SMI 2019

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swissrain
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SMI 2019

Ich schlage hier einen neuen Thread vor: SMI 2019. 

Anlass dazu ist, dass 

- ich 2018 gewaltige Verluste auf small caps einfuhr, mit Aktien, die von Boom to Bust gingen, von KGVs über 40 zu KGVs von 10 oder weniger. Davor hatte keine Analysten-Stimme gewarnt, im Gegenteil, sie jubelten eine Aktie hoch, auch wenn sie überteuert war, und zogen das Downgrading nur nachträglich nach, wie schon immer gesehen, in vergangenen Bärenmärkten. 

- die makroökonomische Situation zweifelhaft ist. Firmen haben sich im Optimismus des Booms Kredite aufgehalst, die schwer zu tragen sind, wenn Geld sich zinsmässig verteuert. In den USA beispielsweise sind "housing starts" am Abnehmen seit zehn Monaten, und das könnte nur der Anfang sein von Hauseigentum, das nicht mehr verkauft werden kann, wie anderswo gesehen auf der Welt. Öl ist eingebrochen. Semiconductors sind eingebrochen, Autoindustrie, Industriewerte. 

- die geopolitische Situation angespannt ist, wie selten zuvor gesehen in den letzten Jahrzehnten. Neben den üblich bekannten Diktatoren gesellen sich nun auch die USA mit einem dubiosen Präsidenten (von aus meiner Sicht kriminellem Charakter) in die Reihe. Alten Bündnissen wird auf den Kopf getreten, sie werden weggeworfen wie dreckiger Abfall, und neue Bündnisse zu kriminellen Regimen werden gesucht. Die USA, die in der Allianz mit einem recht braven Nachkriegs-Europa zuvor die Weltordnung vorgab, droht nun, die Welt-Unordnung zu definieren. 

- die ökologische Lage der Welt zum Zerbrechen aussieht. Die Welt insgesamt in einer Sackgasse, aus der ein Entrinnen nur das Zusammenspannen aller Kräfte möglich machen würde. Doch gegenwärtig ist das Gegenteil der Fall. Während (noch) in einigen der westlichen Länder wie der nördlichen Länder Europas etc. Anstrengungen geschehen, das Üblerleben des Globus zu sichern, lebt ein Grossteil der Welt in einer Haltung: Nach uns die Sintflut. Obwohl man blind sein muss, um die Einebnung der biologischen Diversivität nicht zu beobachten, wird weiter gewurstelt, und statt eine Zunahme der Population von "homo sapiens" sanft einzudämmen, werden an der Grenze der USA bereits Maschinengewehre eingerichtet, um Öko-Flüchtlinge draussen zu halten. 

- die mentale Situation unserer Homo Sapiens-Gattung für Vorkommnisse labil ist, trotz neuer Designer-Babies aus China, später auch von uns, die dann psychisch resistent und denen alles schnurzegal wäre. In der Tat, als Homo Sapiens sieht man jetzt schon unterschiedliche psychische Resistenzen, mit allen Implikationen, die das auch trägt für das gegenwärtige Weltgeschehen. Insgesamt kann man (ich) sie durch alle geschichtlichen Epochen nur von bipolarer Art sehen, von Enthusiasmus zu Depression, also von manisch-depressiver Natur, wie das Bild in der Psychiatrie genannt wird. Wenn wir von Bull und Bär in Aktienmärkten sprechen, geht es genau darum. Gegenwärtig sehe ich (I feel ... ), dass die Manie am Kippen ist. 

- die Finanzmärkte, wie eingangs aus eigener Erfahrung berichtet, zweifelhafte Signale aussenden. Während etwa im SMI Pharma und Nestlé den SMI Index hochielten, haben sehr viele andere Sektoren gewaltig eingebüsst, hohe KGVs gingen zu niedrigen, und dennoch hat sich nie Kaufbereitschaft gezeigt. Ich sehe keinen Grund, warum sich KGVs verschiedener Sektoren über die Zeit nicht angleichen. Gegenwärtig ist das Sentiment immer noch bullisch: Smart money, wie es genannt wird, von den Grossen, ist bärisch, und empfiehlt, bullisch zu sein. Allein in den Schwankungen der Tageskurse kann man sehen, sie smart money stets dumb money verkauft. Die Volatilität ist wieder hoch: was durch dumb money hochgeht, wird von smart money abverkauft. Es ist ein Markt nur für Profis mit AI und ultraschnelllen Algo-Signalen. Damit wird man als nur normal ausgestatteter Homo ständig aufs Ohr gelegt. 

- die Charts der verschiedenen grossen Indizes ein Top signalisieren. 

Summa Summarum: Ich bin nach all den Verlusten, nur von "longs" eingefangen, bärisch aufgelegt und finde die Teilhabe nicht die Mühe wert. Max pain in der Finanz-Markt-Erfahrung bedeutet, dass immer die möchlichst grösste Anzahl von Leuten gekreuzigt werden. Obige Signale könnten also genau umgekehrt verstanden werden. Wenn ich und jeder andere Short gehen, drehen die Märkte nach oben. Eben dazu dachte ich die Diskussion hier zu starten. Short-time timing ist unmöglich, aber ich finde, dass der SMI, und hoch die KGVs der unversehrten Grossen novn, rogn, nesn hier an Widerstände laufen. Mit anderen Worten, ich gehe hier short, und vergrössere meine Position, wenn wir weiter nach oben laufen. 

Ausserdem wäre mir in dieser Situation auch ganz wohl mit XAU und XAG. Kein Geld zu machen, aber wenigstens nicht viel Geld zu verlieren, ist schon was. 

Selbstverständlich ist es so, nun da gerade Pharma und Food noch als einzige hochgingen, sie zum Kauf empfohlen werden, und wie man gesehen hat, ist immer das Gegenteil von dem das Beste, was empfohlen wird von den Durchlauchten. 

Wir werden sehen, ob es Interesse an einem solchen Thread gibt oder er in den Müll geht. Nice weekend! 

swissrain
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Genau jetzt, was geht hoch, was runter?

Nach dem neusten Interview auf Cash sagt also die Analystin, hochgelobte Frau Bank von Bank so und so, man solle auf Pharma setzen, obwohl ihr KGV auf 24 ist, und viele andere Titel auf 10 oder darunter. Defensiv heisst die idotische Absicherungsidee für den Bärenmarkt, und niemand kann sich vorstellen, offensichtlich, dass trotz recht gutem EBITDA die KGVs im Bär von 24 auf 13 oder 10 oder sogar auch auf 5 hinuntergehämmert werden können, if market pleases. 

Hans
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Als Eizelaktien, da muss man

Also Einzelaktien, da muss man schon etwas Cash für haben, und das Risiko ist enorm, was sind heute gute Aktien? Das ist Selbsttäuschung, siehe Marktlage im SMI oder im DAX, vermeintlich gute Aktien sind krass abgeschmiert. Aktien können wahre Zeitbomben sein!

Würde heute eher auf Anlagen mit einem Aktienkorb oder in ETF investieren, Auswahl ist da ja riesig! 

Gruss Hans

marabu
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Wahre Worte, Swissrain...

Ich kann mir dieses Verhalten nur mit Andre Kostolany erklären:

Andre KostolanySchlagworte: Geld, Spekulieren, Börse

„Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren.“

Nur muss man das "Kein, Viel, Wenig" relativieren. Für den Einen sind eben 50'000 "Viel" - für den Andern 3 Millionen wenig. Da muss sich dann eben jeder selbst einordnen.

Meine Erfahrung war die, dass ich bei "Wenig" aggressiv spekulierte und entsprechend verlor, mit wenig Erfahrung und viel naivem Glauben an beliebig Gedrucktes oder Gesagtes.

Heute lege ich eher Gewicht auf Werterhaltung und "bescheidenes" Wachstum - d.h. grösstenteils nur Bluechips, darunter viel Defensives, mit einiger Würze aus Asien und neuerdings auch Europa. Bei über 7% plus gewichte oder lagere ich dann bereits teilweise um. Seither läufts gut! Dieses Jahr bis heute rund 5.5 % Gewinn ohne Dividenden.

swissrain
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Kein Schrott ...

Darf ich dein Votum aufnehmen, lieber sarastro, keinen Schrott kaufen, was ich tat, ja, ich tat es! 

Es ist tatsächlich so, dass sich das ganze Cash-Forum um Schrott-Artikel dreht. Ich schaue gerade durch die erste Seite des Forums der Aktien-Diskussion, lauter durchgeknallte Aktien, AMS stets an oberster Stelle, die Liebhaberei, obwohl sie von 120 nach 25 ging, dann andere abgeknallte Penny-Titel, von abgeknallten Firmen, die um ihr Überleben bangen. Zur Rose wird nun neuerdings auch empfohlen, und immer wenn ein Titel im Forum empfohlen wird, wird er brutal abgeknallt, man muss annehmen, es handle sich entweder um Sadisten, die den anderen in die Falle locken, oder Masochisten, die leiden möchten. Strange, if not bizarre. 

Whatsover, baue mir nun eine Position von Shorts auf, da hilft kein Chart, sondern nur Nase, und dann auch XAU und XAG. Ich glaube nicht an einen kurzen Bär, sondern einen lang hinhaltenden, ekligen, und wir werden SL setzen, falls es anders kommt. 

sarastro
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Lieber swissrain,

seit zwei Jahrzehnten habe ich Aktien. Ich kenne also dieses miese Gefühl gut. Später musste ich aber erkennen, dass ich bei einem Crash die Chance verpasst hatte, billig zu guten Aktien zu kommen. Zwar hätte ich damals nach dem Kauf über längere Zeit Buchverluste ertragen müssen. Heute bin ich mit meinem Depot derart im Plus, dass mir kein Crash mehr Bauchweh verursachen kann.

Das wird Dich jetzt und in nächster Zeit wahrscheinlich nicht trösten. Aber auf eine Frist von zehn oder mehr Jahren wirst Du Freude am Depot bekommen, sofern Du keinen Schrott erworben hast, der hier im cash-Forum noch immer so eifrig diskutiert wird. Ich wünsche Dir Mut zu guten Aktien. Der Erfolg wird unweigerlich kommen, früher oder später.

 

sarastro
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Richtig, Hans,

mit einem ETF auf marktbreite Indices liegt man immer richtig. Da ist man überall dabei, bei guten und schlechten Titeln. Auf lange Frist geht es damit immer aufwärts, solange die ganze Volkswirtschaft wächst. Dann erträgt es auch etwas Schrott.

Nur darf das eine Analystin einer Bank hier nicht erzählen. An einem ETF verdient die Bank wenig. Dort will man viel lieber Umschichtungen sehen und viel Trading zum Generieren möglichst hoher Bankspesen. Da verhindern die ETF das für die Bank lukrative Geschäft.