Vorsorge

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23.09.2014 10:42
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Vorsorge

Studie zum Vorsorge-Verhalten der Schweizer

 

Bröckelndes Vertrauen

Die Schweiz hat Japan bei der Lebenserwartung ihrer Bürger überholt.

Die Schweizerinnen und Schweizer hätten mit im Durchschnitt 82,8 Jahren die höchste Lebenserwartung weltweit, hiess es an einem Anlass der UBS am Montag zum Thema Altersvorsorge. Zudem sei zu erwarten, dass rund die Hälfte der heute 65-jährigen Frauen und mehr als ein Drittel der heute 65-jährigen Männer in der Schweiz 90 Jahre oder älter werden. Angesichts dieser Daten sei das derzeitige Rentenalter von 65 Jahren für Männer bzw. 64 Jahren für Frauen eine «Anomalie».

Die Politik hat bisher nicht adäquat auf diese Herausforderungen reagiert. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass das Vertrauen der Bürger in das international gesehen immer noch sehr robuste Altersvorsorgesystem bröckelt. Laut einer von der Bank in Auftrag gegebenen Studie zum Vorsorge-Verhalten von Personen im Alter von 45 bis 85 Jahren glauben die jüngeren Befragten im Alter von 45 bis 59 Jahren weniger als die älteren daran, dass die AHV intakt und sicher bleibt. Allerdings lag der Wert der Zustimmung hier auf einer Skala von 1 («stimme überhaupt nicht zu») bis 5 («stimme voll und ganz zu») immer noch bei einem Mittelwert von 3,4. Bei den 70- bis 85-Jährigen betrug er 4,4. Für die Studie wurden im April dieses Jahres rund 1500 Personen in der Deutsch- und Westschweiz befragt. Auch bei den Pensionskassen drohen gemäss einer Publikation der Bank Lücken. Absurderweise werde in der Schweiz über die Höhe des gesetzlichen Umwandlungssatzes politisch entschieden, heisst es darin. Dieser beträgt derzeit 6,8%, mathematisch korrekt wäre aber ein Satz von 5% bis 6%.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/broeckelndes-vertrauen-1.18388994

 

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Benjamin Franklin

02.05.2016 09:52
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Ein Drittel der Schweizer ohne private Altersvorsorge

Planung

Ein Drittel der Schweizer legt privat kein Geld zur Seite, um für das Alter vorzusorgen. Marktforscher GfK nannte als häufigsten Grund dafür fehlendes Wissen über die Risiken.

Über ein Drittel der Schweizer sorgt nicht privat fürs Alter vor – hat also beispielsweise keine Säule 3a. Besonders hoch ist der Anteil jener, die sich auf die gesetzliche Vorsorge verlassen, in der Romandie.

In der französischsprachigen Schweiz beträgt der Anteil der Personen ohne private Vorsorge 42 Prozent. In der Deutschschweiz sind es 38 Prozent. Dies zeigt eine Befragung des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der Finanzberatungsplattform Moneypark.

Weniger Zins auf Altersguthaben

Moneypark wertet dies als «beinahe fahrlässig». Schliesslich sichere die gesetzliche Vorsorge maximal 60 bis 80 Prozent des gewohnten Haushaltseinkommens. Entsprechend riskierten viele «einschneidende Lücken bei der Altersvorsorge«, heisst es in der Mitteilung vom Montag.

Dies gelte insbesondere aufgrund der politischen Entwicklung: So werfen die Altersguthaben seit diesem Jahr weniger Zins ab. Der Bundesrat hat auf Anfang Jahr den Mindestzinssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent gesenkt.

Fehlendes Wissen

Mit der Altersvorsorge 2020 soll zudem der Umwandlungssatz von derzeit 6,8 Prozent auf 6 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig soll zwar die AHV erhöht werden. Dies werde die Einbussen jedoch nicht vollkommen auffangen können, so Moneypark.

Der häufigste Grund für die fehlende Vorsorge sei schlicht fehlendes Wissen, heisst es in der Mitteilung. Rund ein Drittel der Befragten würden deshalb nicht privat vorsorgen. Ein Viertel sei der Meinung, dass die erste und zweite Säule ausreichend seien, um im Alter gut über die Runden zu kommen. Ein weiteres Fünftel gab an, das Geld lieber privat anzulegen. Für die Studie wurden im Februar dieses Jahres mehr als 1000 Personen befragt.

(sda/me)

 

 

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04.04.2016 10:19
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So sorgen Sie mit 50 Jahren (noch) vor

Mit nahendem Pensionsalter wird die eigene Vermögenssituation mehr und mehr zum Thema. cash nennt Möglichkeiten, wie Menschen mit 50 Jahren oder darüber die Vorsorge beeinflussen und verbessern können.

Nicht selten haben Menschen, die schon lange im Berufsleben stehen, noch Vorsorgelücken. Entweder reichte das Geld lange nicht zum sparen, oder man war nicht gewillt genug, Geld zurückzulegen. Aber auch wer "brav" gespart hat, hat noch Möglichkeiten, auch im vorgeschrittenen Erwerbsalter die Vorsorge zu verbessern.

Beispiel A: Ein gut verdienender Angestellter, geschieden, ein Kind, mit Hochschulstudium. Sein Einkommen ist erst im Lauf der Jahre angestiegen, zudem haben die Scheidung und der Aufwand für den Lebensstandard dazu geführt, dass relativ wenig Altersguthaben angespart wurde.

Beispiel B: Ehepaar, durchschnittliches Einkommen, der Mann arbeitet 100 Prozent, die Frau 20 Prozent. Zwei Kinder im Erwachsenenalter. Beide haben in die AHV, die berufliche Vorsorge und auch in die dritte Säule einbezahlt, wobei es das Einkommen nicht erlaubte, jeweils die möglichen 6768 Franken pro Jahr in die dritte Säule einzuzahlen.

Die drei Personen in den beiden Beispielen sind Anfang 50. Ein Alter, in dem die Pensionierung näher rückt, und die Vorstellungen, wie die Zeit nach der Pension aussehen soll, konkreter werden. Für Menschen über 50 gibt es durchaus Möglichkeiten, in der Vorsorge noch neue Akzente zu setzen. Der gut verdienende Angestellte aus Beispiel A hat zwar relativ wenig angespart, verfügt aber über ein höheres Sparpotential. Bei Ehepaar aus Beispiel B besteht der Vorteil, dass die Kinder langsam auf eigenen Füssen stehen und damit auch die Sparquote steigt.

Die wichtigsten Instrumente der Vorsorge, die der Generation 50plus zur Verfügung stehen, im Überblick:

  • Pensionskassen-Einkauf: Mit der grösste Handlungsspielraum besteht beim Einkauf in die Pensionskasse. Der Vorsorgeausweis gibt an, wie gross das Einkaufspotenzial ist - oder ob es überhaupt besteht. Tendenziell ist es höher, je besser das Einkommen ist, oder auch dann, wenn das Einkommen im Lauf der Jahre deutlich angestiegen ist. Besonders für den Angestellten in Beispiel A ist es daher eine der interessanten Möglichkeiten. Einkäufe in die Pensionskasse erfolgen zum Teil auch mit der Absicht, zur Pensionierung das Kapital zu beziehen und sich das Altersguthaben nicht als Rente auszahlen zu lassen.
  • Pensionskasse überprüfen: Ratsam ist auch immer der Check der Pensionskassenleistungen. Ein gut verdienender Angestellter wie in Beispiel A kann durchaus in der Situation sein, dass er zwar viel verdient, aber ein grosser Teil seiner künftigen Rente einem tiefen Umwandlungssatz unterliegt. Ein Umwandlungssatz von 6,8 Prozent - also dass pro 100'000 Franken Altersvermögen 6800 Franken im Jahr ausbezahlt werden - gilt nur für den obligatorisch versicherten Lohn. Das so genannte Überobligatorium weist häufig einen tieferen Umwandlungssatz auf. Das Verhältnis von Obligatorium zu Überobligatorium muss also überprüft werden. Für das Ehepaar aus Beispiel B ist interessant zu wissen, wie sich möglichen Lohnausfälle wegen Krankheiten und ähnlichem auswirken, und ob die Pensionskasse oder der Versicherte das Finanzierungsrisiko trägt (so genanntes Leistungsprimat vs. Beitragsprimat). Je nach Pensionskasse lässt sich dann abschätzen, wie hoch der Bedarf an zusätzlicher Vorsorge ist.
  • Sparplan: Tief- und Negativzinsen setzen die Pensionskassen unter Druck. Manchen Pensionskassen droht eine finanzielle Schieflage. Daher suchen Vorsorgewillige auch nach Alternativen zum Pensionskasseneinkauf. Lebensversicherungsprodukte sind wegen der Tiefzinsen aber ebenfalls unter Druck geraten. Zudem: Bei Menschen über 50 ist die Laufzeit kürzer, daher ist ein Einstieg in eine Lebensversicherung auch weniger attraktiv. Lebensversicherungen können vom Kunden in aller Regel auch nur zu sehr ungünstigen Bedingungen zurückgekauft werden. Als Alternative zu Lebensversicherungen kann sich jemand für reines Sparen entscheiden, etwa in Form eines monatlichen Fondssparplanes, wie ihn die Banken anbieten. Hier ist sowohl der Zins nicht garantiert, aber das Verlustrisiko wird durch die monatliche Einzahlung ein wenig reduziert. Natürlich soll auch hier der Anlegertyp und die Anlagedauer Entscheidungsgrundlage sein.
  • Selbst anlegen: Wer angespartes Vermögen selbst anlegen will, muss sich zwangläufig mit den Finanzmärkten befassen und eine gewisse Risikofähigkeit, also finanzielle Polster, mit sich bringen: Der Angestellte aus Beispiel A ist dafür eher ein Kandidat als das Ehepaar aus Beispiel B. Ratsam ist, nur einen Teil des Geldes in Wertpapiere zu stecken: Für weniger eifrige Börsianer bieten sich einfach verständliche Fonds oder ETF an. Tipps, wie man mit einem Horizont von zehn Jahren anlegt, finden sich zum Beispiel hier
  • Dritte Säule: Die Säule 3a-Lösungen, wo pro Jahr maximal 6768 Franken steueroptimierend einbezahlt werden können, sind eine der gängigsten Mittel der persönlichen Vorsorge, allerdings auch relativ starr. Es kann kein Geld nachbezahlt werden, und ausser für Wohneigentum, selbständige Tätigkeit oder Wegzug ins Ausland lassen sich die Gelder erst frühestens fünf Jahre vor der Pension beziehen. Doch ist es möglich, mehrere Säule 3a-Konten zu haben, die sich in den Jahren vor der Pensionierung gestaffelt beziehen und mit dem Beginn der Rentenzahlungen abstimmen lassen. cash-Pensionscoach Gabor Gaspar sagt: "Wichtig bei der Vorsorge ist, sich zu fragen: Wann brauche ich welchen Betrag?"
  • Spät noch einzahlen: Empfohlen wird immer, schon früh in die Säule 3a einzubezahlen. Wer mit 50 noch gar keine Säule 3a-Konto hat, kann aber auch dann noch eines eröffnen. Gesetzt der Fall, man bezahlt die 6768 jedes Jahr ein, kommen bis zum Lebensalter 65 noch gut 100'000 Franken zusammen. Zum einen hat man 15 Jahre lang den Steuervorteil, indem die einbezahlten Beträge abziehen kann, und - zumindest theoretisch - die Verzinsung. Traditionell waren Säule-3a-Gelder im Vergleich zu Sparkonten besser verzinst, allerdings ist dieser Vorteil im Moment aufgrund der Tief- und Negativzinsen dahingeschmolzen.
  • Eigenheim: Auch ein Eigenheim ist eine Form der Altersvorsorge, aber es gilt der Grundsatz, nicht alles Geld in eine Immobilie zu stecken. Bei einem Eigenheim soll die Finanzierung überprüft und mögliche Investitionen koordiniert werden. Unliebsame Überraschungen bei der Finanzierung können so vermieden werden, und hinsichtlich Investitionen kann man wiederum Steuern sparen.

Die finanzielle Situation verbessern wird natürlich eine Erbschaft. Das Thema ist emotional und heikel und wird gerne tabuisiert. Es ist aber auch eine Tatsache, dass wegen der höheren Lebenserwartung viele Menschen in der Tat erst erben, wenn sie selber auf das Rentenalter zugehen, oder sogar nach der Pensionierung.

Der Gutverdienende aus Beispiel A muss in gewisser Weise noch das Steuer herumreissen, um seinen Lebensstandard im Alter halten zu können. Er hat den Vorteil, dass er genug Einkommen zum Sparen hat, wird sich aber möglicherweise keine Frühpensionierung leisten können. Das Ehepaar aus Beispiel B hat zwar begrenzten finanziellen Spielraum, hat aber doch noch einige Jahre Zeit, die Altersvorsorge insgesamt zu optimieren.

http://www.cash.ch/news/front/so_sorgen_sie_mit_50_jahren_noch_vor-34347...

 

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01.02.2016 08:35
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Das Vorsorgegeld richtig «parkieren»

Wer aus einer Firma austritt und keinen neuen Arbeitgeber hat, muss sein angespartes Pensionskassengeld auf ein Freizügigkeitskonto transferieren. cash mit den Antworten zu den dreizehn brennendsten Fragen zum Thema.

Von Pascal Züger

Was ist eine Freizügigkeitsleistung?

Die Freizügigkeitsleistung ist das persönliche Altersguthaben, welches man zum Austrittszeitpunkt aus einer Firma angespart hat und aus der Pensionskasse mitnehmen kann. Es setzt sich zusammen aus bezahlten Beiträgen in die zweite Säule von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, freiwilligen Einzahlungen (= Pensionskasseneinkäufe) sowie den angehäuften Zinsen.

Was ist eine Freizügigkeitsstiftung?

Das ist die Einrichtung einer Bank mit dem Zweck, Freizügigkeitsleistungen anzulegen und zu verwalten.

Wann braucht man ein Freizügigkeitskonto?

Nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses erfolgt automatisch auch der Austritt aus der Pensionskasse. Wer sogleich eine neue Stelle antritt, kann das Geld an seine neue Pensionskasse überweisen lassen. Ansonsten muss das Altersguthaben zwischenparkiert werden, sofern man das Pensionsalter noch nicht erreicht hat. Denn laut Gesetz muss das Geld im Vorsorgekreislauf bleiben, man kann nicht einfach darüber verfügen. Dazu kann bei einer Bank nach Wahl ein Freizügigkeitskonto eröffnet werden. Alternativ gibt es auch Freizügigkeitspolicen bei einer Versicherung (mehr dazu weiter unten).

Was, wenn nach Stellenaustritt nichts unternommen wird?

Wer sich nicht aktiv um die Eröffnung eines Freizügigkeitskontos bemüht, dem wird 6 bis 24 Monate nach Firmenaustritt das Altersguthaben automatisch bei der Stiftung Auffangeinrichtung deponiert. Diese nationale Vorsorgeeinrichtung ist ein Auffangbecken, welches jede Einzelperson aufnimmt, die weder einer Pensionskasse angehört, noch ein Freizügigkeitskonto besitzt. Die Auffangeinrichtung ist nicht gewinnorientiert und hat eine defensive Anlagestrategie. Normalerweise generiert sie deshalb eine tiefere Guthabens-Verzinsung als Banken. Aktuell beträgt die jährliche Verzinsung 0,3 Prozent.

Wo bekomme ich die beste Verzinsung?

Im Unterschied zu Pensionskassen müssen Freizügigkeitsstiftungen keinen Mindestzins vergüten. Üblicherweise ist die Verzinsung höher als auf dem Sparkonto einer Bank, aber tiefer als der Pensionskassen-Mindestzins, welcher aktuell 1,25 Prozent beträgt. Je nach Anbieter können die Zinsen teils beträchtlich schwanken. Ein Vergleich lohnt sich. Die Tabelle unten zeigt die aktuell zehn besten Anbieter in diesem Bereich. Mit 0,75 Prozent offeriert dabei die Caisse d’Epargne de Cossonay (CEDC) die höchste Verzinsung, gefolgt von der WIR Bank (0,55 Prozent) und der Bank Sparhafen Zürich (0,5 Prozent). Nicht bei den Besten anzutreffen sind die Credit Suisse (0,3 Prozent), UBS und PostFinance (beide 0,2 Prozent). Es scheint fast so, als wollen diese drei Banken wegen den Negativzinsen derzeit überhaupt keine solchen Gelder, zumal man mit "Nichtstun" bei der Stiftung Auffangeinrichtung den gleichen, beziehungsweise sogar einen leicht besseren Zinssatz bekommen würde.

Welche Kosten fallen bei Freizügigkeitskonten an?

Die Kontoeröffnung und auch die Kontoführung sind in der Schweiz bei allen Anbietern kostenfrei. Viele Freizügigkeitsstiftungen verlangen jedoch eine Gebühr bei Vorbezug der Gelder für Wohneigentum oder einer frühzeitigen Auflösung des Kontos nach weniger als einem Jahr. Vollständig kostenfrei sind unter anderem die BLKB, die Schaffhauser Kantonalbank und die WIR Bank, wie auf Moneyland.ch nachzulesen ist.

Dürfen mehrere Freizügigkeitskonten eröffnet werden?

Die Freizügigkeitsleistung darf auf maximal zwei verschiedene Freizügigkeitsstiftungen übertragen werden. Es ist nicht erlaubt, bei der gleichen Gesellschaft zwei Konten zu führen. Die Aufteilung muss bei Austritt aus der Pensionskasse erfolgen, eine nachträgliche Aufsplittung ist nicht mehr möglich. Man kann nachträglich zwar die Freizügigkeitsstiftung wechseln, muss dann aber jeweils das gesamte Kapital überweisen.

Wann darf aus dem Freizügigkeitskonto Geld bezogen werden?

Die Kapitalauszahlung erfolgt frühestens 5 Jahre vor, spätestens 5 Jahre nach dem ordentlichen Pensionierungsalter. Das Geld ist bis dann quasi gesperrt, auch Einzahlungen sind verboten. In wenigen, genau definierten Fällen sind jedoch frühzeitige Auszahlungen möglich:
•Wenn wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen wird (Geld geht an neue Pensionskasse)
•Wenn man sich selbstständig macht
•Bei Auswanderung aus der Schweiz in ein Nicht-EU/EFTA-Land
•Bei Auswanderung in ein EU- /EFTA-Land kann nur das überobligatorisches Kapital bezogen werden
•Bei Bezug für selbst genutztes Wohneigentum
•Wenn das angesparte Guthaben auf dem Freizügigkeitskonto geringer ist als ein Jahresbeitrag des Arbeitnehmers
•Bei Invalidität oder Tod (es erfolgt eine Auszahlung an die Erben)

Ist bei der Pensionierung ein Rentenbezug anstatt einer Auszahlung des Freizügigkeitskontos möglich?

Gelder aus Freizügigkeitskonten können üblicherweise nicht in Rentenform ausbezahlt werden. Bei einigen wenigen Freizügigkeitsstiftungen ist ein Rentenbezug zwar möglich (nur überobligatorisches Kapital), jedoch zu tieferen Umwandlungssätzen als bei der Pensionskasse. Bei der Auffangeinrichtung kann das obligatorische Kapital in Rentenform bezogen werden. Hier müssen allerdings die Fristen beachtet werden.

Sind Freizügigkeitsgelder im Falle des Konkurses der Freizügigkeitsstiftung geschützt?

Freizügigkeitsstiftungen sind nicht dem Sicherheitsfonds BVG angeschlossen, welcher Vorsorgeguthaben im Insolvenzfall der Pensionskasse schützt. In der Regel steht eine Bank hinter der Freizügigkeitsstiftung, ein Zahlungsausfall ist deshalb nicht auszuschliessen. Tritt der Konkurs ein, sind die Freizügigkeitsguthaben nicht vollumfänglich garantiert. 100'000 Franken werden jedoch privilegiert behandelt. Die Wahrscheinlichkeit der Rückerstattung dieses Geldes ist wesentlich höher als beim Restbetrag. Um besser gegen einen Konkurs abgesichert zu sein, lohnt sich die Aufteilung des Freizügigkeitskapitals auf zwei Konten. Eine weitere mögliche Schutzmassnahme ist die bewusste Wahl von Freizügigkeitsstiftungen mit Staatsgarantie, welche die meisten Kantonalbanken besitzen.

Wie findet man verlorene Freizügigkeitsleistungen?

Auf rund 632'000 Konten liegen ehemalige Pensionskassengelder, von denen die Besitzer nichts wissen (cash berichtete). Über 2,97 Milliarden Franken vergessene Freizügigkeitsleistungen verwaltete die Stiftung Auffangeinrichtung im vergangenen Jahr - so viel wie noch nie. Wer Gelder vermisst, kann kostenlos bei der Zentralstelle 2. Säule anfragen, ob er irgendwo noch Gelder besitzt. Denn: Banken, Versicherungen und die Auffangeinrichtung melden dort kontaktlose und vergessene Vorsorgeguthaben.

Kann ich die Freizügigkeitsleistung in Aktien anlegen?

Ja. Die meisten Banken bieten neben dem klassischen Freizügigkeitskonto auch Depotlösungen an, bei denen ein Teil des Guthabens in Aktien-Fonds investiert wird. Auf lange Sicht fällt so die Renditeerwartung klar höher aus, allerdings müssen auch Schwankungsrisiken in Kauf genommen werden. Eine Faustregel besagt, dass sich ab einem Zeithorizont von drei Jahren eine Aktieninvestition lohnt. Möglich ist auch ein Transfer der Gelder vom Freizügigkeitskonto in ein Freizügigkeitsdepot und umgekehrt.

Was sind Freizügigkeitspolicen?

Freizügigkeitspolicen bieten im Gegensatz zu Freizügigkeitskonten einen Versicherungsschutz beim Todesfall und werden von Versicherungsgesellschaften angeboten. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung einzuschliessen. Der eingebaute Versicherungsschutz ist jedoch nicht gratis, sondern geht in Form von Prämienkosten von der Rendite ab. Diese Risikoversicherung gibt es mittlerweile auch bei Freizügigkeitskonten von einzelnen Stiftungen.

Die zehn bestverzinsten Freizügigkeitskonten in der Schweiz

http://www.cash.ch/news/boersenticker/das_vorsorgegeld_richtig_parkieren...

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

12.03.2015 09:37
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Was bringt Ihnen der Vorsorgeausweis?

Im Frühling werden die Vorsorgeausweise der Pensionskassen verschickt. Kaum jemand versteht den Zahlensalat.Fast alle Angestellten erhalten im März ihren Vorsorgeausweis. Bei nicht wenigen landet das Papier in der Schublade. Kein Wunder, denn «es ist schwierig, bei dieser Menge an Zahlen durchzublicken», sagt Albert Steck, Vorsorgeexperte bei der Migros Bank. Es lohne sich aber, über den Vorsorgeausweis Bescheid zu wissen. «Denn der grösste Teil unseres Vermögens steckt in der Pensionskasse.»

Am Beispiel eines fiktiven Vorsorgeausweises erklärt 20 Minuten, was Jahreslohn, Altersguthaben und Deckungsgrad bedeuten.

• Grunddaten in CHF
Jahreslohn 78'105
BVG-Lohn 53'430
Beschäftigungsgrad100 %

Der AHV-Jahreslohn, den der Arbeitgeber der Pensionskasse (PK) meldet, sollte Ihrem effektiven Jahreslohn entsprechen, also dem Bruttolohn gemäss Lohnausweis inklusive 13. Monatslohn, Überstunden und Zulagen. In unserem Beispiel sind es 78'105 Franken. Den BVG- Lohn berechnet die PK, indem sie vom gemeldeten AHV-Jahreslohn den BVG-Koordinationsabzug abzieht (derzeit 24'675 Franken). Dieser Betrag entspricht sieben Achtel der maximalen Rente von 28'200 Franken.

• Stand Sparkapital per 1.2.2015: CHF 50'942
Das Sparkapital umfasst alle vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber einbezahlten Beiträge inklusive Zins. Es bedeutet das Guthaben, das Sie bis Ende des letzten Jahres in Ihrer Pensionskasse angespart haben. Man kann es zusätzlich in einen obligatorischen und einen überobligatorischen Teil aufgliedern. Der erste Teil basiert auf den Beiträgen im Rahmen des BVG-Obligatoriums bis zum maximalen BVG-Lohn. Ist der Lohn höher als 59'925 Franken, wandert das Geld in den überobligatorischen Topf, welcher je nach Pensionskasse niedriger verzinst wird und also eine geringere Rendite als vom BVG vorgeschrieben aufweist.

• Jährlicher Sparbeitrag: CHF 5343
Der jährliche Sparbeitrag ist abhängig vom Alter des Arbeitnehmers: Ab 25 Jahren beträgt er 7 Prozent des versicherten Lohns, ab 35 sind es 10 Prozent, ab 45 Jahren steigt der Beitrag auf 15 Prozent und ab 55 auf 18 Prozent. Davon muss der Arbeitgeber mindestens die Hälfte übernehmen. Etliche Firmen bezahlen aber freiwillig mehr.

• Jahresbetrag für Risikoversicherung, Kosten und Sicherheitsfonds: CHF 1514
Der Risikobeitrag unterscheidet sich je nach Pensionskasse. In der Regel beträgt er etwa 3 Prozent des Lohns. Aus diesem Beitrag wird eine allfällige Invalidenrente sowie im Todesfall eine Ehegattenrente oder Waisenrente finanziert.

• Voraussichtliches Altersguthaben mit 65 inkl. 1,75 % Zins: CHF 301'677
Das voraussichtliche Altersguthaben insgesamt bei der Pensionierung entspricht einer hypothetischen Hochrechnung inklusive Zins. Dabei wird angenommen, dass der aktuelle Lohn gleich bleibt und Sie immer gleich viel arbeiten.
In unserem Beispiel entspricht die Verzinsung dem aktuellen BVG-Mindestzinssatz von 1,75 Prozent.

• Voraussichtliche jährliche Altersrente: CHF 20'514
Zur Berechnung dieser Altersrente multipliziert man das Altersguthaben mit dem sogenannten Umwandlungssatz. In diesem Beispiel haben wir den aktuellen BVG-Satz von 6,8 Prozent verwendet. Tritt die Rentenreform 2020 in Kraft, würde dieselbe Altersrente auf 18'100 Franken sinken.

• Jährliche Invalidenrente bei Krankheit:CHF 31'200
• Jährliche Ehegattenrente: CHF 9329
Zu den wichtigsten weiteren Angaben auf dem Vorsorgeausweis gehört der erlaubte Vorbezug für den Kauf von Wohneigentum. Von Bedeutung ist zudem der maximale Betrag für einen freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse. Ein solcher Einkauf erhöht die Altersrente und lässt sich zudem vom steuerbaren Einkommen abziehen.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Was-bringt-Ihnen-der-Vorsorgeausw...

 

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Benjamin Franklin

30.01.2015 11:47
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Altersvorsorge: Nur wer sät, kann auch ernten

Es ist nie zu früh, aber oft zu spät, um Massnahmen für die Vorsorge einzuleiten. Eine Anleitung in sechs Schritten.

http://www.beobachter.ch/geld-sicherheit/ahviv/artikel/altersvorsorge_nu...

 

Eine gute Zusammenstellung

 

Hier im Forum hat es einige, die keine genügende oder gar keine Vorsorge haben. Das merkt man daran, dass bei ihnen das Thema Steuern & Vorsorge nicht vorkommt oder nur pauschal erwähnt wird.

Wenn man Geld hat, sind Steuern ein wichtiges oder mindestens ein interessantes Thema. Vorallem wenn man auf Dividenden setzt.

 

 

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Benjamin Franklin

30.09.2014 09:33
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Fürs Alterssparen richtig wählen

Wegen der steigenden Lebenserwartung wird das Geld der AHV und der beruflichen Vorsorge auf mehr Jahre aufgeteilt werden müssen. Das ergänzende private Sparen ist deshalb mehr notwendig als freiwillig.

Leistungsumfang und Zuverlässigkeit der finanziellen Altersvorsorge werden von der Schweizer Bevölkerung zunehmend kritisch beurteilt. Das Pensionierungsalter 64 Jahre für Frauen und 65 Jahre für Männer werde nicht nur angeglichen, befürchten die Teilnehmer einer aktuellen UBS-Befragung unter 45- bis 65-jährigen Personen, sondern darüber hinaus angehoben. Die jüngeren unter den Umfrageteilnehmern äussern Zweifel, dass die staatliche erste Vorsorgesäule AHV intakt bleibe und ihnen die versprochenen Leistungen dereinst werde zahlen können.

Da ist es folglich ratsam, durch individuelle Sparanstrengungen steuerlich vorteilhaft das eigene Vorsorgevermögen in Pensionskasse (zweite Vorsorgesäule) und der eigenverantwortlichen dritten Vorsorgesäule zu vergrössern. «Prioritär ist, in die Drittsäule einzuzahlen, denn der Steuereffekt gilt hier jährlich und er ist nicht kumulierbar», sagt Stefan Thurnherr, Geschäftsleitungsmitglied des VZ Vermögenszentrums.

Steueraufschub zahlt sich aus

Angestellte dürfen dieses Jahr 6739 Fr. steuersparend einzahlen, Selbständigerwerbende 20% des Nettoerwerbseinkommens, aber maximal 33’696 Fr.  Mit einem Grenzsteuersatz von bspw. 30% resultiert eine merk­liche Minderung der Einkommenssteuerrechnung. Banken bieten abhängig von ihrer Finanzierungslage unterschiedlich hohe Drittsäulenzinsen. Die gebundenen Guthaben profitieren im Umfang von 100’000 Fr. vom Konkursprivileg, und zwar ergänzend zu anderen Forderungen gegenüber der gleichen Bank. Der Einlegerschutz, den die Banken untereinander garantieren, gilt nur für gesamthaft höchstens 100’000 Fr. je Bank.

Drittsäulengelder können flexibel bis fünf Jahre vor und nach dem Pensionsalter bezogen werden. Die Auszahlung wird steuerlich erfasst, allerdings zu einem Vorzugssatz. «Vorteilhaft ist deshalb ein paralleles Führen von Drittsäulenbeziehungen bei mehreren Finanzanbietern, weil dies eine Staffelung des Kapitalbezugs erlaubt», erläutert Thurnherr.

Das Endkapital ist wegen der jahrzehntelangen Bindung massgeblich vom gutgeschriebenen Zins bzw. der erreichten Anlagerendite geprägt. «Zu oft werden Kontolösungen gewählt, womit die Kaufkraft des gesparten Geldes im ungünstigen Fall nicht einmal erhalten bleibt», beobachtet der Vorsorgespezialist. Mit Blick auf die langjährige Investmentdauer würden sich Drittsäulen-Wertschriftenanlagen empfehlen. Sie ermöglichen eine mit Pensionskassenvermögen vergleichbare diversifizierte Anlagestrategie.

Finanzdienstleister bieten dazu Mischanlagefonds oder eine Plattform, auf der aus börsengehandelten Fonds (ETF, Exchange Traded Funds) ein individuelles Portfolio gebildet werden kann. Der Aktienanteil an einem solchen Vermögen ist auf 50% begrenzt. Zu beachten ist die im Fonds oder dem ETF-Portfolio belastete Verwaltungsgebühr (TER, Total (FP 50.98 1.33%) Expense Ratio).

Das VZ Vermögenszentrum führt gemäss Thurnherr jährlich rund 15’000 Erstgespräche, die in gegen 10’000 Pensionierungsberatungen münden. Technologieunterstützte, persönliche Beratung bietet das Unternehmen Moneypark, das eine marktbreite Datenanalyse betreibt. Zu Hypotheken- und Vorsorgethemen werden aktuell monatlich bis 1500 Kundenanfragen behandelt.

«Im Vorsorgebereich aufzudecken gilt es Lücken, die bspw. als Folge von Familiengründung und der zeitweisen Verringerung des Beschäftigungsumfangs entstanden sind», sagt Moneypark-Geschäftsleiter Stefan Heitmann. Hauskredit- und Vorsorgebelange seien zunehmend verknüpft, nicht zuletzt wegen verschärfter Tragbarkeitsrechnungen und der Vorgabe einer rascheren Kreditamortisation. «Zu oft stossen wir darauf, dass Menschen zu spät mit dem ergänzenden privaten Alterssparen beginnen», resümiert Heitmann.

Wo besondere Risiken lauern

Freiwillige Zusatzzahlungen auf das eigene Pensionskassenkonto sind gegenüber Drittsäuleneinlagen in steuerlicher Beziehung weniger eingegrenzt. Deshalb können auch grössere Beträge, bspw. aus Erbschaften, für ein Aufstocken der Pensions-Anwartschaft verwendet werden. Das Ausmass einkommenssteuermindernder Einzahlungen kann jede Pensionskasse im Einzelfall auf Anfrage berechnen. Einfluss auf die Vermögensanlage besteht jedoch nicht, mit Ausnahme bestimmter Kaderpensionskassen (1e-Lösungen).

Die Vorsorgeeinrichtungen investieren das kollektiv gehaltene Vermögen in Anleihen, Aktien und Immobilien. Wertschwankungen müssen gemeinschaftlich von den Beschäftigten getragen werden. Sie haben auch das Kapital der Rentenbeziehenden zu garantieren. Nur nach der Insolvenz einer Kasse deckt der obligatorische BVG-Sicherheitsfonds die individuellen Vorsorgeguthaben.

Abzuraten von Einzahlungen ist, wenn die Vorsorgeeinrichtung finanziell instabil ist. Offensichtlich ist dies, wenn das Gesamtvermögen die bilanzierten Verpflichtungen nicht vollständig deckt. Massiv unterdeckte Kassen greifen als Sanierungsmassnahme oft auf Gering- oder Nullverzinsungen, wovon freiwillig geleistete Einkaufsbeträge oft voll betroffen sind.

Gerät eine solche Vorsorgeeinrichtung in eine Teilliquidation – bspw. weil das Unternehmen eine Sparte abstösst –, droht zudem eine Kürzung des den betroffenen Mitarbeitern zustehenden Guthabens (Freizügigkeitsleistung). Von den privatwirtschaftlichen Pensionskassen sind gemäss neuester Swisscanto-Auswertung jedoch lediglich 4% in einer Unterdeckung.

Vor freiwilligen Zusatzeinzahlungen sollte auch betrachtet werden, wie ungleich eine Kasse den jährlichen Vermögensertrag zuteilt. Den Rentnern sind zur Deckung ihrer fixen Ansprüche im Schnitt in den zurückliegenden Jahren jährlich 3,3% auf das Restkapital gutgeschrieben worden, den Beschäftigten jedoch nur rund 2%. Ein Viertel der von Swisscanto befragten Vorsorgeträger benötigt jährlich 3 bis 3,5% Rendite, um bei minimaler Zinszahlung finanziell stabil zu bleiben; ein weiteres Viertel der Kassen benötigt zur Basisleistung eine Gesamtvermögensrendite von mehr als 3,5%.

Besonders exponiert punkto ungleicher Zinszuteilung sind Versicherte in Kassen mit einem grossen Bestand von Pensionierten, da hier aggregiert die Last geschützter Zinsansprüche besonders schwer wiegt. Gemäss der Swisscanto-Umfrage weisen 18% der Pensionskassen eine ungünstige Altersstruktur auf; in 7% der Kassen sind die Berufstätigen gar in der Minderzahl.

http://www.fuw.ch/article/furs-alterssparen-richtig-wahlen-2/

 

 

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Benjamin Franklin

29.09.2014 19:25
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Elias hat am 23.09.2014 - 10:42 folgendes geschrieben:


Die Schweizerinnen und Schweizer hätten mit im Durchschnitt 82,8 Jahren die höchste Lebenserwartung weltweit


 

Hmm, so gesehen war es ja (renten-technisch) von meinem Grossvater durchaus sozial, dass er damals (1973) mit 67 das Zeitliche gesegnet hat...

 

29.09.2014 10:35
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Mit einer seriösen Finanzplanung Geld sparen

Eine gute Vorsorge verlangt eine Gesamtsicht über die persönliche Lebenssituation. cash zeigt, wie man mit einer guten Finanzplanung Geld spart und gibt Tipps für die Auswahl eines geeigneten Finanzplaners.

"Ich brauche keine Finanzplanung. Das ist sowieso nur etwas für Reiche mit Millionenvermögen." Meist aus mangelnder Kenntnis über die möglichen Fragestellungen behandeln Herr und Frau Schweizer ihre persönliche Finanz- und Vorsorgeplanung äusserst stiefmütterlich. Doch spätestens wenn man so ab Mitte Vierzig in die zweite Hälfte der Berufskarriere einmündet, stellen sich immer häufiger Fragen zur langfristigen, finanziellen Absicherung für sich und seine Familie. Ob dabei der Versicherungs- oder Bankberater, den man eben kennt, wirklich weiterhelfen kann und auch den geeigneten, unabhängigen Blick wahrt, muss meist angezweifelt werden. Besser ist es, sich einem Fachmann anzuvertrauen, der sich mit der gesamten Palette der Fragestellungen auskennt und der unabhängig von Produkteanbietern arbeitet.

Fragen, um die sich ein Finanzplaner kümmert

Eine seriöse Finanzplanung beginnt mit einer eingehenden Analyse der aktuellen Lebenssituation und den eigenen Bedürfnissen und Zielen. In einem persönlichen Erstgespräch versucht der Finanzplaner ähnlich wie ein Arzt, sich ein Bild vom Klienten zu verschaffen. Er fordert alle notwendigen Daten und Unterlagen dafür ein wie familiäre Angaben, Vermögenssituation, Versicherungspolicen,  Steuererklärung oder die Angaben zur Pensionskasse. Gestützt darauf erstellt er eine Ist-Situation. Entscheidend ist dabei, dass die einzelnen Disziplinen wie Budgetsituation, Anlage-beratung, Steuerfragen, Erbrecht, Vorsorgesituation und Wohneigentum gesamtheitlich mit ihren Wechselwirkungen betrachtet und zu einem Ganzen ineinander verwoben werden. Nur so lässt sich das persönliche Optimierungspotential erkennen. Welchen Optimierungsweg man wählt, hängt direkt von den zukünftigen Zielen und Bedürfnissen ab. Als Resultat hält der Kunde einen Kompass in der Hand der aufzeigt, wie sich seine finanziellen Lebensumstände entwickeln und ob sich seine Ziele und Wünsche zukünftig realisieren lassen. Der Weg dorthin ist mit konkreten Empfehlungen versehen.

Geld sparen bei der Umsetzung des Plans

Erst nach eingehender Besprechung der Ist-Situation und dieses Finanzplanes geht es in einem zweiten Schritt in die Umsetzungsphase, bei der geeignete Versicherungs- und Bankprodukte gekauft werden. Der Finanzplaner begleitet auch die Umsetzung und zeigt mit Produktvergleichen auf, wie Geld gespart werden kann. Der Finanzplan zeigt aber oft noch viel grundsätzlicheres Potential zum Geldsparen auf.

So können beispielsweise durch das Einrichten mehrerer Säule-3a-Konti und die geschickte Planung  eines zeitlich gestaffelten Bezugs der Gelder aus der zweiten und dritten Säule mehrere tausend Franken Steuern eingespart werden. Oder man erhält bei der Frage "Lebenslange Rente versus Kapitalbezug aus der beruflichen Vorsorge" eine gezielte Antwort, weil sie auf einer Berechnung der eigenen Lebens- und Steuerumständen beruht. Eine Fehlberatung durch einen unqualifizierten Berater kann einem in dieser entscheidenden Frage buchstäblich lebenslänglich teuer zu stehen kommen. Es gibt eine Reihe weiterer Themen, bei denen mit einer guten Finanzplanung Geld gespart oder Geld besser investiert werden kann, die das zu bezahlende Beratungshonorar oft mehr als kompensieren.

Themenfelder für eine Finanzplanung

Die nachfolgende Liste gibt einen Einblick in die breite Palette an Themenfeldern, die mit einer Finanzplanung verbunden sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Budget und Liquidität

  • Wie hoch sind meine fixen und variablen Einnahmen und Ausgaben heute und zukünftig?
  • Wo habe ich Sparpotential?
  • Wie hoch soll meine Hypothek zukünftig sein?
  • Wann brauche ich zukünftig welche Geldbeträge?
  • Wann und von wo erhalte ich zukünftig meine Geldbeträge zum Leben?

Vorsorgeberatung

  • Mit wie viel Pensionskassenrente oder -kapital kann ich bei der Pensionierung rechnen?
  • Genügen die Renten aus der 1. und 2. Säule, um meinen Lebensstandard zu sichern?
  • Welche Möglichkeiten gibt es für ein zusätzliches, gesichertes Einkommen im Ruhestand?
  • Wie sieht meine Einkommenssituation im Invaliditätsfall aus?
  • Wird bei Invalidität meiner Frau oder Lebenspartnerin eine Rente oder ein Kapital bezahlt?
  • Was erhält mein Ehe- oder Konkubinatspartner im Falle meines Todes?
  • Ist meine Familie im Falle meines Todes genügend abgesichert?
  • Welche Steuern fallen für die Begünstigten bei den verschiedenen Versicherungen an?

Versicherungs- und Anlageberatung

  • Welches ist unter Berücksichtigung der Steuern meine Risikofähigkeit und -willigkeit?
  • Habe ich Potential für Direktanlagen oder eher Fonds?
  • Welcher Versicherungsschutz ist für welches Risiko notwendig?
  • Welche Versicherungsgesellschaft zahlt die besten Zinsen auf Einmaleinlagen?
  • Welches sind für meine Situation geeignete Fonds und Versicherungsprodukte?

Erbrechtliche Fragen

  • Brauche ich einen Ehevertrag oder ein Testament?
  • Wie kann ich meinen Partner über den Pflichtteil hinaus optimal begünstigen?
  • Wie regle ich meinen Nachlass möglichst steuergünstig?
  • Wen setze ich für die Teilung meines Nachlasses ein?

Wichtig ist die Erkenntnis, dass eine vollständige Finanzplanung die Fähigkeit bedingt, verschiedenste Disziplinen zu einem stimmigen Ganzen zu verknüpfen. Dafür sind eine spezielle Ausbildung und viel Erfahrung erforderlich. Nachstehende Tabelle gibt Tipps, worauf man bei der Wahl eines geeigneten Finanzberaters besonders achten sollte.

Qualitätssicherung bei der Auswahl eines Finanzplaners

 

Geschützte Titel: Finanzplaner kann sich jeder nennen. Es gibt jedoch Lehrgänge und Titel, die zumindest auf eine seriöse Ausbildung und deshalb eine gewisse Qualität des Beraters schliessen lassen wie Eidg. dipl. Finanzplanungsexperte (höchste Stufe), dipl. Financial Consultant NDS FH, Finanzplaner mit eidgenössischem Fachausweis oder die für alle geregelten Abschlüsse mögliche Zertifizierung zum Certified Financial Planner. 

 

Anbieter-unabhängige Produkteauswahl: Unabhängige Finanzplaner sind keiner Bank oder Versicherung verpflichtet und können geeignete Produkte nach den Bedürfnissen der Kunden im Markt selektieren.

Kosten für eine Finanzplanung: Was nichts kostet, ist nicht viel wert. Vertrauenswürdige Finanzplaner arbeiten auf Honorarbasis. Die Stundenansätze variieren üblicherweise je nach Vergütungskonzept zwischen 150 bis 250 Franken. Das Erstgespräch ist gratis. Darauf folgt eine detaillierte Offerte mit Kostendach und genauer Angabe, was man als Gegenwert erhält. Ein einfacher Finanzplan, der in ein paar Stunden erstellt ist, kostet ein paar hundert Franken. Komplexere Fälle, bei denen beispielsweise steuerliche und rechtliche Nachfolgeplanungen vorzunehmen sind, können auch mehrere tausend Franken kosten.

 

Offenlegung von Provisionen: Eine Gratisberatung, die durch Provisionen der angebotenen Produkte finanziert wird, ist wenig seriös. Provisionen und Kommissionen werden dem Kunden in jedem Fall offengelegt oder vergütet, damit er den "Gesamtpreis" für seine Beratung kennt.

 

Geeigneten Beratungspartner finden: Auf der Internetseite des Finanzplaner-Verbands lässt sich eine Namensliste möglicher Berater erstellen (ohne Qualitätsgewähr), die verschiedene Berufsbilder umfasst.

 

Mund zu Mund Propaganda: Bei Freunden und Bekannten nach geeigneten Beratern nachzufragen, mit welchen sie gute Erfahrungen gemacht haben, ist sicherlich nie verkehrt.

 

Qualitätsstandards für Finanzplaner: Der Finanzplaner-Verband Schweiz hat für seine Mitglieder Standesregeln entwickelt. Ob jemand Mitglied im Finanzplaner-Verband Schweiz ist, lässt sich auf der Verbands-Homepage durch Eingabe des Namens überprüfen.

http://www.cash.ch/news/top_news/mit_einer_serioesen_finanzplanung_geld_...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin