicht im Wege steht ist grundsätzlich richtig und Du hast das ja - soweit ich mich erinnere - an anderer Stelle mal begründet und mit Links unterlegt. Nur gelten diese historischen Vergleiche für Zeiten, in denen die Schuldenmenge weitaus geringer war als heute. Ob man diese Erfahrung also eins-zu-eins übernehmen darf, bezweifle ich.

Steigende Leitzinsen erhöhen die gesamte Zinstreppe. Libor, Unternehmenskredite, Hypotheken, Kreditkartenzinsen, Studentendarlehen ... alles steigt entsprechend. Dem Konsumenten wird bei steigenden Zinsen das frei verfügbare Einkommen reduziert. Er kann weniger konsumieren. Die Unternehmen leiden auch unter höheren Zinszahlungen, können aber wegen des Konsumrückgangs diese Kosten nicht ohne weiteres auf die Preise schlagen. Die Margen sinken also.

Dieser negative Effekt kann durch eine höhere Beschäftigung (also weniger Arbeitslose) und steigende Löhne kompensiert werden. Dann sind die positiven Effekte auf den Konsum höher als die negativen durch die Zinsen und es kann trotz Zinserhöhung zu einem nachhaltigen Bullenmarkt kommen.

Im Moment wissen wir noch nicht, welcher der beiden Effekte grösser ist. Ich vermute deshalb, dass die Fed auch nach einer moderaten Zinserhöhung den Fuss weiterhin auf Bremsbereitschaft halten und die Märkte sehr aufmerksam verfolgen wird. Beim kleinsten Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft abgewürgt wird, würden die Zinsen umgehend wieder gesenkt.

29.09.2014 13:52
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TeeTasse83 hat am 29.09.2014 - 13:36 folgendes geschrieben:

@ Elias:Du bist mein Held... ein Post mit nix ausser einem Link, auf einen weiteren Post von Dir mit nix als einem Link... und der Link ist dann ein Beitrag der Cash Start-Seite. Du bist so der richtig tolle Spammer, echt! *kopfschüttel*

gähn ..... und täglich grüsst das Murmeltier. Du wiederholst dich. Ausser *kopfschüttel* kannst du offensichtlich nichts.

Bundesrat Leuenberger: Kopfschütteln 

http://www.youtube.com/watch?v=amyWUX3AYTo

 

 

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29.09.2014 13:36
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U.S. Still the Dog Wagging Tail of World Economy as China Slows

Firstly, an upturn in U.S. spending on capital equipment should offset the effect of some of China’s slowdown on emerging nations. Such spending is on track to grow by double digits again this quarter, helping out the likes of Taiwan and Singapore.

Secondly, global inflation as low as 1 percent in the current quarter, partly fostered by a drop in Chinese commodity imports, should help boost purchasing power, underpinning consumer demand.

“If we are right, the realization of these developments will confirm that there remains a solid underlying base for global goods demand even as Chinese growth remains sluggish,” said JPMorgan.

http://www.bloomberg.com/news/2014-09-29/u-s-still-the-dog-wagging-tail-...

 

 

Die USA werden ihren Aufschwung bestimmt nicht  mit einer aggressiven Zinserhöhung abwürgen! Und ein moderater Zinstanstieg in den USA steht einem Bullenmarkt in keinster Weise entgegen - im Gegenteil er ist fundamental begründet und volkswirtschaftlich sinnvoll! Yellen wird Greenspan`s "Fehler" zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht wiederholen! 

http://www.bloomberg.com/news/2014-09-29/yellen-aims-to-mimic-greenspan-...

Janet Yellen looks to be taking one page out of Alan Greenspan’s playbook while tearing up another as she plots monetary strategy for 2015 and beyond.

The Federal Reserve chair and her colleagues signaled this month they would be willing to push unemployment below its so-called natural rate -- a feat Greenspan as chairman managed in the late 1990s without fanning much inflation. Yellen showed less desire to pursue her predecessor’s “measured” approach to raising interest rates in the mid-2000s, suggesting his strategy may have fostered complacency that made a small contribution to the financial crisis.

The late 1990s “was a very good period for the U.S. economy, and Greenspan made the correct call on monetary policy,” said Michael Gapen, a former Fed official who is now senior U.S. economist for Barclays Capital Inc. in New York. On the other hand, “there is a general consensus the way they did policy wasn’t right” in the run-up to the housing bust that preceded the 2007-2009 recession.

Yellen stressed to reporters on Sept. 17 that the Fed’s actions would depend on how the economy evolves. “There is no mechanical” approach to carrying out policy, she said, adding that “many people” think the Fed relied too much on a lock-step strategy in the mid-2000s.

 

29.09.2014 11:30
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Krise der andern Art erreicht die Schweiz

Bisher konnte sich die Schweizer Wirtschaft verblüffend gut den Krisen bei ihren Absatzländern entziehen. Jetzt mehren sich die Zeichen, dass ihr das künftig deutlich schlechter gelingt.

http://www.cash.ch/comment/582092#comment-582092

 

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29.09.2014 00:30
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Es gibt in der Vergangenheit bis heute einen der besten Indikatoren, die einen Crash ankündigen: die Zinsen der FED. Und die sagen eines, die Hausse geht weiter.

 

Erste Hälfte der Aussage, genau so ist es, zweite Hälfte mit Vorsicht zu geniessen.

Ja anzunehmen, dass die Hausse noch "eine Weile" weitergehen kann, aber nicht mehr 3-4-5 Jahre wie Du beschreibst. Denn die FED wird die Zinsen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch im Jahr 2015 deutlich anheben. Wahrscheinlich bereits im Frühling. Somit können die Blue-Chips in USA und auch Europa schon bald deutlich korrigieren.

 

Auch die Rohstoffpreise zeigen dies an, sie fallen. Vor dem Crash sind sie in der Regel gestiegen. Fallende Rohstoffpreise, steigender Dollar, robustes Wachstum in USA und China, bald auch Europa, fallende Goldpreise.

 

Die Rohstoffpreise haben direkt wenig zu tun mit einer potentiell drohenden Korrektur an den Gesamtmärkten. Jedenfalls nicht, wenn es sich um einen wirtschaftlich / kapitalistisch bedingten Abschwung handelt, der wegen Überhitzung oder Liquiditätsschwemme eintritt. Vielmehr stehen die Rohstoffpreise mit geopolitischen Themen in Zusammenhang, besonders wenn diese zu Währungszerfall oder Deflation führen.

 

Ja anzunehmen, dass Gold & Co. noch "eine Weile" weiter fällt. Der Dollar dürfte auch noch paar % zulegen können in der nächsten Zeit, aber wohl nicht mehr in dem Ausmass wie kürzlich.

 

Grüsse, Tengri

28.09.2014 23:15
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Könnte evtl. ein Argument sein, Guckst du hier: www.youtube.com/watch?v=eEPOb0AWgME

Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

28.09.2014 22:22
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@ Pessimisten / Crashpropheten

Natűrlich steht der nächste Crash unmittelbar bevor, nur noch eine Frage von 3,4 oder 5 Jahren! Es gibt in der Vergangenheit bis heute einen der besten Indikatoren, die einen Crash ankündigen: die Zinsen der FED. Und die sagen eines, die Hausse geht weiter. Auch die Rohstoffpreise zeigen dies an, sie fallen. Vor dem Crash sind sie in der Regel gestiegen. Fallende Rohstoffpreise, steigender Dollar, robustes Wachstum in USA und China, bald auch Europa, fallende Goldpreise. An alle Pessimisten: Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Das könnt ihr natürlich auch mir vorhalten, aber habt ihr Argumente?

28.09.2014 21:58
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Für mich stimmt das aktuelle Umfeld noch, um weiter in Aktien zu investieren. Good News und Bad News wechseln sich tagtäglich ab, somit kann man diese Hausse noch ein wenig weiter reiten. Auch die politischen Störfeuer haben sich eher beruhigt, obwohl man dies stets im Auge behalten muss.

 

Sehe ich genau so !

Dennoch fühle ich mich etwas unsicher, da einerseits völlig unklar bleibt, welche Sektoren und Titel von dieser Orientierungslosigkeit profitieren können, und andererseits wann und wo in etwa der Drahtseilakt sein Ende finden wird, sei es nun mit Sicherung (Korrektur) oder ohne solche (Crash).

Im besten Fall geht mein Plan auf, das würde pro Technologie-, Wachstums- und Momentum-Aktien sprechen, jedoch kontra bewährte oder gar defensive Dividenden-Titel wie z.B. viele Blue-Chips, dies wegen der zu erwartenden Zinserhöhungen und damit vergleichsweise enttäuschenden Renditen. Damit wäre ich ganz happy !

Vielleicht kommt es aber auch anders, denn in ängstlichem Umfeld werden meist die am besten gelaufenen Titel verkauft, und das sind leider sehr oft welche im Wachstums-Sektor. Deshalb werde ich den nächsten "Ritt auf der Hausse" ausnutzen, um meinen Bestand zumindest ein bisschen zu reduzieren.

 

Es wäre bereits an der Zeit, einen Oktober-Thread zu eröffnen. Wer macht den Anfang ?

 

Grüsse, Tengri

28.09.2014 19:09
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Schweizer Aktien im September und Oktober

 


Wir stehen kurz vor der Berichtsaison zum 3.Quartal 2014. Für mich stimmt das aktuelle Umfeld noch, um weiter in Aktien zu investieren. Good News und Bad News wechseln sich tagtäglich ab, somit kann man diese Hausse noch ein wenig weiter reiten. Auch die politischen Störfeuer haben sich eher beruhigt, obwohl man dies stets im Auge behalten muss.


Meine Favoriten für die nächste Zeit: Ems Chemie, Cosmo, Leonteq, Bucher, Orascom, Syngenta und natürlich Myriad Group N,, ja nicht vergessen.


------------ Die Gedanken eines Menschen sind sein Königreich. ---------

28.09.2014 10:05
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GRATULATION: Leider schafft es Krokodil nicht in die Zeitung. Dafür werden heute in der "NZZ Am Sonntag" unter dem Titel
"Vermeintlich heisse Tipps aus der Gerüchteküche" folgende Cash-User namentlich erwähnt:

Lorenz, Supermari, anitom53, WeissAlles und Loriot. Beschriebene Titel, Cytos, Santhera, Meyer Burger

26.09.2014 15:52
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Negativzinsen schlagen auf Firmen durch

Nach der EZB haben auch deutsche Geschäftsbanken begonnen, ihren Grosskunden Negativzinsen zu belasten. Vom Strafzins auf Bargeld ist auch die SNB betroffen. Sie hat bereits gehandelt.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Negativzinsen-schlagen...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

26.09.2014 15:51
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Der Rubel fällt und fällt

Schon wieder wurde der Rekord gebrochen. Der Rubel fiel am Freitag gegenüber dem Dollar auf ein historisches Tief. Nicht nur die Sanktionen machen sich bemerkbar.

Die Leitindizes der Moskauer Börse rutschten ebenfalls ins Minus.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Der-Rubel-faellt-und-faellt/...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

26.09.2014 00:05
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Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

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