Makro-News zur Weltwirtschaft & Derivate

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Welche Überraschung!

Der Ölpreis steigt, die Ausfälle bei der Frackingproduktion fallen nicht mehr so stark ins Gewicht! Die Kreditausfälle der Banken haben merklich abgenommen. Aber wie reagiert Iran? Es werden sogar Stimmen laut, dass die Amerikaner ebenfalls Minuszinsen einführen! Willkommen im Zeitalter der Nullzinspolitik! Das wird die Frackingbranche retten! Hohe Kapitalkosten, hohes Risiko, aber ohne Zinsen?

Die Zeiten des Zinseszinseffekts ist definitiv vorbei! Die Anleger können ihr Sparkonto vergessen. Die stabilen Zeiten sind jetzt auch vorbei, jetzt muss sich der Sparer selbst bemühen, wie und wo es Renditechancen mit entsprechendem Risiko noch gibt.

Sogar Draghi will die faulen Kredite der italienischen Banken aufkaufen! Wer hätte das gedacht? Das erste Sanierungsprogramm welche mit EU-Gelder indirekt finanziert wird.

Sogar China macht seine Hausaufgaben und unterstützt ihre Börsen! Die grösste Überraschung! Fehlt nur noch die Fixierung der Wechselkurse! 

Ist jetzt alles i.O.? Nicht ganz, aber es sieht schon wieder besser aus! 

Jetzt müssen noch die Aussengrenzen der EU gesichert werden, ansonsten die innere Stabilisierung gefährlich an ihre Belastung kommt. Die Gefahr das die Union auseinanderfällt besteht. Die Unsicherheit kann auch von innen kommen! 

Im Juni werden die Britten über den Verbeib in der EU abstimmen. Wenn die Britten aussteigen, hat das für den Finanzsektor katastrophale Auswirkungen! Ich hoffe doch, dass diese Abstimmung keine Überraschungen bringt. Da bleibt nur noch das Problem mit den Griechen, welche die Vereinbarungen immer wieder hinauszögern. 

Bei diesen restlichen Unsicherheiten besteht für den Anleger nach wie vor die Furcht, dass die Märkte zusammenbrechen. Die Kapitalmärkte werden sehr schnell reagieren und sich von Europa verabschieden, wenn die Politik hier keine Lösungen bietet.

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Iran macht uns einen Strich durch die Rechnung

Ich habe es schon fast vermutet. Iran wird sich nicht an der Öldrosselung halten. Der Saudische Regierung wird einen Denkzettel verpasst. Es ist zum Kotzen, diese politische Börse sind einfach nicht voraussehbar! 

Somit verzögert sich das Ganze! Die Investitionen im Ölsektor werden zurückgefahren. Die Spezialisten nach Hause geschickt. Die Kreditausfälle für die Banken nehmen wieder zu und somit wieder die Kreditklemme. 

Zumindest die Goldminen werden sich freuen. Das Gold steigt und steigt!

Wo immer sich der Rauch der Angst hinbewegt, dort sind die besten Kaufkurse. Die Kaufkraft der Konsumenten wird 2016 steigen und Europa wird es den Öllieferanten danken. 

Unsere Nationalbank denkt darüber nach, die jetzigen Minuszinsen von 0,75% weiterhin zu erhöhen. Wenn es so weitergeht, bekommt man den Kredit ohne Schuldzinsen! Schulden machen war noch nie so günstig und die Bank zahlt. Auf lange Sicht, verdient die Bank nichts mehr. Hypotheken ohne Verzinsung?

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wo führt das hin?

Die Notenbanken sind auf Terrain vorgedrungen, das nie zuvor betreten wurde. Im Spätherbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, haben sie sich – durchaus zu Recht und mit Erfolg – zu den Rettern der Weltwirtschaft und des Finanzsystems aufgeschwungen. In den gut sieben Jahren, die seither vergangen sind, haben sie diese Rolle nie mehr abgegeben.

Mit immer unorthodoxeren Methoden versuchen die Zentralbanken, der blutleeren Wirtschaft Leben einzuhauchen. Das neuste eingesetzte Arzneimittel sind Negativzinsen. Fünf Notenbanken, darunter die Schweizerische Nationalbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan, experimentieren bereits damit. Was ist davon zu halten?

Die wohlwollende Einschätzung, die auch die Notenbanken zur Rechtfertigung ihrer Politik benutzen: Negative Leit- beziehungsweise Reserveeinlagezinsen sind bloss die Fortsetzung der bisherigen, konventionellen Zinspolitik. In der nominellen Betrachtung, also ohne Berücksichtigung von Inflation oder Deflation, ist die Nulllinie ohnehin eine irrelevante Grenze. Es ist also nichts weiter dabei, die nominellen Leitzinsen leicht in den negativen Bereich zu senken.

Kollateralschäden

Daneben gibt es eine deutlich weniger wohlwollende Betrachtung, eine, die unerwünschte Nebenwirkungen und gefährliche Kollateralschäden in den Fokus rückt. Fünf Punkte sind dabei besonders zu erwähnen.

Erstens erhöhen Negativzinsen den Stress im Bankensystem. Die Finanzinstitute können im Kreditgeschäft teilweise nicht mehr mit traditionellen Absicherungsmethoden arbeiten, ihre Zinsmargen schrumpfen. Darunter leidet ihre Profitabilität – und damit auch die Fähigkeit, dickere Kapitalpolster aufzubauen.

Der Einbruch der Aktienkurse europäischer und japanischer Grossbanken seit Anfang Jahr ist nicht zuletzt auf die Erwartung einer Verschärfung des Negativzinsregimes zurückzuführen. EZB-Präsident Mario Draghi hat die nachteiligen Effekte von Negativzinsen auf das europäische Bankensystem bereits öffentlich eingeräumt.

Die schrumpfenden Zinsmargen der Banken führen zum zweiten Problem: Die Finanzinstitute versuchen, die Kosten der Negativzinsen auf ihre Kunden zu überwälzen. Weil sie sich aber nicht trauen, den Sparkunden explizite Negativzinsen zu belasten – unter anderem darum, weil das zum Horten von Bargeld führen könnte –, verteidigen sie ihre Zinsmargen an einem anderen Ort: indem sie ihre Kredite verteuern.

Exemplarisch war das in der Schweiz zu beobachten, als die Hypothekarsätze im Februar 2015, nachdem die SNB (SNBN 1062 -2.84%)Negativzinsen eingeführt hatte, nicht etwa günstiger, sondern teurer wurden. Verteuern die Banken auch andere Formen der Kreditvergabe, würden die Notenbanken das Gegenteil ihres beabsichtigten Ziels erreichen.

Das dritte Problem: Negativzinsen, als extreme Fortsetzung des Niedrigzinsregimes, reissen ein Loch in die Vorsorgesysteme der Staaten und in die Altersvorsorge jedes Individuums. Um dies zu kompensieren, könnten die Einwohner von Staaten mit Negativzinsen ihre Sparquote erhöhen. Eine erhöhte Sparneigung schwächt jedoch den Konsum und wirkt für die Volkswirtschaft deflationär – genau das Gegenteil dessen, was die Notenbanken erreichen wollen.

Viertens begeben sich die Zentralbanken in eine verhängnisvolle Spirale der kompetitiven Abwertung. Einmal im Negativzinsregime gefangen, kann keine der bislang fünf damit experimentierenden Zentralbanken die Zinsen autonom erhöhen, ohne eine signifikante Aufwertung der eigenen Währung und damit einen Einbruch der heimischen Volkswirtschaft zu riskieren.

Der fünfte Kritikpunkt betrifft die potenziell folgenschwerste Nebenwirkung: Null- und Negativzinsen begünstigen die Entstehung neuer Preisblasen an den Vermögensmärkten, beispielsweise für Aktien, Immobilien oder Kunst. Weil viele «sichere» Anlagen wie Staatsanleihen über ihre Laufzeit mittlerweile eine garantiert negative Rendite abwerfen, werden Investoren gezwungen, in riskantere Anlageklassen vorzustossen.

Anmassung von Wissen

Die Gefahr von spekulativen Preisblasen kann nicht überschätzt werden. Die Finanzmarkthistorie der vergangenen dreissig Jahre zeigt das frucht- und furchtbare Zusammenspiel von Geldpolitik und Finanzmärkten. Nach jedem Einbruch der Aktien- oder Immobilienmärkte eilte die US-Notenbank, von 1987 bis 2005 unter der Führung von Alan Greenspan, den Investoren mit einer Lockerung der Geldpolitik zu Hilfe.

Der Haken daran: Jede Lockerung der Geldpolitik führte zu einer noch grösseren Preisblase, deren Platzen wiederum mit einer noch expansiveren Geldpolitik gelindert werden musste.

Insofern sind die unorthodoxen Methoden, die nach dem Platzen der letzten Blase im Herbst 2008 angewandt wurden, bloss eine logische Fortsetzung des seit 1987 in Kraft stehenden Regimes. Allerdings ist fraglich, welches Instrumentarium die Notenbanken nach dem Platzen der nächsten Blase noch auffahren wollen.

Die Zentralbanken befinden sich auf unbekanntem Gebiet. Ihre Politik hat mittlerweile Extreme erreicht, die noch überhaupt nicht erforscht wurden. Wir – und sie – wissen nicht, wie unorthodoxe Massnahmen wie Negativzinsen genau wirken. Die Wirtschaft und das Finanzsystem sind komplexe, adaptive Systeme; wir dürfen uns nicht zumuten, Kausalitäten identifizieren zu können. Der Anstieg der Hypothekarsätze in der Schweiz im Februar 2015 kam für alle Beobachter, inklusive Banken und SNB, unerwartet. Welche anderen unerwarteten Effekte werden sich noch zeigen?

Komitee zur Rettung der Welt

Was, wenn in einem Negativzinsregime die Konjunktur einbricht und die Wirtschaft in eine Rezession fällt? Welche Munition besitzt die Zentralbank dann noch? Und was, wenn die Negativzinsen wie bis dato die erhoffte Wirkung, nämlich eine Anhebung der Inflationsraten auf gegen 2%, nicht erreichen? Ist es, weil die Dosis zu schwach ist und die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich gedrückt werden müssen? Oder begünstigen die Negativzinsen sogar die Deflation?

Wir wissen es nicht. Die Notenbanker wissen nicht, wann sie ihre Therapie abbrechen sollen, weil die Arznei nicht wirkt. Sie experimentieren, sie improvisieren. Aber sie wissen es nicht. Und sie massen sich enorm viel Wissen und Können an, wenn sie glauben, sie könnten die Geldpolitik dereinst, wann immer das sein mag, rechtzeitig und problemlos wieder normalisieren.

Was wird, nach Jahren mit Null- und Negativzinsen, dann überhaupt noch als «Normalität» gelten?

Fairerweise muss gesagt sein, dass die Notenbanken ihre heutige Rolle nicht gesucht haben. Sie sind 2008 eingesprungen, weil sie die einzigen Institutionen waren, die rasch und pragmatisch handeln konnten. Die EZB unter Draghi ist wiederholt als Nothelfer eingesprungen, weil die Politik bis heute nicht in der Lage ist, die Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beheben.

Auch die SNB hat mit ihren Massnahmen seit 2011 nicht bloss Geld-, sondern vor allem auch Strukturpolitik betrieben, indem sie den Exportsektor schützte.

Sie haben die Rolle nicht gesucht, doch sie bekleiden sie nun. Es ist nicht lange her, da war Zentralbanker ein Job für angestaubte Akademiker. Heute bilden sie ein «Komitee zur Rettung der Welt», die Finanzmärkte hängen an jedem Wort, das ihre Lippen passiert.

Wer die heutige Bedeutung der Zentralbanken betrachtet, kann nur zu zwei plausiblen Schlüssen kommen: Entweder plant und bestimmt diese kleine Gruppe von nicht mehr als fünfzig Männern und Frauen den Gang der Finanzmärkte und der Weltwirtschaft. Oder aber sie haben keine Ahnung, was sie tun und versuchen nur, das Schiff einigermassen aufrecht im Wasser zu halten.

Beide Schlüsse sind alles andere als beruhigend.

 

http://tablet.fuw.ch/article/das-negativzins-experiment/

sdo
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EZB - Stimmen der Asset Manager

EZB – Langfristkredite an Banken – Einlagensatz weiter gesenkt

„Super Mario“ hat auch letzte Woche mehr geliefert als die Finanzindustrie im Vorfeld erwartet hatte. Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich bis Q1/2017 ein Anleihenvolumen in Höhe von 80 Milliarden Euro erwerben. Bisher standen lediglich 60 Milliarden Euro monatlich auf der Einkaufsliste der europäischen Währungshüter. Gänzlich neue Töne wurden bezüglich langfristiger Kredite an Banken angeschlagen. Diese können von nun an mit negativen Zinssätzen ausgestattet sein, ihre Laufzeit dagegen kann sich bis 2021 erstrecken.

Die Finanzwelt erwartet voller Spannung die detaillierte Aufstellung des Mega-Programms. Bei einigen Unternehmensanleihen müssten zunächst noch die Kriterien für die Aufnahme ausgearbeitet werden. Der Haupt-Refinanzierungssatz wurde bei null Prozent festgelegt, der Einlagensatz wurde einer Senkung um erwartete zehn Basispunkte auf nun negative 0,4 Prozent unterworfen.

Stimmen der Asset Manager – Ökonomischen Rahmenbedingungen

Der Tenor aus dem Kreis der institutionellen Asset-Manager ließ nicht lange auf sich warten. Einigen Meinungen zufolge verschärft die EZB ihre Geldpolitik ins Extreme und nehme kaum noch Rücksicht auf die Risiken für das globale Finanzsystem. Hans Werner-Sinn, der ifo-Präsident, sprach von einer fiskalischen Umverteilungspolitik, mit der Zombiebanken und nahezu konkursreife Staaten gerettet werden.

Oft wurde auch auf die globale Verschlechterung der ökonomischen Rahmenbedingungen verwiesen, zumal die Finanzexperten die großen Nebenwirkungen von negativen Zinsen unterstrichen haben. Am aktuellen Beispiel der Euro-Zone: Finnland hat seitens der Ratingagentur Fitch eine Absenkung der Bonitätsnote von AAA auf nun AA+ erfahren.

Der Norden Europas galt vor einigen Jahren als extrem robust, dennoch konnte das skandinavische Land im Jahr 2015 ein BIP-Wachstum von mageren 0,4 Prozent vorweisen. Fitch betitelte den Ausblick als stabil.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Der komplette Börsenbericht kann im unabhängigen Börsenportal gesichtet werden.

Tipp: SMI live mittels HTML5-Technologie mit integrierten Nachrichten und Händlerstimmen verfolgen.

sdo
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Finance – Geopolitik, Russland und Syrien-Einsatz

Finance – Geopolitik, Russland und Syrien-Einsatz

Der Oberbefehlshaber der russischen Truppen, der amtierende Präsident Wladimir Putin, befahl am Montag der Abzug seiner Truppen aus Syrien. Nach internationalen Presseberichten zufolge sei der Verteidigungsminister Schoigu damit beauftragt worden, die russischen Kampfverbände aus dem Bürgerkriegsland abzuziehen. Putin lobte das russische Verteidigungsministerium, welches die von Moskau erstrebte Operation vollends erfüllt habe.
Russland ging es vor allem um die volle Funktionsfähigkeit des strategisch bedeutenden Flugplatzes in der Gegend von Latakia. Es seien alle Schritte unternommen worden, um den Flughafen zuverlässig zu schützen. Putin unterstrich die Signalwirkung des russischen Truppenabzuges, welche in seinen Augen eine friedliche Konfliktbeilegung ermöglichen sollte. Inwieweit Putin mit seiner Aussage Recht behalten wird, werden die nächsten Monate im dem stark zerrütteten Land zeigen.

Bankensektor und US-Anleihen – Emission rückgängig

Der US-Bankensektor erschreckt gegenwärtig viele Marktteilnehmer. Die tiefe Verunsicherung an den globalen Finanzmärkten gesellt sich zum niedrigen Zinsumfeld, welches die Margen der Banken stark schmälert. Nicht zuletzt hat der US-Finanzriese Citigroup sowohl im klassischen Beratungsgeschäft als auch im Bereich Trading einen Gewinnrückgang prognostiziert. Traditionell sollte gerade das erste Quartal im Jahr mit guten Ergebnissen glänzen, doch dieses Jahr scheint es anders zu sein.

Die Citigroup-Einnahmen aus dem Beratungsgeschäft purzelten in den vergangenen drei Monaten um etwa ein Viertel. Der Finanzchef Gerspach sprach von einem „ruppigen Quartal“. Insbesondere die Unternehmenskunden würden bei den Anleihe-Emissionen, aber auch bei der Emission von Aktien, eine ruhigere Gangart einlegen.
Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Der komplette Börsenbericht kann im unabhängigen Börsenportal gesichtet werden.

Smartest Finance Makro FX Trading Blog – News vom langjährigen Termintrader   
 

sdo
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Börse China – Li-Keqiang-Index

Finance China Li-Keqiang-Index – Li-Keqiang-Index veraltet?  

Die strukturellen Rahmenbedingungen der chinesischen Volkswirtschaft waren im letzten Jahrzehnt stürmischen Veränderungen unterworfen. Der Li-Keqiang-Index, der nach dem chinesischen Premier Li Keqiang benannt worden ist, und als Wachstumsparamater insbesondere den Gütertransport, den Stromverbrauch und die Vergabe von Darlehen an private Haushalte miteinbezieht, könnte in naher Zukunft durch einen realistischeren Indikator ersetzt werden.

Im vergangenen Jahr beispielsweise hat der Binnenkonsum Chinas den Löwenanteil am BIP-Wachstum ausgemacht, so wurden Werte um die zwei Drittel in die Statistikbücher eingetragen. Zudem lässt sich kaum von der Hand weisen, dass der Binnenkonsum und Dienstleistungssektor das Baugewerbe und die Industrieproduktion als Taktgeber der chinesischen Ökonomie abgelöst haben.
 

Finance China – Doch nur alles Peking-Vorgaben?

Hierbei lohnt sich jedoch ein genauerer Blick auf den Sachverhalt. Seitdem zweistellige Wachstumsraten selbst in China nicht mehr erreicht werden dürften, wird gerne die „neue Normalität“ propagiert. Diese neue Normalität von gegenwärtig sieben Prozent Wirtschaftswachstum orientiert sich in den Augen vieler institutioneller Anleger wohl einige Nuancen zu stark an den Vorgaben aus Peking, sprich am Konsens der Kommunistischen Zentralregierung.

Die chinesische Volkswirtschaft ist in der letzten Dekade unumstritten der wichtigste Motor des globalen ökonomischen Wachstums gewesen und hat durch den Crash im letzten Jahr nicht nur das Vertrauen der chinesischen Bürger in die Unbeirrbarkeit der chinesischen Regierung, sondern auch die Weltwirtschaft stark lädiert.
 

Finance China – Arbeitsmarkt

So ist es zwar richtig, dass in vollentwickelten Volkswirtschaften der Wachstumsmotor vor allem vom Binnenkonsum und weniger von Schwerindustrie angetrieben wird, doch sind auf der anderen Seite steigende Aktienkurse kein Garant für die Stabilität eines Landes.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt aus dem Smartest Finance Market Snapshot dar. Den kompletten Bericht sowie weitere Publikationen können Sie in unserem Forex Blog sichten.

Tipp: Realtime HTML5-Marktüberblick nutzen und profitieren.

Smartest Finance Makro FX Trading Blog – News vom langjährigen Terminhändler 

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die Zentralbanken

Die Notenbanken sind auf Terrain vorgedrungen, das nie zuvor betreten wurde. Im Spätherbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, haben sie sich – durchaus zu Recht und mit Erfolg – zu den Rettern der Weltwirtschaft und des Finanzsystems aufgeschwungen. In den gut sieben Jahren, die seither vergangen sind, haben sie diese Rolle nie mehr abgegeben.

Mit immer unorthodoxeren Methoden versuchen die Zentralbanken, der blutleeren Wirtschaft Leben einzuhauchen. Das neuste eingesetzte Arzneimittel sind Negativzinsen. Fünf Notenbanken, darunter die Schweizerische Nationalbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan, experimentieren bereits damit. Was ist davon zu halten?

Die wohlwollende Einschätzung, die auch die Notenbanken zur Rechtfertigung ihrer Politik benutzen: Negative Leit- beziehungsweise Reserveeinlagezinsen sind bloss die Fortsetzung der bisherigen, konventionellen Zinspolitik. In der nominellen Betrachtung, also ohne Berücksichtigung von Inflation oder Deflation, ist die Nulllinie ohnehin eine irrelevante Grenze. Es ist also nichts weiter dabei, die nominellen Leitzinsen leicht in den negativen Bereich zu senken.

Kollateralschäden

Daneben gibt es eine deutlich weniger wohlwollende Betrachtung, eine, die unerwünschte Nebenwirkungen und gefährliche Kollateralschäden in den Fokus rückt. Fünf Punkte sind dabei besonders zu erwähnen.

Erstens erhöhen Negativzinsen den Stress im Bankensystem. Die Finanzinstitute können im Kreditgeschäft teilweise nicht mehr mit traditionellen Absicherungsmethoden arbeiten, ihre Zinsmargen schrumpfen. Darunter leidet ihre Profitabilität – und damit auch die Fähigkeit, dickere Kapitalpolster aufzubauen.

Der Einbruch der Aktienkurse europäischer und japanischer Grossbanken seit Anfang Jahr ist nicht zuletzt auf die Erwartung einer Verschärfung des Negativzinsregimes zurückzuführen. EZB-Präsident Mario Draghi hat die nachteiligen Effekte von Negativzinsen auf das europäische Bankensystem bereits öffentlich eingeräumt.

Die schrumpfenden Zinsmargen der Banken führen zum zweiten Problem: Die Finanzinstitute versuchen, die Kosten der Negativzinsen auf ihre Kunden zu überwälzen. Weil sie sich aber nicht trauen, den Sparkunden explizite Negativzinsen zu belasten – unter anderem darum, weil das zum Horten von Bargeld führen könnte –, verteidigen sie ihre Zinsmargen an einem anderen Ort: indem sie ihre Kredite verteuern.

Exemplarisch war das in der Schweiz zu beobachten, als die Hypothekarsätze im Februar 2015, nachdem die SNB (SNBN 1045 -1.32%)Negativzinsen eingeführt hatte, nicht etwa günstiger, sondern teurer wurden. Verteuern die Banken auch andere Formen der Kreditvergabe, würden die Notenbanken das Gegenteil ihres beabsichtigten Ziels erreichen.

Das dritte Problem: Negativzinsen, als extreme Fortsetzung des Niedrigzinsregimes, reissen ein Loch in die Vorsorgesysteme der Staaten und in die Altersvorsorge jedes Individuums. Um dies zu kompensieren, könnten die Einwohner von Staaten mit Negativzinsen ihre Sparquote erhöhen. Eine erhöhte Sparneigung schwächt jedoch den Konsum und wirkt für die Volkswirtschaft deflationär – genau das Gegenteil dessen, was die Notenbanken erreichen wollen.

Viertens begeben sich die Zentralbanken in eine verhängnisvolle Spirale der kompetitiven Abwertung. Einmal im Negativzinsregime gefangen, kann keine der bislang fünf damit experimentierenden Zentralbanken die Zinsen autonom erhöhen, ohne eine signifikante Aufwertung der eigenen Währung und damit einen Einbruch der heimischen Volkswirtschaft zu riskieren.

Der fünfte Kritikpunkt betrifft die potenziell folgenschwerste Nebenwirkung: Null- und Negativzinsen begünstigen die Entstehung neuer Preisblasen an den Vermögensmärkten, beispielsweise für Aktien, Immobilien oder Kunst. Weil viele «sichere» Anlagen wie Staatsanleihen über ihre Laufzeit mittlerweile eine garantiert negative Rendite abwerfen, werden Investoren gezwungen, in riskantere Anlageklassen vorzustossen.

Anmassung von Wissen

Die Gefahr von spekulativen Preisblasen kann nicht überschätzt werden. Die Finanzmarkthistorie der vergangenen dreissig Jahre zeigt das frucht- und furchtbare Zusammenspiel von Geldpolitik und Finanzmärkten. Nach jedem Einbruch der Aktien- oder Immobilienmärkte eilte die US-Notenbank, von 1987 bis 2005 unter der Führung von Alan Greenspan, den Investoren mit einer Lockerung der Geldpolitik zu Hilfe.

Der Haken daran: Jede Lockerung der Geldpolitik führte zu einer noch grösseren Preisblase, deren Platzen wiederum mit einer noch expansiveren Geldpolitik gelindert werden musste.

Insofern sind die unorthodoxen Methoden, die nach dem Platzen der letzten Blase im Herbst 2008 angewandt wurden, bloss eine logische Fortsetzung des seit 1987 in Kraft stehenden Regimes. Allerdings ist fraglich, welches Instrumentarium die Notenbanken nach dem Platzen der nächsten Blase noch auffahren wollen.

Die Zentralbanken befinden sich auf unbekanntem Gebiet. Ihre Politik hat mittlerweile Extreme erreicht, die noch überhaupt nicht erforscht wurden. Wir – und sie – wissen nicht, wie unorthodoxe Massnahmen wie Negativzinsen genau wirken. Die Wirtschaft und das Finanzsystem sind komplexe, adaptive Systeme; wir dürfen uns nicht zumuten, Kausalitäten identifizieren zu können. Der Anstieg der Hypothekarsätze in der Schweiz im Februar 2015 kam für alle Beobachter, inklusive Banken und SNB, unerwartet. Welche anderen unerwarteten Effekte werden sich noch zeigen?

Komitee zur Rettung der Welt

Was, wenn in einem Negativzinsregime die Konjunktur einbricht und die Wirtschaft in eine Rezession fällt? Welche Munition besitzt die Zentralbank dann noch? Und was, wenn die Negativzinsen wie bis dato die erhoffte Wirkung, nämlich eine Anhebung der Inflationsraten auf gegen 2%, nicht erreichen? Ist es, weil die Dosis zu schwach ist und die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich gedrückt werden müssen? Oder begünstigen die Negativzinsen sogar die Deflation?

Wir wissen es nicht. Die Notenbanker wissen nicht, wann sie ihre Therapie abbrechen sollen, weil die Arznei nicht wirkt. Sie experimentieren, sie improvisieren. Aber sie wissen es nicht. Und sie massen sich enorm viel Wissen und Können an, wenn sie glauben, sie könnten die Geldpolitik dereinst, wann immer das sein mag, rechtzeitig und problemlos wieder normalisieren.

Was wird, nach Jahren mit Null- und Negativzinsen, dann überhaupt noch als «Normalität» gelten?

Fairerweise muss gesagt sein, dass die Notenbanken ihre heutige Rolle nicht gesucht haben. Sie sind 2008 eingesprungen, weil sie die einzigen Institutionen waren, die rasch und pragmatisch handeln konnten. Die EZB unter Draghi ist wiederholt als Nothelfer eingesprungen, weil die Politik bis heute nicht in der Lage ist, die Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beheben.

Auch die SNB hat mit ihren Massnahmen seit 2011 nicht bloss Geld-, sondern vor allem auch Strukturpolitik betrieben, indem sie den Exportsektor schützte.

Sie haben die Rolle nicht gesucht, doch sie bekleiden sie nun. Es ist nicht lange her, da war Zentralbanker ein Job für angestaubte Akademiker. Heute bilden sie ein «Komitee zur Rettung der Welt», die Finanzmärkte hängen an jedem Wort, das ihre Lippen passiert.

Wer die heutige Bedeutung der Zentralbanken betrachtet, kann nur zu zwei plausiblen Schlüssen kommen: Entweder plant und bestimmt diese kleine Gruppe von nicht mehr als fünfzig Männern und Frauen den Gang der Finanzmärkte und der Weltwirtschaft. Oder aber sie haben keine Ahnung, was sie tun und versuchen nur, das Schiff einigermassen aufrecht im Wasser zu halten.

Beide Schlüsse sind alles andere als beruhigend.

Text aus fuw

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Die Welt wird 2100 ganz anders aussehen. Das kann euch persönlich natürlich herzlich egal sein, die nächste Jahrhundertwende werdet ihr nur mit sehr viel Glück erleben. Aber vielleicht eure Kinder oder Enkel.

Bis 2100 könnten heutige Entwicklungsländer zu Großmächten aufgestiegen sein. Eine Prognose der Vereinten Nationen (UN) geht davon aus, dass bis dahin auf der Erde knapp 11 Milliarden Menschen leben. Bis dahin soll die Erdbevölkerung um 3,6 Milliarden Menschen gewachsen sein. Gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass wir 1950 erst 2,5 Milliarden waren.

Der Wachstum wird sich also verlangsamen.

„Daran sind sinkende Geburtenraten und die Überalterung mancher Gesellschaften schuld“, sagt Edward Bonham Carter, Vice Chairman des britischen Fondsmanager Jupiter Asset Management (Ja, er hat etwas mit der Schauspielerin Helena Bonham Carter zu tun, er ist ihr Bruder). Für Bonham Carter ist der globale demografische Wandel ein Indikator für künftige Trends in der Geldanlage.

Sterben die Chinesen, bevor sie reich werden?

WeltbevölkerungUSA Today/BI

Es seien die Frauen, die die Welt verändern, meint Bonham Carter. Sobald sie Anschluss an die Arbeitswelt bekommen, sinkt die Geburtenrate. Im Iran etwa hat sich die Rate der Neugeburten innerhalb von fünf Jahren halbiert. In China wird die Ein-Kind-Politik, die zwischen 1980 und 2015 galt, schon in den nächsten Jahrzehnten zu einer Überalterung der Gesellschaft führen. „Ein gängiges Klischee lautet, dass die Chinesen sterben könnten, bevor sie reich werden“, sagt Bonham Carter.

Zweiter Grund sei der Trend zur Stadt, so Bonham Carter: Auch urbanes Leben führt nicht zu einem gesteigerten Kinderwunsch.

In Russland hat der kommende Bevölkerungsrückgang eine andere Ursache: Die Lebenserwartung sinkt, aber nicht nur wegen hohem Wodka- und Zigarettenkonsum. Auch das marode Gesundheitssystem und Umweltverschmutzung sind daran schuld.

Demografie als Spürhund für künftige Trends

Aber nicht in allen Ländern geht die Geburtenrate zurück: Steigen wird sie etwa in Indonesien, auf den Philippinen, Pakistan und auf dem afrikanischen Kontinent. Dort vor allem in Nigeria, Uganda, Kongo, Äthiopien und Tansania. Also vor allem in Schwellenländern.

„Was viele nicht erwarten ist, dass Indien China überholen wird“, ergänzt Bonham Carter. Ebenfalls überraschend sei, dass die Bevölkerungszahl in den USA (im Gegensatz zu Japan oder Europa) laut UN-Prognose steigen werde.

Nun müsstet ihr extrem langfristig investieren, um eure Finanzen auf die künftige Welt auszurichten. Das ist eher unwahrscheinlich, außer, ihr legt schon mal ein Teil des Vermögens für potentielle Enkel beiseite. Aber ihr könnt genauso wie Jupiter Asset Management die demografische Prognose der UN als Spürhund für künftige Trends einsetzen.

Von der demografischen Dividende profitieren

 

Eine alternde Bevölkerung will beispielsweise versorgt werden. „Die Gesundheitsversorgung wird also wichtiger und Investitionen in diesem Bereich sind heute schon denkbar“, sagt Bonham Carter. Haltet ihr also nach Unternehmen Ausschau, die in diesem Bereich Services anbieten, sollten sie international aufgestellt sein, ein Beispiel dafür im deutschen Leitindex DAX sind Fresenius und Fresenius Medical Care. Noch einfacher ist es aber, mit einem Indexfonds (ETF) wie etwa dem MSCI World Healthcare auf eine alternde Weltbevölkerung zu setzen.

Mit einem Indexfonds partizipieren Anleger an der Entwicklung der Werte, etwa Aktien oder Anleihen, in diesem Index.

Auch für die Finanzwirtschaft hat der demografische Wandel positive Folgen: Nicht nur in Deutschland basiert das Rentensystem auf dem Prinzip, dass viele junge Menschen weniger Senioren versorgen. Hierzulande funktioniert das heute schon nicht mehr richtig und auf eine gesetzliche Rente können sich weder die sogenannten Babyboomer, die zwischen Mitte der 50er und Mitte der 60er Jahre geboren wurden, noch die heute Jungen verlassen.

Also, schlussfolgert Bonham Carter, wird die Nachfrage nach Finanzprodukten zur Altersvorsorge steigen. Banken oder Fintechs mit einem entsprechenden Angebot profitieren in alternden Gesellschaften also davon, abhängig von staatlichen Programmen und Zuschüssen.

Auch der Ausbau der Infrastruktur bietet Chancen

Weil mit einer alternden Bevölkerung allerdings die Produktivität sinkt, werden wir stärker auf die Wirtschaftskraft von Ländern mit einer jüngeren Bevölkerung angewiesen sein. „Die Industrieländer haben ein enormes Interesse daran, dass die heutigen Entwicklungsländer in Afrika, aber auch Indien und China schnell reich werden“, sagt Bonham Carter.

Das Rezept dazu ist kompliziert und benötigt einiges an Zutaten. Aber die wichtigsten seien, so Bonham Carter, politische Stabilität, die Entwicklung hin zu einer konsumorientierten Wirtschaft sowie ein Ausbau der Infrastruktur und technologischer Standards.

China muss jetzt ein stabile Mittelschicht aufbauen

Auch dort ergeben sich Investmentmöglichkeiten in den nächsten Jahrzehnten: Die Menschen in den Schwellenländern wollen mit Wasserleitungen, Energie, Produktionsmaschinen, Computern, Autos und Handys versorgt werden. Unternehmen, die das anbieten und sich im asiatischen und afrikanischen Raum stark engagieren, können, wenn sie ihre Chance nutzen, künftig davon profitieren. Und ihre Aktionäre ebenfalls.  

China ist bereits einen Schritt weiter: „China muss jetzt ein stabile Mittelschicht aufbauen“, sagt Bonham Carter. Aber dann werden die Löhne steigen und Produktionen werden sich erneut verlagern. Die Konkurrenz unter den entwickelten Ländern wird stark zunehmen. Aber auch die Ausgaben der Bevölkerung werden sich verändern: so könnten etwa die für Kultur zunehmen.

Etablierte Marken aus dem Westen werden Macht teilen müssen

Das geht nicht von heute auf Morgen. „Solche Entwicklungen werden eine Menge Marktschwankungen mit sich bringen“, sagt Bonham Carter. Branchen werden sich verändern, die mächtigen Marken im Westen werden dann vielleicht nicht mehr ganz so viel Einfluss haben. Stattdessen könnten sich neue etabliert haben.

Aber selbst günstige demografische Trends führen nicht automatisch zu Wirtschaftswachstum, die Entwicklungsländer müssen besonders im Punkt politische Stabilität die Chancen auch ergreifen.

Für Unternehmen wird es wichtiger werden, ihre Geschäftsaktivitäten in Hinblick auf die Schwellenländer und alternde Verbraucher zu überdenken. Das gleiche gilt für Investoren.

 

sdo
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Ghost, lebst du noch?

Oder haben wir das hier einschlafen lassen? Smile

Liebe Grüße,

sdo

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Hallo sdo

ich sehe, lese und lebe! Ich bin nur verunsichert was ich von der Börse halten soll. Zu viele Parameter, zu viele Unsicherheiten und der Goldpreis steigt und steigt. 

Zu viele Banken, welche nur noch mit Staatsanleihen ihre Geschäfte machen. Das Gefälle zwischen Norden und Süden, welche immer grösser werden. Immobilienzerfall in Südeuropa. Diktaturen und Fanatismus. Religionen die sich regional verschieben. Die Themen sind immer noch da, aber niemand scheint es zu interessieren. 

Wie es die Grünen so schön sagen, irgendwann ist es einfach zu spät. Ideen und Betroffenheit sind da, aber niemand will zupacken. Der Idealismus zerfällt in sich zusammen und trotzdem bin ich zuversichtlich, dass es irgendwie weitergeht. 

Wobei der Zweckoptimismus nicht die Lösung darstellen kann. Schlussendlich ist jeder Tag ein Beitrag zum guten Gelingen! Yes 3

Rückbesinnung auf das Wesentliche, das Glück beleben und erleben. Da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Schreiben. 

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Interessant, Schulden will doch niemand?

Die Umstellung auf den Euro hätte für einige EU-Staaten den Weg aus den Schulden bedeutet können. Doch keines von ihnen hat diese Chance genutzt. Im Gegenteil, sie häuften noch mehr Schulden an - und das offenbar mit Absicht.

Der Weg in den Euro gab Staaten laut einer Studie der Universität Greifswald durch einen deutlichen Zinsvorteil die einmalige Möglichkeit ihre gesamten Schulden abzubauen. Entscheidung gegen nachhaltige Haushaltspolitik Den Zahlen der Staatsverschuldungen zufolge, hätten sich die entsprechenden Länder jedoch nicht für den Schuldenabbau entschieden, sondern für "kurzfristige Machtgewinne". Laut der Studie hat keines der elf Gründerländer der Europäischen Union die Möglichkeit des Schuldenabbaus durch den Überschuss, der durch einen unterschiedlich großen Zinsvorteil bei der Euroumstellung entstand, genutzt. Im Gegenzug wurden vielmehr weitere Schulden zum Zwecke von neuen Investitionen aufgenommen. Vor allem das krisengebeutelte Italien habe laut der Studie diesen Zinsvorteil nicht genutzt, obwohl dieser für das Land im Vergleich zu den anderen Staaten der Europäischen Union am größten war. Hätte das Land 2005 sämtliche durch die Einführung des Euro freigewordenen Gelder in den Schuldenabbau gesteckt, wäre es 2016 schuldenfrei. Stattdessen hat Italien heute rekordverdächtige Schulden von 2,2 Billionen Euro. Auch anderen Ländern wie Portugal und Spanien geht es ähnlich. 
Laut einem Bericht der "Welt" hat kein einziger der Gründerstaaten der EU zwischen 1995 und 2005 seine Schulden beglichen oder reduziert, obwohl sich diese einmalige Gelegenheit geboten hatte. "Der Eintritt in die Währungsunion eröffnete vor allem für die strukturschwachen Staaten Südeuropas eine historische Chance", so der Ökonom Thomas Straubhaar. Soll ein Staat überhaupt schuldenfrei sein? Die Studie zieht jedoch einige Kritik auf sich. So würde zum einen die Realität stark vereinfacht, sagen kritische Stimmen. Außerdem verschulden sich Staaten nicht alleinig mit zehnjährigen Anleihen. Sie geben auch Titel mit Laufzeiten von einem, drei, fünf oder 30 Jahren aus. Das bedeutet wiederum, dass Schulden nicht auf einen Schlag, sondern in gewissen Abständen fällig werden. Somit habe für die Staaten eigentlich gar nicht wirklich die Möglichkeit bestanden, die verbesserten Konditionen zu nutzen, um auf einmal alle Schulden zu begleichen. 
Einer der wichtigsten Punkte sei jedoch, dass auch die nachfolgenden Generationen von den Investments der Staaten, mit welchen diese sich in einem ersten Schritt verschulden, profitieren. Im Umkehrschluss sollten auch diese Generationen an den Schulden Beteiligung finden. Sind Staatsschulden Pflicht? Des Weiteren stehen wirtschaftlich starke Länder wie Deutschland fast in der Pflicht, weitere Schulden aufzunehmen und damit Sparern eine sichere Geldanlage als Gläubiger zu bieten. So antwortete Finanzminister Wolfgang Schäuble in der Vergangenheit auf die Frage, wann Deutschland denn nun schuldenfrei sei, mit: "Hoffentlich nie!". Als Deutschland schuldenfrei war, sei dies nach Krieg und Diktatur im Jahre 1948 gewesen. Wichtig ist nur, dass die Staaten durch die Schulden nicht überfordert werden.

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September, September, remember...

Als Dispositionseffekt bezeichnet die Verhaltensökonomik die Neigung von Anlegern, jene Anteile abzustoßen, deren Wert gestiegen ist, und solche zu halten, deren Wert gesunken ist. Dabei werden Verluste etwa doppelt so stark empfunden wie Gewinne. Dieses Phänomen der Verlustabneigung wurde erstmals von Amos Tversky und Daniel Kahneman beschrieben.

Morgen verjährt sich der Tag des Nine-Eleven zum 15 mal. Ich habe vorsorglich mich von meinen Verlustaktien getrennt und belasse meine Perlen nach wie vor im Depot. Ich glaube, nächste Woche wird es sehr holprig. Da lohnt es sich, die Investitionskasse bereit zu halten. 

Der Leidensdruck wird für viele zu gross! Und auf meiner Watchliste sind noch gewisse Titel die ich günstig erwerben will!

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Erfreulicher Rückblick 2016

Hallo sdo

Das  Jahr 2016 geht nun langsam zu Ende und wir haben uns mit den Risiken gewaltig getäuscht. Wer hätte das anfangs Jahr gedacht, dass die Börse so verrückt spielt? Kein Bruch mit den Kursgewinnen, die Börse steigt zu neuen Höchstständen. 7 Jahre Börsenanstieg an einem Stück. Jeder rechnete mit einer kräftigen Korrektur, aber niemand scheint es wirklich zu interessieren. Es gibt schlicht keine Alternativen zu Aktien. Der Frühindikator Gold ist wieder am Fallen und es scheint, die Welt dreht sich mit den vielen Risiken sorgloser. 

Umso überraschter bin ich über mein Depot.

Unverhofft entwickelte sich das Jahr 2016 gut . 70% realisierter Kursgewinn innerhalb von 3 Tagen mit EVE, 100% Kursgewinn mit AMAG PHARM. innert wenigen Monaten. 15% mit Medigene innert 2 Wochen. Dazu gibt es nur eine Erklärung, mehr Glück als Verstand oder wir leben in einer verrückten Zeiten. Dabei verfolge ich stets meine Regeln, der Trend ist dein Freund, Gewinne laufen lassen und Geduld zahlt sich aus! Und trotzdem darf man nicht gierig werden und deshalb muss man die Positionen auch mal realisieren. Mit Epigenomics und Newron warte ich noch auf den Vulkanausbruch, aber dieser scheint erst im Jahre 2017 möglich zu sein.

Sollte es tatsächlich zur Zinswende kommen, dann müsste man die psychologische Angst der Anleger wieder ernst nehmen. Aber an Inflation denkt niemand mehr, denn die Löhne der Arbeiter friert man ein und die Belastungen nehmen zu. Glaubt man an die Macht der Zukunftvisionen, so werden neue Methoden vieles verändern. Stellt sich nur die Frage, ist die Menschheit bereit dazu. 

Befürchte, dass die Lebensweise von morgen uns alle entfremden. Familien finden nicht mehr Zeit zueinander und die besinnliche Zeit verliert seine Bedeutung. Anstelle sich Zeit zu nehmen um Freude zu schenken, werden wir instrumentalisiert und manipuliert. Die Bescheidenheit und Demut bleibt auf der Strecke, man will in der Manege seinen Platz nicht verlieren. 

In diesem Sinne, werde ich mehr Zeit mit meinem Umfeld verbringen wollen, denn das Leben ist einfach zu kurz. Und Börse kann man nicht ändern, es gilt sich mit der Masse zu bewegen, auch wenn es nicht immer logisch erscheint. 

Somit frohe Festtage

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Erfreulicher Ausblick 2017

Ein seltenes technisches Signal generierte am vergangenen Dienstag der Relative-Stärke-Index (RSI) des Dow Jones Index. Der Indikator stieg auf 87,4 Punkte. In den vergangenen 100 Jahren wurden lediglich viermal Werte über 87 erzielt: Im November 1996, im Juli 1955, im Juni 1944 und im August 1927. Und jetzt eben im Dezember 2016. Die Kollegen von Zerohedge untersuchten diese Daten und kamen zu dem Schluss, dass die Aktienmärkte in der Regel danach um 4 bis 5 Prozent fallen.

 

 

 

Der RSI wurde 1978 von Welles Wilder entwickelt. Er misst die Geschwindigkeit und den Wechsel von Preisbewegungen und oszilliert dabei zwischen 0 und 100. Der Indikator ist in der technischen Analyse weit verbreitet. Ein derart rares Signal zeigt, wie historisch ungewöhnlich das „Hochpowern“ des Dow Jones Index innerhalb der vergangenen sechs Wochen ist. Der US-Leitindex stieg seit der Wahl Donald Trumps um 2.000 Punkte und steht im Begriff, die psychologisch wichtige 20.000-Punkte-Marke zu kassieren. 

 

Der RSI kümmert sich um das Momentum der letzten 14 Handelstage. Er steht auf 100, wenn der Durchschnittsverlust im Basiswert in den letzten 14 Handelstagen null ist. Das bedeutet: Der Preis stieg 14 Tage lang am Stück, kein einziger Verlusttag liegt vor. Im aktuellen Fall endete der Dow bis Dienstag an 12 der 14 Handelstage auf der Plusseite. 

Noch imposanter ist die Tatsache, dass der Dow bis Dienstag an 22 von 26 Handelstagen stieg. Würde man den Erfassungszeitraum des RSI von 14 auf 28 Tage ausweiten, dann wäre die aktuelle Serie wohl einmalig.

 

Was geschah im November 1996? Der Kreis auf dem folgenden Chart zeigt nach dem Hoch eine Dezember-Konsolidierung, gefolgt von einer Aufwärtsbewegung im ersten Halbjahr 1997. Das Signal war insgesamt bullish.

 

Was geschah im Juli 1955? Der Kreis auf dem folgenden Chart zeigt nach dem Hoch eine kleinere Konsolidierung, gefolgt von einer Aufwärtsbewegung bis April 1956. Das Signal war insgesamt bullish.

 

Was geschah im Juni 1944? Der Kreis auf dem folgenden Chart zeigt nach dem Hoch eine größere Konsolidierung, gefolgt von einer Aufwärtsbewegung bis April 1946. Das Signal war insgesamt bullish.

 

Und dann noch: Was geschah im August 1927? Der Kreis auf dem folgenden Chart zeigt nach dem Hoch eine kleinere Konsolidierung, gefolgt von einer Aufwärtsbewegung bis August 1929. Das Signal war insgesamt bullish.

 

Als Zwischenfazit lässt sich herausarbeiten, dass ein Extremwert im RSI von 87 in allen bisherigen Fällen zu einer Marktkonsolidierung führt, der eine – teilweise kräftige – mehrmonatige Aufwärtsbewegung in Form eines „Endruns“ folgt, bevor die Märkte in eine größere Korrektur übergehen. Wenn man so will, initiiert ein solches Signal die letzte Phase eines Boom-Zyklus.

 

Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass es sich nur um vier Fälle handelt und dass eine solche Entwicklung auch dem Zufall geschuldet sein könnte. Wir zeigen noch einen Punkt, der das Kriterium von 87 Punkten knapp verfehlt hat. Im April 1971 erreichte der RSI 85,1 Punkte.

 

Was geschah im April 1971? Wie der Kreis auf dem folgenden Chart zeigt, rutschte der Dow Jones Index um 15 Prozent ab. Die Aufwärtsbewegung setzte sich nach einer a,b,c-Korrektur fort und endete erst Anfang 1973.

Wichtig erscheint hier die Erkenntnis, dass dem RSI-Extremwert zwar eine heftige Korrektur folgte, dass allerdings der Bullenmarkt erst knapp zwei Jahre später endete.

 

Wir nehmen an, dass der RSI-Wert vom Dienstag, der ja den Dow Jones Index in die Nähe der 20.000-Punkte-Marke brachte, den Index zu einem temporären Momentumsverlust veranlassen wird. Insgesamt aber kann aus der Historie nur geschlossen werden, dass sich die Aufwärtsbewegung nach einer Pause fortsetzen wird.

link: https://www.wellenreiter-invest.de/wochenendkolumnen/extreme-relative-st...

PS: aufpassen, sollte man in zwei Jahren und immer wieder den Goldpreis im Auge behalten!

sdo
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Vielen Dank und alles Gute

 Servus Ghost,

 

ja, vielleicht hast du Recht und wir bekommen die Kurve noch. Mal sehen*good*.

 

Alles Gute,

sdo

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Devisen-Trading – EUR/USD-Parität wahrscheinlicher

US-Wirtschaftswachstum langsamer

Das US-Wirtschaftswachstum verliert an Fahrt. Zum Ende des Jahres 2016 wurde ein deutlich schwächeres Wachstum in die Statistikbücher aufgenommen. Laut dem US-Handelsministerium wurde für das vierte Quartal des vergangenen Jahres ein annualisiertes Bruttoinlandsprodukt von nur 1,9 Prozent verzeichnet.

Es ist jedoch zu beachten, dass in der EU ein anderer Berechnungsstandard verwendet wird. Würde dieses in den USA herangezogen werden, kämen die Vereinigten Staaten im Vorquartalsvergleich gerade einmal auf Werte um die 0,4-0,5 Prozent.

Wirtschaftspolitik – EUR/USD-Parität wahrscheinlicher

Interessant dürften sich die aktuellen globalpolitischen Rahmenbedingungen vor allem auf den Euro und somit den EU-Wirtschaftspolitikkurs auswirken. Die gemeinsame europäische Währung hat sich im vergangenen Jahr vorwiegend positiv entwickelt. An den Finanzmärkten mehren sich jedoch die Stimmen, die eine Normalisierung der EZB-Geldpolitik fordern. So sprechen sich zahlreiche Ökonomen sowohl für eine sofortige Beseitigung der Negativzinsen als auch für das Zurückfahren des billionenschweren EZB-Anleihekaufprogramms aus.

Inwieweit Mario Draghi dieser Forderung nach einem Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik entgegenkommt, dies wird sich noch zeigen. Sollte die EZB den aktuellen geldpolitischen Kurs beibehalten, würde erheblich mehr Kapital in den Greenback fließen, was eine Parität der europäischen Zentralwährung zum US-Dollar im Laufe dieses Jahres wahrscheinlicher macht.

Devisen-Trading im Fokus der Wirtschaftspolitik

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten nimmt zu. Dafür machen institutionelle Anleger vor allem die Auswirkungen der US-Wirtschaftspolitik unter Donald Trump verantwortlich, wobei auch Überlegungen bezüglich des Rubels bzw. des Ölpreises eine hohe Rolle spielen dürften.

Dieser Beitrag stellt ein Exzerpt dar. Der vollständige Artikel kann hier aufgerufen werden.

Ghost
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Ghost hat am 22.12.2016 - 21:14 folgendes geschrieben:

Mit Epigenomics und Newron warte ich noch auf den Vulkanausbruch, aber dieser scheint erst im Jahre 2017 möglich zu sein.

 

Mit Epigenomics befinde ich mich nun in der Zielgerade. Heute rechne ich mit einem Kurssprung von 50%. Auf den ersten Blick mag das hoch sein, leider werden hier die Aktionäre über den Tisch gezogen, denn der Wert ist sicher bei 10 Euro anzusetzen,  hoffe sehr, dass dieser Übernahmepreis noch nachgebessert wird, denn der jetzige Übernahmepreis liegt bei 7,52 Euro.

Newron wird sich hoffentlich besser verkaufen als Epigenomics und die langfristigen Kleinanleger werden sich hoffentlich nicht beirren lassen. Wir werden sehen, wohin die Reise schlussendlich geht.

 

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