Makro-News zur Weltwirtschaft & Derivate

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02.11.2014 13:00
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sdo
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Makro-News zur Weltwirtschaft & Derivate

02/11/2014 – Japanisches Szenario, Covered Bonds und der Hochmut

 

EZB kauft nun auch Covered Bonds

 

Die Kreditvergabe in der europäischen Peripherie gestaltet sich seit geraumer Zeit mehr als schwierig. Die EZB hat deshalb, und auch zwecks der Entlastung der Bankbilanzen, Pfandbriefkäufe in einem Gesamtvolumen von etwa 1,7 Mrd. Euro getätigt. Nach dem Vorstoß in den Bereich der privaten Anleihen hat die Europäische Zentralbank nun auch Kreditverbriefungen auf ihrer Einkaufsliste. Draghi ist endgültig bereit eine weitere Aufblähung der Bilanz um eine Billion Euro vorzunehmen. Ob der Markt überhaupt in der Lage ist dieses Volumen zu absorbieren steht gegenwärtig auf einem anderen Blatt. Früher oder später wird sich das End Game um die massiven Staatsverschuldungen in groß angelegten Staatsanleihekäufen niederschlagen.

Für gewöhnlich sollten Staaten in der Lage sein aus ihren Schulden herauszuwachsen. Jedoch hat sich die abzeichnende Konjunkturflaute im gemeinsamen europäischen Währungsraum mittlerweile insbesondere in der langanhaltenden Jugendarbeitslosigkeit niedergeschlagen und zwar in solchen Dimensionen, dass man die Wahrheit nicht mehr verschleiern kann und auch nicht mehr verschleiern darf.

Selbst der EZB-Ratsmitglied Nowotny sprach erst kürzlich in diesem Zusammenhang von einem möglichen "japanischen Szenario" in Europa. Hierbei werden niedrige Inflationsraten von einem geringen Wachstum begleitet. Die unmittelbare Folge ist das Verharren auf niedrigen Produktionsoutputs, was den Arbeitsmarkt auf die Dauer schwächt und zu einem Einstellungsstopp beziehungsweise Entlassungen führt.

Beschäftigungsabbau wird fortgesetzt

 

Auch die Berliner Konjunkturforscher vom DIW kamen bei Ihrem Monatsbericht zum selben Ergebnis. Insbesondere würde sich die Vielzahl der gegenwärtigen geopolitischen Krisen hemmend auf das Ausgabeverhalten mit Investitionscharakter auswirken. In der Bundesrepublik habe das verarbeitende Gewerbe im großen Maße gelitten, etwas Rückendeckung bekommt die deutsche Wirtschaft dennoch vom starken privaten Verbrauch. Was aber unterm Strich bleibt ist der weitere Beschäftigungsabbau in der größten Volkswirtschaft der EU.

Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. So könnte man das gegenwärtige Tauziehen innerhalb Europas ganz gut zusammenfassen. Die starke Abwertung des Rubels hat die russischen Währungshüter zu einem besonders drastischen Schritt veranlasst. Die Zentralbank Russlands erhöhte den Leitzins am vergangen Freitag um satte 150 Basispunkte. Das ist das Dreifache vom Zinsschritt, der im Vorfeld von den Marktteilnehmern erwartet worden ist, zumal die letzte Steigerung erst Ende Juli erfolgt war.

Zu dem damals vollzogenen Schritt um 50 Basispunkte wird die Kreditvergabe jetzt erheblich gedrosselt werden, was die russische Konjunktur, obgleich die Inflation zukünftig gering ausfallen dürfte, zusätzlich belasten wird. Die Märkte sahen den russischen Leitzins von momentan 9,5 Prozent jedenfalls ziemlich gelassen. Nach anfänglichen Zugewinnen des Rubels gegen den festgelegten Währungskorb ist es zu weiteren Abgaben der russischen Währung gekommen. Der russische Staat sitzt dennoch auf einem ziemlich dicken Devisenpolster, die privaten Verschuldungsquoten sind relativ niedrig. Wie sieht das anderswo aus?

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt aus dem Smartest Finance Market Snapshot dar. Den kompletten Bericht sowie weitere Publikationen können Sie in unserem Blog sichten.

Allen Lesern eine schöne Zeit und alles Gute!

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Blog eines unabhängigen Traders: http://www.smartestfinance.com/heavy-fx-forex-trading-trader-blog/
10.09.2016 14:30
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September, September, remember...

Als Dispositionseffekt bezeichnet die Verhaltensökonomik die Neigung von Anlegern, jene Anteile abzustoßen, deren Wert gestiegen ist, und solche zu halten, deren Wert gesunken ist. Dabei werden Verluste etwa doppelt so stark empfunden wie Gewinne. Dieses Phänomen der Verlustabneigung wurde erstmals von Amos Tversky und Daniel Kahneman beschrieben.

Morgen verjährt sich der Tag des Nine-Eleven zum 15 mal. Ich habe vorsorglich mich von meinen Verlustaktien getrennt und belasse meine Perlen nach wie vor im Depot. Ich glaube, nächste Woche wird es sehr holprig. Da lohnt es sich, die Investitionskasse bereit zu halten. 

Der Leidensdruck wird für viele zu gross! Und auf meiner Watchliste sind noch gewisse Titel die ich günstig erwerben will!

25.08.2016 10:02
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Interessant, Schulden will doch niemand?

Die Umstellung auf den Euro hätte für einige EU-Staaten den Weg aus den Schulden bedeutet können. Doch keines von ihnen hat diese Chance genutzt. Im Gegenteil, sie häuften noch mehr Schulden an - und das offenbar mit Absicht.

Der Weg in den Euro gab Staaten laut einer Studie der Universität Greifswald durch einen deutlichen Zinsvorteil die einmalige Möglichkeit ihre gesamten Schulden abzubauen. Entscheidung gegen nachhaltige Haushaltspolitik Den Zahlen der Staatsverschuldungen zufolge, hätten sich die entsprechenden Länder jedoch nicht für den Schuldenabbau entschieden, sondern für "kurzfristige Machtgewinne". Laut der Studie hat keines der elf Gründerländer der Europäischen Union die Möglichkeit des Schuldenabbaus durch den Überschuss, der durch einen unterschiedlich großen Zinsvorteil bei der Euroumstellung entstand, genutzt. Im Gegenzug wurden vielmehr weitere Schulden zum Zwecke von neuen Investitionen aufgenommen. Vor allem das krisengebeutelte Italien habe laut der Studie diesen Zinsvorteil nicht genutzt, obwohl dieser für das Land im Vergleich zu den anderen Staaten der Europäischen Union am größten war. Hätte das Land 2005 sämtliche durch die Einführung des Euro freigewordenen Gelder in den Schuldenabbau gesteckt, wäre es 2016 schuldenfrei. Stattdessen hat Italien heute rekordverdächtige Schulden von 2,2 Billionen Euro. Auch anderen Ländern wie Portugal und Spanien geht es ähnlich. 
Laut einem Bericht der "Welt" hat kein einziger der Gründerstaaten der EU zwischen 1995 und 2005 seine Schulden beglichen oder reduziert, obwohl sich diese einmalige Gelegenheit geboten hatte. "Der Eintritt in die Währungsunion eröffnete vor allem für die strukturschwachen Staaten Südeuropas eine historische Chance", so der Ökonom Thomas Straubhaar. Soll ein Staat überhaupt schuldenfrei sein? Die Studie zieht jedoch einige Kritik auf sich. So würde zum einen die Realität stark vereinfacht, sagen kritische Stimmen. Außerdem verschulden sich Staaten nicht alleinig mit zehnjährigen Anleihen. Sie geben auch Titel mit Laufzeiten von einem, drei, fünf oder 30 Jahren aus. Das bedeutet wiederum, dass Schulden nicht auf einen Schlag, sondern in gewissen Abständen fällig werden. Somit habe für die Staaten eigentlich gar nicht wirklich die Möglichkeit bestanden, die verbesserten Konditionen zu nutzen, um auf einmal alle Schulden zu begleichen. 
Einer der wichtigsten Punkte sei jedoch, dass auch die nachfolgenden Generationen von den Investments der Staaten, mit welchen diese sich in einem ersten Schritt verschulden, profitieren. Im Umkehrschluss sollten auch diese Generationen an den Schulden Beteiligung finden. Sind Staatsschulden Pflicht? Des Weiteren stehen wirtschaftlich starke Länder wie Deutschland fast in der Pflicht, weitere Schulden aufzunehmen und damit Sparern eine sichere Geldanlage als Gläubiger zu bieten. So antwortete Finanzminister Wolfgang Schäuble in der Vergangenheit auf die Frage, wann Deutschland denn nun schuldenfrei sei, mit: "Hoffentlich nie!". Als Deutschland schuldenfrei war, sei dies nach Krieg und Diktatur im Jahre 1948 gewesen. Wichtig ist nur, dass die Staaten durch die Schulden nicht überfordert werden.

19.08.2016 22:07
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Hallo sdo

ich sehe, lese und lebe! Ich bin nur verunsichert was ich von der Börse halten soll. Zu viele Parameter, zu viele Unsicherheiten und der Goldpreis steigt und steigt. 

Zu viele Banken, welche nur noch mit Staatsanleihen ihre Geschäfte machen. Das Gefälle zwischen Norden und Süden, welche immer grösser werden. Immobilienzerfall in Südeuropa. Diktaturen und Fanatismus. Religionen die sich regional verschieben. Die Themen sind immer noch da, aber niemand scheint es zu interessieren. 

Wie es die Grünen so schön sagen, irgendwann ist es einfach zu spät. Ideen und Betroffenheit sind da, aber niemand will zupacken. Der Idealismus zerfällt in sich zusammen und trotzdem bin ich zuversichtlich, dass es irgendwie weitergeht. 

Wobei der Zweckoptimismus nicht die Lösung darstellen kann. Schlussendlich ist jeder Tag ein Beitrag zum guten Gelingen! Yes 3

Rückbesinnung auf das Wesentliche, das Glück beleben und erleben. Da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Schreiben. 

01.08.2016 21:05
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Ghost, lebst du noch?

Oder haben wir das hier einschlafen lassen? Smile

Liebe Grüße,

sdo

21.05.2016 10:34
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Die Welt wird 2100 ganz anders aussehen. Das kann euch persönlich natürlich herzlich egal sein, die nächste Jahrhundertwende werdet ihr nur mit sehr viel Glück erleben. Aber vielleicht eure Kinder oder Enkel.

Bis 2100 könnten heutige Entwicklungsländer zu Großmächten aufgestiegen sein. Eine Prognose der Vereinten Nationen (UN) geht davon aus, dass bis dahin auf der Erde knapp 11 Milliarden Menschen leben. Bis dahin soll die Erdbevölkerung um 3,6 Milliarden Menschen gewachsen sein. Gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass wir 1950 erst 2,5 Milliarden waren.

Der Wachstum wird sich also verlangsamen.

„Daran sind sinkende Geburtenraten und die Überalterung mancher Gesellschaften schuld“, sagt Edward Bonham Carter, Vice Chairman des britischen Fondsmanager Jupiter Asset Management (Ja, er hat etwas mit der Schauspielerin Helena Bonham Carter zu tun, er ist ihr Bruder). Für Bonham Carter ist der globale demografische Wandel ein Indikator für künftige Trends in der Geldanlage.

Sterben die Chinesen, bevor sie reich werden?

USA Today/BI

Es seien die Frauen, die die Welt verändern, meint Bonham Carter. Sobald sie Anschluss an die Arbeitswelt bekommen, sinkt die Geburtenrate. Im Iran etwa hat sich die Rate der Neugeburten innerhalb von fünf Jahren halbiert. In China wird die Ein-Kind-Politik, die zwischen 1980 und 2015 galt, schon in den nächsten Jahrzehnten zu einer Überalterung der Gesellschaft führen. „Ein gängiges Klischee lautet, dass die Chinesen sterben könnten, bevor sie reich werden“, sagt Bonham Carter.

Zweiter Grund sei der Trend zur Stadt, so Bonham Carter: Auch urbanes Leben führt nicht zu einem gesteigerten Kinderwunsch.

In Russland hat der kommende Bevölkerungsrückgang eine andere Ursache: Die Lebenserwartung sinkt, aber nicht nur wegen hohem Wodka- und Zigarettenkonsum. Auch das marode Gesundheitssystem und Umweltverschmutzung sind daran schuld.

Demografie als Spürhund für künftige Trends

Aber nicht in allen Ländern geht die Geburtenrate zurück: Steigen wird sie etwa in Indonesien, auf den Philippinen, Pakistan und auf dem afrikanischen Kontinent. Dort vor allem in Nigeria, Uganda, Kongo, Äthiopien und Tansania. Also vor allem in Schwellenländern.

„Was viele nicht erwarten ist, dass Indien China überholen wird“, ergänzt Bonham Carter. Ebenfalls überraschend sei, dass die Bevölkerungszahl in den USA (im Gegensatz zu Japan oder Europa) laut UN-Prognose steigen werde.

Nun müsstet ihr extrem langfristig investieren, um eure Finanzen auf die künftige Welt auszurichten. Das ist eher unwahrscheinlich, außer, ihr legt schon mal ein Teil des Vermögens für potentielle Enkel beiseite. Aber ihr könnt genauso wie Jupiter Asset Management die demografische Prognose der UN als Spürhund für künftige Trends einsetzen.

Von der demografischen Dividende profitieren

 

Eine alternde Bevölkerung will beispielsweise versorgt werden. „Die Gesundheitsversorgung wird also wichtiger und Investitionen in diesem Bereich sind heute schon denkbar“, sagt Bonham Carter. Haltet ihr also nach Unternehmen Ausschau, die in diesem Bereich Services anbieten, sollten sie international aufgestellt sein, ein Beispiel dafür im deutschen Leitindex DAX sind Fresenius und Fresenius Medical Care. Noch einfacher ist es aber, mit einem Indexfonds (ETF) wie etwa dem MSCI World Healthcare auf eine alternde Weltbevölkerung zu setzen.

Mit einem Indexfonds partizipieren Anleger an der Entwicklung der Werte, etwa Aktien oder Anleihen, in diesem Index.

Auch für die Finanzwirtschaft hat der demografische Wandel positive Folgen: Nicht nur in Deutschland basiert das Rentensystem auf dem Prinzip, dass viele junge Menschen weniger Senioren versorgen. Hierzulande funktioniert das heute schon nicht mehr richtig und auf eine gesetzliche Rente können sich weder die sogenannten Babyboomer, die zwischen Mitte der 50er und Mitte der 60er Jahre geboren wurden, noch die heute Jungen verlassen.

Also, schlussfolgert Bonham Carter, wird die Nachfrage nach Finanzprodukten zur Altersvorsorge steigen. Banken oder Fintechs mit einem entsprechenden Angebot profitieren in alternden Gesellschaften also davon, abhängig von staatlichen Programmen und Zuschüssen.

Auch der Ausbau der Infrastruktur bietet Chancen

Weil mit einer alternden Bevölkerung allerdings die Produktivität sinkt, werden wir stärker auf die Wirtschaftskraft von Ländern mit einer jüngeren Bevölkerung angewiesen sein. „Die Industrieländer haben ein enormes Interesse daran, dass die heutigen Entwicklungsländer in Afrika, aber auch Indien und China schnell reich werden“, sagt Bonham Carter.

Das Rezept dazu ist kompliziert und benötigt einiges an Zutaten. Aber die wichtigsten seien, so Bonham Carter, politische Stabilität, die Entwicklung hin zu einer konsumorientierten Wirtschaft sowie ein Ausbau der Infrastruktur und technologischer Standards.

China muss jetzt ein stabile Mittelschicht aufbauen

Auch dort ergeben sich Investmentmöglichkeiten in den nächsten Jahrzehnten: Die Menschen in den Schwellenländern wollen mit Wasserleitungen, Energie, Produktionsmaschinen, Computern, Autos und Handys versorgt werden. Unternehmen, die das anbieten und sich im asiatischen und afrikanischen Raum stark engagieren, können, wenn sie ihre Chance nutzen, künftig davon profitieren. Und ihre Aktionäre ebenfalls.  

China ist bereits einen Schritt weiter: „China muss jetzt ein stabile Mittelschicht aufbauen“, sagt Bonham Carter. Aber dann werden die Löhne steigen und Produktionen werden sich erneut verlagern. Die Konkurrenz unter den entwickelten Ländern wird stark zunehmen. Aber auch die Ausgaben der Bevölkerung werden sich verändern: so könnten etwa die für Kultur zunehmen.

Etablierte Marken aus dem Westen werden Macht teilen müssen

Das geht nicht von heute auf Morgen. „Solche Entwicklungen werden eine Menge Marktschwankungen mit sich bringen“, sagt Bonham Carter. Branchen werden sich verändern, die mächtigen Marken im Westen werden dann vielleicht nicht mehr ganz so viel Einfluss haben. Stattdessen könnten sich neue etabliert haben.

Aber selbst günstige demografische Trends führen nicht automatisch zu Wirtschaftswachstum, die Entwicklungsländer müssen besonders im Punkt politische Stabilität die Chancen auch ergreifen.

Für Unternehmen wird es wichtiger werden, ihre Geschäftsaktivitäten in Hinblick auf die Schwellenländer und alternde Verbraucher zu überdenken. Das gleiche gilt für Investoren.

 

23.03.2016 07:23
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die Zentralbanken

Die Notenbanken sind auf Terrain vorgedrungen, das nie zuvor betreten wurde. Im Spätherbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, haben sie sich – durchaus zu Recht und mit Erfolg – zu den Rettern der Weltwirtschaft und des Finanzsystems aufgeschwungen. In den gut sieben Jahren, die seither vergangen sind, haben sie diese Rolle nie mehr abgegeben.

Mit immer unorthodoxeren Methoden versuchen die Zentralbanken, der blutleeren Wirtschaft Leben einzuhauchen. Das neuste eingesetzte Arzneimittel sind Negativzinsen. Fünf Notenbanken, darunter die Schweizerische Nationalbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan, experimentieren bereits damit. Was ist davon zu halten?

Die wohlwollende Einschätzung, die auch die Notenbanken zur Rechtfertigung ihrer Politik benutzen: Negative Leit- beziehungsweise Reserveeinlagezinsen sind bloss die Fortsetzung der bisherigen, konventionellen Zinspolitik. In der nominellen Betrachtung, also ohne Berücksichtigung von Inflation oder Deflation, ist die Nulllinie ohnehin eine irrelevante Grenze. Es ist also nichts weiter dabei, die nominellen Leitzinsen leicht in den negativen Bereich zu senken.

Kollateralschäden

Daneben gibt es eine deutlich weniger wohlwollende Betrachtung, eine, die unerwünschte Nebenwirkungen und gefährliche Kollateralschäden in den Fokus rückt. Fünf Punkte sind dabei besonders zu erwähnen.

Erstens erhöhen Negativzinsen den Stress im Bankensystem. Die Finanzinstitute können im Kreditgeschäft teilweise nicht mehr mit traditionellen Absicherungsmethoden arbeiten, ihre Zinsmargen schrumpfen. Darunter leidet ihre Profitabilität – und damit auch die Fähigkeit, dickere Kapitalpolster aufzubauen.

Der Einbruch der Aktienkurse europäischer und japanischer Grossbanken seit Anfang Jahr ist nicht zuletzt auf die Erwartung einer Verschärfung des Negativzinsregimes zurückzuführen. EZB-Präsident Mario Draghi hat die nachteiligen Effekte von Negativzinsen auf das europäische Bankensystem bereits öffentlich eingeräumt.

Die schrumpfenden Zinsmargen der Banken führen zum zweiten Problem: Die Finanzinstitute versuchen, die Kosten der Negativzinsen auf ihre Kunden zu überwälzen. Weil sie sich aber nicht trauen, den Sparkunden explizite Negativzinsen zu belasten – unter anderem darum, weil das zum Horten von Bargeld führen könnte –, verteidigen sie ihre Zinsmargen an einem anderen Ort: indem sie ihre Kredite verteuern.

Exemplarisch war das in der Schweiz zu beobachten, als die Hypothekarsätze im Februar 2015, nachdem die SNB (SNBN 1045 -1.32%)Negativzinsen eingeführt hatte, nicht etwa günstiger, sondern teurer wurden. Verteuern die Banken auch andere Formen der Kreditvergabe, würden die Notenbanken das Gegenteil ihres beabsichtigten Ziels erreichen.

Das dritte Problem: Negativzinsen, als extreme Fortsetzung des Niedrigzinsregimes, reissen ein Loch in die Vorsorgesysteme der Staaten und in die Altersvorsorge jedes Individuums. Um dies zu kompensieren, könnten die Einwohner von Staaten mit Negativzinsen ihre Sparquote erhöhen. Eine erhöhte Sparneigung schwächt jedoch den Konsum und wirkt für die Volkswirtschaft deflationär – genau das Gegenteil dessen, was die Notenbanken erreichen wollen.

Viertens begeben sich die Zentralbanken in eine verhängnisvolle Spirale der kompetitiven Abwertung. Einmal im Negativzinsregime gefangen, kann keine der bislang fünf damit experimentierenden Zentralbanken die Zinsen autonom erhöhen, ohne eine signifikante Aufwertung der eigenen Währung und damit einen Einbruch der heimischen Volkswirtschaft zu riskieren.

Der fünfte Kritikpunkt betrifft die potenziell folgenschwerste Nebenwirkung: Null- und Negativzinsen begünstigen die Entstehung neuer Preisblasen an den Vermögensmärkten, beispielsweise für Aktien, Immobilien oder Kunst. Weil viele «sichere» Anlagen wie Staatsanleihen über ihre Laufzeit mittlerweile eine garantiert negative Rendite abwerfen, werden Investoren gezwungen, in riskantere Anlageklassen vorzustossen.

Anmassung von Wissen

Die Gefahr von spekulativen Preisblasen kann nicht überschätzt werden. Die Finanzmarkthistorie der vergangenen dreissig Jahre zeigt das frucht- und furchtbare Zusammenspiel von Geldpolitik und Finanzmärkten. Nach jedem Einbruch der Aktien- oder Immobilienmärkte eilte die US-Notenbank, von 1987 bis 2005 unter der Führung von Alan Greenspan, den Investoren mit einer Lockerung der Geldpolitik zu Hilfe.

Der Haken daran: Jede Lockerung der Geldpolitik führte zu einer noch grösseren Preisblase, deren Platzen wiederum mit einer noch expansiveren Geldpolitik gelindert werden musste.

Insofern sind die unorthodoxen Methoden, die nach dem Platzen der letzten Blase im Herbst 2008 angewandt wurden, bloss eine logische Fortsetzung des seit 1987 in Kraft stehenden Regimes. Allerdings ist fraglich, welches Instrumentarium die Notenbanken nach dem Platzen der nächsten Blase noch auffahren wollen.

Die Zentralbanken befinden sich auf unbekanntem Gebiet. Ihre Politik hat mittlerweile Extreme erreicht, die noch überhaupt nicht erforscht wurden. Wir – und sie – wissen nicht, wie unorthodoxe Massnahmen wie Negativzinsen genau wirken. Die Wirtschaft und das Finanzsystem sind komplexe, adaptive Systeme; wir dürfen uns nicht zumuten, Kausalitäten identifizieren zu können. Der Anstieg der Hypothekarsätze in der Schweiz im Februar 2015 kam für alle Beobachter, inklusive Banken und SNB, unerwartet. Welche anderen unerwarteten Effekte werden sich noch zeigen?

Komitee zur Rettung der Welt

Was, wenn in einem Negativzinsregime die Konjunktur einbricht und die Wirtschaft in eine Rezession fällt? Welche Munition besitzt die Zentralbank dann noch? Und was, wenn die Negativzinsen wie bis dato die erhoffte Wirkung, nämlich eine Anhebung der Inflationsraten auf gegen 2%, nicht erreichen? Ist es, weil die Dosis zu schwach ist und die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich gedrückt werden müssen? Oder begünstigen die Negativzinsen sogar die Deflation?

Wir wissen es nicht. Die Notenbanker wissen nicht, wann sie ihre Therapie abbrechen sollen, weil die Arznei nicht wirkt. Sie experimentieren, sie improvisieren. Aber sie wissen es nicht. Und sie massen sich enorm viel Wissen und Können an, wenn sie glauben, sie könnten die Geldpolitik dereinst, wann immer das sein mag, rechtzeitig und problemlos wieder normalisieren.

Was wird, nach Jahren mit Null- und Negativzinsen, dann überhaupt noch als «Normalität» gelten?

Fairerweise muss gesagt sein, dass die Notenbanken ihre heutige Rolle nicht gesucht haben. Sie sind 2008 eingesprungen, weil sie die einzigen Institutionen waren, die rasch und pragmatisch handeln konnten. Die EZB unter Draghi ist wiederholt als Nothelfer eingesprungen, weil die Politik bis heute nicht in der Lage ist, die Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beheben.

Auch die SNB hat mit ihren Massnahmen seit 2011 nicht bloss Geld-, sondern vor allem auch Strukturpolitik betrieben, indem sie den Exportsektor schützte.

Sie haben die Rolle nicht gesucht, doch sie bekleiden sie nun. Es ist nicht lange her, da war Zentralbanker ein Job für angestaubte Akademiker. Heute bilden sie ein «Komitee zur Rettung der Welt», die Finanzmärkte hängen an jedem Wort, das ihre Lippen passiert.

Wer die heutige Bedeutung der Zentralbanken betrachtet, kann nur zu zwei plausiblen Schlüssen kommen: Entweder plant und bestimmt diese kleine Gruppe von nicht mehr als fünfzig Männern und Frauen den Gang der Finanzmärkte und der Weltwirtschaft. Oder aber sie haben keine Ahnung, was sie tun und versuchen nur, das Schiff einigermassen aufrecht im Wasser zu halten.

Beide Schlüsse sind alles andere als beruhigend.

Text aus fuw

22.03.2016 08:23
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Börse China – Li-Keqiang-Index

Finance China Li-Keqiang-Index – Li-Keqiang-Index veraltet?  

Die strukturellen Rahmenbedingungen der chinesischen Volkswirtschaft waren im letzten Jahrzehnt stürmischen Veränderungen unterworfen. Der Li-Keqiang-Index, der nach dem chinesischen Premier Li Keqiang benannt worden ist, und als Wachstumsparamater insbesondere den Gütertransport, den Stromverbrauch und die Vergabe von Darlehen an private Haushalte miteinbezieht, könnte in naher Zukunft durch einen realistischeren Indikator ersetzt werden.

Im vergangenen Jahr beispielsweise hat der Binnenkonsum Chinas den Löwenanteil am BIP-Wachstum ausgemacht, so wurden Werte um die zwei Drittel in die Statistikbücher eingetragen. Zudem lässt sich kaum von der Hand weisen, dass der Binnenkonsum und Dienstleistungssektor das Baugewerbe und die Industrieproduktion als Taktgeber der chinesischen Ökonomie abgelöst haben.
 

Finance China – Doch nur alles Peking-Vorgaben?

Hierbei lohnt sich jedoch ein genauerer Blick auf den Sachverhalt. Seitdem zweistellige Wachstumsraten selbst in China nicht mehr erreicht werden dürften, wird gerne die „neue Normalität“ propagiert. Diese neue Normalität von gegenwärtig sieben Prozent Wirtschaftswachstum orientiert sich in den Augen vieler institutioneller Anleger wohl einige Nuancen zu stark an den Vorgaben aus Peking, sprich am Konsens der Kommunistischen Zentralregierung.

Die chinesische Volkswirtschaft ist in der letzten Dekade unumstritten der wichtigste Motor des globalen ökonomischen Wachstums gewesen und hat durch den Crash im letzten Jahr nicht nur das Vertrauen der chinesischen Bürger in die Unbeirrbarkeit der chinesischen Regierung, sondern auch die Weltwirtschaft stark lädiert.
 

Finance China – Arbeitsmarkt

So ist es zwar richtig, dass in vollentwickelten Volkswirtschaften der Wachstumsmotor vor allem vom Binnenkonsum und weniger von Schwerindustrie angetrieben wird, doch sind auf der anderen Seite steigende Aktienkurse kein Garant für die Stabilität eines Landes.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt aus dem Smartest Finance Market Snapshot dar. Den kompletten Bericht sowie weitere Publikationen können Sie in unserem Forex Blog sichten.

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16.03.2016 21:57
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Finance – Geopolitik, Russland und Syrien-Einsatz

Finance – Geopolitik, Russland und Syrien-Einsatz

Der Oberbefehlshaber der russischen Truppen, der amtierende Präsident Wladimir Putin, befahl am Montag der Abzug seiner Truppen aus Syrien. Nach internationalen Presseberichten zufolge sei der Verteidigungsminister Schoigu damit beauftragt worden, die russischen Kampfverbände aus dem Bürgerkriegsland abzuziehen. Putin lobte das russische Verteidigungsministerium, welches die von Moskau erstrebte Operation vollends erfüllt habe.
Russland ging es vor allem um die volle Funktionsfähigkeit des strategisch bedeutenden Flugplatzes in der Gegend von Latakia. Es seien alle Schritte unternommen worden, um den Flughafen zuverlässig zu schützen. Putin unterstrich die Signalwirkung des russischen Truppenabzuges, welche in seinen Augen eine friedliche Konfliktbeilegung ermöglichen sollte. Inwieweit Putin mit seiner Aussage Recht behalten wird, werden die nächsten Monate im dem stark zerrütteten Land zeigen.

Bankensektor und US-Anleihen – Emission rückgängig

Der US-Bankensektor erschreckt gegenwärtig viele Marktteilnehmer. Die tiefe Verunsicherung an den globalen Finanzmärkten gesellt sich zum niedrigen Zinsumfeld, welches die Margen der Banken stark schmälert. Nicht zuletzt hat der US-Finanzriese Citigroup sowohl im klassischen Beratungsgeschäft als auch im Bereich Trading einen Gewinnrückgang prognostiziert. Traditionell sollte gerade das erste Quartal im Jahr mit guten Ergebnissen glänzen, doch dieses Jahr scheint es anders zu sein.

Die Citigroup-Einnahmen aus dem Beratungsgeschäft purzelten in den vergangenen drei Monaten um etwa ein Viertel. Der Finanzchef Gerspach sprach von einem „ruppigen Quartal“. Insbesondere die Unternehmenskunden würden bei den Anleihe-Emissionen, aber auch bei der Emission von Aktien, eine ruhigere Gangart einlegen.
Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Der komplette Börsenbericht kann im unabhängigen Börsenportal gesichtet werden.

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14.03.2016 20:26
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EZB - Stimmen der Asset Manager

EZB – Langfristkredite an Banken – Einlagensatz weiter gesenkt

„Super Mario“ hat auch letzte Woche mehr geliefert als die Finanzindustrie im Vorfeld erwartet hatte. Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich bis Q1/2017 ein Anleihenvolumen in Höhe von 80 Milliarden Euro erwerben. Bisher standen lediglich 60 Milliarden Euro monatlich auf der Einkaufsliste der europäischen Währungshüter. Gänzlich neue Töne wurden bezüglich langfristiger Kredite an Banken angeschlagen. Diese können von nun an mit negativen Zinssätzen ausgestattet sein, ihre Laufzeit dagegen kann sich bis 2021 erstrecken.

Die Finanzwelt erwartet voller Spannung die detaillierte Aufstellung des Mega-Programms. Bei einigen Unternehmensanleihen müssten zunächst noch die Kriterien für die Aufnahme ausgearbeitet werden. Der Haupt-Refinanzierungssatz wurde bei null Prozent festgelegt, der Einlagensatz wurde einer Senkung um erwartete zehn Basispunkte auf nun negative 0,4 Prozent unterworfen.

Stimmen der Asset Manager – Ökonomischen Rahmenbedingungen

Der Tenor aus dem Kreis der institutionellen Asset-Manager ließ nicht lange auf sich warten. Einigen Meinungen zufolge verschärft die EZB ihre Geldpolitik ins Extreme und nehme kaum noch Rücksicht auf die Risiken für das globale Finanzsystem. Hans Werner-Sinn, der ifo-Präsident, sprach von einer fiskalischen Umverteilungspolitik, mit der Zombiebanken und nahezu konkursreife Staaten gerettet werden.

Oft wurde auch auf die globale Verschlechterung der ökonomischen Rahmenbedingungen verwiesen, zumal die Finanzexperten die großen Nebenwirkungen von negativen Zinsen unterstrichen haben. Am aktuellen Beispiel der Euro-Zone: Finnland hat seitens der Ratingagentur Fitch eine Absenkung der Bonitätsnote von AAA auf nun AA+ erfahren.

Der Norden Europas galt vor einigen Jahren als extrem robust, dennoch konnte das skandinavische Land im Jahr 2015 ein BIP-Wachstum von mageren 0,4 Prozent vorweisen. Fitch betitelte den Ausblick als stabil.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Der komplette Börsenbericht kann im unabhängigen Börsenportal gesichtet werden.

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14.03.2016 05:57
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wo führt das hin?

Die Notenbanken sind auf Terrain vorgedrungen, das nie zuvor betreten wurde. Im Spätherbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, haben sie sich – durchaus zu Recht und mit Erfolg – zu den Rettern der Weltwirtschaft und des Finanzsystems aufgeschwungen. In den gut sieben Jahren, die seither vergangen sind, haben sie diese Rolle nie mehr abgegeben.

Mit immer unorthodoxeren Methoden versuchen die Zentralbanken, der blutleeren Wirtschaft Leben einzuhauchen. Das neuste eingesetzte Arzneimittel sind Negativzinsen. Fünf Notenbanken, darunter die Schweizerische Nationalbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan, experimentieren bereits damit. Was ist davon zu halten?

Die wohlwollende Einschätzung, die auch die Notenbanken zur Rechtfertigung ihrer Politik benutzen: Negative Leit- beziehungsweise Reserveeinlagezinsen sind bloss die Fortsetzung der bisherigen, konventionellen Zinspolitik. In der nominellen Betrachtung, also ohne Berücksichtigung von Inflation oder Deflation, ist die Nulllinie ohnehin eine irrelevante Grenze. Es ist also nichts weiter dabei, die nominellen Leitzinsen leicht in den negativen Bereich zu senken.

Kollateralschäden

Daneben gibt es eine deutlich weniger wohlwollende Betrachtung, eine, die unerwünschte Nebenwirkungen und gefährliche Kollateralschäden in den Fokus rückt. Fünf Punkte sind dabei besonders zu erwähnen.

Erstens erhöhen Negativzinsen den Stress im Bankensystem. Die Finanzinstitute können im Kreditgeschäft teilweise nicht mehr mit traditionellen Absicherungsmethoden arbeiten, ihre Zinsmargen schrumpfen. Darunter leidet ihre Profitabilität – und damit auch die Fähigkeit, dickere Kapitalpolster aufzubauen.

Der Einbruch der Aktienkurse europäischer und japanischer Grossbanken seit Anfang Jahr ist nicht zuletzt auf die Erwartung einer Verschärfung des Negativzinsregimes zurückzuführen. EZB-Präsident Mario Draghi hat die nachteiligen Effekte von Negativzinsen auf das europäische Bankensystem bereits öffentlich eingeräumt.

Die schrumpfenden Zinsmargen der Banken führen zum zweiten Problem: Die Finanzinstitute versuchen, die Kosten der Negativzinsen auf ihre Kunden zu überwälzen. Weil sie sich aber nicht trauen, den Sparkunden explizite Negativzinsen zu belasten – unter anderem darum, weil das zum Horten von Bargeld führen könnte –, verteidigen sie ihre Zinsmargen an einem anderen Ort: indem sie ihre Kredite verteuern.

Exemplarisch war das in der Schweiz zu beobachten, als die Hypothekarsätze im Februar 2015, nachdem die SNB (SNBN 1062 -2.84%)Negativzinsen eingeführt hatte, nicht etwa günstiger, sondern teurer wurden. Verteuern die Banken auch andere Formen der Kreditvergabe, würden die Notenbanken das Gegenteil ihres beabsichtigten Ziels erreichen.

Das dritte Problem: Negativzinsen, als extreme Fortsetzung des Niedrigzinsregimes, reissen ein Loch in die Vorsorgesysteme der Staaten und in die Altersvorsorge jedes Individuums. Um dies zu kompensieren, könnten die Einwohner von Staaten mit Negativzinsen ihre Sparquote erhöhen. Eine erhöhte Sparneigung schwächt jedoch den Konsum und wirkt für die Volkswirtschaft deflationär – genau das Gegenteil dessen, was die Notenbanken erreichen wollen.

Viertens begeben sich die Zentralbanken in eine verhängnisvolle Spirale der kompetitiven Abwertung. Einmal im Negativzinsregime gefangen, kann keine der bislang fünf damit experimentierenden Zentralbanken die Zinsen autonom erhöhen, ohne eine signifikante Aufwertung der eigenen Währung und damit einen Einbruch der heimischen Volkswirtschaft zu riskieren.

Der fünfte Kritikpunkt betrifft die potenziell folgenschwerste Nebenwirkung: Null- und Negativzinsen begünstigen die Entstehung neuer Preisblasen an den Vermögensmärkten, beispielsweise für Aktien, Immobilien oder Kunst. Weil viele «sichere» Anlagen wie Staatsanleihen über ihre Laufzeit mittlerweile eine garantiert negative Rendite abwerfen, werden Investoren gezwungen, in riskantere Anlageklassen vorzustossen.

Anmassung von Wissen

Die Gefahr von spekulativen Preisblasen kann nicht überschätzt werden. Die Finanzmarkthistorie der vergangenen dreissig Jahre zeigt das frucht- und furchtbare Zusammenspiel von Geldpolitik und Finanzmärkten. Nach jedem Einbruch der Aktien- oder Immobilienmärkte eilte die US-Notenbank, von 1987 bis 2005 unter der Führung von Alan Greenspan, den Investoren mit einer Lockerung der Geldpolitik zu Hilfe.

Der Haken daran: Jede Lockerung der Geldpolitik führte zu einer noch grösseren Preisblase, deren Platzen wiederum mit einer noch expansiveren Geldpolitik gelindert werden musste.

Insofern sind die unorthodoxen Methoden, die nach dem Platzen der letzten Blase im Herbst 2008 angewandt wurden, bloss eine logische Fortsetzung des seit 1987 in Kraft stehenden Regimes. Allerdings ist fraglich, welches Instrumentarium die Notenbanken nach dem Platzen der nächsten Blase noch auffahren wollen.

Die Zentralbanken befinden sich auf unbekanntem Gebiet. Ihre Politik hat mittlerweile Extreme erreicht, die noch überhaupt nicht erforscht wurden. Wir – und sie – wissen nicht, wie unorthodoxe Massnahmen wie Negativzinsen genau wirken. Die Wirtschaft und das Finanzsystem sind komplexe, adaptive Systeme; wir dürfen uns nicht zumuten, Kausalitäten identifizieren zu können. Der Anstieg der Hypothekarsätze in der Schweiz im Februar 2015 kam für alle Beobachter, inklusive Banken und SNB, unerwartet. Welche anderen unerwarteten Effekte werden sich noch zeigen?

Komitee zur Rettung der Welt

Was, wenn in einem Negativzinsregime die Konjunktur einbricht und die Wirtschaft in eine Rezession fällt? Welche Munition besitzt die Zentralbank dann noch? Und was, wenn die Negativzinsen wie bis dato die erhoffte Wirkung, nämlich eine Anhebung der Inflationsraten auf gegen 2%, nicht erreichen? Ist es, weil die Dosis zu schwach ist und die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich gedrückt werden müssen? Oder begünstigen die Negativzinsen sogar die Deflation?

Wir wissen es nicht. Die Notenbanker wissen nicht, wann sie ihre Therapie abbrechen sollen, weil die Arznei nicht wirkt. Sie experimentieren, sie improvisieren. Aber sie wissen es nicht. Und sie massen sich enorm viel Wissen und Können an, wenn sie glauben, sie könnten die Geldpolitik dereinst, wann immer das sein mag, rechtzeitig und problemlos wieder normalisieren.

Was wird, nach Jahren mit Null- und Negativzinsen, dann überhaupt noch als «Normalität» gelten?

Fairerweise muss gesagt sein, dass die Notenbanken ihre heutige Rolle nicht gesucht haben. Sie sind 2008 eingesprungen, weil sie die einzigen Institutionen waren, die rasch und pragmatisch handeln konnten. Die EZB unter Draghi ist wiederholt als Nothelfer eingesprungen, weil die Politik bis heute nicht in der Lage ist, die Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beheben.

Auch die SNB hat mit ihren Massnahmen seit 2011 nicht bloss Geld-, sondern vor allem auch Strukturpolitik betrieben, indem sie den Exportsektor schützte.

Sie haben die Rolle nicht gesucht, doch sie bekleiden sie nun. Es ist nicht lange her, da war Zentralbanker ein Job für angestaubte Akademiker. Heute bilden sie ein «Komitee zur Rettung der Welt», die Finanzmärkte hängen an jedem Wort, das ihre Lippen passiert.

Wer die heutige Bedeutung der Zentralbanken betrachtet, kann nur zu zwei plausiblen Schlüssen kommen: Entweder plant und bestimmt diese kleine Gruppe von nicht mehr als fünfzig Männern und Frauen den Gang der Finanzmärkte und der Weltwirtschaft. Oder aber sie haben keine Ahnung, was sie tun und versuchen nur, das Schiff einigermassen aufrecht im Wasser zu halten.

Beide Schlüsse sind alles andere als beruhigend.

 

http://tablet.fuw.ch/article/das-negativzins-experiment/

24.02.2016 23:40
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Iran macht uns einen Strich durch die Rechnung

Ich habe es schon fast vermutet. Iran wird sich nicht an der Öldrosselung halten. Der Saudische Regierung wird einen Denkzettel verpasst. Es ist zum Kotzen, diese politische Börse sind einfach nicht voraussehbar! 

Somit verzögert sich das Ganze! Die Investitionen im Ölsektor werden zurückgefahren. Die Spezialisten nach Hause geschickt. Die Kreditausfälle für die Banken nehmen wieder zu und somit wieder die Kreditklemme. 

Zumindest die Goldminen werden sich freuen. Das Gold steigt und steigt!

Wo immer sich der Rauch der Angst hinbewegt, dort sind die besten Kaufkurse. Die Kaufkraft der Konsumenten wird 2016 steigen und Europa wird es den Öllieferanten danken. 

Unsere Nationalbank denkt darüber nach, die jetzigen Minuszinsen von 0,75% weiterhin zu erhöhen. Wenn es so weitergeht, bekommt man den Kredit ohne Schuldzinsen! Schulden machen war noch nie so günstig und die Bank zahlt. Auf lange Sicht, verdient die Bank nichts mehr. Hypotheken ohne Verzinsung?

20.02.2016 10:33
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Welche Überraschung!

Der Ölpreis steigt, die Ausfälle bei der Frackingproduktion fallen nicht mehr so stark ins Gewicht! Die Kreditausfälle der Banken haben merklich abgenommen. Aber wie reagiert Iran? Es werden sogar Stimmen laut, dass die Amerikaner ebenfalls Minuszinsen einführen! Willkommen im Zeitalter der Nullzinspolitik! Das wird die Frackingbranche retten! Hohe Kapitalkosten, hohes Risiko, aber ohne Zinsen?

Die Zeiten des Zinseszinseffekts ist definitiv vorbei! Die Anleger können ihr Sparkonto vergessen. Die stabilen Zeiten sind jetzt auch vorbei, jetzt muss sich der Sparer selbst bemühen, wie und wo es Renditechancen mit entsprechendem Risiko noch gibt.

Sogar Draghi will die faulen Kredite der italienischen Banken aufkaufen! Wer hätte das gedacht? Das erste Sanierungsprogramm welche mit EU-Gelder indirekt finanziert wird.

Sogar China macht seine Hausaufgaben und unterstützt ihre Börsen! Die grösste Überraschung! Fehlt nur noch die Fixierung der Wechselkurse! 

Ist jetzt alles i.O.? Nicht ganz, aber es sieht schon wieder besser aus! 

Jetzt müssen noch die Aussengrenzen der EU gesichert werden, ansonsten die innere Stabilisierung gefährlich an ihre Belastung kommt. Die Gefahr das die Union auseinanderfällt besteht. Die Unsicherheit kann auch von innen kommen! 

Im Juni werden die Britten über den Verbeib in der EU abstimmen. Wenn die Britten aussteigen, hat das für den Finanzsektor katastrophale Auswirkungen! Ich hoffe doch, dass diese Abstimmung keine Überraschungen bringt. Da bleibt nur noch das Problem mit den Griechen, welche die Vereinbarungen immer wieder hinauszögern. 

Bei diesen restlichen Unsicherheiten besteht für den Anleger nach wie vor die Furcht, dass die Märkte zusammenbrechen. Die Kapitalmärkte werden sehr schnell reagieren und sich von Europa verabschieden, wenn die Politik hier keine Lösungen bietet.

11.02.2016 09:56
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Sieht nicht gut aus! Die Tiefpunkte vom Januar wurden nun unterschritten. Der Preisverfall von Öl wird hohe Kreditausfälle auslösen. Die Kreditwürdigkeit der Schieferproduktion ist jetzt im freien Fall! Die Banken welche im Boomzeiten die Kredite vergeben haben, sitzen jetzt auf Ramschpapiere! Folgt nach der Immopleite nun die Ölpleite? 

Der Panikmodus ist bei der Börse angekommen und jetzt, was nun? 

Jetzt sind wieder die Zentralbanken gefragt! Man weiss, was geschehen kann, wenn man die Banken nicht stützt! Aber, bis man wieder reagiert, ist die Welle bereits am Rollen!

Draghi hat es bereits angekündigt, im März folgt die nächste Liquiditätsspritze, es bleibt ihm nichts anderes übrig! Er hat es verstanden, es gibt kein Weg zurück! 

Aber die Chinesen sitzen lieber auf ihren Dollarbergen, als dass sie die chinesische Börse stützen. Ein platzen ist somit sehr wahrscheinlich! Einen Vorgeschmack konnten wir bereits im Januar erleben. Dabei ist die Lage noch überschaubar, die Wirtschaft hat immer noch gute Wachstumswerte.

Und die Amerikaner möchten weiterhin an der Zinsschraube drehen! Es ist einfach diese Situation zu entschärfen, aber dazu braucht es, dass die verschiedenen Zentralbanken gemeinsame Schritte unternehmen!

Schritt 1: die chinesische Regierung unterstützt ihre Börse (Stützungskäufe) 

Schritt 2: die Amerikaner nehmen weitere Zinsschritte vom Tisch (Kapitalmarkt wird sich beruhigen)

Schritt 3: die Japaner wie auch die Europäer werden die Liquiditätzuschüsse in den Kapitalmarkt mit den übrigen Zentralbanken koordinieren! Auch sind die Wechselkurse zu fixieren, es darf keine willkürliche Abwertungen der Währung erfolgen.

Ganz einfache Schritte, aber ob der Wille auch vorhanden ist? Die Fehler von 2008 könnten verhindert werden, aber ob der Entschluss gemeinsam erfasst werden kann? 

Es wird wohl an den Chinesen scheitern.

 

 

31.01.2016 18:26
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Legalisierter Betrug!

Der Bruchteil eines Wimpernschlags genügt, um an den Börsen Gewinn zu machen. Weniger als 350 Mikrosekunden erlauben es den Hochfrequenzhändlern, andere Anleger zu übervorteilen und Milliardenprofite einzustreichen. Die US-Börsenaufsicht (SEC) tolerierte diese Form des Computerhandels bisher, steht nun aber an einer Wegscheide. Sie muss entscheiden, ob sie eine neue Handelsplattform zulassen will, die den Hochfrequenzhandel unterbinden will. Bedroht sehen sich damit die etablierten Börsen, die mit den «Flash Boys» zusammenspannen und damit mehr Geld verdienen als mit den Handelskommissionen selber.

Technische Bremsschwelle

Die Investorenbörse unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von anderen Börsenplätzen. Ihr Handelssystem ist mit einer «Verkehrsberuhigung» versehen, quasi einer technischen Bremsschwelle. Diese besteht aus einer 61 Kilometer langen Zusatzschlaufe zwischen der IEX-Handelsplattform in Manhattan und den Datenservern in New Jersey. Die Schlaufe verzögert die Ausführung eines Auftrags um 350 Mikrosekunden. Das reicht, um den Vorsprung des Hochfrequenzhandels zunichtezumachen. «Bei uns haben alle Anleger die gleichen Chancen. Käufer und Verkäufer können sicher sein, dass sie nicht von einem Hochfrequenzhändler ausgesogen werden», erklärte IEX-Gründer Katsuyama jüngst bei einem Besuch im Silicon Valley, wo er bei Hightechfirmen Unterstützung für sein Zulassungsgesuch bei der Börsenaufsicht zusammentrommelte.

Wie aber erreichen die Flash Boys ihren unfairen Vorsprung? Hochfrequenz-händler zahlen Millionen, um ihre Computerserver unmittelbar neben den Servern der etablierten Börsen aufstellen zu dürfen. Sie erreichen so einen minimal schnelleren, aber eben entscheidenden Zugang zu den Aufträgen anderer Kunden. Solche Daten erlauben, Tausende von fingierten Aufträgen pro Sekunde zu generieren und minimale Preisdifferenzen auszunützen. Normalanleger hätten keine Ahnung, dass die Börsen und die Hochfrequenzhändler gemeinsame Sache machten, meint David Swensen, Chefinvestor der Yale-Universität. Tatsache sei leider, dass die Börsen «das dreckige Spiel der Hochfrequenzhändler» begünstigten und die US-Börsenaufsicht (SEC) dies zulasse.

Unklar ist, wie stark die Allgemeinheit der Anleger geschädigt wird. Lewis schätzt die Profite der Flash Boys auf jährlich bis zu 15 Milliarden Dollar. Dies scheint realistisch, zeichnet der Hochfrequenzhandel in den USA täglich doch für mehr als 60 Prozent aller Aufträge verantwortlich. Bekannt ist, dass die Citadel-Gruppe, ein führender Tempo-Trader, in vier Jahren nur an einem einzigen Tag keinen Gewinn machte. So wasserdicht ist die Kollusion zwischen Hochfrequenzhandel und Börsen wie der Nasdaq oder der New York Stock Exchange.

Die Börsenaufsicht tut sich schwer mit einem Entscheid. Eine unheilige Allianz von Börsenplätzen und Hochfrequenzhändlern hat sie mit einer Fülle von Eingaben eingedeckt und beklagt, die neue Konkurrenz sei unfair. Gestützt wird das Gesuch auf der anderen Seite von Anlagefondsfirmen wie Franklin Templeton, Versicherungen wie der Mass Mutual sowie grossen Pensionskassen wie jener der Lehrer in Texas. Das sind auch die Hauptopfer der Flash Boys. «Wir stehen an einer für den ganzen Finanzsektor sehr wichtigen Wegscheide», sagt Lewis. «Wenn die SEC die IEX ablehnt, so wischt sie auch das Konzept eines gerechten Marktes für alle Anleger beiseite.» Der Status quo helfe nur wenigen, so Lewis, aber sie profitierten überdurchschnittlich davon.

Denn sie wissen, was sie tun

So liegt denn auch die Idee nahe, die Flash Boys zu einem Film zu machen und so den Druck für eine Reform zu erhöhen. Drehbuchautor Aaron Sorkin und Sony waren sich im letzten Frühling bereits einig, das Projekt in Angriff zu nehmen, bevor Sorkin Zweifel kamen, die Hauptrolle des IEX-Gründers ideal besetzen zu können. Das Projekt wurde auf Eis gelegt. Doch Lewis gibt nicht auf. «‹Big Short› ist so erfolgreich, dass der Film genug Zug auch für die ‹Flash Boys› entwickeln wird», sagt er und deutet an, dass «mein Freund Brad Pitt» im neuen Film mitmachen würde.

«Flash Boys» wäre aber nicht der übliche Wallstreet-Film. Der Vorteil von «Big Short» ist, dass er laut Lewis «den Betrug und die schiere Stupidität an Wallstreet leicht erkennbar abbildet». Bei den Hochfrequenzhändlern sei dies anders. «Diese Leute sind nicht dumm. Sie wissen sehr genau, was sie tun. Dies macht es auch so schwer, gegen sie vorzugehen.»

http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/56abd26cab5c3746ca000001

31.01.2016 11:00
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gemäss fuw

Die Minuszinspolitik ist zu Europas grösstem Exportschlager geworden. Am Freitag hat die japanische Zentralbank den Leitzins für bei ihr hinterlegte Bankeinlagen um 0,2 Prozentpunkte auf –0,1% gesenkt. Japan ist damit das erste aussereuropäische Land, das Negativzinsen einführt.

In der Eurozone, in Schweden, Dänemark und der Schweiz produzierte die Minuszinspolitik keine grösseren Kollateralschäden. Dafür erwies sie sich als erstaunlich effektiv, um die eigene Währung zu schwächen. Diese Erkenntnis bewog nun die Notenbank in Tokio, ihr Zögern aufzugeben und in die neue Zinsära einzutauchen.

Der Yen hat sich umgehend abgewertet. Besonders begrüssen die Märkte den Hinweis, dass der Leitzins noch tiefer gesenkt werden dürfte. Die EZB hatte anfangs noch den Fehler begangen, zu sagen, der Boden sei nun erreicht. Sie wollte Kritiker beruhigen. Erst als sie die Bemerkung widerrief, erzielte sie die gewünschten Effekte. Notenbanken müssen offensichtlich immer forscher auftreten, um überhaupt noch etwas zu bewegen.

Der Kurswechsel in Japan lässt vor allem die Kollegen in den USA im Regen stehen. Sie hatten sich im Dezember endlich dazu durchgerungen, die Leitzinsen schrittweise zu erhöhen. Nun, da die Briten eine Zinswende immer mehr hinausschieben und in Euroland und Japan weitere Lockerungen anstehen, ist die US-Notenbank die letzte unter den Grossen, die noch vom Vorteil positiver Zinsen für die Wirtschaft überzeugt ist.

Der Dollar nimmt damit eine Sonderrolle ein und dürfte sich zusätzlich aufwerten. Das kommt einer Straffung der monetären Rahmenbedingungen gleich und könnte am Ende die US-Notenbank davon überzeugen, die eben erst begonnene Zinswende vorzeitig abzubrechen.

http://tablet.fuw.ch/article/nur-eine-halt-noch-durch/

Wenn man sich überliegt, welchen Zweck die Zinsen erfüllen, so scheint es mir, dass die Welt nur noch auf Krediten aufgebaut wird. Ein Fass ohne Boden, dass Geld sickert nur noch durch! Was zurück bleibt, heisse Luft bis zur letzten Instanz und faule Kredite bei den Banken. 

26.01.2016 06:51
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Rohstoffpreise und Staatsverschuldung

Nach Aussagen von William White, dem früheren BIZ-Chefvolkswirt (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich), ist das globale Finanzsystem „gefährlich instabil“. William White, der sich in der Vergangenheit einen Namen mit treffsicheren ökonomischen Vorhersagen gemacht hat, bläst offensichtlich in das gleiche Horn wie Kenneth Rogoff mit seinem Deficit Endgame. Die zunehmende Staatsverschuldung ist im Grunde genommen nichts Neues, auch wenn sich diese seit dem Ausbruch der Finanz-Krise noch einmal verschärft hat.

Die nächste Rezession dürfte logischerweise nur ans Tageslicht bringen, dass ein Großteil der Schulden nicht bedient werden kann. Das Verheerende dabei: In den vergangenen Zeitperioden sind die makroökonomischen Maßnahmen zur Rezessionsbekämpfung aufgebraucht worden, so dass die Zentralbanken machtlos gegen die kommende Krise sind. Bleibt also noch die Frage, wer die Kosten schultern soll?

Finanzkrise – Sparer und „Lender of last resort“

Die europäischen Banken haben eine unglaublich anmutende Summe in Höhe von einer Billion US-Dollar an Krediten angesammelt, die faul sind. Die Emerging Markets und die Bundesrepublik sind aufgrund internationaler Finanzverstrickungen besonders exponiert. Die enorme Liquiditätsflut der Zentralbanken hat eine Schuldenblase entstehen lassen. Die niedrigen Rohstoffpreise bringen diese jetzt zum Platzen. Die niedrigen Rohstoffpreise, insbesondere der Ölpreis, bringen diese jetzt zum Platzen.

Die zunehmende Divergenz zwischen der restriktiven US-Geldpolitik und der expansiven EU- und Japan-Geldpolitik verschlimmert die Lage auf globaler Ebene zusätzlich.

Um auf die Frage vom Beginn zurückzukommen: Jeder, die über Vermögenswerte verfügt, sprich auch die Anleger und Sparer, werden als „lender of last resort“ herhalten müssen. Europäische Einlagensicherungssysteme existieren zwar, wobei jedoch noch nicht einmal sicher ist, ob Spareinlagen der Privathaushalte unter der Summe von 100.000 Euro geschützt sind.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt aus dem Smartest Finance Market Snapshot dar. Den kompletten Bericht sowie weitere Publikationen können Sie in unserem Forex Blog sichten.

Tipp: Realtime HTML5-Charts nutzen und profitieren.

22.01.2016 19:36
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Interessante Parallelen

 Hallo Ghost,

 

 sind natürlich interessante Parallelen, die du da aufführst. Vielen Dank für die Denkanstöße!

 

Herzliche Grüße,

sdo

 

22.01.2016 19:33
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Devisen – Russischer Rubel

Russlands Währung verliert weiter an Boden. Für einen US-Dollar musste man am Mittwochabend etwas mehr als 82 Rubel berappen. Selbst hartgesottene Marktteilnehmer wurden vom historischen Tiefkurs überrascht. Die europäische Leitwährung wertete gegen den Rubel auf den höchsten Stand seit Dezember 2014 auf, die Notierungen kletterten kurzzeitig über die wichtige Marke von 90.

Zum Vergleich: Anfang Dezember 2014 lag der Wechselkurs des Euros zum Rubel oberhalb der 97,50-Linie. Marktbeobachter richteten ihre Aufmerksamkeit auf den Verfall des Ölpreises. Russlands Wirtschaft bezieht den Großteil ihrer Deviseneinnahmen aus dem Rohölexport. Für einen Barrel der Sorte WTI bezahlte man am Mittwoch weniger als 27,50 US-Dollar.

Wirtschaft in Russland – IWF-BIP-Prognose

Der IWF hat bereits auf den Verfall des Ölpreises reagiert und die Konjunkturprognose abgesenkt. Laut IWF-Experten soll das russische Bruttoinlandsprodukt im aktuellen Jahr um etwa einen Prozent nachgeben.

Einige Werte zum russischen BIP: Noch 2013 lag dieses bei 2079,02 Milliarden, 2014 bei 1860,60 Milliarden und im vergangenen Jahr bei 1235,86 Milliarden US-Dollar. Die niedrigeren Rohstoffpreise haben bereits die russischen Haushaltseinnahmen auf die Talfahrt geschickt, die Fiskalpolitik dürfte in der Zukunft noch restriktiver gestaltet werden. Eine Tatsache kann man jetzt schon festhalten: Die Aufwertung des US-Dollars hat den Wohlstand vieler Staaten extrem geschmälert.

Russland-Wirtschaft – Reformen oder Innovationen?

Russland leidet insbesondere unter verhängten Sanktionen. Im Kreml tröstet man sich noch damit, die Rezession mit der Kraft der wirtschaftlichen Innovationen zu überwinden.

Dies ist ein Exzerpt. Weitere Marktberichte sowie den Realtime-Marktüberblick finden Sie im unabhängigen Smartest Finance Börsenportal.

13.01.2016 00:26
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sdo hat am 11.01.2016 - 16:32 folgendes geschrieben:

China-Börsencrash – Renminbi-Abwertung

 

Ist die Sorge berechtigt? Zum Teil, den sollte der Yuan weiter abgewertet werden, würden zum einen Schocks in den Emerging Markets entstehen, zum anderen wäre die Gefahr einer weltweiten Deflation immanent. China würde quasi einen Domino-Effekt herbeiführen, der die globalen Volkswirtschaften in die Tiefe reißt.

 

 

Ich glaube sehr wohl, dass die Sorge berechtigt ist. Wie viele Börsenindexe hat China? Ich glaube es sind rund 20, davon sind 3 für ausländische Investoren zugänglich. Durch die politische Elite, wurde der kleine Mann zum Aktienerwerb ermuntert, welche durch Fremdfinanzierung der Banken gefördert wurde. Diese 17 Indexe haben sich in kurzer Zeit vervielfacht. Diese inländischen Indexe sind geplatzt und nur durch den Verkaufsstop der Pensionskassen und Grossinvestoren nicht zusammengebrochen.

Wenn man zurück schaut, war der Aktiencrash 1929 und 1987 jeweils im Herbst. Vielleicht wiederholt es sich auch in diesem Herbst.

Die Ausgangslage war 1929 fast identisch. Der Index des Dow Jones begann bei Hundert und erreichte Dank der Gier des kleinen Mannes,  schnell mal 300. Als die Schockwelle begann, wollte jeder verkaufen, denn die Kreditvergabe war wie bei den Chinesen ein Witz. Jeder hat Hypotheken oder sonstige Kredite in die Aktien investiert. Als die Banken ihre Kreditvergabe bedroht sahen,wurden die Kredite gleichzeitig alle aufgelöst. Dieses verstärkte die Verkaufswelle, und niemand hatte das Geld diese Aktien zu erwerben. Der Dow Jones sackte damals auf 40 herunter! Die Korrektur Betrug somit fast 90%. Eine Überschuldung war die Folge und die hohen Zinsen brachen dem Manne das Genick. Dadurch sinkte die Kaufkraft und die Firmen konnten ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Es kam zur Massenarbeitslosigkeit! Als dann die Amerikaner den Deutschen die Kredite entzogen, welche nach dem 1.Weltkrieg für den Wiederaufbau benötigten wurden, war die Existenzgrundlage Millionen von Deutschen ebenfalls gefährdet.

Nun, diese Optik zurück, lässt folgende Schlussfolgerung zu. 

In China haben wir Blasenbildungen der verschiedenen Indexe. Die Kreditvergabe der Banken erfolgte ohne Sicherheiten. Durch die Zinserhöhungen der Amerikaner entziehen die ausländischen Investoren ihre Einsätze aus dem chinesischen Markt. Damit China ausländische Währungen ins Land holen kann, entwertet sie Ihre Landeswährung Renminbi stark. Sie kann dadurch ihre Exporte zwar steigern, aber ihre Kaufkraft lässt nach. Damit sind unmittelbar die Rohstofflieferanten von China sehr betroffen.

Auch der tiefe Ölpreis birgt seine Gefahren. Man rechnet damit, dass die Saudische Regierung in 5 Jahren pleite sind. Diese Preisspirale wird den Terror vor Ort noch fördern. Auch Russland wird die Gas- und Öleinnahmen fehlen. Da wird schnell mal Amerika zu Verantwortung herangezogen! Und die ersten Verschwörungstheorien werden ihre Runden machen.

Ich weiss, niemand kann die Zukunft voraussehen, aber die Zusammenhänge und Folgen sehr wohl.

Wenn es nun den Chinesen, Russen und den Saudis schlecht geht, wem wird die Karte "schwarzer Peter" zugestellt? Was passiert wenn die Russen und Chineses zusammen was lostreten? Da steht Nordkorea gerne bereit! 

Dieser Prozess ist reine Theorie und zum Glück ist die Diplomatie ein wirksames Mittel gegen die schlimmsten Befürchtungen wohin die Weltwirtschaft hinsteuert. Früher war das Öl das Mass aller Dinge, heute ist es wohl die Währung.

Trotzdem bin ich für das Jahr 2016 zuversichtlich, und glaube daran, dass wir dieses Jahr sehr viele Fusionen sehen werden, auch deshalb, weil das Geld immer noch sehr billig ist. Die Zinssätze sind zum Glück, nahe bei null.

Der Aktienmarkt ist – kurzfristig betrachtet – faszinierend und irreführend. Auf lange Sicht ist der Markt nahezu langweilig zuverlässig und vorhersagbar. – Charles D. Ellis

 

 

11.01.2016 16:32
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Schlechte Börsenwoche

Börsencrash – Schlechte Börsenwoche

Sehr heftige Turbulenzen haben die Finanzmärkte im neuen Börsenjahr begrüßt. Sollte sich die Börsenregel, wonach die erste Handelswoche den gesamten Jahresverlauf indiziert, bewahrheiten, so wird dies ein bitteres Jahr für die Börsianer werden. Der Blick auf die Indizes ist erschütternd.

Der deutsche Aktienindex DAX verlor 8,3 Prozent, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 7,2 Prozent in die Tiefe, der defensiv aufgestellte Swiss Market Index SMI gab im Wochenverlauf um 6,4 Prozent nach. Alle im SMI gelisteten Wertpapiere schlossen die Handelswoche mit Abgaben ab. Das Nervenkostüm der institutionellen Börsenakteure ist so lädiert, dass mittlerweile gut ausgefallene Konjunkturdaten eine negative Interpretation erfahren.

China-Börsencrash – Renminbi-Abwertung

Doch was war der Auslöser für den Börsen-Crash? Die globale Verkaufswelle schieben viele Medienvertreter auf die Abwertung des Renminbis. Demnach könnten sich die Besorgnisse wegen der Abkühlung der chinesischen Volkswirtschaft weiter manifestieren, zumal die PBOC, die Notenbank Chinas, einlenken musste und den Referenzkurs Yuan-Dollar neu adjustierte. Die Entspannung war jedoch nur von sehr kurzer Dauer.

Ist die Sorge berechtigt? Zum Teil, den sollte der Yuan weiter abgewertet werden, würden zum einen Schocks in den Emerging Markets entstehen, zum anderen wäre die Gefahr einer weltweiten Deflation immanent. China würde quasi einen Domino-Effekt herbeiführen, der die globalen Volkswirtschaften in die Tiefe reißt.

Finanzmärkte – Technische Seite

Die obige Erklärung ist jedoch nur die halbe Wahrheit, so dass es durchaus lohnenswert erscheint etwas tiefer in die Materie einzusteigen.
Zur technischen Seite des Marktes: Die staatlich legitimierte CSF oder „China Securities Finance Corporation“ verfügt über Mittel von etwa 500 Milliarden Dollar, um den Aktienmarkt Chinas vor Kurseinbrüchen zu schützen.

Den chinesischen Pensionsfonds wurde zudem ein Verkaufsverbot beim letzten Crash im vergangenen Sommer erteilt. Da dieses Verbot jedoch in den kommenden Tagen ausläuft und dann mit wahren Verkaufsorgien zu rechnen ist, haben einige schon vorausschauend auf den Sell-Botton gedrückt.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Der komplette Börsenbericht kann im unabhängigen Börsenportal gesichtet werden.

04.01.2016 12:10
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Russischer Rubel - Quo vadis?

In der Ostukraine nehmen die Waffenstillstandsverletzungen zu. Militärlastwagen, meistens ohne Kennzeichen, dafür aber mit schwerem Kriegsgerät, sind in den vergangenen Monaten laut internationalen Medienberichten immer wieder auf beiden Seiten der ukrainisch-russischen Grenze gesichtet worden. Beide Seiten hatten in der Vergangenheit immer wieder geleugnet, den Konflikt anzuschüren.

Um die Ereignisse kurz zu rekapitulieren: Die ukrainische Regierung zeigt sich, zumindest bisher, nicht bereit die Krim-Abspaltung zu akzeptieren. Die Moskauer Regierung um Präsident Putin hat ihrerseits in der Vergangenheit immer wieder den Einsatz russischer Soldaten bestritten.

Ob politische Faktoren auch weiterhin den Kurs des russischen Rubels bestimmen, über dieses exklusive Wissen verfügen nur wenige.

Russischer Rubel – Im Chart-Fokus

Der Blick auf die Charts zeigt eindeutig die Abwertung der russischen Währung.

USD-RUB Devisen-Chart

Die Währung Russlands hat vor wenigen Tagen gegenüber dem US-Dollar ein Jahrestief markiert. Während im Dezember des vergangenen Jahres für einen US-Dollar als Spitzenwert mehr als 79 Rubel hingeblättert werden mussten, so sind es beim heutigen Wechselkurs (30.12.2015, 15 Uhr MEZ) mehr als 73 Rubel. Im April waren es noch 50 Rubel gewesen. Dies entspricht einem Kaufkraftverlust von etwas mehr als 46 Prozent.

EUR-RUB Devisen-Chart

Für einen Euro muss der Moskauer Bürger gegenwärtig etwas mehr als 80 Rubel bezahlen, während es im Mai noch knappe 54 Rubel waren. Auch hier schlägt ein Kaufkraftverlust von 32,5 Prozent zu Buche.
Die Erklärung hierfür: Für Russland stellen die beiden Bodenschätze Gas und Öl die wichtigsten Deviseneinnahmequellen dar. Laut Angaben der russischen Zentralbank wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Russlands im kommenden Jahr, sollte der Ölpreis so niedrig bleiben, erheblich nachgeben. Die Rede dreht sich gegenwärtig um Werte oberhalb der 2-Prozent-Marke.

Forex Trading – Asset Manager verunsichert

Am vergangenen Donnerstag war schließlich bis zum Neujahr eine Waffenruhe in der Ost-Ukraine ausgehandelt worden, die ein paar Stunden später Raketenwerfer zunichte gemacht haben. Ähnlich ist es auch den übrigen Waffenruhevereinbarungen ergangen, etwa der vom Anfang September.

Ukrainische Quellen berichten vom Artillerieeinschießen der pro-russischen Kämpfer auf die ukrainischen Stellungen und der systematischen Suche nach Schwachpunkten in der ukrainischen Verteidigung. Pro-russische Quellen behaupten das Gegenteil. Der deutsche Außenminister Steinmeier hat sich besorgt gezeigt.

Die russische Währung erfährt nach Meinung einiger verunsicherter Asset Manager gerade eine Übertreibung. Bis zum Ende des nächsten Jahres sind erhebliche Kursgewinne des Rubels möglich. Dafür sprechen gleich mehrere Faktoren. Zum einen könnte die US-Notenbank Federal Reserve die Märkte mit ihrem geldpolitischen Kurs enttäuschen, zum anderen könnten heruntergefahrene Rohölförderungskapazitäten Engpässe bei der globalen Versorgung verursachen, was den Ölpreis explosiv steigen lassen könnte.

UniCredit zu Konjunktur

Doch auch andere Faktoren sprechen für ein Widererstarken des Rubels und für viel Bewegung am Devisenmarkt im Zuge der fortschreitenden Globalisierung. Im CEE Quarterly, dem Bericht der italienischen UniCredit, werden Prognosen an den Tag gelegt, die von einem Anziehen der russischen Konjunktur ausgehen. Der Startschuss soll ab Mitte 2016 fallen, die Entwicklung soll auch in 2017 andauern. Auch sei das Konjunktur-Risiko im Westeuropa höher.

Dies ist ein Exzerpt. Den kompletten Bericht kann der interessierte Leser im unabhängigen Smartest Finance Börsenportal sichten.

29.12.2015 15:54
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Börse 2016 - Gold, DAX-30 und Ölpreis

Global werden die Volkswirtschaften in einem angenehmen Tempo wachsen, zumal die Notenbanken die Geldpolitik weiterhin expansiv gestalten. Eine Erholung, insbesondere in China, würde dem asiatischen Wirtschaftsraum zugutekommen, wobei hier die Betonung auf der Benutzung des Konjunktivs liegt. Soweit der ökonomische Standpunkt, der eine Rolle spielen würde, wenn die Marktteilnehmer vollkommen rational wären.

Da der Ölpreis zu einem Politikum geworden ist, muss man sich die Ölpreisentwicklung differenzierter anschauen. Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs geht bei WTI von einem Barrel-Preis in Höhe von circa 20 US-Dollar aus. Da Goldman eben Goldman ist und sich kaum irrt, dürfte die Ölpreisfrage insbesondere die Hochzinsanleihen aus dem Rohöl-Sektor hart treffen.

Stichwort Notenbanken: Diese benötigen dringend Spielräume und was ist da vorteilhafter als die Minderung des Inflationsdrucks über die traumhaft niedrigen Energiepreise, über die sich sowohl Russland als auch Venezuela kaum freuen werden.

Da jeder Markt irgendwann seinen Boden findet, dürfte selbst der geringste Anstieg der Rohölnachfrage für steigende Preise sorgen. Die von den Ölproduzenten in 2015 heruntergefahrenen Kapazitäten könnten für echte Überraschungen in puncto Vola im Börsenjahr 2016 sorgen.

Der Durchschnittspreis wird vermutlich im neuen Börsenjahr dennoch höher ausfallen als im vergangenen. Dies bleibt bei einem Investment zu berücksichtigen: Auch ein Politikum kann nicht ewig auf dem globalen Macht-Pokertisch als Trumpf ausgespielt werden.

Ausblick Edelmetalle – Gold in 2016

Das gelbe Metall als vermeintlich sicherer Hafen hat sich insbesondere für unbesonnene Bullen bei Preisen oberhalb 1600 US-Dollar in der Vergangenheit als fatal erwiesen. Eines ist sicher: Sollten die Märkte irgendwann total crashen, hat Gold einen intrinsischen Wert, während man mit dem Papiergeld den Keller tapezieren kann.

Die anhaltende gegenwärtige US-Dollar-Stärke, zudem verstärkt durch die Erwartung der Marktteilnehmer auf weiter steigende US-Zinsen dürfte dem Goldpreis auch in 2016 weiter zusetzen. Leichte Goldbullen-Tendenzen wird es auch in kommenden Börsenjahr geben, doch dies nur als eine Ausnahmeerscheinung. Long-Investitionen lohnen sich, wenn an den Equitymärkten die Ernüchterung überwiegt.

DAX-Handel 2016 – EZB-Geldpolitik

Die Zinsen bleiben weiterhin niedrig und schaffen die Grundlage für steigende Indizes. Der fair ermittelte Wert von DAX-Unternehmen resultiert aus den summierten abdiskontierten Gewinne in den kommenden Perioden. Das niedrige Zinsumfeld ermöglicht ergo höhere Bewertungen der DAX-30-Werte, selbst wenn die Unternehmensgewinne stagnieren.

Im ersten und bis Mitte des zweiten Quartals des Börsenjahres 2016 ist mit der Fortsetzung der Rally zu rechnen. Spätestens Ende April dürften sich die institutionellen Marktteilnehmer über die EZB-Geldflut Gedanken machen und die Frage nach der Nachhaltigkeit der Maßnahme stellen. Dies gilt übrigens auch für die anderen Notenbanken.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Die komplette Prognose für 2016 kann im unabhängigen Börsenportal gesichtet werden.

24.12.2015 23:29
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Börsenjahr 2016 - Euro-Trading

Die Abwertung der eigenen Währung hat sich für viele Staaten im vergangenen Börsenjahr als das Mittel der Wahl im Sinne einer Beggar-Thy-Neighbour-Geldpolitik erwiesen. Auf viele im Vorfeld vereinbarte wirtschaftspolitische Kooperationen wurde im Zuge der Verbilligung der landeseigenen Exporte mit Füssen getreten. Auch der Euro-Raum stellt hier keine Ausnahme dar.

Eines ist jedoch sicher: Möchte man die Zukunft einschätzen, muss man schon etwas weiter zurückblicken als nur auf das vergangene Jahr. Das globale Arbeitskräfteangebot hat sich aufgrund der demografischen Entwicklung, nicht zuletzt durch den Eintritt Chinas in die WTO kurz nach Beginn des neuen Jahrtausends, nahezu verdreifacht. Die problembeladene Spirale wurde in Gang gesetzt.

Sinkende Arbeitskosten initiierten den disinflationären Effekt, die besorgten Unternehmen verlagerten die Produktion ins günstigere Ausland, vor allem in den asiatischen Raum, und auf die dringend benötigten Technologieinvestitionen verzichtete man in europäischen Kernländern weitgehend.

Emerging Markets

In den Emerging Markets wurden die Sparquoten erheblich erhöht, ein neuer Wohlstand machte sich vielerorts breit, während im EU-Raum das Kapitalüberangebot für sinkende Zinssätze sorgte. Die Bürger, insbesondere diejenigen der europäischen Peripherie, die Rede ist von GIPS-Staaten, verschuldeten sich weitgehend bis hin zu astronomischen Quoten in einigen Staaten wie Griechenland oder Spanien.  

Die stagnierenden Gehälter und Löhne gepaart mit einem nicht vorhandenen Weitblick für die globalen makroökonomischen Gegebenheiten, vor allem für die wahren Ursachen um die niedrigen Zinssätze, wirkten insbesondere bei den Privathaushalten, aber auch in staatlichen Apparaten, als eine Art Verschuldungskatalysator. Dies alles waren keine guten Vorzeichen für den Euro.
 

Marktbewegende Faktoren

Das moderate Wirtschaftswachstum, global und im EU-Raum, dürfte sich zumindest zum Jahresbeginn 2016 fortsetzen. Die drastischen Tagesbewegungen im Euro könnten auch im kommenden Börsenjahr zur Tagesordnung gehören. Das EZB-QE-Programm läuft weiter, die Politik der negativen Zinsen scheint für viele Volkwirte und politische Entscheidungsträger das Allheilmittel zu sein, wobei technische Marktfaktoren vorübergehend für Überreaktionen sorgen.

Ob Mario Draghi und die europäische Geldpolitik die Markterwartungen enttäuschen werden, dies bleibt noch abzuwarten. Viel wichtiger wäre eigentlich die Fragestellung, ob die Eurokrise endlich in den Griff bekommen oder ob der Euro-Raum mit noch gravierenderen Problemen als ohnehin konfrontiert werden wird. Zumindest bei diesem Faktor, der massiv expansiven EU-Geldpolitik, dürfte es auf ein weiteres Erstarken des US-Dollars gegenüber der europäischen Leitwährung hinauslaufen.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Der komplette Bericht, weitere Publikationen und Forex-Calendar können im unabhängigen Börsenportal gesichtet werden.

24.12.2015 23:23
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Hallo Ghost

Danke für den interessanten Beitrag.

 

Herzliche Grüße,

 

sdo

02.12.2015 21:20
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Draghisplan

Die schlechten Nachrichten fließen kontinuierlich, ohne dass es bei den Verantwortlichen ein Umdenken stattfindet. Das Glück besteht darin, dass die Zukunft veränderbar ist. Trotzdem staune ich, wie der Aktienwert einiger Unternehmer an Wert verloren haben, und die nachfolgender Manager sich weiterhin feiern, während die Aktionären ihrem Schicksal überlassen werden.

Prostituierten-Skandal bei VW, der Bestechungskandal bei Siemens, der Test-Skandal beim ADAC – alles Schnee von gestern. Börsenbeben bei RWE und Eon, welche die Energiewende verschlafen haben. Das gleiche mit den Bankentiteln, welche noch einen Viertel an Substanzwert ausweisen. Eine nachhaltige Erholung ist nicht in Sicht. Und jetzt der VW-Diesel Skandal. Lässt sich mit der Ehrlichkeit und Moralwerte kein Geld mehr verdienen? Sind gerissene und manipulierte Handlungen, die neuen Säulen der Egomanen?

Jetzt betreibt die Politik einen grossen Aufwand um die Nachwehen in den Griff zu bekommen. Ersetzt man die Führungskräfte ist damit nichts verbessert worden. Jetzt folgt noch Draghi und setzt auf die Minus-Zinsschraube! Dann noch die Flüchtlingsproblematik, welche das ganze System an ihre Grenzen bringt. Die Investitionen der Kommunen werden somit auch noch zurückgestellt.

Es ist klar, was Draghi beabsichtigt, er will den Geldumschlag erhöhen und dadurch die Inflation los treten. Bis jetzt wurde immer von der Deflation geredet, das bedeutet, der Cashwert nimmt zu, wie auch die Schulden der Privathaushalte.

Bei der Inflation gilt, dass die Sachwerte an Wert zunehmen. Die Unternehmungen können dadurch mehr Löhne den Arbeitnehmern zugestehen, welche den Wirtschaftwachstum steigern können. Nur sind dadurch die Sparer die grossen Verlierer, wenn die Zinsen nicht nachziehen. 

In einer globalen Wert, kommt es nun zur Abweichung der verschiedenen Zentralbanken. Welche die Machtverhältnisse verschieben. Wobei alle Staaten die Inflation wollen. Es gibt aber ein grundlegendes Problem. Die Renter, die Arbeitslosen, die Armen, werden von der Inflation am härtesten betroffen, denn sie werden den Wertanstieg nicht meistern können. 

Klar, im Umfeld von Inflation und tiefen Zinsen, werden die Aktionären hoch jubeln, aber man vergisst dabei, dass der soziale Frieden darunter leiden wird. Es wird somit nicht leicht sein, die Pläne von Draghi schonungslos zu akzeptieren! 

Sind wir doch ehrlich, bei diesem System profitieren nur die Reichen. Die Armen und Mittellosen wird die Inflation viel härter treffen. Es kann doch nicht sein, dass man monatlich über 60 Milliarden in das Finanzsystem fliessen lässt, und der Mann von der Strasse spürt nichts davon. Es wird nur der Investor profitieren und abkassieren.

Viel wichtiger wäre es, ein Wirtschaftspacket zu schüren, 60 Milliarden jeden Monat für Aufträge zu vergeben, nur dann ist die Produktivität im Lande gewährleistet. Derjenige der keinen Job hat, wird dadurch wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Alles andere ist nur Bilanzfälscherei und hilft den Banken, ihre Fehlinvestitionen wieder zu korrigieren.

Es ärgert mich noch heute, dass die UBS weiterhin besteht. Diese Bank hätte man verstaatlichen müssen, dass wäre ein Zeichen gewesen. Aber so dreht sich das Spiel weiter, heute ist es die Deutsche Bank und morgen? 

Und weitere Strafzahlungen werden folgen! Wer nicht mithält bleibt wohl auf der Stecke und das Wort Sparen gilt nur für die Bankkunden! 

Eine vielfältige und undurchsichtliche Welt, welche von staatlicher Seite noch getragen wird. FIFA lässt grüssen.

 

 

02.12.2015 14:02
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Forex-Report – Devisenreport – EZB-Sitzung

Devisenreport Smartest Finance – Stiglitz kritisiert

Der US-Nobelpreisträger Stiglitz hat sich bei der UNIDO-Generalkonferenz in Wien not amused über die globale Notenbank-Politik gezeigt. Stiglitz sprach von nicht vorhandener Nachhaltigkeit und von versteckter Arbeitslosigkeit. Der renommierte US-Ökonom hält in den Vereinigten Staaten eine Arbeitslosenquote in Höhe von zwölf Prozent für realistisch. Insbesondere der arme Bevölkerungsanteil würde für ein zu niedriges Einkommen arbeiten.

Stiglitz ließ die Frage, ob sich die Vereinigten Staaten ökonomisch erholen würden, offen im Raum stehen und erwartet diese alarmierende Entwicklung übrigens auch für die Europäer. Im Falle der EZB-Politik (Europäische Zentralbank) sprach Stiglitz von der falschen Richtung und historischen Fehlern. So hätten die GIPS-Staaten beispielsweise einen immensen Preis für ihre Austerität gezahlt. Auch in der Bundesrepublik würden die armen Bürger vom Staatsreichtum nicht mehr profitieren.

Devisenreport – GIPS-Bankensystem

Der EZB warf er vor allem eine Vernachlässigung im GIPS-Bankensystem vor und wies auf die Höhe der Kosten hin, die nun durch die Flüchtlingskrise geschultert werden müssten.

Die Akzeptanz von Flüchtlingen in Staaten mit erhöhter Arbeitslosigkeit wäre fatal, denn die Neuankömmlinge werden wohl oder übel künftig mit den Einheimischen um die ohnehin prekären Billigjobs konkurrieren.

EZB  – Kurs-Suche, Geldmenge M3 gestiegen

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Euro-Raum-Unternehmen durch die immense Geldflut der EZB bei der Kreditvergabe etwas begünstigt worden sind. Dabei wurde die Geldmenge M3 im Monat Oktober um weitere 5,3 Prozent aufgebläht, obwohl im Vorfeld ein Anstieg in Höhe von 4,9 Prozent erwartet worden war.

Das Fahrwasser der geldpolitischen Entscheidungsträger wird rauer, so dass die Ratssitzung am Donnerstag mit der weiteren Öffnung der Geldschleusen besiegelt werden dürfte. Im Falle, dass die Europäische Zentralbank ihren Einlagenzins senkt, werden kleinere europäische Zentralbanken, etwa die schweizerische Nationalbank (SNB), rasch reagieren, so dass Marktturbulenzen zu erwarten sind.

Der SNB-Einlagenzins von minus 0,75 Prozent könnte in diesem Fall vom SNB-Chef Jordan weiter gesenkt werden, aber auch Währungshüter Schwedens könnten auf die EZB-Strategie adäquat reagieren. Schwedens ebenfalls negativer Leitzins liegt momentan bei -0,35 Prozent.

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30.11.2015 16:50
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Vor EZB - Blick auf CHF-Schock und Folgen

CHF-Schock – Spätfolgen für die Schweiz

Die Schweizer SNB hat die Märkte bereits einmal mit der Freigabe des Franken am 15.Januar 2015 überrascht. Der an den Märkten allseits bekannte Franken-Schock ließ die Währung der Eidgenossen in wenigen Minuten gegenüber nahezu allen Weltwährungen aufwerten. Insgeheim wusste man in Insiderkreisen, dass das kleine Land am EU-Rand vor den Folgen der 2007 ausgebrochenen Finanzkrise die Kapitulationserklärung unterschrieben hatte.

Die Abkoppelung des Schweizer Franken vom Euro und der folgende Flash-Boom brachten nicht nur die Schweizer Exportunternehmen aufgrund der Verteuerung ihrer Produkte in Bedrängnis, mehr noch, ihnen haftete die Signalwirkung, wonach die Schweiz ihre autonome Geldpolitik eingebüßt hatte, an. Doch zunächst zu der Realgüterwirtschaft: Es lässt sich kaum leugnen, dass die eidgenössische Industrie zu einem gewissen Grad angeschlagen ist. So wurde beispielsweise bereits in Q2/20015 ein Rückgang der Bestellungen in Höhe von 6,3 Prozent in die statistischen Bücher eingetragen. Auch in Q3 des aktuellen Jahres gaben die Auftragsbestellungen im Vorjahresquartalsvergleich um 5,1 Prozent nach.

Die Schweizer versuchen sich gegenwärtig gegen die ausländischen Konkurrenten zu schützen, indem sie den eigenen Exportsektor produktiver gestalten. Zudem kann man einen Shift von den klassischen Industriezweigen wie Maschinenindustrie zu Pharmaindustrie verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit ist momentan kontrollierbar, doch erst die kommende Zeit wird ein klares Bild zeichnen, da der Arbeitsmarkt stets mit Verzögerung auf veränderte Wechselkurse reagiert. Man kann dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit in der Schweiz zukünftig zunehmen wird.

SNB-Geldpolitik  – Negativzinsen und FX-Intervention

Der vergangene Abwertungswettlauf der Bank of Japan (BoJ), der EZB und der FED im Sinne einer Beggar-Thy-Neighbour-Politik hält an. Die Schlussfolgerung für die Eidgenossen ist wie bereits oben angerissen ein Verlust der autonomen Geldpolitik, denn die Schweiz sieht sich gezwungen mit Negativzinsen und Devisenmarkt-Intervention gegen mächtige Gegner zu kämpfen. Die SNB-Bilanz spricht ihre eigene Sprache, denn seit Januar 2015 kann man bis zum aktuellen Datensatz für den Monat September eine Aufblähung um etwa 17,6 Prozent erkennen. Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, kalkuliert diesen Kollateralschaden offensichtlich mitein.

Eines ist jedoch sicher: Die Negativzinsen sind ein Interventionsmittel, das nicht unendlich angewandt werden kann. Zum einen entstehen mannigfaltige Anreize zur übermäßigen Verschuldung, zum anderen werden Signale an die Marktteilnehmer verzerrt. Die Leidtragenden sind vor allem die Pensionskassen, aber auch Versicherungen und Banken.

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30.11.2015 16:45
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Many thanks

 Hallo Ghost, many thanks!

Liebe Grüße,

sdo

 

26.11.2015 21:15
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Gemäss Handelsblatt:

In den kommenden fünf Jahren könnte Saudi-Arabien seine Verschuldung auf 50 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) steigern, berichtet die FT weiter. Der anhaltend niedrige Ölpreis belastet den Haushalt des Golfstaats. Laut IWF-Schätzungen wird das Haushaltsdefizit Saudi-Arabiens in diesem Jahr bei 700 Milliarden Euro liegen. Das entspricht 19,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Ölexporte trugen bislang bis zu 85 Prozent der Staatseinnahmen bei. Doch nach Berechnungen des IWF benötigt das Königreich einen Ölpreis von 82 Dollar je Barrel, um den Staatshaushalt auszugleichen. Derzeit liegt der Preis für ein Barrel der Sorte Brent unter 48 Dollar.

Im Oktober stufte die Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit des Lands auf A+ herunter. Für die Agentur gilt das Königreich zwar noch als solider Schuldner, liegt aber auf einem Niveau mit der Slowakei oder Irland. Die saudische Regierung beschwichtigt die Lage. „Saudi-Arabien befindet sich nicht in einer Krise“, sagte ein hochrangiger Beamter der FT. Der Staat könne sich Geld leihen und besitze Währungsreserven. Diese sind im vergangen Jahr von 737 Milliarden US-Dollar auf nur noch 647 Milliarden Dollar im September gesunken – den niedrigsten Stand der vergangenen drei Jahre.

Die Devisenreserven sind somit innerhalb eines Jahres um 90 Milliarden gesunken. Dieses Jahr werden es paar hundert Milliarden mehr sein.

Der Input kommt aus folgendem Link, http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/anleihen/oelkrise-und-saudi...

 

24.11.2015 13:31
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Zinsen – Gedanken zum EUR/USD

Das Drehen an der Zinsschraube kann manchmal die falsche Strategie sein. Der aufmerksame Blick richtet sich nach China. Im Reich der Mitte hat die PBoC (People's Bank of China) in diesem Jahr exakt sechsmal an der Zinsschraube gedreht, um die Leitzinsen zu senken. Die Ergebnisse belaufen sich zumindest bisher auf Zero, denn weder konnte den Unternehmen eine Erleichterung der Finanzierungskosten präsentiert werden, noch konnten anderweitig ökonomische Impulse gesetzt werden.

Es bleibt nur zu hoffen, dass der erhoffte Reservewährungsstatus des Renminbis von den Marktteilnehmern als potenzielles Stärkesignal gewürdigt wird und somit positive Impulse für die lahmende chinesische Volkwirtschaft hervorbringt. Dies wiederum würde sich positiv auf die komplette Weltwirtschaft auswirken. Sollten jedoch die politischen Entscheidungsträger in Peking scheitern, so stünden die globalen Ökonomien vor einem ernsten Problem.

DIW zur Lage in der BRD – „Leben von der Substanz“

Auch in der Bundesrepublik macht sich nach Angaben des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) eine zunehmende Ungleichheit breit. Man lebt hierzulande nach Angaben von Marcel Fratzscher, dem Präsidenten des renommierten Instituts, „von der Substanz“.

Da dürfte sich der VW-Skandal nicht gerade positiv auswirken, zumal das chinesische Absatzwachstum aufgrund der dortigen Wirtschaftsakühlung einzubrechen droht. Festhalten kann man: Die EZB-Politik der niedrigen Zinsen hat bisher wenig gefruchtet.

Goldman Sachs zu EUR/USD-Parität – Wahrscheinlich

Man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um die Zeichen in der Eurozone richtig zu deuten. Die Eurozone ist dazu gezwungen die Märkte weiterhin mit ultrabilligen Geld zu fluten. Auch Jörg Kukies von Goldman Sachs sprach in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ von einer Ausweitung des EZB-QE-Programms und von noch niedrigeren Zinsen im Euroraum.

Der Co-Chef sieht den Euro im Wechselkurs zum US-Dollar in Q1/2016 gar bei 0,95. Da die US-Investmentbank für ihre präzisen Vorhersagen bekannt ist, sollte man sich davor hüten gegen dieses Szenario zu wetten. Für den US-Zinssatz geht Kukies von einer Erhöhung um 0,25 Prozent im Dezember dieses Jahres und von weiteren Erhöhungen um bis zu einen Prozentpunkt im nächsten Jahr aus.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Smartest Finance verfügt jetzt über alle Chi-X DAX-Kurse im Advanced Charting-Modul. Diese erreicht man bequem von der Startseite oder in der Sektion Börse aus.
 

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